DE1121082B - Einrichtung zur Granulierung und Trocknung breifoermiger Duengemittel - Google Patents
Einrichtung zur Granulierung und Trocknung breifoermiger DuengemittelInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
P 24238 IVa/16
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UNDAUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 4. JANUAR 1962
Die zahlreichen Arten mineralischer Düngemittel bedürfen je nach ihrer Zusammensetzung verschiedener
Vorrichtungen zu ihrer Herstellung.
Die derzeit am häufigsten verwendeten Düngemittel sind die Mischdüngemittel, welche die drei EIemente
N, P, K neben möglichen anderen Zusatzstoffen, nämlich Stabilisierungsmittel, Spurenelemente, Schädlingsbekämpfungsmittel
usw. enthalten.
Diese verschiedenen Düngemittel werden unabhängig von der Art ihrer Herstellung in eine Endphase
übergeführt, in welcher sie als harte und leicht streufähige, abgerundete Granulate mit gleichmäßiger Korngröße
vorliegen. Die hierfür erforderliche Behandlung wird im allgemeinen in zwei Stufen durchgeführt, für
deren jede eine gesonderte Vorrichtung nötig ist.
In der ersten Stufe, welche die eigentliche Granulierung darstellt, erzeugt man bröckelige, weiche Körner,
und in der zweiten Stufe überführt man diese dann, in der Regel durch Trocknung, in harte Granulate.
Obwohl das Verfahren im Prinzip für die verschiedenen Düngemittel gleich ist, variieren doch in der
Praxis je nach dem zu behandelnden Düngemittel die Ausführungsformen, und infolgedessen müssen
auch die erforderlichen Einrichtungen von einem Fall zum andern verschieden sein. Das bedeutet, daß jedes
bestimmte Düngemittel eine besondere Einrichtung erfordert. Aus diesem Grunde bedingt die Herstellung
verschiedenartiger Düngemittel in ein und derselben Fabrik einen ganz beträchtlichen Material- und
Kostenaufwand sowie einen großen Raumbedarf.
Die erfindungsgemäße Einrichtung beseitigt diese Nachteile.
Die erfindungsgemäße Einrichtung zur Herstellung der verschiedenartigsten trockenen, granulierten Düngemittel,
welche eine Granulierungsstufe und eine Trocknungsstufe durchlaufen, besteht in an sich bekannterWeise
aus zwei aneinander angrenzenden drehbaren Räumen, wovon der vordere den Granulator
bildet und mindestens eine Längsleitung zur Zuführung heißer Gase aufweist und der nachfolgende Raum
als Trockner ausgebildet ist. Die Erfindung besteht nun darin, daß die Räume von einem einzigen rohrförmigen,
drehbaren Gehäuse umschlossen sind, die Längsleitung durch senkrecht davon ausgehende Leitungen
einen entlang des Raumes verlaufenden Gaseinlaß speist, welcher aus einer ortsfesten Wand besteht,
deren mit dem Gehäuse in Berührung befindliche Kante einen Abstreifer bildet und deren andere
Kante, die von dem Gehäuse einen gewissen Abstand besitzt, eine Rampe darstellt, über welche die Gase
in das Innere der in dem Granulator in Bewegung befindlichen Düngemittelmasse eingeleitet werden.
Einrichtung zur Granulierung und Trocknung breiförmiger Düngemittel
Anmelder: Potasse et Engrais Chimiques, Paris
Vertreter: Dipl.-Ing. E. Prinz
und Dr. rer. nat. G. Hauser, Patentanwälte, München-Pasing, Bodenseestr. 3 a
Beanspruchte Priorität: Frankreich vom 5. Februar 1959
Im Unterschied zu der Erfindung bilden bei den bekannten Einrichtungen der beschriebenen Art der
Granulator und der Trockner zwei durch eine Art Kamin getrennte selbständige Räume, wobei die Heißluft
für die Trocknungsvorrichtung durch ein Rohrleitung dem Kamin zugeführt wird. Der Granulator
und der Trockner können mit verschiedenen Geschwindigkeiten umlaufen, und die Stellung des
Granulators relativ zu der Trocknungsvorrichtung kann sich ändern, wenn nur das granulierte Produkt
in die Mitte der Trocknungsvorrichtung eingeführt wird.
Demgegenüber bilden bei der erfindungsgemäßen Einrichtung der Granulator und die Trocknungseinrichtung
eine Einheit, was insbesondere den Bau der Einrichtung vereinfacht und weniger Antriebskraft
erfordert.
Auch die sich in den Einrichtungen abspielenden Vorgänge sind verschieden: In der bekannten Einrichtung
wird die Granulierung durch Zugabe von Wasserdampf bewirkt, welcher durch Kondensation
auf den Teilchen für den gewünschten Feuchtigkeitsgehalt sorgt.
Erfindungsgemäß erzielt man die Granulierung durch eine Verdampfung als Folge einer Kalorien-
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zufuhr oder frei werdender Reaktionswärme. Diese Kalorienzufuhr kann durch Heißluft oder heiße Gase
erfolgen, wobei die heißen Gase gleichzeitig in Reaktion treten können, wobei dann die bei der Reaktion
frei werdende Wärme zur Verdampfung dient.
Auch die Art der Zuführung des Gasstromes ist verschieden. Bei dem bekannten System wird der
Dampf durch Längsrohre, die in den freien Raum des Granulators einmünden, zugeführt. Im Gegensatz
hierzu werden erfindungsgemäß die heißen Gase in einen auf einer Seite durch das sich drehende Gehäuse
begrenzten Raum eingeführt. Die Wandseite dieses Raumes bildet einen Abstreifer, welcher ein
Festsetzen der zu granulierenden Masse verhindert. Die gegenüberhegende Wandseite des Raumes bildet
eine Art Rampe, welche die Einführung der heißen Gase unmittelbar in die zu granulierende Masse ermöglicht.
Daraus ergibt sich ein ganz beachtlicher technischer Fortschritt, da die Kalorienausbeute durch die direkte ao
Wärmeübertragung in die Masse ganz ausgezeichnet ist; mit anderen Worten wird die zur Granulierung
erforderliche Wärmemenge auf ein Mindestmaß herabgesetzt.
Eine besondere Ausführungsform der Erfindung erlaubt
ferner eine chemische Reaktion in fester, feuchter Phase, indem man vor den heißen Gasen
gasförmige Reaktionsteilnehmer einbläst.
Schließlich ermöglicht die erfindungsgemäße Einrichtung eine sehr vielseitige Anwendung, was bei der
bekannten Einrichtung nicht der Fall ist; diese ist nur für ein beschränktes Anwendungsgebiet vorgesehen
und verlangt die Zuführung von Wasser, das später in dem Trockner wieder entfernt werden muß, wodurch
natürlich die Kapazität der Einrichtung herabgesetzt und ein erhöhter Kalorienverbrauch bedingt
wird.
Weitere Einzelheiten der Einrichtung der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung. In
der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht im Längsschnitt einer erfindungsgemäßen Einrichtung,
Fig. 2 einen senkrechten Querschnitt durch den Granulator in gegenüber Fig. 1 vergrößertem Maßstab
entlang der Linie 2-2 von Fig. 1 und
Fig. 3 bis 7 schematische Darstellungen des Betriebs der Vorrichtung bei Behandlung verschiedenartiger
Düngemittel.
In Fig. 1 und 2 bezeichnet 1 das rohrförmige Gehäuse, welches durch einen Motor 2 sowie Bänder
und Laufrollen 3 und 4 in Drehung um seine Achse versetzt wird.
Das zylindrische Gehäuse 1 bildet zwei aneinander angrenzende Räume 5 und 6. Der vordere Raum 5
mit einer Eintrittsöffnung 7 stellt die Granuliervorrichtung dar. Seine Innenwand 8 ist glatt, und sein
Durchmesser ist mindestens gleich seiner Länge, um die Gefahr von Ablagerungen und Verstopfungen zu
vermeiden.
In dem Granulator 5 ist eine einen Abstreifer bildende
Gaseinblasvorrichtung 11 angeordnet. Sie besitzt in einer feststehenden, senkrechten, gegenüber
der senkrechten Symmetrieebene leicht geneigten Ebene mehrere Leitungen 12, welche gleichzeitig
durch einen Kanal 13, der Frischluft oder heiße Gase unter Druck, z. B. Verbrennungsgase oder gasförmige
Reaktionsteilnehmer, zuführt, gespeist werden. Die Leitungen 12 stehen mit einem Raum 14 in Verbindung,
der durch eine ausgestanzte Wand 15 gebildet wird, welche sich in geringem Abstand zu dem
Gehäuse 1 und parallel zu seiner Mantellinie befindet. Die Vorderkante 16 der Wand 15 befindet sich mit
der Wand 8 in Kontakt und bildet einen Abstreifer. Der andere, in einem bestimmten Abstand von der
Wand 8 befindliche Rand 17 stellt eine Rampe zum Einblasen von Gas dar.
In ihrem hinteren Teil wird die Trennwand 15 von einem Blech 18 überragt, welches einen zweiten Raum
19 bildet und in eine Rampe 21 endigt, die sich wesentlich oberhalb der Rampe 17 befindet.
In den Raum 19 münden Leitungen 22, welche mit den Leitungen 12 zusammengebaut sind und durch
eine Leitung 23 gespeist werden, durch welche gasförmige Reaktionsteilnehmer, z. B. Ammoniak oder
Kohlensäuregas, zugeführt werden.
In den Granulator 5 münden ferner ein:
eine Rutsche 25, welche durch einen Trichter 26 gespeist wird und die Zuführung fester, pulverförmiger Reaktionsteilnehmer sowie von im Kreislauf geführten Feinstoffen ermöglicht,
eine oder mehrere Leitungen mit geringem Durchmesser, wie z. B. die Leitung 27 zur Zuführung von Wasser und flüssigen Reaktionsteilnehmern,
eine Rutsche 25, welche durch einen Trichter 26 gespeist wird und die Zuführung fester, pulverförmiger Reaktionsteilnehmer sowie von im Kreislauf geführten Feinstoffen ermöglicht,
eine oder mehrere Leitungen mit geringem Durchmesser, wie z. B. die Leitung 27 zur Zuführung von Wasser und flüssigen Reaktionsteilnehmern,
mindestens eine Leitung mit großem Durchmesser, z. B. die Leitung 28, welche die Zuführung
von breiartigen Stoffen oder Kristallbreien mit größerer Viskosität ermöglicht.
Schließlich verläuft quer durch den Granulator 5 ein axialer herausnehmbarer Kanal 29, welcher durch ein Führungsblech 30 abgeschlossen wird, das in den vorderen Teil des Trockners 6 hineinragt.
Schließlich verläuft quer durch den Granulator 5 ein axialer herausnehmbarer Kanal 29, welcher durch ein Führungsblech 30 abgeschlossen wird, das in den vorderen Teil des Trockners 6 hineinragt.
Am Eintrittsende des Granulators, jedoch außerhalb desselben, sind auch noch mehrere Luftzuführungen
vorgesehen, und zwar
die durch eine Drosselklappe 32 mit dem Kanal 29 verbundene Leitung 31, welche von einem
nicht gezeigten Erhitzungsraum aus mit heißer, komprimierter Luft gespeist werden kann,
die durch ein Ventil 35 mit der Leitung 13 verbundene Leitung 33, die mit von einem Kompressor gelieferter komprimierter, kalter Luft gespeist werden kann,
die durch ein Ventil 35 mit der Leitung 13 verbundene Leitung 33, die mit von einem Kompressor gelieferter komprimierter, kalter Luft gespeist werden kann,
die Zuführungsleitung 36 für gasförmige Reaktionsteilnehmer, welche hinter einem Ventil 37
in die Leitung 13 einmündet.
Schließlich sind noch zwischen den Leitungen 31 und 13 eine mit einem Ventil 39 versehene Umleitung 38 und in der Leitung 23 ein Ventil 41 vorgesehen.
Schließlich sind noch zwischen den Leitungen 31 und 13 eine mit einem Ventil 39 versehene Umleitung 38 und in der Leitung 23 ein Ventil 41 vorgesehen.
Diese ganze Anordnung ermöglicht die unterschiedlichste Speisung des Granulators.
Der längliche Trockner 6 besitzt einen bekannten inneren Aufbau: Auf einen schraubenförmigen Teil
42 mit geringerem Durchmesser als der Granulator 5 folgt ein glatter Teil 43 und anschließend ein Abführungssystem,
welche aus mehreren radial angeordneten Blechen 44 besteht, welche auf Schaufeln 45
sitzen.
Das zylindrische Gehäuse 1 mündet in eine Kammer 51, die einen trichterförmigen Teil 52 zur
Abgabe des Düngemittels besitzt und deren oberer Teil einen Rohransatz 53 aufweist, durch welchen sie
mit den Zyklonen 54 und einem Ventilator 55 in Verbindung steht.
Beim Betrieb der Einrichtung wird das Gehäuse 1 in Richtung / durch den Motor 2 in Drehung versetzt.
Die zur Herstellung des Düngemittels erforderlichen Ausgangsstoffe werden je nach ihrer physikalischen
Beschaffenheit durch die entsprechenden Speisungsleitungen in den Raum 5 eingeführt.
Während der Drehung des Gehäuses 1 bildet das in dem Raum 5 enthaltene zu granulierende Material 50
eine Decke, welche die Platten 15 und 18 bedeckt. Die in die Räume 14 und 19 durch Leitungen 12 und
22 eingeleiteten Gase treten auf der Höhe der Rampen 17 bzw. 21 an der Stelle, an welcher die Decke
des zu granulierenden Materials 50 ihre größte Stärke besitzt, aus, was einen sehr guten Kontakt zwischen
dem Gas und der zu granulierenden Masse gewährleistet. Man kann auf diese Weise eine sehr wirksame
Trocknung der Masse 50 erzielen. Wenn die eingeleiteten Gase mit der Masse reagieren, verhindert die
besondere Anordnung der Rampen jede Gefahr einer Verstopfung.
Andererseits bewirkt die Vorderkante 16 der Wand 15 ein Abkratzen der Wand 8 auf deren ganzer
Länge und gleichzeitig eine Durchrührung der Masse sowie eine dauernde Reinigung des Granulators unter
Vermeidung von Feststoffansammlungen. Die Gefahr einer Verstopfung des Granulators wird daher vermieden.
Infolge des Unterschieds der Durchmesser der Räume 5 und 6 tritt die granulierte Masse fortschreitend
in den Trockner 6 ein, wo sie einmal der Wirkung von durch den Kanal 29 eintretenden und durch
das Führungsblech 30 verteilten heißen Gasen und zum andern der Einwirkung eines in Längsrichtung
hindurchtretenden, durch den Ventilator 55 gelieferten frischen Luftstroms ausgesetzt werden kann. Die
verschiedenen Teile, nämlich die Schraubenwindungen 42 und das Abführungssystem (Bleche 44 und
Schaufeln 45), gewährleisten einen intensiven Kontakt zwischen der in Bewegung befindlichen körnigen
Masse und den sie durchströmenden Gasen.
Die nachstehenden Beispiele zeigen, daß die beschriebene Einrichtung zur Behandlung einer Vielzahl
wichtiger Düngemittel von ganz verschiedener Art und Zusammensetzung verwendet werden kann.
a) Pulverförmiges Düngemittel
45
Die das Düngemittel aufbauenden festen Bestandteile werden in den Granulator durch die Rutsche 25
eingeführt (Fig. 3). Man gibt dann die beim Sieben des Endprodukts angefallenen Feinstoffe (Rückgut)
zu. Die Leitung 27, die an ihrem Ende mit einem Zerstäuber versehen ist, führt das zur Granulierung
des Düngemittels erforderliche Wasser zu. An Stelle von Wasser können auch andere wäßrige Lösungen
auf an sich bekannte Weise auf die zu granulierende Düngemittelmasse aufgebracht werden. Es sind dies
Lösungen von
Ammoniumnitrat oder -sulfat zur Erhöhung des Stickstoffgehaltes des Düngemittels,
Ammoniak oder einer Mischung aus Ammoniumnitrat und Ammoniak zur Neutralisation des
Produkts,
Ammonium- oder Kaliumphosphat, die in Form ihrer Lösung gleichzeitig mit dem Düngemittel
granuliert werden.
Die Flüssigkeitszugabe wird so bemessen, daß der Wassergehalt der Masse zwischen 6 und 9°/o beträgt.
Weiter ist der axiale Kanal 29 angebracht, durch welchen heiße Gase in den Raum 6 geblasen werden,
wo sie sich mit der von dem Ventilator 55 kommenden kalten Luft mischen.
b) Granulierung eines mehr oder weniger dicken, aus den Reaktionsbehältern kommenden
Düngemittelbreies
In diesem Falle, welcher die Herstellung von Mischdüngemitteln betrifft, beträgt der Wassergehalt
des Breies in der Regel mehr als 6 bis 9 %>, was zur Erzielung eines befriedigenden Granulats erforderlich
ist.
Die erfindungsgemäße Einrichtung ermöglicht dann nur die Zuführung der in dem Verfahren nach dem
Sieben und dem Mahlen des Grobmaterials angefallenen Feinstoffe ohne Zugabe weiterer Feinstoffe,
welche aus vorher zu mahlendem Handelsprodukt stammen, wie dies bei der üblichen Herstellung von
NPK-Düngemitteln der Fall ist.
Man bewirkt in dem Granulator 5 (Fig. 4) eine Vorkonzentrierung des Breies auf folgende Weise:
Durch die Rutsche 25 werden die im Kreislauf zu führenden Feinstoffe zugeführt, und man gibt durch
die Leitung 28 gleichzeitig den zu granulierenden Brei zu, welcher auf diese Weise auf eine bereits bestehende
Materialschicht auftrifft.
Die Zuführungsleitung 11 für heiße Gase wird ebenfalls in Gang gesetzt, indem man die Leitung 13
nach Öffnung des Ventils 35 durch die an den Erhitzungsraum angeschlossene Leitung 33 speist. Infolge
der besonders hohen Leistung der erfindungsgemäß vorgesehenen Gaseinleitung ruft der Durchtritt der
heißen Gase, deren Temperatur 400° C erreichen kann, im Innern der Schicht eine starke Verdampfung
hervor und ergibt eine granulierte Masse, welche ihrerseits wieder als Trägermasse für die kontinuierlich
eintretende Mischung von Feinstoffen und Brei dient.
Der Überschuß des granulierten Produkts tritt in den Trockner 6 ein und erfährt dort durch Einwirkung
der aus der Granulatschicht austretenden heißen Gase und der durch den Ventilator 55 eingeblasenen
kalten Luft eine endgültige Trocknung.
c) Granulierung einer Mischung aus einer breiartigen Düngemittelmasse und pulverförmigen Feststoffen
Dieses Beispiel betrifft die Herstellung von Mehrnährstoff-Düngemitteln,
welche man aus einer stark wasserhaltigen, breiartigen Masse erhält, die mit verschiedenen
Feststoffen (Zuschlagstoffen, Phosphatdüngemitteln usw.) zur Modifizierung der Endzusammensetzung
versetzt wird. Je nach dem Wassergehalt der in den Granulator 5 eingebrachten Mischung, verglichen
mit dem für eine Granulierung optimalen Wassergehalt von 6 bis 9%>, geht man nach den vorstehenden
Beispielen a) oder b) vor (Zugabe von Wasser, wenn der Anteil der festen Düngemittel
überwiegt oder Rückführung von Feinstoffen unter entsprechender Regelung der Temperatur der eingeblasenen
Gase in Abhängigkeit vom mittleren Feuchtigkeitsgehalt der Masse zur Vermeidung von Überhitzungen).
d) Düngesalze mit niedrigem Schmelzpunkt
Die nachstehend beschriebene Ausführungsform kommt z. B. dann zur Anwendung, wenn die flüssige
Phase aus wenig Wasser enthaltenden Düngesalz-
schmelzen besteht. Die Granulierung wird durch die Mischung mit kälteren, trockenen Produkten bewirkt.
Die durch die Rutsche 25 (Fig. 5) zugeführten Düngesalze werden durch die durch die Leitung 11 eingeblasenen
heißen Gase geschmolzen, während etwa nötige weitere Wassermengen durch die Leitung 27
zugeführt werden können. Die leichte, endgültige Trocknung wird durch Einleitung von Gas in den
Raum 6 durch den Kanal 29 bewirkt. Die Verteilung der heißen Gase auf die Leitung 11 und den Kanal
29 wird durch das in der Umleitung 38 befindliche Ventil 39 geregelt.
e) Hervorrufung von die Granulierung
begünstigenden chemischen Reaktionen
begünstigenden chemischen Reaktionen
In bestimmten Fällen kann man in dem Granulator eine chemische Reaktion bewirken, welche unter
Änderung der Bestandteile des Düngemittels die Temperatur der Masse erhöht und dadurch die Granulierung
fördert. Das kann z. B. bei der Granulierung von Superphosphat, pulverförmiges Kaliumchlorid
und flüssiges Ammoniumnitrat enthaltenden Mischungen erfolgen. In der Mischung reagiert nämlich
das Ammoniumnitrat mit den beiden erstgenannten Bestandteilen unter beschleunigter Granulierung.
Erstes Beispiel: Mehrnährstoffdüngemittel,
die Stickstoff und Carbonat enthalten (Fig. 6)
die Stickstoff und Carbonat enthalten (Fig. 6)
Man erhält das Düngemittel ausgehend von einer breiartigen Masse wie im Beispiel b), wobei jedoch
die abschließenden Reaktionen (Behandlung mit Ammoniak und Kohlensäure, wenn für den Aufschluß
von Rohphosphaten eine mehr als 5O°/oige Salpetersäure
verwendet wird) eine sehr dicke Konsistenz ergeben, welche eine Behandlung in Trögen nicht
mehr gestattet.
Bei den bisher üblichen Methoden verdünnt man dann die zu behandelnde Masse mit Wasser, um sie
transportierbar zu machen und in einem Behälter behandeln zu können. Dieses zugesetzte Wasser muß
jedoch bei der Trocknung wieder entfernt werden, was eine Herabsetzung der Betriebskapazität der Einrichtung
zur Folge hat und einen beachtlichen Kalorienverbrauch bedingt. Durch die erfindungsgemäße
Einrichtung wird die vorstehend beschriebene Verdünnung vermieden.
Die zu behandelnde breiartige Düngemittelmasse wird mit einer Viskosität zugeführt, welche die Zuführungsleitung,
z. B. die Leitung 28, gerade noch zuläßt. Diese unfertige Masse wird dann in dem
Granulator 5 mit durch die Rutsche 25 zugeführten, im Kreislauf geführten Feinstoffen (Rückgut) und mit
dem bereits in dem Raum 5 enthaltenen Produkt, welches bereits seine endgültige chemische Zusammensetzung
erreicht hat, vermischt.
Im Falle der Ammoniak-Kohlensäure-Behandlung leitet man durch die Leitung 36 gasförmiges Ammoniak
und entweder durch die Leitung 33 Kaltluft oder durch die Leitung 38 Heißluft oder eine
Mischung der beiden ein. Die Mischung der Gase erfolgt in der Leitung 13, und die Gasmischung wird
dann in die Reaktionsmasse durch die Leitung 11 eingeblasen.
Das eingeleitete Ammoniak, welches auf eine neutralisierte Masse auftrifft, dient zur Umwandlung
des überschüssigen Calciumnitrats. Gleichzeitig leitet man durch die Leitung 23 gasförmige Kohlensäure
ein, die durch das von den Rampen 17 und 21 gebildete Mundstück in das Innere der Düngemittelmasse
eintritt. Die dabei hervorgerufene exotherme Reaktion bewirkt eine Trocknung der Masse, die sich
unter geringem Zusatz von Feinstoffen dabei granuliert. Der Abstreifer 16 verhindert eine Massierung
des Düngemittels. Der Überschuß an fertigem granuliertem Düngemittel tritt in den Trockner 6 ein, wo
er durch den Kanal 29 zugeführte heiße Gase und ίο zusätzliche kalte Luft aufnimmt.
Zweites Beispiel: Superphosphat (Fig. 7)
Bekanntlich neigt frisch hergestelltes Superphosphat beim Vermischen mit löslichen Salzen, z. B.
Ammoniumnitrat und Kaliumnitrat, dazu, sich zu verflüssigen. Aus diesem Grunde mußten bei den
bekannten Verfahren Feinstoffe im Kreislauf geführt werden, um die Granulierung der Masse zu gewährleisten.
Im Gegensatz dazu wird bei der Ammonisierung der Mischung mit gasförmigem Ammoniak durch die
sich abspielenden chemischen Umsetzungen und den durch die dabei frei werdende Reaktionswärme bedingten
Temperaturanstieg der Masse eine leichte Granulierung des Endprodukts erzielt, welches in
praktisch trockenem Zustand anfällt.
Dieses Ergebnis ermöglicht die erfindungsgemäße Einrichtung, welche die gleichzeitige Einleitung von
gasförmigem Ammoniak und von anderen Bestand-
3" teilen des Düngemittels gestattet. Die Einführung von
Ammoniak besitzt auch noch den Vorteil, daß der eine wertvolle Düngemittelkomponente darstellende
Ammoniakstickstoff gebunden wird.
In der Praxis schickt man durch die Leitung 11 eine Mischung von 8 bis 10%>
durch die Leitung 36 eingeführtem gasförmigem Ammoniak und durch die Leitung 33 zugeführter Frischluft. Die verschiedenen
Feststoffe (Superphosphat und andere Salze oder Bestandteile des Düngemittels) sowie die im Kreislauf
geführten Feinstoffe werden kontinuierlich durch die Rutsche 25 zugeführt. Die erfindungsgemäße Einrichtung
ermöglicht auch die Zugabe anderer reagierender Stoffe, z. B. von Schwefelsäure oder Phosphorsäure,
zu der Masse. Diese Säuren werden zusammen mit dem Ammoniak eingebracht, welches dabei in
Ammoniumsulfat oder -phosphat übergeführt wird. Das Düngemittel wird auf diese Weise an Stickstoff
und, bei Verwendung von Phosphorsäure, an P2O5
angereichert. Diese reaktionsfähigen Säuren werden in den Granulator 5 durch die Leitung 27 eingeführt.
Die Neutralisation im Inneren der Masse mit durch die Gasleitung 11 zugeführtem Ammoniak erhöht die
Temperatur und steigert die Wasserverdampfung, wodurch die Granulierung und die abschließende
Trocknung, die wie vorstehend in dem Raum 6 erfolgt, erleichtert wird. Wie bereits beschrieben, erfolgt
diese Trocknung im Raum 6 allein durch einen Frischluftstrom oder gegebenenfalls durch eine
Mischung von Frischluft mit durch den Kanal 29 in geeigneter Menge zugeführten Heißgasen.
Die vorstehenden Beispiele zeigen, daß die erfindungsgemäße
Einrichtung äußerst anpassungsfähig ist und den verschiedensten Bedingungen, welche die
meisten bekannten Verfahren zur Herstellung von Düngemitteln erfordern, entspricht. Die beschriebene
Einrichtung ist vielseitig verwendbar und ergibt eine beträchtliche Vereinfachung der einzelnen Verfahrensstufen.
Claims (4)
1. Einrichtung zur Granulierung und Trocknung breiförmiger Düngemittel verschiedener Arten,
bestehend aus zwei aneinandergrenzenden drehbaren Räumen, wovon der vordere den Granulator
bildet und mindestens eine Längsleitung zur Zuführung heißer Gase aufweist und der nachfolgende
Raum als Trockner ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Räume (5) und
(6) von einem einzigen rohrförmigen, drehbaren Gehäuse (1) umschlossen sind, die Längsleitung
(13) durch senkrecht davon ausgehende Leitungen (12) einen entlang des Raumes (5) verlaufenden
Gaseinlaß (11) speist, welcher aus einer ortsfesten Wand (15) besteht, deren mit dem Gehäuse
(1) in Berührung befindliche Kante (16) einen Abstreifer bildet und deren andere Kante (17),
die von dem Gehäuse einen gewissen Abstand besitzt, eine Rampe darstellt, über welche die
Gase in das Innere der in dem Granulator in Bewegung befindlichen Düngemittelmasse eingeleitet
werden.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gaseinlaß (11) mit einer
zweiten Zuführung für gasförmige Reaktionsteilnehmer kombiniert ist, welche einen dem
Raum (14) benachbarten Raum (19) bildet und in das Innere der in Bewegung befindlichen Düngemittelmasse
einmündet.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gaseinlaß (11) relativ zu
der senkrecht durch die Achse des Drehgehäuses (1) verlaufenden Ebene im Drehungssinn so versetzt
ist, daß die eingeblasenen Gase die zu granulierende Düngemittelmasse an einer Stelle durchqueren,
an welcher die von dieser Masse gebildete Schicht am dicksten ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie noch eine in den Granulator
(5) führende Rutsche (25) zur Zuführung von Feststoffen, Leitungen (27, 28) von verschiedenem
Durchmesser zur Zuführung von Wasser, flüssigen Reaktionsteilnehmern und breiartigen
Stoffen sowie die Zuführung von Gasen in das rohrförmige Gehäuse ermöglichende Leitungen
(13, 23) aufweist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Französische Patentschrift Nr. 864 503.
Französische Patentschrift Nr. 864 503.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
® 109 758/359 12.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1121082B true DE1121082B (de) | 1962-01-04 |
Family
ID=8710859
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP24238A Pending DE1121082B (de) | 1959-02-05 | 1960-01-13 | Einrichtung zur Granulierung und Trocknung breifoermiger Duengemittel |
Country Status (5)
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|---|---|
| BE (1) | BE586250A (de) |
| DE (1) | DE1121082B (de) |
| FR (1) | FR1224230A (de) |
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