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Anordnung zum Einstellen und Prüfen von Serien von Elektrizitätszählern
Elektrizitätszähler müssen bekanntlich, wenn sie aus der Fertigung kommen, ein Einstell-
bzw. Prüffeld durchlaufen, bevor sie zum Einsatz gelangen. Im Prüffeld werden sie
zunächst bei verschiedenen Betriebsbedingungen so eingestellt, daß die Meßwertanzeige
innerhalb bestimmter Fehlergrenzen bleibt.
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Nach der Einstellung werden die Zähler dann noch einer Dauerprüfung
unterzogen.
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Die Einstellung der Zähler erfolgt im allgemeinen auf einem Prüfstand,
auf dem eine bestimmte Anzahl von Zählern nebeneinander aufgehängt ist. Die Prüflinge
erfahren zunächst eine Voreinstellung, bei der sie bei cos 0 auf Stillstand gebracht
werden, was dadurch geschieht, daß die in den Zählern vorhandene Phasenabgleichsschleife
verstellt wird. Bei dieser Voreinstellung ist der Prüfstand so eingestellt, daß
Strom und Spannung in ihrer Phase um 900 gegen-- einander verschoben sind. Anschließend
werden die Prüflinge unter Nennlast betrieben und mit einem Normalzähler verglichen.
Die Nennlasteinstellung erfolgt bei cos qc = 1 und cos g = 0,5, wobei im ersten
Fall das Bremsmoment durch Schwenken des Magneten und im zweiten Fall der Phasenabgleich
durch Verstellung der Abgleichsschleife verändert wird.
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Der Prüfstand, der nach der Voreinstellung für die Nennlasteinstellung
umgestellt werden mußte, wird für die nachfolgende 5 °/e-Lastpunkteinstellung, die
ebenfalls durch Vergleich mit dem Normalzähler erfolgt, erneut umgeschaltet. Die
letztgenannte Einstellung erfolgt durch Verstellen eines Kleinlastregelorgans, wodurch
aber eine Rückwirkung auf die Nennlasteinsteilung erfolgt, so daß die Nennlasteinstellung
und wiederum auch die 5°/o-LasteinsteHlung nochmals korrigiert werden müssen. Schließlich
ist auch noch eine Anlauf- und Leerlaufeinstellung erforderlich, für die eine abermalige
Umschaltung des Prüfstandes erfolgt. Bei der Leerlaufeinstellung werden die Zähler
im stromlosen Zustand bei einer Spannung von 110°/o der Nennspannung auf Stillstand
eingeregelt, während bei der Anlaufeinstellung dafür gesorgt wird, daß die Zähler
bei 0,5 O/o, der Nennlast gerade zu laufen beginnen. Die Anlauf- und Leerlaufeinstellung
erfolgt durch Verstellung der Hemmeinrichtung der Zähler, die vielfach aus einem
am Spannungssystem angebrachten, auf ein am Läufer befindliches Häkchen einwirkenden
Bügel besteht. Es wird also ein Universalprüfstand verwendet, der alle Prüfmöglichkeiten
in sich vereinigt.
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Die bei der bekannten Prüf- und Einstellmethode benutzten Anordnungen
sind nun insofern nachteilig, als Geräte, die bei dem jeweils laufenden Einstellvorgang
nicht benötigt werden, totliegen. So wird bei-
spielsweise der Kleinlastwandler bei
der Nennlasteinstellung und umgekehrt der Nennlastwandler bei der Kleinlasteinstellung
nicht benötigt. Auch der Normalzähler läuft nur bei Nennlast- und Kleinlasteinstellung;
bei der Voreinstellung und bei der Anlauf- und Leerlaufeinstellung hingegen ist
er abgeschaltet. Abgesehen davon sind die benötigten Prüf- und Einstellzeiten bei
der bekannten Anordnung auch zu lang, was darauf zurückzuführen ist, daß die Prüfperson
auf Grund gedächtnismäßiger Unzulänglichkeiten nicht in der Lage ist, alle vorgenommenen
Einstellungen bei dem jeweils auf dem Stand befindlichen Zählern zu behalten. Es
müssen daher zwangläufig sich ergebende Fehleinstellungen nachträglich wieder berichtigt
werden, was selbstverständlich mit erheblichen Zeitverlusten verbunden ist. Die
angeführten Mängel werden aber auch nicht mit einer bekannten Anordnung beseitigt,
bei der die Zähler in Rahmenanordnungen aufgehängt sind, die nach Art eines Paternosters
bewegt werden. Es wird dadurch zwar die Aufhängung bescheunigt, jedoch bleiben die
anderen Nachteile bestehen.
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Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Einstellen und Prüfen von
Serien von Elektrizitätszählern, bei der die Prüflinge mit den Einstell- und Prüfpunkten
entsprechenden Belastungsströmen bei vorgebenen cos werten beaufschlagt sind und
durch Abtasten der Zälerscheiben gewonnene Impulse zu Vergleichszwecken mit einem
Normal dienen. Erfindungsgemäß wird eine erhebliche Beschleunigung dadurch erreicht,
daß eine Mehrzahl von durch je eine Bedienungsperson
zu bedienenden
Einstellständen vorgesehen ist, die unter Gewährleistung eines möglichst zeitsparenden
und schonenden Weitertransports des Prüflings von Stand zu Stand entsprechend der
Reihenfolge der vorzunehmenden Einstellungen und Prüfungen angeordnet sind, von
denen jeder Mittel enthält, die das Einstellen und Prüfen nur eines Teiles der gesamten
Einstell- und Prüfpunkte ermöglichen. Durch die Erfindung wird also- die Zahl der
von der Prüfperson vorzunehmenden Handgriffe so weit herabgesetzt, daß Fehleinstellungen
vermieden werden. Durch die geringe Zahl der vorzunehmenden Einstellungen ist die
Prüfperson in der Lage, die jeweils vorgenommene Einstellung bis zur nächsten Einstellung
im Gedächtnis zu behalten. Die einzelnen Stände können mit geringerem Aufwand erstellt
werden, da sie nur für die betreffende Prüfung ausgelegt zu sein brauchen.
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Es ergibt sich somit zwangläufig eine bessere Ausnutzung der erforderlichen
Geräte. Durch die Erfindung wird somit eine Arbeitsteilung für Mensch und Maschine
geschaffen, die eine rationelle Arbeit ermöglicht. Zweckmäßigerweise werden für
die Einstellung und Prüfung beispielsweise für Wechselstromzähler vier Einstellstände
verwendet, von denen der erste zur Voreinstellung, d. h. zur Stillstandeinstellung
bei cos = 0, der zweite, auf dem auch die Grenzlastprüfung vorgenommen werden kann,
für die Einstellung des Nennlastpunktes bei cos f = 1 und cos 9 = 0,5 vorgesehen
ist, auf dem dritten die Einstellung des 5°/o-Lastpunktes vorgenommen wird und auf
dem vierten die Anlauf- und Leerlaufeinstellung erfolgt. Auf dem ersten Stand wird
zweckmäßigerweise auch die Voreinstellung des 5°/o-Lastpunktes durch Herstellung
eines durch einen vorgegebenen Rückstrom kompensierten Spannungsvortriebes vorgenommen.
Auf den einzelnen Ständen werden der jeweilig benötigten Einstellzeit entsprechend
mehrere Zähler gleichzeitig aufgesetzt, so daß beispielsweise auf den ersten beiden
Ständen jeweils immer ein Zähler, auf dem dritten Stand vier bis sieben Zähler und
auf dem vierten Stand fünfzehn bis zwanzig Zähler montiert sind.
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Die Zahl der Zähler ist so bemessen, daß die betreffende Person, die
an dem Stand tätig ist, immer zu tun hat.
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Durch die erfindungsgemäße Anordnung wird nicht nur eine bessere
Ausnutzung der einzelnen Prüfstände erreicht, sondern es wird auch eine größere
Genauigkeit der Einstellung erzielt, da die an den Einstellständen arbeitenden Personen
wesentlich weniger Arbeitsgänge als bei dem bekannten Prüfverfahren durchzuführen
haben. Das Personal kann zumindest an den ersten drei Ständen die Einstellung sitzend
ausführen, so daß die Arbeit weniger ermüdend als an den bekannten Prüfständen ist,
bei denen die Einstelltätigkeit zwangläufig stehend ausgeführt wurde, wobei die
betreffende Person von Zähler zu Zähler wandern mußte. Die Genauigkeit der Einstellung
wird auch noch dadurch gesteigert, daß die benötigten Normalzähler ständig in Betrieb
sind. Für die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens benutzten Prüfstände
ist auch der Platzbedarf wesentlich geringer als für die bei dem bekannten Verfahren
verwendeten Stände, da wegen der Vollausnutzung aller Geräte Totraum fortfällt.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß die Einstellung
wesentlich schneller vor sich geht, denn einmal fallen Umschaltzeiten - fort, und
zum anderen Male kann das
Personal die erforderlichen Handgriffe an ein und demselben
Platz vornehmen, so daß die Zeit, die bei dem bekannten Verfahren für die Wege von
Zähler zu Zähler benötigt wurde, eingespart wird. Eine Zeiteinsparung wird auch
durch Verwendung von Schnellsteckeinrichtungen erzielt, durch die die Anschlußzeit
der Zähler auf den einzelnen Ständen abgekürzt wird. Wesentlich für die Beschleunigung
der Einstellung ist auch die Tatsache, daß auf den einzelnen Ständen Kurzzeitprüfgeräte
verwendet werden.
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Die Nennlasteinstellung kann mit einem Omega-Gerät, stroboskopisch
oder mit Hilfe von Zählgeräten erfolgen, so daß höchstens eine Zählerläuferumdrehung
abgewartet zu werden braucht. Für die 5°/o-Lasteinstellung werden zweckmäßigerweise
Zählgeräte benutzt. Sehr günstig wirkt sich auch aus, daß die einzelnen Einstellstände
mit wesentlich besseren Ableseeinrichtungen als die Aufhängestellen der Zähler an
den bekannten Prüfständen ausgerüstet werden können. So sind beispielsweise die
einzelnen Stände mit optischen Einrichtungen ausgerüstet, mit deren Hilfe ein vergrößertes,
besser zu beobachtendes Läuferscheibenabbild auf einen Beobachtungsschirm aus Mattglas
projiziert wird.