DE1123879B - Verfahren und Anlage zur kontinuierlichen Entzunderung von Breitband in einer Durchlaufbeizanlage - Google Patents
Verfahren und Anlage zur kontinuierlichen Entzunderung von Breitband in einer DurchlaufbeizanlageInfo
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Description
- Verfahren und Anlage zur kontinuierlichen Entzunderung von Breitband in einer Durchlaufbeizanlage Die Erfindung bezieht sieh auf Anlagen zum Beizen von Breitband derjenigen bekannten Art, bei der das Breitband kontinuierlich, d. h. endlos, durch das Beizbad hindurchgeführt wird.
- Bei den bekannten Anlagen wird das Breitband, bevor es in das Beizbad gelangt, von einem Warmbandbund abgewickelt, vorentzundert, endlosgeschweißt bzw. -geheftet. Mit Warmbandbund ist hier das Erzeugnis eines Breitband-Warmwalzwerkes gemeint. Nach Durchlauf durch das Beizbad wird das Breitband zu einem Bund aufgewickelt, dessen Gewicht ein Mehrfaches des Warmbandbundes beträgt. Da für das Zusammenschweißen der einzelnen Bänder verhältnismäßig viel Zeit benötigt wird, ist dem Beizbad eine Schlingengrube vorgeordnet, in der ein solch großer Vorrat gespeichert werden kann, daß der kontinuierliche Beizbetrieb nicht unterbrochen zu werden braucht. In der Schlingengrube liegt eine Vielzahl von Schlingen aufeinander. Dies hat erhebliche Nachteile: Einmal ist wegen der begrenzten Aufnahmefähigkeit einer ohnehin schon sehr großen Schlingengrube nur eine begrenzte Bandgeschwindigkeit im Beizbad möglich. Die Beizanlage ist damit nur schlecht ausnutzbar. Zum anderen erfährt das zu Schlingen gelegte Band solch scharfe Faltbiegungen, daß es an den Biegestellen erhebliche Gefügeverschlechterungen erleidet. Die Gefügeverschlechterungen wirken sich beim späteren Kaltwalzen des gebeizten Bandes als Bandreißer aus, was außerordentlich folgenschwer ist. Wegen der begrenzten Kapazität einer Schlingengrube ist es außerdem mitunter notwendig, die Bandgeschwindigkeit im Beizbad zeitweise herabzusetzen, was ein ungleichmäßiges Beizergebnis zur Folge hat. Die Erfindung bezweckt, ein Verfahren und eine für die Durchführung des Verfahrens geeignete Anlage zu schaffen, das bzw. die erlaubt, immer mit einer Einfachschlinge und damit mit einer relativ kleinen Schlingengrube auszukommen, obwohl die Beizanlage mit im wesentlichen gleichbleibend hoher Bandgeschwindigkeit betrieben wird.
- Die Erfindung hat mit dem bekannten Verfahren gemeinsam, daß das von den Warmbandbunden abgehaspelte Band mechanisch vorentzundert, an das Ende eines im Durchlauf durch die Beizanlage befindlichen Bandes vor einer Schlingengrube angeheftet, nach Verlassen der Beizanlage die Heftstelle des Bandes herausgeschnitten, das Band wieder aufgehaspelt und der Bandbund einer Kaltwalzanlage zugeführt wird. Die Erfindung besteht darin, daß zwei oder mehr der von den Warmbandbunden abgewickelten vorentzunderten Bänder zu einem einzigen Band zusammengeschweißt werden und dieses Band vor dem Beizen zu einem Zwischenbund aufgewickelt, dieser Zwischenbund gegebenenfalls einer Lagerstelle zugeführt oder sofort in einer Einlaufstrecke der Beizanlage wieder abgewickelt und an das Ende eines in den Beizbehältern vorlaufenden Bandes angeheftet wird.
- Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also das Breitband in zwei voneinander getrennten Strecken, nämlich einer Vorbereitungsstrecke und einer Einlaufstrecke behandelt, bevor es in das Beizbad gelangt. Die langsamen Arbeitsgänge finden also in einer Strecke statt, in der sie keinen Einfluß auf die Beizgeschwindigkeit haben. Die Trennung der langsamen Vorgänge von den schnellen Vorgängen ist also der Kerngedanke der Lösung des bestehenden Problems.
- Die verhältnismäßig lange Schweißzeit wirkt sich nämlich unschädlich auf einen hier gegenüber der erfindungsgemäßen Schlingengrube andersartigen Speicher aus, und zwar einem Lager von zum Beizen fertiger Zwischenbunde, die um ein Mehrfaches schwerer sind als die Warmbandbunde. Das Zwischenbundlager beansprucht ein Minimum an Platz, und die Zwischenbunde sind dort keinen Veränderungen unterworfen. Ferner können der Beizanlage so viele ein und dasselbe Lager beschickende Vorbereitungsstrecken vorgeordnet werden, wie es für eine stockungslose Betriebsführung jeweils erforderlich ist. Auch wird der bestehenden bedenklichen Tendenz entgegengetreten, derart leistungsstarke Breitband-Warmstraßen zu bauen, daß darauf Bunde vom Fertiggewicht der dem Kaltwalzwerk zuzuführenden Bunde gewalzt werden können. Weiter gestatten die diskontinuierlich arbeitenden . Vorbereitungsstrecken eine gründliche Materialkontrolle. Schließlich lassen sich die Beizanlagen mit ihrer vollen Kapazität ausnutzen, wobei die Bandgeschwindigkeit konstant gehalten werden kann. Damit wird eine gleichmäßige Beizung über die ganze Bandlänge erreicht.
- Eine für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Anlage besteht aus einer - vorzugsweise aus mehr als einer - Vorbereitungsstrecke und einer Einlaufstrecke. Jede Vorbereitungsstrecke enthält im wesentlichen die bekannten Aggregate wie Zunderbrecher, Schopfschere, Schweißaggregat und Abgratmaschine. Ebenso besteht die Einlaufstrecke im wesentlichen aus den bekannten Aggregaten wie Heftmaschine und Schlingengrube.
- In der Zeichnung ist eine Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens als Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt. Es zeigt Fig.1 eine vor einem Zwischenbundlager angeordnete Vorbereitungsstrecke einer Beizanlage, Fig. 2 eine dem Zwischenbundlager nachgeordnete Einlaufstrecke derselben Beizanlage.
- In einer Vorbereitungsstrecke nach Fig. 1 durchläuft das von einem Warmbandbund 1 abgewickelte Breitband 2 ein Aggregat 3, das einen Zunderbrecher und einen Richtrollensatz besitzt. Das vorentzunderte und gerichtete Band passiert eine Trennschere 4 zum Abschneiden des vorderen und hinteren Walzschopfes und zum Herausschneiden fehlerhafter Bandstellen. Dabei erfährt es eine Stillstandszeit von etwa2 Minuten, die sich für die Materialkontrolle gegebenenfalls noch erhöht. Das Bezugszeichen 4 gilt für ein Trennscherenpaar mit Zwischenstrecke. Der Schweißmaschine 5 ist eine Abgratmaschine 6 nachgeschaltet, von der das Band über einen Treibapparat 7 einer Aufwickelmaschine 8 zugeführt wird. Alle Aggregate der in der Zusammensetzung kurz dargestellten Vorbereitungsstrecke sind bekannt bzw. wird ihre Ausführungsform von der vorliegenden Erfindung nicht erfaßt.
- Die Aufwickelmaschine 8 liefert einen Zwischenbund 9 von beispielsweise 18 t Gewicht, der aus zwei Warmbandbunden von je 9 t oder aus drei Warmbandbunden von je 6 t gebildet wird. Einige solche von der Aufwickelmaschine 8 gelieferten Zwischenbunde 9 liegen in einem angedeuteten »Lager«, d. h. auf einer Transportvorrichtung 10 für den Anschluß an die in Fig. 2 gezeichnete Einlaufstrecke bereit.
- In der Einlaufstrecke nach Fig. 2 ist die Transportvorrichtung 10 identisch mit der in Fig. 1 gezeichneten. Von der Transportvorrichtung 10 wird der Zwischenbund 9 in geeigneter Weise in eine Abwickelmaschine 11 gebracht. Das davon ablaufende, vorentzunderte Band 12 wird in einer Richtmaschine 13, die gleichzeitig Treibapparat ist, einer Heftmaschine 14 zugeführt, nachdem dort bereits das Ende 15 des vorlaufenden Bandes festgehalten wurde. In der Heftmaschine 14 überlappen sich das vordere Ende 16 des Bandes 12 und das hintere Ende 15 des in den Beizbehältern vorlaufenden Bandes 17. Die Heftmaschine bekannter Art heftet entweder im Punktschweißverfahren oder drückt aus dem Band klammerartige Teile, die nach entsprechender Umbiegung die Enden formschlüssig verbinden. Nach dem Heften fördert ein Treibapparat 18, dessen Walzen der dickeren Überlappungsstelle ausweichen können, das Band in eine Schlingengrube 19, von wo aus es über einen weiteren Treibapparat 20 einem nicht gezeichneten Beizbad zugeführt wird. Die Geschwindigkeit des in das Beizbad eintretenden Bandes 17 ist so groß, wie es die Beizanlage zuläßt, z. B. 150 m/min. Die Geschwindigkeit bleibt unverändert konstant auch dann, wenn das hintere Bandende 15 zum Zwecke der Heftung stillsteht. Da der Heftvorgang mit etwa 10 Sekunden sehr rasch durchgeführt wird, ist eine verhältnismäßig kleine Bandschlinge 21 ausreichend, den Stillstand zeitlich zu überwinden. Die Schlinge besitzt durch geeignete, in dem Schema nicht gezeichnete Rollenführungen keine Stelle, an der sie eine schroffe Biegung erfährt.
- Nach dem Austritt aus der Beizanlage durchläuft das Band in bekannter und deshalb nicht gezeichneter Weise eine Zerteilschere, die durch eine automatische Steuerung dann in Tätigkeit tritt, wenn sie von der Heftstelle passiert wird. Die Schere schneidet die Heftstelle vorn- und hinten aus dem Band heraus. Das hintere Ende des so abgeschnittenen fertig gebeizten Bandes bildet den Schluß des für das Kaltwalzwerk fertigen Bundes. Durch bekannte Vorrichtungen wird das vordere Ende des nächsten Bandabschnittes erfaßt und einer bereitstehenden Aufwickelmaschine zugeführt.
- Es ist nicht notwendig, daß die Vorbereitungsstrecke nach Fig. 1 in unmittelbarer Nähe der Einlaufstrecke nach Fig. 2 angeordnet ist, wenn dies auch aus verschiedenen Gründen zweckmäßig ist. Ferner ist es nicht notwendig, daß jeder Einlaufstrecke nach Fig. 2 eine besondere Vorbereitungsstrecke nach Fig. 1 vorgeordnet ist. So zum Beispiel können zwei Beizanlagen mit drei Vorbereitungsstrecken nach Fig. 1 versehen sein. In einer solchen Kombination läßt sich die Leistung der Beizanlage gegenüber einer solchen nach dem Stand der Technik etwa um 50 °1a steigern.
- Die Aggregate der Einlaufstrecke nach Fig. 2 sind ebenfalls bekannt. So z. B. bezeichnet man die Heftmaschine 14, sofern es keine Punktschweißmaschine ist, mit Stitcher. Für dünnere Bleche unter 1,5 mm Dicke wird im allgemeinen der Punktschweißmaschine der Vorzug zu geben sein und für dickere Bleche dem Stitcher.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur kontinuierlichen Entzunderung von warmgewalzten, zu Bunden aufgewickelten Breitbändern in einer Durchlaufbeizanlage vor dem Kaltwalzen, bei dem das von den Warmbandbunden abgehaspelte Band mechanisch vorentzundert, an das Ende eines im Durchlauf durcb die Beizanlage befindlichen Bandes vor einer Schlingengrube angeheftet, nach Verlassen der Beizanlage die Heftstelle des Bandes herausgeschnitten, das Band wieder aufgehaspelt und der Bandbund einer Kaltwalzanlage zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr der von den Warmban dbunden abgewickelten vorentzunderten Bänder zu einem einzigen Band zusammengeschweißt werden und dieses Band vor dem Beizen zu einem Zwischenbund aufgewickelt, dieser Zwischenbund gegebenenfalls einer Lagerstelle zugeführt oder sofort in einer Einlaufstrecke der Beizanlage wieder abgewickelt und an das Ende eines in den Beizbehältern vorlaufenden Bandes angeheftet wird.
- 2. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einer Vorbereitungsstrecke (Fig. 1) im wesentlichen mit Zunderbrecher (3), Schopfschere (4), Schweißaggregat (5) und Abgratmaschine (6) sowie aus einer davon durch ein Lager (10) für in der Vorbereitungsstrecke hergestellte Zwischenbunde (9) getrennten Einlaufstrecke (Fig. 2) im wesentlichen mit Heftmaschine (14) und Schlingengrube (19) sowie aus einer davon durch das Beizbad getrennten Schere besteht, die das endlose Band (17) unter Herausschnitt der Heftstelle (15/16) auf die Bandlänge von für das Kaltwalzwerk fertigen Bunden teilt.
- 3. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekenn. zeichnet, daß der Einlaufstrecke (Fig. 2) des Beizbades mehr als eine Vorbereitungsstrecke (Fig. 1) vorgeordnet ist. In Betracht gezogene Druckschriften: Willi Machu, HOberflächenvorbehandlung von Eisen- und Nichteisenmetallen, 1954, S. 403 bis 405 und 407.
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