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Vorrichtung für Auswählgeräte Die Erfindung bezieht sich auf eine
Vorrichtung für Auswählgeräte zum Trennen von ausgewählten Karten aus einem von
Auswählgliedern durchsetzten Kartenstapel mittels Fliehkraft, bestehend aus einem
den Kartenstapel aufnehmenden und zugleich zur Lagerung dienender Kartenbehälter
auf einer außerhalb des Behälterraumes angeordneten Drehachse.
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Bei einem bekannten Auswählgerät dieser Art dient als Vorrichtung
zum Erzeugen einer auf die ausgewählten Karten einwirkenden Fliehkraft eine Handkurbel
oder ein Elektromotor. Die Karteikarten werden hierbei zum Auswählen in einen in
Fächer unterteilten Karteikasten eingebracht, der exzentrisch gelagert und mit dem
mehrfach unterteilten gesamten Kartenstapel in Rotation versetzt wird. Die gewünschte
Bewegungsrichtung der freigegebenen Karten verläuft hierbei in Richtung des Radius
von der Rotationsachse weg. Die Wirksamkeit dieser Auswählgeräte steht außer Frage,
da durch die Rotation des Kartenstapels leicht Kräfte an den freigegebenen Karten
erzeugt werden, die ein Vielfaches größer als die Schwerkraft sind. Doch wird einem
solchen Auswählvorgang die Reibung zwischen den Karten nicht verringert, sondern
eher erhöht. Es ergeben sich nämlich an den nicht gesuchten bzw. festgehaltenen
Karten durch die dauernde Einwirkung der etwa konstanten Beschleunigung und durch
die von den Auswählgliedern erzeugten Gegenkräfte Verbiegungen aus der Kartenebene
heraus, die eine erhöhte Pressung und Reibung zwischen den Karten zur Folge haben.
Außerdem ist die Größe und der im Betrieb benötigte Platzbedarf dieser Geräte erheblich;
auch besteht die Notwendigkeit, Schutzmaßnahmen vorzusehen. Schließlich ist bei
diesen bekannten Auswählgeräten auch eine umständliche Bedienung vorhanden, die
sich unter anderem dadurch ergibt, daß nur mit relativ kleinen Kartenstapeln gearbeitet
werden kann. Diese Gründe sind auch verantwortlich dafür, daß derartige Auswählgeräte
sich bisher noch nicht in größerem Umfange einführen können, obwohl ihre Wirkungsweise
seit Jahrzehnten bekannt ist.
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Weiterhin ist ein Auswählgerät bekannt, bei dem der Kartenbehälter
zur Aufnahme der Karten und Auswählglieder mit einer gewölbten Grundfläche versehen
wird. Als Vorrichtung zum Erzeugen von Drehbewegungen dient die Hand, wobei der
Kartenbehälter in beiden Richtungen seitlich um eine zur Ebene der Karten senkrechte
Achse hin und her geschwenkt wird. In diesem bekannten Auswählgerät wird zur Trennung
der gesuchten von den nicht gesuchten Karten lediglich eine Teilkomponente der Schwerkraft
ausgenutzt. Dieses bekannte Verfahren ist demnach selbst den einfachen Verfahren
unterlegen, bei denen die Auswahl der gesuchten Karten durch den vollen Betrag der
Schwerkraft dadurch hervorgerufen wird, daß den gesuchten Karten die Unterstützung
durch Tragnadeln genommen wird, wogegen die nicht gesuchten Karten weiterhin durch
die Auswählglieder in ihrer Lage festgehalten werden.
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Die Erfindung setzt es sich zum Ziel, eine Vorrichtung für Auswählgeräte
mit den weiteren eingangs im ersten Absatz erläuterten Merkmalen zu schaffen, durch
welche zwar eine die Schwerkraft mehrfach übertreffende Zentrifugalkraft erzeugt
wird, aber zugleich Verbiegungen in der Kartenebene der Karteikarten vermieden werden.
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Nach der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß zum Erzeugen der
auf die ausgewählten Karten einwirkenden Fliehkraft die Drehachse des Kartenbehälters
an eine Drehschwingungen hoher Frequenz, z. B. mit Netzfrequenz, erzeugender Vorrichtung
angeschlossen ist.
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Durch eine derartige Vorrichtung ergibt sich ein im Aufbau einfaches
und in der Handhabung bequemes, leicht bedienbares Auswählgerät, das keinerlei Sicherungsmaßnahmen
notwendig macht und nur wenig Platz erfordert. Die zum Ausscheiden der gewählten
Karten ausgeübte Rüttelbewegung verläuft in der Kartenebene und quer zu der angestrebten
Bewegungsrichtung der ausgewählten Karten. wodurch die Karten außerdem geschont
werden.
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Der Gegenstand der Erfindung ist rein schematisch in der Zeichnung
in einer Stirnansicht dargestellt. Jedes Auswählgerät wird von einem Kartenbehälter
2 gebildet, der zur Aufnahme eines auszuwählenden Kartenstapels und von den letzteren
durchsetzenden Auswählgliedern dient. Unterhalb des Behälters ist eine Drehachse
5 angeordnet, um welche der Kartenbehälter in eine schwingende Bewegung entsprechend
den Pfeilrichtungen 6 versetzt werden
kann. Es ist dabei angenommen,
daß sich die zur Markierung dienende_u Loc'>_reihen am Fuß der Karte befinden. Die
Schwingungen um die Drehachse 5 erfolgen mit relativ kleiner Amplitude, aber mit
hoher Frequenz. Als Vorrichtung zum Erzeugen dieser Schwingungen ist ein vom Netzstrom
angetriebener elektromagnetischer Schwinger vorgesehen. Das Selektionsgerät ist
vorzugsweise so unterteilt, daß nur ein Teil, in dem sich der Kartenbehälter befindet,
den Drehschwingungen unterliegt. Bei diesem Trennungsvorgang wird auf die Karten
neben der bekannten Vibration, die die Reibung zwischen den Karten verhindert, eine
in ihrer Größe wechselnde Zentrifugalbeschleunigung ausgeübt. Es läßt sich auf diese
Weise mit kleinem Konstruktionsaufwand eine Zentrifugalbeschleunigung erreichen,
die ein Mehrfaches der Erdbeschleunigung beträgt, so daß die ausgewählten Karten
gut sichtbar aus dem Kartenstapel herauswandern und leicht festgehalten werden,
um später entnommen werden zu können. Eine Verbesserung der Trennung läßt sich dadurch
noch erreichen, daß das Auswahlgerät mit der Vorrichtung nach unten gerichtet aufgehängt
wird, so daß die ausgewählten Karten nach unten austreten. Hierbei addiert sich
die Schwerkraft zur Zentrifugalkraft, statt sich von ihr zu subtrahieren, wie es
bei dem oben erläuterten Auswählgerät der Fall ist.