-
Verfahren zum Anschließen eines horizontal angeordneten Bauteiles
aus Stahlbeton an auskragenden Vorsprüngen von Traggliedern und danach hergestelltes
Bauwerk Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Anschließen eines horizontal
angeordneten Bauteiles aus Stahlbeton an auskragenden Vorsprüngen von Traggliedern
durch Anheben der Bauteile und ihre Befestigung an den Vorsprüngen, der Tragglieder
in der endgültigen Lage.
-
Bei einem bekannten Verfahren dieser Gattung werden die in ihre endgültige
Lage angehobenen Bauteile an die Tragglieder durch Befestigungsmittel angeschlossen,
die auf Abscheren und Biegung beansprucht sind, wodurch die Befestigungskräfte schwer
kontrollierbar sind. Außerdem sind keine Mittel vorgesehen, die das anzuschließende
Bauteil beim Anheben in der richtiaen Lage anhalten.
-
Es ist außerdem schon eine Befestigung von Kranbahnträgern an Decken
oder Dachkonstruktionen von Hallen bekannt, bei der nur auf Zug beanspruchte Befestigungsmittel
vorgesehen sind. Es handelt sich jedoch um eine typische Stahlkonstruktion und nicht
um die Verbindung von Bauteilen aus Stahlbeton. Außerdem sind keine Vorsprünge vorgesehen,
an die die Träger angeschlossen werden.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Befestigungskräfte der
Bauteile aus Stahlbeton an den Traggliedern unter Vermeidung von Scher- und Biegekräften
statisch klar erfaß- und kontrollierbar zu halten und Mittel zur Gewährleistung
der exakten Lage der angehobenen Bauteile durch Begrenzung des Anhebevorganges vorzusehen.
-
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs beschriebenen
Art dadurch gelöst, daß der als Träger ausgebildete Bauteil von unten her gegen
eine horizontale Anlagefläche der Vorsprünge zum Anliegen gebracht und mit den Traggliedern
zumindest bei der Montage durch auf Zug beanspruchte, in den Vorsprüngen gehaltene
Befestigungsmittel verbunden wird.
-
Dadurch wird eine außerordentlicheVereinfachung des Montagevorganges
und eine exakte Höhenlage der Bauteile erreicht, ohne daß eine besondere Sorgfalt
beim Anhebevorgang erforderlich wäre. Als weiterer Vorteil ergibt sich die ausschließlich
auf Zug erfolgende Beanspruchung der Befestigungsmittel an den Traggliedern. Dadurch,
daß die horizontalen, als Träger ausgebildeten Bauteile an besonderen Vorsprüngen
der insbesondere vertikalen Tragglieder befestigt werden, nachdem diese Bauteile
beim Anheben an horizontale Anlageflächen der Vorsprünge zum Anliegen gebracht wurden,
wird in besonders einfacher Weise der nachträgliche Einbau von Zwischendecken in
Hallen und damit eine Unterteilung hoher Räume in wirtschaftlicher Weise ermöglicht,
ohne eigentliche Umbauarbeiten am Gebäude vornehmen zu müssen.
-
Zur Entlastung der Befestigungsmittel der Bauteile an den Traggliedern
ist es vorteilhaft, nach der Montage die Befestigungsmittel entlastende oder ersetzende
Auflagerträger für den Bauteil auf Lagerkonsolen einzubringen.
-
Gegenstand der Erfindung ist auch ein laut dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestelltes Bauwerk, welches sich dadurch kennzeichnet, daß die Vorsprünge Durchtrittsöffnungen
für aus dem Bauteil nach oben ragende Aufhängebolzen aufweisen, deren Enden zum
Zusammenwirken mit auf den Vorsprüngen aufliegenden Fixierungsmitteln ausgestattet
sind.
-
Vorteilhaft sind die Enden der Aufhängebolzen mit einem Außengewinde
zum Aufschrauben einer Mutter ausgestattet. Zusätzlich können die Aufhängebolzen
mit einem Innengewinde zum Einschrauben eines Ankers eines Seilzuges ausgestattet
sein.
-
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand an Hand einiger Ausführungsbeispiele
dargestellt. Es zeigen F i g. 1, 2, 4 und 6 Längssehnitte durch ein
Bauwerk bzw. durch Tragglieder des Bauwerks, F i g. 3 einen als Träger ausgebildeten
Bauteil in der Ausführungsform nach F i g. 2 als Schaubild, F i
g. 5 einen Horizontalschnitt durch einen Bauteil nach der Schnittebene
1-11 in F i g. 6,
F i g. 7 einen Längsschnitt
durch einen Bauteil, der im Obergurt eine Aussparung aufweist und F i
g. 8 den Bauteil nach F i g. 7 als Schaubild. Das Ausführungsbeispiel
nach F i g. 1 zeigt als Tragglied eine über den Fußboden 15 emporragende
Säule 14 mit einem Vorsprung 2. Dieser weist eine Durchtrittsöffnung 3 auf.
Der als Träger ausgebildete Bauteil 1 ist an seinen Enden mit nach oben ragenden
Aufhängebolzen 4 ausgestattet, welche mittels Querstücken 21 im Bauteil
1 verankert sind. Ein derartiger Bauteil 1 wird mittels einer Hubvorrichtung,
z. B. einem Hubstapler, hochgedrückt, bis er am Vorsprung 2 zur Anlage kommt. In
dieser Endstellung ist der Aufhängebolzen 4 des Trägers bereits durch die Durchtrittsöffnung
3 des Vorsprunges 2 durchgetreten, so daß sein freies Ende aus diesem nach
oben vorsteht. Dieses freie Ende ist mit einem Außengewinde 7 versehen, auf
welches eine Mutter 6 aufgeschraubt wird. Eine etwa vorgesehene Beilagscheibe
ist mit 5 bezeichnet. Aus F i g. 1 ist deutlich zu ersehen,
in welch einfacher Weise die Montage eines als Träger ausgebildeten Bauteils
1 erfolgen kann, wobei als Montageraum nur der an und unterhalb der Vorsprünge
2 befindliche Raum benötigt wird. In F i g. 1 ist lediglich das linke Endstück
des Bauteils 1 dargestellt, dessen rechtes Ende in gleicher Weise spiegelgleich
ausgestaltet ist.
-
Das Ausführungsbeispiel nach F i g. 2 bezieht sich auf die
Befestigung von Bauteilen 1 als Nebenträger an Hauptträgern 18 mit
T-förmigem Querschnitt. Der obenliegende Druckgurt steht beiderseits über den Steg
vor und bildet in bezug auf diesen Vorsprüngen 2, welche in gleicher Weise wirken
wie die an der Säule 14 in F i g. 1 dargestellten Vorsprünge. Beim Ausführungsbeispiel
nach F i g. 2 weist auch der als Nebenträger ausgebildete Bauteil
1 einen T-Querschnitt auf, dessen Druckgurt 16 zu beiden Seiten über
den Steg vorsteht (F i g. 3). Der Aufhängebolzen 4 ist beim Ausführungsbeispiel
nach F i g. 2 als Rohr ausgebildet. Im übrigen ist die Anordnung wesensgleich
mit der in F i g. 1 beschriebenen. Die Ausbildung des Bauteils
1 mit T-Querschnitt erfolgt beim Ausführungsbeispiel nach F i g. 2
und 3 in der Weise, daß der Druckgurt 16 etwas vor dem Ende des Steges
endet, so daß der Aufhängebolzen 4 frei aus dem Ende des Stegs nach oben ragL Um
den freien Ringraum zwischen der Durchtrittsöffnung 3 des Vorsprunges
2 und dem Aufhängebolzen 4 vergießen zu können, ist ein Vergußkanal
17 angeordnet.
-
Neben den beschriebenen Vorteilen zeigt das Ausführungsbeispiel nach
F i g. 2 auch noch anschaulich, wie vorteilhaft die erfindungsgemäße Hängebauart
gerade bei Wahl der für Stahlbetonfertigteile typischen T-Querschnitte gegenüber
der klassischen Bauweise ist, bei welcher die Nebenträger oben auf den Hauptträgern
aufliegen. Da bei dieser bisher üblichen Bauweise der Steg des Nebenträgers mit
seiner Unterfläche auf der Oberfläche des Druckgurts des Hauptträgers auflieggt,
ergibt sich eine äußerst große Bauhöhe für eine Deckenkonstruktion. Um diese zu
vermeiden, hat man auch vorgeschlagen, den Hauptträger mit umgekehrten Profil (Querbalken
unten, Steg nach oben ragend) zu verlegen, was aber in der Regel den statischen
Notwendigkeiten widerspricht. Die Erfindung gewährleistet demgegenüber die niedrigstmögliche
Bauhöhe bei in statischer Hinsicht günstiger Querschnittsgestaltung der Bauteile.
Das Anheben des Bauteils 1 mit einer Zugeinrichtung zeigt F i g. 4.
Der als Rohr ausgebildete Aufhängebolzen 4 weist ein Innengewinde 8 (F i
g. 2) auf. In dieses Innengewinde 8 ist der Anker 9 (F i
g. 4) eines Seilzuges 10 einschraubbar. Das Seil dmelben ist durch
die Durchtrittsöffhung 3 des Vorsprunges 2 durchgezogen, oberhalb welcher
vorher die Beilagscheibe 5 und die Mutter 6 in Vorbereitungsstellung
gebracht worden sind. Ein Montagebock 19 wird auf den Vorsprung 2 aufgesetzt.
Eine Winde 20 od. dgl., welche auf dem Montagebock 19 aufruht, dient zum
Aufwinden des Seiles 10 und damit zum Anheben des Bauteils 1 bis zum
Anschlag an die horizontale Anlagefläche des Vorsprunges 2, an welchem die Aufhängung
in der bereits beschriebenen Weise erfolgt.
-
Bei sehr großen Belastungen des Bauteils 1 müßte der Aufhängebolzen
4 zu große Dimensionen erhalten. In diesem Fall wird eine gegebenenfalls zusätzliche
Befestigung des Bauteils 1 nach dem mittels des Aufhängebolzens 4 erfolgten
Hochheben ausgeführt, wie dies eine Variante nach den F i g. 5 und
6
ermöglicht.
-
Am unteren Rand des Hauptträgers 18 sind zusätzlich zum Vorsprung
2 zwei Lagerkonsolen 2' (F i g. 6
und 5) in einer Entfernung voneinander
vorgesehen, welche größer ist als die Stärke des beim Ausführungsbeispiel mit Rechteckquerschnitt
ausgebildeten Bauteils 1, so daß dieser durch den zwischen den Lagerkonsolen
2' freibleibenden Raum 11 bis zum Anschlag am Vorsprung 2 angehoben
werden kann. Das Ende des Bauteils 1 weist in seinem unteren Teil einen Absatz
auf, wie aus F i g. 5 und 6 ersichtlich. Wie bei den vorhergehenden
Ausführungsbeispielen wird der Bauteil 1 mittels der Aufhängevorrichtung
4, 6 am Vorsprung 2 des Hauptträgers 1 aufgehängt.
-
Nach der Montage wird ein als Winkelschiene ausgebildeter Auflageträger
13 zwischen die Lagerkonsolen 2' und den Absatz des Bauteils 1 geschoben.
Die Abmessungen der zusammenwirkenden Teile können so gewählt sein, daß der Bauteil
1 gemeinsam durch die Aufhängevorrichtung 4, 6 und durch den als Winkeleisen
ausgebildeten Auflagerträger 13 vom Vorsprung 2 und den LagerkonsoIen 2'
des Hauptträgers 18 getragen wird. Es kann jedoch auch auf die weitere Mitwirkung
der Aufhängevorrichtung 4, 6
verzichtet werden.
-
F i g. 7 und 8 zeigen in Umkehrung des vorhergehenden
Ausführungsbeispieles eine Ausnehmung 12 im Druckgurt des Endes des Bauteils
1, wobei zum Durchtritt der die Ausnehmung 12 begrenzenden Seitenteile des
Endes des Bauteils 1 im Vorsprung 2 des Traggliedes, z. B. der Säule 14,
ebenfalls entsprechende Ausnehmungen vorgesehen sind. Zur Auflagerung dient wieder
ein eingeschobener Auflagerträger 13 allein oder im Zusammenwirken mit der
mindestens für die Montage erforderlichen Auf-
hängevorrichtung 4,
6.