DE1257081B - Verfahren zur Befestigung von Ankerstangen in Bohrloechern - Google Patents
Verfahren zur Befestigung von Ankerstangen in BohrloechernInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
E21d
Deutsche Kl.: 5 c -21/00
Nummer: 1 257 081
Aktenzeichen: B 88067 VI a/5 c
Anmeldetag: 20. Juli 1966
Auslegetag: 28. Dezember 1967
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Befestigung von Ankerstangen in Bohrlöchern durch Verkleben
in diesen mittels einer in das Bohrlochtiefste eingebrachten und nach dem Einbringen erhärtenden
Kunststoffmasse. Sie ist sowohl auf bekannte Verfahren anwendbar, bei denen die Kunststoffmasse — die
Mischung eines Kunstharzes — in der Regel unter Zusatz eines Beschleunigers sowie mit Füllstoffen
und einem Härter in das Bohrlochtiefste injiziert wird, wie auch auf solche, bei denen die fertige Mischung
in einer durch das Eindringen der Ankerstange zerstörten Patrone in das Bohrlochtiefste eingebracht
wird.
Diese bekannten Verfahren bedingen, daß die Kunststoffmischung, um ihr vorzeitiges Erhärten zu
verhindern, unmittelbar nach ihrer Bereitung verwendet wird, was näherer Erläuterung nicht bedürfende
betriebliche Schwierigkeiten ergibt.
Diese Schwierigkeiten werden durch das unter diesem Namen bekannte »Klebankerverfahren« vermieden,
bei welchem die Mischung der Hauptkomponenten, des Kunstharzes, des Beschleunigers und
des Füllstoffes einerseits und dem Härter andererseits erst im Bohrlochtiefsten erfolgt, indem diese
Komponenten in getrennten Abteilen einer Patrone untergebracht werden, welche durch das drehend erfolgende
Eintreiben der Ankerstange, deren Kopfende als Mischschnecke ausgebildet ist, nach hierdurch
erfolgendem Zertrümmern der Patrone gemischt werden. Bei diesem Verfahren ist also der
Zeitpunkt der Verwendung der Patrone von dem ihrer Herstellung unabhängig. Die hierfür erforderlichen
Patronen mit getrennten Abteilen bedingen aber eine bei einem solchen Massenartikel ins Gewicht
fallende Verteuerung des Verfahrens.
Durch die Erfindung wird die Aufgabe, den Zeitpunkt der Bereitung der Mischung von dem ihrer
Verwendung unabhängig zu machen, in demgegenüber denkbar vereinfachter Weise dadurch gelöst,
daß als Kunststoffkomponente der Mischung eine solche, die erst bei Temperaturen, die oberhalb
deren, denen die Mischung während ihrer Lagerung ausgesetzt ist, liegen, nämlich — mit einem gewissen
Sicherheitsfaktor — bei Temperaturen oberhalb von etwa 60° C, durch die Einwirkung des Härters härtbar
ist, oder in demgegenüber abgewandelter Weise eine katalytisch härtbare Kunststoffkomponente in
Mischung mit einem entsprechend wirkenden Härter, der erst bei oberhalb der genannten liegenden Temperaturen
wirksam wird, verwendet wird, und die für die Härtung der fertigen Mischung erforderliche
Temperatur im Bohrlochtiefsten erzeugt wird.
Verfahren zur Befestigung von Ankerstangen
in Bohrlöchern
in Bohrlöchern
Anmelder:
Bergwerksverband G. m. b. H.,
Essen-Kray, Frillendorfer Str. 351
Essen-Kray, Frillendorfer Str. 351
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Berging. Dr. Fritz Schuermann,
Winz-Niederwenigern;
Dipl.-Chem. Dr. Rudolf Novotny,
Essen-Heisingen
Dipl.-Berging. Dr. Fritz Schuermann,
Winz-Niederwenigern;
Dipl.-Chem. Dr. Rudolf Novotny,
Essen-Heisingen
Die hierfür erforderliche Wärmemenge wird gemäß der Erfindung durch die beim drehenden Eintreiben
der Ankerstange in die Mischung bzw. die diese enthaltende Patrone erzeugte Reibungswärme
geliefert, zu der sich die im Verlauf der chemischen Reaktion zwischen Harz und Härter im Bohrlochtiefsten anfallende Reaktionswärme addiert.
Durch Eintreiben der Ankerstange mit einer hohen Umdrehungszahl von größenordnungsmäßig 300 bis
1000 UpM, vorzugsweise unter einem vergleichsweise hohen Andruck, der größenordnungsmäßig bis
zu einer Tonne und mehr betragen kann, wird innerhalb einer sehr kurzen Zeitdauer von beispielsweise
nur etwa 10 Sekunden durch die Reibungswärme eine Temperaturerhöhung bis auf größenordnungsmäßig
200° C und damit ein schnelles Wirksamwerden des Härters erzielt, wobei gleichzeitig durch das
Vortreiben der Ankerstange bis ins Bohrlochtiefste das Gemisch in den zweckmäßig sehr eng bemessenen
Ringspalt zwischen Ankerstange und Innenumfang des Bohrloches verdrängt wird.
Vorzugsweise wird die Menge der in das Bohrlochtiefste eingebrachten Mischung in Relation zu der Breite des Ringraumes so bemessen, daß nach Beendigung des Vorganges die dann erhärtete Mischung den Ringraum bis in den Bereich der Bohrlochmündung ausfüllt, d. h. eine Verklebung der Ankerstange auf ihrer gesamten Länge erfolgt. Da ein Mischvorgang im Bohrloch nicht mehr stattfindet, ist es nicht mehr erforderlich, den Kopf der Ankerstange als Mischschnecke auszubilden. Vielmehr können glatte oder aus Rippenstahl bestehende Ankerstangen verwendet werden, deren Kopf zweckmäßig unsymmetrisch verjüngt, z. B. keilförmig gestaltet ist. Mit fortschreitender Warmhärtung des
Vorzugsweise wird die Menge der in das Bohrlochtiefste eingebrachten Mischung in Relation zu der Breite des Ringraumes so bemessen, daß nach Beendigung des Vorganges die dann erhärtete Mischung den Ringraum bis in den Bereich der Bohrlochmündung ausfüllt, d. h. eine Verklebung der Ankerstange auf ihrer gesamten Länge erfolgt. Da ein Mischvorgang im Bohrloch nicht mehr stattfindet, ist es nicht mehr erforderlich, den Kopf der Ankerstange als Mischschnecke auszubilden. Vielmehr können glatte oder aus Rippenstahl bestehende Ankerstangen verwendet werden, deren Kopf zweckmäßig unsymmetrisch verjüngt, z. B. keilförmig gestaltet ist. Mit fortschreitender Warmhärtung des
709 710/68
Claims (7)
1. Verfahren zur Befestigung von Ankerstangen in Bohrlöchern durch Verkleben in diesen
mittels eines in das Bohrlochtiefste unmittelbar oder in Form einer Patrone aus einem zerstörbaren
Material eingebrachten Mischung aus einem härtbaren Kunstharz, einem Füllstoff, einem Beschleuniger und einem Härter, dadurch
gekennzeichnet, daß unter Verwendung einer Kunstharzkomponente, die erst bei einer oberhalb von etwa 6O0C liegenden
Temperatur warmhärtbar ist, die für die Härtung erforderliche Temperatur im Bohrlochtiefsten im
wesentlichen durch die beim drehenden Eintreiben der Ankerstange entstehende Reibungswärme
erzeugt wird.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung
einer katalytisch härtbaren Kunstharzkomponente in Mischung mit einem entsprechend wirkenden
Härter, der erst bei oberhalb von 6O0C liegenden
Temperaturen wirksam wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Eindrehen der
Ankerstange mit hoher Tourenzahl von größenordnungsmäßig 300 bis 1000 UpM und einem
Andruck von größenordnungsmäßig einer Tonne erfolgt.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch die
Verwendung von glatten oder einfach gerippten Ankerstangen ohne als Mischschnecke ausgebildeten
Kopf mit vorzugsweise unsymmetrisch profiliertem Ende.
5. Ausführungsform des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß als Kunstharzkomponente nach einem Polyadditionsmechanismus erst
bei Temperaturen von oberhalb 6O0C miteinander
in härtendem Sinne reagierende Harze, vorzugsweise Epoxy- oder Polyurethanharze oder
eine Mischung von solchen, verwendet werden.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Füllstoff in einer Korngröße, die nahezu der Breite des Ringspaltes zwischen Ankerstange und
Bohrlochinnenwandung entspricht, verwendet wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Menge der in das Bohrlochtiefste eingebrachten Mischung in Relation zu der Breite des Ringspaltes
zwischen Ankerstange und Bohrlochmündung so bemessen wird, daß die durch das Eintreiben
der Ankerstange verdrängte Mischung nach Beendigung des Vorganges den Ringspalt im wesentlichen bis zur Bohrlochmündung ausfüllt.
709 710/68 12.67 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB88067A DE1257081B (de) | 1966-07-20 | 1966-07-20 | Verfahren zur Befestigung von Ankerstangen in Bohrloechern |
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| DE1257081B true DE1257081B (de) | 1967-12-28 |
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Family Applications (1)
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| DEB88067A Pending DE1257081B (de) | 1966-07-20 | 1966-07-20 | Verfahren zur Befestigung von Ankerstangen in Bohrloechern |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1257081B (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0049646A1 (de) * | 1980-08-27 | 1982-04-14 | Societe Anonyme D'explosifs Et De Produits Chimiques | Verfahren zum Befestigen von Gebirgsankern im Felsen mittels einer thermoplastischen Klebepatrone, die im Bohrloch erhitzt wird, und entsprechende Klebstoffzusammensetzungen |
| FR2491994A1 (fr) * | 1980-08-27 | 1982-04-16 | Explosifs Prod Chim | Procede de scellement de boulons d'ancrage dans des terrains, au moyen d'un bloc de colle thermofusible chauffe in situ |
| DE3111042A1 (de) * | 1981-03-20 | 1982-09-30 | Hilti AG, 9494 Schaan | Befestigungsvorrichtung |
| FR2503787A2 (fr) * | 1981-04-10 | 1982-10-15 | Explosifs Prod Chim | Procede de scellement de boulons d'ancrage dans des terrains, au moyen d'un bloc de colle thermofusible chauffe in situ |
-
1966
- 1966-07-20 DE DEB88067A patent/DE1257081B/de active Pending
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0049646A1 (de) * | 1980-08-27 | 1982-04-14 | Societe Anonyme D'explosifs Et De Produits Chimiques | Verfahren zum Befestigen von Gebirgsankern im Felsen mittels einer thermoplastischen Klebepatrone, die im Bohrloch erhitzt wird, und entsprechende Klebstoffzusammensetzungen |
| FR2491994A1 (fr) * | 1980-08-27 | 1982-04-16 | Explosifs Prod Chim | Procede de scellement de boulons d'ancrage dans des terrains, au moyen d'un bloc de colle thermofusible chauffe in situ |
| DE3111042A1 (de) * | 1981-03-20 | 1982-09-30 | Hilti AG, 9494 Schaan | Befestigungsvorrichtung |
| FR2503787A2 (fr) * | 1981-04-10 | 1982-10-15 | Explosifs Prod Chim | Procede de scellement de boulons d'ancrage dans des terrains, au moyen d'un bloc de colle thermofusible chauffe in situ |
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