DE1246223B - Schneckenstrangpresse - Google Patents
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
B29f
Deutsche Kl.: 39 a4 - 3/02
Nummer: 1 246 223
Aktenzeichen: S 86618 X/39 a4
Anmeldetag: 7. August 1963
Auslegetag: 3. August 1967
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schneckenstrangpresse zur Verarbeitung thermoplastischer
Kunststoffe, z.B. Polyäthylen oder Polypropylen, mit einer in einem mittleren Abschnitt der Schnecke
auf dieser angeordneten Einrichtung zum Mastifizieren und Plastifizieren des Werkstoffs.
Der zu verarbeitende Werkstoff muß vor dem Auspressen aus der Schnecke häufig intensiv durchgearbeitet,
mastifiziert und homogenisiert werden, damit das stranggepreßte Erzeugnis eine gleichmäßige
Güte aufweist. In anderen Fällen muß das auszupressende Material z. B. mit einem Farbstoff innig
vermischt werden. Hierzu ist bekannt, die Preßschnecke gewöhnlich mit einem mittleren Abschnitt
zum Mastifizieren, Plastifizieren und Mischen zu versehen, der zwischen dem Einlaßabschnitt und dem
Lieferende der Strangpresse angeordnet ist. Es sind bereits zahlreiche Konstruktionen von Schneckenstrangpressen
mit einer zum Durcharbeiten des Werkstoffs dienenden, in der Mitte oder an anderer
Stelle auf der Schnecke angeordneten Einrichtung hierzu bekannt, doch erweist sich in keinem Fall die
erzielbare Mischwirkung als ausreichend, solange nicht Schädigungen des Werkstoffes durch Überhitzungen
vermieden werden oder solange man sich nicht mit einer minderen Qualität des Produktes zufriedengibt.
Bei einer bekannten Schneckenstrangpresse bestehen die mittleren Einrichtungen zum Mastifizieren
und Plastifizieren aus einem Schneckenabschnitt mit zur Mitte hin zunehmendem Kerndurchmesser und
kleinerer Schneckensteigung als in dem einlaßseitigen Schneckenabschnitt. Bei einer anderen bekannten
Strangpresse sind im mittleren Abschnitt der Schneckenkammer wendeiförmige Rillen vorgesehen,
während in diesem Bereich die Schnecke auf dem Kern ausläuft, dessen Durchmesser in Förderrichtung
auf den Innendurchmesser des Schneckengehäuses zunimmt. Schließlich ist es bekannt, im mittleren
Abschnitt der Schneckenkammer Längsrillen oder eine andere Längsprofilierung vorzusehen und die
Schneckengänge des Spindelkerns in diesem Abschnitt durch Zerkleinerungs- und Verdrängungselemente
in Form von Längsstegen zu ersetzen. In allen vorgenannten Fällen reicht die Mischwirkung bei
schwierig zu verarbeitenden Kunststoffen jedoch nicht aus.
Ferner wurden Versuche unternommen, den Werkstoff mit Hilfe von zwei ineinandergreifenden,
in einem Gehäuse umlaufenden Schnecken ausrei- so chend kräftig durchzuarbeiten. Solche Strangpressen
mit nicht nur einer, sondern zwei komplizierten Schneckenstrangpresse
Anmelder:
Shell Internationale Research Maatschappij N.V., Den Haag
Vertreter:
Dr.-Ing. F. Wuesthoff, Dipl.-Ing. G. Puls und
Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. E. Frhr. v. Pechmann, Patentanwälte, München 90, Schweigerstr. 2
Als Erfinder benannt:
Woldemar Tedder, Den Haag
Woldemar Tedder, Den Haag
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 9. August 1962 (30 612) - -
Schnecken, die zudem unter Einhaltung sehr enger Toleranzen hergestellt werden müssen, um einwandfrei
ineinanderzugreifen und die sehr aufwendige und empfindliche Lager erfordern, sind jedoch sehr
kostspielig und daher oft wirtschaftlich nicht tragbar. . Ziel der Erfindung ist die Vermeidung der angeführten
Nachteile und die Schaffung einer Schneckenstrangpresse zur Verarbeitung thermoplastischer
Kunststoffe, mit der ein sehr kräftiges Durcharbeiten, Mischen, Mastifizieren und Plastifizieren' des Kunststoffs
erzielbar ist, ohne daß eine Schädigung des Werkstoffs eintritt. Die der Erfindung zugrunde
liegende Aufgabe wird dadurch gelöst, daß bei der eingangs genannten Schneckenpresse erfindungsgemäß
bei Anwendung von mehreren hintereinander und versetzt zueinander angeordneten Exzenterscheiben
als Mastifiziereinrichtung in Strömungsrichtung unmittelbar hinter diesen ein Strömungswiderstand
für den Massefluß eingebaut ist.
Die Verwendung mehrerer hintereinander und versetzt zueinander angeordneter Exzenterscheiben ist
von einfachen Mischern und Knetern, z. B. für Kautschuk, her als ausreichend bekannt, wenn nur mäßige
Anforderung bezüglich der Homogenität und Gleichverteilung der beizumischenden Zusätze in den
Werkstoff zu erfüllen sind. Wenn aber eine intensivere Durchmischung erforderlich ist, z. B. eine
molekulardisperse Verteilung eines Zusatzes in einer Grundmasse, wie es bei hochwertigen Kunststoffen
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häufig erforderlich ist, erweist sich die Wirkung solcher Exzenterscheiben allein als ungenügend.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß mit gegeneinander versetzten Exzenterscheiben als Mastifizierwerkzeug
einer Schnecke eine sehr intensive Durchmischung wärmeempfindlicher Kunststoffe erzielbar
ist, daß aber durch Einbau eines Strömungswiderstandes nach dem Exzenterscheibenteil der
Schnecke die Plastifizier- und Mastifizierwirkung so entscheidend erhöht werden kann, daß auch bei
schwierig zu verarbeitenden Kunststoffen einwandfreie Ergebnisse erreicht werden, ohne daß eine
Schädigung des Werkstoffes durch Überhitzungen od. dgl. erfolgt.
Der Strömungswiderstand kann zweckmäßig durch eine zylindrische Verdickung des Schneckenkerns gebildet
sein, die zwischen sich und der Gehäuseinnenwand einen nur schmalen Ringspalt frei läßt. Der
Strömungswiderstand kann in vorteilhafter Weise auch durch einen kurzen Abschnitt der Schnecke gebildet
sein, in dem die Schneckengänge gegenläufig zu denen im Einlaßabschnitt der Schnecke angeordnet
sind.
Durch das Nachschalten eines Strömungswiderstandes ist es weiterhin in vorteilhafter Weise möglich,
in einem dem Strömungswiderstand unmittelbar folgenden Entspannungsabschnitt der Schneckenstrangpresse
eine Öffnung zum Entfernen der gas- oder dampfförmigen Bestandteile der Masse vorzusehen.
Die Masse tritt aus dem Strömungswiderstand in die Entspannungszone zum Entfernen der gasförmigen
Bestandteile mit relativ hoher spezifischer Oberfläche ein, so daß alle gas- und dampfförmigen
Bestandteile leicht und schnell abgehen. Hierzu ist die Verengung, z. B. der Ringspalt, erforderlich. Die
Verengung ist zweckmäßig durch den schon erwähnten Strömungswiderstand gebildet, so daß man den
Entspannungsabschnitt unmittelbar hinter dem Strömungswiderstand anordnen kann. Damit ist nur ein
einziger Abschnitt vorhanden, der die beiden erwähnten Aufgaben erfüllt.
Die Erfindung ist im folgenden an Hand schematischer Zeichnungen an zwei Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es stellt dar
Fig. 1 die erfindungsgemäße Schneckenstrangpresse,
F i g. 2 eine abgeänderte Ausbildungsform des Strömungswiderstandes
der Preßschnecke nach F i g. 1 und
F i g. 3 eine perspektivische Darstellung des mittleren Abschnitts zum Mastifizieren und Plastifizieren
der Preßschnecke nach F i g. 1 bzw. 2.
Die dargestellten Schneckenpressen umfassen jeweils eine in einem zylindrischen Gehäuse drehbare
Preßschnecke 4. Zwischen einer Einlaßöffnung 1 und einer Ausstoßöffnung 5 des Gehäuses 3 weist jede
Preßschnecke nacheinander folgende Abschnitte auf:
Einen Einlaßabschnitt A mit konstantem Kerndurchmesser; einen zum Verdichten dienenden Abschnitt
B mit sich allmählich vergrößerndem Durchmesser; einen Meßabschnitt C mit einem konstanten
großen Kerndurchmesser; einen zum Mastifizieren und Plastifizieren dienenden mittleren Abschnitt £>, mit
mehreren hintereinander und versetzt zueinander angeordneten kreiszylinderförmigen Exzenterscheiben 8.
Diese sind entlang einer Schraubenlinie gestaffelt, wobei die Richtung der exzentrischen Verlagerung
benachbarter Scheiben jeweils um 90° zueinander versetzt ist. Gegebenenfalls kann man jedoch auch
eine andere Anordnung wählen. Die Staffelung kann entgegengesetzt zum Schneckengang der Preßschnecke
oder in der gleichen Gangrichtung ausgeführt sein. In beiden Fällen setzt diese Mischstrecke
dem Massenfluß nur einen relativ kleinen Strömungswiderstand entgegen; der Druckabfall längs der
Mischstrecke bzw. Mastifiziereinrichtung ist jedoch im ersteren Fall etwas größer als bei der zweiten An-Ordnung.
Die Mastifizierungseinrichtung kann Scheiben gleicher Dicke (s. F i g. 3) oder Scheiben unterschiedlicher
Dicke aufweisen, insbesondere Scheiben, deren Dicke in Strömungsrichtung abnimmt.
Ferner weist jede Preßschnecke einen Abschnitt E mit hohem Strömungswiderstand auf, der durch eine
zylindrische Verdickung 6 des Schneckenkerns gebildet ist, die zwischen sich und der Gehäuseinnenwand
nur einen schmalen Ringspalt frei läßt (s. Fig. 1) oder durch einen kurzen Abschnitt 7 der· Schnecke
gebildet ist (s. F i g. 2), dessen Gangrichtung gegenläufig zur allgemeinen Gangrichtung der Schnecke
ist; einen dem Strömungswiderstand unmittelbar folgenden Entspannungsabschnitt F mit einer Öffnung
2 zur Entlüftung im Gehäuse 3, wobei der Rauminhalt dieses Abschnitts der Schnecke genügend
groß ist, damit die Masse hier ihre gas- und dampfförmigen Bestandteile, die über die Öffnung 2 abgeführt
werden, abgeben kann. An der Öffnung 2 liegt Normal- oder Unterdruck.
Jede Preßschnecke weist ferner einen dem Abschnitt B ähnlichen Verdichtungsabschnitt G sowie
einen dem Abschnitt C ähnlichen Abschnitt H auf. Beim Betrieb der Strangpresse wird der Kunststoff
als Granulat über die Einlaßöffnung 1 in den Abschnitt A der Preßschnecke 4 eingeleitet. Nachdem
das Material in den Abschnitten B und C verdichtet und vorplastifiziert worden ist, gelangt es in den mittleren
Abschnitt D zum Plastifizieren und Mastifizieren, in dem die Kunststoffmasse gründlich gemischt
und durchgearbeitet wird, und zwar hauptsächlich durch die Kolbenwirkung der mit dem Gehäuse 3 zusammenarbeitenden
Exzenterscheiben 8. Die Wirkung des Abschnitts E, in welchem der Strömungswiderstand
erheblich höher ist als im Abschnitt D, besteht darin, daß auf die im Mastifizierabschnitt D befindliche
Masse ein hoher Gegendruck ausgeübt wird. Hierdurch wird das Mastifiziervolumen zwischen
Preßschnecke und Gehäuse 3 von der Masse vollständig ausgefüllt; außerdem trägt der erhöhte Druck
zur Verbesserung der Mastifizier- und Plastifizierwirkung bei. Auf diese Weise ist eine sehr feine Verteilung
eines Farbstoffs in der Grundmasse und eine homogene Kunststoffmischung gleichmäßiger Qualitat
erzielbar. Erreicht wird dieses Ergebnis ohne Erhöhung der Massetemperatur über den maximal zulässigen
Wert hinaus.
Bei der Schneckenstrangpresse nach F i g. 1 ergibt sich der auf den Strömungswiderstand im Abschnitt E
zurückzuführende Gegendruck aus den auf die Masse wirkenden Reibungskräften im engen Ringspalt zwischen
der zylindrischen Verdickung 6 und dem Schneckengehäuse. Bei der Ausbildungsform nach
F i g. 2 wird der Gegendruck hauptsächlich durch die im Abschnitt E vorgesehenen gegenläufigen
Schneckengänge hervorgerufen. Bei Drehung der Preßschnecke ist der Schneckengang im Abschnitt E
bestrebt, die Masse auf die Exzenterscheiben 8 zu zu-
bewegen. Der hierbei entstehende Gegendruck muß im Abschnitt D durch den durch die vorangehenden
Abschnitte B und C erzeugten Druck überwunden werden.
Nach Passieren des Strömungswiderstandes im Abschnitt E kann sich die Masse im zum Entfernen der
gasförmigen Bestandteile dienenden Abschnitt F entspannen; hier werden die frei werdenden Gase
über die Öffnung 2 im Gehäuse 3 abgezogen. Der AbschnittE ist gemäß Fig. 1 und 2 so geformt, daß
die Masse mit einer hohen spezifischen volumenbezogenen Oberfläche in den Abschnitt F eintritt, um
die völlige Entfernung der gasförmigen Bestandteile sicherzustellen.
Während die Masse den Abschnitt G passiert, wird sie erneut verdichtet und schließlich durch den
Schneckenabschnitt H an ein hier nicht gezeigtes Strangpreßwerkzeug abgegeben, das sich an die Ausstoßöffnung
5 anschließt. Der Entspannungsabschnitt F und die Öffnung 2 können entfallen, wenn
Kunststoffe verarbeitet werden sollen, die keine flüchtigen Bestandteile enthalten.
Claims (4)
1. Schneckenstrangpresse zur Verarbeitung thermoplastischer Kunststoffe mit einer in einem
mittleren Abschnitt der Schnecke auf dieser angeordneten Einrichtung zum Mastifizieren und
Plastifizieren des Werkstoffs, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Anwendung von mehreren hintereinander und versetzt zueinander angeordneten Exzenterscheiben (8) als Mastifiziereinrichtung
in Strömungsrichtung unmittelbar hinter diesen ein Strömungswiderstand (6, 7) für
den Massefluß eingebaut ist.
2. Schneckenstrangpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Strömungswiderstand
durch eine zylindrische Verdickung (6) des Schneckenkerns gebildet ist, die zwischen
sich und der Gehäuseinnenwand einen nur schmalen Ringspalt frei läßt (F i g. 1).
3. Schneckenstrangpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Strömungswiderstand
durch einen kurzen Abschnitt (7) der Schnecke gebildet wird, in dem die Schneckengänge
gegenläufig angeordnet sind (F i g. 2).
4. Schneckenstrangpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in
einem dem Strömungswiderstand (6,7) unmittelbar folgenden Entspannungsabschnitt (F) der
Schneckenstrangpresse eine Öffnung (2) zum Entfernen der gas- oder dampfförmigen Bestandteile
der Masse vorgesehen ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 838 504, 889 069,
585;
Deutsche Patentschriften Nr. 838 504, 889 069,
585;
USA.-Patentschriften Nr. 2 496 625, 2 765 491.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
709 619/667 7. 67 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| GB30612/62A GB1012766A (en) | 1962-08-09 | 1962-08-09 | Screw extruder for extruding plastic materials |
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Family
ID=10310382
Family Applications (1)
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| GB (1) | GB1012766A (de) |
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