DE1248347B - Verfahren zur Messung der Schallgeschwindigkeit in einem Koerper - Google Patents
Verfahren zur Messung der Schallgeschwindigkeit in einem KoerperInfo
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Description
AUSLEGESCHRIFT G01k;G01p
Deutsche Kl.: 42 ο -19
Deutsche Kl.: 42 ο -19
Nummer: 1248 347
Aktenzeichen: E 24305 IX b/42 ο
1248347 Anmeldetag: 7. Februar 1963
Auslegetag: 24. August 1967
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Messung der Schallgeschwindigkeit in einem Körper oder anderer
physikalischer Eigenschafteni die sich aus dieser ableiten lassen, mit Hilfe von Ultraschallimpuleen,
die in den stabförmig ausgebildeten, mindestens zwei Echos abgebende Zonen aufweisenden Körper
in Längsrichtung eingekoppelt werden, worauf die Schallaufzeit an Hand des Abstandes der Echos von
den beiden Echozonen ermittelt Wird. Mit einem solchen Verfahren können beispielsweise Tentperaturmessungen
vorgenommen werden. Bei der herkömmlichen Messung von Temperaturen zwischen 1000 und 2000° C treten im allgemeinen Schwierigkeiten
auf, die aus der Schwierigkeit in der Auffindung geeigneter temperaturbeständiger Thermoelemente
resultieren, die gegen Ungenauigkeiten infolge von Temperaturgefällen im Element selbst unempfindlich
sind.
Ein derartiges Verfahren ist aus der Zeitschrift »Philosophical Magazine«, 1957, 8. Folge, S. 1113
bis 1120, bekanntgeworden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren der eingangs erwähnten Art zu schaffen, das
insbesondere eine vereinfachte Auswertung gestattet. Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch
gelöst, daß für jede Messung nacheinander zwei Paare von Impulsen eingekoppelt werden, wobei der
zeitliche Abstand Jt1 = T0+ δ (mit T0 gleich dem
Grundabstand zwischen den Impulsen eines Paares und δ gleich einer Abweichung) zwischen den Impulsen
des einen Paares geringfügig größer als der Abstand At2-T0-S zwischen den Impulsen des
anderen Paares gewählt ist und daß T0 bei konstantem δ so lange variiert wird, bis für beide Impülspaare
das Echo des zweiten Impulses aus der der Einkoppelzone näher liegenden Echozone sich dem
Echo des ersten Impulses aus der der Eirtkoppelzone ferner liegenden Echozone überlagert und Tm die
tatsächliche Laufzeit eines Impules zwischen den Echozonen wiedergibt.
Ein Gerät zur Durchführung dieses Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß die Ultraschallimpulse
in einem Oszillator erzeugt und anschließend einem Untersetzerzähler zugeführt werden, in dem
Impulspaare mit Abständen J Ii und Δ L2 geformt
werden, und daß schließlich Impulspaare mit wechselnden Abständen über Torkreise auf den stabförmigen
Körper eingekoppelt werden.
Dabei kann gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Körper aus Molybdän oder Rhutenium
bestehen und wenigstens eine der Echozonen durch eine Kerbe gebildet sein.
Verfahren zur Messung der Schallgeschwindigkeit in einem Körper
Anmelder:
Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM),
Brüssel
Brüssel
■ Vertreter:
Dipl.-Ing. R. Müller-Börner
und Dipl.-Ing. H. H. Wey, Patentanwälte,
Berlin 33, Podbielskiallee 68
Dipl.-Ing. R. Müller-Börner
und Dipl.-Ing. H. H. Wey, Patentanwälte,
Berlin 33, Podbielskiallee 68
Als Erfinder benannt:
John Frederick William Bell, London;
Thomas Arthur John Jaques Radipole,
Weymouth, Dorset;
Ernst Alexander Thorne,
Broadstone, Dorset (Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 7. Februar 1962 (4793) - -
Das Intervall zwischen den einzelnen aufeinanderfolgenden Impulspaaren ist so lang, daß es den vollständigen
Verhall ermöglicht (etwa Viso Sekunde). Wenn das Intervall zwischen den Impulsen eines
Paares eingestellt wird, bis es gleich der Zeit ist, die eine Schwingung für ihre Bewegung über das Zweifaches
des Abstandes zwischen den auseinanderliegenden Zonen benötigt, wird das Echo infolge des
zweiten Impulses aus der dem Ultraschallerzeuger nächstgelegenen Zone mit dem Echo infolge des
ersten Impules aus der dem Ultraschallerzeuger fernstgelegenen Zone zum Bilden eines zusammengesetzten
Echosignals kombiniert. Dann wird an dem an den Ultraschallerzeuger angrenzenden Ende der
Sonde ein aus zwei Echos (einem aus jeder Zone) bestehendes zusammengesetztes Signal empfangen.
Bei der erfindungsgemäßen Anordnung wird jedoch das Zeitintervall zwischen den angelegten Impulspaaren
wechselnd in der Weise verändert, daß die Impulse eines ersten angelegten Paares durch
eine Verzögerung, die etwas größer ist als das Zeitintervall, und die des zweiten Paares durch eine Ver-
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zögerung, die etwas kleiner ist als das vorerwähnte Zeitintervall, voneinander getrennt sind. Dann erscheinen
an der Anzeige zwei zusammengesetzte Echosignale. Wenn T0 das veränderbare Zeitintervall
und δ die feststehende Verzögerung ist, werden wechselnde Impulspaare in Intervallen von T0 + δ bzw.
T0 — δ übertragen. Da T0 verändert wird, bewegen
sich die Signale an der Zeitbasis in entgegengesetzten Richtungen. Geschwindigkeitsveränderungen des
Schalles können also fortlaufend verfolgt werden.
Es ist seit langer Zeit bekannt, daß die Schallgeschwindigkeit sich mit der Temperatur ändert.
Diese Erscheinung wird insofern ausgenutzt, als man die Veränderung der Schallgeschwindigkeit in einem
besonderen Werkstoff zur Temperaturanzeige verwendet. Das Verfahren nach der Erfindung kann
jedoch auch zur Ermittlung anderer thermischer Eigenschaften von Werkstoffen, beispielsweise des
Phasenzustandswechsels in dem Werkstoff infolge von Wärmewirkungen, verwendet werden. Die Erfindung
umfaßt deshalb die Feststellung und Anzeige eines Phasenzustandswechsels in festen Stoffen durch
Überwachung der Schallgeschwindigkeitsveränderungen in dem Werkstoff vor und nach der Phasenzustandsveränderung.
Zur Feststellung der Phasenzustandsveränderung in einem oder mehreren Werkstoffen kann so vorgegangen
werden, daß man den Werkstoff einem Temperaturbereich aussetzt, der die Temperatur einschließt,
bei der wahrscheinlich die bevorstehende Phasenzustandsveränderung eintritt, während der
Werkstoff so angeordnet ist, daß er einen Teil der Bewegungsbahn einer Ultraschallschwingung bildet,
wobei man die empfangenen Echos laufend überwacht.
Eine Erweiterung dieser Anordnung kann zur Anzeige von Haltepunkt-Temperaturveränderungen verwendet
werden, indem man eine Anzahl voneinander abweichender Werkstoffe als Teile des Weges
einer Ultraschallschwingung anordnet, wobei die Werkstoffe Phasenzustandswechselpunkte bei bekannten
Temperaturwerten aufweisen, die die anzuzeigenden Temperaturwerte darstellen, während man
die Haltepunkt-Geschwindigkeitsveränderungen der Schwingung infolge des jeweiligen Phasenzustandswechsels
zum Anzeigen der Temperaturwerte verwendet.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der beispielsweise jedoch nicht beschränkend eine Ausführungsform
und eine Variante der Erfindung darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 ein Temperaturmeßgerät nach der Erfindung,
F i g. 1A ein charakteristisches Echobild,
Fig. 2 die Schallgeschwindigkeit-Temperatur-Kennlinie von Molybdän,
F i g. 3 A bis 3 D verschiedene Ausführungsformen von Temperatur-Meßsonden und
F i g. 4 eine Variante.
Gemäß F i g. 1 ist eine Temperatur-Meßsonde mit einem Ultraschallerzeuger in Form eines magnetostriktiven
Körpers 1 versehen, der eine Sendespule 2 und eine Empfangsspule3 trägt. Der Körperl ist
ein Nickelrohr von geringem Durchmesser, das in axialer Richtung magnetisch polarisiert ist. Das
Rohr 1 ist auf einen Impedanzanpaßstab 4 aufgeschoben, der hier in einfacher verjüngter Form dargestellt
ist, jedoch einen aufeinanderfolgend gestuften
Durchmesser haben kann. Der Stab 4, der aus einem Werkstoff mit geringer Dämpfung, wie beispielsweise
Graphit oder Tonerde, besteht, dient zum akustischen Anpassen des Nickelrohres an die übrige Sonde. An
dem Ende des Stabes 4 ist ein Draht 5 aus gegen hohe Temperaturen beständigem Material befestigt.
Wesentlich ist, daß das gegen hohe Temperaturen beständige Material die Eigenschaft besitzt, daß es
einer Anzahl von in übereinstimmender Weise wiederholbaren, den zu messenden Temperaturbereich
einschließenden Temperaturzyklen ausgesetzt werden kann, ohne hysteresisähnliche Wirkungen zu
, zeigen. Zur Verwendung in einer inerten Atmosphäre oder im Vakuum kann der Draht 5 aus Molybdän
bestehen, das sich bis zu einer Temperatur von 1500° C verwenden läßt. Fig. 2 zeigt, daß das Molybdän
in der Molybdän-Temperatur-Kennlinie eine geeignete Schallgeschwindigkeit aufweist.
Der Sendespule zugeführte Ultraschallimpulse äußern sich in einem Echosignal aus verschiedenen
Abschnitten der Sonde, jedoch besonders aus der aus einem Absatz 6 in dem Draht 5 bestehenden Diskontinuität
D und aus dem Ende E des Drahtes 5. Fig. IA zeigt ein typisches Bild dieser Echos. Die
Verzögerungszeit zwischen den bei D und E angegebenen Echos (d. h. den Echos aus der Diskontinuität
bzw. dem Ende des Drahtes) beträgt das Zweifache der Zeit, die ein Impuls benötigt, um sich von
der Diskontinuität bis zu dem Stab zu bewegen, und folglich kann, sofern die Schallgeschwindigkeit in
der Molybdän-Temperatur-Kennlinie der Sonde über den erforderlichen Temperaturbereich bekannt ist
(F i g. 2), die Temperatur der Sonde aus der Verzögerungszeit bestimmt werden.
Wenn die Impulse paarweise gesendet werden und die Verzögerungszeit zwischen den Impulsen und somit
zwischen dem Einführen der Schwingungen so eingestellt wird, daß sie nahe der Echoverzögerungszeit
zwischen D und E liegt, dann kombiniert sich das Echo E der ersten Schwingung aus dem Ende des
Molybdändrahtes 5 mit dem Echo infolge der zweiten Schwingung aus der Diskontinuität 6, so daß ein
großes zusammengesetztes Signal entsteht, dessen Amplitude eine Funktion der Impulsverzögerungszeit
ist. In der Praxis kann es jedoch Schwierigkeiten bei der Feststellung der Spitzenamplitude der Anzeige
geben, so daß man zur genaueren Messung der Verzögerungszeit die Übertragung der Impulse in zwei
Paaren vorzieht. Das Intervall zwischen den Impulsen des ersten Impulspaares ist T0 +δ, wobei T0
gleich dem Zweifachen der von der Schallschwingung für ihre Bewegung von D nach E benötigten Zeit
und δ eine Abweichung ist, während die Verzögerung zwischen den Impulsen des zweiten Impulspaares
T0 — δ beträgt. T0 ist über den Bereich von etwa
64 bis 512 μβ veränderbar, während δ auf etwa 4 μβ festgelegt ist. Somit können die Echos auf einem
Oszilloskop als zwei zusammengesetzte, gegeneinander versetzte Echosignale durch + δ bzw. — δ über
einer Zeitbasis angezeigt werden. Unter Voraussetzung der richtigen Wahl des Wertes von δ kann die
Schallgeschwindigkeit und somit die Temperatur an einem einzigen Punkt, an dem sich die Signale schneiden
(Fig. 1), abgelesen werden. Der Schnittpunkt zwischen den Signalen liefert eine bequem ermittelbare
Anzeige der Schallgeschwindigkeit und somit der nach F i g. 1 schematisch angezeigten Temperatur.
Claims (1)
1. Verfahren zur Messung der Schallgeschwindigkeit in einem Körper oder anderer physikalischer
Eigenschaften, die sich aus dieser ableiten lassen, mit Hilfe von Ultraschallimpulsen,
die in den stabförmig ausgebildeten, mindestens zwei Echos abgebende Zonen aufweisenden Körper
in Längsrichtung eingekoppelt werden, worauf die Schallaufzeit an Hand des Abstandes der
Echos von den beiden Echozonen ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß für jede
Messung nacheinander zwei Paare von Impulsen eingekoppelt werden, wobei der zeitliche Abstand
Ji1 = T0+δ (mit T0 gleich dem Grundabstand
zwischen den Impulsen eines Paares und ö gleich einer Abweichung) zwischen den
Impulsen des einen Paares geringfügig größer als der Abstand At2 = T0-δ zwischen den Impulsen
des anderen Paares gewählt ist und daß T0 bei konstantem δ so lange variiert wird, bis für beide
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