-
Schaltungsanordnung für eine tastengesteuerte Wechselsprechanlage
mit gleichberechtigten Sprechstellen 5 für Einzel- und/oder Konferenzgespräche Die
Erfindung betrifft eine Wechselsprechanlage mit Linienwahl zwischen gleichberechtigten,
je nur mit einem einzigen elektroakustischen Wandler ausgerüsteten Sprechstellen
für Einzel- und/oder Konferenzgespräche und mit Anrufkontrolle bei der rufenden
Sprechstelle sowie mit Anrufidentifizierung an der gerufenen Sprechstelle.
-
Es sind verschiedene derartige Anlagen bekannt, die aber jeweils unterschiedliche
Nachteile aufweisen. Bei einer bekannten Anlage sind die Verstärker und die zur
Steuerung benötigten Schaltmittel zentral angeordnet, so daß sich eine einfache
Leitungsführung ergibt. Es läßt sich jedoch ohne erheblichen Aufwand in der Sprechstelle
und in der zentralen Einrichtung nicht erreichen, daß von jeder beliebigen Sprechstelle
aus wahlweise Einzel- oder Konferenzgespräche aufgebaut werden können. Andere bekannte
Anlagen verwenden wiederum ein getrenntes. Sprech- und Signalisierungsnetz. Dabei
ist für den Ruf und die Rufrückmeldung pro Sprechstelle je eine eigene Signalader
erforderlich.
-
Weiterhin sind folgende Einzelmerkmale bekannt, die Sprechstellen
nur mit einem elektroakustischen Wandler auszurüsten und diesen mehrfach auszunutzen,
die angerufene Sprechstelle wahlweise abhörsicher oder abhörbar zu schalten, die
Gesprächssteuerung nur durch den Rufenden durchzuführen, für die Anlage eine Anrufkontrolle,
einen akustischen Anruf und eine optische Sprechstellenidentifizierung vorzusehen
sowie die zur Steuerung erforderlichen Spannungen wie die Sprechwechselströme auf
einer zweiadrigen Verbindungsleitung zu übertragen.
-
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Wechselsprechanlage aufzubauen,
bei der die gesamte Steuerung und Signalisierung sowie der Sprechverkehr nur über
eine zweiadrige Verbindungsleitung erfolgt. Dabei werden teilweise bekannte Einzelmerkmale
mitverwendet und der gesamte Betriebsablauf direckt durch Tastenkontakte gesteuert.
Die Anordnung nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleitungen
zu den einzelnen Sprechstellen im Ruhezustand einer Sprechstelle über Kontakte von
Linientasten mit den zugeordneten Anruf-Identifiziereinrichtungen und einem allen
Anruf-Identifiziereinrichtungen gemeinsamen Anlaßwiderstand eines Rufgenerators
verbunden und der akustische Wandler über weitere Kontakte der Linientasten an den
Ausgang des Rufgenerators angeschlossen sind und daß nach Auswahl einer gewünschten
Sprechstelle in der rufenden Sprechstelle der Anlaßwiderstand des Rufgenerators
vom Kontakt dieser Linientaste kurzgeschlossen, der elektroakustische Wandler in
den Sprechstromkreis umgeschaltet und bei Betätigen der Sprechtaste die Versorgungsspannung
der rufenden Sprechstelle über eine Anruf-Kontrolleinrichtung an die Verbindungsleitung
zu der gerufenen Sprechstelle geschaltet sind. Eine derartige Wechselsprechanlage
weist darüber hinaus noch den Vorteil auf, daß bei Konferenzgesprächen jede beliebige
Sprechstelle, auch eine angerufene, weitere Sprechstellen auffordern. kann, an der
Konferenz teilzunehmen. Da der Verstärker der Sprechstelle nur als Sprechverstärker
verwendet wird, benötigt die Sprechstelle keinen Ruhestrom. Ein weiterer Vorteil
der Wechselsprechanlage nach der Erfindung liegt darin, daß die Sprechtaste der
Sprechstelle gleichzeitig auch als Ruftaste verwendet wird. Nach einer weiteren
Ausgestaltung der Anlage nach der Erfindung ist für Einzelgespräche eine Anordnung
derart getroffen, daß bei Anlagen nur für Einzelgespräche (Fig. 2) zur Verstärkerumschaltung
eine rastende Betriebstaste und eine lose Sprechtaste vorgesehen sind, daß die Umschaltung
des .elektroakustischen Wandlers sowohl durch die Linientastenkontakte als auch
die Sprech- und/oder Betriebstastenkontakte erfolgt und daß bei Betätigung der Betriebstaste
die Ortsbatterie der rufenden Sprechstelle über die Anruf-Kontrolleinrichtung an
die Verbindungsleitung zu der ausgewählten Sprechstelle gelegt wird. Dadurch wird
erreicht, daß der Verstärker einer Sprechstelle zur Verstärkung der abgehenden und
ankommenden Sprechwechselströme verwendet wird und daß die Gesprächssteuerung, nur
von der rufenden Sprechstelle
allein erfolgt, während die gerufene-
Sprechstelle nur durch die Betätigung der der aufleuchtenden Anruflampe entsprechenden
Linientaste den Sprechstromkreis durchschaltet. Schaltungseinzelheiten können den
Unteransprüchen entnommen werden.
-
Die Erfindung wird nun an Hand von Ausführungsbeispielen näher .erläutert,
wobei in Fig. 1 eine Anlage für Einzel- und/oder Konferenzgespräche und in Fig.
2 eine Anlage nur für Einzelgespräche aufgezeigt wird.
-
Die Wirkungsweise der Anlagen läßt sich am einfachsten erklären, wenn
man die verschiedenen Betriebszustände betrachtet. Zunächst wird in Fig. 1 wiedergegebene
Anlage für Einzel- und/oder Konferenzgespräche erläutert.
-
Ruhezustand der Sprechstelle Im Ruhezustand der Sprechstelle ist der
Verstärker SVr abgeschaltet. Der Rufgenerator RG liegt an der Versorgungsspannung
UB, er kann jedoch nicht schwingen, da im Basiskreis des Schwingtransistors keine
Öffnungsspannung liegt. Der elektroakustische Wandler W liegt als Anruforgan über
die in Reihe geschalteten Ruhekontakte LT 14 ...
LT n 4 der Linientasten im Ausgang des Rufgenerators.
-
An der einen Ader a1, a2 ... an der Verbindungsleitungen
zu den verschiedenen Sprechstellen liegen über die Ruheseite eines weiteren Linientastenkontaktes
LT 11. . . LT n l die Anruf-Identifizierungseinrichtung
Gl1-All, G12-A12 und Gl n Al n. Alle Identifizierungseinrichtungen führen
über den gemeinsamen Anlaßwiderstand R für den Rufgenerator auf eine Kontaktanordnung
der Linientasten LT 12 . . .
LT 2, LT 13 ...
LT n 3, die alle anderen Adern b l,
b 2 ...
b h der Verbindungsleitungen zusammenhalten. Ruf einer Sprechstelle Will
nun eine Sprechstelle eine andere Sprechstelle rufen, dann wird die entsprechende
Linientaste betätigt. Dadurch wird schon der elektroakustische Wandler vom Ausgang
des. Rufgenerators abgetrennt und als Lautsprecher an die ausgewählte Leitung gelegt.
Der in der a-Ader betätigte Kontakt der Linientaste LT 11...
LT n 1 trennt die Anruf-Identifizierungseinrichtung für die ausgewählte Sprechstelle
ab. Die in der b-Ader betätigten Kontakte der Linientaste LT 12
... LT n 2, LT 13 ... LT n 3 schalten nur die Verbindungsleitung
der gewünschten Sprechstelle auf den Sprechstromkreis der rufenden Sprechstelle.
Gleichzeitig wird in der rufenden Sprechstelle der Anlaßwiderstand kurzgeschlossen
und alle Anruf-Identifizierungseinrichtungen abgeschaltet, so daß diese Sprechstelle
nicht mehr angerufen werden kann. Beim Betätigen der Sprechtaste SpT in der rufenden
Sprechstelle wird nun stets der Minuspol der Versorgungsspannung UB über
die Anruf-Kontrolleinrichtung AKL-G1-Dr an die a-Ader und der Pluspol direkt an
die b-Ader der Verbindungsleitung zu der gewünschten Sprechstelle gelegt.
-
Anruf in der gewünschten Sprechstelle Ist die gewünschte Sprechstelle
nicht belegt, dann sind sämtliche Kontakte der Linientasten in Ruhestellung. Es
ist daher für die über die Verbindungs-Leitung der rufenden Sprechstelle ankommende
Rufspannung ein Stromkreis über die zugeordnete Anruf-Identifizierungseinrichtung
Gl n-Al n und den Anlaßwiderstand R in der gewünschten Sprechstelle geschlossen.
Die Anrufkontrollampe AkL in der rufenden und die Anruflampe AL n in der
gerufenen Sprechstelle leuchten auf. An dem Anlaßwiderstand entsteht ein Spannungsabfall,
der den Schwingtransistor des Rufgenerators in der gerufenen Sprechstelle öffnet.
Der Generator schwingt, und über den elektroakustischen Wandler wird ein akustisches
Anrufsignal erzeugt. Die rufende Sprechstelle erkennt am Aufleuchten der Anrufkontrollampe,
daß die gewünschte Sprechstelle nicht belegt ist. Die gerufene Sprechstelle erkennt
am Aufleuchten der Anruflampe, welche Sprechstelle anruft.
-
Herstellung der Gesprächsverbindung und Gesprächsabwicklung In der
gerufenen Sprechstelle wird die der anrufenden Sprechstelle zugeordnete Linientaste
betätigt und damit der Sprechstromkreis zu dieser Verbindungsleitung durchgeschaltet.
Der elektroakustische Wandler der gerufenen Sprechstelle wird auch als Lautsprecher
an die Leitung gelegt, so daß nun beide Sprechstellen in der Stellung »Hören« zusammengeschaltet
sind. In der gerufenen Sprechstelle werden durch das Melden alle Anruf-Identifizierungseinrichtungen
und der Anlaßkreis für den Rufgenerator unwirksam geschaltet. In der rufenden Sprechstelle
wird die Meldung der gerufenen Sprechstelle am Erlöschen der Anrufkontrollampe erkannt.
-
Die Gesprächsabwicklung sieht nun vor, daß jeweils die sprechende
Stelle ihre Sprechtaste SpT betätigt und damit ihren Verstärker einschaltet (Kontakt
SpT 1), den elektroakustischen Wandler als Mikrophon (mittels .Kontakt SpT
2) an den Verstärkereingang legt und somit in die Stellung »Sprechen« übergeht.
Dieser Betriebszustand kann durch eine Belegtlampe BI angezeigt werden. Beim Loslassen
der federnden Sprechtaste geht die Sprechstelle automatisch wieder in die Stellung
»Hören« über.
-
Das Gespräch wird dadurch beendet, daß alle am Gespräch beteiligten
Sprechstellen ihre Linientasten wieder zurückstellen und die Sprechstellen in den
Ruhezustand versetzen. Ruf einer belegten Sprechstelle Die Auswahl der Sprechstelle
erfolgt wieder über die entsprechende Linientaste. Da die gerufene Sprechstelle
bereits ein Gespräch führt, sind ihre Anruf-Identifizierungseinrichtungen und ihr
Anlaßstromkreis für den Rufgenerator durch Linientastenkontakte bereits abgeschaltet,
so daß beim Betätigen der Sprechtaste in der rufenden Sprechstelle für die Anruf-Kontrolleinrichtung
kein Stromkreis zustande kommt. Die Anrufkontrollampe leuchtet nicht auf und zeigt
der rufenden Sprechstelle an, daß die angerufene Sprechstelle besetzt ist.
-
Konferenzgespräch Werden in einer Sprechstelle mehrere Linientasten
betätigt, dann wird die Rufspannung der rufenden Sprechstelle gleichzeitig auf alle
Verbindungsleitungen der gewünschten Sprechstellen gegeben. Die
gerufenen
Sprechstellen schalten ihren Sprechstromkreis zu der rufenden Sprechstelle durch
und sind dort durch die betätigten Kontakte der Linientasten parallel geschaltet,
so daß alle Sprechstellen am Gespräch beteiligt sind. Die jeweils sprechende Stelle
gibt dann bei Betätigung ihrer Sprechtaste die Sprechwechselströme über den eigenen
Verstärker an alle Sprechstellen, die angeschaltet sind. Jede am Gespräch beteiligte
Sprechstelle hat die Möglichkeit, neue Sprechstellen an das Gespräch anzuschalten,
nachdem, über die entsprechende Linientaste und Sprechtaste eingeleitet, der Aufruf
zur Teilnahme erfolgt ist. Anrufsperre Will eine Sprechstelle durch Anrufe nicht
gestört werden, dann können durch Betätigung einer besonderen Anrufsperrtaste ASpT
die Anruf-Identifizierungseinrichtungen für alle angeschlossenen Sprechstellen und
der Anlaßkreis für den eigenen Rufgenerator unwirksam geschaltet werden. Der Ruf
einer auf diese Weise gesperrten Sprechstelle wird in der rufenden Sprechstelle
als besetzt gekennzeichnet, da die Anrufkontrollampe nicht aufleuchtet.
-
Die in Fig. 2 gezeigte Anlage unterscheidet sich von der Anlage nach
Fig. 1 nur dadurch, daß die Funktionen der Sprechtaste nach Fig. 1 von zwei getrennten
Tasten, einer rastenden Betriebstaste BT und einer federnden Sprechtaste SpT, übernommen
werden. Die Ruf- und Anrufstromkreise sind wie in Fig. 1. Der Unterschied besteht
nur in der Gesprächsabwicklung. Es genügt, wenn die rufende Sprechstelle ihre rastende
Betriebstaste betätigt, damit den Verstärker einschaltet, Rufspannung an die gewünschte
Leitung legt und den Wechselverkehr des Verstärkers vorbereitet. Abhängig von der
Stellung der Sprechtaste in der rufenden Sprechstelle dient der Verstärker als Sende-
oder Empfangsverstärker. Nach der Meldung der gerufenen Sprechstelle (BT- und entsprechende
LT-Taste betätigt) entfällt für diese Sprechstelle eine zusätzliche Bedienung während
des Gesprächs.
-
In Fig. 2 ist außerdem noch gezeigt, daß die Kontaktreihen
LT 13 ... LT n 3 bzw. LT 14 ... LT n 4
der
Fig.1, die die Umschaltung des elektroakustischen Wandlers und den Kurzschluß des
Anlaßkreises für den Rufgenerator bewirken, vorzugsweise so ausgebildet werden,
daß jeweils nur ein Kontakt LTg 1
bzw. LTg2 vorgesehen ist, der mit allen
Linientasten mechanisch so gekoppelt ist, daß bei der Betätigung einer beliebigen
Linientaste dessen Kontakte umgelegt werden.