DE1250686B - Absperrventil fur eine Treibstoffkomponente eines Raketentnebwerks - Google Patents
Absperrventil fur eine Treibstoffkomponente eines RaketentnebwerksInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 46 g-1/05
Nummer: 1250 686
Aktenzeichen: B 781301 a/46 g.
Anmeldetag: 17. August 1964
Auslegetag: 21. September 1967
Die Erfindung bezieht sich auf ein Absperrventil, das zwischen einer Treibstoffpumpe und einer
Brennereinrichtung eines mit Wasserstoffsuperoxyd als einem der Treibstoffe betriebenen Raketentriebwerks liegt und ein Gehäuse mit zwei im Abstand
voneinander liegenden Ventilsitzen sowie zwei koaxial angeordneten Ventilgliedern aufweist, die je mit
einem Sitz zusammenwirken und von denen das eine so betätigbar ist, daß es den Durchfluß des Treibstoffs
von der Treibstoffpumpe durch das Gehäuse zum Brenner regelt, während das andere derart betätigbar
ist, daß es eine Entlüftung steuert, die mit dem im Gehäuse zwischen den Ventilsitzen befindlichen Raum in Verbindung steht, so daß, wenn das
den Treibstoff regelnde Ventil geschlossen ist, sämtlicher Treibstoff aus dem Raum im Gehäuse abgelassen
wird, wobei eine federnde Einrichtung, die die Ventilglieder in eine Stellung drückt, in der das
Ventilglied, das den Treibstoff regelt, geschlossen ist,; während das Ventilglied für die Entlüftung geöffnet
ist,' sowie eine weitere Einrichtung vorgesehen sind,
die auf einen während des Betriebs des Triebwerks erzeugten Druck anspricht und die Ventilglieder
gegen die Wirkung der federnden Einrichtung in die
Stellung bewegt, in der das den Treibstoff' regelnde
Ventil geöffnet und das die Entlüftung steuernde Ventil geschlossen ist. \
Absperrventile dieser Art sind bei Raketentriebwerken
von besonderer Wichtigkeit, um nach dem Abstellen des Triebwerks Explosionen durch in der
Brennkammer oder in der Leitung zwischen der Brennkammer und dem Absperrventil verbliebenen
Treibstoff mit Sicherheit zu vermindern. Bei einem bekannten Absperrventir dieser Art ist zum Öffnen
des Treibstoffregelventils ein Solenoid vorgesehen, das ein Servomedium in der der Feder entgegenwirkenden
Richtung wirksam werden läßt, so daß das Treibstoffventil öffnet und die Entlüftung geschlossen
wird. Das Solenoid wird über den sich in der Brennkammer aufbauenden Druck eingeschaltet.
Dazu ist ein Strom erforderlich, der während des Betriebs das Solenoid offen halten muß. Diese erforderliche
elektrische Einrichtung stellt jedoch einen Nachteil dar, da jede elektrische Einrichtung störanfälliger
als eine mechanische- Einrichtung ist. Bei dem bekannten Absperrventil ist weiterhin das
Solenoid als gesondertes Bauteil vorgesehen, so daß der Aufbau komplizierter wird und mehr Platz erfordert.
, Ziel der Erfindung ist ein Absperrventil der oben
erläuterten Art, bei dem eine elektrische Betätigung vermieden wird.
Absperrventil für eine Treibstoffkomponente
eines Raketentriebwerks
eines Raketentriebwerks
Anmelder:
Bristol Siddeley Engines Limited, Bristol
(Großbritannien)
Vertreter:
Dr. W. Müller-Bore, Dipl.-Ing. H. Gralfs
und Dr. G. Manitz, Patentanwälte,
Braunschweig, Am Bürgerpark 8
und Dr. G. Manitz, Patentanwälte,
Braunschweig, Am Bürgerpark 8
Als Erfinder benannt: ;
Michael Stanley Hunt, Coventry, Warwickshire
(Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 16. August 1963 (32 479)
Dieses Ziel wird gemäß der Erfindung dadurch
erreicht, daß die auf den Druck ansprechende Einrichtung ein direkt an den Ventilgliedern angebrachtes oder daran angreifendes, durch Druck betätigbares
Glied ist, das beim Auftreten eines Druckes infolge Zersetzens des der Brerinereinrichtung zu-:
geführten Wasserstoffsuperoxyds die Ventilglieder in die Stellung bewegt, in der der Treibstoffdurchlaß
geöffnet und die Entlüftung geschlossen ist.
■ Auf diese Weise wird unter Ausschaltung jeglicher
elektrischer Einrichtung die Betätigung des Absperrventils direkt über einen den Brennkammerzustand
kennzeichnenden Druck vorgenommen, wodurch die Zuverlässigkeit der Arbeitsweise gegenüber einer elektrischen Betätigung erheblich gesteigert wird.
Da es beim Abstellen des Raketentriebwerks ebenfalls wichtig ist, auch den in der Brennkammer ver-:
bliebenen Treibstoff zu entfernen, wird üblicherweise durch die Leitung zur Brennkammer ein Spülmedium
geschickt, das den Treibstoff entfernt. Vorzugsweise
wird nach einem weiteren Merkmal der Erfindung das Absperrventil, das einen Einlaß aufweist, der
über ein Rückschlagventil mit einem Spülgas, z.B.
Stickstoff, versorgt werden kann, wenn das den
Treibstoffdurchflüß regelnde Ventilglied die geschlossene
Stellung einnimmt, stromabwärts des Treibstoffregelventils mit einem Rückschlagventil so.
versehen, daß es den Raum zwischen den Ventil-
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sitzen gegen die Brennereinrichtung absperrt und durch den Durchfluß des Treibstoffs durch das Treibstoffregelventil
gegen die Wirkung einer Rückschlagfeder öffnet.
Im folgenden wird unter Bezug auf die Zeichnung ein Regelsystem für den Brennstoff eines Raketentriebwerks
sowie ein Absperrventil als Beispiel erläutert.
F i g. 1 zeigt schematisch ein kombiniertes Brennstoff-
und Saüerstoffträgerregelsystem für ein Raketentriebwerk;
F i g. 2 ist eine Seitenansicht des ebenfalls in Fig. 1 dargestellten Brennstoffabsperrventils;
F i g. 3 zeigt einen Längsschnitt durch das Ventil nach der Linie III-III der F i g. 2;
Fig. 4 ist ein Querschnitt durch das Ventil nach
der Linie IV-IV der F i g. 2;
F i g. 5 ist ein Axialschnitt durch ein Abblasventil, das mit dem Absperrventil zusammenwirkt.
Nach Fig. 1 weist das Brennstoffregelsystem eine Brennstoffpumpe A auf, die von einem nicht dargestellten
Brennstofftank über eine Einlaßleitung B mit Brennstoff gespeist wird und diesen durch eine
Leitung C der Brennereinrichtung D einer Brennkammer E zuführt. Die Pumpe A wird von einer
Dampfturbine F angetrieben, die weiterhin eine
Pumpe K für den Sauer stoff träger treibt, die Wasserstoffsuperoxyd
der Brennkammer zuführt. Der Brennstoff gelangt aus der Leitung C über ein Absperrventil
G zum Brenner D, das im folgenden unter Bezug auf die Fig. 2 bis 4 im einzelnen erläutert
wird. Die Leitung C weist ein Abblasventil H auf, das weiter unten an Hand der Fig. 5 beschrieben
wird.
Nach den F i g. 2 bis 4 weist das Absperrventil ein Gehäuse 1, das zwei koaxial und im Abstand voneinander
liegende Ventilsitze 2 und 3 besitzt, sowie zwei koaxial angeordnete Ventilglieder 4 und 5 auf, die
mit den Sitzen 2 und 3 zusammenwirken. Die.Ventilglieder sind innerhalb des Gehäuses zwischen Stellungen
verschiebbar, in denen das eine Ventil geöffnet und das andere geschlossen ist, und umgekehrt. Das
Ventilglied 4 regelt den Durchfluß des Brennstoffs durch das Gehäuse von einem Einlaß 6 zu einem
Auslaß 7, der mit einer Kammer 8 zwischen den Sitzen 2 und 3 in Verbindung steht. Der Einlaß 6 ist
mit der von der Pumpet kommenden Förderleitung
C verbunden, während der Auslaß 7 mit der Brennereinrichtung in Verbindung steht. Das Ventilglied
5 regelt den Durchfluß des Brennstoffs von der zwischen den Ventilsitzen liegenden Kammer 8 zu
einer Entlüftung oder Ablaßleitung 9, die aus dem Gehäuse herausführt. Die Ventilglieder 4 und 5 werden
durch Federn 10 bzw. 11 in Stellungen gedrückt, in denen das zur Brennstoffregelung dienende Ventilglied
4 geschlossen und das Entlüftungs- oder Ablaßventil 5 geöffnet ist. Das Ventilglied S ist an dem
vom Sitz entfernt liegenden Ende aus einem Stück mit einem Kolben 12 hergestellt, der in einer im Gehäuse
vorgesehenen Kammer 14 verschiebbar ist. Weiterhin weist das Ventilglied 5 am anderen Ende
eine axiale Verlängerung 15 auf, die bei geschlosse-'
ner Stellung des Ventilgliedes zum Eingriff mit dem Ventilglied 4 für die Brennstoffregelung kommen
kann und dieses dann gegen die Wirkung der Feder 10 geöffnet hält. Die Kammer 14 ist mit einem Einlaß
16 versehen, in dem der Druck des Dampfes wirksam ist, der den Kolben 12 und damit beide Ventilglieder
gegen die Wirkungen der Federn 10 und 11 in diejenige Lage bringt, in der das Brennstoff regelventil
4 geöffnet und das Entlüftungsventil 5 geschlossen ist. In der Wandung der Kammer 14 sind
in der Nähe des vom Dampfeinlaß 16 entfernt liegenden Endes Öffnungen 17 vorgesehen, die eine freie
Bewegung des Kolbens 12 in der Kammer 14 ermöglichen und Dampf entweichen lassen, der an kreisringförmigen
Dichtungen 18 vorbeileckt, die am ίο Kolben vorgesehen sind. Der Dampfeinlaß 16 steht
mit der Brennkammer E in Verbindung, in der durch die Zersetzung von Wasserstoffsuperoxyd Dampf erzeugt
wird, wenn dieses in einen Katalysator in der Brennkammer geleitet wird und wenn die Verbrennung
stattfindet. Wenn die Zufuhr von Wasserstoffsuperoxyd aufhört, sinkt der Druck des Dampfes ab,
und die Federn 10 und 11 bewegen die Ventilglieder 4 und 5 in die andere Stellung, in der das Brennstoffregelventil
geschlossen und das Entlüftungsventil geöffnet ist. Dadurch kann Brennstoff, der sich noch
in der Kammer 8 befindet oder am geschlossenen Brennstoffregelventil vorbeileckt, durch die Leitung 9
austreten.
Ein Rückschlagventil 20, das unabhängig von den Ventilen 4 und 5 zu betätigen ist, liegt im Gehäuse
stromabwärts des Brennstoffregelventils zwischen dem Brennstoffauslaß 7 und der Kammer 8. Dieses
Rückschlagventil wird durch eine Feder 21 in die geschlossene Stellung gedruckt und durch den Druck
des Brennstoffs in der Kammer 8 geöffnet. Wenn nun kein Brennstoff vom Einlaß 6 zum Auslaß 7 strömt,
ist das Ventil 20 geschlossen und schließt dadurch die Kammer 8 vom Brenner D ab. Am Gehäuse 1
ist weiterhin ein Einlaß 22 vorgesehen, der zu einer zwischen dem Rückschlagventil 20 und dem Auslaß 7
liegenden Kammer 23 führt, um über ein nur in Fig. 1 angedeutetes ,weiteres RückschlagventilJ
unter einem Druck stehenden Stickstoff in die Brennkammer zu leiten, wenn das Rückschlagventil 20 geschlossen
ist. Dadurch wird der Brennstoff aus der Brennereinrichtung D hinausgedrückt, wobei durch
das geschlossene Rückschlagventil 20 ein Austreten von Stickstoff durch die Kammer 8 in die Entlüftung
9 verhindert wird.
Die Entlüftung 9 und die Einführung von Stickstoff stellen zusammen sicher, daß jeglicher Brennstoff
im Brennstoffsystem stromabwärts des Brennstoffregelsystems nach der Verbrennung oder nach
dem Eintreten in dieses Teil infolge Durchleckens am geschlossenen Ventilglied sehr schnell entfernt
wird.
Als weitere Vorsichtsmaßnahme ist stromaufwärts des Absperrventils G in der Brennstoffleitung C ein
Abblasventil vorgesehen.
Nach F i g. 5 weist dieses Ventil ein Gehäuse 26 auf, das ein Ventilglied 25 enthält, welches an einem
Sitz zur Anlage kommen kann, der durch eine Innenschulter 27 gebildet wird und mit einer Ablaßöffnung
28 in Verbindung steht. Das Ventilglied 25 sitzt auf Zapfen 29 und 30 und wird durch eine
schwache Feder 31 in der dargestellten offenen Stellung
gehalten. Das Abblasventil wird dazu verwendet, während des Anlassens Luft aus der Brennstoffleitung
C durch eine Einlaßöffnung 32, den Sitz und den Auslaß 28 abzuleiten. Das Ventilglied
befindet sich nur während des Betriebs der Pumpe in der geschlossenen Stellung und wird, sobald die
Pumpe anhält, sofort durch die Feder 31 geöffnet,
so daß jeglicher Brennstoff, der noch stromaufwärts des Absperrventils G vorhanden ist, entweichen kann.
Wenn auch in der vorstehenden Beschreibung das Absperrventil G zum Regeln des Zustroms von
Brennstoff zur Brennereinrichtung D vorgesehen ist, kann ein ähnliches Ventil auch zusätzlich oder an
Stelle dieses Ventils in der Zuführleitung für den Sauerstoffträger benutzt werden, die zur Brennkammer
führt.
Claims (2)
1. Absperrventil, das zwischen einer Treibstoffpumpe und einer Brennereinrichtung eines mit
Wasserstoffsuperoxyd als einem der Treibstoffe betriebenen Raketentriebwerks liegt und ein Gehäuse
mit zwei im Abstand voneinander liegenden Ventilsitzen sowie zwei koaxial angeordneten
Ventilgliedern aufweist, die je mit einem Sitz zusammenwirken und von denen das eine so betätigbar
ist, daß es den Durchfluß des Treibstoffs von der Treibstoffpumpe durch das Gehäuse zum
Brenner regelt, während das andere derart betätigbar ist, daß es eine Entlüftung steuert, die
mit dem im Gehäuse zwischen den Ventilsitzen befindlichen Raum in Verbindung steht, so daß,
wenn das den Treibstoff regelnde Ventil geschlossen ist, sämtlicher Treibstoff aus dem Raum
im Gehäuse abgelassen wird, wobei eine federnde Einrichtung, die die Ventilglieder in eine Stellung
drückt, in der das Ventilglied, das den Treibstoff regelt, geschlossen ist, während das Ventilglied
für die Entlüftung geöffnet ist, sowie eine weitere Einrichtung vorgesehen sind, die auf einen während
des Betriebs des Triebwerks erzeugten Druck anspricht und die Ventilglieder gegen die
Wirkung der federnden Einrichtung in die Stellung bewegt, in der das den Treibstoff regelnde
Ventil geöffnet und das die Entlüftung steuernde Ventil geschlossen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die auf den Druck ansprechende Einrichtung ein direkt an den Ventilgliedern (4, S)
angebrachtes oder daran angreifendes, durch Druck betätigbares Glied (12) ist, das beim Auftreten
eines Druckes infolge Zersetzens des der Brennereinrichtung zugeführten Wasserstoffsuperoxyds
die Ventilglieder in die Stellung bewegt, in der der Treibstoffdurchlaß geöffnet und die Entlüftung
geschlossen ist.
2. Absperrventil nach Anspruch 1 mit einem Einlaß, der über ein Rückschlagventil mit einem
Spülgas, z.B.· Stickstoff, versorgt werden kann, wenn das den Treibstoffdurchfluß regelnde
Ventilglied die geschlossene Stellung einnimmt, dadurch gekennzeichnet, daß stromabwärts des
Treibstoffregelventils (4) ein Rückschlagventil (20) so angeordnet ist, daß es den Raum (8) zwischen
den Ventilsitzen (2, 3) gegen die Brennereinrichtung absperrt und durch den Durchfluß
des Treibstoffs durch das Treibstoff regelventil gegen die Wirkung einer Rückschlagfeder (21)
öffnet.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 143 061;
britische Patentschrift Nr. 852 221.
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 143 061;
britische Patentschrift Nr. 852 221.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
709 648/81 9. 67 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| GB32479/63A GB1008158A (en) | 1963-08-16 | 1963-08-16 | Propellent shut-off valve for a rocket engine |
Publications (1)
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| DE1250686B true DE1250686B (de) | 1967-09-21 |
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| DE1964B0078130 Pending DE1250686B (de) | 1963-08-16 | 1964-08-17 | Absperrventil fur eine Treibstoffkomponente eines Raketentnebwerks |
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