DE1266030B - Vorrichtung zum Ausschreiben eines Klartextes auf einen unter mehreren Schreibelektroden durchlaufenden Aufzeichnungstraeger - Google Patents
Vorrichtung zum Ausschreiben eines Klartextes auf einen unter mehreren Schreibelektroden durchlaufenden AufzeichnungstraegerInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CI.:
G06k
Deutsche Kl.: 42 m6 -15/10
Nummer: 1266 030
Aktenzeichen: B 75891IX c/42 m6
Anmeldetag: 13. März 1964
Auslegetag: 11. April 1968
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausschreiben eines Klartextes, der von einer Matrix codiert
auf mindestens ein in einem Schreibkopf zusammengefaßtes Schreibelektrodenpaket aus mehreren
Schreibelektroden übertragen wird, die den Klartext auf einen unter den Elektrodenenden durchlaufenden
Aufzeichnungsträger elektrothermisch ausschreiben.
Es ist bekannt, daß z. B. elektronische Rechenmaschinen so rasch arbeiten, daß es schwierig ist,
die Rechenergebnisse mit annähernd gleicher Geschwindigkeit als Klartext auszuschreiben.
Die bekannten mechanischen Drucker und elektrochemischen Klartextschreiber werden für derartige
Aufgaben nur selten eingesetzt, da sie mit 50 bis 100 Zeichen/sec viel zu langsam arbeiten. Es
wurden daher bislang elektromagnetisch und elektrostatisch arbeitende Schnelldrucker für diese Zwecke
bevorzugt, die eine Schreibgeschwindigkeit bis zu 300 Zeichen/sec gestatten. Die Geschwindigkeiten,
mit denen die neuesten elektronischen Datenverarbeitungsmaschinen ihre Ergebnisse liefern, sind damit
aber bei weitem noch nicht erreicht. Diese Schnelldrucker sind außerdem sehr aufwendig, kompliziert
und störanfällig, da auf dem Aufzeichnungsträger zunächst ein latentes Bild erzeugt wird, das
dann durch Aufstreuen von Farbpulver sichtbar gemacht werden muß.
Bei einem anderen bekannten Schnelldrucker werden die Aufzeichnungen auf elektrothermischem
Wege erzielt, indem ein Aufzeichnungsträger verwendet wird, dessen schwach leitende Registrierschicht
auf einem leitfähigen Papier aufgebracht ist. Der Aufzeichnungsträger läuft unter einem Schreibelektrodenpaket
hindurch, wobei die Elektrodenenden, die unter geringem Druck federnd gegen die Registrierschicht gedrückt werden, beim Anlegen
einer Spannung von 100 bis 150 V die unter ihnen liegenden Flächenteile der Registrierschicht durch
die in ihr erzeugte Stromwärme abschmelzen. Der Strom fließt dabei senkrecht durch die Registrierschicht
in das leitfähige Papier und von dort über eine metallische Unterlage zur Masse. Die Schreibgeschwindigkeit
dieses Schnelldruckers ist durch die Zeit, die zum Erwärmen und Abschmelzen der Registrierschicht an den Aufzeichnungen erforderlich
ist, auf ebenfalls 300 Zeichen/sec begrenzt. Außerdem können bei diesem Aufzeichnungsverfahren die
Aufzeichnungen nur in Punkten gerastert ausgeschrieben werden, da bei einem Strichraster, durch
das größere Bereiche der Registrierschicht abzuschmelzen sind, eine zu starke örtliche Erwärmung
Vorrichtung zum Ausschreiben eines Klartextes
auf einen unter mehreren Schreibelektroden
durchlaufenden Aufzeichnungsträger
auf einen unter mehreren Schreibelektroden
durchlaufenden Aufzeichnungsträger
Anmelder:
Robert Bosch G. m. b. H.,
7000 Stuttgart W, Breitscheidstr. 4
Als Erfinder benannt:
Alfred Ortlieb, 7000 Stuttgart-Vaihingen
des Aufzeichnungsträgers auftreten und diesen zerstören würde. Das Punktraster führt aber bei diesem
Verfahren zwangläufig zu unterschiedlich großen, unförmigen Punkten, so daß das gewonnene Schriftbild
oftmals unscharf oder gar unleserlich ist. Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens besteht darin,
daß zum Abschmelzen der Registrierschicht eine hohe Schreibspannung benötigt wird, die besondere
Schutzmaßnahmen erfordert und die den Mindestabstand der Schreibelektroden voneinander bestimmt.
Da die kleinste Schrifthöhe bzw. Schriftbreite durch diesen Abstand festliegt, ist auch die zu
erzielende Informationsdichte des Aufzeichnungsträgers nur gering.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile einen robusten
Klartextschreiber zu entwickeln, der bei hoher Lebensdauer und geringer Wartung mit wesentlich
höherer Schreibgeschwindigkeit arbeitet. Dies wird mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
erzielt, bei der die Schreibelektroden im Schreibkopf zum Aufzeichnungsträger hin nachstellbar gehaltert
sind und mit ihren freien Enden auf einem an Masse liegenden, ausbrennfähigen Metallbelag des Auf-Zeichnungsträgers
mit geringem Druck federnd aufliegen und beim Schreibvorgang unter einer dem Code entsprechend angelegten Spannung von 20 bis
50 V stehen.
Mit dieser Vorrichtung werden bei einer Bandgeschwindigkeit von 5 m/sec bis zu 2000 Zeichen/sec
von einem Elektrodenpaket ohne Schwierigkeit aufgezeichnet. Das ergibt bei einem Blattschreiber mit
einem Zeilenfeld von beispielsweise 60 Schreibköpfen eine Schreibgeschwindigkeit von 120 000 Zeichen/sec.
Dabei ist die Grenze der Leistungsfähigkeit der neuen Vorrichtung noch nicht erreicht.
Außerdem kann die Informationsdichte des Auf-
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zeichnungsträger durch ein engeres Zusammenlegen der Schreibelektroden gegenüber den bekannten
Vorrichtungen wesentlich erhöht werden.
Aufzeichnungsträger mit ausbrennfähigem Metallbelag sind bei registrierenden Meßgeräten zum Aufzeichnen
von Meßkurven bekannt. Diese Geräte arbeiten mit sehr geringer Schreibgeschwindigkeit, wobei
die Schreibelektrode eine Linie von einigen Metern pro Tag aus dem Metallbelag ausbrennt. Bei der
Entwicklung der erfindungsgemäßen Vorrichtung hat sich gezeigt, daß bei unterbrochenen Schreibspuren
von 1 bis 0,1 mm Breite mit einem Metallbelag des Aufzeichnungsträgers von 0,1 bis 0,2 μ Dicke die
Schreibgeschwindigkeit ganz erheblich gesteigert werden konnte, wobei aber ein durch die hohe
Schreibgeschwindigkeit bedingter Abbrand und Abrieb eine starke Abnutzung an den Elektrodenenden
verursachte. Die Verwendung eines derartigen Aufzeichnungsträgers für einen Klartextschreiber mit der
erforderlichen hohen Lebensdauer ist jedoch erst durch die nachstellbaren, federnd auf den Aufzeichnungsträger
aufliegenden Schreibelektroden möglich, da auf diese Weise der Verschleiß der Schreibelektroden
ausgeglichen und die Wartung so weit herabgesetzt wird, daß der Schreibkopf auch nach langer
Betriebszeit ein einwandfreies Schriftbild aus dem Metallbelag des Aufzeichnungsträgers ausbrennt.
In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 die schematische Elektrodenanordnung eines Streifenschreibers, bei dem der Klartext auf ein
fortlaufendes Band mit einem Metallbelag ausgeschrieben wird,
Fig. 2 die Reproduktion eines mit der Vorrichtung
gewonnenen Klartextes mit 2,5 mm Schrifthöhe,
F i g. 3 einen Querschnitt durch einen Schreibkopf
mit einer Vorrichtung zum Nachstellen abgenutzter Schreibelektroden,
Fig. 4 einen weiteren Schreibkopf, dessen geschlossenes
Gehäuse mit einem Druckluftanschluß versehen ist und aus dem die Enden der Schreibelektroden
herausragen.
In F i g. 1 ist ein Metallpapierband als Aufzeichnungsträger 10 dargestellt, der in Pfeilrichtung unter
sieben zu einem Paket vereinigten Schreibelektroden 11 aus einem 0,2 mm dicken Wolframdraht hindurchbewegt
wird. Zwischen den.Elektroden 11 und einer nicht gezeichneten, auf dem Aufzeichnungsträger
10 aufliegenden großflächigen Gegenelektrode liegt eine Ausbrennspannung von 20 bis 50 V. Die
Steuerung der Ausbrennströme erfolgt dadurch, daß z. B. das Rechenresultat einer elektronischen Rechenmaschine
in Binärcode mit Hilfe einer Magnetkernmatrix oder einer Diodenzeichenmatrix den
Schreibelektroden 11 zugeführt wird. Diese brennen dann aus dem Metallbelag des Aufzeichnungsträgers
10, mit dem sie in federnder Berührung stehen, Striche 12 aus, die zusammen beispielsweise das in
Fig. 1 erkennbare Buchstabenbild ergeben. Eine Reproduktion eines auf diese Weise gewonnenen
Buchstaben- und Zahlenklartextes zeigt Fig. 2. Sie läßt deutlich erkennen, daß sich bei einem Strichraster
mit sieben Elektroden pro Zeile ein deutliches Bild des wiederzugebenden Klartextes ergibt.
Die Schreibelektroden des Klartextschreibers sollen
nachstellbar sein und unter geringem Druck auf den Aufzeichnungsträger federnd aufliegen. In der
Fi g. 3 ist eine solche im Schreibkopf liegende Nachstelleinrichtung
dargestellt, die sich wegen ihrer gro^
ßen Nachstellreserve bei annähernd gleichem Aräilagedruck auf dem Aufzeichnungsträger 54 für be«
sonders zweckmäßig erwiesen hat. Ein 0,2 mm dik-*
ker Elektrodendraht 50 ist auf eine 0,25 nnm didke
Blechscheibe 51 aufgewickelt und mit seinem einen Ende 50' an ihr eingeklemmt. Die Scheibe 51 mit
dem Draht 50 liegt in einer Ausnehmung eines ebenfalls 0,25 mm dicken Kontaktrahmens 52, so daß er
mit dem Draht 50 elektrisch verbunden ist. Mehrere derartige Einheiten, die durch Isolierlamellen 53
voneinander getrennt sind, sind zu einem Elektrodenpaket zusammengefaßt. Der nicht auf der Scheibe
51 liegende Abschnitt des Drahtes 50 liegt bei auf dem Aufzeichnungsträger aufsitzendem Elektrodenende
unter einer gewissen Biegespannung innen an den Wänden des Rahmens 52 an, wodurch eine
federnde Auflage des Etektrodendrahts 5Θ auf dem
Aufzeichnungsträger 54 gewährleistet ist. Nutzen sich die Schreibelektroden an ihrem freien Ende
ab, so federt der Elektrodendraht 50 zunächst nach und kann in gewissen Zeitabständen durch Verdrehen
der Scheibe 51 mit einem in das in der Schefbenmitte vorhandene Vierkantloch 55 emstecübaren
Vierkantstecker nachgestellt werden. Die Stromzuführung erfolgt über einen Anschlußkontakt 52' des
Kontaktrahmens 52.
Zur Erzielung deutlicher Aufzeichnungen ist es ferner zweckmäßig, die Schreibelektroden laufend
von den Rückständen des vom AufzeichnungstrSger weggedampften Metalis und seinen Oxyden freizuhalten. Dies wird z.B. bei einem in Fig. 4 dargestellten
Schreibkopf dadurch erzielt, daß DracMüft
entlang den Elektrodenenden zum Aufzeichnungsträger hin geblasen wird. Der Schreibkopf ist als geschlossenes, mit gestrichelten Linien angedeutetes
Gehäuse 34 dargestellt, indem die Schreibeiektrodten
30 an voneinander durch Isolterlamellen 32 getrennten
Kontaktrahmen 31 befestigt sind. Aus dem Gehäuse 34 ragen auf einer Seite die Anschlußkantakte
31' der Kontaktrahmen 31 heraus, während auf der dem Aufzeichnungsträger zugewandten Seite die
Enden der Schreibelektroden 30 durch Löcher einer Führungsplatte 33 herausstehen. Es ist ferner mit
einem Anschlußstutzen 35 for in das Gehäuse 34 einzuleitende und durch die Löcher in der Führungsplatte
33 entlang den Elektrodenenden entweichende Druckluft versehen. In dem Bereich zwischen den
Kontaktrahmen 31 und der Führungsplatte 33 wirken die Schreibelektroden 30 als Federn, so daß
ihre freien Enden durch eine entsprechend Einjusfiferung
bzw. Nachjustierung des Kontaktrahmens 31 unter Vorspannung auf den Aufzeichnungsträger gedrückt werden.
Ein gleichmäßiges Schriftbild ergibt sich, wenn die Enden der Schreibelektroden beim Austritt aus dem
Schreibkopf im richtigen Abstand voneinander gpführt werden. Eine solche Führung erfolgt am
Schreibkopf nach F i g. 3 durch den Kontaktrahmen 52 und die Isolierlamellen 53 und bei der AusfBferung
nach Fi g. 4 durch die Löcher in der Führungsplatte 33.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Ausschreiben eines Klartextes, der von einer Matrix codiert auf mindestens
ein in einem Schreibkopf znsammengefkft-
tes Schreibelektrodenpaket aus mehreren Schreibelektroden übertragen wird, die den Klartext auf
einen unter den Elektrodenenden durchlaufenden Aufzeichnungsträger elektrothermisch ausschreiben,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schreibelektroden (11) im Schreibkopf zum Aufzeichnungsträger
(10) hin nachstellbar gehaltert sind und mit ihren freien Enden auf einen an Masse liegenden, ausbrennfähigen Metallbelag
des Aufzeichnungsträgers (10) mit geringem Druck federnd aufliegen und beim Schreibvorgang
unter einer dem Code entsprechend angelegten Spannung von 20 bis 50 V stehen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Schreibkopf jede Schreibelektrode
(50) mit ihrem einen Ende (50') über mindestens eine halbe Unidrehung auf eine kreisförmige,
in einem Kontaktrahmen (52) geführte, drehbare Scheibe (51) aufgewickelt und an ihr
befestigt ist, an zwei zueinander geneigten Innenwänden des Kontaktrahmens (52) elastisch anliegt
und mit ihrem anderen auf dem Aufzeichnungsträger (54) aufsitzenden freien Ende aus
dem Kontaktrahmen (52) herausragt.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schreibelektroden (30, 50) jeweils an voneinander durch
Isolierlamellen (32, 53) getrennte und mit einem Anschlußkontakt (31', 52') versehene Kontaktrahmen
(31, 52) angebracht sind und mit ihrem freien Ende durch den Kontaktrahmen (52), die
Isolierlamellen (53) oder einer Führungsplatte (33) aus Isolierstoff in richtigem Abstand zueinander
geführt sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schreibkopf als geschlossenes Gehäuse (34) ausgebildet
ist, aus dem auf einer Seite Anschlüßkontakte
ίο (31') und auf der dem Aufzeichnungsträger zugewandten
Seite Schreibelektroden (30) durch Löcher einer Führungsplatte (33) herausragen und das mit einem Anschlußstutzen (35) für in
das Gehäuse (34) einzuleitende und durch Löcher in der Führungsplatte (33) entlang den Schreibelektrodenenden
wieder entweichende Druckluft versehen ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Britische Patentschrift Nr. 784 450;
Britische Patentschrift Nr. 784 450;
USA.-Patentschriften Nr. 2575 017, 2 931688, 012 232, 3 086457;
Goetsch, Hermann, Taschenbuch für Fernmeldetechniker, 3. Teil, München, 1953, S. 136 bis
139;
Elektrotechnische Zeitschrift ETZ, B, 1960, H. 13, S. 315 bis 317;
Nachrichtentechnische Zeitschrift NTZ, 1962, H. 11, S. 564 bis 579.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
809 538/248 4.68
Bundesdruckerei Berlin
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