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Datenübermittlung in einer Fernsprechvermittlungsanlage, an die für
tonfrequente Tastwahl eingerichtete Teilnehmerapparate und Teilnehmerapparate mit
Nummernschalter angeschlossen sind Durch die Einführung der tonfrequenten Tastwahl
in der Fernsprechvermittlungstechnik ergibt sich eine einfache Möglichkeit, mittels
derTastatur eines Fernsprechapparates auch Daten zu übermitteln. Ein Teilnehmer
kann z. B. mittels normaler Tastwahl erst eine Verbindung zu einem Datenempfänger
herstellen und nach vollendetem Verbindungsaufbau mittels seiner Tastatur Daten
(Ziffern) aussenden, die von dem entsprechend einem Tastwahlempfänger ausgestatteten
Datenempfänger ausgewertet oder/und registriert werden. Als Daten kommen Bestellungen
in einem Warenhaus, Flugbuchungen u. a. m. in Frage. Da die Datenübertragung mittels
Tonfrequenz vor sich geht, werden die Daten wie SprechsignaIe vom Ursprungsort (Fernsprechapparat)
zum Zielort (Datenempfänger) übertragen.
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Bei Einführung der Tastwahl müssen in einer übergangszeit Tastwahl-
und Nummernschalterapparate nebeneinander betrieben werden. Einern Fernsprechteilnehmer;
dessen Apparat mit Nummernschalter ausgerüstet ist, wäre dabei die Möglichkeit der
Datenübermittlung nicht gegeben. Wohl könnte er mittels seines Nummernschalters
nach vollendetem Verbindungsaufbau Gleichstromimpulse aussenden, doch könnten diese
nicht über die im übertragungsweg liegenden gleichstromundurchlässigen Einrichtungen
- übertrager, Kondensatoren - zu dem angewählten Datenempfänger gelangen. Auch in
Vermittlungsanlagen, in denen z. B. während des Verbindungsaufbaues die vom Teilnehmer
ausgesandten Wählimpulse in einem Register in Wechselstromsignale umgesetzt werden,
könnte keine Datenübermittlung stattfinden, da nach vollendetem Verbindungsaufbau
das Register abgeschaltet wird.
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Aus der deutschen Patentschrift 1074 669 ist es bereits bekannt, zur
Erzeugung einer teilnehmereigenen Frequenz zur Identifizierung des rufenden Teilnehmers
in Fernsprechanlagen, einen Transistoroszillator parallel zum Nummernscheibenimpulskontakt
der Fernsprechteilnehmerstation zu schalten. Während der beim Wählen hervorgerufenen
Öffnungen des Nummernscheibenimpulskontaktes ist dieser Oszillator wirksam und sendet
zu dieser Zeit einen Wechselstrom mit einer den Teilnehmer kennzeichnenden Frequenz
aus. Um die Teilnehmer auf diese Weise identifizieren zu können, müssen die Oszillatoren
der einzelnen Fernsprechapparate natürlich auf verschiedene Frequenzen abgestimmt
sein.
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Aufgabe der Erfindung ist es, auch den Teilnehmern, deren Apparate
mit Nummernschalter ausgerüstet sind, eine Datenübermittlung zu ermöglichen.
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Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist eine Fernsprechvermittlungsanlage,
an die für tonfrequente Tastwahl eingerichtete Teilnehmerapparate und Teilnehmerapparate
mit Nummernschalter sowie von den Teilnehmerapparaten aus anwählbare und für den
Empfang von durch die Tastwahlapparate erzeugbare, parallelcodierte [z. B. 2 # (1-aus-4)-Code]
Tonfrequenzsignale eingerichtete Datenempfänger angeschlossen sind, erfindungsgemäß
so ausgestattet, daß in einem Teilnehmerapparat mit Nummernschalter in an sich bekannter
Weise dem Nummernschalterimpulskontakt ein Tonfrequenzgenerator parallel schaltbar
ist, der einheitlich auf eine bestimmte, von der Tastwahl unterschiedliche Frequenz
oder Frequenzkombination abgestimmt ist, und daß die Datenempfänger bei Empfang
eines Zeichens mit dieser bestimmten Frequenz oder Frequenzkombination auf den Empfang
von seriencodierten Signalen umschalten.
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Die Erfindung wird nun an Hand der Zeichnungen näher erläutert. In
diesen zeigt F i g. 1 die Schaltung eines Teilnehmerapparates gemäß der Erfindung,
und F i g. 2 und 3 zeigen Diagramme zur Erläuterung der Arbeitsweise der Schaltung
nach F i g.1.
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In der in F i g. 1 dargestellten Schaltung eines Teilnehmerapparates
mit Nummernschalter sind mit M das Mikrofon, mit F die Hörkapsel, mit GU der Gabelumschalter,
mit nsa und nsr ein Arbeits- und ein Ruhekontakt des Nummernschalters und mit nsi
der Nummernschalterimpulskontakt bezeichnet. Die, Schaltung unterscheidet sich von
der eines gewöhnliehen
Teilnehmerapparates nur durch den direkt
oder über eine Taste. T parallel zum Kontakt ns! geschalteten Tonfreqüenzgenerator
TG.
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Es sei zuerst angenommen, daß die Punkte P und Q direkt miteinander
verbunden sind und die Taste T nicht vorhandewist: ..' Zur Einleitung einer Verbindung
hebt der Teilnehmer seinen Hariclappärat ab, wodurch der Gabelumschalter GU schließt:
Während der Betätigung des Nummernschalters zum Zweck- der Wahl eines. gewünschten
Anschlusses ist der Arbeitskontakt nsa geschlossen und der Ruhekontakt rzsr geöffnet,
während mittels des Impulskontaktes nst-eine den jeweils gewählten Ziffern entsprechende
Anzahl von Wählimpulsen zur Vermittlungsstelle übertragen wird. Die Impulsgabe wird
durch den Tonfrequenzgenerator TG nicht gestört, wenn dieser so hochohmig
_ ausgebildet ist, daß der bei geöffnetem Kontakt nsi-fließende Schleifenstrom die
in der Vermittlungsstelle an die Adern der Teilnehmeranschlußleitung geschalteten
Organe nicht beeinflussen kann. Während der Zeit, in der der Kontakt nsi geöffnet
ist, liegt der Tonfrequenzgenerator an Speisespannung und liefert ein tonfrequentes
Signal. -Der Verlauf des Schleifenstromes i nach der Zeit t
ist im
Diagramm gemäß F i g. 2 dargestellt. Wie daraus ersichtlich ist; stört der Tonfrequenzgenerator
die Wählimpulsgabe in keiner Weise..
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Entsprechend der gewählten Nummer wird der Teilnehmer über die Vermittlungsanlage
mit einem gewünschten Anschlüß verbunden. Es sei nun angenommen, daß an den gewählten
Anschluß ein Datenempfänger angeschaltet ist. Dies könnte beispielsweise ein die
Bestellungen für ein Warenhaus entgegennehmender .und registrierender Datenempfänger
sein. Dieser könnte, nach erfolgter Durchschaltung der Verbindung, den rufenden
Teilnehmer auffordern - z. B. durch'eine auf Magnetband registrierte Ansage - -seine
Bestellung durch Wählen der entsprechenden, in einem Katalog angeführten Nummern
durchzugeben. Wenn nun der Teilnehmer den Nummernschalter zur übermittlung der entsprechenden
Daten (Ziffern) betätigt, sendet der Tonfrequenzgenerator bei jeder Öffnung des
Kontaktes ns! ein tonfrequentes Signal aus, das wie ein Sprechsignal zum gewählten
Anschluß und dort in den Datenempfänger gelangt. Wenn nun alle an die Anlage angeschlossenen;_Datenempfänger
und -alle Tonfrequenzgeneratoren der einzelnen Teilnehmer auf dieselbe Frequenz
oder dieselbe Frequenzkombination abgestimmt sind, können gemäß der Erfindung auf
diese Weise die gewünschten Daten übermittelt, empfangen und registriert oder ausgewertet
werden.
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Die während der- Datenübermittlung auftretenden Intervalle, in denen
(s. F i g. 2) der Schleifenstrom auf einen sehr niedrigen Wert absinkt, werden sich
in der Vermittlungsstelle im allgemeinen nicht störend bemerkbar machen und die
Verbindung nicht auslösen.
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Zweckmäßigerweise werden die Datenempfänger mit einem Sprach- 'und
Knackschutz ausgestattet. Auf diese Weise können Störungen in der Datenübertragung
vermieden werden. Solche Störungen könnten auftreten, wenn der Teilnehmer während
der Datenübermittlung in sein Mikrofon M spricht oder wenn die durch die Schleifenstromunterbrechungen
erzeugten Knackgeräusche zum Datenempfänger gelangen. . Ist es aus vermittlungstechnischen
Gründen wünschenswert, bei der Datenübermittlung die Schleifenstromunterbrechungen
zu vermeiden, so kann dies erfindungsgemäß auf folgende Weise erreicht werden: Der
Tonfrequenzgenerator wird niederohmig ausgebildet und über eine Taste T parallel
zum Kontakt nsi geschaltet. In der F i g. 1 ist die Verbindung zwischen den Punkten
P und Q dann unterbrochen, und die beiden Anschlußklemmen der Taste T werden mit
diesen beiden Punkten verbunden. Während der Wahl bleibt die Taste T offen. Die
Wählimpulse bestehen daher aus den üblichen Schleifenstromanterbrechungen. Zur Einleitung
der Datenübermittlung wird dann die Taste T betätigt und damit der Kontakt ns! mit
dem niederohmigen Tonfrequenzgenerator überbrückt. Wenn nun der Kontakt ns! öffnet,
sinkt der Schleifenstrom nicht merklich ab, und der an der Speisespannung liegende
Tonfrequenzgenerator TG liefert das tonfrequente Signal. Der Verlauf des
Schleifenstromes i nach der Zeit t während der Datenübermittlung ist
für diese Ausführungsform in F i g. 3 dargestellt. Die Taste T ist rastend ausgeführt
(Speichertaste). Sie kann entweder elektrisch oder mechanisch gehalten werden und
geht beim Auflegen des Handapparates in ihre Ruhestellung zurück.
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Ist der Datenempfänger nicht mit Sprachschutzkreisen ausgerüstet,
so kann erfindungsgemäß mit einem Kontakt der Taste T das Mikrofon
M für die Dauer der Datenübermittlung kurzgeschlossen werden.
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Wie erwähnt, wird diese Art der Datenübertragung besonders durch die
Einführung der Tonfrequenztastwahl aktuell. Wenn die Datenempfänger für den Empfang
der für die Tastwahl verwendeten Frequenzen oder Frequenzkombinationen eingerichtet
sind, können die für Tonfrequenztastwahl eingerichteten Teilnehmerapparate ohne
weiteres zur Datenübertragung herangezogen werden. Bei dieser Art der Datenübertragung
wird jede Ziffer durch eine Frequenz -oder Frequenzkombination übertragen.
Man kann daher von einem Parallelcode sprechen. Dagegen können die Daten von einem
mit Nummernschalter und Tonfrequenzgenerator versehenen Teilnehmerapparat nur in
einem Seriencode übermittelt werden, da jede Ziffer durch eine entsprechende Anzahl
von Signalen einer bestimmten Frequenz oder Frequenzkombination dargestellt wird.
Es sei beispielsweise angenommen, daß für die Tonfrequenztastwahl ein sogenannter
2 - (1-aus-4)-Code verwendet wird. Dabei sind zwei Gruppen von je vier Frequenzen
vorhanden, und zur übermittlung eines Wertes (Ziffer oder Sonderkennzeichen) wird
jeweils eine Frequenz aus jeder der beiden Gruppen gleich= zeitig übertragen. Auf
dieseWeise können 16 Zeichen gebildet werden, von denen nur 10 für die Ziffernwerte
von 1 bis 0 und etwa 2 für Sonderkennzeichen verwendet werden. Wenn nun die Tonfrequenzgeneratoren
der mit Nummernschalter ausgerüsteten Teilnehmerapparate so ausgebildet sind, daß
sie eine der 16 möglichen Frequenzkombinationen dieses 2. (1-aus-4)-Code erzeugen,
die bei der Tastwahl nicht verwendet wird, kann der Datenempfänger einfach unterscheiden,
ob die Daten von einem für Tastwahl eingerichteten oder von einem mit Nummernschalter
versehenen Teilnehmerapparat übermittelt werden. Der normalerweise auf den Empfang
von Parallelcode eingestellte Datenempfänger schaltet dann bei Empfang einer für
die Tastwahl nicht
verwendeten Frequenzkombination automatisch auf
Empfang in Seriencode um.
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Damit ist erfindungsgemäß eine Datenübermittlung von beiden Arten
von Teilnehmerapparaten aus gewährleistet.