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Lenkvorrichtung für einen selbstbeweglichen Bodenverdichter Die Erfindung
betrifft eine Lenkvorrichtung für einen selbstbeweglichen Bodenverdichter mit einer
Bodenplatte und mit einem Schwingungserzeuger.
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Es sind selbstbewegliche Bodenverdichter bekannt, die eine auf dem
Boden aufliegende Verdichtungsplatte aufweisen, auf der ein als Richtschwinger ausgebildeter
Unwuchtrüttler oder sonstiger Schwingungserzeuger montiert ist. Der Schwingungserzeuger
ist so angeordnet oder ausgebildet, daß die Rüttelschwingungen mit einer Neigung
gegenüber der Vertikalen eingestellt werden können, so daß eine horizontale Transportkomponente
der Rüttelschwingungen entsteht und der Bodenverdichter sich hüpfend fortbewegt.
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Es bietet aewisse Schwierigkeiten, solche Bodenverdichter zu lenken.
Es sind verschiedene Lösungen für dieses Problem schon vorgeschlagen oder angewandt
worden. Alle bekannten Lenkvorrichtungen beruhen auf dem Prinzip, eine Unsymmetrie
der Unwuchten in bezug auf den Massenschwerpunkt des Gerätes zu erzeugen, sei es,
daß die Unwuchtmassen quer zur Fortbewegungsvorrichtung des Gerätes verschiebbar
sind, sei es, daß Richtschwinger mit unterschiedlich eingestellten Schwingungsrichtungen
symmetrisch zur Längsmittelebene des Gerätes angeordnet sind.
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Durch diese Maßnahme läßt sich zwar eine Lenkung des Gerätes bewerkstelligen.
Die Lenkung erfolgt hierbei jedoch indirekt über eine Unwuchtverstellung. Erst wird
eine Unwucht verschoben oder verstellt. Dann muß man beobachten, wie das Gerät darauf
reagiert, und erst dann kann man eventuell eine Korrektur an dem eingestellten »Lenkkomrr.ando«
vornehmen. Das Gerät reagiert dabei ziemlich träge, und auch die Verstellung der
Unwuchten über Schneckentriebe od. dgl. erfordert eine geraume Zeit. Wenn die bekannten
Lenkvorrichtungen somit auch geeignet sind, die Bahn des Bodenverdichters in großen
Zügen festzulegen, so reagieren sie doch in der Praxis, insbesondere in kritischen
Situationen nicht schnell genug und sind nicht so feinfühlig, wie es wünschenswert
wäre.
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Für solche Fälle bleibt dann nur die Möglichkeit, den Bodenverdichter
von Hand zu führen. Das geht bei kleineren Geräten. Bei großen Bodenverdichtern
erfordert es jedoch recht erhebliche Muskelkraft. Es ist bekannt, an großen Bodenverdichtern
eine teleskopartig ausziehbare Stange vorzusehen, an welcher der Bodenverdichter
herumgedrückt werden kann. Das ist eine sperrige Konstruktion, und vom technischen
Standpunkt aus ist diese Art der »direkten« Lenkung unbefriedigend. Der Erfindung
liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der geschilderten Nachteile eine feinfühlige,
schnell reagierende Lenkvorrichtung für selbstbewegliche Bodenverdichter zu schaffen.
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Erfindungsgemäß wird das dadurch erreicht, daß an dem Bodenverdichter
eine Schwungscheibe um eine zur Bodenplatte im wesentlichen senkrechte Achslinie
drehbar gelagert ist und daß Mittel zum wahlweisen Beschleunigen der Schwungscheibe
in der einen oder der anderen Richtung vorgesehen sind. Durch die Reaktionsmomente
bei der Beschleunigung der Schwungscheibe wird eine Drehung des Verdichters in entgegengesetzter
Richtung bewirkt. Die Kraft für die Verdrehung kann dabei dem Rüttlerantrieb entnommen
werden, so daß nur die relativ geringe Schaltkraft aufgebracht zu werden braucht.
Die Lenkung erfolgt aber auch hier direkt, d. h. ohne den Umweg über eine
Unwuchtverstellung, nur daß man sich hierbei nicht am Erdboden, sondern an der Schwungscheibe
abstützt. Die Lenkung wird daher sofort wirksam und kann sehr feinfühlig erfolgen.
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Die Anordnung kann so getroffen werden, daß eine relativ schwach wirksame
Bremse für die um eine senkrechte Achse drehbare Schwungscheibe vorgesehen ist,
so daß die Schwungscheibe bei Geradeausfahrt nach einiger Zeit wieder zur Ruhe kommt.
Die Bremsmomente werden dabei so klein gehalten, daß sie von der Bodenreibung aufgenommen
werden und die Bahn des Bodenverdichters nicht beeinflussen.
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Weitere Merkmale der Lenkvorrichtung gemäß der Erfindung sind in den
übrigen Unteransprüchen angegeben.
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Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen
schernatisch dargestellt und im folgenden beschrieben. Es zeigt F i g. 1
eine Lenkvorrichtung im Vertikalschnitt,
F i g. 2 die Draufsicht
auf die Anordnung nach F i g. 1,
F i g. 3 im Schnitt ähnlich F i
g. 1 ein abgewandeltes Ausführunusbeispiel und F i g. 4 ein weiteres
Ausführungsbeispiel der Lenkvorrichtung.
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Der Bodenverdichter ist mit einer Bodenplatte 1
versehen. Zwei
Schwungmassen 2 und 3, die durch eine Welle 4 miteinander verbunden sind,
sind in Lagern 5, 6 im Bodenverdichter um eine horizontale Achse drehbar
gelagert. Die Schwungmassen 2, 3
werden in nicht dargestellter Weise vom Antriebsmotor
des Bodenverdichters angetrieben.
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Zwischen den Schwungmassen 2,3 ist eine um eine lotrechte Achse
drehbar gelagerte Schwungscheibe 7 angeordnet. Die Schwungscheibe
7 ist auf einer Schwinge 8 gelagert, die um einen Drehpunkt
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schwenkbar und durch Federn 10 an die Mittellage gefesselt ist. Durch
Auslenken der Schwinge 8 nach der einen oder der anderen Richtung kann die
Schwungscheibe 7 entweder an der Schwungmasse 2 oder an der Schwungmasse
3 zur Anlage gebracht werden. Je nachdem wird dann die Schwungscheibe
7
in der einen oder der anderen Richtung beschleunigt, und es entsteht ein
Reaktionsmoment, welches eine Verdrehuno, des Bodenverdichters bewirkt. Durch eine
Bremse e 11 wird das Schwungrad bei Geradeausfahrt lanasam wieder ab ebremst.
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e 9
F i a. 3 zeiat die gleiche Anordnung jedoch ist hier
CI C ei
die Schwungscheibe 7 unmittelbar an der Bodenplatte
1 gelagert. Dafür sind die Schwungmassen 2 und 3 mit der Welle 4 in
axialer Richtung verschiebbar.
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Bei der Anordnung nach F i g. 4 ist die Schwungscheibe
7 in einem Speziallager begrenzt kippbar. Mit der Schwungscheibe
7 ist eine Welle 12 starr verbunden, die mit einem balligen Kopf
13 mit Spiel in eine Nut 14 an der Schwungmasse 3 eingreift. Durch
Neigen der Schwungscheibe 7 mit der Welle 12 kann der Kopf 13 auf
der einen oder der anderen Seite der Nut 14 angelegt und die Schwungscheibe
7
in der einen oder der anderen Richtung angetrieben werden.