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Tabakschneidmaschine od. dgl. Die Erfindung geht aus von einer Maschine
zum Schneiden von Blattabak, bei der der Tabakstrang durch eine obere und untere
Fördervorrichtung einer unmittelbar hinter einem Mundstück angeordneten, rotierenden
Messerwalze zugeführt wird, wobei die obere Mundstückbacke und der Vorderteil der
oberen Fördervorrichtung heb- und senkbar angeordnet sind und sich die untere Kante
dieser Backe infolge der Führung durch Parallelogrammlenker auf einem Kreisbogen
angenähert der Kreisbahn der Schneidmesser bewegt.
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Bei Maschinen zum Schneiden von Blattabak ist es bekannt (deutsche
Patentschrift 934 039), die obere Mundstückbacke um eine Achse schwenkbar anzuordnen
und mit Hilfe von Druckfedern gegen den Tabak im Mundstück anzudrücken, wodurch
erreicht werden soll, daß in Abhängigkeit von der in der Zeiteinheit durch die Fördervorrichtungen
dem Mundstück zugeführten Tabakmenge eine im wesentlichen konstante Zusammendrückung
des Tabakstranges erzielt wird. Beim Verschwenken der oberen Mundstückbacke ändert
sich jedoch der Abstand der Backenunterkante von der Bewegungsbahn der Schneidmesser,
und infolgedessen ändert sich damit auch der Schnitt. Bei der bekannten Vorrichtung
der eingangs erwähnten Art (deutsche Patentschrift 1019 23l.) ist daher die
obere Mundstückbacke durch Parallelogrammlenker derart geführt, daß sich ihre untere
Kante auf einem Kreisbogen bewegt, dessen Mittelpunkt in der Achse der Messerwalze
liegt und dessen Radius im wesentlichen gleich dem der kreisförmigen Bewegungsbahn
der Messerschnittkanten ist.
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Zur Erzielung einer gleichbleibend guten Schnittqualität müssen je
nach der Elastizität und Verformbarkeit der bearbeiteten Tabaksorten die Form und
der Querschnitt des Mundstückes verändert werden. Im allgemeinen sollte das Mundstück
um so stärker divergieren, je größer die Elastizität des Tabaks ist, d. h. seine
Fähigkeit, sich nach dem Zusammendrücken wieder aufzurichten.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Maschine zu schaffen,
bei der die Querschnittsform des Mundstücks an Tabaksorten unterschiedlicher Beschaffenheit
anpaßbar ist, und die Vorderkanten der Mundstückbacken auf einem Kreisbogen verbleiben,
der konzentrisch zur und in der Nähe der von den Messerschnittkanten beschriebenen
Kreisbahn liegt.
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Bei einer Maschine der eingangs erwähnten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, Saß die Vorderkante und die Bodenfläche der oberen Mundstückbacke
auf einem austauschbaren Abschnitt angeordnet sind, welcher gegen einen entsprechenden
Abschnitt von anderer Vertikalerstreckung ausgetauscht werden kann, und daß die
Parallelogrammlenker schwenkbar in einem Hauptrahmen der Maschine in drehbar gelagerten
Exzenterbuchsen so angelenkt sind, daß durch Drehen der Exzenterbuchsen die Höhenlage
der Lenkerachsen entsprechend der unterschiedlichen Vertikalerstreckung der Abschnitte
verändert werden kann.
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Infolge der Auswechselbarkeit des Einsatzes für die obere Mundstückbacke
kann die für die bearbeitete Tabaksorte jeweils günstigste Mundstückform gewählt
werden, wonach durch Drehen der Exzenterbuchsen und mit Hilfe der Parallelogrammlenker
dafür gesorgt wird, daß bei jedem gewählten, austauschbaren Abschnitt und somit
bei jeder gewählten Mundstückform die Vorderkante der oberen Mundstückbacke auf
einem im wesentlichen konzentrisch zur Kreisbahn der Messerschnittkanten liegenden
Kreisbogen verbleibt, dessen Radius etwas größer oder gleich dem Radius dieser Kreisbahn
ist, und daß die Verbindungslinie zwischen der Drehachse der rotierenden Messerwalze
und der Vorderkante der oberen Mundstückbacke stets parallel zu den Linien verläuft,
die die Schwenkachsen der Parallelogrammlenker miteinander verbinden. Bei der erfindungsgemäßen
Maschine ist daher bei im wesentlichen gleichbleibendem Abstand der Mundstückbackenvorderkanten
von der Bewegungsbahn der Messerschnittkanten die Form des Mundstückes nicht nur
in
Abhängigkeit von der in der Zeiteinheit durch das Mundstück geförderten Tabakmenge,
sondern auch in Abhängigkeit von der Tabakbeschaffenheit einstellbar, so daß sich
die jeweils günstigste Pressung des Tabaks im Mundstück und eine gleichbleibend
gute Schnittqualität erreichen läßt.
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Die Erfindung wird nunmehr an Hand der Zeichnung beispielsweise beschrieben.
Es zeigt F i g. 1 und 2 Seitenansichten eines Teiles einer Tabakschneidmaschine
mit zwei verschiedenen, austauschbaren Abschnitten, F i g. 3 die Aufsicht auf eine
Exzenterbuchse in größerem Maßstab und F i g. 4 einen Schnitt entlang der Linie
IV-IV in Fig.1.
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Die F i g. 1 und 2 zeigen eine um eine Achse 4 umlaufende Messerwalze
2 mit Messern, deren Schneidkanten sich auf einer Kreisbahn 6 bewegen, die die Ebene
8 nahezu berührt; die Ebene 8 ist durch die Vorderseite eines Mundstücks definiert,
das eine feste untere Mundstückbacke 10 mit einer Oberseite 12 und eine verschiebbare
obere Mundstückbacke 14 mit einem austauschbaren Abschnitt 15 umfaßt, der eine Bodenfläche
16 mit einer Vorderkante 18 aufweist.
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Der Tabak wird zwischen einer oberen Fördervorrichtung 20 und einer
unteren Fördervorrichtung 22 durch das Mundstück gefördert und durch die umlaufende
Messerwalze 2 in Streifen geschnitten.
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Die obere Mundstückbacke 14 ist mit zwei parallelen Platten
24 verbunden, von denen eine gezeigt ist. Die Platte 24 ist mit dem Hauptrahmen
26 der Maschine durch zwei Parallelogrammlenker 28 und 30 verbunden. Die vorderen
Enden der Lenker 28 und 30 sind in Exzenterbuchsen 32 an dem Hauptrahmen 26 angelenkt,
und die hinteren Enden der Lenker 28 und 30 sind bei 34 mit der Platte 24 gelenkig
verbunden. Die andere Platte 24 ist in gleicher Weise mit der anderen Seite des
Hauptrahmens der Maschine verbunden.
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Die obere Fördervorrichtung 20 läuft um Rollen 36 und 38 sowie
um Spannrollen 40 und 42 herum, und die Rollen 36 und 38 sind zwischen den parallelen
Platten 24 drehbar gelagert. Die Rolle 38 wird durch einen Kettentrieb (nicht gezeigt)
mit einem Kettenrad 39, das in F i g. 4 gezeigt ist, von einem Kettenrad aus angetrieben,
welches relativ zu der Achse der Rolle 38 so angeordnet ist, daß es der Lage der
Exzenterbuchsen 32 relativ zu den Achsen der Lenker 28 und 30 in den Platten 24
entspricht. Die Rolle 38 ist in Exzenterbuchsen 44 gelagert.
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Die obere Mundstückbacke 14, die obere Fördervorrichtung 20, die Rollen
36 und 38 und die parallelen Platten 24 werden durch einen Druckkolben 46 nach unten
gedrückt. Da die in der Zeiteinheit von den Fördervorrichtungen geförderte Tabakmenge
etwas schwankt, bewegt sich infolgedessen die obere Mundstückbacke auf und ab, wobei
sie sich an die sich ändernde Dicke des Tabakstranges anpaßt und gleichzeitig eine
im wesentlichen gleichmäßige Zusammendrückung des Tabaks aufrechterhält. Die Lenker
28 und 30 führen die obere Mundstückbacke 14 derart, daß sich ihre Vorderkante 18
auf einem Kreisbogen 48 von einem Radius bewegt, der etwas größer ist als der Radius
der Kreisbahn 6, wobei die Entfernung zwischen den beiden Drehachsen jedes der beiden
parallelen Glieder 28 und 30 gleich dem Radius des Kreises 48 ist. Für eine bestimmte
Einstellung der Vorderkante 18 gegenüber dem übrigen Teil der oberen Mundstückbacke
14 verläuft die Linie, welche die Achse 4 der Messerwalze 2 mit der Vorderkante
18 verbindet, parallel zu den Linien, welche die Schwenkachsen jedes Lenkers 28
bzw. 30 verbinden.
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Der austauschbare Abschnitt 15 der oberen Mundstückbacke 14 kann durch
einen anderen Abschnitt 15 a, der in F i g. 2 gezeigt ist, ersetzt werden,
wobei dieser Abschnitt 15 a eine Bodenfläche 16 a besitzt, die gegenüber der Oberseite
12 der unteren Mundstückbacke 10 unter einem anderen Neigungswinkel verläuft als
die Bodenfläche 16 des Abschnittes 15. Infolgedessen können in der Maschine unterschiedliche
Tabake mit verschiedenartigen elastischen Eigenschaften verarbeitet werden. Wegen
der unterschiedlichen Neigung hat der auswechselbare Abschnitt 15 a oberhalb seiner
Vorderkante 18 a eine größere Vertikalerstreckung als der Abschnitt 15 oberhalb
seiner Vorderkante 18. F i g. 2 zeigt die Vorderkante 18 a, welche während der Verschiebung
der oberen Mundstückbacke 14 im Mittel näher an der unteren Mundstückbacke
10 liegt als die Vorderkante 18 der in F i g. 1 gezeigten oberen Mundstückbacke
14.
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F i g. 3 zeigt die Exzenterbuchse 32 in einem größeren Maßstab und
F i g. 4 einen Schnitt durch die Anordnung des Lenkers 28. Die Exzenterbuchse 32
hat eine exzentrische Bohrung 50, in welcher der Lenker 28 durch einen Stift 52
schwenkbar gelagert ist. Die Buchse 32 wird durch fünf Bolzen 54, welche durch Löcher
56 in der Buchse hindurchgehen und in den Hauptrahmen 26 eintreten, am Hauptrahmen
26 befestigt.
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Der Grad der Exzentrizität der Bohrung 50 ist bei 58 angedeutet. Die
Exzenterbuchse 32 kann in einer von zwei wahlweisen Lagen mittels der Bolzen 54
am Hauptrahmen 26 befestigt werden, wobei sich die Bohrung 50 in diesen beiden,
wahlweise möglichen Lagen jeweils am oberen bzw. unteren Ende ihres Hubes befindet.
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In der Buchse 32 ist eine Ausnehmung 60 vorgesehen, die das Herstellen
der Exzenterbohrung 50 erleichtert. Um die Buchse 32 vom Hauptrahmen 26 zu lösen
und in eine andere, wahlweise mögliche Ausrichtung zu drehen, werden drei Gewindebohrungen
62 benutzt.
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Alle Exzenterbuchsen 32 und 44 sind in derselben Weise ausgebildet.
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Wenn der in F i g.1 gezeigte, austauschbare Abschnitt 15 durch den
in F i g. 2 gezeigten Abschnitt 15 a ersetzt wird, werden die Exzenterbuchsen
32 alle in ihrer in F i g. 2 gezeigten Ausrichtung am Hauptrahmen befestigt, um
die Linien, welche die beiden Schwenkachsen jedes Lenkers 28 und 30 verbinden, parallel
zu der Linie zu halten, welche die Achse 4 der Messerwalze 2 mit der jeweiligen
Vorderkante 18 oder 18 a der oberen Mundstückbacke 14 verbindet. Gleichzeitig wird
die Exzenterbuchse 44 in ihre wahlweise andere Ausrichtung gebracht, um den Kettentrieb
der Rolle 38 in genauer Ausrichtung zu halten.
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Beim Heben und Senken der oberen Mundstückbacke 14 und der oberen
Fördervorrichtung bewegt sich die Achse der Rolle 38 auf einem Kreisbogen um die
Achse des angetriebenen Kettenrades des Kettentriebes.