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Theatersessel Die Erfindung bezieht sich auf einen Theatersessel mit
einem gleichzeitig den Zuführungskanal für die klimatisierte Luft bildenden Sockel,
bestehend aus einem hohlen Fuß, der an seinem oberen Ende mit einem waagerechten
Träger zur Befestigung der Rükkenlehne versehen ist.
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Bei bekannten Theatersesseln dieses Typs sind die Austrittsöffnungen
für die klimatisierte Luft auf den Bereich der Sockelwand beschränkt. Die dadurch
erzielbare Luftzuführung in den Theaterraum ist jedoch im allgemeinen unbefriedigend.
Um keinen zu großen Luftzug zu erzeugen und nicht mit zu hohen Luftaustrittsgeschwindigkeiten
arbeiten zu müssen, ist man bei Klimaanlagen darauf angewiesen, große Austrittsquerschnitte
für die klimatisierte Luft zur Verfügung zu haben, so daß verhältnismäßig große
Luftmengen mit kleiner Strömungsgeschwindigkeit in den Raum austreten können. Derartige,
für eine wirkungsvolle Klimatisierung von Theaterräumen erforderliche große Luftaustrittsöünungen
können jedoch bisher bei den üblichen Theatersesselkonstruktionen nicht realisiert
werden. Der Gesamtquerschnitt der Austrittslöcher ist ja nicht nur durch die begrenzte
Höhe des im allgemeinen zylindrischen Sockels gegeben, sondern auch durch die Festigkeitsforderungen,
die der Sockel erfüllen muß.
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Es ist zwar bereits ein Sessel mit einem ebenfalls Austrittsöffnungen
für klimatisierte Luft aufweisenden Sockel bekannt, der ungewöhnlich dick und kompakt
derart ausgebildet ist, daß er direkt den unteren Teil eines nur nach oben offenen
Schutzkastens zur Aufnahme des hinteren Klappsitzteils bildet; hierbei handelt es
sich jedoch um eine kostspielige Sonderkonstruktion, die sowohl hinsichtlich des
Materialbedarfs und der Herstellung als auch hinsichtlich des ästhetischen Aussehens
unvorteilhafter ist als übliche Konstruktionen, die nur einen verhältnismäßig dünnen
und in bezug auf die Gesamtabmessungen des Sessels vernünftig proportionierten Sockel
haben.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Theatersesseln der eingangs
beschriebenen Art das Problem eines hinreichend großen Luftaustritts für klimatisierte
Luft bei einer einfach aufgebauten Sesselkonstruktion zu lösen, ohne eine unerwünschte
Vergrößerung der Sockelumfangsfiäche, sei es nach Höhe oder nach Durchmesser, in
Kauf nehmen zu müssen. Zur Lösung dieser Aufgabe ist der Theatersessel nach der
Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß der waagerechte Träger hohl und mit der Luftzuführung
durch den Fuß verbunden ist, auf seiner Unterseite Öffnungen für den Austritt der
Luft aufweist und, wenigstens teilweise im unteren Teil der Rückenlehne verborgen,
ungefähr in Höhe des horizontal gestellten Sesselsitzes angeordnet ist.
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Die Erfindung macht also von dem im allgemeinen sowieso für die Befestigung
der Rückenlehne und gegebenenfalls auch der Seitenlehnen vorhandenen horizontalen
Träger Gebrauch, der auf dem senkrechten Sesselfuß befestigt wird, oder aber, was
die Fertigung vereinfacht, gemeinsam mit dem Sesselfuß ein Teil bildet. Auf diese
Weise kann die gesamte großflächige Unterseite dieses horizontalen Trägers zum Anbringen
der Austrittslöcher für die klimatisierte Luft verwendet werden. Wahlweise können
dann auch noch, wie bekannt, zusätzliche Löcher in der zylindrischen Wand des Sockels
selber angeordnet werden. Durch diese Lösung wird nicht nur auf einfache Weise der
realisierbare Austrittsquerschnitt für die Luft um eine Größenordnung erhöht, sondern
es werden zugleich auch alle ästhetischen und dekorativen Forderungen, die an einen
Theatersessel zu stellen sind, erfüllt. So sind die Löcher selber auf der Unterseite
des Trägers nicht sichtbar, und der Träger wird durch die Verkleidung der Rückenlehne
auf der Hinterseite des Sessels abgedeckt. Auch von der Vorderseite her ist dieser
Träger durch den Sitz verdeckt. Ferner kann die Höhe des Sesselfußes beliebig niedrig
gemacht werden, eine Möglichkeit, die bei Anbringung der Luftaustrittslöcher in
der zylindrischen Sockelwand selber nicht gegeben ist, da dann nämlich die Austrittsquerschnitte
noch weiter reduziert würden.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen
näher erläutert, in denen ein Ausführungsbeispiel dargestellt ist. Es zeigt F i
g. 1 eine perspektivische Ansicht eines Theatersessels, F i g. 2 einen Längsschnitt
durch den Sessel nach F i g.1, F i g. 3 einen Schnitt längs der Linie III-III auf
F i g. 2.
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Der dargestellte Sessel weist einen Sockel 1 auf, an dem mit Hilfe
der Platten 1 f die Seitenlehnen 2 und 3 sowie die Rückenlehne 4 und der Klappsitz
5 befestigt sind.
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Der Sockel l wird aus einem röhrenförmigen Fuß 1 a gebildet, der an
seinem oberen Ende mit einem waagerechten hohlen Träger 1 b versehen ist, dessen
Innenraum mit dem des hohlen Fußes in Verbindung steht. Der Fuß 1 a ist mittels
eines Flansches 6 a am Fußboden befestigt, und sein Innenraum steht mit dem unter
dem Fußboden verlaufenden Hauptkanal 6 für die Zuführung der klimatisierten Luft
in Verbindung. Die von einer nicht dargestellten Klimaanlage durch den Hauptkanal
6 gelieferte Luft strömt durch den Fuß 1 cc sowie den Innenraum des waagerechten
Trägers 1 b und gelangt durch die Öffnungen 1 c des Fußes sowie durch die nach außen
hin offenen Kanäle 1 d des waagerechten Trägers 1 b in den Theatersaal.
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Der waagerechte Träger 1 b ist derart gewölbt ausgebildet, daß er
sich der Form des unteren Teiles der Rückenlehne anpaßt. Er kann einen rechteckigen,
kreisförmigen oder auch ovalen Querschnitt besitzen und aus beliebigen geeigneten
Materialien hergestellt sein, beispielsweise aus geschweißtem Blech oder aus Profileisen;
vorzugsweise jedoch wird der waagerechte Träger 1 b zusammen mit dem Fuß 1 a aus
einem einzigen Spritzgußteil hergestellt.
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Der Sesselsitz 5 besteht aus einem Holz- oder Kunststoffboden
5b, der mit einer Polsterung 5a bedeckt ist, und ist schwenkbar an den Seitenlehnen
2 und 3 an den Stellen 7 etwa in Höhe des waagerechten Trägers 1 b derart angebracht,
daß er den waagerechten Träger 1 b verdeckt. Die Schwenkbewegung des Sesselsitzes
5 wird durch zwei Anschläge 8 begrenzt, die auf den beiden Innenseiten der Seitenlehnen
2 bzw. 3 angeordnet sind. Diese Anschläge 8 werden aus einem gebogenen metallischen
Stück gebildet. Ein mit dem Sitz 5 fest verbundener Hebel 9 fixiert die waagerechte
Lage des Sitzes, indem er gegen die Unterseite des waagerechten Teiles von Anschlag
8 stößt, während die in F i g. 2 strichpunktiert dargestellte vertikale Stellung
des Sitzes durch den Anschlag von Hebel 9 gegen die Stirnseite des unteren umgebogenen
Endes 8 a des Anschlages 8 bestimmt wird.
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Die Sesselrücklehne 4 wird aus einer gewölbten Platte 4a aus Holz
oder Kunststoff gebildet, die mit einem geeigneten Stoff bespannt ist und sich so
weit abwärts erstreckt, daß die Rückseite des waagerechten Trägers 1 b völlig
verdeckt wird. Diese Rücklehnenplatte ist an den Seitenlehnen 2 und 3 mit Hilfe
nicht dargestellter Schraubenbolzen befestigt. Die Vorderseite der Rücklehne ist
wie üblich mit einer geeigneten Polsterung versehen; diese Polsterung kann natürlich
auch als getrennte, abnehmbare Garnitur ausgebildet sein.
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Der beschriebene Sessel nach der Erfindung hat zahlreiche Vorzüge.
Der Sockel l ist sehr leicht herzustellen und zu montieren, da er vorzugsweise aus
einem einzigen Spritzgußteil besteht. Außerdem lassen sich die beiden Seitenlehnen
2 und 3 auf sehr einfache Weise an den beiden Enden des waagerechten Trägers 1b
befestigen; der waagerechte Träger 1b kann bequem mit einer ausreichenden Anzahl
von Luftaustrittskanälen versehen werden, so daß der Fuß la ohne irgendeine unerwünschte
Verringerung des Gesamtquerschnitts für den Luftaustritt beliebig niedrig gehalten
werden kann. Darüber hinaus ist die Luftzufuhr selber zu den Austrittsstellen sowie
die Verbindung zur Hauptleitung 6 technisch äußerst einfach ausgebildet und bringt
keinerlei Beeinträchtigungen des dekorativen und ästhetischen Aussehens der Bestuhlung
mit sich.
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Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die dargestellte Sesselform
beschränkt, sondern läßt sich auf Sesseltypen beliebiger Art, insbesondere auch
auf noch tiefere Sessel, anwenden.