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DE1258605B - Legierung auf Titangrundlage - Google Patents

Legierung auf Titangrundlage

Info

Publication number
DE1258605B
DE1258605B DE1955C0021299 DEC0021299A DE1258605B DE 1258605 B DE1258605 B DE 1258605B DE 1955C0021299 DE1955C0021299 DE 1955C0021299 DE C0021299 A DEC0021299 A DE C0021299A DE 1258605 B DE1258605 B DE 1258605B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
alloys
copper
titanium
aluminum
phase
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1955C0021299
Other languages
English (en)
Inventor
Robert Isaac Jaffee
Horace Russell Ogden
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
CRUCIBLE STEEL INTERNAT
Original Assignee
CRUCIBLE STEEL INTERNAT
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by CRUCIBLE STEEL INTERNAT filed Critical CRUCIBLE STEEL INTERNAT
Priority to DE1955C0021299 priority Critical patent/DE1258605B/de
Publication of DE1258605B publication Critical patent/DE1258605B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22CALLOYS
    • C22C14/00Alloys based on titanium

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Conductive Materials (AREA)
  • Contacts (AREA)

Description

  • Legierung auf Titangrundlage Die Erfindung bezieht sich auf -aluminiumbaltige Legierungen auf Titangrundlage und stellt eine Verbesserung der in der nicht zum Stand der Technik zählenden deutschen Auslegeschrift 1179 006 beschriebenen Titanlegierungen. dar. Diese Legierungen bestehen aus 0,5 bis 46--0/,-Aluminium und einem oder mehreren fl-Stabilisatoren, darunter auch 0,5 bis 5 % Kobalt, wobei diese Legierungen gegebenenfalls noch -0,25 bis 5 (l/. Kupfer. und/oder Nickel sowie gegebenenfalls 0,25 bis 311/, Siliziuni und/oder 0 ' 1 bis 10/, Beryllium enthalten können, Rest wenigstens 50 % Titan.
  • Kupfer, Nickel, Kobalt, Silizium und Beryllium gehören alle zu der Gruppe der sogenannten aktiven eutektoiden oder verbindungsbildenden P-Stabilisatoren, d. h." bei ihrem Vorhandensein als Legierungszusätze neben Titan bilden.diese Elemente beim Ab- kühlen bis unter die kritischen Temperaturen Ver-; bindungen und damit ein Mikrogefüge, das aus a-Titan unä innerhalb der- a-Grundmasse verteilten Verbindungsbestandteilen besteht.
  • Es wurde nun gefunden,-dag sich die brauchbaren Zusatzmengen bei diesen Titan-Aluminium-mLegierungen, die einen oder mehrere aktive, eutektoid wirkende ß-Stabilisatoren wie Kupfer, Nickel oder Kobalt enthalten, bis züi. 12 01, Aluminium mit bis zu 200/, Kupfer oder bis zu je 120/, Nickel und Kobalt erhöhen lassen.
  • Die brauchbaren. Mengenbereiche für diese Legierungen liegen bei. 0,5 bis 12 0/0 Aluminium, mehr als 5 bis,#20.0/, Kupfer, mehr als 5 bis 12 9/oKobalt und/o der mehr als 5 bis 12 0/0 Nickel, während der Rest aus Titan -und Verunreinigungen besteht.- Bei diesen Legierungen läßt. sich. an Stelle der Gesamt- oder einer Teilmenge. des Aluminiums Zinn, in Mengen von etwa 3 Gewichtsprozent Zinn für 10/,- Aluminium, und innerhalb des brauchbaren Bereiches von 0,5 bis 23 0/, Zinn verwenden. Alle diese- die x-Phase stabilisierenden Zusätze erhöhen den Widerstand des Titans gegenüb-er Deformierungen, Die obere Grenze für diese Zusätze beträgt-für Aluminium 120/, und für Zinn 23 %. . - .
  • Es wurde nun gefunden, daß die Reihe der obenerwähnten, insbesondere der -kupferhaltigen Legierungen in vielfacher -Hinsicht hervorragende Eigenschaften aufweist: Im Vergleich zu den bisher bekannten Legierungen auf Titangrundlage mit *hohem a-Stabilisatoxanteil ist ihre- Warmverformbarkeit erheblich besser. Bei Abschreckung von den Temperaturbereichen der fl- und der x-ß-Phase nimmt ihre Härte und Festigkeit weit mehr zu. Sie besitzen. eine ausgezeichnete Festigkeit bei erhöhten Temperaturen bis zu etwa 650'C, einen hohen - Elastizitätsmodul und im Vergleich zu den bisher bekannten Legierungen auf Titangrundlage ein hohes Verhältnis des Elastizitätsmoduls zur Dichte. Sie weisen - insbesondere wenn sie unterhalb der -unteren kritischen Temperatur wärmebehandelt werden - eine ausgezeichnete Wärmebeständigkeit auf; die untere kritische Temperatur ist jene, bei deren Unterschreitung sich die ß-Phase in die x-Phase sowie die durch Zerfall - der vorhandenen aktiven eutektoiden Bestandteile gebildeten Verbindungen umwandelt. Bei den kupferhaltigen Legierungen handelt es sich hierbei um die Verbindung Ti,Cu, die dem Fe3C im Eisen-Kohlenstoff-Diagramm entspricht. Diese Wärmebeständigkeit ist auf die Tatsache zurückzuführen, daß die Logierung vollkommen in x-Titan plus diese Verbindung umgewandelt wird. Diese Legierungen besitzen außerdem ausgezeichnete Kriechfestigkeiten und hervorragende Schweißeigenschaften.
  • Die wärmebeständige Form dieser Legierungen erhält man entweder durch langsames Abkühlen innerhalb des kritischen Temperaturbereiches oder durch etwa '/,- bis 24ständiges Glühen gewöhnlich bei einer Temperatur, die, etwa 25 bis 55'C unterhalb der kritischen Temperatur liegt. Je länger diese Glühbehandlung dauert, desto weicher wird das Metall.
  • Bis zu etwa 50111, der angegebenen Höchstmenge an Kupfer, Kobalt und/oder Nickel ist durch bis zu 200/, eines oder mehrerer der Metalle Molybdän, Vanadium, Niob und Tantal, bis zu 5 "/, Mangan, bis zu 3,50/" Eisen und bis zu 120/() Chrom und/oder Wolfram ersetzt, wobei die Mindestmenge an Kupfer, Kobalt oder Nickel mehr als 501, beträgt. Enthält die Legierung z. B. 100/, Kupfer, so kann man bis zu 20 "/, Molybdän, Vanadium, Niob oder Tantal, bis zu 12 % Chrom und./Oder Wolfram, bis zu 5 Mangan und bis zu 3,5 % Eisen zusetzen.
  • Diese Legierungen werden aus den obengenannten Gründen als »o#-dispersoide« Legierungen bezeichnet und sind im Grunde genommen temäre Legierungssysteme, die einen Legierungsbestandteil, wie Aluminium oder Zinn, das die oc-Phase stabilisiert, und einen aktiven eutektoiden P-Stabilisator, wie Kupfer, Nickel oder Kobalt, enthalten, der eine innerhalb der Anwendungstemperatur dieser Legierungen, im allgemeinen bis zu 650'C, unlösliche Verbindung bildet. Noch kompliziertere Legierungen dieser Art lassen sich durch Zusatz von zwei oder mehreren aktiven eutektoiden ß-Stabilisatoren für diese Zwecke herstellen. Das Grundgefüge, die Zweiphasenstruktur aus o,-Phase und darin verteilt= Verbindungsbestandteilen, bleibt jedoch unverändert.
  • Diese a-dispersoiden Legierungen eignen sich besonders zur Verwendung bei erhöhten Temperaturen. Wie bereits erwähnt, sind sie gewöhnlich Zweiphasenverbinduagen und bestehen aus - einer starken stabilen oc-Phase und einer darin verteilten Verbindungsphase. Auf die Verteilung der harten dispergierten Phase sind die ausgezeichneten Eigenschaften bei erhöhten Temperaturen zurückzuführen.
  • Die bei der Verarbeitung dieser Legierungen angewandten Warmverformungsverfahren spielen eine wichtige Rolle, da die Eigenschaften der Legierungen nach der Wärmebehandlung weitgehend von der Vorgeschichte ihrer Herstellung abhängen. Diese Legierungen lassen sich innerhalb von vier Temperaturbereichen warmverformen. In der Reihenfolge der abnehmenden Temperaturen sind dies: der Nurfl-Bereich, der zwoiphasige oc-fl-Bereich, der dreiphasige a-p-Verbindungsbereich -und der zweiphasige x-Verbindungsbereich.
  • Zum Beispiel liegt bei den Ti-AI-Cu-Legierungen nach vorliegender Erfindung die Temperatur der Wärmebehandlung für den Nur-ß-Bereich von etwa 900'C bis, gewöhnlich höchstens .980'C, für den zweiphasigen oc-p-Berfich bei etwa 845 bis 900'C, für den dreiphasigen ix-ß-Verbindungsbereich bei etwa 800'C und fÜrden-zweiphasigen o,#-Verbindungsbereich unterhalb von 800'C. Die Gußblöcke aus diesen Ti-AI-Cu-Legierun,-Pn werden normalerweise durch Hammerschmieden bei etwa 980'C und anschließendes Walzen oder Gesenkschmieden bei etwa 925'C heruntergearbeitet. Diese Legierungen erfahren normalerweise entweder im x-p"TemperaturbereiQh (845 bis 900'C) oder im %-Verbindungsbereich (etwa 790'C) eine ziemlich starke Quprschnittsverringerung, um etwa 60 "[,.
  • Die kritische Temperatur filr diese Legier4:agen schwankt je nach dem entsprechenden Zusatz des aktiven eutektoidem fl-StabMators. T fir die kupte> haltigen Legierungen beträgt sie etwa 800'C, für die nickelhaltigen etwa 7701C und für die kobalthaltigen etwa 680'C. Wie bereits für die Wärmebehandlung der o#-Verbiliclungsphase erwähnt wurde, werden diese Legierungen alle, etwa 25 bis 55'C unterhalb der kritischen Temperatur behandelt. Die ß-Überg,angsternperatur dieser Legierungen schwankt je ngch der Leffierungszusammensetzung etwas und ist für jede gegebene Zusammensetzung die niedrigste Temperatur oberhalb deren die Legierung allein in der fl-Phase vorliegt. Die günstigsten Temperaturbedingungen für das Abschrecken dieser Legierungen aus der P-Phase besteht darin, daß man sie auf etwa 25 bis 55'C über die P-Übergangstemperatur erwärmt und anschließend abschreckt. Für die kupferhaltigen Legierungen liegt der günstigste Abschreckbereich für die aus der fl-Phase abgeschreckten Leg #erungen etwa bei 815 bis 1010'C und aus dem "#-p-Feld in Gegenwart von Aluminium etwa bei 860 bis 875'C, bei Legierungen mit Zinn an Stelle von Aluminium jedoch bei etwa 810 bis 845'C.
  • Der Gesamtgehalt an den in diesen Legierungen vorhandenen oc-Stabilisatoren Aluminium und Zinn soll, unter Berücksichtigung der obenerwähnten oberen Grenzen für die einzelnen Elemente, zwischen 0,5 und 230/, gehalten werden, wobei das Mengenverhältnis so sein soll, daß beim Vorliegen eines Best,andteils in der Nähe der oberen Grenze dieser Menge die anderen in entsprechend kleineren Mmgen innerhalb des zulässigen Bereiches vorhanden sind.
  • Vorzugsweise ist das Mengenverhältnis des verbindung5bildenden ß-Stabilisators Kupfer, Nickel oder Kobalt zu den tx-Stabüisatoreii so, daß, wenn die Menge des fl-Stabilisators an der oberen Grenze seines zulässigen Bereichs liegt, die Menge, der a-Stabilisatoren an der unteren Grenze liegt, und umgekehrt.
  • Bei diesen Legierungen wandelt sich die oberhalb der kritischen Temperatur gebildete ß-Phase bei rascher Abschreckung, z. B. in Wasser, völlig in eine martensitartige Form und ein feines Eutektoid. um, bei langsamerer Abkühlung von oberhalb der kritischen Temperatur, z. B. durch Abschreckung In Öl oder Abkühlung in Llift, in eine Mischung vQn oc-Titan und aus eutektoiden Zerfallprodukten bestehenden Vßrbindungsbestandteilen, d, h., bei diesen Legierungen bleibt die ß-Phase beim Abschrecken von oberhalb der kritischen Temperatur nicht erhalten, und auch die ß-Umwandlung ist mit einer deutlichen Zunahme an Härte und Zugfestigkeit verbunden.
  • Das bei der Abschre(zkung von Titanlegierungen dieser Art entstehende martensitartige Gefüge ähnelt sehr dem bei der Stahlgbschreckung von dem Austenit-Temperaturbereich erhaltenen Martensit. Der auf diese Weise, bei der Abschreckung entstandene Martensit wird durch anschließende Temperung im Temperaturbereich der (y.-Verbindungsphase in ein Mik#ogefüge umgewandelt, das aus einer feinen Dispersion der ß-EutQktoid-Zerfallsbestandteüe, z. B. von TiaCu, Titauberyllid usw., in einem o#-Titan-Grundgefüge besteht. Dieser Vorgang ähnelt dem TQmpern von Stahl, bei dem der durch Abschreckung entstehende Martensit in eine feine Dispersion von Fe,C in einer Ferritgrundmasse. übergeht.
  • Zur Umwandlung, in martensitartiges Gefüge in diesen Titanlegierungen benötigt man verhältnismäßig hohe Temperaturen, die nicht ganz bei 25 bis 55'C unterhalb der kritischen Temperatur liegen. Für die kupferligItigen Legierungen beträgt der Härtungsbereich z. B. etwa 540 bis 760'C, liegt also im Vergleich zum Härtungsbereich des Stahls, etwa 400 bis 540'C, ziemlich hoch. Durch diese Temperung dor Titanlegierungen werden diese in einen für die anschließende Verwendung bei erhöhten Temperaturen geeigneten Zustand aus a-Titan und dispergierten Verbindungsbestandteilen umgewandelt.
  • Die hohe Erweichungstemperatur dieser Legierungen macht sie für Verwendungsgebiete bei hoher Temperatur geeignet, z. B. für Schaufelräder von Düsentriebwerkkompressoren, Bolzen für Kompressorengehäuse, Auskleidungen und Gehäuse für Düsentriebwerk-Verbrennungskammern.
  • Als Beispiel für die bei diesen, insbesondere den kupferhaltigen Legierungen, durch Abschreckung und Temperung erhältlichen Eigenschaften seien die Werte einer Legierung aus etwa 411/, Aluminium, 60/0 Kupfer und als Rest technisch reinem Titan angegeben, die bei Wasserabschreckung von 860 bis 870'C eine Vickershärte von 375 kg/mm2, eine Zugfestigkeit von 133,6 kg/mm2, eipe 0,2-Grenze von 91,4 kg/mm2, eine Querschnittsverringerung um etwa 3001, eine Dehnung von etwa 10"/, und einen Mindestkrümmungsradius von etwa 4T aufwies. (Als Mindestkrümmungsradius T bezeichnet man den Radius, ausgedrückt als Vielfaches der Probendicke, auf den die Probe zu einem Winkel von 75' gebogen werden kann, ohne zu zerbrechen.) Diese Eigenschaften wurden nebeneinander - soweit bekannt - bisher noch nie von Titanlegierungen erreicht, Bei etwa 1- bis 16stündiger Temperung dieser Legierung bei etwa 700'C sinkt zwar die Vickershärte von etwa 375 bis auf 330 bis 350, aber die nach dem Abschrecken festgestellte Dehnbarkeit von 4T steigt durch das Tempern auf 3 T an. In diesem Zustand sind überaus gute Wärmebeständigkeit und Festigkeit bei erhöhter Temperatur für Arbeitsbedingungen bis zu etwa 315 bis 540'C festzustellen.
  • Die folgende Tabelle I zeigt den Einfluß der verschiedenen obengenannten Wärmebehandlungen auf die mechanischen Eigenschaften einer typischen Legierung nach vorliegender Erfindung, die aus 4 "/, Aluminium, 6 0/0 Kupfer, Rest Titan besteht, im Vergleich zu der entsprechenden binären Legierung ohne ,x-Stabilisator, die also nur 6 "/, Kupfer und als Rest Titan enthält und nicht zum Gegenstand. der Erfindung zählt,
    Eine, Prüfung der in Tabelle I- ausgeführten Daten zeigt, daß sich die höchste Dehnbarkeit bei Wärmebehandlung der Legierungen durch Glühen bis zur oc-Verbindungsphase erzielen ließ. Durch Wärmebehandlung mit Abkühlugg aus der ß-Phase im Ofen erhält man ein festeres, weniger dehnbares Gefüge als das durch Glühen bis zur a-Verbindungsphase hergestellte. Bei der Ti-6Cu-Legierung wirkt der Kupfer sowohl als oc-Stabihsator wie auch als Verbindungsbildner. Bei der Ti-4A1-6Cu-Legierung dient das Aluminium als o#-Stabilisator, während das Kupfer hauptsächlich wegen seiner eine Verbindung bildenden Eigenschaft vorhanden ist. Die Abschreckung dieser Legierungen zur Erzeugung eines martensitischen oc-Gefüges führt zu einer Steigerung der Festigkeit und einer Abnahme der Dehnbarkeit. Wie zu erwarten, ist die Festigkeitszunahme bei der Abschreckung aus dem Nur-ß-Bereich größer als aus dem x-ß-Bereich.
  • In der nachstehenden TabelleII sind die mechanischen Eigenschaften typischer erfindungsgemäßer Titan-Aluminium-Kupfer-Legierungen nach dem Anlassen bis zur x-Verbindungsphase aufgeführt, währeud Tabelle 111 die entsprechenden Daten filr diese Legierungen nach Abschreckung aus der ß-Phase zeigt.
    Aus den Daten der Tabelle U geht hervor, daß die Festigkeits- und D#ehnüngseigens#haften der bis zufoc-Verbindungsphase geglühten Ti-AI-Cu-Legierungen hauptsächlich von der Legierungs-Gesaratzusammensetzung abhängen, wobei ein erhöhter Gesamtgehalt an AI und Cu eine Zunahme der Festigkeit und eine Abnahme der Dehnbarkeit bewirkt. Die Werte für die Dehnung, Härte, Streckgrenze und Querschnittsverringerung rechtfertigen den Schluß, daß man durch Erhöhung des Gehalts an Al. -und Cu die Festigkeit bei gleichzeitiger Abnahme der Dehnbarkeit steigern kann.
  • Ein Vergleich der entsprechenden Daten für die aus der ß-Phase abgeschreckten Ti-AI-Cu-Legierungen in Tabelle III mit den Werten für diese Legierungen nach dem Glühen bis zur a-Verbindungsphase (s. Tabelle II) zeigt, daß nur die höchstlegierten Proben nach Abschreckung aus der-fl-Phase Festigkeits- und Dehnungseigenschaften aufwiesen. die sich mit denjenigen der entsprechenden, bis zur x-Ver-bindungsphase geglühten Legierungen vergleichen ließen. - Der Unterschied zwischen den beiden WärmebehaDdlungsarten ist für die niedrigerlegierten Legierungen, d. h. diejenigen mit kleinerem Gehalt an Nicht-Titanmetallen, größer. Daraus ist zu schließen, daß Wärmebehandlungen mit Abschrekkungen oder Abschreckungen und anschließendes Tempern nur für die höchstlegierten Systeme dieser Reihe vorteilhaft sind-.
  • Die ausgezeichneten Eigenschaften der bis zur ,cc-Verbindungsphase geglühten Ti-AI-Cu-Legierungen bei erhöhten Temperaturen, z. B. bei 540'C, werden durch die in der folgenden TabelleIV aufgeführten Versuchsergebnisse gezeigt.
    Tabelle IV
    Zugfestigkeitseigenschaften
    der bis zur oc-Verbindungsphase geglühten
    Ti-Al-Cu-Legierungen bei erhöhter
    Temperatur (540'C)*
    Zusammen- zerreiß- Querschnitts-
    Setzung Geschätzte festig- Deh- verminde-
    (Gewichts- 0,2-Grenze keit nung rang
    prozent)
    Rest Titan kg/min2 kg/rim2 0/,
    4A1 - 6Cu 38,7 50,6 36 90
    4A1-8Cu 40,1 58,4 35 74
    4A1 - 10Cu 39,4 54,1 45 87
    4A1 - 12Cu - 45,7 - -
    6Ä1 - 6Cu 57,6 72,4 40 74
    8A1 - 6Cu 67,5 85,8 40 66
    10A1 - 6 Cu 65,4 83,0 50 75
    12A1-6Cu - 68,9 28 25
    12A1-8Cu 45,0 75,2 5 15
    Für die Prüfunge n wurden sowohl Stäbe als auch Blech-
    proben benutzt. Die meisten der angegebenen Werte
    stammen von einer einzigen Probe.
    Aus den Daten der vorstehenden Tabelle IV geht hervor, daß das Zulegieren anderer Metalle die Zugfestigkeit des Titans bei erhöhter Temperatur merklich steigert. Es zeigt sich, daß die günstigen Wirkungen des Kupfers ganz von dem gleichzeitigen Gehalt an dem oc-Stabilisator, nämlich Aluminium, abhängen. Bei, niedrigem Aluminiumgehalt ergibt der Zusatz von Kupfer eine große Festigkeitssteigerung bei erhöhter Temperatur. Erhöht man jedoch den Aluminiumgehalt, so erweist sich ein Zusatz von Kupfer als weniger vorteilhaft. So läßt sich z. B. eine Legierung mit 2 Gewichtsprozent Aluminium durch Kupferzusätze um bis zu 100/, verbessern. Da sich binäre Titan-Aluminium-Legierungen mit mäßigem Aluminiumgehalt schwer verarbeiten lassen, ist der günstige Einfluß von Kupferzusätzen auf die Festigkeit bei erhöhter Temperatur besonders vorteilhaft bei geschmiedeten Legierungen dieser Reihe.
  • Die Ergebnisse von Zeitstandfestigkeitsversuchen mit den Ti-AI-Cu-Legierungen sind in der nachstehenden Tabelle V aufgeführt. Aus diesen Daten geht hervor, daß bei Zunahme des Kupfergehalts die Bruchdehnungseigenschaften. dieser Legierungen wesentlich besser werden; bei Kupferzusätzen von etwa 8 0/" und darüber erhält man sogar ungewöhnlich gute Bruchdehnungseigenschaften.
    Tabelle V
    Ergebnisse der Zeitstandfestigkeitsversuche
    bei bis zur x-Verbindungsphase geglÜhten
    Ti-AI-Cu-Legierungen
    Zusammen- Ange-
    setzung Versuchs- Bruch- Deh-
    (Gewichts- temperatur wandter zeit nung
    prozent) Zug
    Rest Titan c kg/nu-n2 Stunden 0/,
    4A1 - 6Cu 425 56,3 16,1 14,7
    4A1 - 6 Cu 425 52,7 48 23,0
    4A1 - 8 Cu 425 56,3 150,1 5,5
    4A1 - 10Cu 425 > 56,3 362,0* > 6,8*
    * Versuch wurde nach 362 Stunden eingestellt.
    Die in der folgenden Tabelle VI aufgeführten Daten zeigen den Einfluß eines ganzen oder teilweisen Ersatzes des Aluminiums durch den #x-Stabilisator Zinn in kupferhaltigen a-Dispersoidlegierungen.
    Die Eigenschaften dieser bis zur o#-Verbindungsphase geglühten Sn enthaltenden Legierungen ähneln ziemlich denen der Ti-AI-Cu-Legierungen unter den gleichen Wärmebehandlungsbedingungen. Es zeigt sich, daß diese x-substituierten Legierungen nach Abschrecken aus der ß-Phase etwa die gleichen mechanischen Eigenschaften wie die entsprechenden Ti-Al-Cu-Legierungen besitzen, diese Gleichwertigkeit bleibt auch bei erhöhten Temperaturen erhalten. Die Bruchdehnungsversuche zeigten, daß man durch Erhöhung des der Aluminiummenge entsprechenden x-Stabilisatorgehalts über 40/, hinaus sogar noch weitere Verbesserungen der Bruchdehnungseigenschaften erzielen kann. Die Alterungsversuche zeigen, daß diese oc-substituierten Legierungen nach dem Glühen bis zur a-Verbindungsphase gute Wärmebeständigkeit aufweisen.
  • In den nachstehenden Tabellen VII bis X wird die Wirkung des Ersatzes des Kupfers in den obenerwähnten kupferhaltigen x-Dispersoidlegierungen durch Nickel oder Kobalt gezeigt.
    Tabelle VII
    Durchschnittliche mechanische Eigenschaften der bis zur a-Verbindungsphase geglühten
    Ti-AI-Legierungen mit Co, Ni-Zusätzen
    Zusammensetzung 0,2-Grenze Zerreißfestigkeit Dehnung Querschnitts- Vickershärte
    (Gewichtsprozent) verminderung T
    Rest Titan kg/mm2 kg/MM2 0/0 0/0 kg/nun'
    4A1 - 6 Co 89,3 102,6 9 12 356 3,8
    4A1 - 6M 75,9 85,8 4 12 331 8,7
    Tabelle IX
    Mechanische Eigenschaften bei erhöhter
    Geb-rauchstemperatur (540'C) der bis zur
    oc-Verbindungsphase geglühten
    Ti-AI-Legierungen mit Cu-, Ni oder Co-Zusatz
    Zusammen- Zerreiß- Querschnitts-
    setzung 0,2- festig- Deh- verminde-
    (Gewichts- Grenze keit nung rung
    Prozent)
    Rest Titan kg/mm' kg/mm2 0/, 0/0
    4A1-6Co - 40,1 44 87
    -4A1 - 6Ni - 3753 53 84
    Zum Vergleich
    4A1 - 6Cu. 39,7 50,6 36 90
    Tabelle X
    Einfluß einer 24stündigen Erhitzung auf 425 0 C auf die
    Härte- und Biegeeigenschaften der bis zur cc-Ver-
    bindungsphase geglühten Ti-AI-Legierungen mit Ni
    oder Co-Zusatz
    Zusammen-
    setzung Vor der Zunahme durch
    (Gewichts- Erhitzung die Erhitzung
    Prozent) 1 Vickers- 1 Vickers-
    Rest Titan härte T härte
    4A1-6Ni 94 331 "' +0 6 -2
    4A1 - 6Col 2:8 356 +7,'2 +55
    -1: Können statt bis zur oc-Verbindungsphase auch bis zur
    _a-ß-Zusatzmetallphas-e geglüht sein.
    Aus den in Tabelle VII zusammengestellten Daten über die mechanischen Eigenschaften dieser Legierunge,u nach dem Glühen bis zur Bildung der oc-Verbindungsphase geht-hervor, daß die Ti-Al-Co-Legierungen, mit Ausnahme von Ti - AI - Ni, den Ti-Al-Cu-Legierungen gleichwertig sind. Die Legierungen mit Nickel- oder Kobaltzusatz sind durch die Ab- schreckung gen-Cigend gut härtbar. Die bei den Ti-A1-Co-Legierungen nach der Abschreckung auftretende Kombination von großer Härte und guten Biegeeigenschaften erscheint besonders günstig.
  • Die Daten über die Zugfestigkeitseigenschaften bei erhöhter Temperatur in Tabelle IX zeigen, daß auf der Grundlage gleicher Gewichtsanteile sowohl Kobalt als auch Nickel dem Kupfer hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Eigenschaften bei erhöhter Temperatur etwas unterlegen ist. Der Zusatz einer kleinen Menge Mangan erweist sich in dieser Hinsicht als vorteilhaft.
  • Die in Tabelle X angegebenen Glühversuche zeigen, daß die Ti-AI-Ni-Legierungen annehmbar wärmebeständig (thermiscii stabil) sind. Die Ti-AI-Co-Legierungen jedoch weisen bestimmte Anzeichen von Unbeständigkeit auf. Die Eigenschaften der Ti-AI-Ni-Legierungen bei gewöhnlicher Temperatur zeigen, daß Nickel kein günstiges Zusatzelement für a-Dispersoidlegierungen -ist. --Ersetzt man einen kleinen Teil des Kupfers durch, Mangan, so werden die Eigenschaften der Legierungen im. Vergleich zu den entsprechenden Ti-AI-Cu-Legierungen etwas besser; die manganhaltigen Legierungen sind jedoch nicht wärmebeständig. - Das Merkmal, womit sich die erfindungsgemäßen Legierungen von denen der Entgegenhaltungen unterscheiden, besteht in erster Linie in den beanspruchten Mengenbereichen der Metalle Kupfer, Kobalt und Nickel als Legierungsbestandteil. Die erfindungsgemäßen unteren Grenzen der zugesetzten Mengen dieser Metalle liegen alle oberhalb der für die gleichen Metalle in den Entgegenhaltungen angegebenen Mengen.
  • Die französische Patentschrift 1070 589 sowie die USA.-Patentschrift 2 669 513 beschreiben eine Legierung mit einem Höchstgehalt an Lupfer von 501, Der Höchstgehalt an Kupfer der in der USA.-Patentschrift 2 622 023 genannten Legierung beträgt 2 0/" während die in der britischen Patentschrift 677 413 beschriebene Legierung überhaupt kein Kupfer, Kobalt oder Nickel enthält.
  • Wie oben an-geführt, ist die Warmverformbarkeit der erfindungsgemäßen Legierungen im Vergleich zu den bekannten - Legierungen auf Titangrundlage mit hohem Stabilisatoranteil erheblich besser. Bei Abschreckung von den Temperaturbereichen der ß- und der oc-ß-Phase nimmt ihre Härte und Festigkeit weit mehr zu. Sie besitzen eine ausgezeichnete Festigkeit bei erhöhten Temperaturen bis zu etwa 650'C, einen hohen Elastizitätsmodul und im Vergleich zu den bisher bekannten Legierungen auf Titangrundlage ein hohes Verhältnis des Elastizitätsmoduls zur Dichte. Sie weisen - insbesondere, wenn sie unterhalb der unteren kritischen Temperatur wärmebehandelt werden - eine ausgezeichnete Wärmebeständigkeit auf.

Claims (2)

  1. Patentansprüche: 1. Legierung auf Titangrundlage, bestehend aus 0,5 bis 120/, Aluminium und mehr als 5 bis 200/, Kupfer, mehr als 5 bis 120/, Kobalt und/oder mehr als 5 bis 12 0/, Nickel, Rest Titan und unvermeidlichen Verunreinigungen.
  2. 2. Legierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Teil- oder die Gesamtmenge des Aluminiums durch Zinn ersetzt ist, und zwar in einem Mengenverhältnis von etwa 3 Gewichtsprozent Zinn für 1 Gewichtsprozent Aluminium, innerhalb der Grenzen von 0,5 bis 23 0/, Zinn. 3. Legierung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bis etwa die Hälfte der angegebenen Höchstmenge an Kupfer, Kobalt -und/ oder Nickel durch bis zu 20 0/, eines oder mehrere der Metalle Molybdän, Vanadium, Niob und Tantal, bis zu 5 Mangan, bis zu 3,5 "/, Eisen und bis zu 12 Chrom und/oder Wolfram ersetzt sind, wobei die Mindestmenge an Kupfer, Kobalt oder Nickel mehr als 5 0/, beträgt. 4. Legierung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie als weiteren verbindungsbildenden ß-Stabilisator- 0,25 bis 3 0/0 Silizium oder 0,1 bis 2 "/, Beryllium. enthält. 5.. Legierung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Metalle der oc-Stabilisatoren Aluminium oder Zinn in der größeren Menge ihres zulässigen Bereichs vorhanden sind, wenn die ß-Stabilisatoren Nickel, Kobalt oder Kupfer gegebenenfalls und Silizium. oder Beryllium. in der kleineren Menge ihres zulässigen Bereiches vorhanden sind, und umgekehrt. In Betracht gezogene Druckschriften: Französische Patentschrift Nr. 1070 589; britische Patentschrift Nr. 677 413; USA.-Patentschriften Nr. 2 622 023, 2 661286, 2669513. In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsche Patente Nr. 1082 418, 1120 153, 1142 445, 1163 556.
DE1955C0021299 1955-07-26 1955-07-26 Legierung auf Titangrundlage Pending DE1258605B (de)

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DE (1) DE1258605B (de)

Citations (9)

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