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Vorrichtung zum Festlegen des. Fadenendes an Textilspulen Zusatz zur
Anmeldung: R 28018 VII a/76 d -Auslegeschrift 1259 754 Die Erfindung bezieht sich
auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Hauptpatentanmeldung
zum Festlegen des Fadenendes an Textilspulen mit Spitzenreserve mittels eines aus
einem winkelförmigen Rundkörper bestehenden Schlingenbildners.
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Zum Festlegen des Fadenendes an Textilspulen, insbesondere Spinn-
oder Schußspulen, ist in der Hauptpatentanmeldung ein -Verfahren beschrieben, welches
sich dadurch auszeichnet, daß der von der Ablaufspule zur Auflaufspule führende
Faden in eine Schlaufe gelegt, diese über das von der Ablaufspule kommende Fadenstück
hinweg auf die Spulenspitze aufgeschoben, dieses Fadenstück angezogen und von der
Ablaufspule abgetrennt wird. Zur Durchführung dieses Verfahrens beschreibt die Hauptpatentanmeldung
eine Vorrichtung, bei der vor der Spulenspitze ein aus einem winkelförmigen Rundkörper
bestehender Schlingenbildner angeordnet ist, dessen einer Schenkel parallel oder
nahezu parallel zur Spulenachse verläuft und mit einer Ausnehmung zur Aufnahme der
Spulenspitze versehen ist, dessen anderer Schenkel um seine Längsachse rotierbar
und in Achsrichtung derart verschiebbar gelagert ist, daß der eine Schenkel bei
der Rotation den Fadenlauf kreuzt.
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Weiterhin ist eine Vorrichtung zur Überführung der auf dem Schlingenbildner
geformten Schlinge auf die Spulenspitze, eine den Faden nach seiner tÇberführung
auf die Spulenspitze straffende und eine den Faden trennende Vorrichtung vorgesehen.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens nach der Hauptpatentanmeldung zu vereinfachen. Dies
wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß der parallel oder nahezu parallel
zur Spulenachse verlaufende Schenkel des Schlingenbildners zur Spulenachse versetzt
und sowohl um seine Achse als auch um die Spulenachse drehbar gelagert ist und daß
im Fadenlauf vor dem Schlingenbildner eine an sich bekannte, den Faden straffende
Vorrichtung angeordnet ist. Dabei kann der Schlingenbildner ähnlich einem Planetengetriebe
angetrieben und das Übersetzungsverhältnis derart gewählt sein, daß zwei Umdrehungen
um die Spulenachse einer Umdrehung um die eigene Achse entsprechen.
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In den Fig. 1 bis 10 ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles
erläutert.
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F i g. 1 zeigt die in an sich bekannter Weise, beispielsweise innerhalb
einer Spulstelle, gelagerte Auflaufspule 1, an deren Spitze eine Reservewicklung
3 angeordnet ist. Vor der Spulenspitze, jedoch unterhalb der Hülsenspitze la, ist
der Schlingenbildner 11
angeordnet, dessen einer Schenkellla parallel zur Spulenachse
und dessen anderer Schenkel 11 b senkrecht zur Spulenachse liegt. Man erkennt weiterhin
das Antriebsgehäuse 40 der Spulstelle und das Gegenlager 41, welches in dem Endstück
42 befestigt ist. Auf dem Gegenlager 41 sitzt ein Drehkörper 43 mit dem Schlingenbildner
11. Weiterhin erkennt man eine aus dem Endstück 42 herausragende Welle 44, welche
über ein Zahnrad 45 auf das Zahnrad 46 einwirkt. Schließlich ist am Endstück 42
noch der Fanghaken 47 angeordnet. Als an sich bekannte Elemente der Spulstelle erkennt
man die Fadenführungstrommel 48, den Doppelscheibenfadenspanner 49 sowie einen an
sich bekannten Spanndraht 50. Dieser Spanndraht S0 ist beispielsweise unter der
Kraft einer Feder bestrebt, sich im Sinne des Uhrzeigers zu verdrehen und dabei
den Faden straff zu spannen.
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In den F i g. 2 und 3 ist eine Ausführungsform für den Drehkörper
43 mit dem Antrieb für den Schlingenbildner 11 dargestellt. Das Gegenlager 41 besitzt
ein trichterförmiges Aufnahmestück 51 für die Hülsenspitze. Die Spitzenreserve 3
wurde in an sich bekannter Weise dadurch gebildet, daß der Fanghaken 47 den in der
Fadenführungstrommel 48 hin-und hergehenden Faden festhielt und gegen das Anlaufblech
52 zog. Dadurch konnte der Hub der Fadenführungstrommel nicht mehr zur Wirkung kommen,
so daß die Spitzenreserve mit ihren parallelen Wicklungen auf der Hülsenspitze gebildet
wurde. Auf dem Gehäuse des Gegenlagers 4 sitzt der
Drehkörper 43.
In diesem Drehkörper 43 ist der Schlingenbildner 11 drehbar gelagert. Wie in der
Hauptpatentanmeldung, kann auch hier der Schlingenbildner 11 vermittels des Zahnrades
10 in eine Drehung um seine Längsachse versetzt werden. Wie aus Fig. 3 zu ersehen
ist, greift das Zahnrad 10 in ein Ritzel 53 ein. Fest verbunden mit dem Ritzel 53
ist das Zahnrad54, dessen Drehbewegung über das Zwischenrad 55 auf das Ritzel 56
übertragen wird.
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Dieses Ritzel 56 ist wiederum fest mit dem Zahnrad 57 verbunden, welches
in den Zahnkranz 58 eingreift.
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Der Zahnkranz 58 ist mit dem Mantel des Gegenlagers 41 fest verbunden.
Die Zahnräder 53, 54, 55, 56 und 57 sitzen jeweils auf Zapfen, die mit dem Drehkörper
43 fest verbunden sind. Ebenfalls mit dem Drehkörper 43 ist die Haube 59 verbunden,
welche das Getriebe abdeckt. Auf der Nabe dieser Abdeckhaube 59 sitzt das Zahnrad
46, in welches das Zahnrad 45 eingreift. Wie bereits erwähnt, wird dieses Zahnrad
45 über die Welle 44 angetrieben.
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Nach dem die Spule bespult ist und die Spitzenreserve gebildet wurde,
bleibt die Spindel stehen.
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Wenn die Spindel stillsteht, wird durch einen eigenen Antrieb die
Welle 44 in Drehung versetzt und dadurch der Drehkörper 43 angetrieben. Mit dem
Drehkörper 43 rotiert der Schlingenbildner 11 um die Hülsenspitze la. Zugleich wird
aber dem Schlingenbildner 11 über das Getriebe mit den Zahnrädern 10, 53, 54, 55,
56, 57 und 58 eine zusätzliche Drehbewegung um seine zur Spulenachse parallele Längsachse
erteilt. Dabei sind die Zahnräder des Getriebes so abgestuft, daß auf zwei Umdrehungen
des Drehkörpers 43 eine Umdrehung des Schlingenbildners 11 um seine eigene Achse
erfolgt. Nach zwei Umdrehungen des Drehkörpers 43 ist die Schlaufe gebildet.
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Wenn die Schlaufe von dem Schlingenbildner abgleitet, kommt das Fadenende
unter die Schlaufe zu liegen, und der Faden wird angezogen, so daß er von dieser
letzten Windung der Spule festgeklemmt wird.
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Anschließend wird der Faden in an sich bekannter Weise von der Ablaufspule
abgetrennt.
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Die Fig. 4 bis 10 zeigen schematisch das Bilden der Schlaufe und
die Art, wie das Fadenende unter die Schlaufe zu liegen kommt. Die F i g. 4 bis
8 sind jeweils ein Schnitt längs der Linie IV-IV der F i g. 9.
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Man erkennt wiederum den auf die Hülsenspitze la aufgewickelten Faden
F, den Drehkörper 43 und den auf ihm befindlichen Schlingenbildner 11 sowie den
annähernd senkrecht zur Spulen achse angeordneten Schenkel 11 b. Während sich der
Drehkörper 43 im Sinne des Pfeiles A dreht, bewegt sich der Schlingenbildner 11
im Sinne des Pfeiles um seine eigene Achse. In F i g. 4 ist die Ausgangsstellung
des Drehkörpers 43 und des Schlingenbildners 11 dargestellt.
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In F i g. 5 hat der Drehkörper eine Drehung um 900 gemacht und der
Schlingenbildner sich um 450 um seine eigene Achse gedreht. Der Schlingenbildner
fängt infolgedessen den Faden, der von der Spitzenreserve zum Fanghaken 47 führt.
In F i g. 6 hat sich der Drehkörper um 2700 gedreht. Man erkennt hier die Bildung
der Schlaufe durch den Schlingenbildner.
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In F i g. 7 hat der Drehkörper bereits 900 der zweiten Drehung gemacht.
Er nimmt also die gleiche Stellung wie bei Fig. 5 ein, jedoch hat sich der Schlingenbildner
durch diese Drehung gegenüber der Lage von Fig.5 um 1800 gedreht. Dadurch kann der
Faden, der von der Spitzenreserve zur Ablaufspule läuft, jetzt vor dem Schlingenbildner
vorbeigleiten.
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In F i g. 8 hat der Drehkörper eine Drehung von 2700 der zweiten
Umdrehung ausgeführt. Der Schlingenbildner hat sich in dieser Stellung so gedreht,
daß sein freier Schenkelllb genau auf die Spulenspitze 1 a zeigt. Durch die konische
Form des Schlingenbildners gleitet jetzt die Schlaufe von ihm ab und legt sich über
das Fadenende. Da der Faden bei diesem ganzen Vorgang durch den Spanndraht 50 unter
einer gewissen Spannung steht, zieht sich die Schlaufe zu.
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Dieser Vorgang ist an Hand der Fig. 9 nochmals dargestellt, wo man
deutlich erkennt, wie der Faden an dem konischen Schenkel des Schlingenbildners
entlanggleitet. Die zugezogene Schlaufe zeigt in vergrößerter Darstellung die Fig.
10, welche erkennen läßt, daß die Schlaufe das Fadenende etwa in einem Bereich von
annähernd 1800 überdeckt. Infolgedessen wird die Schlaufe durch das Zuziehen auch
nicht über das Fadenende hinweggezogen. Durch das Festziehen der Schlaufe wird das
Fadenende ausreichend festgehalten. Ein charakteristisches Merkmal der vorliegenden
Fadenfestlegung an der Spulenspitze besteht darin, daß das unter der letzten Windung
der Spule, also unter der Schlaufe liegende Fadenende zwischen Spulenspitze und
Spitzenreserve freiliegt. Nur wenn das Fadenende in Richtung des bewickelten Spulenkörpers
gezogen wird, kann es unter der Schlaufe herausgezogen werden.
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Da das Fadenende nach dem Festziehen der Schlaufe aber kurz abgeschnitten
wird, besteht keine Gefahr, daß es unter der Schlaufe herausgezogen wird. Nach dem
Abgleiten der Schlaufe von dem Schlingenbildner macht der Drehkörper noch eine weitere
Drehung um 900 und bleibt dann stehen, so daß die Anfangslage der F i g. 4 wieder
erreicht ist. Für die Bildung der Schlaufe und das Überstülpen der Schlaufe über
das Fadenende macht der Drehkörper also zwei Umdrehungen, während der Schlingenbildner
dabei nur eine Umdrehung um seine Achse durchführt, wobei die Drehrichtung des Schlingenbildners
entgegengesetzt zur Drehrichtung des Drehkörpers ist. Das richtige Verhältnis von
Drehzahlen und Drehrichtung wird auf die bereits oben beschriebene Weise durch ein
Getriebe erreicht.
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Die Erfindung ist grundsätzlich auf verschiedene Arten durchführbar.
So ist es beispielsweise möglich, das Verhältnis der Drehrichtung und der Drehzahlen
zwischen dem Drehkörper 43 und dem Schlingenbildner 11 durch ein anderes als das
dargestellte Getriebe, etwa mit Hilfe eines Malteserkreuzgetriebes, durchzuführen.
Statt das Fadenende, wie beschrieben, bereits in der Spulstellung an der Spulenspitze
festzulegen, ist es auch möglich, das Fadenende in einem späteren Stadium festzulegen,
beispielsweise wenn die Spule aus der Spulstellung heraus und in eine Ablageeinrichtung
geschoben ist. Dabei könnte die Längsbewegung gleichzeitig in eine Drehbewegung
verwandelt werden, die ihrerseits den Drehkörper antreibt.