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DE1128841B - Verfahren zur Herstellung von kristallinem Borphosphid der Zusammensetzung B P bis B P - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von kristallinem Borphosphid der Zusammensetzung B P bis B P

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Publication number
DE1128841B
DE1128841B DEM43668A DEM0043668A DE1128841B DE 1128841 B DE1128841 B DE 1128841B DE M43668 A DEM43668 A DE M43668A DE M0043668 A DEM0043668 A DE M0043668A DE 1128841 B DE1128841 B DE 1128841B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
boron
boron phosphide
phosphorus
crystalline
phosphide
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEM43668A
Other languages
English (en)
Inventor
Bernard Abraham Gruber
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Monsanto Chemicals Ltd
Original Assignee
Monsanto Chemicals Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Monsanto Chemicals Ltd filed Critical Monsanto Chemicals Ltd
Publication of DE1128841B publication Critical patent/DE1128841B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B25/00Phosphorus; Compounds thereof
    • C01B25/06Hydrogen phosphides

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Ceramic Products (AREA)
  • Compositions Of Oxide Ceramics (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von kristallinem Borphosphid der Zusammensetzung B. P bis B7 P Die Erfindung bezieht sich auf eine neue Form von Borphosphid der Zusammensetzung B5 P bis B7 P, insbesondere mit der angenäherten Formel B6 P, welches ein kristallines, hartes, thermisch stabiles und chemisch inertes Material darstellt. Die Erfindung bezweckt unter anderem, eine hoch schleifwirksame und chemisch resistente Form dieses Borphosphids zu schaffen, das auch in Form von körnigen, kristallinen Teilchen; die für die Verwendung als Halbleitermaterial geeignet sind, hergestellt werden kann. Ein weiterer Zweck der Erfindung ist die Schaffung von harten Schleifprodukten und geformten Gebilden, beispielsweise hitzebeständigenGegenständen, chemischen Apparaturen, Turbinenschaufeln und Düsen- und Raketenteilen aus der neuen Form von Borphosphid.
  • Die genannten Borphosphide werden gemäß der Erfindung dadurch hergestellt, daß man a) Bor und Phosphor im erforderlichen Verhältnis bei 800 bis 1947° C, besonders 1000 bis 1600° C, aufeinander einwirken läßt oder b) Bor bzw. Phosphor bei den zur Borphosphidbildung erforderlichen Temperaturen entwickelnde Verbindungen bei den unter a) angegebenen Temperaturen aufeinander einwirken läßt und das erhaltene Produkt aus dem Reaktionsgemisch abbrennt oder c) Borphosphid der Zusammensetzung B P allein oder d) Borphosphid der Zusammensetzung BP und die zur Bildung des höheren Phosphids erforderliche Bormenge oder e) Borhalogenid mit Phosphor oder Phosphorhalogeniden in Gegenwart von Wasserstoff im erforderlichen Verhältnis oder f) Bor und Phosphin im erforderlichen Verhältnis auf die unter a) angegebenen Temperaturen erhitzt.
  • Ein bevorzugtes Material ist die stöchiometrische Verbindung der Formel B., P.
  • Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird eine Phopshorverbindung, z. B. Eisenphosphor oder rohes Phosphaterz, zusammen mit elementarem Bor, rohem Borax oder einer anderen Borverbindung in Gegenwart eines Reduktionsmittels, wie Kohlenstoff, umgesetzt. Bei dieser Arbeitsweise wird die Reaktion in einem anorganischen Medium durchgeführt, das im geschmolzenen Zustand in dem Temperaturbereich von 800 bis 1947° C gehalten wird. Beispiele geeigneter Medien sind geschmolzenes Aluminium, Magnesium, Kupfer, Titan, Chrom, Mangan, Vanadium, Zirkon, Molybdän, Tantal, Thorium, Eisen, Nickel, Blei, Zinn, Antimon, Wismut und Zink. Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird eine Temperatur zwischen 1000 und 1600° C bei denjenigen Medien, welche in diesem Bereich flüssig sind, angewendet. Die rohen Phosphaterze können Apatit, ein Calciumphosphat, umfassen; als Borverbindung kommen neben Borax oder anderen Natriumverbindungen von Bor, Eisen-, Magnesium-, Aluminium-, Kupfer-, Titan-, Zirkon-und Vanadiumboride in Betracht. Es tritt eine Reaktion zwischen dem Phosphor und dem Bor ein, wobei sich z. B. die Verbindung B6 P ergibt.
  • Die Verbindung BE P, ebenso wie stöchiometrische und nicht stöchiometrische Borphosphide im Bereich von B.P bis B7 P, existieren, wie durch Röntgenstrahlenbeugungsanalyse festgestellt wurde, in kristalliner Form.
  • Das B5 P- bis B7 P-Produkt gemäß der Erfindung kann in makro- oder mikrokristalliner Form hergestellt werden. Die vorstehend beschriebene, anorganische Schmelzmethode hat den Vorteil, daß sich ein Produkt ergibt, welches im wesentlichen vollständig »Mikro«-Charakter hat (durch Abschrecken der Schmelze). Das anorganische Schmelzverfahren kann jedoch durch Anwendung von langen Haltezeiten modifiziert werden, so daß ein Makroprodukt erzeugt wird. Die Existenz von derartigen kleinen Kristalliten wird durch den Linienverbreiterungseffekt veranschaulicht, welcher bei der Röntgenstrahlenbeugungsanalyse der kristallinen Materialien im Bereich von B5 P bis B7 P beobachtet wird. Die mikrokristallinen Produkte werden vorteilhaft bei einer Anzahl von technischen Anwendungen zum Einsatz gebracht, beispielsweise als Schleifmittel. Es ist ein Vorteil der kristallinen Produkte und des erfindungsgemäßen Verfahrens zu ihrer Herstellung, daß sie als das primäre Produkt der Reaktion in einer sehr feinteiligen und harten Form erhalten werden. Nach den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen für die Herstellung von Verbindungen des Bereiches von B5 P bis B7 P und vorzugsweise B6 P können auch verschiedene Anteile der Verbindung B P erzeugt werden. Wenn jedoch die Zwischenverbindung B P während längerer Zeitdauer erhitzt wird, ist das Endprodukt in jedem Fall die bonreichere Verbindung, z. B. B6 P.
  • Die kristallinen Produkte des Bereiches von B5 P bis B7 P sind äußerst hart, und zwar noch härter als Achat, Quarz, Porzellan, gesintertes Wolframcarbid oder Siliciumcarbid und entsprechen einerMohrschen Härte zwischen 9,0 und 9,7. Die Produkte sind ferner gegenüber der Einwirkung von starken Mineralsäuren und sogar Königswasser äußerst widerstandsfähig. Die kristallinen Produkte haben im allgemeinen eine hellgraue Farbe, obwohl die Anwesenheit von Verunreinigungen sie dunkler machen kann, gegebenenfalls so weit, daß sich ein schwarzes Produkt ergibt. Die Produkte sind ferner durch einen ungewöhnlichen Widerstand gegenüber Oxydation, sogar bei so hohen Temperaturen wie 2000° C, gekennzeichnet. Das kristalline B6 P kann beispielsweise direkt der Flamme eines Acetylen-Sauerstoff-Brenners ohne ernstliche Beeinträchtigung unterworfen werden. Das Material B6 P ist ferner gut als Halbleiter, beispielsweise für die Herstellung von Gleichrichtern, geeignet. Die Halbleitereigenschaft zeigt sich an dem Energielückenwert des B6 P, welcher im Bereich wirksamer Halbleiter liegt.
  • Es ist ferner gefunden worden, daß die Verbindungen im Bereich von B5 P bis B7 P und insbesondere B6 P Dissoziationsdrücke von weniger als 100 #t bei 1200° C aufweisen. Dies weist auf einen hohen Grad von Stabilität bei erhöhten Temperaturen hin.
  • Fig. 1 veranschaulicht die Beziehung zwischen den verschiedenen Borphosphiden hinsichtlich der Bildung von Verbindungen im Bereich von B5 P bis B7 P; Fig. 2 veranschaulicht die Druck-Temperatur-Bedingungen, welche zur Bildung von Verbindungen in dem Bereich von B5 P bis B7 P führen.
  • Der Dissoziationsdruck der Verbindungen in dem Bereich von B.P bis B @P ist eine charakteristische Eigenschaft, welche diese bonreiche Gruppe von Verbindungen leicht von der elementaren Verbindung B P unterscheidet (vgl. Fig. 1). Fig. 1 zeigt die Beziehung zwischen Erhitzungszeit und Phosphorgehalt der Produkte, welche sich beim Erhitzen von B P ergeben. Der höchste Gehalt an Phosphor wird in B P gefunden, während das Endprodukt mit dem geringsten Phosphorgehalt im besonderen B, P oder allgemein Verbindungen von B5 P bis B7 P darstellt. Die beiden Kurven in Fig. 1 veranschaulichen die Wirkung der Erhitzung von B P bei einem Druck 100 #t bei verschiedenen Temperaturen. In jedem Fall ist das Endprodukt, wie sich an der asymptotischen Linie, die den beiden Kurven gemeinsam ist, zeigt, die Gruppe von Verbindungen im Bereich von B. P bis B7 P. Die Anwendung von Vakuum ist nicht unbedingt erforderlich; ein Arbeiten bei einem Druck von 100 Et macht es jedoch in jedem Fall leicht möglich, die neue Gruppe von Verbindungen zu erhalten. In Fig. 2 zeigen die geraden Linien XY und PQ die Beziehung zwischen dem Partialdruck (Phosphor) in der Reaktionszone im Verhältnis zur Temperatur. In Fig. 2 ist der Druck in einer logarithmischen Einteilung dargestellt, während die Temperatur in reziproken Kelvin.graden, [1/T(OK)] - 104, als gleichförmige Einteilung und ferner in nicht gleichförmiger Einteilung ° C wiedergegeben.
  • Fig.2 veranschaulicht den Bereich, welcher das Produkt B, P ergibt. Dies ist der Bereich mit einem Phosphordruck, welcher unterhalb der Linie PQ (Bereich P Q R S T, wobei R und Q Abschnitte auf der 1000 000-#t-Drucklinie sind) und vorzugsweise unterhalb der Linie XY (Bereich V W X Y) liegt. Die untere Grenze dieses Arbeitsbereiches ist der Druck von 1 u,. Es ist gefunden worden, daß bei dem breiterenÄrbeitsbereich gemäß derErfindung derBereich von Phosphordrücken unterhalb der Linie UV und mit der unteren Grenze von 1 u brauchbar ist. Dieser breitere Arbeitsbereich mit dem Temperaturbereich von 800 bis 1947° C ist als Bereich P Q R S T bezeichnet, während der bevorzugte Bereich mit dem Temperaturbereich von 1000 bis 1600° C als Bereich V W X Y bezeichnet ist.
  • Im allgemeinen liegt, wie Fig. 2 veranschaulicht, der Arbeitsdruck, welcher die Verbindung B(, P an Stelle von B P ergibt, in dem Bereich unterhalb der Linie PQ. So ergibt bei 1000° C ein Druck von 100 w B6 P (oder allgemein B5 P bis B7 P), während ein Druck von 1570 [, B P ergibt.
  • Die Härte von B6P als auch von Verbindungen des Bereiches von B.P bis B7P macht Produkte gemäß der Erfindung für Schleifmittelzwecke brauchbar, insbesondere da das Material bereits in einer sehr feinteiligen Form vorhanden ist. Ein anderes Anwendungsgebiet der Verbindungen ist die Dispersions-oder Ausscheidungshärtung von Metallen und Legierungen. Beispielsweise können die sehr feinteiligen kristallinen Produkte mit feinteiligen Metallen oder Oxyden von Eisen, Nickel, Kobalt od. dgl. vermahlen oder gemischt werden. Die Mischung wird danach einer Verfestigungsbehandlung unterworfen, z. B. einer thermischen Sinterung, welche auch neben einer Reduktionsbehandlung bei leicht oxydierbaren Metallen oder bei Oxyden als Ausgangsmaterial erfolgen kann. Das reduzierte Material wird danach einem Ausstoßen oder einer anderen mechanischen Behandlung unterworfen, um ein äußerst dichtes und starkes Metall zu erhalten, in welchem Borphosphid in dem Bereich von B. P bis B7 P als das dispergierende Mittel vorhanden ist, vorzugsweise an den Korngrenzen des Metalls liegt und zur Verstärkung der Metallprodukte dient.
  • Wenn bei derHerstellung derBorphosphide gemäß der Erfindung durch thermische Umwandlung von B P Vakuum zur Anwendung gelangt, kann dieses zwischen 1 #t und 500 mm Hg liegen. Die Reaktionszeit steht in Beziehung zu der Temperatur; bei Anwendung von höheren Temperaturen kann die Umwandlung schneller ausgeführt werden. Die Anwendung von höheren Temperaturen gestattet ferner die Benutzung von höheren Drücken bei derselben Reaktionsgeschwindigkeit. Im allgemeinen liegt die Reaktionszeit bei einer Temperatur von etwa 1200° C in Abhängigkeit von der Art des angewendeten Vakuums bei 1 bis 24 Stunden.
  • Bei der Ausführungsform der Erfindung, bei welcher eine thermische Umsetzung von B P mit elementarem Bor erfolgt, gelangen ähnliche Temperaturbedingungen, z. B. Temperaturen von 1000 bis 1600° C, zur Anwendung. Bei dieser Ausführungsform ist die Anwendung eines Vakuums erwünscht, da dieEntwicklung von Phosphor bei der thermischen Zersetzung von B P zur unmittelbaren Reaktion des entwickelten Phosphors mit dem elementaren Bor führt. Das Produkt ist ein grauschwarzes, mikrokristallines Material von äußerster Härte.
  • Bei der Herstellung der Verbindungen von B5 P bis B7 P können elementares Bor mit elementarem Phosphor und Borverbindungen, wie Bortrichlorid oder Borhalogenid, mit Phosphor in Gegenwart von Wasserstoff oder mit Phosphin umgesetzt werden. Eine Abwandlung des Verfahrens besteht in der Anwendung des Phosphors in gebundener Form als Ausgangsmaterial. Beispielsweise kann Phosphortrichlorid (oder ein anderes Phosphorhalogenid) mit Wasserstoff und Bortrichlorid in die Reaktionszone eingebracht werden. Mit der Reaktion des Phosphors und Bors findet eine Reduktion statt, wobei sich die erwünschte Form von Borphosphid ergibt.
  • Das Kriterium für die Bildung von B6 P oder allgemein einer Verbindung von B. .P bis B7 P besteht darin, daß das System so gehalten wird, daß der Partialdruck (Phosphor) niedriger als derjenige Druck der Zersetzung von B P bei der umgebenden Temperatur liegt.
  • Beim Arbeiten in einem geschmolzenen Medium können Metallphosphide, wie Aluminium-, Magnesium-, Kupfer-, Titan-, Eisen-, Chrom-, Mangan-, Vanadium-, Zirkon-, Molybdän-, Tantal- und Thoriumphosphid, eingesetzt werden, gegebenenfalls auch Calciumphosphat, beispielsweise als Apatit, welcher den hauptsächlichen Bestandteil der meisten Phosphaterze darstellt, mit einem Reduktionsmittel, beispielsweise Kohlenstoff. Die Borquelle kann aus einem Borid bestehen, z. B. Magnesium-, Aluminium-, Eisen-, Titan-, Zirkon- oder Vanadiumborid oder aus Borcarbid sowie den rohen Borerzen, wie Calciumborat (Colemanit), Magnesiumborat oder rohem Natriumborat (Borax).
  • Das metallische Medium, z. B. Aluminium, Magnesium, Kupfer, Titan, Chrom, Mangan, Vanadium, Zirkon, Molybdän, Tantal, Thorium, Eisen, Nickel, Blei, Zinn, Antimon, Wismut und Zink, kann durch direkte Einführung des Metalls oder durch Bildung der Metalle aus den entsprechenden Verbindungen geschaffen werden. Beispielsweise wird ein Eisen-Kupfer-Reaktionsmedium aus Eisenphosphid und Kupfer erhalten. Ferner können Eisenphosphid und Kupferborid in ein Bad aus geschmolzenem Aluminium eingebracht werden, um ein Reaktionsmedium zu schaffen.
  • Das Verfahren kann dabei so geregelt werden, daß sich entweder ein makrokristallines Produkt oder ein mikrokristallines Produkt ergibt. Die Anwendung einer relativ hohen Temperatur während längerer Zeitdauer führt zu der Entwicklung von größeren, kristallinen Teilchen, d. h. zum makrokristallinen Zustand. Andererseits führt die Anwendung von relativ kurzer Reaktionszeit und bzw. oder die Anwendung von niedrigeren Temperaturen zur Herstellung von Borphosphid der Formel BE P in mikrokristalliner Form. Der mikrokristalline Typ B6 P kann auch in die makrokristalline Form von B.P durch Wärmebehandlung umgewandelt werden. Wenn z. B. das mikrokristalline BEr in einer Argonatmosphäre bei einer Temperatur von 2000° C während einer Dauer von 12 Stunden erhitzt wird, ist die Struktur im wesentlichen vollständig in die makrokristalline Form verändert.
  • Die neuen Borphosphide besitzen ungewöhnliche Brauchbarkeit als Neutronenabsorber. Die verschiedenen Formen von Borphosphid können als Strahlungsschutz eingesetzt werden, z. B. bei Atommeilern oder Steuer- und Kontrollelementen dafür. Für diesen Zweck sind die neuen Borphosphide von größerer Brauchbarkeit als ein üblicherweise verwendetes Borcarbidmaterial mit der angenäherten Formel B4 C. Die neuen Borphosphide können leicht zu verschiedenen mechanischen Formen, einschließlich Platten, Bahnen, Rohren, Stäben od. dgl. verarbeitet werden. Auf diese Weise können neutronenabsorbierende Teile in irgendeiner gewünschten mechanischen Gestalt leicht hergestellt werden, z. B. durch heißes Pressen oder elektrophoretische Zersetzung.
  • Bei der Herstellung von verschiedenen hitzebeständigen Gegenständen, beispielsweise chemischen Apparaturen, Turbinenschaufeln und Raketenteilen, aus den neuen Verbindungen, wie B.P, wird vorzugsweise eine feinteilige Form angewendet. Das körnige, gepulverte Material wird in die erwünschte Gestalt gepreßt und danach gesintert, vorzugsweise in einer inerten Atmosphäre, um die Teilchen in der erwünschten Form zu verfestigen.
  • Die Heißpreßtechnik kann auch zur Anwendung gelangen, um geformte Gegenstände aus dem Borphosphid herzustellen. Dabei wird das Ausgangsmaterial in Pulverform in eine Form von der gewünschten Gestalt gebracht und einer erhöhten Temperatur, beispielsweise von 500 bis 3300° C, während einer ausreichenden Zeit unterworfen, um das kristalline Material zu verfestigen und das Kristallwachstum zu ermöglichen. Der Druck, welcher hierbei zur Anwendung gelangt, liegt im allgemeinen bei 35 bis 1400 kg/cm=. Ein Fließ- oder Bindemittel kann angewendet werden; geeignete Materialien für diesen Zweck sind ein oder mehrere der Metalle Bor, Eisen, Nickel, Kobalt, Chrom, Niob, Tantal, Titan, Zirkon, Wolfram, Molybdän und Hafnium, ferner die Oxyde Aluminiumoxyd, Zirkonoxyd, Hafniumoxyd, Siliciumoxyd, Berylliumoxyd, Titanoxyd, Thoriumoxyd und Kombinationen der Oxyde, ferner Kombinationen und Verbindungen der Metalle. Es können als Verbindungen mit Fließ- oder Bindeeigenschaften beispielsweise die Borate oder Phosphate, z. B. die Alkaliborate und -phosphate, angewendet werden. Borphosphate können auch als Bindemittel eingesetzt werden, wobei eine glasartige Matrix mit der Eigenschaft gebildet wird, die kristallinen Teilchen von stabilisiertem Borphosphid mit der Formel B., P festzuhalten. Ein anderer Zusatzstoff, welcher bei dem Preßvorgang angewendet werden kann, ist Asbest, da gefunden worden ist, daß, wenn der zusammengesetzte Gegenstand später einerVakuumerhitzung oder Oxydation unterworfen wird, beispielsweise einer Gasverbrennungsflamme bei etwa 3300° C, der Asbest ausgebrannt oder ausgeschmolzen wird, wobei die B, P-Form von Borphosphid zurückbleibt, welche bei der Anwendung von Schwitz- oder Transpirationskühlung brauchbar ist. Dieses Material kann bei der Kühlung von äußeren oderinneren Flächen von Geschossen, Raketen oder Raumschiffen angewendet werden. Der poröse Gegenstand mit einer Wandung aus stabilisiertem, kristallinem Borphosphid gestattet das Ausscheiden oder Ausschwitzen einer Flüssigkeit, beispielsweise Wasser, Alkohol oder flüssigem Brennstoff, durch die poröse Wandung, so daß die Flüssigkeit beim Hindurchtreten durch die poröse, orthorhombische Form von Borphosphid verdampft und ein ungewöhnlich wirksamerKühleffekt erhalten wird.
  • Die poröse Form des Borphosphids B, P od. dgl. ist ferner als Filterelement brauchbar, insbesondere für Korrosionsbeanspruchung. So stellt beispielsweise das Brennstoffsystem einer Rakete oder eines Geschosses ein Beispiel dar, bei dem es notwendig ist, den Brennstoff und bzw. oder das Oxydationsmittel zu filtrieren, um das Verstopfen von Leitungen zu vermeiden. Hierdurch entsteht ein schwieriges Problem im Fall von korrodierenden Mitteln, beispielsweise rauchender Salpetersäure, welche die meisten Metalle angreift. Wenn jedoch ein poröses Borphosphidfilter in die Brennstoff- oder Oxydationsmittelleitung eingesetzt ist, wird eine gute Filterung ohne Korrosionsgefahr oder ohne Auflösen der kristallinen Form des Borphosphids leicht erzielt.
  • Bei dem Heißpreßvorgang kann ferner der Phasenwechsel des Borphosphids B.P durch Verwendung von besonderen Zusatzstoffen geregelt werden. Beispielsweise können die Veränderungen bei der Übergangstemperatur durch Zugabe von Siliciumcarbid, Zinkoxyd oder anderen kristallinen Materialien zur Unterstützung des Preßvorganges geregelt werden.
  • Kaltpressen des kristallinen Borphosphids stellt eine andere Methode zur Herstellung verschiedener Teile oder Formstücke, insbesondere unter Verwendung eines Bindemittels, wie Carboxymethylcellulose, dar. Der Druck, welcher beim Kaltpressen angewendet wird, kann bis zu etwa 14 000 kg/cm2 betragen. Geeignete metallische Zusatzstoffe, welche zusammen mit dem Borphosphid angewendet werden können, sind Eisen, Nickel, Kobalt, Chrom, Niob, Tantal, Titan, Zirkon, Wolfram, Molybdän und Hafnium, während hitzebeständige und isolierende Oxyde, beispielsweise Aluminiumoxyd, Zirkonoxyd, Hafniumoxyd, Siliciumoxyd, Berylliumoxyd, Titanoxyd und Thoriumoxyd, ebenfalls einzeln oder in Kombination zur Anwendung gebracht werden können, d. h. einschließlich von Kombinationen mit den Metallen. Das kalt gepreßte Material wird anschließend auf verschiedene Weise behandelt, beispielsweise durch Sintern, Reduzieren oder teilweises Oxydieren des hergestellten Gegenstandes, wobei das Borphosphid ebenfalls in eine Anzahl von geregelten Modifikationen eingehen kann. Kaltpressen gestattet ferner die Entwicklung von Porosität, beispielsweise durch die Anwendung von Zusatzstoffen, wie Naphthalin und andere organische Verbindungen, ferner Kork und Asbest. Anschließende Erhitzung und Oxydation kann zum Ausbrennen oder zur Umwandlung derartiger Bindemittelbestandteile in eine glasartige oder kristalline Substanz führen.
  • Gemäß der Erfindung können geformte Teile aus dem neuen Borphosphid hergestellt werden, indem man von pulverförmigem Bor ausgeht und dieses in die gewünschte Form bringt oder preßt, beispielsweise unter Verfestigung durch Erhitzen. Das Bor wird danach mit Phosphordampf oder einer Phosphor liefernden Verbindung, wie Phosphin, behandelt. Das Formstück wird dadurch in einen Borphosphidkörper der Formel B P umgewandelt. Um die erwünschte, bei hoher Temperatur stabile Form von Borphosphid zu erhalten, wird dann der als Zwischenerzeugnis hergestellte Gegenstand aus B P auf eine Temperatur von 800 bis 1947° C, vorzugsweise von 1000 bis 1600° C, erhitzt. Das Erhitzen kann im Vakuum ausgeführt werden, obwohl es auch gegebenenfalls in einer Gasatmosphäre, z. B. in einem inerten Gas, wie Stickstoff, Helium oder Argon, das während der Erhitzungsstufe durch das geformte Stück geleitet wird, erfolgen kann.
  • Bei derUmwandlung eines geformtenGegenstandes oder einzelner geteilter Formen von Borphosphid B P in die Form mit der Formel B. P wird Phosphordampf entwickelt. Dieser Phosphordampf kann gesammelt und bei anderen Bearbeitungen eingesetzt werden, beispielsweise bei der vorstehend beschriebenen Herstellung von Zwischenerzeugnissen aus B P.
  • Wenn ein geringerer Anteil von elementarem Bor als Zusatzstoff zu dem kristallinen Borphosphid entweder beim Heißpressen oder beim Kaltpressen angewendet wird, kann der hergestellte Teil einer Phosphorierungsbehandlung unterworfen werden, bei welcher das Stück dem Dampf von elementarem Phosphor oder einer anderen Phosphorverbindung, wie Phosphin, unterworfen wird, um den hergestellten Teil unter Umwandlung des Borbindungsmittels zu Borphosphid mit einer Formel von B.P bis B7P zu verfestigen.
  • Um ein endgültiges, kristallines Borphosphidprodukt, beispielsweise B6 P, zu erzielen, ist es ferner möglich, andere Ausgangsmaterialien als kristallines Borphosphid anzuwenden. Beispielsweise kann das erwünschte Stück oder Formstück aus einer Teilchenform von elementarem Bor hergestellt werden. Dieses Material wird dann mit elementarem Phosphor in der Dampfphase umgesetzt, so daß Borphosphid BI P bis B7 P in situ gebildet wird. Andere reaktionsfähige Ausgangsmaterialien, welche für eine chemische Umwandlung des hergestellten Teils angewendet werden können, schließen Aluminiumphosphid als Ausgangsmaterial ein. Dieses Material, welches in Pulverform angewendet werden kann, um ein rohes Vorbild des gewünschten Teils zu bilden, wird dann mit Bortrichlorid und Wasserstoff bei erhöhter Temperatur umgesetzt, um das geformte Stück in kristallines Borphosphid, beispielsweise B, P, unter Entwicklung von Aluminiumchlorid in Dampfform als Nebenprodukt umzuwandeln.
  • Andere Ausgangsmaterialien, welche anwendbar sind, um kristallines Borphosphid mit einer Zusammensetzung von B, P bis B 7 P als Endprodukt zu ergeben, umfassen die Kombination von gasförmigen Strömen von Bortrichlorid und Phosphin, welche sich unter Absetzen kristallinen Borphosphids umsetzen. In dieser Beziehung ist es möglich, von der Dampfphasenabscheidung- oder Imprägnierung verschiedener geformter Stücke Gebrauch zu machen, beispielsweise Muster aus Graphit, Molybdän, Wolfram, Stahl oder auf keramischer Basis (z. B. Porzellan oder Aluminium), welche danach mit der erwünschten Dicke oder Tiefe von Borphosphid überzogen oder imprägniert werden. Ein anderes Verfahren, welches für eine derartige Dampfphasenabscheidung anwendbar ist, findet zwischen gasförmigen Borreaktionskomponenten, beispielsweise Borhalogeniden, -hydriden und Boralkylen, und elementarem Phosphor und Wasserstoff statt. Wenn diese drei Komponenten in der Gasphase bei hohen Temperaturen umgesetzt werden, ergibt sich kristallines Borphosphid, z. B. B6 P.
  • Wenn es erwünscht ist, Anwendung von der kristallinen Form von Borphosphid B, P bis B7 P als einem härtenden Element in einer metallischen Basis, beispielsweise Eisen, bei der Herstellung einer Schleifplatte zu machen, kann das Borphosphid, beispielsweise B. P, direkt auf einer derartigen metallischen Basis hergestellt werden. Die Basismetalle, welche in dieser Beziehung angewendet werden können, umfassen die Gruppe aus Aluminium, Magnesium, Kupfer, Titan, Chrom, Mangan, Vanadium, Zirkon, Molybdän, Tantal, Thorium, Eisen, Nickel, Blei, Zinn, Antimon, Wismut und Zink. Gegenstände dieser Art sind brauchbar, um Abschliff und Abrieb zu widerstehen, beispielsweise bei der Herstellung einer Rinne oder Rutsche für Sand oder andere Mineralien. Eine andere Anwendung für ein derartiges verstärktes Metall besteht in der Prellplatte in einer Dampfturbine. Das vorstehend genannte Verfahren für die Reaktion einer Phosphorquelle, beispielsweise Eisenphosphor, und einer Borquelle, beispielsweise Eisenbor, bei erhöhterTemperatur führt zu derHerstellung der erwünschten kristallinen Form von Borphosphid mit einer Zusammensetzung von P, P bis B; P, welches in dispergierter Form in dem Eisen erhalten wird.
  • Packdiffusion ist ein anderes Verfahren für die Anwendung von kristallinem Borphosphid, z. B. BE P, auf erwünschte metallische oder keramische Teile. Bei diesem Verfahren werden Teilchen des kristallinen Borphosphids um die erwünschten metallischen oder keramischen Teile herum angeordnet, und die gesamte Mischung wird einer hohen Temperatur, z. B. etwa 800 bis 3300° C, während einer geeigneten Zeitdauer unterworfen, damit ermöglicht wird, daß die Diffusion des Borphosphids, annähernd B6 P, in die erwünschten Teile und Formstücke stattfindet.
  • Wenn es erwünscht ist, das kristalline Borphosphid B5 P bis B7 P auf verschiedene Untergründe von Metall oder hitzebeständigen Teilen aufzuziehen oder zu plattieren, insbesondere wenn komplizierteAbschnitte eingeschlossen sind, ist eine Flammsprühtechnik erwünscht. Bei diesem Verfahren ist eins Hochtemperaturflamme, beispielsweise eine reduzierende Oxyhydrogenflamme, bei feinzerteilten Teilchen von kristallinem Borphosphid, beispielsweise BGP, vorgesehen, so daß der Aufprall der Flamme auf die erwünschten vorgebildeten Basisteile aus Metall oder hitzebeständigem Material. die Teile mit einem gleichförmigen und dichten Niederschlag des kristallinen Borphosphids B, P überzieht.
  • Ein anderes Verfahren, welches angewendet werden kann, besteht in der Abscheidung eines Überzuges von kristallinem Borphosphid mit einer Zusammensetzung von B. P bis B7 P durch Elektrophorese. Dieses Verfahren ist insbesondere für genauesüberziehen von kompliziertenFormen geeignet. Metalle und Oxyde, welche aus der Gruppe von Eisen, Nickel, Kobalt, Chrom, Niob, Tantal, Titan, Zirkon, Wolfram, Molybdän und Hafnium ausgewählt sind, und die Oxyde Aluminiumoxyd, Zirkonoxyd, Hafniumoxyd, Siliciumoxyd, Berylliumoxyd, Titanoxyd, Thoriumoxyd sowie Kombinationen der Oxyde und Kombinationen mit den Metallen können ebenfalls in Verbindung mit dem kristallinen Borphosphid, z. B. B6 P, nach dem elektrophoretischen Verfahren angewendet werden. Bei diesem Verfahren wird eine wäßrige Suspension des kristallinen Borphosphids und des gewünschten Metalls oder Oxyds hergestellt, vorzugsweise mit einer Teilchengröße im Bereich von 1 bis 10 #t. Ferner kann ein Suspendier-oder Dispergiermittel, beispielsweise Carboxymethylcellulose, vorhanden sein. Die Suspensionszubereitung wird dann auf das Muster aus Graphit, einem Metall oder einer feinen Metallgitterform unter Anwendung einer Plattenspannung in der Größenordnung von 6 bis 100 Volt eines direkten Stromes abgeschieden. Ein gleichförmiger Überzug des Borphosphids B" P, gegebenenfalls mit einem Metall und dessen Oxyd aus der vorstehend angegebenen Gruppe, wird auf diese Weise auf das Basismuster aufgebracht. Der Überzug wird anschließend luftgetrocknet und dann durch eine Wasserstoffreduktion bei niedriger Temperatur in dem Fall der Metalloxyde behandelt. Wasserstoffreduktion ist bei Überzügen aus den Metallpulvern nicht erforderlich, und das Borphosphid wird durch eine derartige Behandlung nicht angegriffen. Der elektrophoretische Überzug wird danach durch Hämmern, Rollen oder durch isostatisches Pressen verdichtet, wobei die letztere Methode insbesondere bei kleinen Stücken zweckmäßig ist. Eine Endstufe nach der Verdichtung stellt das Sintern des Überzugs dar, um einen gleichförmigen und starken Überzug zu schaffen, welcher gegenüber Chemikalien und gegenüber Abrieb resistent ist.
  • Eine mechanische Methode der Abscheidung, welche bei der Herstellung von äußeren Schichten kristallinenBorphosphids mit einerZusammensetzung von B., P bis B7 P anwendbar ist, besteht in der Schlammabscheidung. Bei diesem Verfahren wird das feinteilige, kristalline Borphosphid, z. B. B6 P, in einem flüssigen Träger, beispielsweise Wasser, gegebenenfalls mit einem Dispergier- oder Suspendiermittel, beispielsweise Carboxymethylcellulose, dispergiert. Zusätzliche Materialien, beispielsweise Metalle, wie Eisen, Nickel, Kobalt, Chrom, Niob, Tantal, Titan, Zirkon, Molybdän und Hafnium, und feinteilige, hitzebeständige Materialien, wie Aluminiumoxyd, Zirkonoxyd, Hafniumoxyd, Siliciumoxyd, Berylliumoxyd, Titanoxyd und Thoriumoxyd, können ebenfalls vorhanden sein.
  • Die Formen, auf welche der Schlamm niedergeschlagen werden soll, sind mit poröser Struktur hergestellt worden, beispielsweise aus Metallpulvern, welche zu der gewünschten Form lose verfestigt worden sind, oder durch Anwendung eines Siebes mit feiner Maschenweite in der Form des erwünschten Gegenstandes. Ein derartiges poröses Muster wird in dem flüssigenTräger suspendiert, welcher dann hohen Drücken in der Größenordnung von etwa 700 bis 3500 kg/cm- unterworfen wird. Es ist vorgesehen, daß der flüssige Träger von dem Inneren des Preßlings oder des Musterstücks entfernt wird, welche eine komplizierte Form haben können, oder sie können aus einer einfachen, flachen Platte, wie dies erwünscht sein kann, bestehen. Infolge der Anlegung von Druck auf die Dispersion des kristallinen Borphosphids B6P wird der Schlamm gleichförmig gegen das Muster gepreßt, wobei sich das Ergebnis einstellt, daß eine ineinandergreifende, kristalline Struktur ohne innere Fehlstellen oder Brücken erhalten wird. Wenn auf diese Weise die erwünschte Dicke von kristallinem Bo-rphosphid BE P gebildet ist, kann der Überzug weiterer mechanischer Behandlung unterworfen werden. Beispielsweise kann der auf diese Weise durch Schlammdispersion erhaltene Überzug durch Hämmern, Rollen oder isostatisches Pressen verdichtet werden. Schließlich wird der abgeschiedene Überzug von kristallinem Boplicsphid B" P zusammen mit irgendwelchen Zusatzstoffen gesintert, um den überzug zu einer dichten Form zu verfestigen.
  • Ein anderes Verfahren der Herstellung, welches beiSchaumkörpern aus kristallinemBorphosphidB..P bis B7 P brauchbar ist, besteht in der Schlammgußtechnik. Bei diesem Verfahren wird ein Schlamm aus dem kristallinen Borphosphid, z. B. B6P, zusammen mit irgendeinem erwünschten Zusatzmaterial hergestellt, beispielsweise mit feinteiligen, hitzebeständigen Materialien, wie Aluminiumoxyd, Zirkonoxyd, Hafniumoxyd, Siliciumoxyd, Siliciumcarbid, Berylliumoxyd, Titanoxyd und Thoriumoxyd. Diese Mischung wird dann bei üblichen keramischen Gleitgußtechniken verwendet, um die erwünschten Formen und Formstücke in grüner Form zu erhalten, welche danach gebrannt, verdichtet und gesintert wird, um die kristallinen Teilchen zu verfestigen.
  • Im allgemeinen können hergestellte Gegenstände mit einem kristallinen Borphosphidüberzug mit einer Zusammensetzung von B. P bis B7 P oder einem überzug auf metallischen oder nicht metallischen Unterlagen, welche als feste, maschige oder verstärkte Formen eingesetzt werden, gebildet werden. Beispiele von nicht metallischen Materialien als Unterlage schließen Quarz, Siliciumcarbid und keramische Zusammensetzungen ein, beispielsweise Porzellan und verschiedene Glasarten.
  • Die Erfindung wird nachstehend an Hand einiger Beispiele näher veranschaulicht.
  • Beispiel 1 Die Umwandlung der einfachen Form von Borphosphid mit der Formel B P in die kristalline Form mit der Formel B6 P wurde dadurch ausgeführt, daß 100- Borphosphid in feinteiliger Form in einen Graphittiegel in einem Porzellanrohr gebracht wurden, welches sich in einem elektrischen Brennofen befand. Das Porzellanrohr wurde mit einem Vakuumsystem verbunden, welche bei einem Druck von 50 u gehalten werden konnte. Der elektrische Brennofen wurde auf eine Temperatur von 1200° C gebracht und hier konstant gehalten. Es wurde gefunden, daß die Entwicklung von Phosphor während einer Dauer von 12 Stunden ein Restprodukt mit der Formel BS,s P ergab. Ein anderer Versuch unter Anwendung dieses Verfahrens ergab ein Produkt, welches bei der Analyse Bs,5P zeigte. Es wurde ferner gefunden, daß das Ausgangsmaterial entweder amorphes B P oder die kubische, kristalline Form von Borphosphid sein konnte, wobei dasselbe Endprodukt hergestellt wurde.
  • Die kritische überlebsng, welche für die Umwandlung von B P in B6 P erforderlich ist, ebenso wie das allgemeine Kriterium für die Herstellung von Zusammensetzungen mit den Formeln in dem Bereich von B@ P bis B7 P besteht darin, daß das System so betrieben wird, daß der Partialdruck (Phosphor) niedriger als derjenige Druck der Zersetzung von B P bei der umgebenden Temperatur liegt.
  • Bei diesem Beispiel waren der Betriebsdruck des Brennofens und die Temperatur, bei welcher er gehalten wurde, derart, daß die Umwandlung von B P in B6 P dadurch unterstützt wurde, daß ermöglicht wurde, daß der sich aus der Dissoziation ergebende, entwickelte Phosphor aus der Reaktionszone entfernt wurde (mittels des Vakuumauffangsystems). Die Temperatur in der Phosphorüuffangzone wurde durch Anwendung eines Wasserkühlers bei einem relativ niedrigen Wert gehalten; beispielsweise gestattete so der Druck der Phosphorquelle, welcher auf dies Weise niedriger als derDissoziationsdruck(Phosphor) über dem Produkt lag, das Voranschreiten der erwünschten Reaktion.
  • Nach der vorstehend beschriebenen Arbeitsweise war das Produkt mit der angenäherten Formel B, P, wie gefunden wurde, ein graues Pulver von ungewöhnlicher Härte. Es wurde gefunden, daß das graue Pulver härter als Siliciumcarbid war und eine Härte in der Mohrskala zwischen 9,0 und 9,7 hatte. Es wurde ferner gefunden, daß das Material durch eine Oxyacetylenflamme mit einer geschätzten Temperatur von etwa 2000° C im wesentlichen nicht angegriffen wurde.
  • Die Wiederholung des vorstehend genannten Verfahrens unter Anwendung einer Temperatur von 1200° C führt, wie gefunden wurde, zur Herstellung eines ähnlichen B, P-Produktes, wie dies der Fall ist, wenn B P mit einem überschuß von elementarem Bor gemischt wird (5molare Gewichtsanteile im Verhältnis zu dem B P).
  • Beispiel 2 Die Reaktion von elementarem Bor mit elementarem Phosphor bei der Herstellung von Verbindungen mit Formeln in dem Bereich von B."P bis B,P wurde dadurch ausgeführt, daß 0,4176 g amorphes Bor in einen Graphittiegel eingebracht wurden, welcher durch Ausbohrungen eines Loches von etwa 7,9 mm in einem zylindrischen Stück eines 12,7-mm-Graphitstabes hergestellt war. Der beschickte Tiegel wurde in ein etwa 25 cm langes, keramisches Rohr mit einem äußeren Durchmesser von etwa 19 mm eingebracht, welches an dem Ende in der Nähe der Probe verschlossen war. Eine Hälfte dieses keramischen Rohres wurde in einem Hochtemperaturbrennofen angeordnet, während das andere Ende in einem anstoßenden Niedrigtemperaturbrennofen eingebracht wurde, ohne daß irgendeine kalte Zone zwischen den beiden Brennöfen lag.
  • Das andere Ende des keramischen Rohres wurde dann mit 1,976 m amorphem, rotem Phosphor beschickt, worauf das Rohr evakuiert und verschlossen wurde.
  • Das Rohr wurde in den beiden anstoßenden Brennöfen angeordnet, welche dann allmählich auf die erwünschte Temperatur gebracht wurden. Das heiße Ende wurde bei einer Temperatur von 1100° C gehalten, während die Temperatur des Phosphorendes bei 111° C gehalten wurde, um den Phosphor zu verflüchtigen und einen Phosphorpartialdruck von etwa 1000 u aufrechtzuerhalten.
  • Das Erhitzen des Reaktionssystems führte dazu, daß der Phosphor mit dem Ergebnis verdampfte, daß der Phosphordampf bei dem gewünschten Druck das gesamte Rohr füllte. Der Phosphordampf reagierte dann mit dem heißen Bor, welches in dem anderen Ende des Rohres enthalten war. Es wurde gefunden, daß zum Ende der Erhitzungsperiode von etwa 24 Stunden das Bor im wesentlichen vollständig in die Verbindung B, P umgewandelt worden war. Ein ähnlicher Versuch, welcher bei 1200° C ausgeführt wurde, ergab auch, wie gefunden wurde, eine im wesentlichen quantitative Ausbeute von B., P. Im allgemeinen liegt, wie in der Kurve der Fig.2 veranschaulicht ist, der Betriebsdruck, welcher das erwünschte B, P an Stelle von BP ergibt, 1_n Bereich unterhalb der Linie XY. So ergibt bei 1000=' C ein Druck von 100 #x B. P (oder allgemein B. P bis B7 P), während ein Druck von 1570 #t B P ergibt.
  • Bei diesem Beispiel führte die Anwendung einer geformten Charge eines Ausgangsmaterials, d. h. das Bor in der aufgebohrten Höhlung in dem GraphittieCel angeordnet, zurHerstellung eines ähnlichen und identisch geformten Produktes B6 P. Es wurde gefunden, daß dieser geformte Gegenstand bei hohen Temperaturen stabil ist und beim Aussetzen gegenüber einer Sauerstoff-Acetylen-Flamme, welche den geformten Gegenstand auf eine Temperatur von etwa 2000° C erhitzte, im wesentlichen unangegriffen blieb.
  • Das B, P-Produkt hatte, wie gefunden wurde, eine Massendichte von 2,45. Die endgültige Dichte von individuellen, homogenen Teilchen schwankt jedoch zwischen 2,60 und 2,72. Demgegenüber hat kubisches B P eine theoretische Dichte (Röntgenstrahlen) von 2,97.
  • Bei diesem Beispiel, ebenso wie dem vorstehenden Beispiel, ist die Bedingung für die Bildung von BJ oder allgemein der Zusammensetzungen in dem Bereich von B5P bis B7P derart, daß das System so betrieben wird, daß der Partialdruck (Phosphor) niedriger als derjenige Druck der Zersetzung von B P bei der umgebenden Temperatur liegt.
  • Beispiel 3 Die Herstellung der Verbindung B. P aus Borphosphid, welches mit überschüssigem, elementarem Bor umgesetzt wurde, wurde bei einer Reihe von Temperaturen oberhalb von 1000° C ausgeführt. Das Borphosphid wurde als feinteiliges, kristallines Pulver angewendet, während das Bor ebenfalls in feinteiliger Form mit einer niedrigeren Teilchengröße als entsprechend einem Sieb mit einer Maschenweite von etwa 1600 Maschen je Quadratzentimeter vorlag. Die beiden Komponenten wurden gemischt und in einen Graphittiegel mit einem inneren und einem äußeren Element eingebracht, welche locker zusammenpaßten, wobei der Zwischenraum zwischen den beiden Teilen einen Nasenkonus bildete, wie er für die Anwendung in einer Rakete geeignet war. Die innig gemischte Kombination von Borphosphid und elementarem Bor (5 Mol Bor je Mol Borphosphid) wurde auf eine Temperatur von 1300° C während einer Dauer von 12 Stunden in einer inerten Gasatmosphäre erhitzt. Am Ende dieser Zeit wurde der beschickte Tiegel abgekühlt, und das Teststück wurde entfernt. Es wurde gefunden, daß das Borphosphid im wesentlichen vollständig in ein kristallines B6 P-Produkt umgewandelt war, welches sehr hart war und ohne wesentlichen Abbau oxydierenden oder reduzierenden Flammen unterworfen werden konnte.
  • Beispiel 4 -Die Bildung von B@ P durch Reaktion von Bortrichlorid B C13 mit Wasserstoff als Borquelle und elementarem Phosphor als Phosphorquelle wurde durch Einführung der entsprechenden Zonen in ein Reaktionsgefäß aus den entsprechenden Gasphasen ausgeführt. Der elementare Phosphor wurde dadurch erzielt, daß ein Wasserstoffstrom durch einen erhitzten Ansütz von Phosphor in gelber Form geblasen wurde. Das e- hitz'Le Gas wurde mit Phosphor in ein erhitztes Reaktionsgefäß geleitet, in welches ebenfalls gasförmiges Boririchlorid strömte. Bei Temperaturen von 110C° C ergab die Reaktion zwischen B Q, und Phosphor die Bildung des kristallinen Produktes B6P. Es ist jedoch wesentlich, daß die Bedingungen derart sind, daß der Partialdruck (Phosphor) niedriger als derjenige Druck der Zersetzung von B P bei der umgebenden Temperatur liegt.
  • Beispiel 5 Die Herstellung von B. P durch Reaktion von elementarem Bor als Borquelle in fester Form mit Phosphin P H3 als Phosphorquelle, welches in Gasform zugeführt wurde, wurde in einem keramischen Rohr durchgeführt, welches in einem elektrischen Brennofen angeordnet war. Eine Probe von 10 g elementarem Bor, welche während einer Dauer von 1.2 Stunden bei kontinuierlichem Überleiten von Phosphin über das Bor in dem Brennofen gehalten wurde, ergab, wie gefunden wurde, eine im wesentlichen vollständige Umwandlung zu B, P. Die notwendige Bedingung für die Reaktion war derart, daß der Partialdruck (Phosphor) niedriger als derjenige Druck der Zersetzung von B P bei der umgebenden Temperatur lag.
  • Dieses Verfahren ergab, wie gefunden wurde, das erwünschte B6 P durch Reaktion der elementaren, festen Form von Bor mit elementarem Phosphor, wobei die Reaktion in einem inerten Gasstrom, vorzugsweise Wasserstoff, ausgeführt wurde, obwohl Argon oder Stickstoff ebenfalls Anwendung finden können. Beispiel 6 Die Bildung von B6 P in einer anorganischen Schmelze wurde durch Reaktion von kristallinem Borphosphid mit einem l0molaren überschuß von elementarem Bor ausgeführt. Diese Reaktion wurde in einer Eisenschmelze in der Weise durchgeführt, daß zunächst Borphosphid aus Eisenbor und Eisenphosphor gebildet wurde. Dies führte zu der Herstellung einer feindispersen Form von Borphosphid in der geschmolzenen Eisenmatrix. Der l0molare überschuß an elementarem Bor wurde dann in das geschmolzene Reaktionsmedium eingerührt. Dieses wurde bei einer Temperatur von 1400° C während einer Dauer von 24 Stunden gehalten. Am Ende dieser Zeit wurde die Reaktionsmasse abgekühlt, worauf der Eisengehalt durch Lösung in Schwefelsäure entfernt wurde. Der restliche, unlösliche Schlamm wurde dann gewaschen, mit Fluorwasserstoffsäure behandelt, und die kristalline Form von B, P wurde als Endprodukt gewonnen. Das Kriterium für die Bildung des B, P ist dasjenige, daß das System so betrieben wird, daß der Partialdruck (Phosphor) niedriger als derjenige Druck der Zersetzung von B P bei umgebenden Temperaturen von mehr als 800° C während des gesamten Verfahrens liegt.
  • Unter den chemisch resistenten und thermisch widerstandsfähigen Formstücken, welche bei der Erfindung in Betracht gezogen sind, befinden sich ganze Kessel und ferner Leitungen für Brennstofftanks und andere Kessel. In dieser Beziehung ist das Borphosphid in einer Formel in dem Bereich von B" P bis B 7 P insbesondere erwünscht, da es nicht durch irgendein bekanntes, flüssiges Reagenz angegriffen wird und daher der korrosiven Einwirkung von rauchender Salpetersäure, Königswasser und anderen Mineralsäuren ebenso wie basischen Materialien, beispielsweise Hydrazin, widersteht.
  • Andere Elemente von typischen Geschossen, Raketen und Düsenflächen welche aus dem kristallinen Borphosphid gemäß der Erfindung leicht hergestellt werden können, sind Nasenkegel oder Spitzen und ferner Schwanzkegel. Beim Betrieb eines geleiteten Geschosses entspricht es oftmals der Praxis, das Geschoß in die Atmosphäre der Erde auszusenden und es dann für die Rückkehr in die Atmosphäre auf einen gerichteten Punkt vorzusehen. Es ist gefunden worden, daß die große Geschwindigkeit von 4800 bis 40 000 km/Std. während einer Dauer von 15 bis 300 Sekunden, mit welcher derartige Gegenstände in die Atmosphäre zurücktreten, zu der Entwicklung sehr hoher Temperaturen in der Größenordnung von 5500° C oder höher führen; das hat in der Vergangenheit die Verbrennung oder Zerstörung üblicher Nasenkegel herbeigeführt. Es hat jedoch die einzigartige Temperaturstabilität von kristallinem Borphosphid B. P bis B7 P die Bildung von Nasenkegeln entweder in Nadelform oder abgestumpften Spitzen ermöglicht, welche gegenüber derartigen hohen Temperaturen resistent sind und daher den Wiedereintritt eines Geschosses oder einer Rakete in die Atmosphäre gestatten.
  • Raketenantriebssysteme erfordern, ob sie auf der Verwendung von flüssigen oder festen Treibmitteln basieren, die Herstellung eines großen Volumens an Ausstoßgasen bei einer sehr hohen Temperatur. Dies ist eine notwendige Bedingung, um die sehr hohe Geschwindigkeit zu erzielen, welche erforderlich ist, eine derartige Rakete oder ein Geschoß anzutreiben. Verbrennungstemperaturen in der Größenordnung von 1650 bis 2750° C müssen daher geregelt werden, wobei weiter gefordert wird, daß korrosive Reaktionskomponenten und Reaktionsprodukte ebenfalls vorhanden sein können, wie vorstehend auseinandergesetzt. Es ist gefunden worden, daß das kristalline Borphosphid gemäß der Erfindung als Verbrennungszonenleitung oder Strahlrohr für Raketen, Geschosse, Raumschiffe und Düsenmaschinen äußerst erwünscht ist. Ein Beispiel dieser Art von entfernbarer Verbrennungsleitung ist die Stoßdüsenmaschine, bei welcher ein hohler Rohrquerschnitt als Verbrennungszone für flüssige Reagenzien dient, welche, in eine solche Zone eingebracht, darin mit einer ungeheuren Volumenexpansion zum gasförnügen Zustand verdampft und mit hoher Geschwindigkeit abgegeben werden, um die Stoßdüse anzutreiben.
  • Es ist ein Vorteil gemäß der Erfindung, daß gekrümmte Gegenstände leicht in einer Form hergestellt werden können, welche durch hohe Festigkeit charakterisiert ist. Die Herstellung der kristallinen Modifikation von Borphosphid, beispielsweise B6 P, führt zu einem Herstellungsgegenstand mit einer groben Teilchenstruktur, welche zum Ineinandergreifen der Kristallite führt. Dies ist insbesondere bei der Herstellung von gekrümmten Gegenständen brauchbar, da das Ineinandergreifen der Kristallite zur Herstellung einer weichen, gekrümmten Oberfläche führt. Diese Wirkung ist bei der Herstellung von Formstücken und Teilen vorteilhaft, welche große, thermische Beanspruchung und Stöße zu überwinden haben. Daher sind die gekrümmten Gegenstände, welche gemäß der Erfindung hergestellt werden können, erwünscht, wenn ein äußerst starkes, zusammenhängendes Material geschaffen wird, welches mit Teilchen von kristallinem Borphosphid mit im wesentlichen der theoretischen Dichte dieses Materials gebildet werden kann.
  • Kristallines Borphosphid B, P bis B7 P ist gegenüber chemischem Angriff und ebenso gegenüber Strahlung äußerst resistent, so daß in Raketen Teile aus kristallinem Borphosphid enthalten sein können, ferner in Geschossen und Raumschiffen, wobei Kernenergie zur Anwendung gelangt, beispielsweise bei Verwendung einer Quelle nuklearer Spaltung oder Verschmelzung von hoher Intensität, welche für den Betrieb derartiger Geschosse oder anderer Einrichtungen Energie liefert.
  • Formstücke und Elemente von Raketen und Geschossen, welche kristallines Borphosphid mit einer Formel von B. P bis B7 P enthalten, sind ungewöhnlich wirksam beim Widerstehen gegenüber harten Bedingungen, welche vorstehend erläutert worden sind. Beispielsweise sind die Nasenkegel der Erscheinung der Abtragung oder Ablation unterworfen, d. h. dem Schmelzen oder Verbrennen des Nasenkegels zusammen mit einem starken Abreib oder Losreißen von Stücken des Kegels wegen des hohen Geschwindigkeitsflusses der Atmosphäre an dem Kegel vorbei. Nasenkegel auf diesem kristallinen Borphosphid sind resistenter als übliche Materialien beim Standhalten gegenüber dieser großen Geschwindigkeit.
  • Kristallines Borphosphid B5 P bis B7 P ist ferner bei der Herstellung von Teilen für Schwitz- oder Transpirationskühlung brauchbar. Dieses Verfahren wird für die Kühlung von äußeren und inneren Oberflächen von Geschossen, Raketen oder Raumschiffen argewendet, beispielsweise bei Nasenkegeln, Kontrollflächen, Zufuhrleitungen und Verbrennungskammern, welche hohen Temperaturen unterworfen werden. Die Gegenstände mit einer porösen Wandung, welche derartiges kristallines Borphosphid umfassen, gestatten das Ausschwitzen einer Flüssigkeit, beispielsweise Wasser, Alkohol oder flüssiger Brennstoff, durch die poröse Wandung, so daß die Flüssigkeit beim Hindurchtreten durch das poröse Borphosphid verdampft wird, so daß ein ungewöhnlich wirksamer Kühleffekt erhalten wird.
  • Die vorstehend beschriebene, poröse Form von hergestelltem Borphosphid B.P bis B7P ist ferner als Filterelement brauchbar, insbesondere für Anwendungen bei korrosiven Flüssigkeiten und Gasen. So kann es im Brennstoffsystem für eine Rakete oder ein Geschoß erforderlich sein, den Brennstoff und bzw. oder das Oxydationsmittel zu filtrieren, um das Verstopfen der Brennstoffleitungen zu vermeiden. Dies bietet ein schwieriges Problem in dem Fall von korrosiven Mitteln, beispielsweise rauchender Salpetersäure, welche die meisten Metalle angreift. Wenn jedoch ein poröses Borphosphidfilter in die Brennstoff- oder Oxydationsmittelleitung eingesetzt ist, wird dieser Filtereffekt leicht ohne Gefahr von Korrosion oder Auflösung des kristallinen Borphosphids erzielt.
  • Die Härte von Borphosphid B, P bis B7 P, welche einem Wert zwischen 8 und 9 auf der Mohrschen Härteskala entspricht (Diamant entspricht 10), macht diese kristalline Modifikation ebenfalls zu einem sehr brauchbaren Material für Lager und Laufräder von Brennstoffpumpen, welche in Raketenmaschinenantriebssystemen angewendet werden. Beim Starten eines Geschosses oder einer Rakete ist es oftmals erforderlich, große Mengen eines flüssigen Brennstoffs und eines Oxydationsmittels in einer Zeit von -wenigen Minuten in die Verbrennungszone zu pumpen. Da der Raum und das Gewicht, welche für die Brenstoffpumpe zur Verfügung stehen, sehr gering sind, muß die Brennstoffpumpe unter äußerst schwierigen Bedingungen arbeiten, beispielsweise mit sehr hohen Umdrehungsgeschwindigkeiten des Laufrades. Große Mengen an Hitze werden daher unter diesen äußersten Arbeitsbedingungen entwickelt, und es ist gefunden worden, daß bei üblichen metallischen Pumpenlaufrädern leicht ein Versagen eintreten kann. Aus diesem Grunde machen es die äußerste Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Korrosion des kristallinen Borphosphids B5 P bis B7 P erwünscht, dieses Material bei der Herstellung von Feststoffpumpenlaufrädern oder als überzugsmaterial auf der Basis von Molybdän oder anderem hitzebeständigem Material zu verwenden. Da die hohen Umdrehungsgeschwindigkeiten der Pumpe auch zur Entwicklung merklicher Hitze in den Lagern der Pumpe führen, ist es erwünscht, wie gefunden wurde, diese kristalline Modifikation von Borphosphid als Lagermaterial bei derartigen schwer beanspruchten Pumpen von hoher Kapazität für kaketenantriebssysteme einzusetzen.
  • Die Kontrollflächen von Geschossen, Raketen und Raumschiffen können ebenfalls dadurch verbessert werden, daß solche Formstücke und Beschläge aus der kristallinen Form von Borphosphid gemäß der Erfindung gestaltet werden. Beispielsweise können die Düsenruder, auch Jetevatoren genannt, welche verwendet werden, um eine Rakete durch Regelung der Richtung der ausgestoßenen Verbrennungsgase aus einem Raketenauspuff zu dirigieren, Temperaturen in der Größenordnung von 3300° C unterworfen werden. Es ist gefunden worden, daß übliche Metalle, beispielsweise Tantal, ebenso wie typische hitzebeständige Materialien, z. B. Aluminiumoxyd und Zirkonoxyd, in dieser Beziehung unwirksam sind, da sie geringe thermische Stoßresistenz und: niedrige Stärke aufweisen, wenn sie heißen, korrosiven Verbrennungsgasen, Flugasche oder anderen Verbrennungsreaktionsprodukten unterworfen werden, welche die Verbrennungszone bei hohen Geschwindigkeiten in der Größenordnung von Überschallwerten verlassen, beispielsweise von Machschen Zahlen von 5 bis 10, z. B. etwa 4800 km/Std. Sogar Graphit ist für diesen Zweck nicht brauchbar, da dieses Material der Erosion durch den Gasstrom unterworfen ist. Da diese Düsenruder und -flügel direkt in dem ausgestoßenen Gasstrom angeordnet sein müssen, um dieselben für die Navigation einer Rakete oder eines Geschosses zu richten und zu regeln, ist gefunden worden, daß es vorteilhaft ist, die hohen, thermischen Festigkeitseigenschaften von Borphosphid, wie B, P, für diesen Zweck auszunutzen. Die Düsenruderteile können auf der Verwendung eines festen Borphosphids in. verarbeiteter Form beruhen, oder sie können aus einer äußeren Schicht des kristallinen Borphosphids auf einer Unterlage aus Graphit, Molybdän oder anderem hitzebeständigem Material zusammengesetzt sein. Solche Formstücke können Temperaturen von mehreren tausend Grad widerstehen und stellen daher eine Lösung dieses schwierigen Problems dar. Eine verstärkte Turbinenschaufel oder Laufschaufel, welche für den Betrieb bei hoher Temperatur geeignet ist, kann z. B. dadurch hergestellt werden, daß zunächst auf einer Molybdänunterlage der gewünschten Laufschaufelgestalt das kristalline Borphosphid mit einer Zusammensetzung von B.P bis B7 P niedergeschlagen wird. Das Muster wird in einem Brennofen auf eine Temperatur von etwa 1200'C erhitzt. Ein Strahl aus Bortrichlorid und ein anderer Strahl aus Phosphin (relative Volumenanteile: 6,985 B C13 und 0,015 P H3) werden in den Brennofen gerichtet, so daß sie auf der erhitzten Molybd'än-Laufschaufelform aufprallen. Es wird ein gleichförmiger überzug aus kristallinem Borphosphid, annähernd B. P, auf der Form aufgebaut, durch den die Molybdänunterlage vollständig bedeckt wird.
  • Es ist ferner gefunden worden, daß das Borphosphid erhalten wird, wenn das Bor liefernde Material, z. B. B C13, zunächst auf eine Unterlage aus, z. B. Molybdän aufgebracht und mit Wasserstoff oder Natrium reduziert wird, so daß sich ein Überzug aus elementarem Bor auf der Unterlage aufbaut. Das Phosphormaterial, z. B. PH, oder elementarer Phosphor, gelangt dann getrennt zur Anwendung, um das Bor in das erwünschte Borphosphid umzuwandeln.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von kristallinem Borphosphid der Zusammensetzung B5 P bis B7 P, dadurch gekennzeichnet, daß man a) Bor und Phosphor im erforderlichen Verhältnis bei 800 bis 1947° C, besonders 1000 bis 1600° C, aufeinander einwirken läßt oder b) Bor bzw. Phosphor bei den zur Borphosphidbildung erforderlichen Temperaturen entwickelnde Verbindungen bei den unter a) angegebenen Temperaturen aufeinander einwirken läßt und das erhaltene Produkt aus dem Reaktionsgemisch abtrennt oder c) Borphosphid der Zusammensetzung B P allein oder d) Borphosphid der Zusammensetzung B P und die zur Bildung des höheren Phosphids erforderliche Bormenge oder e) Borhalogenid mit Phosphor oder Phosphorhalogeniden in Gegenwart von Wasserstoff im erforderlichen Verhältnis oder f) Bor und Phosphin im erforderlichen Verhältnis auf die unter a) angegebenen Temperaturen erhitzt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es gemäß Variante d) mit vorgeformten, aus Borphosphid (BP) und Bor bestehenden Formkörpern durchgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es unter Druck und Temperaturbedingungen durchgeführt wird, bei denen der Partialdruck des Phosphors geringer als der Zersetzungsdruck von Borphosphid der Zusammensetzung B P ist.
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