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DE1268760B - Verfahren zur Herstellung von UEberzuegen auf Metalloberflaechen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von UEberzuegen auf Metalloberflaechen

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Publication number
DE1268760B
DE1268760B DEP1268A DE1268760A DE1268760B DE 1268760 B DE1268760 B DE 1268760B DE P1268 A DEP1268 A DE P1268A DE 1268760 A DE1268760 A DE 1268760A DE 1268760 B DE1268760 B DE 1268760B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
coatings
coating
metal
alkali
mixtures
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEP1268A
Other languages
English (en)
Inventor
Charles Godfrey Abba
Walter Michael Mcmahon
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
American Pipe and Construction Co
Original Assignee
American Pipe and Construction Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by American Pipe and Construction Co filed Critical American Pipe and Construction Co
Publication of DE1268760B publication Critical patent/DE1268760B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09DCOATING COMPOSITIONS, e.g. PAINTS, VARNISHES OR LACQUERS; FILLING PASTES; CHEMICAL PAINT OR INK REMOVERS; INKS; CORRECTING FLUIDS; WOODSTAINS; PASTES OR SOLIDS FOR COLOURING OR PRINTING; USE OF MATERIALS THEREFOR
    • C09D1/00Coating compositions, e.g. paints, varnishes or lacquers, based on inorganic substances
    • C09D1/02Coating compositions, e.g. paints, varnishes or lacquers, based on inorganic substances alkali metal silicates
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B28/00Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements
    • C04B28/24Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing inorganic binders or the reaction product of an inorganic and an organic binder, e.g. polycarboxylate cements containing alkyl, ammonium or metal silicates; containing silica sols
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B2103/00Function or property of ingredients for mortars, concrete or artificial stone
    • C04B2103/54Pigments; Dyes
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B2111/00Mortars, concrete or artificial stone or mixtures to prepare them, characterised by specific function, property or use
    • C04B2111/00474Uses not provided for elsewhere in C04B2111/00
    • C04B2111/00482Coating or impregnation materials

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von überzügen auf Metalloberflächen Die Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von selbsthärtenden Überzügen auf Metallflächen durch Auftragen von wäßrigen Alkalisilikatlösungen mit einem Gehalt an feinteiligem metallischem Zink, Blei oder Aluminium.
  • Zur Herstellung von Überzügen auf Metallflächen sind bereits seit langem Überzugsmischungen in Form von Zinkstaubdispersionen in wäßrigen Alkalisilikatlösungen bekannt. Da das Zink in diesen Mischungen durch das Alkalisilikat rasch angegriffen wird, müssen derartige Mischungen innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne nach ihrer Herstellung verbraucht werden. Man hat derartigen Überzugsmischungen daher zur Verlängerung der Gebrauchsdauer verschiedene Stabilisierungsstoffe zugesetzt, welche die Reaktion zwischen dem Zink und dem Alkalisilikat verzögern. So werden in der britischen Patentschrift 643 512 Überzugsmischungen für Metallflächen in Form einer Dispersion von Zinkstaub, Blei- oder Aluminiumpulver in einer wäßrigen Alkalisilikatlösung mit einem Verhältnis Alkalioxid zu Si02 zwischen 1:2,3 und 1:3 vorgeschlagen, welche zur Verlängerung der Gebrauchsdauer rotes Bleioxid oder Bleichromat enthalten. Aus der britischen Patentschrift 653 587 sind ferner zur Herstellung von Überzügen auf Metallflächen Überzugsmischungen aus Zinkstaub und Alkalisilikat bekannt, welche als die Reaktion zwischen dem Zink und dem Alkalisilikat verzögernden Zusatz Wasserstoffperoxid, Bleiperoxid, Bariumperoxid, Natriumperborat, Kaliumchlorat, Kaliumperjodat, Mangandioxid oder Natriumpersulfat enthalten. In der USA.-Patentschrift 2 576 307 werden für den gleichen Zweck Dispersionen von mit Ammoniumsulfid oder Ammoniumcarbonat vorbehandeltem Zinkstaub in wäßrigen Alkalisilikatlösungen vorgeschlagen. Diese vorbekannten Überzugsmischungen bleiben zwar nach ihrer Herstellung längere Zeit gebrauchsfähig, erfordern dafür jedoch eine längere oder stärkere Erhitzung, um die Aushärtung zu bewirken.
  • Aus der USA.-Patentschrift 2 440 969 ist ferner ein Verfahren zur Herstellung von harten Schutzüberzügen auf Metallflächen bekannt, bei welchem man auf diese eine Mischung von metallischem Zinkstaub und feinteiligem Bleioxid in einer mit Natriumbicarbonat versetzten wäßrigen Alkalisilikatlösung aufbringt. Die Mischung soll ferner vorzugsweise noch Borax enthalten. In der USA.-Patentschrift 2 807 552 wird schließlich ein Verfahren zur Herstellung eines silikatischen Anstrichbindemittels vorgeschlagen, bei welchem man eine wäßrige Alkalisilikatlösung unter Einhaltung eines pH-Wertes unter 3 in starke Mineralsäure einbringt und das erhaltene saure Kieselsäuresol in eine auf einem pH-Wert über 9 gehaltene Alkalisilikatlösung einträgt. Die auf diese Weise erhaltenen Bindemittel, zu deren Herstellung auch Lithiumsilikatlösung verwendet werden kann, dienen jedoch nicht zur Herstellung von Metallpulver enthaltenden Korrosionsschutzmischungen. Sie sind darüber hinaus als solche stabil, können beliebig lange gelagert werden und liefern erst nach Zumischen von Härtungsmitteln und längerem Erhitzen ausgehärtete Überzüge.
  • Ein weiterer Nachteil der bekannten Überzugsmischungen liegt in ihrer unzureichenden Verträglichkeit gegenüber einzumischenden anorganischen Pigmenten.
  • Es wurde nun gefunden, daß man diese Nachteile vermeiden und zu selbsthärtenden, Metallstaub enthaltenden Überzugsmischungen gelangen kann, wenn man das Metallpulver in einer Lithiumsilikatlösung mit bestimmtem Verhältnis von Li20: Si02 dispergiert.
  • Dementsprechend wird erfindungsgemäß ein Verfahren zur Herstellung von Überzügen auf Metalloberflächen durch Auftragen von wäßrigen, selbsthärtenden, Metallstaub enthaltenden Alkalisilikaten vorgeschlagen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß in Wasser dispergierte Gemische von feinverteiltem metallischem Zinkstaub, Bleipulver oder schuppenförmigem Aluminiumpulver mit einem aus Lithiumhydroxyd und alkalistabilisierter kolloidaler Kieselsäure in einem Verhältnis von 1:40 bis 1:2,5 (berechnet als Li2O : Si02 auf Trockenbasis) bestehenden Bindemittel verwendet werden.
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die Überzugsmischungen Metallpulver, welche eine Mischung von Anteilen unterschiedlicher, jedoch unterhalb von 15 #t liegender Teilchengröße darstellen. Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden Überzugsmischungen mit Zusätzen an anorganischen nichtmetallischen Pigmenten, Streckmitteln und/oder inerten Füllstoffen verwendet.
  • Die erfindungsgemäß hergestellten Überzüge sind den aus ähnlichen, jedoch kein Lithiumhydroxyd enthaltenden Mischungen hergestellten Überzügen in wesentlichen Punkten überlegen, besitzen eine verbesserte Haftung an der Metallunterlage, verbesserte Verträglichkeit mit festen Pigmenten und anderen Bestandteilen und gestatten die Herstellung von erheblich dünneren Überzügen (bis herab zu etwa 75 #t), welche die zu schützende Metallfläche vollständig bedecken. Die erfindungsgemäß erhaltenen Überzüge besitzen ferner eine überraschend verbesserte Biegsamkeit in dünner Schicht, gesteigerte Härte und verbesserte Selbsthärteigenschaften, die offenbar auf einer chemischen Wechselwirkung zwischen dem Lithiumhydroxyd, dem feinteiligen Metallpigment und der Kieselsäure beruhen. Zur Erzielung dieser überlegenen Eigenschaften müssen jedoch die vorstehend angegebenen molaren Mengenverhältnisse der Bestandteile eingehalten werden.
  • Überzugsmischungen mit einem molaren Li20 : SiO2-Verhältnis unter 1:40, beispielsweise 1:100, liefern Überzüge, die in ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften, ihrer Haftung, ihrer Biegsamkeit sowie ihren Verarbeitungs- und Selbsthärteigenschaften nicht die bei Einhaltung der erfindungsgemäßen Mengenverhältnisse erzielten Werte aufweisen und mit von Lithiumhydroxyd freien Produkten vergleichbar sind. Derartige von wirksamen Mengen Lithiumhydroxyd im wesentlichen freie Überzugsmischungen können in verschiedener Hinsicht durchaus zufriedenstellend sein, zeigen jedoch nicht die verbesserten physikalischen und chemischen Eigenschaften, insbesondere die Selbsthärteigenschaften der erfindungsgemäßen Produkte. Anscheinend tritt bei Anwesenheit von Lithiumhydroxyd durch Wechselwirkung mit dem feinteiligen Metallpigment eine synergistische Verbesserung der Selbsthärteigenschaften und der Widerstandsfähigkeit des gesamten Überzuges ein.
  • Bei einem molaren Li2O: Si02-Verhältnis oberhalb von 1:2,5, beispielsweise 1:2, neigen die Überzugsmischungen infolge ihrer Alkalität zur Instabilität unter Bildung von schwerlöslichem Lithiumdisilikat. Derartige Produkte zeigen beim Stehen Ausfällungs-und Gelierungserscheinungen und sind zur Anwendung unbrauchbar. Bei einem noch höheren molaren Li2O: SiO2-Verhältnis von 1:1 wird Lithiummetasilikat gebildet, welches ebenfalls zum Ausfallen neigt und die Anwendbarkeit der Überzugsmischung beeinträchtigt.
  • Innerhalb des erfindungsgemäß vorgeschriebenen Bereiches für das molare Li20: Si02-Verhältnis zwischen 1:40 und 1:2,5 kann dieses Molverhältnis je nach Art des verwendeten Metallpigmentes so eingestellt werden, daß eine besonders günstige Haftung, Biegsamkeit, Selbsthärtung und Verarbeitbarkeit erzielt wird. Für Zinkstaub enthaltende Überzugsmischungen liegt das molare LizO: Si02-Verhältnis vorzugsweise zwischen 1,20 und 1:3.
  • Obgleich kolloidales Lithiumsilikat wegen seiner geringen Löslichkeit in neutraler wäßriger Lösung an sich als Bindemittel ungeeignet ist, hydrolysiert es langsam unter Bildung von Lithiumhydroxyd und Kieselsäure. Durch geeignete Einstellung der Alkalität, beispielsweise mittels NaOH, kann jedoch aus dem Lithiumhydroxyd und alkalistabilisierter kolloidaler Kieselsäure Lithiumsilikat in einer als Bindemittel für die Überzugsmischung brauchbaren Form erhalten werden.
  • Zur Herstellung der erfindungsgemäß verwendeten Überzugsmischungen kann man daher in ein kolloidales Kieselsäuresol in Gegenwart von stabilisierend wirkendem Alkali, vorzugsweise Natrium- oder Kaliumhydroxyd, geringe Mengen Lithiumhydroxyd einmischen und so eine kolloidale Bindemittelmisehung erhalten, welche in Kombination mit dem feinteiligen Metallpigment verbesserte Korrosionsschutzüberzüge liefert. Nach einer Ausführungsform vermischt man eine wäßrige Lithiumhydroxydlösung mit einem kolloidalen Kieselsäuresol in Wasser bei einem Feststoff gehalt von etwa 20 bis 50 % unter Einhaltung eines in dem vorstehend erwähnten Bereich liegenden molaren Li20: Si02-Verhältnisses zu einem alkalischen wäßrigen Bindemittel und mischt in dieses das feinteilige Metallpigment ein. Nach einer anderen Ausführungsform geht man von einer kolloidalen wäßrigen Lithiumsilikatlösung mit einem molaren Li20: SiO2-Verhältnis von mindestens 1:2,5 aus, stellt erforderlichenfalls das molare Li20 : Si02-Verhältnis durch Zugabe von alkalistabilisierter kolloidaler Kieselsäure ein und vermischt das erhaltene stabile kolloidale Bindemittel mit dem Metallpigment.
  • Als Metallpigment wird erfindungsgemäß Zinkstaub, Bleipulver oder schuppenförmiges Aluminiumpulver verwendet, wobei die Teilchengröße des Pigments zweckmäßig unter 15 #t beträgt. Bei Verwendung eines Metallpigmentes mit einem überwiegenden Anteil von 60 bis 95 Gewichtsprozent feiner Teilchen, beispielsweise Zinkstaub mit einer gleichmäßigen Teilchengröße zwischen 4 und 6 V,, und einem geringeren Anteil von 10 bis 40 Gewichtsprozent relativ gröberer Metallteilchen mit einer Teilchengröße von etwa 10 bis 14 p, werden Überzüge mit verbesserter Biegsamkeit erhalten. Diese Pigmentmischung mit unterschiedlicher Teilchengröße ist sowohl für dünne als auch für dicke Überzüge (z. B. 50 bis 75 #t) geeignet. Zur Erzeugung sehr dünner Überzüge mit einer Schichtdicke von etwa 12 bis 25 #t kann zweckmäßig ein Metallpigment, beispielsweise Zink, verwendet werden, welches 50 Gewichtsprozent Teilchen mit einer Teilchengröße von 1 bis 3 #t und 50 Gewichtsprozent gröberer Teilchen mit einer Teilchengröße von 8 bis 12 #t enthält. Bei Pigmenten, welche mehr als 20 bis 25 Gewichtsprozent Teilchen mit einer Teilchengröße oberhalb von 20 p. enthalten, zeigen die erhaltenen Überzüge eine Neigung, beim Trocknen zu reißen. -Metallpigmente, beispielsweise Zinkstaub, mit sehr enger Teilchengrößenverteilung, beispielsweise mehr als 95 Gewichtsprozent Teilchen mit einer Teilchengröße zwischen 2 und 3 p,, ergeben Überzüge, die hinsichtlich ihrer Biegsamkeit, Haftung und Aushärtung nicht völlig zufriedenstellen. Das Metallpigment soll daher zweckmäßig merkliche Mengen an größeren Teilchen mit einer Teilchengröße zwischen 6 und 12 #t enthalten und im übrigen aus kleineren Teilchen mit einer Teilchengröße zwischen 1 und 4 #t bestehen.
  • Je nach dem spezifischen Gewicht und den hydrophilen oder hydrophoben Oberflächeneigenschaften des Metallpigmentes kann das Gewichtsverhältnis Metallpigment zu Bindemittel, bezogen auf Trockenbasis, zwischen 1 und 25:1 liegen. Bei der zum Korrosionsschutz von Metallen, insbesondere Eisenmetallen, bevorzugten Verwendung von Zinkstaub, welcher ein Pigment mit mittlerem spezifischem Gewicht darstellt, beträgt das Gewichtsverhältnis Zinkstaub zu Bindemittel, bezogen auf Trockenbasis, vorzugsweise etwa 8 bis 20:1. Bei einem Gewichtsverhältnis Zinkstaub zu Bindemittel von über 20:1 werden »staubige< Überzüge mit freiem Zinkstaub an der Oberfläche erhalten, welche eine geringere Haftung und Biegsamkeit und eine höhere Porosität zeigen. Bei einem Gewichtsverhältnis Zinkstaub zu Bindemittel von unter 8:1 neigen die erhaltenen Überzüge zur Fleckenbildung, welche Bereiche mit unzureichender Metallpigmentierung anzeigen.
  • Bei Verwendung von Bleistaub, einem Pigment mit höherem spezifischen Gewicht, kann das Gewichtsverhältnis Bleistaub zu Bindemittel bis zu 25:1 betragen. Leichtmetallpigmente, wie Aluminiumpulver, schuppenförmiges Aluminiumpulver, Magnesiumpulver oder schuppenförmiges Magnesiumpulver, können in einem Gewichtsverhältnis Metallpigment zu Bindemittel, bezogen auf das Trockengewicht, bis herab zu 1:2, bei schuppenförmigem Aluminium- oder Magnesiumpulver infolge deren ausgezeichneter Deckkraft bis zu etwa 1:3 eingesetzt werden. Für die meisten Beschichtungszwecke wird ein Gewichtsverhältnis von Aluminium- oder Magnesiumpulver zu Bindemittel zwischen 1:1 und 1:2 bevorzugt.
  • Mit dem Metallpigment können je nach den Anforderungen auch weitere feinteilige, unlösliche anorganische Zusatzstoffe als Pigmente, Streckmittel oder zusätzliche Korrosionsschutzmittel eingemischt werden. Geeignete anorganische Streckmittel sind Bleimennige, Bleidioxid, Bleichromat, Zinkoxid, Zinkchromat, Eisenoxid und Aluminiumoxid. Geeignete, üblicherweise erhältliche Pigmente sind beispielsweise Eisenoxid, Titandioxid, Lithopone, Zinksulfid, Asbestin, Ruß, Ultramarinblau, Hansagelb, Siena, gebrannte Umbra, Chinaton, Barytweiß, Chromoxid und Chromgelb. Die Biegsamkeit verbessernde Zusatzstoffe sind Glimmer, Bentonit und abgeblätterter Vermiculit. Die genannten Streckmittel und Pigmente besitzen gewöhnlich ein im Vergleich zum Zinkstaubpigment niedrigeres spezifisches Gewicht und werden gewöhnlich in einem Gewichtsverhältnis Zusatzstoff' zu Bindemittel, bezogen auf Trockenbasis, von etwa 2 bis 5:1 eingesetzt. Die schwereren Pigmente werden dabei in dem oberen Teil dieses Bereiches entsprechenden Mengen verwendet.
  • Ein Vorteil der erfindungsgemäß verwendeten, Lithiumhydroxyd und kolloidale Kieselsäure enthaltenden Bindemittel liegt in der größeren Verträglichkeit für zahlreiche anorganische Pigmente der vorstehend erwähnten Art, die unterschiedliche, im sauren oder alkalischen pH-Bereich liegende Eigenacidität bzw. -alkalität aufweisen und vielfach mit anderen Bindemitteln wegen ihrer Reaktivität nicht verwendet werden können. Erfindungsgemäß können demgegenüber mit Ausnahme der am stärksten sauren Pigmente alle Pigmente ohne wesentliche Beeinträchtigung des gewünschten kathodischen Schutzes eingesetzt werden. Inerte Füllstoffe können innerhalb weiter Mengenbereiche, vorzugsweise bis zu etwa 15 Gewichtsprozent, bezogen auf das Metallpigment, zugegeben werden. Derartige Mengen führen nicht zu einer Beeinträchtigung der Korrosionsschutzwirkung des Überzuges und tragen zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bei.
  • Die Zusammensetzung der Überzugsmischung kann zur Erzielung jeder gewünschten Farbe in weiten Grenzen variiert werden. Selbst bei Verwendung geringerer Mengen Metallpigment können zusätzliche metallische Hilfsstoffe als Streckmittel und Korrosionsschutzzusatz zugegeben werden, um die Unkosten zu senken. Durch Verwendung billigerer Pigmente und Streckmittel kann bei bestimmten Farben die Wirtschaftlichkeit ohne Opfer hinsichtlich der Selbsthärteigenschaften und der hervorragenden physikalischen und chemischen Eigenschaften des Films verbessert werden.
  • Bei Einhaltung der genannten Mengenverhältnisse von Metallpigment oder der Mischung aus Metallpigment und zusätzlicher Metallverbindung zum kolloidalen Bindemittel werden selbst bei einer sehr dünnen, schnell bis zur Wasserunlöslichkeit aushärtenden Einzel- oder Grundierbeschichtung ausgezeichnete Zähigkeit und Biegsamkeit, hohe Härte und vollständige Kontinuität erzielt. In gewissen Fällen kann die Härte der erfindungsgemäß erhaltenen Überzüge durch Wahl geeigneter, harter Pigmente und Streckmittel erhöht werden. Die bei den herkömmlichen Alkalisilikatüberzügen beobachtete Ungleichmäßigkeit der Schichthärte tritt bei den erfindungsgemäßen Überzügen nicht auf.
  • Eine hervorragende Eigenschaft der erfindungsgemäß verwendeten Überzugsmischungen besteht in ihrer raschen Selbsthärtung, welche die Verwendung von Aushärtzusätzen und Nachbehandlungen unnötig macht. Die erfindungsgemäß verwendeten Überzugsmischungen ergeben beliebig gefärbte Einschichtüberzüge, welche neben guter Abriebsfestigkeit ausgezeichnete Beständigkeit gegen beliebige Klima- und Witterungsbedingungen und hervorragende Widerstandsfähigkeit gegen Salzwasser und Salzwasserbesprühung aufweisen und sich daher besonders zum Schutz von Metallflächen gegen Seewassereinwirkung oder den Angriff von in chemischen Fabriken verwendeten milden Chemikalien eignen. Dabei lassen sich leicht vollständig ausgehärtete Überzüge mit sowohl geringer (25 bis 75 #t) als auch größerer Schichtdicke (0,15 bis 0,5 mm) erhalten.
  • Bei den erfindungsgemäß verwendeten Überzugsmischungen wird das Bindemittel innerhalb von wenigen Minuten nach seiner Aufbringung unlöslich und wasserfest. Die Selbstaushärtung schreitet nach dieser Anfangsphase noch mindestens mehrere Stunden, in einigen Fällen bis zu mehreren Monaten fort. Obgleich der Chemismus der Aushärtreaktion noch nicht ganz klar ist, wird angenommen, daß die Verfestigung und Unlöslichwerdung des Überzuges in zwei weitgehend getrennten Stufen verläuft, wobei auf eine erste, rasch ablaufende Stufe der Verdampfung des wäßrigen Trägers eine zweite, langsam ablaufende Stufe der chemischen Reaktion des Lithiumhydroxyd und kolloidale Kieselsäure enthaltenden Bindemittels mit dem Metallpigment folgt. Da Lithiumsalze schwacher Säuren, beispielsweise der Orthokieselsäure, im Vergleich zu den entsprechenden Natrium-, Kalium- und sonstigen Alkalisilikaten eine viel geringere Löslichkeit besitzen, zeigen die erfindungsgemäß hergestellten Überzüge eine vergleichsweise erheblich schnellere physikalische Trocknung in der ersten Aushärtstufe, so daß der Überzug infolge der bei Raumtemperatur ablaufenden Dehydratisierung sogleich stärker wasserunlöslich wird. Das in der Raumluft enthaltene Kohlendioxid verringert die aus dem stabilisierenden Zusatz von Alkalihydroxyd herrührende Alkalität des Überzuges und trägt so zu dessen rascher Unlöslichwerdung bei.
  • In der zweiten Stufe reagieren das anorganische Bindemittel und das Metallpigment während eines Zeitraumes von bis zu mehreren Monaten langsam miteinander unter Bildung eines komplex vernetzten, unlöslichen Überzuges. Das Lithiumsilikat und das Metallpigment, beispielsweise Zinkstaub, verbinden sich dabei mit den in dem chemisch unlöslich gemachten Film vorhandenen Carbonaten und Silikaten.
  • Bei Verwendung von Blei als Metallpigment reagiert dieses mit dem Lithiumhydroxyd und der kolloidalen Kieselsäure und scheint im Komplex in Form eines unlöslichen Bleioxids oder eines Komplexsalzes mit Kieselsäure vorzuliegen. Das Ablaufen der chemischen Reaktion wird nicht nur durch die zunehmende Härte, Zähigkeit und Haftung des Überzuges, sondern auch durch die über eine lange Zeitperiode ablaufende Veränderung seiner Farbe angezeigt.
  • Im folgenden wird die Erfindung an Hand von Beispielen weiter erläutert. Beispiel 1 In einer Versuchsreihe wurde der Einfluß des molaren Li2O : Si02-Verhältnisses in der Überzugsmischung untersucht. Dabei wurden verschiedene Bindemittelformulierungen miteinander verglichen, die jeweils 102 g Wasser, 30 g kolloidale Kieselsäure-Feststoffe und unterschiedliche Mengen Lithiumhydroxyd enthielten. Die Zusammensetzung der Proben ist in der folgenden Tabelle I aufgeführt.
    Tabelle I
    Zusammensetzung
    Versuch Keselsäure H80 Lithium- Molverhältnis
    (Feststoff) hydroxyd Liz0 : Si08
    g g g
    1 A 30 102 - 0
    1 B 30 102 2 1:20,8
    1 C 30 102 4 1:10,4
    1 D 30 102 6 1: 7
    1 E 30 102 8 1: 5,2
    1 F 30 102 9 1: 4,6
    1 G 30 102 10 1: 4,2
    1 H 30 102 12 1: 3,5
    1 J 30 102 14 1: 3
    Bindemittel mit einem molaren Li20: Si02-Verhältnis zwischen 1:40 und 1:2,5 ergeben günstige Binde-und Verarbeitungseigenschaften. DasmolareLi20 : liegt bei Verwendung von Zink vorzugsweise unter 1: 3,5 und bei Verwendung von Aluminium unter 1:5,0.
  • In dieser Versuchsreihe diente der Versuch 1 A zur Kontrolle. Die Bindemittel gemäß den Versuchen 1 B bis 1 J waren sämtlich der Kontrollprobe hinsichtlich der Bildung wasserfester, selbsthärtender Überzüge überlegen. Die Bindemittel gemäß den Versuchen 1 B und 1 C härteten zwar bei Lufttrocknung nicht so schnell aus wie die Produkte gemäß den Versuchen 1 D bis 1J, jedoch zeigte der Versuch 1B eine deutliche Verbesserung der Überzugsqualität gegenüber dem Kontrollversuch 1A. Sämtliche Produkte der Versuche 1 C bis 1 J ergaben auf Stahl hervorragende Überzüge. Bei einem molaren Li20: Si0z-Verhältnis zwischen 1: 3 und 1: 5 wurden Überzüge mit ungewöhnlicher Härte, Biegsamkeit und Zähigkeit erzielt, die eine ausgezeichnete Korrosionsschutzwirkung, insbesondere auf Eisenmetallen, besaßen. Bei diesen molaren Verhältnissen härtet der Überzug selbst bei geringer Schichtdicke durch Selbsthärtung zu einem chemisch und physikalisch widerstandsfähigen Überzug aus. Beispiel 2 In einer weiteren Versuchsreihe wurde das Verhältnis von Metallpigment zu Lithiumhydroxyd variiert. Für jedes Li20: Si02-Verhältnis gibt es eine obere Grenze für die maximale Menge Metallpigment, beispielsweise Blei- oder Zinkstaub, die gebunden werden kann. Bei niedrigeren Konzentrationen an Lithiumhydroxyd reicht die bindbare Menge Zink nicht immer aus, um eine Punktkorrosion zu verhindern.
  • In einer Versuchsreihe wurden Bindemittel mit einem Gehalt von jeweils 30 g Kieselsäure, 102 g Wasser und verschiedenen Mengen Lithiumhydroxyd mit jeweils 450 g Zinkstaub mit einer mittleren Teilchengröße von 8 #t vermischt. Die Zusammensetzung der erhaltenen Produkte ist in der folgenden Tabelle II aufgeführt.
    Tabelle II
    Zusammensetzung Molverhältnis
    Versuch si0, H80 LiOH - H80 Zn Li80 : Si0
    g g g g
    2 A 30 102 - 450 -
    2 B 30 102 2 450 1:20,8
    2 C 30 102 4 ; 450 1:10,4
    2 D 30 102 6 450 1: 7
    2 E 30 102 8 450 1: 5,2
    2 F 30 102 9 450 1: 4,6
    2 G 30 102 10 450 1: 4,2
    2 H 30 102 12 450 1: 3,5
    2 J 30 102 14 450 1: 3
    Eine kritische Prüfung der erhaltenen Überzüge ergab, daß mit steigendem Alkaligehalt die Anfangshärte der Überzüge zunimmt und ihre Porosität abfällt. Hervorragende Härtungsgeschwindigkeiten wurden für LizO : Si02-Verhältnisse von 1: 4,6 und darüber festgestellt. Obgleich sämtliche Überzüge nach 24 bis 48 Stunden im wesentlichen unlöslich und beim Eintauchen in neutrale wäßrige Lösungen beständig waren, zeigte Wasser die Neigung, mit einer der Kontinuität des Überzuges entsprechenden Geschwindigkeit längs dessen Oberfläche zu diffundieren.
  • Beispiel 3 Wie bereits erwähnt, gibt es für jedes Verhältnis Lithiumhydroxyd zu Kieselsäure eine obere Grenze für die maximal bindbare Menge Metallpigment, beispielsweise Blei- oder Zinkstaub. Bei niedrigeren Konzentrationen an Lithiumhydroxyd reicht die Menge an Zink nicht immer aus, um Punktkorrosion und Fleckenbildung zu verhindern. Es besteht daher eine Beziehung zwischen den verwendeten Mengen an Lithiumhydroxyd und Metallpigment.
  • In einem Vergleichsversuch wurden zwei Überzugsmischungen hinsichtlich des erzielten Korrosionsschutzes und der Bindeeigenschaften miteinander vert lichen. Die Zusammensetzung der verwendeten berzugsmischungen und die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle III zusammengestellt.
    Tabelle III
    Ver- Zusammensetzung Ergebnisse
    such SA H20 LiOH - H20 Zn Korro- Pigment-
    s g g g sion bindung
    3A 30 100 10,0 450 keine gut
    3B
    30 136 10,0 1000
    keine schlecht
    Die besten Ergebnisse hinsichtlich der Vermeidung der Fleckenbildung und der Punktkorrosion werden bei einem Verhältnis Lithiumhydroxydmonohydrat zu Kieselsäure von 1:3 oder darüber (entsprechend einem Verhältnis Li20: Si02 von 1:4,2 oder darüber) erzielt. Bei diesen Verhältniswerten für das Lithiumsilikat-Bindemittel sind zur Vermeidung von Punktkorrosion mindestens 450 g Zinkstaub pro 100 g wäßriges Bindemittel erforderlich. Wie die in Tabelle III aufgeführten Ergebnisse zeigen, liegt die obere Grenze für die maximal bindbare Menge Zinkpulver unterhalb von 1000 g bei etwa 800 g.
  • Die in Tabelle III aufgeführten Überzugsmischungen enthalten ein alkalistabilisiertes, kolloidales Kieselsäuresol, das zum Unterschied von üblichen anorganischen kolloidalen Dispersionen zweckmäßig die Eigenschaft aufweisen soll, daß die Kieselsäure nach dem Trocknen der Dispersion irreversibel niedergeschlagen wird und nicht redispergiert werden kann. Die alkalistabilisierte, kolloidale Kieselsäure liegt in Form von dispergierten Teilchen mit einer Teilchengröße von etwa 1 bis 100 mp. vor, wobei sich das Alkali als Natrium- oder Kaliumhydroxyd im wesentlichen vollständig außerhalb der Kieselsäureteilchen befindet. Bei den in den vorstehenden und folgenden Tabellen aufgeführten Produkten wurde eine kolloidale Kieselsäure mit einem Gehalt von 29 bis 31 Gewichtsprozent SiO2, etwa 0,3 bis 2,5 Gewichtsprozent Na20 oder K20 und höchstens 0,15 Gewichtsprozent Sulfat (als Na2S04) verwendet, die in Form einer wäßrigen Aufschlämmung mit einem Feststoffgehalt von etwa 30 °/o im Handel ist. Der zur Stabilisierung verwendete Alkaligehalt kann dabei bis zu etwa 40/, Na20 oder K20 betragen. Der maximale Teilchendurchmesser der kolloidalen Kieselsäureteilchen liegt dabei zwischen etwa 10 und 30 m#t. Eine derartige kolloidale Kieselsäure ist in den USA.-Patentschriften 2 244 325, 2 574 902 und 2 597 872 beschrieben und kann in der in der USA.-Patentschrift 2 244 325 beschriebenen Weise aus Alkalisilikat durch Entfernung des Alkalis beim Hindurchleiten durch ein Ionenaustauscherharz erzeugt werden. Wenn das Alkali dabei vollständig aus dem Silikat entfernt wird, sind die erhaltenen Sole nicht stabil, können jedoch durch Zugabe kleiner Mengen Alkali, beispielsweise Na20 oder K20, stabilisiert werden. In handelsüblicher kolloidaler Kieselsäure variiert das Verhältnis Kieselsäure zu Alkali zwischen etwa 560 und 130:1, wobei die Dispersion einzelne Kieselsäureteilchen mit einem durch Lichtstreuung bestimmten Molekulargewicht von über 500000 enthält und bei einem Si02-Gehalt von 100/(, eine relative Viskosität von 1,15 bis 1,55 aufweist und im allgemeinen 20 bis 35 Gewichtsprozent Si02 enthält. Das in der kolloidalen Kieselsäure enthaltene Alkali ist im Gegensatz zu den herkömmlichen Silikaten, wie Wasserglas, nicht gleichmäßig durch die Kieselsäureteilchen verteilt, sondern liegt im wesentlichen vollständig außerhalb der Kieselsäureteilchen vor und wirkt so als Stabilisator für das Kieselsäuresol, um eine Zusammenballung der Kieselsäureteilchen zu verhindern. Im Handel sind verschiedene alkalistabilisierte, kolloidale Kieselsäureprodukte erhältlich, welche einen Feststoffgehalt zwischen 15 und 50 Gewichtsprozent und einen pH-Wert zwischen 8,4 und 10,2 aufweisen.
  • Derartige handelsübliche kolloidale Kieselsäuresole ergeben nach Zusatz einer Lithiumhydroxydlösung ein weiches Gel, welches durch Rühren und Erwärmen eine leicht getrübte Lösung liefert. Die Veränderung im Charakter der kolloidalen Kieselsäure wird erkennbar, wenn man dünne Filme auf Glasplatten erzeugt und diese mit entsprechenden Filmen aus kolloidalem Kieselsäuresol bzw. Silikatlösungen mit niedrigem Alkaligehalt vergleicht. Im Vergleich zu einer Kontrollprobe zeigt sich dabei, daß die gefällten Teilchen des getrockneten Filmes mit zunehmendem Lithiumhydroxydgehalt von einzelnen eingerollten Plättchen (ohne Alkali) bis zu einem durchgehenden zusammenhängenden Film (hoher Alkaligehalt) variieren. Bei mittleren Konzentrationen werden Filme mit zwischen diesen Extremen liegenden Eigenschaften erhalten.
  • Wenn der Gehalt an Lithiumhydroxyd zu gering ist, wird der kolloidale Charakter der Kieselsäure überschritten. Dies geht wahrscheinlich auf eine Diffusion des Lithiumhydroxyds aus der Kieselsäure zurück, wobei diese in einem festeren Zustand hinterbleibt, in welchem die Schrumpfungskräfte die Kohäsionskräfte übersteigen. Zur Stabilisierung der Lithiumhydroxyd enthaltenden kolloidalen Kieselsäure können kleine Mengen Alkali von - bezogen auf das Wasser - bis zu etwa 4 Gewichtsprozent Na20 oder K20 in Form von NaOH oder KOH zugegeben werden. Beispiel 4 In einer weiteren Versuchsreihe wurden verschiedene in situ aus kolloidaler Kieselsäure, Lithiumhydroxyd und Zinkstaub gebildete Überzugsmischungen hergestellt. Der hierbei verwendete Zinkstaub besaß die folgende Teilchengrößenverteilung:
    Bei dieser Teilchengrößenverteilung werden Teilchen mit einem Durchmesser von über 20 #t im wesentlichen entfernt, da das Vorhandensein großer Teilchen in Mengen von über 10 Gewichtsprozent zu einem Reißen des Überzuges beim Trocknen führt. Die Zusammensetzung der Überzugsmischungen ist in der folgenden Tabelle IV aufgeführt:
    Die in der vorstehenden Tabelle aufgeführten Überzugsmischungen ergaben selbsthärtende Überzüge, wobei die Produkte 4F, 4G, 4H und 4J im Vergleich zu den übrigen eine größere Aushärtgeschwindigkeit zeigten. Das Produkt 4H ergab optimale Eigenschaften. Das Produkt 4J entspricht einer typischen Mischsilikatformulierung.
  • Wenn man bei Überzugsmischungen der in TabelleIV aufgeführten Art ein: Li2O: Si02-Verhältnis über 1: 3,5 wählt, genügt die Härtungsgeschwindigkeit der zinkhaltigen Bindemittelmischung durch Trocknen an der Luft nicht den strengen Anforderungen für rasch selbsthärtende Korrosionsschutzüberzüge.
  • In die Überzugsmischung kann auch Graphit in einer Menge von 10/" bezogen auf das Gewicht des Zinkstaubes, ohne nennenswerte Beeinträchtigung der Überzugseigenschaften eingebracht werden. Durch die Zugabe von Graphit wird anscheinend die Leitfähigkeit des zinkhaltigen Überzuges verbessert. Im Austausch können bis zu 160/, des Zinks durch Bleimennige ersetzt werden, ohne daß ein merklicher Verlust an kathodischem Schutz eintritt. Die Zugabe von Bleimennige unterbindet die Wasserstoffentwicklung und senkt die Füllstoffkosten.
  • Ein begrenzter Teil des Zinks kann auch durch inerte Füllstoffe, beispielsweise Glimmer oder Baryt, ersetzt werden. Diese Füllstoffe dürfen jedoch nur in begrenzter Menge zugegeben werden, da übermäßige Mengen die anodischen Eigenschaften der zinkhaltigen Überzugsmittel beeinträchtigen. Die Verwendung von Füllstoffen in einer Menge von bis zu 15 °/o des Zinks kann die Materialkosten verringern und bei Verwendung von Zinkstaub mit zu geringem Gehalt an größeren Teilchen mit einer Teilchengröße zwischen 3 und 12 #t die Reißneigung des Überzuges verringern. Versuche haben ergeben, daß unter diesen Füllstoffen die Verwendung von sehr feinteiligem Glimmer und groben Baryten zu den besten Ergebnissen führt. In der vorstehenden Tabelle IV wurden Formulierungen für Überzugsmischungen aufgeführt, welche Zinkstaub oder Mischungen aus Zinkstaub und Bleimennige, Graphit, Glimmer oder Baryt enthalten.
  • Beispiel s In einem weiteren Versuch wurde eine Aluminiumpulver enthaltende Überzugsmischung mit einem Gehalt von - bezogen auf Trockenbasis - 30 g kolloidaler Kieselsäure, 34 g Wasser, 8,97 g Lithiumhydroxydmonohydrat und 26 g eines feinteiligen Aluminiumpulvers (Typ I, Klasse B, gemäß Fed. Spec. TT-A-468 und ASTM D 962-49) hergestellt. Das molare Li20: Si02-Verhältnis betrug 1:4,67. Aus dieser Überzugsmischung hergestellte Überzüge wurden in Florida in einer Seewasseratmosphäre untersucht und als sehr zufriedenstellend befunden. Eine Prüfung des Überzuges nach 1wöchiger Aussetzungsdauer zeigte, daß der Überzug unlöslich und hinreichend hart war. Bei Betrachtung des Überzuges aus der Nähe wurde ein schwacher weißer Belag festgestellt, der jedoch aus einer Entfernung von etwa 1 m nicht zu erkennen war. Die verwendete Überzugsmischung ergab einen hervorragenden Schutz für die Außenflächen von Lagertanks, insbesondere in Küstengegenden, wo die Tanks infolge der Meeresnähe salzhaltiger Luft ausgesetzt waren. Beispiel 6 In einer weiteren Versuchsreihe wurden farbige Überzugsmischungen aus Lithiumhydroxyd und kolloidaler Kieselsäure hergestellt, welche durch einen Gehalt an anorganischen Pigmenten eine leuchtende Farbe aufwiesen. Die Zusammensetzung der so erhaltenen Überzugsmischungen sind in der folgenden Tabelle V zusammengestellt.
    Tabelle V
    Zusammensetzung Art des Molverhältnis
    Versuch si09 H90 LiOH-H90 Glimmer 1 Pigment Pigments Li90 : Si09
    g g g g g
    5 A 30 190 8,97 35 175 Chromoxydgrün 1:4,67
    5 B 30 190 8,97 35 175 Oxydrot 1:4,67
    5 C 30 234 8,97 42 40 Zinkoxyd 1:4,67
    5 D 30 234 8,97 42 46 Zinkoxyd 1:4,67
    5 E 30 237 8,97 42 11 Zinkoxyd 1:4,67
    Da die üblichen Pigmente sehr gleichmäßige, ultrafeine Teilchengröße besitzen, werden zur Vermeidung eines Reißens des Überzuges zweckmäßig Füllstoffe mit relativ grober Teilchengröße verwendet.
  • An Stelle des in den vorstehenden Beispielen als Metallpigment verwendeten Zinkstaubes bzw. Aluminiumpulvers kann auch Bleipulver mit einer Teilchengröße zwischen etwa 1 und 15 #t, vorzugsweise zwischen etwa 8 und 10 #t, in einer Menge von etwa 20 bis 40 Gewichtsprozent, bezogen auf das kolloidale Lithiumsilikat, eingesetzt werden. Dabei können ebenfalls bis zu 15 °/o des Bleis durch feinteilige Pigmente und Streckmittel, beispielsweise Bleioxid, Bleidioxid, Bleichromat, Zinkoxid, Eisenoxid oder Aluminiumoxid, ersetzt werden. Auf diese Weise wird ebenfalls ein zusätzlicher Schutz gegen die Wasserstoffbildung erzielt. Das Vermischen des Metallpigments mit dem Bindemittel kann durch geeignete Wahl der Teilchengrößenverteilung des feinteiligen Streckmittels verbessert werden. So kann man beispielsweise Zink- oder Aluminiumstaub mit einer Teilchengröße zwischen 2 und 8 #t mit inerten Streckmitteln, wie Glimmer, Titandioxid, Zinkoxid, Chromoxid, Aluminiumoxid, Baryt, Eisenoxid usw., mit gröberer Teilchengröße zwischen etwa 6 und 40 p, vermischt werden. Da das Streckmittel einen erheblichen Anteil an gröberen Teilchen mit einem Durchmesser von über 12 #t enthält, trägt es zu einer Verteilung der feineren Metallteilchen bei. Das gröbere Streckmittel kann vorteilhaft zusammen mit feinteiligeren Metallpigmenten benutzt werden, um die Deckeigenschaften und die Biegsamkeit des Metallpigmentes zu verbessern.
  • Da sowohl das Bindemittel als auch das Metallpigment sowie die zusätzlichen korrosionsinhibierenden Metalloxyde, die flexibilitätsverbessernden Zusätze, wie beispielsweise Glimmer oder Baryte, und die Streckmittel der erfindungsgemäß verwendeten Überzugsmischungen jeweils vollständig anorganischer Natur sind, wird der erhaltene Überzug nach dem Aushärten weder durch Wasser noch durch organische Lösungsmittel angegriffen. Derartige Überzüge sind ferner gegen ultraviolettes Licht, Feuchtigkeitsveränderungen, neutrale anorganische Salze, Wasserdampf und organische Lösungsmittel völlig beständig und eignen sich besonders zum Schutz gegen organische Chemikalien, wie Erdölkohlenwasserstoffe, Toluol, Äther, Xylol, Ketone, chlorierte Kohlenwasserstoffe.
  • Soweit bei frisch aufgebrachten Überzügen durch Kontakt oder Eintauchen in Wasser ein Erweichen auftritt, verschwindet dieses sofort nach dem vollständigen Aushärten durch Stehenlassen. Durch Verwendung wasserfester Füllstoffe kann das Erweichen verringert werden. Es ist jedoch wünschenswert, die Überzüge zunächst bis zu einem im wesentlichen vollständig wasserfesten Zustand zu verfestigen.
  • Wenn die Geschwindigkeit des Selbstaushärtens der erfindungsgemäß verwendeten Überzugsmischungen, infolge der Feuchtigkeitsbedingungen oder der Verwendung von wasserempfindlichen Füllstoffen nicht ausreicht, um eine hinreichend rasche Aushärtung zu erzielen, kann die Härtungsreaktion des Bindemittels durch Zugabe wäßriger Lösungen saurer Salze oder Mineralsäuren oder organischer Säuren beschleunigt werden. Beispiele für geeignete Säurelösungen sind verdünnte, beispielsweise 5- bis 20 °/oige Lösungen von Schwefelsäure, Chlorwasserstoffsäure, Essigsäure, Phosphorsäure, Salpetersäure oder sauren Salzen starker Mineralsäuren, beispielsweise Natriumbisulfat oder Natriumdihydrogenphosphat. Derartige saure Lösungen können durch Tauchen, Besprühen oder Bestreichen aufgebracht werden. In den meisten Fällen ist die Verwendung derartiger saurer Lösungen jedoch nicht erforderlich, da die erfindungsgemäß verwendeten Überzugsmischungen normalerweise bereits durch Stehenlassen an der Luft rechtzeitig zu harten, unschmelzbaren, abriebsfesten und gegen die Elemente oder chemische Lösungsmittel widerstandsfähigen Überzügen aushärten.

Claims (3)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Überzügen auf Metalloberflächen durch Auftragen von wäßrigen, selbsthärtenden, Metallstaub enthaltenden Alkalisilikaten, dadurch gekennzeichnet, daß in Wasser dispergierte Gemische von feinverteiltem metallischem Zinkstaub, Bleipulver oder schuppenförmigem Aluminium- bzw. Magnesiumpulver mit einem aus Lithiumhydroxyd und alkalistabilisierter kolloidaler Kieselsäure in einem Verhältnis von 1:40 bis 1:2,5 (berechnet als LiaO: Si02 auf Trockenbasis) bestehenden Bindemittel verwendet werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Gemische verwendet werden, in denen das Metallpulver als Mischung von Anteilen unterschiedlicher, jedoch unterhalb von 15 #t liegender Teilchengröße vorliegt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Mischungen mit Zusätzen an anorganischen nichtmetallischen Pigmenten, Streckmitteln und/oder inerten Füllstoffen verwendet werden. In Betracht gezogene Druckschriften: Britische Patentschriften Nr. 643 512, 653 587; USA.-Patentschriften Nr. 2 440 969, 2 576 307, 2 765 237, 2 807 552.
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