DE1240691B - Beschleunigungsmesser - Google Patents
BeschleunigungsmesserInfo
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Description
Deutsche Kl.: 42 ο -17
Aktenzeichen: B 73653 IX b/42 ο 1 240 691 Anmeldetag: 26. September 1963
Auslegetag: 18. Mai 1967
DieErfindung betrifft ein beschleunigungsempfindliches Gerät mit einer die Bewegung einer trägen
Masse hemmenden Integrationsvorrichtung und mit Schaltern, die über die Integrationsvorrichtung mit
der trägen Masse zur Bestimmung der jeweiligen Zeitpunkte des Bewegungsbeginns und des Bewegungsendes
der trägen Masse verbunden sind.
Es ist bereits ein mechanisch arbeitender Beschleunigungsmesser (deutsche Patentschrift 340 841) bekannt,
bei dem eine träge Masse über eine Zahnradverbindung auf eine rotierende Integrationsvorrichtung
arbeitet. Dabei kämmt eine an der auf Schienen geführten trägen Masse befestigte Zahnstange
mit einem Zahnrad, dessen Bewegung durch Wirbelströme gedämpft wird. Die jeweilige Geschwindigkeitkann
mit dem auf der trägen Masse befestigten Zeiger mittels einer Skala abgelesen werden. Somit
werden alle der Masse mitgeteilten Beschleunigungen, auch kleinste Beschleunigungen, kontinuierlich auf
der Skala angezeigt. Da sowohl sehr kleine oder auch ungewollte Beschleunigungen angezeigt werden, ist
das bekannte Gerät für viele Anwendungsgebiete ungeeignet. Auch kann mit dem bekannten Gerät
nicht die Entfernung gemessen werden.
Ferner ist ein Beschleunigungsmesser (USA.-Patentschrift 3 018 664) bekannt, bei dem zwei
voneinander unabhängige träge Massen gegen je eine integrierende Bremsvorrichtung wirken. Die Massen
werden gleichzeitig, jedoch mit unterschiedlichen Beträgen auf eine Beschleunigung hin ausgelenkt, so
daß bei einer bestimmten Geschwindigkeit ein von zwei Kontaktstücken gebildeter Schalter, wobei je ein
Kontaktstück mit je einer trägen Masse verbunden ist, geschlossen werden kann. Bei diesem Gerät erfolgt
jedoch das Schließen des Schalters bei einer bestimmten Durchschnittsbeschleunigung. Eine Bestimmung
der Geschwindigkeit oder gar der zurückgelegten Entfernung ist jedoch nicht beabsichtigt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Beschleunigungsmesser so auszubilden, daß die
Integrationsvorrichtung zur Bestimmung der zurückgelegten Entfernung erst ab einer bestimmten
Mindestbeschleunigung wirksam wird. Dies ist erfindungsgemäß bei einem Beschleunigungsmesser der
eingangs geschilderten Art dadurch gelöst, daß eine vorgespannte Masse, die bis zu einer vorbestimmten
Beschleunigung in einer Bezugslage bleibt, gegen die träge Masse anliegt.
Gegenüber der Wirkungsweise der trägen Massen in den bekannten Geräten, bei denen die trägen
Massen stets kontinuierlich ausgelenkt werden, arbeitet der erfindungsgemäße Beschleunigungs-Beschleunigungsmesser
Anmelder:
The Bendix Corporation,
Detroit, Mich. (V. St. A.)
Detroit, Mich. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr.-Ing. Η. Negendank, Patentanwalt,
Hamburg 36, Neuer Wall 41
Hamburg 36, Neuer Wall 41
Als Erfinder benannt:
Alan Alfred Lorenz, Davenport, la. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 27. September 1962
(226 602)
V. St. v. Amerika vom 27. September 1962
(226 602)
messer zweistufig. Dabei bleibt die träge Masse so lange in ihrer Ruhestellung, bis ein bestimmter
Beschleunigungsbetrag erreicht ist. Damit ist der Vorteil vermittelt, daß der zweistufige Beschleunigungsmesser
auf kleine oder ungewollte Beschleunigungen überhaupt nicht anspricht. Erst bei Erreichen
einer bestimmten Beschleunigung wird die träge Masse frei und betätigt die zugehörige Integrationsvorrichtung. Da die Integrationsvorrichtung eine
doppelte Integration durchführt, kann man die Entfernung messen, die ein Körper zurückgelegt hat,
nachdem man ihm eine bestimmte Mindestbeschleunigung erteilt hat. So ist es insbesondere beim
Abschuß einer Rakete erwünscht, ihre Funktionsfähigkeit nach Durchfliegen einer bestimmten Entfernung
von der Abschußstelle zu beherrschen.
Für solche Zwecke sind auch schon Geräte verwendet worden, die jedoch mit elektronischen
Integratoren versehen sind, die oberhalb bestimmter Beschleunigungswerte ansprechen. Diese elektronischen
Integratoren sind jedoch strahlungsempfindlich, kompliziert, bruchanfällig und benötigen viel Einbauraum.
Andererseits kennt man auch als Analogrechner arbeitende Integratoren, die jedoch infolge
ihrer Mechanik zur Verwendung in Flugkörpern ungeeignet sind. Demgegenüber zeichnet sich das
erfindungsgemäße Gerät durch seine bauliche Einfachheit und Unempfindlichkeit aus.
In der folgenden Beschreibung und der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
709 S80/59
Nach dieser Ausführung befindet sich der Beschleunigungsmesser in einem Behälter 11, der von
den Stirnflächen 12 und 14 begrenzt ist. Er arbeitet bei der Einwirkung von positiven Beschleunigungen,
die längs der Achse X-X von Fläche 14 nach Fläche 12 gerichtet sind. An dem Einsatzstück 15 werden
die elektrischen Leitungen durch die Fläche 12 geführt. Es enthält die Klemmen 16 bis 24, die eine
Verbindung mit einer Betätigungsvorrichtung, z. B. einem Schaltkreis für die Raketenbewaffnung,
ermöglichen.
Der Beschleunigungsmesser besteht aus zwei trägen Massen, einer vorgespannten Masse 25 und
einer trägen Masse 26, die im Inneren des Behälters 11 längs der Ansprechachse X-X angeordnet sind.
Die vorgespannte Masse 25 ruht auf einem Lager 28, die träge Masse 26 wird von kleinen, radial angeordneten
Kugellagern üblicher Art getragen, die in der Zeichnung nicht dargestellt worden sind. Dank
dieser Lagerung der Masse 26 ist die Reibung praktisch zu vernachlässigen.
In der Stirnfläche 14 befindet sich ein Deckel 29, der längs der Achse X-X durch Verschrauben in der
Wandung verschoben werden kann. Er gestattet es, die Spannung einer Feder 30 zu verstellen, die
zwischen Deckel 29 und vorgespannte Masse 25 sitzt und gegen einen Vorsprung 31 des Lagers 28 stößt.
Die axiale Verschiebung des Deckels 29 ermöglicht die Einstellung der Federspannung 30 und infolgedessen
der Trägheitskraft, oberhalb der die vorgespannte Masse 25 ihre Verschiebung längs der Ansprechachse
X-X beginnt. Eine Verriegelung gestattet eine Arretierung der vorgespannten Masse 25 und der
trägen Masse 26 in verschiedenen Stellungen entlang der Achse X-X. Diese Vorrichtung besteht aus einer
Magnetspule 32, die einen Anker 34 anziehen kann, der durch Hebel 35 und Feder 36 in seiner Verriegelungsstellung
gehalten wird. In der Zeichnung ist die Verriegelung der vorgespannten Masse 25 durch den
Anker 34 dargestellt.
Bei einer Verriegelung der vorgespannten Masse 25 durch Anker 34 ist auch die träge Masse zwischen
dem Vorsprung 31 und der vorgespannten Masse 26 festgesetzt. Die träge Masse 26 hat an einer ihrer
Längswandungen ein Zahntriebwerk 38, das Verschiebungen längs der AnsprechachseX-X erlaubt.
Es wird eine doppelte Integratorvorrichtung, die aus der trägen Masse 26, einem Getriebe 39 und
einem Rad 40 besteht. Die von der Masse 26 aufgenommene Beschleunigung ist für die Anzeige einer
Verschiebung, die dem Weg des Fahrzeuges proportional ist, zweimal nach der Zeit zu integrieren. Das
Getriebe 39 besteht aus einem kleinen Zahnrad 41, welches in das Zahntriebwerk der seismischen Masse
26 eingreift; einem Zahnrad 42 auf gemeinsamer Achse mit dem kleinen Zahnrad 41, das in das kleine
Zahnrad 43 eingreift; einem Zahnrad 44 auf gemeinsamer Achse mit dem kleinen Zahnrad 43, das in das
kleine Zahnrad 45 eingreift; einem Rad 40 auf gemeinsamer Achse mit dem kleinen Zahnrad 45, das
noch in ein zweites Zahnrad 46 eingreift, das mit dem kleinen Zahnrad 47 eine gemeinsame Achse hat. Das
kleine Zahnrad 47 greift in ein Umschaltzahnrad 48. Eine günstige Eigenschaft des Getriebes besteht
darin, daß die äußersten Ränder 42 und 48 gleiche Drehrichtung haben. Aus Gründen der Übersichtlichkeit
ist der Zahnkranz der Räder nur auf einem Teil des Umfanges dargestellt. In der Zeichnung geben
Pfeile für jedes Rad mit seinem zugehörigen kleinen Zahnrad den Drehsinn bei einer Verschiebung der
trägen Masse 26 an. Um eine genaue Integration zu erreichen, sind die Zahnräder des Getriebes 39 und
das Rad 40 genau ins Gleichgewicht gebracht, wobei die Achsen durch Kugellager gehalten werden.
Das Rad 40 dient als Hemmung für die träge Masse 26 und gibt ihr die notwendige Trägheit. Das
Getriebe 39 stellt die Verbindung zwischen der ίο trägen Masse 26, dem Rad 40 und dem Zahnrad 48
her, wobei die Räder 42 und 48 Winkel mit gleicher Drehrichtung beschreiben, die bei der dargestellten
Ausführung kleiner als 360° sind. Die Zahnräder 42 und 44 vergrößern den Trägheitseffekt des Rades 40
durch die Integriermasse. Eine günstige Eigenschaft ist die, daß im Fall eines schlechten Funktionierens
der Integratorvorrichtung die Anordnung eine vorzeitige Inbetriebnahme durch Zwischenschaltung der
Zahnräder 46 und 47 hinter dem Rad 40 vermeidet, zo Ein so ausgeführter Beschleunigungsmesser könnte
eine Vorrichtung zur Anzeige der Geschwindigkeit enthalten, mit der das erste Integral der Beschleunigung
erhalten würde. Eine solche Anordnung ist nicht dargestellt. Die Geschwindigkeit von jedem Zahnrad
des Triebwerkes 39 oder des Rades 40 ist proportional der Geschwindigkeit des Fahrzeuges, in dem
sich der Beschleunigungsmesser befindet, so daß beliebige Anzeigevorrichtungen für die Geschwindigkeit
benutzt werden können.
In elektrischer Hinsicht besteht der Beschleunigungsmesser aus einer ersten Bewegungsschaltvorrichtung 50, einer Trägheitsschaltvorrichtung 49 und einer Entfernungsschaltvorrichtung 51.
Die erste Bewegungsschaltvorrichtung 50 wird durch einen Arm 52 an der Stirnfläche 14 gehalten und besteht aus einem normalerweise geschlossenen Kontrollschalter 53, einem Schalter 55 für die Erregung der Magnetspule, der normalerweise geschlossen ist und einem Schalter 57 für die zweite Erregung der Magnetspule, der normalerweise offen ist. Sie enthält außerdem einen Kontaktarm 59 an der vorgespannten Masse 25, der sich mit ihr längs der Achse X-X verschiebt und die Schalter durch Kontakt betätigt.
In elektrischer Hinsicht besteht der Beschleunigungsmesser aus einer ersten Bewegungsschaltvorrichtung 50, einer Trägheitsschaltvorrichtung 49 und einer Entfernungsschaltvorrichtung 51.
Die erste Bewegungsschaltvorrichtung 50 wird durch einen Arm 52 an der Stirnfläche 14 gehalten und besteht aus einem normalerweise geschlossenen Kontrollschalter 53, einem Schalter 55 für die Erregung der Magnetspule, der normalerweise geschlossen ist und einem Schalter 57 für die zweite Erregung der Magnetspule, der normalerweise offen ist. Sie enthält außerdem einen Kontaktarm 59 an der vorgespannten Masse 25, der sich mit ihr längs der Achse X-X verschiebt und die Schalter durch Kontakt betätigt.
Die Trägheitsschaltvorrichtung 49 wird von einem Arm 62 an der Stirnfläche 12 getragen und besteht
aus einem normalerweise geschlossenen Kontrollschalter 63 und einem normalerweise offenen Trägheitsschalter
65. Sie besteht darüber hinaus aus einem Kontaktarm 67, der mit dem Zahnrad 48 verbunden
ist und auf die Kontakte der Schalter 63 und 65 drückt, wenn das Gerät keine Beschleunigung erfährt.
Sobald sich der Kontaktarm 67 verschiebt, werden die Kontakte der Schalter 63 und 65 betätigt.
Die Entfernungsschaltvorrichtung 51 wird von einem Arm 70 getragen, dessen Stellung längs des
Lagers 28 verschoben werden kann. Der Entfernungsschalter 51 ist normalerweise offen und schließt sich,
wenn der Kontaktarm 67 mit ihm in Berührung kommt.
Der Beschleunigungsmesser enthält ferner fünf Stromkreise:
Ein Kontrollkreis an den Klemmen 16 und 17 zeigt durch ein elektrisches Signal an, daß der Schwellwert
der erforderlichen Beschleunigung erreicht und das Gerät betriebsbereit ist. Er enthält die normalerweise
geschlossenen Kontrollschalter 53 und 63 in Serie.
Ein Stromkreis zur Trägheitsschaltung, der an den Klemmen 21 und 22 endet, zeigt durch ein elektrisches
Signal die Inbetriebnahme der Integratorvorrichtung an. Seine Wirkungsweise beruht auf der
Verschiebung des Kontaktarms 67, der den normalerweise offenen Trägheitsschalter 65 schaltet.
Ein Stromkreis zur Erregung der Magnetspule 32 ist zur Zeit des Abschusses der Rakete geschlossen.
Beim Anlegen einer äußeren Spannung an die Klemmen 18 und 19 wird die Magnetspule 32 in Betrieb
genommen. Sie zieht dabei ihren Anker 34 an. Die vorgespannte Masse ist dann frei und kann den Trägheitskräften
folgen. Dieser Stromkreis enthält den Erregungsschalter 55 und parallel zum Leiter 83 die
Zweigleitung zur Magnetspule. Sobald die vorgespannte Masse 25 den Umkehrpunkt ihres Weges
erreicht hat, drückt der Kontaktarm 59 auf den Erregungsschalter 55 und öffnet ihn. Der Stromkreis ist
geöffnet, der Anker 34 blockiert die vorgespannte Masse 25 in ihrer neuen Stellung und drückt gleichzeitig
gegen ihre Stirnfläche 86.
Ein zweiter Erregerkreis für die Magnetspule schließt sich, sobald der Kontaktarm 59 gegen den
zweiten, normalerweise offenen Erregerschalter 57 drückt. Eine äußere Spannung an den Klemmen 19
und 20 erregt so die Magnetspule 32, die abermals den Anker 34 anzieht und der vorgespannte Masse 25
wie auch der seismischen Masse 26 ihre Bewegungsfreiheit zurückgibt. Dieser Stromkreis enthält den
Schalter 57 für die zweite Erregung und die Zweigleitung von dem Leiter 89 zum Elektromagneten.
Ein elektrischer Stromkreis zur Anzeige der Entfernung wird geschlossen, wenn sich der Kontaktarm
67 genügend gedreht hat und mit dem normalerweise offenen Schalter 51 in Kontakt kommt und dabei die
Schaltung betätigt. Ein elektrisches Signal an den Klemmen 23 und 24 zeigt dann an, daß eine vorbestimmte
Entfernung zurückgelegt ist.
Die Wirkungsweise des Beschleunigungsmessers soll an einem bestimmten Beispiel erläutert werden.
Es soll angenommen werden, daß die Beschleunigung, oberhalb der das Gerät betriebsbereit ist, 3 g beträgt,
d. h. dreimal so groß ist wie die Beschleunigung auf Grund der Schwerkraft, daß die Verzögerung 0,2 Sekunden
und die zurückzulegende Entfernung 3 km beträgt.
Der Beschleunigungsmesser kann zur Erfüllung verschiedener Aufgaben benutzt werden, die beim
Starten eines Flugkörpers notwendig sind. Einer von ihnen ist die Inbetriebnahme des Stromkreises, der
die Ausrüstung des Flugkörpers nach Zurücklegen einer bestimmten Entfernung vom Startplatz klarmacht.
In diesem Fall ist die vorgespannte Masse 25 durch den Anker 34 verriegelt. Sie bestimmt den
Mindestwert der Beschleunigung, 3 g, von dem ab der Integrationsvorgang beginnt. Die Verwendung
der Masse 25 vermeidet eine versehentlich vorzeitige Auslösung des Integrationsvorganges unter dem Einfluß
der Erdanziehung. Vorteilhaft ist die Wirkung der vorgespannten Masse 25 als ein durch Trägheit
wirkender Schalter. Die Masse vermeidet, daß sich das Gerät im Fall eines Antriebsschadens schon im
bereiten Zustand befindet, und sie gewährleistet, daß dem Gerät vor dem Klarmachen beim Abheben von
dem Abschußzentrum eine bestimmte Beschleunigung ι erteilt worden ist.
Im Augenblick des Abschusses liegt eine Spannung an den Klemmen 18 und 19, wodurch die Magnet-
spule 32 durch den Stromkreis mit Schalter 55 erregt wird, so daß die vorgespannte Masse 25 freigesetzt
wird. Wenn dem Gerät eine Beschleunigung längs der Achse X-X in Richtung von Fläche 14 nach
Fläche 12 erteilt wird, die größer als 3 g ist, durchläuft die vorgespannte Masse ihren gesamten Verschiebungsweg.
Diese Verschiebung ist momentan, da es kein dämpfendes Medium gibt. IhreBewegung
wird nur durch die Vorspannfeder 30 gehemmt, woo bei jedoch angenommen wird, daß die auf das Gerät
wirkende Kraft größer als die Gegenkraft der Feder 30 ist. Sobald die vorgespannte Masse 25 ihren Hubweg
zurückgelegt hat, bewirkt die Schaltvorrichtung 50, daß der Kontaktarm 59 mit den Schaltern 53, 55
und 57 in Kontakt tritt. Der Anker legt sich dann an die Stirnfläche 86 und blockiert die vorgespannte
Masse in ihrer neuen Stellung. Der Kontrollstromkreis wird unterbrochen, und ein elektrisches Signal
erscheint an den Klemmen 16,17 und zeigt an, daß ο der Schwellenwert der Beschleunigung 3 g überschritten
hat.
Der zweite Erregerkreis der Magnetspule wird dadurch geschlossen, daß der Arm 59 den normalerweise
offenen Erregerschalter 57 betätigt. Es genügt, an die Klemmen 19 und 20 eine Spannung anzulegen,
damit die Magnetspule 32 von neuem erregt wird und gegebenenfalls der Masse 25 ermöglicht, durch Einwirkung
der Feder 30 in ihre Ausgangsstellung zurückzukehren, wenn sich die Beschleunigung zwi-
o schenzeitlich vermindert hat. Wenn das nicht der Fall ist und die vorgespannte Masse 25 am Umkehrpunkt
ihres Hubweges ist, wird der Verschiebung der trägen Masse 26 nur durch das Getriebe 39 und das Rad 40
entgegengewirkt. Eine endliche Verschiebung der trägen Masse 26 hat die Inbetriebnahme des Getriebes
39, des Rades 40 und des Trägheitsschalters 49 zur Folge. Der Kontaktarm 67 hebt sich von dem normalerweise
offenen Trägheitsschalter 49 ab, der dabei den Trägheits-Stromkreis schließt. Die Inbetriebnähme
der Integratorvorrichtung wird so durch ein elektrisches Signal übermittelt, das an den Klemmen
21 und 22 erscheint.
Es kann ferner angezeigt werden, daß dem Gerät während einer gewissen Zeitdauer eine Mindestbeschleunigung
stetig erteilt worden ist. Diese Anzeige ergibt sich aus der Zeitdauer zwischen den
beiden Augenblicken, an denen die vorgespannte Masse 25 ihren Umkehrpunkt erreicht und die Verschiebung
des Rades 48 beginnt. In dem vorliegenden
> Fall ruft eine Beschleunigung von 3 g an den Klemmen 16 und 17 in einem Augenblick, der als Zeitnullpunkt
genommen werden kann, ein elektrisches Signal hervor, und 0,2 Sekunden später erscheint an
den Klemmen 21 und 22 ein zweites Signal.
; Wenn das Gerät die 3 km zurückgelegt hat, haben die träge Masse 26, das Rad 40 und das Getriebe 39
ihre Bewegung beendet. Der Entfernungsschalter 51 kommt mit dem Kontaktarm 67 in Berührung und
schließt den Entfernungsstromkreis. Es ist zu beachten, daß die Form des freien äußersten Endes des
Ankers 34 und des unteren Teiles 27 der trägen Masse 26 so ausgeführt ist, daß die Masse infolge
Trägheit leicht über den Anker hinweggleiten und hinter ihm festgehalten werden kann. Das Schließen
des Entfernungsstromkreises wird durch ein elektrisches Signal an den Klemmen 23 und 24 angezeigt.
Die Klemmen 23 und 24 sind beispielsweise direkt mit einem Stromkreis verbunden, der die Ausrüstung
Claims (16)
1. Beschleunigungsempfindliches Gerät mit einer die Bewegung einer trägen Masse hemmenden
Integrationsvorrichtung und mit Schaltern, die über die Integrationsvorrichtung mit der trägen
Masse zur Bestimmung der jeweiligen Zeit- zo punkte des Bewegungsbeginnes und des Bewegungsendes
der trägen Masse verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß eine vorgespannte Masse (25), die bis zu einer vorbestimmten
Beschleunigung in einer Bezugslage bleibt, gegen die träge Masse (26) anliegt.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein von der trägen Masse (26) angetriebener
Kontaktarm (67) am Anfang der Verschiebung der trägen Masse einen ersten und nach
Beendigung der Verschiebung einen zweiten automatischen Schaltvorgang, z. B. das Schließen eines
Stromkreises, auslöst.
3. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernung zwischen den
äußersten Stellungen des Kontaktarmes (67) einer vorgeschriebenen zurückzulegenden Entfernung
proportional ist.
4. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die. vorgespannte
Masse (25) und die träge Masse (26) in gleicher Richtung angeordnet sind und verschieden empfindlich
auf eine Beschleunigung ansprechen und von der vorgespannten und der trägen Masse
Schalter (50, 59; 51, 67, 65) betätigbar sind.
5. Gerät nach den Ansprüchen 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich zur Auslösung
des ersten automatischen Schaltvorganges der Kontaktarm (67) zu Beginn der Bewegung der
trägen Masse (26) von dem Schalter (65) abhebt und einen elektrischen Stromkreis (65, 20, 21)
schließt.
6. Gerät nach den Ansprüchen 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Auslösung des
zweiten automatischen Schaltvorganges der sich mit der trägen Masse (26) verschiebende Kontaktarm
(67) einen zweiten elektrischen Stromkreis über den Schalter (51) schließt bzw. öffnet.
7. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Integrationsvorrichtung eine von
der trägen Masse angetriebene Schwungrad-Zweifachintegrationsvorrichtung (39,40) ist.
8. Gerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwungrad (40) durch dazwischengeschaltete
Zahnräder (41 bis 45) mit der trägen Masse (26) verbunden ist.
9. Gerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Auslösung eines dritten automatischen
Schaltvorganges bei Erreichen mindestens einer vorgeschriebenen Beschleunigung die vorgespannte Masse (25) mit einem Element,
z. B. einem elektrischen Kontaktarm (59), versehen ist, der einen dritten elektrischen Stromkreis
(53,16,17) schließt, wenn die vorgespannte Masse (25) das Ende ihres Hubes erreicht hat.
10. Gerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgespannte Masse (25) mit
einer Vorrichtung zur elastischen Hemmung (30), beispielsweise einer Feder, versehen ist, so daß
die Körperbeschleunigung, bei der das Gerät betriebsfähig sein soll, einstellbar ist.
11. Gerät nach den Ansprüchen 5, 6 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß das den Kontaktarm
(67) antreibende Rad (48) und das von der trägen Masse (26) angetriebene Rad (42) zu dem
Schwungrad (40) symmetrisch angeordnet sind.
12. Gerät nach den Ansprüchen 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Kenngrößen mindestens
einer, vorzugsweise aller Teile der Meßvorrichtung so gewählt sind, daß die träge Masse
(26) eine aperiodische Bewegung ausführt.
13. Gerät nach den Ansprüchen 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß beide Massen (25,26)
in einer an sich bekannten, abgedichteten Kapsel (11) untergebracht sind.
14. Gerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägheitskraft, bei welcher die
vorgespannte Masse (25) ihre Bewegung beginnt, durch eine Vorrichtung, z.B. eine schraubbare
Verschlußkappe (29), zur Veränderung der Federspannung (30) einstellbar ist.
15. Gerät nach den Ansprüchen 6 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vorrichtung zur
Veränderung der Stellung des Kontaktarmes (67), beispielsweise durch Verstellung der Lage des
Schalters (51) am Umfang des Rades (48), bei dem der zweite Stromkreis (51, 23, 24) geschlossen
wird, vorgesehen ist.
16. Gerät nach den Ansprüchen 4 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vorrichtung, beispielsweise
eine Magnetspule (32), zur Arretierung der vorgespannten Masse (25) im unbeschleunigten
Zustand und bei vollständiger Verschiebung bzw. zur Arretierung der trägen Masse
(26) in ihrer Stellung nach vollständiger Verschiebung (27), vorgesehen ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 340 841;
USA.-Patentschrift Nr. 3 018 664.
Deutsche Patentschrift Nr. 340 841;
USA.-Patentschrift Nr. 3 018 664.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
709 580/59 5.67 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US226602A US3157757A (en) | 1962-09-27 | 1962-09-27 | Dual mass acceleration sensitive switching mechanism |
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ID=22849593
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DEB73653A Pending DE1240691B (de) | 1962-09-27 | 1963-09-26 | Beschleunigungsmesser |
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| DE (1) | DE1240691B (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE340841C (de) * | 1917-01-10 | 1921-09-19 | Ludwig Berenyi | Geschwindigkeitsmesser nach dem Beschleunigungsprinzip |
| US3018664A (en) * | 1959-11-27 | 1962-01-30 | Bendix Corp | Accelerometers |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| US3157757A (en) | 1964-11-17 |
| GB999194A (en) | 1965-07-21 |
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