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Behälter nach Art von Kapseln, Anhängern od. dgl.
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Zusatz zum Patent 1050 580
Die Erfindung betrifft die
vorteilhafte Ausbildung eines Behälters nach Art von Kapseln, Anhängern od. dgl.
für die allseitig sichtbare Aufnahme beliebiger Ziergegenstände, die zwischen zwei
oder mehr einander paarweise zugeordnete Behälterteile aus durchsichtigem oder durchscheinendem,
thermoplastischem Werkstoff eingelegt sind, wobei die Umfangsränder der Behälterteile
mittels eines ebenfalls durchsichtigen oder durchscheinenden Verbindungsmittels
miteinander verbunden sind, nach Patent 1050580. Diese Behälterausbildung
soll vor allen Dingen dann Verwendung finden, wenn bestimmte, nicht allzu hitzeempfindliche
Arten von Schmuckeinlagen und Flächenmusterungen aufgenommen werden sollen.
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Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß ergänzend zu dem
wesentlichen Vorschlag des Hauptpatents, nach welchem die Behälterteile an ihren
Umfangsrändern mittels eines im Spritzgußverfahren angebrachten, ununterbrochenen
Ringes oder Wulstes aus einem durchsichtigen oder durchscheinenden thermoplastischen
Kunststoff umgeben und luftdicht miteinander verbunden sind, wenn insbesondere auch
gegen höhere Temperaturen hochempfindliche Ziergegenständc, z. B. Blumen und Insekten
oder auch bildliche Darstellungen, eingeschlossen werden sollen, nunmehr der zugleich
das Verbindungsmittel bildende eine Behälterteil als Deckelteil auf die zugeordnete
Oberfläche des anderen, als Grundteil dienenden Behälterteiles im Spritzgußverfahren
aufgesetzt ist und damit homogen verbunden ist, wobei diese, unlösbare Verbindung
sich vom Außenumfang der Behälterteile aus bis an die eingelegten Ziergegenstände
heran erstreckt.
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Hierdurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, einen Behälter für
die Aufnahme von räumlichen Gegenständen oder auch flächigen Farb- bzw. Lackdarstellungen
als Massenware einfach und preiswert herstellen- zu können, soweit die Art und Ausbildung
der genannt-en Gegenstände bzw. die Farben oder Lacke, Spritztemperaturen von thermoplastischen
Kunststoffen mit etwa 200'C ohne jede Beschädigungen ertragen können.
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Ein derartiger Kunststoffbehälter weist ferner den Vorteil auf, daß
bei vollkommener Durchsichtigkeit des homogenen Behälters der eingeschlossene Gegenstand
bzw. Lack- oder Farbauftrag »schwebend« erscheint, ohne daß irg gendwelche störende
Trübungen an den Verbindungsflächen oder Rändern beider Behälterteile auftreten.
Bei der Vereinigung der beiden Behälterteile verbindet sich der Deckelteil völlig
einteilig mit dem Grundteil, so daß die Oberfläche des Grundteiles, welche den aufzunehmenden
räumlichen Gegenstand oder den Farb- oder Lackauftrag aufnimmt und hält, nicht mehr
sichtbar ist.
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Der Behälter nach der Erfindung kann entwedcr aus einem einzigen Grundteil
mit einem zugehörigen Deckelteil bestehen oder aus einem einzigen Grundteil und
mehreren ihm zugeordneten Deckelteilen. Weiterhin können mehrere Grundteile durch
einen einzigen Deckelteil abgeschlossen und miteinander vereinigt werden.
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Bei den bekannten Behälterausbildungen, sofern dieselben aus zwei
ursprünglich getrennten Behälterteilen bestehen, ist entweder kein luftdichter Abschluß
an den Außenrändern dieser Behälterteile durch ein Spritzgußverfahren vorgesehen,
oder aber es liegt der Nachteil vor, daß die aufeinanderliegenden Berührungsflächen
der Behälterteile sichtbar bleiben; soweit es bekannt ist, auf der Rückseite einer
Kunststoffplatte einen ebenfalls plattenartigen Gegenstand aufzubringen und festzuhalten,
wird keine abschließende Gegenplatte verwendet. Ein weiterer bekannter Vorschlag
betrifft die Ausbildung einer Bürste, bei der die vom Bürstenkörper frei abstehenden
Borstenbündel durch die Vereinigung von zwei Kunststoffteilen für den Bürstenkörper
noch fest verankert werden sollen.
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Der längstbekannte Vorschlag, Ziergegenstände in einen einstückigen
Kunststoffblock einzubetten, hat den Nachteil, daß hierbei kalt gießbares Polyesterharz
zur Anwendung kommt, so daß nicht nur ein teures und umständliches., sondern vor
allen Dingen auch
zeitraubendes Herstellungsverfahren vorliegt und
außerdem die Schrumpfung derartiger Kunststoffblöcke berücksichtigt werden muß.
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Ein Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Kunststoffbehälter
wird in Form eines Anhängers an Hand schematischer Zeichnungen erläutert. Es zeigt
Fig. 1 die Vorderansicht eines runden Behälters aus spritzbarem, durchsichtigem,
thermoplastischein Kunststoff, der einen räumlichen Gegenstand in Form eines Sterns
aufnimmt, Fig. 2 eine Seitenansicht, Fig. 3 eine, erste Spritzform zur Herstellung
des Behältergrundteiles und Fig. 4 eine zweite Spritzforin zur Aufbringung des dem
Grundteil zugeordneten Deckelteiles des Behälters.
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Der kreisrunde, als schmale Scheibe ausgebildete Anhänger 12 besteht
einstückig aus einem spritzbaren, thermoplastischen Kunststoff und ist vorzugsweise
völlig glasklar und durchsichtig, so daß ein in diesem Anhänger 12 eingeschlossener,
räumlicher Ziergegenstand 4 oder eine flächige Bilddarstellung oder Musterung in
Form eines hitzebeständigen Farb-oder Lackauftrages allseitig sichtbar aufgenommen
ist. Der jeweils eingeschlossene Gegenstand 4 wird innerhalb des durchsichtigen
Anhängers 12 »schwebend« gehalten. Für die Anbringung des Anhängers 12 an einer
Kette od. dgl. ist in Randnähe 5 eine Bohrung 16 für eine öse
6 od. dgl. vorgesehen.
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Der Anhänger 12 besteht aus einem Grundteil 1
mit zugeordnetem
Deckelteil 2 aus einem gleichartigen Werkstoff.
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Die Besonderheit des erfindungsgemüßen, Anhängers 12 beruht darin,
diese beiden Behälterteile 1, 2 so miteinander zu vereinigen, daß die Verbindungsfläche
3 beim fertigen Anhänger 12 nicht inehr sichtbar ist.
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Zunächst wird der Grundteil 1 des Anhängers 12 in einer ersten
Spritzforrn in üblicher Weise hergestellt. Hierfür weist der Unterteil
8 dieser Spritzform. eine Vertiefung auf, welche der Außenseite des Grundteiles
1 entspricht, während der gegenüberliegende Oberteil 7 eine ebene
Abschlußfläche aufweist, so daß eine entsprechend ebene Oberfläche 3
des Grundteiles
hergestellt wird.
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Soll der Anhänger 12 einen räumlichen Gegenstand 4 aufnehmen, dann
wird am Oberteil 7 der ersten Spritzforin ein Modell dieses Gegenstandes
befestigt, so daß dieses Modell vollständig oder teilweise in die Vertiefung des
Unterteiles 8 hinein vorsteht. Nach dem Auseinandernehmen der Formteile
7
und 8 kann ein Grundteil 1 aus dern Unterteil 8 herausgehoben
werden, welcher mit einer Ausnehmung an der Oberfläche 3 versehen ist, die
der Oberfläche an der einen Seite des aufzunehmenden Gegenstandes 4 genau entspricht.
Der Spritzformunterteil 8
ist mit einem erhöhten spitzen Ansatz
15 versehen, so daß sich im Grundteil 1 eine entsprechende Einkerbung
bildet, die als Zentrierung für das spätere Einsetzen einer öse 6 Verwendung
findet. Der beim Spritzen entstandene Anguß 9 wird entfernt, so daß nunmehr
der Grundteil 1 für die Anbringung des zugehörigen Deckelteiles 2 fertiggestellt
ist. Der Grundteil 1 wird nach Einlegen des räumlichen Gegenstandes 4 in
die entsprechende Ausnehmung der Oberfläche 3 bzw. nach dem Farb- oder Lackauftrag
der bildlichen Darstellung oder Musteiung in eine Aussparung des Unterteiles 11
einer zweiten Spritzform eingelegt (Fig.4), clie durch den Oberteil 10 vervollständigt
wird. Im Oberteil 10 der zweiten Spritzform ist eine Ausnehrnung angeordnet,
welche dem Umriß und Rauminhalt des herzustellenden Deckelteiles 2 entspricht und
welche der Oberfläche 3 des Grundteiles 1 gegenüberliegt. Nach dem
Schließen der Form wird durch die Trichteröffnung 13 thermoplastischer Kunststoff
eingespritzt. Hierbei bildet sich der dem Grundteil 1 zugehörige Deckelteil
2. An der g gemeinsamen Oberfläche 3 der beiden Anhängerteile 1 und
2 tritt eine innige Verbindung ein, ohne daß diese Oberfläche sichtbar bleibt. Nach
dem Auseinandernehmen der zweiten Spritzfonn und nach dem Entfernen des Angusses
ist der Anhänger 12 gebrauchsfertig. Hierbei bleibt ein einzuschließender, räumlicher
Gegenstand 4 in der jeweils gewünschten Lage unverschiebbar gehalten, wenn
- wie vorstehend erwähnt - der Grundteil 1 eine entsprechende
Ausnehmung erhalten hat.
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Falls gewünscht, kann ebenso wie am Grundteil 1
auch am Deckelteil
2 eine Einkerbung ausgebildet werden, wenn der Oberteil 10 der zweiten Spritzform
einen entsprechenden spitzen Vorsprung 14 aufweist.
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Die Bohrung 16 für die öse 6 wird unter Verwendung der
Einkerbung ,en 14, 15 hergestellt. Ein ösenartiger Ansatz kann auch bereits in der
zweit-en Form 10, 11 mit angespritzt werden, wobei dieser Ansatz gegebenenfalls
auch eine versteifende Einlage, z. B. aus Metall, aufweisen kann.
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Der Werkstoff für Grundteil 1 und Deckelteil 2 kann unterschiedliche
Färbung aufweisen, um damit besondere Schmuckeffekte des eingeschlossenen Gegenstandes
oder der bildlichen Darstellung oder Musterung zu erzielen.