DE1240556B - Ferroelektrisches Speicherelement - Google Patents
Ferroelektrisches SpeicherelementInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
240 556 Int. Cl.:
GlIc
Deutsche KL: 21 al - 37/40
Nummer: 1240 556
Aktenzeichen: R 34248IX c/21 al
Anmeldetag: 11. Januar 1963
Auslegetag: 18. Mai 1967
Die Abhängigkeit der Polarisation der »gebundenen
Ladung« in einem ferroelektrischen Material von dem angelegten elektrischen Feld zeigt den typischen
Verlauf einer Hysteresisschleife. Die gebundene Ladung rührt von elektrischen Dipolen in dem Material
her. Bei Verwendung eines ferroelektrischen Materials als Dielektrikum eines Kondensators kann der
Hysteresiseffekt in bekannter Weise zur Speicherung binärer Information, zum Steuern und Schalten elektrischer
Signale u. a. m. ausgenutzt werden.
Die Polarisation eines ferroelektrischen Speicherelementes soll sich in der Schaltung nicht nennenswert
ändern, bis das angelegte Feld einen bestimmten Schwellwert überschreitet. Auf Grund der mit Netzfrequenz
aufgenommenen Hysteresisschleife eines ferroelektrischen Speichereiementes- könnte man annehmen,
daß dieser Schwellwert einem Punkt, auf
der Hysteresisschleife entspricht, der sich etwas über deren Knie befindet, ähnlich wie das magnetische
Koerzitivfeld bei ferromagnetischen Werkstoffen. Dies hat sich in der Praxis jedoch nicht als zutreffend
erwiesen, und die bekannten ferroelektrischen Einrichtungen zeigen keinen derartigen Schwellwert des
elektrischen Feldes. Sie können vielmehr von der Sättigung im einen Polarisationszustand zu der Sättigung
im anderen Polarisationszustand durch/Anlegen eines sehr kleinen elektrischen Feldes umgeschaltet
werden — das Feld kann dabei viel kleiner sein als das dem Knie der Hysteresisschleife entsprechende
Feld —, vorausgesetzt, daß das? Feld genügend lange einwirkt. :: ..
Diese Eigenschaft stellt ein schwerwiegendes Hindernis für die Anwendung ferroelektrischer Einrichtungen
zu Speicherzwecken,-z. B. in Speichern für Datenverarbeitungsanlagen, dar. - .:...■
Durch die Erfindung soll daher dieser Nachteil vermieden werden, und es soll ein ferroelektrisches
Speicherelement angegeben werden, das einen richtigen Feldschwellwert zeigt, der im. folgenden als
echtes Koerzitivfeld bezeichnet werden solL .
Ein ferroelektrisches Speicherelement mit einem Körper aus einem ferroelektrischen Werkstoff und
zwei Elektroden auf gegenüberliegenden Oberflächen des Werkstoffes ist gemäß der Erfindung dadurch
gekennzeichnet, daß sich die für den Betrieb des Speicherelementes permanent zu dem :Körper angebrachten
Elektroden in an sieh bekannter Weise nicht überlappen. Es wurde nämlich gefunden, daß
ierroelektrische Speicherelemente ein echtes Koerzitivfeld
aufweisen, wenn sich die an eiern Element
angebrachten Elektroden nicht überlappen. .
Die Erfindung soll nun an Hand von nicht ein-Ferroelektrisches
Speicherelement
Anmelder:
Radio Corporation .of America,
New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr.-Ing. E. Sommerfeld und Dr. D, v. Bezold,
Patentanwälte, München 23, Dunantstr. 6
Patentanwälte, München 23, Dunantstr. 6
Als Erfinder benannt:
Ennio Fatuzzo, Adliswil;
Hans Roetschi, Horgen (Schweiz)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 23. Januar 1962 (168157)
schränkend auszulegenden Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert weif
den; dabei bedeutet
Fig. 1 eine etwas idealisierte Hysteresisschleife eines ferroelektrisehen Materials,·
Fig. 2a bis 2c schematische Darstellungen bekannter ferroelektrischer Speicherelemente,
Fig. 2a bis 2c schematische Darstellungen bekannter ferroelektrischer Speicherelemente,
^ F i g. 3 Ά bis 3 d Darstellungen einer ersten Ausführungsform
eines ferroelektrisehen Speicherelementes gemäß der Erfindung,
F i g. 4 a und 4b Diagramme zur Erläuterung der Arbeitsweise der in F i g. 2 und 3 dargestellten Anordnungen,
F i g. 4 a und 4b Diagramme zur Erläuterung der Arbeitsweise der in F i g. 2 und 3 dargestellten Anordnungen,
. Fig.-5 eine perspektivische Darstellung- des
Speicherelementes der F i g. 3 a bis 3 d,
Fig. 6 eine Draufsicht auf eine andere Ausfüh-
rungsfonn der Erfindung und . ' .,
V Fig. 7 eine Drauf sieht auf eine dritte Ausführungs»-
form der Erfindung.
Die in Fig.l dargestellte Hysteresisschleife soll
zuerst in Verbindung mit dem in den F i g. 2 a bis .2 c dargestellten, bekannten ferroelektrischen Speicherelement
beschrieben werden. Auf der Abzisse des Koordinatenkreuzes der F i g. 1 ist das einwirkende
elektrische FeId-E und auf der Ordinate die Polarisation
P des ferroelektrischen Körpers aufgetragen.
Im Punkt A der Hysteresisschleife ist die Polarisation
des ferroelektrischen Werkstoffes .in der einen Rich-.tung
und im Punkt 2Ϊ in der entgegengesetzten Richr-
709 580/185
tung gesättigt. Wenn sich der Arbeitspunkt anfänglich bei B befindet und an das Element wird ein elektrisches
Feld Ey angelegt, das größer ist als das Koerzitivfeld Ec, so schaltet der Arbeitspunkt des
Elementes vom Punkt B längs des Astes C der Hysteresisschleife zum Punkt D. Schaltet man das
elektrische Feld dann ab, so wandert der Arbeitspunkt von D zurück zum Punkt A. Wenn keine
weiteren elektrischen Felder auf das Material einwirken, bleibt die Richtung der Polarisation des
Materials entsprechend dem Punkte erhalten.
Angenommen, der Arbeitspunkt des ferroelektrischen Werkstoffes liege wieder im Punkt B. Ferner
sei angenommen, daß ein elektrisches Feld Ex angelegt
wird, das kleiner ist als das Koerzitivfeld Ec. An Hand der Kurve der F i g. 1 könnte man annehmen,
daß ein Feld dieser Größe nicht ausreiche, um in dem ferroelektrischen Werkstoff irgendeine
Schaltwirkung hervorzurufen. Es zeigt sich jedoch in der Praxis, daß sich die Polarisation des Werkstoffes
von der Sättigung im Punkt B in die Sättigung im Punkt A ändert, wenn das elektrische Feld Ex genügend
lange einwirkt. Dasselbe tritt ein, wenn man auf den Werkstoff nacheinander eine Anzahl kurzer
Impulse einwirken läßt, die ein Feld der Amplitude Ex erzeugen, auch wenn ein einzelner Impuls für
sich nicht ausreicht, die Polarisation des Werkstoffes vom einen Sättigungszustand in den anderen zu
ändern.
Die eben in Verbindung mit Fig. 1 beschriebene
Arbeitsweise ist auch in den Fig. 2a bis 2c dargestellt. Das abgebildete Speicherelement ist konventionell
aufgebaut und besteht aus einem Körper 10 aus einem ferroelektrischen Werkstoff, der an zwei
einander gegenüberliegenden Seiten mit Elektroden 12, 14 versehen ist. Die Elektroden überlappen sich
vollständig. Dies ist auch beabsichtigt, da sich bei voll überlappenden Elektroden die maximale Kapazität
im Speicherelement und ein maximaler Betrag an geschalteter gebundener Ladung ergeben. An die Elektroden
12, 14 ist eine Impulsquelle 16 angeschlossen.
Es sei angenommen, daß die Polarisation des ferroelektrischen Werkstoffes anfänglich der Richtung
der kleinen Pfeile 18 entspricht. Die Spitze der jeweils einen Dipol darstellenden Pfeile entspricht
positiven, die Enden der Pfeile negativen Ladungen. Bei der eingezeichneten Orientierung der Dipole
haben die freien Ladungen in den Elektroden die angegebene Polarität, d. h., in der Elektrode 12 befinden
sich negative und in der Elektrode 14 positive freie Ladungen (Fig. 2a).
Wenn nun der Elektrode 12 ein positiver Impuls zugeführt wird, wie Fig. 2b zeigt, entsteht im ferroelektrischen
Körper 10 ein elektrisches Feld in Richtung des Pfeiles Ey. Bei der Darstellung eines elektrischen
Feldes soll die Pfeilspitze in Richtung der negativeren Spannung zeigen. Das elektrische Feld
strebt dazu, die Polarisationsrichtung der gebundenen Ladung gegenüber der in F i g. 2 a dargestellten
Richtung um 180° zu drehen. Dies ist durch die Pfeile 18' in Fig. 2b dargestellt. Die Änderung der
Richtung der gebundenen Ladung bewirkt, daß die freien Ladungen von den Elektroden in Richtung der
Pfeile 19 durch den Außenkreis fließen.
Wenn das elektrische Fe\dEy eine ausreichende
Amplitude hat oder genügend lange oder genügend oft anliegt, wird der ferroelektrische Werkstoff in der
umgekehrten Richtung, als in F i g. 2 a dargestellt ist, gesättigt. Die sich schließlich unter diesen Umständen
einstellende Ladungsverteilung ist in Fig. 2c dargestellt.
Die Erläuterung an Hand der F i g. 2 soll lediglich qualitativ zeigen, daß ein elektrisches Feld die
Polarisation in einem ferroelektrischen Werkstoff zu ändern vermag und daß bei diesem Vorgang offensichtlich
kein entgegenwirkendes elektrisches Feld entsteht. Das ferroelektrische Speicherelement der
F i g. 2 besitzt kein echtes Koerzitivfeld.
Bei dem verbesserten, neuartigen Speicherelement, das in den F i g. 3 dargestellt ist, überlappen sich die
Elektroden 22, 24 in der zu ihrer Ausdehnung senkrechten Richtung nicht. Die Umschaltung der Polarisation
in dem Element beruht anscheinend auf dem zwischen den beiden Elektroden erzeugten Randfeld.
Als Randfeld soll der Teil des elektrischen Feldes bezeichnet werden, der über den Rand einer Elektrode
hinausreicht.
Zur Erläuterung der Arbeitsweise der in F i g. 3 dargestellten Anordnung soll angenommen werden,
daß die Polarisation anfänglich die Richtung der kleinen Pfeile 28 in F i g. 3 a hat. Die freie Ladung
befindet sich nun zum Teil in den Elektroden und zum Teil auf der Oberfläche des dielektrischen Werkstoffes
selbst. Eine negative Ladung hat sich beispielsweise aus der Atmosphäre auf dem Oberflächenbereich
30 des ferroelektrischen Werkstoffes abgesetzt, während sich auf dem Oberflächenbereich 32
des ferroelektrischen Werkstoffes eine positive Ladung angesammelt hat. Diese Ladungen neutralisieren
die gebundenen Ladungen in dem an diese Flächen angrenzenden Teil des ferroelektrischen
Werkstoffes.
Angenommen, der Elektrode 22 werde nun ein positiver Impuls 31 zugeführt (F i g. 3 b). Dieser
positive Impuls erzeugt ein elektrisches Feld Ex zwischen
den Elektroden, das den ferroelektrischen Werkstoff durchsetzt. Das Feld hat eine Hauptkomponente
in Richtung des Pfeiles Ey. Der wirkliche Verlauf der elektrischen Feldlinien ist etwas schematisiert
durch die Pfeile 34 dargestellt. Das elektrische Feld strebt dazu, die elektrischen Dipole 28 in F i g. 1
umzudrehen, d. h. ihre Richtung um 180° zu ändern. Hierdurch würden dann die freien Ladungen in den
Elektroden 22, 24 veranlaßt, in Richtung der Pfeile 36, 36' abzufließen. Dieser Stromfluß strebt dazu,
das Vorzeichen der Ladungen in den Elektroden zu ändern, so daß die Elektrode 24 negativ und die
Elektrode 22 positiv zu werden neigt, wie F i g. 3 c zeigt. Die positiven und negativen Ladungen in den
Elektroden 22, 24 werden im wesentlichen durch die gebundenen Ladungen in dem ferroelektrischen
Material, das an diese freien Ladungen angrenzt, neutralisiert. Die negativen und positiven Ladungen
an den Oberflächenbereichen 30, 32 können jedoch nicht leicht abfließen, da das ferroelektrische Material
ein Isolator ist. Anscheinend entsteht daher in dem ferroelektrischen Werkstoff zwischen diesen Bereichen
30, 32 ein elektrisches Feld E0 in Richtung des eingezeichneten Pfeiles. Das Feld E0 hat eine
Hauptkomponente, die der Richtung des angelegten Feldes E3, entgegengerichtet ist. Das durch die Oberflächenladungen
der Bereiche 30, 32 erzeugte Feld E0 wirkt also der Tendenz der elektrischen Dipole in
dem ferroelektrischen Werkstoff, ihre Orientierung zu ändern, entgegen, d. h., es wirkt dem angelegten
elektrischen Feld Ey entgegen.
Gleichgültig ob die oben angeführte Hypothese zutrifft oder nicht, wurde jedenfalls gefunden, daß
ein Kondensator der in F i g. 3 dargestellten Art ein echtes Koerzitivfeld hat. Die mit einer Frequenz von
60 Hz geschriebene Hysteresisschleife eines Kristalls dieses Typs entspricht der in F i g. 1 dargestellten
Schleife, es wurde jedoch gefunden, daß sich die Polarisation des ferroelektrischen Werkstoffes nicht
ändert, wenn ein elektrisches Feld angelegt wird, dessen Größe unterhalb eines bestimmten Wertes Ec
liegt, gleichgültig wie lange das elektrische Feld einwirkt. Wenn andererseits das angelegte elektrische
Feld den Wert Ec überschreitet, kehrt sich die Polarisationsrichtung
schnell um. Der genaue Wert von Ec hängt von dem verwendeten ferroelektrischen
Werkstoff, dem Oberflächendurchbruchswert des Ferroelektrikums, der Dicke der Probe, der Geometrie
des Kondensators u. a. m.ab.
Anscheinend ändern die Ladungen der Bereiche 30, 32 beim Umschalten des dielektrischen Werkstoffes
durch Anlegen eines Ec überschreitenden elektrischen Feldes ihr Vorzeichen durch eine Art
von zerstörungsfreiem Oberflächendurchschlageffekt. Die Richtung des dabei fließenden Stromes entspricht
den gestrichelten Pfeilen 36, 38 in F i g. 3 d.
Die Diagramme der Fig. 4a, 4b zeigen das Verhalten
des bekannten ferroelektrischen Elementes der F i g. 2 (Kurven X) und des verbesserten Speicherelementes
der Fig. 3 (Kurven Y). In Fig. 4a ist
längs der Ordinate der Kehrwert der Zeit fs aufgetragen,
die der ferroelektrische Werkstoff zum Umschalten vom einen Polarisationszustand in den anderen
benötigt. Auf der Abzisse ist das angelegte elektrische Feld.E aufgetragen. Fig. 4a zeigt, daß
das bekannte ferroelektrische Speicherelement auch bei sehr kleinen Werten der einwirkenden Feldstärke
E schaltet, wenn nur l/ts genügend klein,
d. h. die Einwirkungsdauer is genügend lang ist; es
existiert also kein echtes Koerzitivfeld. Das ferroelektrische Speicherelement der F i g. 3 schaltet andererseits
überhaupt nicht, wenn die Stärke des angelegten Feldes £ kleiner ist als Ec. Fig. 4b zeigt
diese Verhältnisse in einer etwas anderen Darstellung; auf der Ordinate ist hier log is und auf der Ordinate
VE aufgetragen; ts und E haben dabei dieselbe
Bedeutung wie in F i g. 4 a. Wenn sich l/E dem Wert 1/EC nähert, geht die zum Schalten erforderliche
Zeit is bei dem erfindungsgemäßen ferroelektrischen
Speicherelement gegen Unendlich. Mit anderen Worten gesagt, ist die Zeit unendlich, die der ferroelektrische
Werkstoff zum Umschalten vom einen Zustand in den anderen benötigt, wenn der Wert des
elektrischen Feldes unter der kritischen Feldstärke liegt. Bei der bekannten Anordnung schaltet der
ferroelektrische Werkstoff im Gegensatz dazu auch bei sehr kleinen Werten des elektrischen Feldes
(l/E groß), wenn das elektrische Feld genügend
lange einwirkt.
Wenn auch noch andere Elektrodenformen als die dargestellten verwendet werden können, soll die Elektrodenkonfiguration
doch so ausgebildet sein, daß durch nicht neutralisierte Ladungen auf gegenüberliegenden
Oberflächen des ferroelektrischen Werkstoffes ein elektrisches Feld innerhalb des ferroelektrischen
Werkstoffes erzeugt wird, das dem angelegten elektrischen Feld entgegenwirkt. Im ferroelektrischen
Werkstoff sollen außerdem nur zwei Polarisationsrichtungen möglich sein.
Bei einer speziellen Speicherelementkonfiguration, die gute Ergebnisse lieferte, wurden die folgenden
Materialien verwendet:
Ferroelektrischer Werkstoff: ein rechteckiger Einkristall aus Triglycinsulfat mit den Abmessungen
10 · 0,7 · 0,15 mm. Aus einem großen gewachsenen Kristall können durch Spalten längs der Spaltebenen
leicht eine Anzahl dünner Kristallplättchen hergestellt werden.
ίο Elektroden: Es wurden rechteckige Elektroden aus
Gold, deren Größe etwa 10 · 0,35 mm und deren Dicke etwa 1 bis 10 μπα betrug, verwendet. Für die
Elektroden eignen sich auch Materialien wie Silber oder andere Metalle, die nicht leicht korrodieren.
Die Elektroden können unter Verwendung geeigneter Schablonen im Vakuum auf den Kristall aufgedampft
werden.
Die Elektroden werden auf gegenüberliegenden Flächen des Kristalls so angeordnet, daß sie sich
nicht überlappen. Ein Rand der einen Elektrode verläuft parallel und im wesentlichen unterhalb des am
nächsten liegenden Randes der anderen Elektrode. Die Ränder entsprechen beispielsweise den Rändern
40, 42 in F i g. 3 d und 5.
Bei dem obenerwähnten speziellen Beispiel betrug die zum Umschalten des ferroelektrischen Werkstoffes
vom einen Zustand in den anderen erforderliche Spannung etwa 120 V. Diese Spannung entspricht
einem elektrischen Feld von etwa 8 kV/cm und liegt beträchtlich unterhalb des Durchbruchsfeldes
(100 bis 150kV/cm) für einen Kristall aus Triglycinsulfat.
In F i g. 3 und 5 liegen die Ränder der Elektroden untereinander. Die Elektroden können jedoch auch
so angeordnet sein, daß die Elektroden sich nicht überlappen und die benachbarten Ränder der Elektroden
nicht direkt untereinanderliegen, sondern in seitlicher Richtung, etwa einen Bruchteil eines Zentimeters,
gegeneinander versetzt sind. Speicherelemente dieser Art erfordern für das Umschalten des ferroelektrischen
Werkstoffes vom einen Zustand in den anderen ein etwas stärkeres elektrisches Feld.
Die in F i g. 3 und 5 dargestellten Ausführungsbeispiele enthalten rechteckige ferroelektrische Kör-
per und Elektroden; natürlich sind auch andere Körper- und Elektrodenkonfigurationen möglich. Die in
F i g. 6 dargestellte Ausführungsform enthält beispielsweise einen kreisförmigen ferroelektrischen
Körper 50. Die Form des Körpers ist nicht kritisch und kann sogar unregelmäßig sein. Die gegenüberliegenden
Flächen, die die Elektroden tragen, sollen jedoch vorzugsweise parallel zueinander verlaufen.
Bei F i g. 6 ist die obere Elektrode ebenfalls kreisförmig, die untere Elektrode 54 hat jedoch die Form
eines Ringes. Der Innenrand 56 der ringförmigen Elektrode liegt etwas außerhalb des Außenrandes 58
der kreisförmigen Elektrode. Der Rand 56 könnte aber auch direkt unterhalb des Randes 58 liegen.
Bei der in F i g. 7 dargestellten Ausführungsform greifen Teile der oberen und unteren Elektroden 60,
62 ineinander. Die in F i g. 6 und 7 dargestellten Ausführungsformen haben den Vorteil, daß bei der
Änderung des Zustandes des ferroelektrischen Werkstoffes eine größere Ladung umgeschaltet wird und
das Ausgangssignal dementsprechend größer ist.
Bei allen Ausführungsformen der Erfindung verlaufen die einander am nächsten benachbarten Ränder
der beiden Elektroden vorzugsweise parallel zu-
einander. Die Form der Hysteresisschleif e gleicht sich dadurch mehr der idealen Rechteckform an.
Eine Vielzahl ferroelektrischer Speicherelemente gemäß der Erfindung können in Systemen zur Informationsspeicherung
(Datenspeicher) oder zum Schalten von Signalen (pyramidenförmige und andere Schaltmatrizen) verwendet werden. Ein einziger
Kristall mit einer großen Anzahl von Elektroden auf gegenüberliegenden Oberflächen oder eine Vielzahl
einzelner Kristalle, die jeweils zwei Elektroden tragen, wie die Ausführungsformen der F i g. 3, 5, 6
oder 7, können hierzu verwendet werden.
Bei dem obenerwähnten Ausführungsbeispiel der Erfindung war ein Kristall aus Triglycinsulfat verwendet
worden. Viele andere ferroelektrische Werkstoffe sind ebenfalls geeignet. In der folgenden Liste,
die keineswegs erschöpfend sein soll, werden eine Reihe von üblicheren monokristallinen Substanzen
aufgeführt, die für die Speicherelemente der Erfindung verwendet werden können:
Guanidin-Aluminiumsulfat-Hexahydrat,
Guanidin-Vanadiumsulfat-Hexahydrat,
Guanidin-Chromsulfat-Hexahydrat,
Guanidin-Aluminiumselenat-Hexahydrat, Triglycin-Fluoberyllat,
Lithiumselenit,
Tetramethylammonium-Trichloromercurat,
Rochellesalz, schweres Rochellesalz,
Diglycin-Manganchlorid-Dihydrat.
Claims (8)
1. Ferroelektrisches Speicherelement mit einem Körper aus einem ferroelektrischen Werkstoff und
zwei Elektroden auf gegenüberliegenden Oberflächen des Körpers, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die für den Betrieb des Speicherelementes permanent zu dem Körper angebrachten
Elektroden in an sich bekannter Weise nicht überlappen.
2. Ferroelektrisches Speicherelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der ferroelektrische
Werkstoff nur zwei Polarisationszustände anzunehmen vermag und daß die Elektroden
so angeordnet sind, daß sie in dem Körper ein elektrisches Randfeld zu erzeugen gestatten,
das den Körper von dem einen Polarisationszustand in den anderen zu schalten vermag.
3. Ferroelektrisches Speicherelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Elektroden rechteckig sind.
4. Ferroelektrisches Speicherelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die eine Elektrode ringförmig und die andere Elektrode kreisförmig ist und daß die Elektroden
koaxial zueinander liegen.
5. Ferroelektrisches Speicherelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
Teile der auf gegenüberliegenden Flächen des Körpers befindlichen Elektroden (60, 62) ineinandergreifen.
6. Ferroelektrisches Speicherelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Körper aus einem Material besteht, dessen Dipole zwei mögliche Orientierungen annehmen
können, die beide parallel zu einer Geraden verlaufen, und daß auf gegenüberliegenden Oberflächen
des Körpers Elektroden angeordnet sind, die zwischen sich ein elektrisches Feld zu erzeugen
gestatten, das ausschließlich einen von Null verschiedenen Winkel mit der genannten
Geraden bildet.
7. Ferroelektrisches Speicherelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Elektroden auf dem Körper so angeordnet sind, daß ein elektrisches
Feld, das den ferroelektrischen Werkstoff vom einen Zustand in den anderen zu schalten strebt,
ein entgegenwirkendes Feld in dem Körperwerkstoff zu induzieren strebt, das überwunden werden
muß, bevor der Werkstoff vom einen in den anderen Zustand umschaltet.
8. Ferroelektrisches Speicherelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Elektroden so auf dem Körper angeordnet sind, daß ein angelegtes elektrisches
Feld, das den ferroelektrischen Werkstoff vom einen Zustand in den anderen umzuschalten
strebt, nicht neutralisierte Ladungen entgegengesetzter Polarität auf gegenüberliegenden
Oberflächen des ferroelektrischen Werkstoffes zurückläßt, die bewirken, daß in dem
Werkstoff ein entgegenwirkendes elektrisches Feld influenziert wird, das überwunden werden
muß, bevor der Werkstoff vom einen in den anderen Zustand schaltet.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1058 631.
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1058 631.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
709 580/185 5.67 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US168157A US3281800A (en) | 1962-01-23 | 1962-01-23 | Ferroelectric storage means |
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|---|---|
| DE1240556B true DE1240556B (de) | 1967-05-18 |
Family
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|---|---|---|---|
| DER34248A Pending DE1240556B (de) | 1962-01-23 | 1963-01-11 | Ferroelektrisches Speicherelement |
Country Status (6)
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