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Bandförderer Die Erfindung geht aus von einem Bandförderer, bestehend
aus zwei mit Abstand parallel zueinander angeordneten Antriebs- und Führungsketten
sowie zwischen diesen mit konstanter Teilung quer zur Bandlängsrichtung angeordneten,
langgestreckten Tragelementen. Derartige Bandförderer werden dort eingesetzt, wo
es auf freie Zugänglichkeit des mit dem Band geförderten Gutes für ein Behandlungsmittel
od. dgl. ankommt, z. B. bei der Behandlung von Kunststoffkörpern mit Wärme, Dampf
oder Flüssigkeiten.
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Bei derartigen Bandförderern bestehen die Tragelemente aus biegesteifen
Stäben. Solche Stäbe, welche durch ihre eigene Biegefestigkeit die Tragfähigkeit
der Bandfläche bestimmen, haben notwendigerweise einen vergleichsweise großen Durchmesser.
Hierdurch wird eine Abdeckung des geförderten bzw. zu behandelnden Gutes in einem
nicht unbeträchtlichen Anteil der gesamten Bandfläche verursacht, die insbesondere
bei der Wärme- oder Flüssigkeitsbehandlung von Kunststoffgegenständen od. dgl.,
wobei es auf möglichst gleichmäßige Einwirkung ankommt, störend in Erscheinung tritt.
Eine Verminderung des Durchmessers dieser Stäbe ist durch die erforderliche Tragfähigkeit
der Bandfläche beschränkt, so daß bei diesen bekannten Bandförderern für das genannte
Problem mit einfachen konstruktiven Maßnahmen keine Abhilfe zu schaffen ist.
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Entsprechendes gilt auch für eine andere bekannte Ausführung eines
Bandförderers, wobei die Bandfläche ebenfalls durch biegesteife, beiderseits einer
Zentralkette angeordnete Stäbe gebildet ist. Bei Ausnutzung der gesamten Bandbreite,
die auch im Hinblick auf eine symmetrische Belastung des Bandes anzustreben ist,
tritt hier zu der Abdeckung durch die Drahtelemente selbst noch diejenige infolge
der ebenfalls im Bereich des Fördergutes befindlichen Zentralkette.
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Weiterhin sind noch Bandförderer mit einer durch ein Drahtgewebe
oder ein Drahtgeflecht gebildeten Bandfläche bekannt. Diese bekannten Ausführungen
von Bandförderern erlauben zwar eine Erhöhung der Tragfähigkeit der Bandfläche unabhängig
von der Biegefestigkeit der Tragelemente, nämlich durch Spannung der aus Drahtgewebe
oder Drahtgeflecht bestehenden Bandfläche quer zur Bandlängsrichtung, demgegenüber
ist jedoch der Durchlässigkeitsgrad eines solchen Gewebes oder Geflechtes infolge
der Vielzahl von unmittelbaren Verbindungselementen zwischen den in Bandquerrichtung
verlaufenden Tragelementen vergleichsweise gering. Außerdem sind solche Drahtgewebe
oder Drahtgeflechte vergleichsweise empfindlich gegen Wechselbiegebeanspruchung
mit starker Krümmung, woraus sich die Notwendigkeit großer Umlenkradien bzw. einer
vergleichsweise geringen Bandgeschwindigkeit ergibt.
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Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Bandförderers, der
sich durch einen hohen Durchlässigkeitsgrad der Bandfläche bei ebensolcher Tragfähigkeit
und großer Lebensdauer auszeichnet. Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe kennzeichnet
sich bei einem Bandförderer der eingangs genannten Art dadurch, daß die Tragelemente
aus zwischen den Führungs- und Antriebsketten unter Zugspannung stehenden flexiblen
Drähten bestehen. Bei Verwendung extrem dünner, hochfester Drähte kann eine sehr
geringe Abdeckung des Fördergutes erzielt werden, wobei trotzdem bei entsprechender
Spannung in Bandquerrichtung ausreichende Tragfähigkeit besteht.
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Eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Bandförderers kennzeichnet
sich dadurch, daß die auf beiden Seiten des Bandes angeordneten Führungs- und Antriebsketten
zur Regulierung der Drahtspannung
in ihrem gegenseitigen Abstand
in Bandquerrichtung verstellbar ausgebildet sind. Auf diese Weise läßt sich der
Bandförderer unterschiedlichen Belastungen wie auch etwa wechselnden Wärmedehnungen
anpassen.
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Diese Ausführung eignet sich daher besonders als Fördermittel für
in Durchlauföfen od. dgl. zu behandelnden Gegenständen. Dabei wird der Bandförderer
z. B. derart ausgeführt, daß für die Verstellung des gegenseitigen Abstandes der
Führungs- und Antriebsketten eine hydraulische oder pneumatische Einstellvorrichtung
vorgesehen ist.
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Eine andere Ausführung des erfindungsgemäßen Bandförderers kennzeichnet
sich dadurch, daß zur Verbindung zwischen den Drähten und den Führungs- und Antriebsketten
zur Bandfläche senkrecht gekröpft ausgebildete Halterungselemente vorgesehen sind.
Diese Ausführung bietet den Vorteil, daß der Abstand der Bandfläche von den Führungs-
und Antriebsketten in konstruktiv einfacher Weise dem jeweiligen Anwendungsfall
angepaßt werden kann. Dies ist von besonderer Bedeutung bei Anlagen, die zwei endlos
umlaufende, mit den Bandflächen je eines Trums zueinander mit Abstand parallel beiderseits
einer Durchlaufbahn für zu behandelndes Material angeordnete Förderbänder aufweisen.
Hierbei werden die Halterungselemente zwischen den Drähten und den Führungs- und
Antriebsorganen in Richtung zu der Durchlaufbahn abgekröpft ausgebildet, wodurch
sich in einfacher konstruktiver Weise die Möglichkeit zur Einstellung eines geringen
Abstandes der einander gegenüberliegenden Bandflächen auch bei größeren Querschnittabmessungen
der Führungs- und Antriebsketten ergibt.
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Die Erfindung wird an Hand des in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Hierin zeigt F i g. 1 eine schematische Seitenansicht einer Förderanlage
mit zwei Bandförderern, F i g. 2 einen Querschnitt der Anlage gemäß Linie II-II
in F i g. 1 und F i g. 3 einen Ausschnitt des Bandförderers in perspektivischer
Ansicht.
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Wie sich aus F i g. 1 ergibt, besteht die Förderanlage 11 aus zwei
übereinstimmend aufgebauten, endlos umlaufenden Bandförderern 11 a, die mit Abstand
parallel übereinander angeordnet sind. Zwischen den einander zugewandten Trumen
der beiden Bandförderern, d. h. zwischen dem oberen Trum des unteren und dem unteren
Trum des oberen Band förderers, ist eine Durchlaufbahn 12 von bestimmter Höhe gebildet.
Innerhalb der beiden Bandförderer, d. h. zwischen dem oberen und unteren Trum, ist
eine Saugkammer 13 angeordnet, durch welche das die Durchlaufbahn 12 passierende
Material 14 mit Heißluft oder einem anderen Behandlungsmittel beaufschlagt wird.
Die Bandförderer selbst sind dabei in noch näher zu erläuternder Weise durchbrochen
ausgebildet.
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Jeder der Bandfördererlla weist zwei parallele Ketten 15 auf, die
über Kettenräder 16 laufen und von diesen angetrieben werden. Zwischen den Ketten
15 sind Drähte 17 quer zur Bandlaufrichtung und zueinander parallel aufgespannt
(siehe F i g. 3). Gemäß F i g. 2 laufen die Ketten 15 in Führungen 18 a und 18 b
an beiden Längsseiten der Anlage. Die Führung 18 a ist gestellfest, die Führung
18 b dagegen in Bandquerrichtung verstellbar angeordnet. Dadurch kann die Spannung
der Drähte 17 eingestellt bzw.
eine Längenänderung infolge von Temperaturschwankungen
ausgeglichen werden. Die Einstellung der Führung 18 b wird z. B. über einen Kolben
19 mittels einer nicht dargestellten hydraulischen oder pneumatischen Einstellvorrichtung,
gegebenenfalls auch mittels einer Federeinrichtung durchgeführt. Die Kettenräder
16 an je einem Ende der Förderbänder sitzen auf einer gemeinsamen Welle, wodurch
der Gleichlauf der parallelen Ketten gesichert ist.
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Gemäß Fig. 3 trägt jedes Kettenglied 15 a Ansätze20a bzw. 20b, die
sich in Bandquerrichtung nach innen erstrecken und als Befestigung für die Drähte
17 ausgebildet sind. Die Ansätze 20 a, 20 b sind gemäß F i g. 2 gekröpft oder gemäß
F i g. 3 gerade ausgebildet, wobei die erstgenannte Ausführung einen geringeren
Abstand der zusammenwirkenden Trume beider Bandförderer ermöglicht. Die Notwendigkeit
derartiger Ansätze hängt von dem erforderlichen Abstand der zusammenwirkenden Bandtrume
ab. In Längsrichtung einer Kette sind die Ansätze derart angeordnet und ausgebildet,
daß sich eine kontinuierliche Bandfläche mit im gleichen Abstand der einzelnen Drähte
ergibt. Bei der dargestellten Ausführungsform sind die Ansätze 20 a rechteckig,
die Ansätze 20 b dagegen nach innen schwalbenschwanzförmig in Bandlängsrichtung
verbreitert ausgebildet. Auf diese Weise lassen sich die Gelenkbolzen 15 b überbrücken,
wobei die Teilung der Drähte 17 in Bandlängsrichtung einen konstanten Wert aufweist.
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Die Förderanlage nach F i g. 1 ist ferner mit einer nicht dargestellten
Einstellvorrichtung für den senkrechten Abstand der beiden Bandförderer versehen.
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Bei der Förderung und Halterung von schwammartigem Material, das
in seiner Dicke auf einen vergleichsweise genauen Wert gehalten werden soll, sind
die beiden Bandförderer 11 a beim Durchlauf des Materials 14 auf entsprechenden
Abstand einzustellen. Durch den festen Bandabstand wird dann die gewünschte Abmessung
aufrechterhalten, während Heißluft oder ein anderes Behandlungsmittel über die durchbrochene
Bandfläche auf das Material einwirken kann. Durch die feingliedrige Struktur der
Bandfläche wird dabei eine gleichmäßige Temperaturverteilung erreicht.