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Doppelwandiger Isolierbehälter Die Erfindung betrifft einen doppelwandigen
Isolierbehälter aus Aluminium, dessen beide einen Hohlraum zwischen sich einschließenden
Wandungen auf ihren den Hohlraum begrenzenden, einander zugekehrten Oberflächen
überzüge aufweisen, die den Behälterinhalt gegen Wärmeverluste bzw. gegen Wärmeaufnahme
von außen schützen.
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Es ist bereits eine doppelwandige Isolierflasche aus Metall bekannt,
deren Wandungen durch zwei Flaschen gebildet sind, deren einander zugekehrten Oberflächen
zur Vermeidung von Wärmeverlusten durch Wärmestrahlung unterschiedlich ausgebildet
sind, und zwar soll die Oberfläche der einen Flasche matt und rauh und die Oberfläche
der anderen Flasche poliert, blank oder Ilänzend sein, so daß von der Flasche mit
der matten und rauhen Oberfläche möglichst wenig Wärme durch Strahlung abgehen kann
und die wenigen abgehenden Strahlen durch die Flasche mit der polierten, blanken
und glänzenden Oberfläche nicht aufgenommen, sondern zurückgeworfen werden. über
die Art und die Herstellung der matten, rauhen bzw. polierten, blanken und glänzenden
Oberfläche ist nichts gesagt, und als Metall für die doppelwandige Isolierfläche
ist nichtrostendes Stahlblech angegeben, dessen Oberfläche nicht auf einfache und
haltbare Weise mit den ge-
wünschten Eigenschaften zu versehen ist.
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Bei einem bekannten Verfahren zur Erhöhunc, der Haltbarkeit von Thermosflaschen
wird zwar als"Material Reinaluminium verwendet, jedoch werden die sich gegenüberliegenden
Flächen derDoppelwandung beide in gleicher Weise mit einer galvanischen Schutzschicht
versehen. Zwar kann die Schutzschicht, die im wesentlichen durch ihre glatte, spiegelnde
Oberfläche wirken soll, in verhältnismäßig einfacher Weise her-estellt werden, jedoch
bedingt das Verfahren eine gleiche Schutzschicht auf beiden sich gegenüberliegenden
Innenwandungen, weil anschließend in den zwischen den beiden Wandungen gebildeten
Raum durch eine kleine öffnung Quecksilberdampf eingeblasen wird, der sich auf der
galvanischen Schutzschicht gut haftend niederschlägt. Der Quecksilberdampf schlägt
sich somit gleichmäßig auf beiden Innenflächen der Wandungen nieder und verstärkt
deren Verspiegelung. Eine an sich günstige unterschiedliche Ausgestaltung der sich
gegenüberliegenden Innenwandungen ist somit nach diesem Verfahren nicht möglich.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile der bekannten
Isolierbehälter zu vermeiden.
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Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird bei einem doppelwandigen
Isolierbehälter aus Aluminium mit überzügen auf den sich gegenüberliegenden Innenwandungen
zur Vermeidung , von Wärmeverlusten dadurch gelöst, daß die wärmere Wandung
auf ihrer der kälteren Wandung zugekehrten Oberfläche einen die Wärmestrahlen absorbierenden
matten Überzug und die kältere Wandung auf ihrer der wärmeren Wandung zugekehrten
Oberfläche einen die Wärmestrahlen reflektierenden glänzenden überzug aufweisen,
und daß beide überzüge durch anodische Oberflächenbehandlung des Aluminiums gebildet
sind.
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Die Erfindung wendet erstmalig unterschiedliche überzüge auf den Innenwandungen
bei einem aus Aluminium bestehenden Isolierbehälter an. Die Verwendung des Aluminiums
ermöglicht es, die gewünschten Überzüge oder Oberflächenbeschaffenheiten durch anodische
Oberflächenbehandlung des Aluminiums herzustellen. Dadurch ist es erstmalig möglich,
in sehr einfacher Weise feste und wirksame unterschiedliche überzüge bei Isolierbehältern
zu verwenden. Erst die Verwendung von Aluminium als Material für die Wandungen der
Isolierflasche ermöglicht die Anwendung der an sich bekannten anodischen Oberflächenbehandlungsverfahren.
Ein anodisches Oberflächenbehandlungsverfahren läßt sich ohne Schwierigkeiten so
abwandeln, daß die entsprechenden unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten
gemäß der Erfindung erzielt werden. Es sind also nicht mehr grundsätzlich v,-rschiedene
Verfahren oder verschiedene Materialien zur Erzeugung der unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheit
erforderlich,
wie das bei der bekannten doppelwandigen Isolierfläche der Fall war. Durch die Erfindung
werden nicht nur wesentliche Vorteile bei der Fertigung doppelwandiger Isolierbehälter
erzielt, vielmehr wird auch bei durch anodische Oberflächenbehandlung erzeugten
überzügen die Beschaffenheit dieser überzüge in der gewünschten Weise, z. B. mattglänzend,
so vollkommen erzielt, daß sich ein Leerpumpen des zwischen deF Doppelwandung gebildeten
Hohlraums in der Praxis erübrigt. Das hat den Vorteil, daß bei auftretenden Undichtigkeiten
und damit bei Eindringen von Luft in den Hohlraum zwischen den Doppelwandungen die
gute Wärmeisolation nicht beeinträchtigt wird.
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An Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
soll die Erfindung näher erläutert werden.
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F i g. 1 zeigt einen Schnitt durch einen Teil der Doppelwandung
mit den Überzügen, und F i g. 2 zeigt einen erfindungsgemäß ausgebildeten
Behälter, teilweise im Schnitt.
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Gemäß F i g. 1 wird die Wärmeisolation durch zwei dicht beieinanderliegende
getrennte Wände 1
und 2 erzielt, deren einander zugekehrte Flächen eine wärmeabsorbierenden
Überzug gemäß der gestrichelten Linie 3 und einen wärmereflektierenden überzug
gemäß der strichpunktierten Linie 4 aufweisen.
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Die Wand 1 liegt mit Bezug auf die Wand 2 auf der Seite höherer
Temperatur. Somit wird die Wärme, welche aus dem Bereich höherer Temperatur durch
die Wand 1 strömt, von der Wand 2, die die Zone niedrigerer Temperatur begrenzt,
unterbrochen und zurückreflektiert unddie reflektierende Oberfläche 4, mindestens
in einem nennenswerten Betrage. Die so reffektierte Wärme wird von der absorbierenden
Oberfläche 3 der Wand 1 absorhiert und durch die Wand zurück in die
Zone höherer Temperatur geleitet.
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Auf diese Weise wird ein Wärmeaustausch eliminiert oder wenigstens
beträchtlich reduziert, wodurch sich die gewünschte Isolation ergibt. Wenn eine
erwärmte Substanz gegen Wärmeverlust geschützt werden soll, ist die Wand
1 der Substanz näher als die Wand 2, die den reflektierenden Überzu
'g trägt. In vielen Fällen ist die Wand, die den wärmeabsorbierenden Überzug3
trägt, die Wand des tatsächlichen Behälters der Substanz selbst, so daß die Wärmemenge,
die durch Leitung durch die Behälterwand 1
von der Substanz wegströmt, durch
die reflektierende Oberfläche 4 der äußeren Wand 2 wenigstens teilweise auf die
wärineabsorbierende Oberfläche der Behälterwand3 zurückreflektiert wird.
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Im umgekehrten Fall, d. h. wo Beine Substanz gegen Aufnahme
vonWärme aus der Atmosphäre geschützt werden soll, ist die Wand 2, welche die reflektierende
Oberfläche 4 trägt, der Substanz näher und kann wieder die Wand des Behälters selbst
sein.
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Der wärmeabsorbierende Überzug 3 kann dadurch hergestellt werden,
daß die Fläche der Wand 1
eine stumpfe glanzlose Oberfläche erhält, die gefärbt
oder anodisch geschwärzt sein kann. Die reflektierende Oberfläche 4 der anderen
Wand 2 kann durch einen glänzenden anodischen Überzug gebildet sein.
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Die Erfindung macht es möglich, einen wirksamen Wärmeschutz für Behälter
in einfacher Weise durch Verwendung anodisierten Aluminiums für beide Wände
1, 2 zu erhalten, wobei die wärmereflektierende Oberfläche 4 ihre Refiektionseigenschaften
länger behält als es sonst der Fall ist, so daß der Wärmeschutz während der normalen
Gebrauchszeit des Behälters aufrechterhalten bleibt.
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Die Erfmdung kann auf irgendeine Behälterform angewendet werden, insbesondere
für Haushaltsgegenstände wie beispielsweise Teekannen, Teetassen usw. Die Erfindung
ist jedoch in gleicher Weise auch auf industrielle Apparate oder Laboratoriums-Z,
Cleräte anwendbar.
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F i g. 2 stellt einen Teetopf oder Kaffeetopf dar. Der Topf
umfaßt eine innere Wand 5, die den eigentlichen Topf bildet, und eine äußere
Wand 6
als Umhüllung für den Topf. Die beiden Wände haben räumlich voneinander
einen kleinen Abstand und zueinander ausgerichtete öffnungen, um einen Verschluß
oder Deckel 7 aufzunehmen. Die Wände sind an ihren öffnungsrändern durch
einen Preßvorgang oder sonstwie miteinander verbunden, so daß der Topf
5 in der Umhüllung 6 aufgehängt ist.
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In einem solchen Fall ist es wünschenswert, einen Wärmeverlust des
Inhaltes des Topfes 5 zu verhüten oder wenigstens auf ein Minimum zu beschränken.
Für diesen Zweck muß die innere Fläche der Umhüllun- 6 den reflektierenden
überzu- tra-en C t2 C
und die äußere Fläche des eigentlichen
Topfes den stumpfen, glanzlosen Überzug 3. Die Wand des Topfes
5 entspricht also der Wand 1 der F i g. 1, und die Umhüllung
6 entspricht der Wand 2. Es ist einfach, den Topf 5 in der entsprechenden
Form herzustellen und ihn dann zu anodisieren, so daß beide Flächen mattschwarz
werden. In ähnlicher Weise wird die Umhüllung 6 anodisiert, derart, daß beide
Flächen derselben einen glänzenden reflektierenden Überzug erhalten. Nachdem der
Topf und die Umhüllung zusammengebracht sind, wen der anodische Überzug auf der
inneren Oberfläche des Topfes 5 und auf der äußeren Fläche der Umhüllung
6 entfernt und mit der gewünschten Ausführung versehen. Die anodisierten
einander gegenüberliegenden Flächen des Topfes und der Umhüllung werden selbstverständlich
nicht davon betroffen und behalten ihre stumpfe bzw. glänzende Oberfläche. Die Umhüllung
6 kann mit irgendeinem Handgriff 8 ausgestattet sein, und auf Grund
des reflektierenden inneren Überzuges der Umhüllung ist es nicht nötig, den Handgriff
aus einem wärineisolierenden Stoff herzustellen.
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Der Deckel 7 für den Topf kann auf ähnliche Weise hergestellt
sein, d. h., er kann zwei getrennte Wände 9, 10 aus anodisiertem Aluminium
aufweisen, deren einander gegenüberliegende Oberflächen einen glänzenden reflektierenden
Überzug 4 und einen stumpfen glanzlosen, absorbierenden Überzug 3 aufweisen.