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Anschlußkonstruktion zwischen einer Trommel, insbesondere Seiltrommel,
und einer Welle Die Erfindung bezieht sich auf eine Anschlußkonstruktion zwischen
einer Trommel, insbesondere Seiltrommel, und einer zu deren Lagerung und Antrieb
dienenden Welle, auf welche sich der Trommelmantel unter Vermittlung einer balligen
Fläche stützt und welche die Drehmomente auf den Trommelmantel über wenigstens einen
Mitnehmer überträgt derart, daß die Trommel und die Welle von ihrer achsgleichen
Lage zueinander in einem gewissen Ausmaß zwanglos abweichen können.
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Eine Anschlußkonstraktion dieser Art ist z. B. aus der sowjetzonalen
Patentschrift 9493 bekannt. Danach ist auf dem antreibenden Wellenstumpf ein Ring
mit kugeliger Mantelfläche aufgekellt, der in seiner Mitte einen Kranz von Kupplungszähnen
mit bogenförmigen Flanken hat. In diesen Zahnkranz greift eine entsprechende Innenverzahnung
eines Ringes ein, der in eine Stirnwand der Seiltrommel eingesetzt ist. Beiderseits
an diesen Ring sind Ringe mit konkaven, kugeligen Lagerflächen angeschraubt, über
welche sich die Seiltrommel auf den Wellenstumpf stützt. Diese Bauart erfordert
eine sehr genaue Bearbeitung der konkaven Lagerflächen sowie der Verzahnungen. Die
Fertigung ist daher teuer. Außerdem sind die Verzahnungen, die dem Verschleiß unterworfen
sind, schwer zugänglich.
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Bei der aus der sowjetzonalen Patentschrift 22 559
bekannten
Anschlußkonstruktion der genannten Art stützt sich die Seiltrommel an einem Ende
auf dem antreibenden Wellenstumpf ebenfalls unter Vermittlung eines auf diesen aufgeschobenen
Ringes ab,: der eine konvex-kugelförmige Auflagerfläche hat..- Auf dieser ist mit
einer entsprechenden konkav-kugelförmigen Fläche eine an die Seiltrommel angeflanschte
Stirnwand abgestützt. Diese hat auf ihrer Innenseite einen die konkav-kugelförmige
Auflagerfläche aufweisenden Ansatz, der durch mehrere, radial zur Drehachse verlaufende
Ausnehmungen unterbrochen ist, in welche entsprechend ausgebildete Zähne eines weiteren
auf dem Wellenstumpf sitzenden Ringes eingreifen. Auch diese Bauart bedingt eine
teure Fertigung. Zudem besteht bei einer derartigen Zahnkupplung die Gefahr, daß
von allen Zähnen nur je einer auf beiden Seiten zum Tragen kommt, der hierdurch
naturgemäß überlastet wird. Um diesen Fall so weit wie möglich auszuschließen, muß
die Bearbeitung der Zahnflanken sehr genau erfolgen, wodurch wiederum die Fertigung
verteuert wird.
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Aus der deutschen Patentschrift 934 371 ist die Lagerung einer
hohlen Walze an einem Stirnende bekanntgeworden. Diese Walze hat an ihrem Ende eine
zylindrische Bohrung, in welcher eine Buchse mit kugeliger Bohrung angeordnet ist,
und in diese greift mit einem kugelförmigen Ende ein in einem Gestell drehbar gelagerter
Achszapfen ein. Zur übertragung von Drehmomenten zwischen dein Achszapfen und der
Walze dienen an dem Achszapfen sitzende Mitnehmer, die klauenartig in entsprechende
Mitnehmer an der betreffenden Nabe der Walze eingreifen. Auch hierbei erfordert
die Herstellung der klauenartigen Mitnehmer eine teure Bearbeitung zumal zur Vermeidung
einer überbelastung einzelner Klauen mit -großer Genauigkeit gearbeitet werden muß.
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Ferner ist es aus der Zeitschrift »Industrie-Anzeiger«,
1961, Seiten 21ff., bekannt, eine Seiltrommel auf einem antreibenden Wellenstumpf
unter Vermeidung von Zahnkupplungen mittels eines besonders konstruierten Einbaugelenkes
abzustützen. Dieses hat eine auf dem Wellenstumpf sitzende Kupplungsscheibe, die
an ihrem Umfang halbrunde Ausnehmungen aufweist, sowie ein in die betreffende Stirnwand
der Trommel eingesetztes Gehäuse, das in einer kreisförmigen öffnung halbrunde Ausnehmungen
gleicher Art besitzt, welche sich mit den halbrunden Ausnehmungen der Kupplungsseheibe
zu Bohrungen ergänzen. In diese sind tonnenförmige Stahlkörper mit Laufsitzpassung
eingelegt. Aber auch diese Bauart ergibt eine teure Fertigung wegen der Feinbearbeitung
der Stahlkörper und der halbrunden Ausnehmungen. Außerdem bedürfen die Stahlkörper
und die Ausnehmungen einer guten Schmierung und des Schutzes vor Staub. Zu diesem
Zweck ist das Einbaugelenk innen und außen mit Doppellippendichtungen versehen,
was ebenfalls kostspielig ist.
Demgegenüber liegt der Erlmdung die
Aufgabe zugrunde, eine Anschlußkonstruktion der eingangs Crenannten Art so zu gestalten,
daß sie bei großer t' tD Zuverlässigkeit im Betrieb besonders geringe Herstellungskosten
erfordert.
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Das wird erfindungsgemäß in erster Linie dadurch erreicht, daß sich
in einem auf der Welle befestigten, ira Innern der Trommel untergebrachten Mitnahmekörper
Bohrungen zur Aufnahme, von Bolzen befinden, die sich zur übertragung von Tangentialkräften
mit balligen, aus den Bohrungen herausragenden Enden gegen fest in der Trommel sitzende
Anschläge zu legen vermögen. Vorzugsweise sind in dem Mitnahmekörper zwei oder mehr
Bohrungen mit tangential zu einem zur Welle konzentrischen Kreis liegenden Mittellinien
gleichmäßig über den Umfang verteilt. Die Bolzen sind zweckmäßig tonnenartig gestaltet
und liegen im Innern der Bohrungen mit ebenfalls balligen Enden an Paßscheiben an.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt; und zwar zeigt Fig. 1 einen Axialschnitt durch eine Anschlußkonstraktion
zwischen einer Welle und einer Seil-trommel und F i g. 2 die Anschlußkonstruktion
teils in Ansicht und teils in Schnitten quer zu der Welle.
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Die Welle 1, die in einem Lager 2 eines Getriebekastens läuft,
ragt mit einem Zapfen 3 in das Innere einer Seiltrommel 4 hinein. Auf dem
Zapfen 3 sitzt ein Mitnahmekörper 5, dessen Lage auf dem Zapfen
3 durch Paßfedern 6 und eine an die Stirnseite des Zapfens geschraubte
Scheibe. 7 gesichert ist.
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Die Nabe. des Mitnahmekörpers 5 hat einen Rinwulst mit einer
balligen Fläche 8. Diese Fläche bildet einen Teil einer Kugel, deren Mittelpunkt
auf der Mittellinie des Zapfens 3 liegt. über den Ringwulst ist ein in der
Trommel 4 befestigter Einsatzkörper 9
mit einer Bohrung geschoben, deren zylindrische
Fläche 10 an -der balligen Fläche 8 anliegt. Der Einsatzkörper
9 weist im -übrigen eine ringförmige Scheibe 11 auf, die in eine Ausdrehung
12 des Trommelmantels von außen her eingeschoben ist. An der Scheibe 11 sitzen
vier nach außen gerichtete Vorsprünge 13, die sich noch innerhalb der Trommel
4 befinden.
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Der Mitnahmekörper 5 hat zwei einander diametral gegenüberliegende
Ansätze 14, die in je einen Zwischenraum zwischen zwei Vorsprüngen
13 ein-"reifen. Die Ansätze 14 haben Bohrungen 15, deren Mittellinien
einen gemeinsamen, zu der Welle 1 konzentrischen Kreis tangentieren. Die
Bohrungen 15
reichen auf denjenigen Seiten der Ansätze 14, nach denen hin
sich die Welle 1 bei der: übertragung von Drehmomenten auf die
Trommel 4 dreht (vgl. den Pfeil in F i g. 2), bis etwas über die Mitten
der Ansätze 14. In jede Bohrung ist ein tonnenförmiger Bolzen 16 eingesetzt,
dessen beide Enden ballig sind. Das innere Ende des Bolzens 16 liegt an einer
im Grunde der Bohrung 15 sitzenden Paßscheibe 17 an. Das andere Bolzenende
ragt aus der Bohrung 15
heraus und liegt mit geringem Spiel einer Anschlagfläche
18 des betreffenden Vorsprunges 13 gegenüber. Die andere Seite jedes
Ansatzes 14 weist eine ebene Stirnfläche 19 auf, die mit geringem Spiel einer
Anschlagfläche 20 des betreffenden Vorsprunges 13 1 gegenüberliegt. Die Lage
der Bolzen 16 in den Bohrungen 15 wird durch Schrauben 21 gesichert,
die in Richtung der Wellenachse in die, Ansätze 14 eingeschraubt sind und mit Spiel
in Rillen der Bolzen 16 eingreifen.
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Der Mitnahmekörper 5 überträgt sonach unter Vermittlung der
Bolzen 16 die Drehmomente von der Welle 1 auf die Trommel 4 in ähnlicher
Weise wie ein Drehherz bei einer Drehbank. Wegen der balligen Flächen, mit denen
die Bolzen 16 hierbei an den Anschlagflächen 18 der Vorsprünge
13 anliegen, und wegen der Abstützung der Trommel 4 auf der Welle
1 unter Vermittelung der baRigen Fläche 8
sind Abweichungen der Trommel
4 und der Welle 1
von ihrer achsgleichen Lage zueinander in einem gewissen
Ausmaß unschädlich.
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Die Fertigung der beschriebenen Konstruktionsteile ist besonders wirtschaftlich,
da, abgesehen von den Nuten für Paßfedem, ausschließlich Bohr- und Dreharbeiten
ausgeführt zu werden brauchen. Die Anschlagflächen 18 und 20 der Vorsprünge
13 sowie die Stirnflächen 19 der.Ansätze 14 können unbearbeitet-bleiben.
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Im Rahmen der Erfindung liegt es auch, wenn der Mitnahmekörper statt
zweier Ansätze 14 deren drei oder mehr gleichmäßig über den Umfang verteilte Ansätze
aufweist. Für den Fall, daß wechselweise Drehmömente in entgegengesetzten Richtungen
übertragen werden sollen, können entsprechende Bolzen, die nach entgegengesetzten
Richtungen hin aus den betreffenden Bohrungen herausragen, angewendet werden.