-
Schaltung zur Steuerung der zeitlichen Folge und der Dauer der Arbeitstakte
eines sich periodisch wiederholenden Arbeitsprozesses Die Erfindung bezieht sich
auf eine Schaltung zur Steuerung der zeitlichen Folge und der Dauer der Arbeitstakte
eines sich periodisch wiederholenden Arbeitsprozesses mit einem von elektrischen
Zeitgeberimpulsen zu betätigenden Schrittschalter, der nach Ablauf verschieden langer,
vorwählbarer, den Arbeitstakten zugeordneter Zählschrittfolgen jeweils einen Steuerimpuls
abgibt, mit einem von diesen Steuerimpulsen betätigten Schalter, der bei Übergang
von einer Stellung in eine folgende einen neuen Arbeitstakt auslöst und einen Impuls
an einen diesem neuen Arbeitstakt zugeordneten, von Hand einstellbaren Vorwähler
gibt, der seinerseits den Schrittschalter in eine Stellung schaltet, von der aus
er die vorgewählte, der gewünschten Dauer des Arbeitstakts entsprechende Zählschrittfolge
bis zur Auslösung des folgenden, dem folgenden Arbeitstakt zugeordneten Steuerimpulses
durchläuft.
-
Mit Schaltungen dieser Art können jedoch nur zwei Arbeitstakte abwechselnd
ausgelöst werden, da der von den Steuerimpulsen betätigte Schalter ein bistabiler
elektronischer Kippschalter ist. Diese Schaltung ist daher in den Fällen nicht anwendbar,
wo mehr als zwei Arbeitstakte zu steuern sind. Schweißapparate zur Widerstandsschweißung
müssen z. B. häufig in vier Arbeitstakten arbeiten, die genau zeitlich zu bemessen
sind. Diese Arbeitstakte sind im wesentlichen folgende: a) Einspannen der zu verschweißenden
Werkstückteile zwischen die Schweißelektroden, b) Durchgang des Schweißstromes durch
die Schweißstelle, c) Wartezeit im eingespannten Zustand, bis die Schweißstelle
genügend abgekühlt ist, d) Trennen der Elektroden zur Entfernung der verschweißten
Werkstückteile und zur Einführung neuer zu verschweißender Werkstückteile zwischen
die Elektroden (Schweißpause).
-
Eine ähnliche Arbeitstaktfolge liegt bei der Härtung von Oberflächen
durch Hochfrequenzstrom vor.
-
Es sind bereits elektronische Zeitschaltwerke bekannt, welche die
Steuerung einer Vielzahl von Arbeitstakten ermöglichen. Bei diesen bekannten Zeitschaltwerken,
welche insbesondere für Schweißapparate Anwendung finden, werden als Zeitgeber einzelne
Elektronenröhren mit Steuergitter verwendet, deren Anoden mit Wechselstrom gespeist
werden und deren Gitter an einer durch einen RC-Kreis zeitgesteuerten Gleichspannung
liegen. Jede Röhre steuert anodenseitig einen Kontakt im Steuerkreis eines Ignitrons.
-
Derartige mit RC-Kreisen arbeitende Zeitschaltwerke haben zahlreiche
Nachteile; vor allem mangelt es ihnen an Präzision und ihre Eichung bereitet erhebliche
Schwierigkeiten.
-
Zur Lösung der angegebenen Aufgabe und zur Beseitigung der erörterten
Schwierigkeiten geht die Erfindung von einer Schaltung eingangs genannter Art aus
und ist dadurch gekennzeichnet, daß der angeführte Arbeitstaktschalter ein zyklisch
laufender Schrittschalter ist.
-
Bevorzugt enthalten die Schrittschalter als Zeitgeberimpuls- bzw.
als Steuerimpulszähler Entladungsröhren mit mehreren den Zeitgeberimpulsen bzw.
den Steuerimpulsen zugeordneten Kathoden, zwischen denen Leitelektroden liegen (sogenannte
Dekadenzählröhren oder Dekatronen), und es werden die Zeitgeberimpulse und die Steuerimpulse
diesen Leitelektroden zugeführt.
-
Bevorzugt folgt der dem letzten Arbeitstakt zugeordneten Kathode der
Steuerimpulszählerröhre eine Kathode, die mit der dem ersten Arbeitstakt zugeordneten
Kathode
derart gekoppelt ist, daß sie einen dem letzten Arbeitstakt folgenden Steuerimpuls
auf die dem ersten Arbeitstakt zugeordnete Kathode überträgt.
-
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Hinweis auf die
Fig. 1 bis 4.
-
Fig. 1 und 1 a zeigen das schematische Schaltbild einer Schaltung
nach der Erfindung; Fig. 1 a schließt sich rechts an Fig.1 an; Fig: 2 zeigt schematisch
den Spannungsverlauf an einem der Kathodenwiderstände des Arbeitstaktschalters;
Fig: 3 zeigt schematisch die Spannungsverläufe an einigen Stellen des Zeitgeberimpulszählers
und des Arbeitstaktzählers; Fig. 4 zeigt ein abgewandelte Form der Schaltung nach
Fig. 1.
-
Das wesentliche Element des Zeitgeberimpulsschrittschaltwerks nach
Fig. 1 ist eine Röhre 12 mit einer Anode 11, zehn Kaltkathoden 1 bis 10 und Leitelektroden
16, 17, die die Entladung von einer Kathode auf die folgenden übergehen lassen können,
eine sogenannte Dekadenzählröhre. Die Anode 11 ist über einen Widerstand 13 und
eine Leitung 14 mit der positiven Klemme einer Gleichspannungsquelle verbunden.
Die negative Klemme der Gleichspannungsquelle steht über die Leitung 15 mit den
Kathoden 1 bis 10 in Verbindung.
-
Leitungen 18 und 19 verbinden die Leitelektroden 16, 17 mit Klemmen
20 und 21. über die Klemmen 20 und 21 werden zu zählende Spannungsimpulse jeweils
zunächst den Leitelektroden 17 und dann den Leitelektroden 16 zugeführt. Die zu
zählenden Spannungsimpulse werden an Klemmen A und B gelegt, die mit
den Klemmen 20 und 21 über eine Phasenschieberschaltung 22 verbunden sind. Diese
Phasenschieberschaltung besteht aus den Kondensatoren 23 und 24 und den Widerständen
25 und 26. Die Klemme A ist über eine Leitung 27 mit der Sekundärspule 28 eines
Transformators verbunden; dessen Primärspule 31 über einen Wechselschalter 33 an
eine Wechselspannungsquelle von beispielsweise 110 Volt und 60 Hertz zu legen ist.
Die Anschlußklemmen dieser Wechselspannungsquelle sind mit L1 und L2 bezeichnet.
Die Anode 34 einer Entladungsröhre 32 ist mit einem Ende der Primärspule 31 verbunden;
ihre Kathode 35 über eine Leitung 36 mit der Klemme L2. Der Wechselschalter 33 kann
ferner einen Stromkreis schließen, der die Anode 34 mit der Kathode 35 außerhalb
der Röhre im Nebenschluß verbindet und einen Widerstand 37 zur Strombegrenzung enthält.
Das Steuergitter 38 der Röhre 32 ist bei 39 mit dem einen Ende der Sekundärspule
28 des Transformators und über eine Leitung 40 mit der Leitung 15 verbunden, welche
zur negativen Klemme der Gleichspannungsquelle führt. Die Klemme B der Phasenschieberschaltung
ist über eine Leitung 41 mit dem Abgriff P eines Spannungsteilerwiderstandes 42
verbunden, der an der Gleichspannungsquelle liegt.
-
An den Kathoden 1 bis 10 der Röhre 12 liegen Kathodenwiderstände 43.
Wenn eine der Kathoden erregt ist, fließt Strom durch den ihr zugeordneten Kathodenwiderstand
43. An den Enden dieses Widerstandes lieb dann eine Spannung, die so lange anhält,
wie der Strom fließt. Die Primärspule 44 eines Transformators 45 und ein Kondensator
ist im Nebenschluß zu einem Teil des Widerstandes 43 der Kathode 1, d. h. der letzten
Kathode des Zeitgeberimpulsschrittschaltwerks geschaltet. Der Transformator 45 überträgt,
wenn an dem Widerstand 43 der Kathode 1 eine Spannung entsteht, einen elektrischen
Impuls auf das folgende Arbeitstaktschrittschaltwerk.
-
Das Zeitgeberimpulsschrittschaltwerk arbeitet in in folgender Weise:
Die Dekadenzählröhre 12 liegt mit ihrer Anode 11 und ihren Kathoden 1 bis 10 stationär
an der festen Gleichspannungsquelle. An den Leitelektroden 16 und 17 liegt stationär
ein Potential, das positiver als das der Kathoden ist und mit dem Abgriff P an dem
Spannungsteilerwiderstand 42 eingestellt werden kann. Wenn der Schalter 33 über
L2 geschlossen ist, liefert die Wechselstromquelle, die an L1 und L, angeschlossen
ist, periodisch Spannungsimpulse an die Primärspule 31. Entsprechende Impulse entstehen
in der Sekundärwicklung 28, von wo sie in die Phasenschieberschaltung 22 gelangen
und infolgedessen an die Klemmen 20 und 21. Durch die Phasenschieberschaltung erhalten
die Impulse, die an den Klemmen 20 und 21 auftreten, eine Phasenverschiebung gegeneinander,
und zwar kommen die Impulse eher an die Klemme 20 als an die Klemme 21. Es ruft
daher jeder Impuls von der Wechselspannungquelle zunächst einen Potentialabfall
an den Leitelektroden 16 hervor und nach einer bestimmten Zeit, die von den charakteristischen
Daten der Phasenschieberschaltung 22 abhängig ist, auch einen Potentialabfall an
den Leitelektroden 17.
-
Soll das Zeitgeberimpulsschrittschaltwerk z. B. neun Impulse zählen,
bevor es das Arbeitstaktschrittschaltwerk betätigt, so wird vor Beginn des Zählvorgangs
die Kathode 1.0 gezündet. Ein Impuls, der an die Klemmen A und B gelangt, bewirkt
zunächst einen Potentialabfall der Leitelektrode 16 und darauf der Leitelektrode
17 derart, daß die Entladung von der Kathode 10 auf die Leitelektrode 16, dann auf
die Leitelektrode 17 und schließlich auf die Kathode 9 übergeht. Der folgende an
die Klemmen A und B gelangende Impuls überträgt die Entladung von der Kathode 9
auf die Kathode 8 usf. Der neunte Impuls überträgt die Entladung auf die Kathode
1. Der durch diese Kathode fließende Entladungsstrom erzeugt beim Durchgang durch
den Widerstand 43 einen Spannungsabfall, der zu einem Impuls an den Klemmen der
Primärspule 44 des Transformators 45 führt. Dieser Impuls wird auf das folgende
Arbeitstaktschrittschaltwerk übertragen.
-
Das wesentliche Element dieses zweiten Schrittschaltwerks ist wieder
eine Dekadenzählröhre 62 mit einer Anode 63, zehn Kathoden 65 bis 70 und -nicht
dargestellten, über dieKlemmen 60 und 61 anzuschließenden - Leitelektroden. Die
letzte Kathode, d. h. die Kathode 1 der Dekadenzählröhre 12 ist mit der Dekadenzählröhre
62 über den Transformator 45 gekoppelt. Eine Klemme der Sekundärwicklung 46 dieses
Transformators ist mit einer Gleichspannungsquelle 47 verbunden, ihre andere Klemme
über einen Begrenzungswiderstand 48 mit dem Steuergitter einer elektrischen Entladungsröhre
50. Die Anode 51 dieser Entladungsröhre 50 ist über eine Leitung 152 mit einem Abgriff
T nahe an der positiven Klemme des Spannungsteilerwiderstandes 42 verbunden. Die
Kathode 52 dieser Rblue steht durch die Leitung 53 mit der Leitung 15 in Verbindung,
welche zu der negativen Klemme der Hauptgleichspannungsquelle führt.
Die
Spannungsquelle 47 gibt dem Gitter 49 stationär ein negatives Potential gegenüber
der Kathode 52 und hält dadurch die Entladungsröhre 50 in nichtleitendem Zustand.
Die Röhre wird jedoch jedesmal leitend, wenn ein Impuls von der Kathode 1 der Dekadenzählröhre
12 geliefert wird. Ein solcher Impuls wird durch den Kopplungskreis auf das Gitter
49 derart übertragen, daß er es positiv macht, so daß die Röhre einen Augenblick
leitend wird. Daraufhin wird ein Impuls durch die Leitung 54 auf die Phasenschieberschaltung
55 übertragen. Diese Phasenschieberschaltung 55 enthält Kondensatoren 56 und 57
und Widerstände 58 und 59 und weist Klemmen 60 und 61 auf, die mit den Leitelektroden
der Dekadenzählröhre 62 verbunden sind. Die Schaltung entspricht insoweit der der
Dekadenzählröhre 12.
-
Die Anode 63 der Dekadenzählröhre 62 ist über einen Widerstand 64
mit der Leitung 14 verbunden, die ihrerseits mit der Anode 11 der Dekadenzählröhre
12 und mit der positiven Klemme der Hauptgleichspannungsquelle verbunden ist. In
ähnlicher Weise ist die negative Klemme dieser Gleichspannungsquelle über den Leiter
15 mit den Kathoden 1 bis 10 der Zählröhre 12 und den Kathoden 65 bis 70 der Zählröhre
62 verbunden.
-
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel werden für die vier Arbeitstakte,
welche von der Arbeitstaktzählröhre 62 gezählt und gesteuert werden sollen, nur
fünf Kathoden benötigt. Infolgedessen sind die fünf Kathoden 65 nicht in Tätigkeit,
sondern nur die Kathoden 66, 67, 68, 69 und 70. Die Erregung dieser Kathoden erfolgt
durch die den Klemmen 60 und 61 zugeführten Impulse. Der bei Zündung einer Kathode
fließende Kathodenstromimpuls wird verwendet, um eine mittels eines Vorwählers vorgebbare
Kathode der Zählröhre 12 zu zünden, von der aus der folgende Zählvorgang beginnen
soll. Ferner wird bei Zündung der Kathode 70 selbsttätig die Kathode 66 gezündet,
so daß die Zählröhre 62 mit beliebiger Schrittzahl zwischen 1 und 10 zyklisch laufen
kann.
-
Hierzu ist die Kathode 66 über einen Widerstand 71 und eine Leitung
72 mit der Anode 73 einer gittergesteuerten Entladungsröhre 74 verbunden. Ein elektrischer
Schalter 75 zum Ein- und Ausschalten des Arbeitstaktzählers liegt in dem Kathodenstromkreis
in Reihe mit einem Widerstand 71a. Ein Kondensator 76 überbrückt den Schalter 75
und den Widerstand 71 a. Ein zweiter Stromkreis im Nebenschluß zu dem Widerstand
71 besteht aus der Primärspule 77 eines Transformators 78; diese Primärspule liegt
mit dem Kondensator 79 in Reihe. Die eine Klemme der Sekundärspule 80 des Transformators
78 ist über eine Leitung 81 mit der negativen Klemme einer Gleichspannungsquelle
82 verbunden. Die andere Klemme der Sekundärspule 80 ist über die Leitung 83 mit
dem Gitter 85 einer gittergesteuerten elektrischen Entladungsröhre 84 in einem Vorwähler
verbunden.
-
An der Kathode 67 liegt ein Widerstand 86, der im Nebenschluß von
einem Kondensator und der Primärspule 87 eines Transformators 88 überbrückt ist.
Die Sekundärspule 89 dieses Transformators 88 steht mit einer ihrer Klemmen über
die Leitung 90 mit der Leitung 81 in Verbindung, die zu der negativen Klemme der
Gleichspannungsquelle 82 führt. Die andere Klemme der Sekundärspule 89 ist über
die Leitung 91 mit dem Steuergitter 92 einer gittergesteuerten elektrischen Entladungsröhre
93 eines weiteren Vorwählers verbunden. In ähnlicher Weise liegen die Kathoden 68
und 69 an Widerständen 94 und 102 und jeder dieser Widerstände ist durch Kondensatoren
und Primärspulen 95 und 103 von Transformatoren 96 und 104 überbrückt, deren Sekundärspulen
97 und 105 über Leitungen 98 und 106 mit den Steuergittern entsprechender Elektronenröhren
100 und 108 eines dritten und vierten Vorwählers verbunden sind.
-
Der Widerstand 110 an der Kathode 70 hat einen Nebenschluß, der aus
der Primärspule 111 eines Transformators 112 und dem Kondensator 113 besteht. Die
Sekundärspule 114 des Transformators 112 ist über die Leitung 115 5 mit der
negativen Klemme einer Gleichspannungsquelle 116 verbunden. Die andere Klemme der
Sekundärspule 114 ist über die Leitung 117 mit dem Gitter 118 der elektrischen
Entladungsröhre 74 verbunden, die im vorstehenden in Verbindung mit der Kathode
66 besprochen worden ist. Die Kathode 119 der Entladungsröhre 74 ist mit einer Leitung
120 verbunden, die zu den positiven Polen der Spannungsquellen 82 und 116 führt.
Diese Leitung 120 führt ebenfalls zu den Kathoden 121 bis 124 der Entladungsröhren
84, 93, 100 und 108.
-
In der Zeitfolge, mit der die Impulse, welche von dem Arbeitstaktzähler
aufgenommen werden, nacheinander die Entladung der Kathode 66 auf die Kathoden 67,
68, 69 und 70 weitergeben, entstehen Stromimpulse in den Kathodenwiderständen 71,
86, 94, 102, 110. Der jeweilige Spannungsabfall am Widerstand jeder Kathode erzeugt
eine Signalspannung, die über die Transformatoren 78, 88, 96 bzw. 104 auf die Gitter
der Entladungsröhren 84, 93, 100 bzw. 108 übertragen wird, die dadurch nacheinander
leitend werden. Nach der Erregung der Kathode 70
erzeugt der Spannungsabfall
in dem Widerstand 110 eine Signalspannung, die durch den Transformator 312 und seine
Sekundärwicklung 114 auf das Gitter 118 der Entladungsröhre 74 übertragen wird.
Die Entladungsröhre 74 befindet sich normalerweise in einem nichtleitenden Zustand,
da die Gleichspannungsquelle 116 das Gitter 118 auf einem negativen Potential in
bezug zur Kathode 119 hält. Infolge der Spannungsimpulse, welche das Gitter
118 erhält, wenn die Kathode 70 gezündet wird, wird die Röhre 74 momentan
leitend, und ein negativer Spannungsimpuls gelangt an den Widerstand 71 a. Dieser
Impuls vergrößert die Spannung zwischen Anode 63 und Kathode 66 und die Entladung
wird unmittelbar von der Kathode 70 auf die Kathode 66 übertragen. Die Kathoden
der Dekadenzählröhren sind in der Regel im Kreise angeordnet gegenüber ihrer gemeinsamen
Anode. Wenn die Kathode 66 erregt wird, entsteht in der Sekundärspule 80 des Transformators
78 ein Impuls, der über die Leitung 83 an das Gitter 85 der Entladungsröhre 84 gegeben
wird. Die Gleichspannungsquelle 82 hält normalerweise die Entladungsröhren 84, 93,
100 und 108 in nichtleitendem Zustand, da sie ihren Gittern ein negatives Potential
gegenüber ihren Kathoden gibt. Wenn ein positiver Spannungsimpuls auf das Gitter
85 der Entladungsröhre 84 gelangt, wird diese augenblicklich leitend und damit gelangt
ein negativer Spannungsimpuls an die spezielle Kathode der Zeitgeberröhre 12, auf
die der Vorwählschalter 126 eingestellt ist, z. B. an die Kathode 6. Die Entladung
in dieser Röhre geht dann von der Kathode 6 aus und schreitet schrittweise bis zur
Kathode 1 fort. Die Zeitdauer dieser fünf Schritte entspricht etwa der oben angegebenen
Einspannzeit der Werkstückteile.
Am Ende der Einspannzeit wird ein
elektrischer Impuls von der Zeitgeberröhre 12 an die Arbeitstaktzählröhre 62 gegeben,
welcher die Entladung von der Kathode 66 auf die Kathode 67 überträgt.
-
Der Durchgang des Stromes durch diese Kathode 67 erzeugt einen Spannungsabfall
in dem Widerstand 86, der als Signalspannung von der Sekundärspule 89 des Transformators
88 über die Leitung 91 auf das Gitter 92 der Entladungsröhre 93 gelangt und diese
augenblicklich leitend macht. Dadurch wird die Entladung in der Zeitgeberröhre 12
auf die Kathode übertragen, mit der der Vorwählschalter 127 verbunden ist. An diesem
wird z. B. die Schweißzeit eingestellt. Bei Beendigung der Schweißzeit erhält der
Arbeitstaktzähler einen weiteren elektrischen Impuls, der die Entladung von der
Kathode 67 auf die Kathode 68 überträgt. In ähnlicher Weise wie oben beschrieben
erzeugt nun der Stromimpuls durch die Kathode 68 einen Spannungsabfall in dem Widerstand
94 derart, daß eine Signalspannung von der Sekundärspule 97 über die Leitung 98
auf das Gitter 99 der Entladungsröhre 100 gelangt, die dadurch augenblicklich leitend
wird. Der Vorwählschalter 128, der dieser Röhre 100 zugeordnet ist; legt etwa die
Dauer der Zeit fest, während der die Werkstückteile abkühlen können. Danach gelangt
ein weiterer Impuls auf den Arbeitstaktzähler, der die Entladung von der Kathode
68 auf die Kathode 69 übergehen läßt. Der Spannungsabfall am Widerstand 102 erzeugt
eine Signalspannung, die durch die Leitung 106 auf das Gitter 107 der Entladungsröhre
108 übertragen wird. Die augenblickliche Leitfähigkeit dieser Röhre läßt den Vorwählschalter
130 die Zählröhre 12 einstellen. Es beginnt die Schweißpause, nach deren Ablauf
sich die verschiedenen Arbeitstakte wiederholen.
-
Um die aufeinanderfolgenden Arbeitstakte zu wiederholen, ist es notwendig,
daß die Leitfähigkeit von der Kathode 70 auf die Kathode 66 übergeht. Wenn die Schweißpause
an ihr Ende gelangt ist, läßt der dann auf den Arbeitstaktzähler gegebene Impuls
die Entladung von der Kathode 69 auf die Kathode 70 übergehen, und es gelangt, wie
dies im vorstehenden ausgeführt wurde, eine Signalspannung auf die Entladungsröhre
74, welche dadurch leitend wird und die Spannung zwischen der Anode 63 und der Kathode
66 vergrößert, so daß die Entladung von der Kathode 70 auf die Kathode 66 übergeht,
wonach die zeitliche Aufeinanderfolge der verschiedenen Arbeitstakte sich wiederholt:
Jeder Vorwählschalter hat eine bestimmte Anzahl von Kontakten 131, die mit den verschiedenen
Kathoden 1 bis 10 der Zeitgeberröhre 12 verbunden sind. Die hierzu erforderlichen
Leitungen sind in den Zeichnungenweggelassen.Es werden vierzigLeitungen benötigt,
um die zehn Kontakte jedes Vorwählschalters mit den Kathoden der Zeitgeberröhre
12 zu verbinden. Jeder Vorwählschalter hat einen Kontaktarm 132, der entsprechend
der Zahl der gewünschten elektrischen Impulse, welche durch die Zeitgeberröhre 12
gezählt werden sollen, mit einem bestimmten Kontakt der Kontakte 131 verbunden werden
kann.
-
Die Gleichspannungsquelle 134 liefert die Betriebsspannung für die
Entladungsröhren 84, 93, 100 und 108. Ihr positiver Pol ist über die Leitung 15;
die Kontakte 131 und die Kontaktarme 132 mit den Anoden 135 der Entladungsröhren
84, 93, 100 und 108 verbunden. Der negative Pol der Spannungsquelle 134 ist
über die Leitung 136 mit der Leitung 120 verbunden, die ihrerseits mit den
Kathoden 121
bis 124 der Entladungsröhren 84, 93, 100; 108 in Verbindung steht.
-
Wie bereits in der Beschreibungseinleitung dargelegt, kann die Dauer
der dort angegebenen vier Arbeitstakte durch die beschriebene Schaltung festgelegt
werden. Jeder dieser vier Arbeitstakte wird durch die Vorwählschalter eingestellt,
und zwar a) die Einspann zeit durch den Vorwählschalter 126, b) die Schweißzeit
durch den Vorwählschalter 127, c) die Wartezeit durch den Vorwählschalter 128, d)
die Schweißpause durch den Vorwählschalter 130. Es sei angenommen, daß die Schweißpause
mit der Erzeugung eines Impulses durch die letzte Kathode 1 der Zählröhre 12 beendet
ist. Der Kopplungstransformator 45 überträgt diesen Impuls auf den Arbeitstaktzähler,
so daß die Kathode 70 erregt wird und ein neuer Arbeitstaktzyklus einsetzt, indem
die Entladung auf die Kathode 66 der Arbeitstaktzählröhre 62 übertragen wird und
in der beschriebenen Weise die Entladungsröhre 84 leitend wird, so daß der Vorwählschalter
126 die Zeitgeberröhre 12 auf die Laufdauer des Arbeitstaktes »Einspannen« einstellt.
-
Als Beispiel ist der Kontaktarm 132 des Vorwählschalters 126 auf den
Kontakt 6 gestellt. Dieser Kontakt ist mit der Kathode 6 der Zeitgeberröhre 12 verbunden.
Der oben angegebene Schaltvorgang findet statt, unmittelbar nachdem die Entladung
der Kathode 1 der Zeitgeberröhre 12 eingesetzt hat. Gelangt nun ein darauffolgender
Impuls von der Wechselspannungsquelle an die Zeitgeberröhre 12, so verläßt die Entladung
die Kathode 1 und geht auf die vorgewählte Kathode 6 über. Der folgende Impuls,
der auf die Zeitgeberröhre gelangt, läßt die Entladung von der Kathode 6 auf die
Kathode 5 übergehen usf. Im ganzen werden sechs Impulse gezählt, die nacheinander
die Erregung der Kathoden bewirken, bis die Kathode 1 von neuem erreicht ist. Ein
weiterer elektrischer Impuls wird darauf über den Kopplungstransformator 45 zu dem
Arbeitstaktzähler geleitet, der die Kathode 67 erregt und damit die Entladungsröhre
93 leitend macht. Der Kontaktarm 132 des Vorwählschalters 127 steht auf dem Kontakt
8, der mit der Kathode 8 der Zeitgeberröhre 12 verbunden ist. Wenn die Entladung
die Kathode 1 verläßt, springt sie also auf die Kathode B. Während der Schweißzeit
müssen also nacheinander acht Kathoden erregt werden, was acht Impulse von der Wechselspannungsquelle
benötigt. Die »Wartezeit« folgt anschließend an die Schweißzeit, wenn die Leitfähigkeit
von der Entladungsröhre 93 auf die Röhre 100 übergeht, und nach dem Ablauf dieser
Periode folgt die Schweißpause, wonach sich der ganze Zyklus wiederholt; solange
der Schalter 75 nicht geöffnet wird.
-
Die Schaltung nach den Fig. 1 und 1 a zeigt Möglichkeiten zur Ausschaltung
des Zeitgeberimpulsschrittschaltwerks oder des Arbeitstaktschrittschalt-Werkes oder
beider. Wie beschrieben, wiederholen sich die Arbeitstaktzyklen, solange der Schalter
75 geschlossen bleibt. Wenn der Schalter geöffnet wird, überträgt die Entladungsröhre
74 nicht mehr die Entladung von der Kathode 70 auf die Kathode 66. Die Arbeitstaktzählröhre
62 bleibt also in der Stellung »Schweißpause« stehen. Da trotzdem weiter Impulse
von der Wechselstromquelle auf die Zeitgeberröhre 12 gelangen, geht dort die Entladung
von Kathode zu Kathode entsprechend der Einstellung des Schalters 130 für die Schweißpause
weiter und
wiederholt sich laufend. Wird nun der Schalter 75 wieder
geschlossen, so ist man nicht sicher, daß eine vollständige Periode der Schweißpause
gezählt wurde, bevor die Periode »Einspannen« beginnt.
-
Die zweite Art der Ausschaltung erfolgt mittels der Entladungsröhre
32 und der Leitung 138, welche die Kathode 35 dieser Röhre mit dem positiven Ende
des Widerstandes 102 verbindet. über die Leitung 15 ist das Gitter 38 dieser Röhre
mit dem negativen Ende des Widerstandes 102 verbunden. Wenn man bei geschlossenem
Schalter 75 den Schalter 33 öffnet, arbeiten die Zeitgeberröhre 12 und die Arbeitstaktzählröhre
62 weiter, bis die Kathode 69 gezündet hat, worauf ein positiver Impuls an die Kathode
35 der Röhre 32 gelangt und sie nicht leitend macht. Damit hört die Lieferung von
Impulsen zur Zeitgeberröhre 12 auf. Wenn der Schalter 33 von neuem geschlossen wird,
so zählt die Zeitgeberröhre die Impulse einer kompletten Schweißpause ab, bevor
die Einspannperiode beginnt.
-
Fig. 2 zeigt den Verlauf der Spannung 140, die an dem Widerstand 86
auftritt. Einen entsprechenden Verlauf hat die Spannung an den Widerständen 94 und
102. Diese Spannungen können zur Steuerung einer Maschine dienen, die man in Abhängigkeit
von der Zeit steuern will, beispielsweise einer Schweißmaschine.
-
Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel können Arbeitstakte mit einer
Dauer von einer bis zu zehn Perioden der Wechselspannungsquelle eingestellt werden.
Durch Anfügen einer weiteren Dekadenzählröhre kann man die einzustellenden Zeitintervalle
bis auf die Dauer von hundert Perioden erweitern.
-
Fig. 3 zeigt den Verlauf und die Aufeinanderfolge von Spannungsimpulsen,
wie sie an verschiedenen Elementen des Zeitgebers und des Arbeitstaktzählers auftreten.
Es wurde schon ausgeführt, daß bei Erregung der Kathode 1 der Zeitgeberröhre 12,
d. h. der letzten Kathode der Zeitgeberröhre, ein Impuls auf den Arbeitstaktzähler
gegeben wird, der dort die Entladung von einer Kathode auf die folgende Kathode
übergehen läßt und die Zuführung eines Spannungsimpulses zu der Röhre eines Vorwählers
veranlaßt, die die Entladung in der Zeitgeberröhre 12 von der letzten Kathode 1
auf irgendeine Kathode, die an dem Vorwähler eingestellt wurde, überträgt.
-
Fig.3 stellt diesen Vorgang graphisch dar. Ein elektrischer Impuls
des Transformators 30, der an die Zeitgeberröhre 12 über die Klemmen A und
B gelangt, habe die Form einer sinusförmigen Welle. Die sinusförmige Spannung
141 erscheint an den Leitelektroden 16 kurze Zeit nach der Zündung etwa der Kathode
1. In dem Zeitpunkt 142 verläßt die Entladung die Kathode 1 und geht auf die in
Fig. 1 a rechts neben ihr liegende Leitelektrode 16 über. Der Übergang auf die Leitelektrode
17 findet im Zeitpunkt 143 statt, nachdem die sinusförmige Spannung 144 an der Leitelektrode
17 eine gewisse Höhe überschritten hat. Die Phase der Spannungswelle 144 ist, bezogen
zur Welle 141, infolge der Phasenschieberschaltung 22 verzögert. Im Zeitpunkt 145
verläßt die Entladung die Leitelektrode 17 und geht auf die Kathode 9 über. Bei
der folgenden Spannungswelle geht sie in gleicher Weise auf die Kathode 8 über und
so fort. Wenn die Kathode 1 gezündet hat, gelangt ferner je ein Impuls an die Klemmen
60 und 61 des Arbeitstaktzählers. Diese Impulse treten infolge der Phasenschieberschaltung
55 zu verschiedenen Zeiten auf. Der Zacken 146 zeigt den Spannungsimpuls, der an
der Klemme 60, und der Zacken 147 den Spannungsimpuls, der an der Klemme 61 auftritt.
Diese Spannungsimpulse übertragen etwa die Entladung von der Kathode 67 auf die
Kathode 68. Nachdem die Kathode 68 gezündet hat, erzeugt die an ihrem Widerstand
94 auftretende Spannung einen Spannungsimpuls in der Sekundärspule des Transformators
96. Dieser Impuls hat eine beträchtliche Amplitude und ist von kurzer Dauer, wie
dies aus der Zacke 148 (Fig. 3) ersichtlich ist. Er kann als »Rückstellimpuls« bezeichnet
werden, da er ja die Rückstellung eines Zeitvorwählers 100, 128 auf Null bewirkt.
Aus Fig. 3 ist erkennbar, daß der Zeitvorwähler auf Null zurückgestellt wird, bevor
die Entladung die Leitelektrode 17 verläßt. Infolgedessen wird die Entladung auf
irgendeine Kathode der Zeitgeberröhre 12 gegeben, die vorher durch den speziellen
Vorwählschalter ausgewählt wurde.
-
Bei der Schaltung nach Fig. 4 die im wesentlichen mit der nach den
Fig. 1 und 1 a übereinstimmt, dient die gasgefüllte Röhre 350 und der Schalter 351
zur Ein- und Ausschaltung der Zeitsteuerung. Diese Ein-und Ausschaltung ist in ihrem
Aufbau einfach und ergänzt die Arbeit der gittergesteuerten Röhre 308 in wünschenswerter
Weise.
-
Das Zeitgeberimpulsschrittschaltwerk 212 und das Arbeitstaktschrittschaltwerk
262 entsprechen beide in bezug auf ihre Konstruktion und ihre Wirkungsweise den
Schrittschaltwerken 12 und 62 der Fig. 1 und 1 a. Sie sind auch durch analoge Kopplungen
miteinander verbunden, nämlich über einen Transformator 245 und eine Vakuumröhre
250, die die Impulse der Kathode 1 des Zeitgebers 212 auf den Arbeitstaktzähler
262 übertragen. Die Vorwählröhren 284, 293, 300 und 308 sowie die ihnen zugeordneten
Vorwählschalter 326, 327, 328, 330 sind gleich denen, die in Fig. 1 dargestellt
und beschrieben sind. Leitungen 283, 291, 292 und 306 verbinden die Gitter der Vorwählröhren
mit den verschiedenen Transformatoren des Arbeitstaktzählers 262. Die Bezugszeichen
der analogen Schaltmittel unterscheiden sich von denen der Fig. 1 bzw. 1 a lediglich
durch Vorsetzen der Ziffer 2 bzw. 3.
-
Der einzige Unterschied zwischen der Schaltung nach Fig. 4 gegenüber
der Schaltung nach den Fig. 1 und 1 a liegt in der Wirkungsweise der Ein- und Ausschaltung,
die bei der Ausführungsform nach Fig. 4 dadurch erfolgt, daß man den Schalter 351
schließt oder öffnet. Ist die Zeitsteuerungsschaltung nach Fig. 4 in Tätigkeit und
wird der Schalter 351 geschlossen, so arbeitet sie so lange fort, bis die Entladung
von der Kathode 68 auf die Kathode 69 des Arbeitstaktzählers 262 übergegangen ist.
Der Rückstellimpuls, der dann durch die Leitung 306 auf das Gitter 307 der Entladungsröhre
308 übertragen wird, macht dann momentan diese Entladungsröhre leitfähig. Wenn der
Schalter 351 geschlossen ist, wird gleichzeitig die gasgefüllte Entladungsröhre
350 leitend. Diese Röhre 350 bleibt nun so lange leitend, bis der Schalter 351 geöffnet
wird. Das Gittersteuer 352 dieser Röhre ist nur bis zum Augenblick der Zündung wirksam.
Wenn die Röhre jedoch erst einmal gezündet hat, hört die Wirksamkeit des Steuergitters
auf und der durch die Röhre fließende Strom kann nur durch Abschalten, nicht aber
durch das Steuergitter unterbrochen werden: Solange die gasgefüllte Röhre 350 in
leitendem Zustand ist, bleibt die Entladung bei der Kathode der Zeitgeberröhre,
die am
Vorwählschalter 330 eingestellt wurde, stehen. Wenn der Schalter
351 geöffnet wird, kommt der Zeitgeber wieder in Gang und beginnt mit einer vollständigen
Zählung der Impulse der »Schweißpause«, bevor der Arbeitstakt »Einspannen« beginnt.