DE1253562B - Prall- und Schaelmuehle mit mindestens zwei um eine lotrechte Achse umlaufenden Schleuderraedern - Google Patents
Prall- und Schaelmuehle mit mindestens zwei um eine lotrechte Achse umlaufenden SchleuderraedernInfo
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Description
- Prall- und Schälmühle mit mindestens zwei um eine lotrechte Achse umlaufenden Schleuderrädern Die Erfindung bezieht sich auf eine Prall- und Schälmühle mit mindestens zwei um eine gemeinsame lotrechte Achse synchron umlaufenden Schleuderrädern, die von Prallringen umgeben sind und denen das Mahlgut mittels mehrerer konzentrisch angeordneter Speiserohre von oben zugeführt wird. Die Vorrichtung soll sowohl zum Schälen von Hafer u. dgl. als auch zum Prallen von Getreide vor der Vermahlung, zur Prallzerkleinerung und zu anderen Prallbehandlungsarten von Körnergut dienen.
- Die bekannten Prallvorrichtungen mit einem Schleuderrad weisen nur eine begrenzte Leistungsfähigkeit auf. Zur Bewältigung der heute häufig geforderten, ungewöhnlich hohen Durchsätze ist es daher nötig, entweder mehrere gleichartige Geräte aufzustellen oder den Durchmesser des Schleuderrades oder dessen nutzbare Höhe, d. h. die Schichtdicke in axialer Richtung, zu vergrößern. Der erstgenannte Weg ist aus Gründen des Platzbedarfs und des Bauaufwandes, die beiden anderen Möglichkeiten sind aus technologischen Gründen von Nachteil, sobald bestimmte Abmessungen überschritten werden. Diese Nachteile werden teilweise durch mindestens zwei gleichachsig übereinander angeordnete Schleuderräder beseitigt. Damit wird eine mehrflutige Prallvorrichtung geschaffen, bei der die einzelnen Schleuderräder hinsichtlich der Beschickung einander parallel geschaltet sind. Bei derartigen Vorrichtungen muß jedoch für eine gleichartige und gleichmäßige Beaufschlagung der einzelnen Schleuderräder und für eine ungestörte Abfuhr des zerprallten Gutes gesorgt werden, damit mit allen Teilen der Vorrichtung ein gleich guter Pralleffekt erzielt wird. Bei bekannten Vorrichtungen mit diesem baulichen Merkmal ist die geschilderte Aufgabe noch nicht in befriedigender Weise gelöst.
- Bei einer bekannten Prallvorrichtung sind an das etwa waagerechte Schleuderrad sowohl unten als auch oben Schaufeln angesetzt, die von einem gemeinsamen Prallring umgeben sind. Das Mahlgut wird dabei den unteren Schaufeln zentral von oben zugeführt, zerprallt und durch einen Luftstrom nach oben gefördert. Durch eine zweifache Umlenkung der Suspension wird das Mahlgut in zwei Fraktionen getrennt, und nur zurückfallendes grobes Gut, also sogenanntes Überkorn, fällt auf die oberen Schaufeln des Schleuderrades zur weiteren Zerkleinerung zurück. Die beiden Prallpassagen sind somit hintereinandergeschaltet; Parallelbetrieb ist nicht möglich. Auch behindern sich die Mahlgutströme bei der Abfuhr gegenseitig erheblich.
- Bei einer anderen bekannten Praljmühle liegen ähnliche Verhältnisse vor. Dort wird das untere der beiden Schleuderräder mit einer Mischung aus Frischgut und feinem Rückgut und das obere mit grobem Rückgut beaufschlagt. Zu den vorher erwähnten Nachteilen tritt noch derjenige hinzu, daß vom unteren Schleuderrad zwar das feine Rückgut durch das grobe Frischgut ausreichend zerkleinert, dieses aber umgekehrt in seiner eigenen Zerkleinerung behindert wird.
- Eine weitere bekannte Prallmühle mit doppeltem Schleuderrad gestattet zwar die gleichzeitige Beaufschlagung beider Passagen mit Frischgut, die Aufteilung des Frischgutstromes ist jedoch weitgehend dem Zufall überlassen. Das Problem ungehinderter Mahlgutabfuhr ist ebenfalls nicht gelöst.
- Ausgehend von einer Prallmühle mit mindestens zwei übereinanderliegenden Schleuderrädern und mit mehreren konzentrisch angeordneten Speiserohren, von denen die inneren, zu den unteren Schleuderrädern führenden Rohre durch zentrale Öffnungen der darüberliegenden Räder hindurchgeführt sind, wird die umrissene Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß zur Steuerung der Mahlgutzufuhr zu den Schleuderrädern die Speiserohre einstellbare Austritts- und überlauföffnungen aufweisen und daß jedem Schleuderrad ein besonderer Prallring mit getrenntem Gutablauf zugeordnet ist. Jedes Speiserohr kann mit einem besonderen Eintrittsstutzen für Gut versehen werden. Man kann jedoch auch äußere Rohre vom jeweils inneren aus durch überlauföffnungen mit Gut beschicken. Die Querschnitte der Zutrittsöffnungen für die Körner zu den Schleuderrädern werden vorzugsweise durch voneinander getrennte Doppelrohr-Drehschieber verstellbar gemacht; es ist jedoch auch möglich, für diesen Zweck Irisblenden oder andere Verstellmittel vorzusehen. Beide Schleuderräder können völlig unabhängig voneinander gestaltet v .,erden, man kann jedoch auch die Grundplatte des nächsthöheren Schleuderrades als Deckplatte des nächsttieferen Rades benutzen. Diese Bauart hat den Vorteil geringen axialen Platzbedarfs, so daß meist ein für ein einfaches Schleuderrad vorgesehenes Gehäuse auch für ein doppeltes Rad verwendet werden kann.
- Um eine noch weitergehende Verbesserung der Gleichmäßigkeit der Beaufschlagung zu erzielen, können die inneren Speiserohre unten derart kegelig erweitert sein, daß die Austrittsöffnungen aller Rohre etwa im gleichen Abstand von der Drehachse der Schleuderräder liegen.
- Die Mahlgutabfuhr von den oberen Prallringen kann dadurch erleichtert werden, daß die Außenfläche der unteren Prallringe nach unten konisch erweitert ist, so daß sie als Leitfläche dienen kann. Werden darüber hinaus auch die Prallflächen konisch ausgebildet, so können alle Prallringe vollkommen gleich ausgeführt werden. Die einzelnen Teilströme des Mahlgutes können somit außerhalb der Prallringe allmählich wieder zu e_nem Gesamtstrom vereinigt werden.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung im Vertikalschnitt dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Ein unteres Schleuderrad 1 und ein oberes Schleuderrad 2 rotieren gemeinsam um eine lotrechte Mittelachse 10, da sie mittels einer einzigen Antriebswelle 11 gelagert sind. Jedem Schleuderrad ist ein besonderer feststehender konischer Prallring 3 zugeordnet, der sich im dargestellten Fall nach unten erweitert, der jedoch auch zylindrisch ausgebildet sein kann. Nach der Zeichnung sind die Schleuderräder 1, 2 durch Distanzstücke 12 in gewissem Abstand voneinander gehalten, so daß am Austritt jedes Rades eine Streubreite für das Gut berücksichtigt wird. Man kann jedoch auch auf einen Zwischenraum zwischen beiden Schleuderrädern verzichten und die Grundplatte 20 des oberen Rades 2 als Deckplatte des unteren Schleuderrades 1 benutzen. Es können auch drei oder mehr Schleuderräder übereinander angeordnet werden.
- Die Speisung der Prallvorrichtung erfolgt zentral von oben her, und das Maschinengehäuse 9 weist zu diesem Zweck eine kreisförmige Öffnung auf. Ein daran anschließender feststehender Kragen 90 hat am unteren Ende Aussparungen 91, die mit Aussparungen 71 eines rohrförmigen Drehschiebers 7 zur Dekkung gebracht werden können. Dieser Drehschieber 7 ist in die Öffnung des Kragens 90 eingesetzt, wird durch einen Flansch 72 in der richtigen Höhenlage gehalten und weist einen Handgriff 73 auf, der ein Langloch in einem aufgesetzten Rohrstück 92 durchdringt. Durch Verdrehen des Rohr-Drehschiebers 7 wird die Überdeckung der Aussparungen 71, 91 und somit der Zutritt von Körnergut zu dem oberen Schleuderrad 2 geändert.
- Die Speisung des unteren Schleuderrades 1 erfolgt unmittelbar durch ein inneres Rohr 4, das gleichachsig in das Rohrstück 92 eingesetzt ist und sowohl den Kragen 90 als auch das obere Schleuderrad 2 zentral durchdringt. Das Rohr 4 ist am unteren Ende kegelförmig erweitert und an einem zylindrischen Teil mit Aussparungen 41 versehen. Dieser zylindrische Teil liegt innerhalb des Schleuderrades 1 und hat den gleichen Durchmesser wie der Kragen 90 mit den Aussparungen 91 für den Gutzutritt zum oberen Schleuderrad. Beide Schleuderräder können daher von innen her in völlig gleichartiger Weise beaufschlagt werden.
- Innerhalb des Rohres 4 ist ein rohrförmiger Drehschieber 6 geführt, an dessen unterem, ebenfalls erweitertem Ende Aussparungen 61 den feststehenden Aussparungen 41 gegenüberstehen. Die Überdeckung dieser Aussparungen 41, 61 läßt sich durch Verdrehen des Drehschiebers 6 mittels eines Handgriffs 63 verändern, der durch ein waagerechtes Langloch des Rohres 4 hindurchgeführt ist. Die Rohrstücke 4 und 6, die zusammen auch als Doppelrohr-Drehschieber bezeichnet werden können, haben außerdem in mittlerer Höhe große Öffnungen 40, 60, die als Überlauföffnungen zu bezeichnen sind.
- Mit Hilfe der beiden Doppelrohr-Drehschieber 4, 6 und 92, 7 und der Überlauföffnungen 40, 60 läßt sich jede gewünschte Verteilung des Körnergutes auf die beiden Schleuderräder von einem Einlauf aus erreichen. Es ist jedoch auch möglich, den Hohlraum 5 zwischen dem inneren und dem äußeren Doppelrohr-Drehschieber, d. h. das Rohrstück 92 mit einem besonderen Einlaufstutzen zu versehen, der nur zur Speisung des oberen Schleuderrades dient. Wird - wie nach der Zeichnung - auch das obere Schleuderrad 2 von dem inneren Rohr 4 aus gespeist, so erhält das obere Schleuderrad 2 erst dann eine beachtliche Gutzufuhr, wenn sich das Gut über der Nabe des unteren Schleuderrades 1 im Inneren des Doppelrohr-Drehschiebers 4, 6 bis in die Höhe der überlauföffnungen 40, 60 aufgestaut hat. Da der Zutritt zum unteren Schleuderrad 1 durch Verschließen der Aussparungen 41, 61 ausgeschaltet werden kann, kann dieser Zustand willkürlich herbeigeführt werden, wenn nur das obere Schleuderrad 2 gespeist werden soll. Es ist daher auch möglich, bei verschiedener Ausgestaltung der beiden Schleuderräder und/oder der zugehörigen Prallringe wahlweise durch stärkere Benutzung des oberen oder des unteren Schleuderrades eine stärkere oder schwächere Prallwirkung und damit z. B. einen verschiedenen Schäleffekt herbeizuführen. Dabei kann es vorteilhaft sein, das in den einzelnen Schleuderrädern behandelte Gut gegebenenfalls getrennt aufzufangen. Statt der beschriebenen Doppelrohr-Drehschieber können auch andere Einstellmittel, insbesondere Irisblenden, benutzt werden.
- Die günstige Art der Speisung der Laufräder von innen her mittels der Doppelrohr-Drehschieber kann als »Arbeiten aus dem Vollen« bezeichnet werden, das bekanntlich eine gleichmäßige Verteilung des Gutes auf den Umfang von Schleuderscheiben ermöglicht. Die getrennte Abfuhr des Mahlgutes von den einzelnen Prallringen bietet die Gewähr für einen gleichbleibenden Zerkleinerungsgrad und für eine bestmögliche Ausnutzung der Vorrichtung.
Claims (6)
- Patentansprüche: 1. Prall- und Schälmühle mit mindestens zwei um eine gemeinsame lotrechte Achse mit gleicher Drehzahl umlaufenden Schleuderrädern, die von Prallringen umgeben sind und denen das Mahlgut von oben mit Hilfe mehrerer konzentrisch angeordneter Speiserohre zugeführt wird, von denen die inneren, zu den unteren Schleuderrädern führenden Rohre durch zentrale Öffnungen der Barüberliegenden Räder hindurchgeführt sind, d a -durch gekennzeichnet,daßzurSteuerung der Mahlgutzufuhr zu den Schleuderrädern (1, 2) die Speiserohre (4, 92) einstellbare Austritts- und Überlauföffnungen (41, 71, 40) aufweisen und daß jedem Schleuderrad (1, 2) ein besonderer Prallring (3) mit getrenntem Gutablauf zugeordnet ist.
- 2. Prallmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Einstellen der öffnungsquerschnitte Doppelrohr-Drehschieber (6, 7) vorgesehen sind.
- 3. Prallmühle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die inneren Speiserohre (4) am unteren Austrittsende derart kegelig erweitert sind, daß die Austrittsöffnungen (41, 71) aller Rohre etwa im gleichen Abstand von der lotrechten Drehachse (10) der Schleuderräder (1, 2) liegen.
- 4. Prallmühle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der untere Prallring (3) derart nach unten erweitert ist, daß seine Außenseite als Leitfläche für den Gutablauf des oberen Prallringes dient.
- 5. Prallmühle nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallringe (3) konisch ausgebildet sind.
- 6. Prallmühle nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallringe (3) gleichartig ausgebildet sind. In Betracht gezogene Druckschriften: Britische Patentschrift Nr. 522 339; USA.-Patentschriften Nr. 3 162 382, 3 180 582.
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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