DE1261835B - Verfahren zur Herstellung von hochprozentiger Fluorwasserstoffsaeure hoher Reinheit - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von hochprozentiger Fluorwasserstoffsaeure hoher ReinheitInfo
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COIb
Deutsche Kl.: 12 i-7/22
1261 835
J 20268IV a/12 i
20. Juli 1961
29. Februar 1968
J 20268IV a/12 i
20. Juli 1961
29. Februar 1968
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von hochprozentiger Fluorwasserstoffsäure hoher
Reinheit durch Umsetzung von Fluorit, insbesondere von Fluorit geringer Qualität, mit etwa 98- bis etwa
102gewichtsprozentiger Schwefelsäure, wiederholte Teilkondensation der hierbei entstehenden HF enthaltenden
Gase unter Auswaschen mit einem Kondensat einer verschiedenen Teilkondensationsstufe und
schließlich durch Kondensation des so gereinigten Fluorwasserstoffgases.
Es ist bekannt, Fluorwasserstoffsäure im industriellen Maßstab unter Verwendung von Fluorit als
Fluorlieferant herzustellen. Das Fluorit wird nach kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Verfahren
mit heißer Schwefelsäure in besonderen Reaktionsöfen behandelt. Bei der Reaktion zwischen Schwefelsäure
und Fluorit bildet sich festes Calciumsulfat und im allgemeinen gasförmige Fluorwasserstoffsäure. Bei
diesen Verfahren wird ein Fluorit mit besonders hohem Reinheitsgrad gefordert, wobei der CaF2-Gehalt
über 97 bis 98%» der Karbongehalt unter 1 bis 1,5%, der Kieselsäuregehalt unter 1 bis 1,5% und der
Schwefelgehalt größenordnungsmäßig 0,03% betragen soll. Alle diese Verunreinigungen verursachen einen
höheren Verbrauch an H2SO4 und CaF2 und haben
unerwünschte Nebenprodukte zur Folge, die den Betrieb der Anlage stören und die erzeugte Flußsäure
verunreinigen können. Karbonate verbrauchen unnötigerweise unter Bildung von CO2 und Wasser Schwefelsäure.
Kieselsäure setzt sich mit Fluorwasserstoffsäure unter Bildung von Siliciumtetrafluorid und
Wasser um. Sulfide verbrauchen unter Bildung von Schwefelwasserstoff Schwefelsäure.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Herstellung von hochprozentiger Fluorwasserstoffsäure
hoher Reinheit zu schaffen, deren Verunreinigung an Schwefelsäure, Fluorschwefelsäure,
Schwefeldioxyd und Wasser sehr gering ist. Die Verfahrensstufen sollen vereinfacht, die Korrosion herabgesetzt
und die Wartungskosten vermindert werden. Insbesondere soll auch aus Fluorit mit geringem
Reinheitsgrad, beispielsweise mit 90% CaF2, bis 9% SiO2. bis 5% Karbonat und bis 0,5% Schwefel, eine
technische Flußsäure mit hohem HF-Gehalt hergestellt werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das durch Umsetzung von Fluorit mit Schwefelsäure
entstandene Gas aufeinanderfolgend durch einen Staubabscheider, eine Staubkammer, einen
gemäß der Reaktionsgleichung
2H2S+ SO2
3S + 2H2O
Verfahren zur Herstellung von hochprozentiger
Fluorwasserstoffsäure hoher Reinheit
Fluorwasserstoffsäure hoher Reinheit
Anmelder:
Societä Edison, Mailand (Italien)
Vertreter:
Dr.-Ing. H. Negendank, Patentanwalt,
2000 Hamburg 36, Neuer Wall 41
2000 Hamburg 36, Neuer Wall 41
Als Erfinder benannt:
Domenico Zanon, Claudio Sperandio, Mailand
(Italien)
Beanspruchte Priorität:
Italien vom 21. Juli 1960 (12 836)
katalytisch arbeitenden Schwefelreiniger, einen Kühler, einen hauptsächlich der Entfernung von FSO3H
dienenden Wäscher und einen die Verflüssigung des gereinigten, hochprozentigen Fluorwasserstoffgases
bewirkenden Kondensator geleitet wird, wobei der Wäscher mit dem Kondensat aus Staubkammer,
Schwefelreiniger und Kühler beschickt wird, der Staubabscheider mit dem Kondensat aus dem Wäscher
beschickt wird und das Kondensat des Staubabscheiders in das der Umsetzung von Fluorit mit Schwefelsäure
dienende Reaktionsgefäß eingebracht wird. Die vor der Kondensation des technischen Fertigproduktes
erfolgende erfindungsgemäße Wäsche der HF-Rohgase durch die Kondensate, die von verschiedenen
Stellen der Anlage kommen und daher nicht dasselbe Gleichgewichtsverhältnis haben, bringt folgende praktische
Vorteile mit sich:
1. Vollständige Abscheidung der im Rohgas enthaltenen Fluorschwefelsäure durch das in der
Schwefelsäure enthaltene SO3.
2. Weitere Herabsetzung der in dem Rohgas enthaltenen hochsiedenden Bestandteile, die wegen
ihres geringen Partialdruckes bei der vorhergegangenen Kühlung nicht abgeschieden wurden.
3. Entfernung des größten Wasseranteiles aus den Kondensaten durch Hydrolyse der Fluorschwefelsäure,
so daß die Kondensate nach vorhergehender Wäsche dem Generator wieder zugeführt werden können, ohne das Gleichgewicht
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3 4
der Reaktion durch einen eventuellen Wasser- Im Generator 1 bekannter Bauart wird Fluorit mit
anteil zu stören. Schwefelsäure mit einer vorher festgelegten bzw. ver-
4. Möglichkeit einer Anpassung der Wasserkonzen- änderbaren Konzentration von 99 bis 102% vertration
der Kondensate an den Gehalt an Fluor- mischt. Die angreifende Schwefelsäure wird im entschwefelsäure
in dem Rohgas, wobei zu diesem 5 sprechenden Verhältnis, Schwefelsäure (z. B. zu 98%)
Zweck der Waschsäure Wasser bzw. an anderen und Oleum zu 105%, in nicht eingezeichneten separa-Stellen
zurückgewonnene Flußsäurelösung zu- ten Behältern vorgemischt.
gesetzt wird. Die ungefähre Zusammensetzung in Volumenpro-
5. Vermeidung großer Filter für die Abscheidung zent der durch das Rohr 100 aus dem Generator ausder
bei anderen Verfahren von dem Rohgas io tretenden Gase ist folgende:
mitgeführten Nebel und deren Ersatz durch „p „,, . gro/
kleinere, einfachere und kostensparende Vor- υ Cri
a;t no/
. , ^ ΓΐτΟνΛι J DlS L In
richtungen. ^0* 5 bis 2°/°
Nach dieser Wäsche wird das gereinigte HF-Gas 15 ?°2 " V,"'V ' \\ V1
2 }?S U 1^? . -,
kondensiert. Die nicht kondensierbaren Gase können Inerte Bestandteile restlicher Anteil
anschließend im Gegenstrom direkt mit der für die Die Temperatur der aus dem Generator austreten-
Umsetzung benutzten Säure gewaschen werden, um den Gase beträgt etwa 200 bis 250° C.
die geringen, noch nicht kondensierten Spuren an Der Druck liegt wenige Millimeter HjO (etwa 10
HF zu erfassen. Zu diesem Zweck verwendet man eine 20 bis 100 mm) unter Atmosphärendruck. Die aus dem
Säure mit geringem freiem Gehalt an SO3. Generator 1 kommenden Gase werden durch einen
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren läuft die vertikalen Staubabscheider 2 gemäß F i g. 2 geleitet.
Bildungsreaktion des HF in wasserfreier Umgebung Hier werden die Gase gewaschen, und zwar nicht nur
ab, so daß Kieselsäure durch das gebildete HF nicht von den durch die Abkühlung der Gase im Rohr 3
angegriffen wird und die Reinigungs- und Konden- 25 gebildeten Kondensaten, sondern auch mit den aus
sationsanlagen des gewonnenen HF vereinfacht wer- dem Wäscher 7 über die Rohrleitung 8 zufließenden
den. Darüber hinaus wird auch die Ausbringung an Kondensaten. Im Staubabscheider 2 sind gegen die
Flußsäure erhöht. Der von dem Rohgas mitgeführte Mittelachse des Abscheiders geneigte Ablenk- oder
Schwefel wird nur in einem einzigen Teil der Anlage Prallbleche 22 vorgesehen. Das Kondensat fließt längs
ausgeschieden. Das von dort kommende Kondensat 30 dieser Prallbleche 22 und fällt kaskadenartig von einem
wird zusammen mit anderen Kondensaten zur Ab- Prallblech auf das nächste und wäscht hierbei im
scheidung der in der Flußsäure vorhandenen Fluor- Gegenstrom die Gase. Der Staubabscheider 2 weist -schwefelsäure
benutzt. Durch das erfindungsgemäße gegenüber den entsprechenden bekannten Vorrich-Verfahren
werden sämtliche Einrichtungen verein- tungen kleine Abmessungen auf. facht und die Anlagekosten herabgesetzt. Auch die 35 Die Gasphase besitzt praktisch die bereits vorer-Korrosion
wird verringert, so daß die Anlage fast wähnte Gaszusammensetzung, während die Zusamganz
aus Eisen ohne Verwendung von Sonderwerk- mensetzung der flüssigen Phase zwischen nachstehenstoffen
gebaut werden kann. den Werten schwankt:
In einem Reaktor bekannter Bauart wird Fluorit w Qn on, . 4r,0/
mit H2SO4 vorbestimmter Konzentration (z. B. 40 £ η on ν aJ?
100%ige H2SO4 durch Mischen von gewöhnlicher g2 F redlicher AmtHI
H2SO4 mit Oleum) umgesetzt. Kieselsäure wird von n resuicner Anteil
HF nicht angegriffen; dagegen geht das SO3 mit HF Die aus der genannten Vorrichtung austretende
in Fluorschwefelsäure über. Die von dem Reaktor gasförmige Phase besitzt eine Zusammensetzung,
kommenden Gase durchströmen eine Reihe von 45 welche von der der eintretenden Gase nicht viel abApparaten,
in denen Staub abgeschieden und hoch- weicht.
siedende Verunreinigungen kondensiert werden. Die Man ist nicht bestrebt, in diesem Abscheider eine
Schwefelabscheidung erfolgt in einem leicht zugang- Abscheidung zu forcieren, weil diese in den nachfollichen
großen Behälter mit Katalysatorinhalt, und genden Verfahrensstufen erfolgt; dieser Abscheider
anschließend wird das gereinigte Gas im Gegenstrom 5° verrichtet vielmehr verschiedene Arbeitsgänge in dem
zum Kühlwasser gekühlt. Die in der Staubkammer, Sinne, daß er neben dem Festhalten einer bestimmten
dem Schwefelreiniger und dem Kühler anfallenden Menge an Schwefel und Wasser in der flüssigen Phase
Kondensate werden dazu benutzt, in einem Wäscher einen ersten Niederschlag an Staub und auch eine
die in dem Rohgas noch vorhandene Fluorschwefel- bescheidene Rückgewinnung an Wärme aus der
säure auszuscheiden, wobei der Wassergehalt der 55 gasförmigen Phase bewirkt, denn die in den Abschei-Kondensate
zur vollständigen Hydrolyse dieser Säure der eintretenden Kondensate fließen wieder bei einer
dient. Die gewonnenen wasserfreien Kondensate wer- Temperatur heraus, die um etwa 60 bis 100° C höher
den in den Reaktor zurückgeführt. liegt als die Eintrittstemperatur.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird durch die über die Leitung 3 werden die Gase in die Staubnachfolgende
Beschreibung der Zeichnungen näher 60 kammer 4, die in F i g. 3 dargestellt ist, geleitet. Die
erläutert. Staubkammer besteht aus einem Behälter, z. B. recht-
F i g. 1 ist ein Ausführungsbeispiel der Anlage, mit eckigen Querschnitts, mit Prallblechen 34 und 35.
der insbesondere auch ein minderwertigeres Fluorit Diese Kammer ist derart ausgelegt, daß auch die letzten
mit 90% CaF2, etwa 10% Karbonat + SiO2 und 0,3 mitgeführten Staubspuren niedergeschlagen werden
bis 0,5% S (freier Schwefel und/oder Sulfid) verarbeitet 65 und daß außerdem eine weitere Kondensation der
werden kann; Verunreinigungen mit hohem Siedepunkt dadurch
F i g. 2, 3 und 4 zeigen eine Reinigungseinrichtung erfolgt, daß die Gase gezwungen sind, das Kondensat
für das erfindungsgemäße Verfahren. am Boden der Kammer 4 zu bestreichen und folglich
bestrebt sind, sich mit diesem rasch ins Gleichgewicht zu setzen.
Der Temperaturabfall in der Staubkammer beträgt etwa 500C.
Der Arbeitsdruck liegt wenige Millimeter H2O
unter dem Atmosphärendruck (etwa 100 bis 200 mm H2O).
Die Gasgeschwindigkeit in der Staubkammer beträgt etwa 3 bis 4 m pro Sekunde.
Die Staubkammer ist derart ausgelegt, daß das Gas gezwungen ist, mehrere Male die Oberfläche der
flüssigen Phase derart zu bestreichen, daß fast die gesamte Menge an Schwefelsäure und Wasser aus
der Dampfphase ausgeschieden wird. Obwohl in der Praxis das Bestreben besteht, vollständige Gleichgewichtsverhältnisse
zu erzielen, hat man dies jedoch nicht erreicht. Die Abscheidung der Schwefelsäure
aus der Dampfphase ist aber sehr intensiv. Die beiden Phasen, die flüssige und die Dampfphase, die während
des Betriebes miteinander in Berührung kommen, können etwa folgende Zusammensetzungen aufwei
Gasphase (Volumprozent)
H2SO4
HF...
HF...
H2O und inerte
Bestandteile .
Bestandteile .
Gaseintritt
3 bis 1
90 bis 95
restlicherAnteil
Gasa iistritt
0,5 93 bis 98
restlicherAnteil
35
Flüssige Phase (Gewichtsprozent)
H2SO4 40 bis 20
H2O 40 bis 20
HF restlicher Anteil
Das Kondensat wird über ein nicht eingezeichnetes Uberlaufrohr aus der Kammer geleitet.
Von der Staubkammer 4 werden die Gase über eine Leitung 105 von unten in den Schwefelreiniger 5
geleitet. In dieser Vorrichtung werden die Gase durch ein Eisennetzpaket mit ziemlich kleinen Maschen
geleitet, das in an sich bekannter Weise die Bildungsreaktion von Schwefel aus Schwefelwasserstoff und
SO2 katalysiert, wobei der Schwefel in festem Zustand ausgeschieden wird.
Die Schwefelabscheidung erfolgt nach folgendem chemischen Schema:
2H2S+ SO2
2 H2O + 3 S
Die Arbeitstemperatur liegt bei 1000C.
Die Zusammensetzung der gasförmigen Phase beim Austritt aus dem Schwefelreiniger weicht von der gasförmigen
Phase beim Eintritt lediglich im Gehalt an H2S ab, der praktisch verschwindet, und im SO2-Gehalt,
wovon noch eine ziemliche Menge verbleibt. Dieses restliche SO2 wird anschließend in dem
Kühler 6 der Waschsäule 7 und dem Kondensator 10 teilweise entfernt. Der Rest (<
1 Gewichtsprozent) wird nach der Wäsche mit H2SO4 zusammen mit den
nicht kondensierten Gasen aus der Anlage entfernt. Das sich in dem Schwefelreiniger gegebenenfalls
bildende Kondensat wird am Boden abgelassen und mit dem von der Staubkammer 4 kommenden Kondensat
vereinigt. Vom Schwefelreiniger 5 werden die Gase in einen mit Wasser gekühlten Röhrenkühler 6
geleitet, worin eine Kondensation praktisch aller Verunreinigungen mit hohem Siedepunkt erfolgt.
Die Gastemperatur beträgt beim Eintritt 80 bis 1000C und beim Austritt 35 bis 45° C.
Die Gaszusammensetzung nach Volumen ist beim Eintritt im Durchschnitt folgende:
HF 98,0%
H2SO4 0,2%
H20 0,2%
SO2 0,1%
Inerte Bestandteile restlicher Anteil
Die Temperatur der Kondensate beim Austritt aus dem Röhrenkühler schwankt zwischen 35 und 45° C.
Aus dem Kühler 6 werden die Gase von unten über eine Leitung 43 in die Waschsäule 7 geleitet, die in
F i g. 4 gezeigt ist. Die Waschsäule 7 ist in ihrem unteren Teil mit Raschigringen 44 aus Kohle gefüllt
die vom Rost 45 gehalten werden. In der Waschsäule werden die Dampfphase und die flüssige Phase miteinander
in enge Berührung gebracht, zwecks Erzielung einer hydrolytischen Zersetzung der in der
Dampfphase enthaltenen Fluorschwefelsäure durch das in der wieder in den Kreislauf zurückgeführten
flüssigen Phase enthaltene Wasser, wobei die flüssige Phase insbesondere am Boden des Kühlers 6 entnommen
wird.
Das Verhältnis zwischen Flüssigkeit und Gas beträgt praktisch etwa 1:10, wobei die Flüssigkeitsmenge
in Kilogramm und die Gasmenge in Kubikmeter ausgedrückt ist.
In der Waschsäule 7 werden die Gase mit den aus den Vorrichtungen 4, 5 und 6 kommenden Kondensaten
gewaschen, die mit Hilfe einer Leitung 42 oberhalb der Raschigringe vermittels einer Umlaufpumpe 9
eingeführt werden. Die Konzentration dieser Kondensate wird entsprechend den Betriebsbedingungen
der Anlage festgelegt und geregelt, unter besonderer Berücksichtigung des verwendeten Fluorits, wobei die
Möglichkeit einer Korrektur durch Wasser, Oleum und verdünnte Flußsäure gegeben ist, um die gewünschte
Zusammensetzung zu erhalten. Bei dieser Wäsche wird die in den Gasen enthaltene Fluorschwefelsäure
vollständig zersetzt und ausgeschieden, wobei diese Gase weiter wirksam abgekühlt werden
und bestrebt sind, sich mit der flüssigen, für die Wäsche verwendeten Phase ins Gleichgewicht zu bringen. Da
die flüssige Phase nach Belieben verändert werden kann, kann man folglich auch auf die Zusammensetzung
der Gase einwirken, um den größtmöglichen Reinheitsgrad zu erzielen. Im oberen Teil weist die
Waschsäule 7 einen größeren Querschnitt auf und enthält eine Vorrichtung zum Abscheiden von Tropfen,
z. B. ein Metallnetzpaket 46 bzw. entsprechend angeordnete Prallbleche.
Vom Wäscher 7 werden die gasförmige Flußsäure enthaltenden Gase über eine Leitung 51 in den aus
einem Rohrbündel bestehenden Kondensator 10 geleitet, wo die Flußsäure verflüssigt wird.
Die Dampfphase tritt in den Kondensator mit einer Temperatur zwischen 35 und 450C ein und wird auf
die Kondensationstemperatur von etwa 200C abgekühlt. Im Mittelteil des Kondensators erfolgt die Kondensation
der Dampfphase, während im Endteil die Unterkühlung des Kondensats auf 0 bis 50C stattfindet.
Der Gehalt der nicht kondensierbaren Bestandteile an HF beträgt etwa 5%.
Die nicht kondensierbaren Gase werden in der Waschsäule 11 mit der zur Umsetzung mit Fluorit
zu verwendenden Säure gewaschen.
Die Waschsäul'e 11 ist mit Raschigringen aus Kohle gefüllt und entzieht der aus dem Kondensator 10
ausströmenden gasförmigen Phase Fluorwasserstoff.
Der Unterschied in der Gaszusammensetzung zwischen Eintritt und Austritt besteht einzig und allein
in einem fast vollständigen Fehlen von HF in der aus der Waschsäule austretenden Phase.
Die Gaseintrittstemperatur beträgt etwa 0° C, während die Austrittstemperatür etwas höher liegt und
insbesondere von der Menge an mitgeführtem Fluorwasserstoff abhängt, da dieser beim Auflösen in Schwefelsäure
Wärme entwickelt. Unter normalen Arbeitsverhältnissen liegt die Austrittemperatur in der Nähe
der Umgebungstemperatur.
Die nicht kondensierbaren, gewaschenen Gase werden von oben aus der Waschsäule 11 abgeführt
und von einem Ejektor 12 angesaugt, der die Aufgabe hat, in der gesamten Anlage einen Unterdruck zu
halten.
Zum Unterschied von den bekannten Verfahren wird erfindungsgemäß die zuzuführende Schwefelsäure
in besonderen, von der Anlage getrennten Bottichen zubereitet. Die Schwefelsäure wird hier mit Oleum
vorgemischt, bis der gewünschte Gehalt entsprechend des verwendeten Fluorits erreicht ist. Das wird deshalb
so gehandhabt, weil die im Fluorit enthaltenen Verunreinigungen zur Wasserbildung führen können, und
folglich muß der freie SO3-Gehalt in H2SO4 auf Grund
des erwünschten maximalen Gehaltes an Fluorschwefelsäure einreguliert werden, wobei dieser Gehalt
seinerseits vom SiO2-Gehalt des Fluorits abhängig ist.
Ausführungsbeispiel
1000 kg je Stunde Fluorit mit folgender Zusammensetzung: Gewichtsproz. nt
CaF2 93,0
SiO2 4,0
CaCO3 2,7
FeS 0,2
C 0,1
schieden. Hier werden auch 20 kg je Stunde HSO3F
kondensiert.
Im Schwefelreiniger 5 werden 1,1 kg je Stunde Schwefel abgetrennt und 2,2 kg je Stunde H2SO4
kondensiert.
Die Zusammensetzung der aus dem Schwefelreiniger austretenden Gase ist die folgende
HF 400,40 kg/Std. = 82,92%
HSO3F 57,80 kg/Std. = 11,97%
SO2 10,00 kg/Std. = 2,01%
CO2 14,65 kg/Std. = 3,03%
Im Röhrenkühler 6 werden 22,8 kg je Stunde HSO3F
kondensiert. Das Kondensat wird mit den anderen Kondensaten vermischt. Die Zusammensetzung der
austretenden Gase ist folgende:
HF 400,40 kg/Std. = 87,03%
HSO3F 35,00 kg/Std. = 7,60%
SO2 10,00 kg/Std. = 2,15%
CO2 14,65 kg/Std. = 3,18%
40
45
55
werden in den Generator 1 bekannter Bauart eingesetzt. Dieses Fluorit wird mit 1286 kg je Stunde
101,7%iger Schwefelsäure vermischt.
Die Zusammensetzung der aus dem Generator austretenden Gase ist folgende:
HF 400 kg/Std. = 79,03%
HSO3F 80 kg/Std. = 15,80%
SO2 10,7 kg/Std. = 2,11%
CO2 14,65 kg/Std. = 2,89%
H2S 0,77 kg/Std. = 0,15%
Dieser Gasstrom führt 3,70 kg je Stunde CaSO4 mit
sich. Folgende Produkte werden gleichzeitig aus dem Generator entleert:
CaSO4 1,619 kg/Std.
CaF2 20 kg/Std.
H2SO4 42,85 kg/Std.
SiO2 40 kg/Std.
Aus den aus dem Generator 1 kommenden Gasen wird nach Durchgang durch den Staubabscheider 2
der Staub in der Staubkammer 4 vollständig abge-Die Gase werden im Wäscher 7 mit den aus den
Vorrichtungen 4, 5 und 6 kommenden vereinigten Kondensaten gewaschen. Diesen Kondensaten werden
56 kg je Stunde einer 75%igen HF-Lösung zugegeben. Im Wäscher 7 wird die Fluorschwefelsäure
vollständig hydrolysiert. 78,5 kg je Stunde H2SO4
werden dabei kondensiert und in einen Behälter gefördert. Die Zusammensetzung der aus dem Wäscher
austretenden Gase ist folgende:
HF 457,90 kg/Std. = 94,89%
SO2 10,00 kg/Std. = 2,07%
CO2 14,65 kg/Std. = 3,03%
Die Gasphase wird im Kondensator 10 kondensiert. Das Kondensat besteht aus
HF 450,0 kg/Std. = 99,74%
SO2 1,8 kg/Std. = 0,26%
Die nicht kondensierten Gase bestehen aus
HF 7,90 kg/Std. = 25,68%
SO2 8,20 kg/Std. = 26,66%
CO2 14,65 kg/Std. = 46,76%
Diese werden zunächst in der Waschsäule mit H2SO4 gewaschen und dann aus der Anlage entfernt.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von hochprozentiger Fluorwasserstoffsäure hoher Reinheit durch
Umsetzung von Fluorit, insbesondere von Fluorit niedriger Qualität, mit etwa 98- bis etwa 102gewichtsprozentiger
Schwefelsäure, wiederholte Teilkondensation der hierbei entstehenden HF enthaltenden
Gase unter Auswaschen mit einem Kondensat einer verschiedenen Teilkondensationsstufe
und schließlich durch Kondensation des so gereinigten Fluorwasserstoffgases, dadurch gekennzeichnet,
daß das durch Umsetzung von Fluorit mit Schwefelsäure entstandene Gas aufeinanderfolgend durch einen Staubabscheider,
eine Staubkammer, einen gemäß der Reaktionsgleichung
2H2S + SO2
3S + 2H2O
katalytisch arbeitenden Schwefelreiniger, einen Kühler, einen hauptsächlich der Entfernung von
FSO3H dienenden Wäscher und einen die Verflüssigung
des gereinigten, hochprozentigen Fluorwasserstoffgases bewirkenden Kondensator geleitet
wird, wobei der Wäscher mit dem Kondensat aus Staubkammer, Schwefelreiniger und Kühler
beschickt wird, der Staubabscheider mit dem Kondensat aus dem Wäscher beschickt wird und das
Kondensat des Staubabscheiders in das der Umsetzung von Fluorit mit Schwefelsäure dienende
Reaktionsgefäß eingebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Kondensierung der gereinigten
Gase zu flüssigem HF die noch verbliebenen unkondensierbaren Gase mit der für den Angriff
von Fluorit zu verwendenden Schwefelsäure gewaschen werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der für die Wäsche der noch
nicht völlig gereinigten Reaktionsgase und zur
10
Hydrolyse der Fluorschwefelsäure verwendeten Kondensatmischung Wasser, Oleum oder verdünnte
Fluorwasserstoffsäure zugesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Staubabscheider
und Staubkammer Apparate verwendet werden, in denen die Strömung der Reaktionsgase durch
Ablenkbleche gegen die Oberfläche der flüssigen Kondensate gerichtet wird.
5. Verfahren nach" einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionsgase
zur Schwefelabscheidung durch ein Netzpaket aus Eisen geführt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionsgase
innerhalb des Wäschers zuerst in einer Waschsäule gewaschen und die von den gewaschenen Gasen
mitgeführten Tropfen dann durch Prallwirkung abgeschieden werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
809 510/312 2.68 © Bundesdruckerei Berlin
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| IT1283660 | 1960-07-21 |
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| DEJ20268A Withdrawn DE1261835B (de) | 1960-07-21 | 1961-07-20 | Verfahren zur Herstellung von hochprozentiger Fluorwasserstoffsaeure hoher Reinheit |
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