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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf Riemen, die aus Metall hergestellt
sind und in Faserbahnmaschinen inklusive Papier- oder Kartonherstellmaschinen
und Finishingmaschinen angewendet werden, und auch auf ein Verfahren
zum Herstellen derartiger Riemen. Metallriemen weisen derartige
Eigenschaften auf wie Glätte,
Steifigkeit, Wärmeleitfähigkeit
und dergleichen, was die Anwendung dieser Riemen bei der Papierherstellung
oder Kartonherstellung besonders vorteilhaft macht.
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Metallriemen
werden häufig
in Zusammenwirkung mit Schaberklingen verwendet, die in Gleitkontakt mit
dem Riemen stehen, womit ein Verschleiß des Riemens bewirkt wird.
Es ist daher erforderlich, die Verschleißeigenschaften und den Verschleißwiderstand
der jeweiligen Riemen zu verbessern. Es ist aus dem Stand der Technik
bekannt, harte Beschichtungen, insbesondere eine harte Chromplattierung,
auf dem Riemen vorzusehen, um eine harte und vergleichsweise gegenüber Verschleiß widerstandsfähige Oberfläche zu schaffen.
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Jedoch
wurde herausgefunden, dass es einige andere Schwierigkeiten gibt,
die bei der Verbesserung des Metallriemens involviert sind. Einerseits
sind in der harten Chromplattierung, die als ein typisches Beispiel für eine harte
Beschichtung dient, die Adhäsionseigenschaften
zwischen dem derart beschichteten Metallriemen und der Bahn, die
auf diesem Riemen befördert
wird, nicht zufriedenstellend. Andererseits wurde herausgefunden,
dass die Lebensdauer oder Haltbarkeit der harten beschichteten Metallriemen
kurz sind.
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Untersuchungen
haben gezeigt, dass der harte mit Chrom plattierte Riemen eine Vielzahl
an Anfangsrissen in der Metallriemenoberfläche und/oder der Beschichtung
aufzeigt. Wenn der Riemen in Betrieb ist, wird der Riemen viele
Millionen Mal gebogen, wenn die Laufrichtung des Riemens sich ändert. Es
kann mit gutem Grund angenommen werden, dass das wiederholte Biegen
des Riemens bewirkt, dass die kleinen Anfangsrisse in den Metallriemen
hinein voranschreiten, was schließlich bewirkt, dass der Riemen
reißt.
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Ein
weiteres Problem bei den Beschichtungen des Standes der Technik
kann darin gesehen werden, dass eine Delamination oder ein örtliches
Abschälen
der Beschichtungen besonders dann beobachtet wird, wenn der Metallriemen
bedeutsame Temperaturänderungen
während
seines Laufes erfährt,
so dass ein thermisches Expansionsphänomen – beispielsweise ein schnell
schrumpfender Metallriemen – ein
derartiges Ablösen
der Beschichtung von dem Riemenkörper
bewirken kann.
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Im
Hinblick auf die vorstehend dargelegten Probleme ist es die Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, einen gegenüber Verschleiß widerstandsfähigen Metallriemen
vorzuschlagen, der eine hohe Haltbarkeit hat, gleichmäßig verschleißt und eine
geringe Adhäsion
gegenüber
einer Bahn aufzeigt, und ein Verfahren zum Herstellen eines derartigen
Riemens vorzuschlagen.
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Im
Hinblick auf den Riemen ist die Aufgabe durch einen Riemen gemäß Anspruch
1 gelöst,
und im Hinblick auf das Verfahren ist die Aufgabe durch ein Verfahren
gemäß Anspruch
15 gelöst.
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Es
wurde herausgefunden, dass ein Riemen mit einer speziellen Spannungsverteilung
in dem Metallriemen und seiner harten Beschichtung gegenüber dem
Voranschreiten von Anfangsrissen widerstandsfähig ist, so dass die Lebensdauer
des Riemens bedeutsam erhöht
wird. Andererseits können
die vorteilhaften Eigenschaften bekannter harter Beschichtungen
im Hinblick auf den Verschleißwiderstand
beibehalten werden.
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Es
wurde herausgefunden, dass die mit einer Vorspannung vorgesehene
Beschichtung weiter aufbereitet werden kann durch beispielsweise
ein Öffnen
von Anfangsrissen in der Beschichtung mit einem Korrodiermittel
und einem anschließenden
Befüllen
der so erlangten Hohlräume
in der Beschichtung mit einem Niedrigadhäsionsmaterial, wodurch ein
Metallriemen vorgesehen wird, der eine gegenüber Verschleiß widerstandsfähige Oberfläche mit
geringer Adhäsion
hat. Es wurde des Weiteren herausgefunden, dass diese harte Beschichtung
sogar den Ermüdungswiderstand
des Metallriemens im Vergleich zu einem nicht beschichteten Metallriemen
verbessert. Weitere Verbesserungen haben Vorteile gezeigt, wenn
die Innenfläche
der Riemenschleife mit einer geeigneten Beschichtung ebenfalls bedeckt
ist, wobei diese Beschichtung ebenfalls eine vorbestimmte Spannungsverteilung
in der Beschichtung und dem Riemenkörper erfüllt. Beispielsweise sind elastische
(und/oder weiche) Beschichtungen besonders dafür geeignet, dass sie an der
Innenseite des Riemens vorgesehen werden, und derartige Beschichtungen
werden als dahingehend nützlich
erachtet, dass sie den Metallriemenkörper einkapseln, um beispielsweise
das Widerstandsvermögen
gegenüber
Korrosion bei dem Metallriemen zu verbessern.
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Insgesamt
schafft die vorliegende Erfindung einen aus Metall hergestellten
Riemen für
eine Verwendung in einer Faserbahnmaschine inklusive einer Papier-
oder Kartonherstellmaschine und Finishingmaschine, wobei der Riemen
einen plattenförmigen
Riemenkörper
hat, der daran angepasst ist, dass er zu einer endlosen Schleife
ausgebildet ist, und eine Beschichtung auf zumindest einer Oberfläche des
Riemens ausgebildet ist. Die Beschichtung ist aus einem anderen
Material als der Riemenkörper
ausgebildet, und die Spannung in der Beschichtung unterscheidet
sich von der Spannung in dem beschichteten Riemenkörper.
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In
vorteilhafter Weise ist die Spannung in der Beschichtung eine Druckspannung
und/oder ist die Spannung in dem Riemenkörper eine Zugspannung. Diese
Spannungsverteilung in dem Metallriemen kann gewählt werden, wenn die Beschichtung
auf der Außenfläche einer
durch den Riemen ausgebildeten Schleife vorgesehen ist. In diesem
Fall besteht ein weiterer Vorteil dann, wenn die Beschichtung eine
gegenüber
Verschleiß widerstandsfähige Beschichtung
ist, wobei insbesondere die Beschichtung eine harte Chromplattierung
sein kann.
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In
einer vorteilhaften Abwandlung kann die Beschichtung ein Niedrigadhäsionsmaterial
mit einer niedrigen Adhäsion
gegenüber
einer Papier- oder Kartonbahn tragen, wobei das Material ein fluoroplastisches
Material aufweisen kann, das in Hohlräume in der Beschichtung gefüllt ist.
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In
dem Fall, bei dem die innere Schleifenoberfläche der Riemenschleife mit
einer Beschichtung zu bedecken ist, ist es von Vorteil, wenn die
Spannung in der Beschichtung eine Zugspannung ist und/oder die Spannung
in dem Riemenkörper
eine Druckspannung ist. In vorteilhafter Weise ist die Beschichtung
eine flexible Beschichtung oder sie ist eine Diamantbeschichtung
oder eine diamantartige Beschichtung.
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Das
Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung stellt einen aus Metall hergestellten Riemen her für eine Verwendung
in einer Faserbahnmaschine inklusive einer Papier- oder Kartonherstellmaschine
und einer Finishingmaschine, wobei das Verfahren einen Schritt zum
Vorsehen eines plattenförmigen
Riemenkörpers aufweist,
der daran angepasst ist, dass er zu einer endlosen Schleife ausgebildet
wird. Dann wird der Riemenkörper
mit einem Radius und/oder in einer Richtung gebogen, die sich von
der Biegung des Riemens unterscheidet, wenn der Riemen in der Form
der vorstehend erwähnten
Schleife in der Papier- oder Kartonherstellmaschine in Verwendung
ist, und eine Beschichtung auf zumindest einer Oberfläche des
Riemenkörpers
wird aus einem anderen Material als der Riemenkörper ausgebildet, während der
Riemenkörper
in dem gebogenen Zustand gehalten wird, so dass eine Beschichtung
ausgebildet wird, in der die Spannung in der Beschichtung sich von
der Spannung in dem beschichteten Riemenkörper unterscheidet.
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In
Abhängigkeit
von der erwünschten
Spannungsverteilung in dem Riemenkörper und der Beschichtung kann
der Riemenkörper
mit einem geringeren Krümmungsradius
als im Betrieb in der Maschine gebogen sein, und die Beschichtung
kann dann auf die konvexe Oberfläche
des gebogenen Riemenkörpers
aufgebracht werden, wobei die Oberfläche eine Außenfläche der Riemenschleife ist.
Alternativ wird, wenn eine andere oder entgegen gesetzte Spannungsverteilung
zu verwirklichen ist, der Riemenkörper in entgegen gesetzter
Richtung als im Betrieb in der Maschine gebogen, und die Beschichtung
wird auf die konkave Oberfläche des
gebogenen Riemenkörpers
aufgebracht, wobei die Oberfläche
eine Innenfläche
der Riemenschleife ist.
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Als
eine Vorrichtung zum Biegen des Riemenkörpers und zum Aufbringen einer
Beschichtung auf der Außenfläche der
Riemenschleife – wobei
die Riemenschleife vor oder nach dem Beschichten ausgebildet werden
kann – kann
eine Rolle verwendet werden, über
die der Riemenkörper
gebogen wird, wobei die Rolle den Krümmungsradius der Biegung des
Riemenkörpers
als ihren Radius hat. Dadurch kann eine Druckspannung in der Beschichtung
und/oder eine Zugspannung in dem Riemenkörper erlangt werden, wenn der
Riemen in Betrieb ist.
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Alternativ
kann eine Vorrichtung angewendet werden, die das Verfahren in die
Praxis umsetzt, wobei in der Vorrichtung der Riemenkörper gebogen
wird durch ein Aufbringen eines Unterdrucks an der Seite, die zu
der Seite entgegengesetzt ist, die beschichtet wird, wodurch der
Riemenkörper
zu einer gebogenen Form gedrängt
wird. Das heißt,
die innere oder konkave Oberfläche
des gebogenen Riemenkörpers
kann unter Verwendung einer derartigen Vorrichtung beschichtet werden,
was eine Lösung
ist, bei der der Zugang zu der inneren Oberfläche der Krümmung ermöglicht ist, wenn der Riemenkörper in
gebogenem Zustand gehalten wird. Dadurch kann die Zugspannung in
der Beschichtung und/oder die Druckspannung in dem Riemenkörper erlangt
werden, wenn der Riemen in Betrieb ist.
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Es
sollte hierbei beachtet werden, dass sämtliche Beschichtungsverfahren
angewendet werden können,
insbesondere ein thermisches Sprühen,
HVOF, HVAF, ein elektrochemisches Beschichten, Chrombeschichten,
Bürstenbeschichten,
chemisches Beschichten, Nickelbeschichten, Tauchbeschichten (Immersion), Depositionsbeschichten
(Sedimentation), Beschichten durch Schweißen, Laserbeschichten CVD,
PVD, DLC, ALD, ein Diamantbeschichten und diamantartiges Beschichten
und ein Hybridbeschichten allein oder in Kombination.
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Das
Verfahren kann des Weiteren Schritte zum Vorbereiten der Metallriemenoberfläche(n) für die auf zubringende(n)
Beschichtung(en) aufweisen, wobei derartige Schritte ein Oberflächenaufrauen,
ein Oberflächenreinigen,
ein Oberflächendesinfizieren,
ein Oberflächenbeizmittel,
ein Auftragen von Primern oder dergleichen umfassen. Außerdem kann
die Oberfläche
nach dem Beschichten gefinished werden (Endbearbeitung) durch ein
Schleifen, Polieren, etc.
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Die
vorliegende Erfindung ist nachstehend anhand in den Zeichnungen
gezeigter praktischer Ausführungsbeispiele
erläutert.
Es ist klar, dass die praktischen Ausführungsbeispiele nicht einschränkende Beispiele sind,
durch die die beanspruchte Erfindung in die Praxis umgesetzt ist,
so dass Abwandlungen von ihnen innerhalb des Wissensgebietes von
Fachleuten gemacht werden können.
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1 zeigt
eine schematische Darstellung eines Metallriemens, der an seinen
beiden Seiten beschichtet ist, im Betrieb an einer Rolle einer Papierherstellmaschine.
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2 zeigt
stark vergrößerte schematische
Darstellungen eines kleinen Stücks
eines Riemens, der an einer Seite beschichtet ist, zur Erläuterung
der Prinzipien der vorliegenden Erfindung.
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3 zeigt
eine schematische Darstellung einer Vorrichtung, die zum Herstellung
eines beschichteten Riemens anwendbar ist, der eine Beschichtung
an seiner Innenfläche
hat, im Hinblick auf einen Krümmungsradius
des Riemens im Betrieb.
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4 zeigt
eine beispielartige Anordnung zum Ausführen der Erfindung.
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5 zeigt
einen stark vergrößerten Abschnitt
eines Riemens.
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In 1 ist
ein Teil eines Riemens 100 gezeigt, der eine Beschichtung 101 und 102 hat.
Obwohl dies nicht dargestellt ist, sollte verständlich sein, dass der Riemen 100 als
eine endlose Schleife ausgebildet ist, die über zumindest zwei Rollen oder
andere Einrichtungen tritt, bei denen der Riemen seine Laufrichtung ändert. In 1 ist
gezeigt, dass der Riemen 100 über eine Rolle 2 tritt,
an der der Riemen seine Laufrichtung von oben rechts nach unten
und nach links zu einer horizontalen Bewegung von links nach rechts ändert. Lediglich zum
Zwecke der Erläuterung
ist ein Stück
einer Bahn W gezeigt, die auf dem Riemen 100 getragen werden soll.
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Der
Riemen 100 hat einen Riemenkörper 10 mit zwei Beschichtungen,
wobei die Beschichtung 100, die die Außenfläche der Riemenschleife bedeckt
und mit der Bahn W in Kontakt gelangt, nachstehend Außenbeschichtung
oder äußere Beschichtung 101 genannt
wird, während
die Beschichtung 102 an der Oberfläche der entgegen gesetzten
Seite, die Innenfläche
der Riemenschleife als Innenbeschichtung oder innere Beschichtung 102 bezeichnet
ist.
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Der
Metallriemen 100 von 1 ist um
die Rolle 2 bis zu ungefähr 160° geschlungen und ist mit einem Radius
r2 gebogen, wenn er der Rollenoberfläche der Rolle folgt, die einen
Durchmesser 2 × r2
hat. Es sollte hierbei beachtet werden, dass ein derartiger Metallriemen
aus verschiedenen Materialien gemäß den speziellen Anforderungen
in dem Prozess hergestellt werden kann. Zum Zwecke der Erläuterung
der vorliegenden Erfindung wird ein aus einem Metall aus rostfreiem
Stahl hergestellter Riemenkörper
mit einer Dicke von 0,6 bis 1,2 mm verwendet, der so ausgebildet
und geschweißt
wird, dass er die endlose Schleife ausbildet.
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Der
Metallriemen und die Beschichtungen, die in 1 gezeigt
sind, sind aus Gründen,
die lediglich einer deutlichen Veranschaulichung der Zeichnung dienen,
außerordentlich
dick gezeichnet, wobei in der Realität die Dicke der Beschichtungen
(typischerweise 5 bis 100 μm)
im Vergleich zu dem Durchmesser der Rolle 2 verschwindend
klein sein würde.
Es sollte hierbei beachtet werden, dass r2 den minimalen oder kleinsten Biegeradius
repräsentiert,
den der Riemen im Betrieb der Maschine zu passieren hat.
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In
der linken Darstellung A von 2 ist ein
Metallriemenkörper 10 gezeigt,
wobei eine Beschichtung 101 ausgebildet ist, die eine äußere Beschichtung
in Bezug auf die Riemenschleife ausbildet. Aufgrund der Größe der Zeichnungen
erscheint der Riemenkörper 10 flach,
jedoch ist er mit einen Krümmungsradius
oder einem Biegeradius r gebogen, der kleiner als r2 ist, d. h.
kleiner als der kleinste Biegeradius, den der Riemen im Betrieb
der Maschine passiert. Aufgrund des Biegens kann grob erwartet werden,
dass das Spannungsprofil P in dem gebogenen Riemenkörper 10 auftritt.
In diesem Zustand wird die Beschichtung 101 auf den Riemenkörper 10 aufgebracht,
d. h. es ergibt sich ein Spannungsverteilungsprofil P innerhalb
des Riemenkörpers, wohingegen
die Beschichtung 101 von Spannung frei ist.
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In
der rechten Darstellung B von 2 ist der
Betriebszustand des Riemens gezeigt, d. h. wenn er mit dem Biegeradius
r2 gebogen ist (beispielsweise wenn er eine Rolle mit einem Radius
r2 passiert). Es sollte hierbei beachtet werden, dass aus Gründen der
Dimensionen der Elemente der Riemenkörper 10 in der Zeichnung
B flach gezeichnet ist, obwohl er mit dem Radius r2 gebogen ist.
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In
dem gebogenen Zustand der Zeichnung B kann ein Spannungsprofil P2
angenommen werden, das lediglich schematisch in 2 gezeigt
ist. Des Weiteren wurde unter der Annahme, dass die Dicke tc der
Beschichtung 101 viel kleiner als die Dicke tb des Riemenkörpers 10 ist,
befunden, dass das Spannungsprofil P2 in dem Riemenkörper flacher
ist und dass sich eine Druckspannung entwickelt, die als ein einzelner
Pfeil F in der Beschichtung 101 gezeigt ist. Da der Radius
r2 der minimale Biegeradius in dem Lauf des Riemens 100 ist,
ergibt sich stets eine Druckspannung innerhalb der Beschichtung,
wobei die Druckspannung sogar noch zunimmt, wenn der Riemen wirklich
flach läuft.
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Durch
die permanent wirkende Druckspannung in der Beschichtung 101 wurde
befunden, dass natürliche
Anfangsrisse (diese sind nicht dargestellt) in der Beschichtung
nicht voranschreiten werden, da keine nennenswerte Kraft in der
Richtung einwirkt, in der die Risse weiter geöffnet werden; im Gegensatz
dazu werden die Risse eher dazu gebracht, dass sie sich schließen, wodurch
ein in das Metallriemenmaterial hinein erfolgendes Rissvoranschreiten
verhindert wird.
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Außerdem wurde
herausgefunden, dass eine harte Beschichtung, die in der vorstehend
beschriebenen Weise angeordnet ist, die Ermüdungsfestigkeit des Metallriemens
an sich verbessert. Demgemäß ist eine stärkere Biegung
akzeptabel und kleinere Rollendurchmesser können in der Papiermaschine
vorgesehen werden, was die Maschine kompakter gestaltet und die
Rolle (die Rollen) kleiner und weniger kostspielig gestaltet.
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Im
Hinblick auf das Ausbilden der Beschichtung 102 von 1,
das heißt
der Beschichtung an der Innenfläche
der Riemenschleife, ist eine beispielartige Vorrichtung, in der
eine derartige Beschichtung so ausgebildet werden kann, dass sie
unter Zugspannung steht, wenn der Riemen in Verwendung ist, in 3 gezeigt.
Ein Trog (eine Wanne) 3 ist so vorgesehen, dass er eine
offene Vorderseite mit geeignet geformten Rändern hat, über die der Abschnitt des Riemenkörpers 10,
der zu beschichten ist, in zumindest einer im Wesentlichen gegenüber Luft
abgedichteten Weise gleiten kann (von recht nach links in 3).
Eine Unterdruckpumpe 5 ist vorgesehen, die verwendet wird,
um Luft von der Innenseite des Trogs 3 zu entfernen, sodass
eine Druckdifferenz zwischen den beiden Oberflächen des Riemenkörpers den
Riemenkörper 10 so
drängt,
dass er gebogen wird und eine Krümmung
ausbildet. Vorzugsweise sind der Trog 3 und die Drücke im Inneren
und außerhalb
des Troges so gestaltet und gewählt,
dass der Krümmungsradius
(der Biegeradius) kleiner ist als irgendein Biegeradius, den der
Riemen gebogen wird, wenn er in der Maschine in Betrieb ist. Dann
bringt eine lediglich schematisch gezeigte Beschichtungsanlage 4 die
erwünschte
Beschichtung auf den Riemenkörper so
auf, dass die an der Innenfläche
befindliche Beschichtung 102 der Riemenschleife ausgebildet
wird. Da der Riemenkörper 10 stärker gebogen
ist, wenn die Beschichtung aufgetragen ist, als nachher wenn der
Riemen in Betrieb ist, ist verständlich,
dass eine Zugspannung in der Beschichtung vorhanden ist, wenn der
Riemen flach gemacht (gestreckt) wird. Einer möglichst kurzen Darlegung wegen
wird es als ausreichend erachtet, dass die Erläuterungen dieses Effektes,
die unter Bezugnahme auf 2 beschrieben sind – obwohl
das Ergebnis das Gegenteil ist (Zugspannung anstelle von Druckspannung
in der Beschichtung) hierbei mutatis mutandis gelten.
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4 zeigt
eine mögliche
Anordnung mehrerer Vorrichtungen zum Ausbilden der Außenbeschichtung (Beschichtung 101 in 1)
auf einem Riemenkörper 10.
Der Riemenkörper 10 tritt über eine
Rolle, die einen Radius r hat, der kleiner als irgendein Biegeradius
des Riemens 100 ist, wenn er in der Papiermaschine in Betrieb
ist. Drei Arbeitsstationen sind in 4 schematisch
gezeigt, wobei mit dem Bezugszeichen 501 eine Oberflächendesinfektions- und Reinigungsstation
gezeigt ist; mit dem Bezugszeichen 502 eine Beschichtungsstation
gezeigt ist und mit dem Bezugszeichen 503 eine Oberflächenfinishingstation
(zum Schleifen und/oder Polieren) gezeigt ist. Der Riemenkörper 10 tritt
in kontinuierlicher Weise durch die Anordnung der Vorrichtungen,
und so wird die erwünschte
mit einer Vorspannung versehene Beschichtung ausgebildet. Es sollte
hierbei beachtet werden, dass alternativ die Rolle auch ein unterer
Wendepunkt des Riemens sein kann, sodass eine gespiegelte Anordnung
der Vorrichtungen im Vergleich zu 4 erhalten
wird, wobei dies in Abhängigkeit
von dem gewählten
Beschichtungsverfahren der Fall ist. Außerdem können mehrere Rollen angewendet
werden, über
die der Riemen aufeinanderfolgend tritt, wobei an den Rollen eine
oder mehrere verschiedene Arbeitsstation für eine Oberflächenbehandlung
des Riemens vorgesehen sind. Darüber
hinaus können
eine kombinierte Anordnung aus einer oder mehreren Rollen und einem
oder mehreren Trögen
(Wannen) zum Beschichten der jeweiligen Seite des Riemens in Reihe
für die
anschließenden
Oberflächenbehandlungsprozesse
vorgesehen sein.
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Was
die Beschichtungen der an der Innenseite oder an der Außenseite
befindlichen Flächen
der Schleife anbelangt, das heißt
die Beschichtung 101 und die Beschichtung 102 in 1,
so können
diese durch folgende Beschichtungsverfahren hergestellt werden:
ein Heißsprühen HVOF,
HVAF, elektrochemisches Beschichten (beispielsweise Hartchromplattieren),
Chrombeschichten, Bürstenbeschichten,
Tauchbeschichten (Immersion), Depositionsbeschichten (Sedimentation),
Ausbreitungsbeschichten (Streichen), chemisches Beschichten oder
Plattieren, Nickelplattieren, Eintauchbeschichten (Dip-Verfahren),
Beschichten mittels Schweißen,
Laserbeschichten, Koagulationsbadbeschichten (Erstarrungsbad), Laserbeschichten,
Beschichten aus physikalischer Gasphase (physikalische Gasphasenabscheidung).
Außerdem
kann eine dünne
Beschichtung verwendet werden wie beispielsweise CVD, PVD, DLC,
ALD, das Diarc-Verfahren und Hybridbeschichtungen. Natürlich können Kombinationen
aus diesen Verfahren ebenfalls angewendet werden. Im Übrigen kann
ein Oberflächenaufrauen
und/oder das Auftragen von Adhäsionsprimer
angewendet werden, um die Verbindung zwischen dem Riemenkörper und
der Beschichtung noch stärker
zu verbessern.
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5 zeigt
einen vergrößerten Abschnitt
eines Riemens 100, der eine Beschichtung 101 aufweist.
Die Beschichtung 101 hat Anfangsrisse 111, die üblicherweise
von selbst auftreten, wenn beispielsweise eine Hartchromplattierung
oder andere harte Beschichtungen auf den Metallriemenkörper aufgetragen
werden. Um die Adhäsionseigenschaften
derartiger Riemen an einer Bahn, die von einem derartigen Riemen
zu befördern,
zu behandeln und zu separieren ist, zu verbessern, können die
Anfangsrisse 111 mit einem Niedrigadhäsionsmaterial wie beispielsweise
fluoroplastische Materialien oder dergleichen gefüllt werden.
Hierbei wird durch die mit der Vorspannung versehenen Beschichtung
das Voranschreiten der Anfangsrisse verringert oder vermieden. Daher
ist ein Verbreitern der Risse beispielsweise durch Ätzen oder
eine andere chemische Behandlung derart möglich, dass das Niedrigadhäsionsmaterial
in der Beschichtung verstärkt
gemeinsam genutzt wird, ohne die Haltbarkeit des Riemens nachteilig
zu beeinflussen.
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Ein
Beispiel, das das Verhalten des Materials des Riemens in Spannungsversuchen
anhand von Versuchsproben erläutert,
zeigt die Unterschiede und die Wirkungen in einem Riemenmaterial
gemäß der vorliegenden
Erfindung (Probe B), im Vergleich zu einem Riemenmaterial, bei dem
die vorliegende Erfindung nicht angewendet worden ist (Probe A).
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Zwei
Proben in einer Größe von 50 × 4 mm und
einer Dicke von 1,25 mm wurden aus einem dünnen Stück eines Basismaterials eines
Metallriemens hergestellt, das aus kalt geschmiedetem rostfreiem
Austenitstahl bestand. Beide Proben wurden mit Chrommetall durch
elektrochemisches Plattieren beschichtet. Während des Beschichtens wurde
das Basismaterial der ersten Probe A ohne jegliches Biegen horizontal
angeordnet, wo hingegen das Basismaterial für die zweite Probe B so gekrümmt angeordnet
wurde, dass die zu beschichtende Oberfläche eine konvexe Form hatte.
Nach dem Beschichten und als sie flach angeordnet wurde, hatte die
zweite Probe somit eine Restdruckspannung an ihrer Oberfläche.
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Das
zwischen den Fläche
auftretende Rissverhalten der Proben wurde durch einen Biegeermüdungstest
untersucht, bei dem eine Universalversuchanlage MTS einer Vier-Punkt-Biege-Versuchsvorrichtung
angewendet wurde, die von der MTS Systems Corporation, MN, USA,
erhältlich
ist. Unter einer konstanten Kraft, die einer Zugspannung von 770
MPa an der der Außenfläche der
Probe entsprach, wurden Biegezyklen für jede Probe ausgeführt. Die
gewählte
Spannungshöhe
entsprach annähernd
den Bedingungen, denen der Riemen während des Betriebs in einer
Faserbahnmaschine ausgesetzt ist. In geeigneten Intervallen wurde
die Probe aus der MTS-Vorrichtung
entfernt und ihr Verhalten wurde durch ein Mikroskop untersucht.
Das Ziel war es, die Zykluszahl aufzuzeichnen, bei der die in allerersten
Anfangsstufen sich ergebenden Risse in der Beschichtung entstünden. Als
der Riss ausreichend groß angewachsen
war, um zu ermöglichen,
dass die Probe 1,3 mm gebogen wurde, was als ein Versagenspunkt
(Defekt) erachtet wurde, wurde der Versuch beendet und die Lebensdauerzahl
wurde aufgezeichnet.
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Die
Probe A ist ein Beispiel des Standes der Technik. Keine Anzeichen
an Rissen wurden in der Probe A nach 10 000 Zyklen beobachtet. Nach
40 000 Zyklen wurden die ersten Risse erfasst. Am Ende des Versuchs
waren die Risse in einem gitterartigen Muster auf der Oberfläche ausgebildet.
Die Probe B ist ein Beispiel der vorliegenden Erfindung. Keine Anzeichen
an Rissen wurden nach 40 000 Zyklen beobachtet. Lediglich nach 100
000 Zyklen wurden die ersten Risse erfasst. Am Ende des Versuchs
liefen die Risse gerade über die
Probe.
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Die
Versuchsergebnisse für
jede Probe sind in der nachstehend dargelegten Tabelle zusammengefasst.
| Probe | Lebensdauerzahl | Erste
Risse erfasst bei |
| A | 44
268 | 40
000 |
| B | 102
730 | 100
000 |
Tabelle
1 – Haltbarkeitsdauer
(Lebensdauerzahl) bei der Vier-Punkt-Biegung
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Wie
dies aus der vorstehend gezeigten Tabelle ersichtlich ist, ist das
Haltbarkeitsverhalten der Probe B des Riemenmaterials der vorliegenden
Erfindung gegenüber
der Probe A des Riemenmaterials des Standes der Technik überlegen.
Somit kann geschlussfolgert werden, dass der Riemen der vorliegenden
Erfindung mehr als 100 000 Biegezyklen aushält um bei einer maximalen Spannungshöhe von 770
MPa bis zu einem Fehlverhalten (Defekt), gemessen durch die Vier-Punkt-Biege-Versucheinrichtung
MTS. Wenn eine Beschichtung unter Spannung erfolgte, wurde eine
Restdruckspannung an der Riemenoberfläche erzeugt und das Widerstandsvermögen gegenüber Ermüdung des
Basismaterials wurde stärker
verbessert als mit einer ähnlichen Beschichtung,
die aber nicht gebogen war. Daher wird die erwartete Lebensdauer
des Riemens der vorliegenden Erfindung wesentlich verbessert.
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Zusammenfassung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Riemen (100),
der aus Metall hergestellt ist, für eine Verwendung in einer
Papierherstellmaschine oder Kartonherstellmaschine und auf ein Verfahren
zum Herstellen eines derartigen Riemens. Der Riemen hat einen plattenartig
geformten Riemenkörper
(10), der daran angepasst ist, dass er zu einer endlosen
Schleife ausgebildet ist, und hat eine Beschichtung (101, 102),
die auf zumindest einer Oberfläche
des Riemens ausgebildet ist, wobei die Beschichtung aus einem anderen
Material als das Material des Riemenkörpers (10) ausgebildet
ist. Der Riemen ist dadurch gekennzeichnet, dass die Spannung in
der Beschichtung (101, 102) sich von der Spannung
in dem beschichteten Riemenkörper
(10) unterscheidet, beispielsweise ist die Spannung in
der Beschichtung (101) eine Druckspannung, während die Spannung
in dem Riemenkörper
(10) eine Zugspannung ist, wenn die beschichtete Seite
des Riemens die Seite der Außenfläche einer
Riemenschleife ist, die aus diesem Riemen ausgebildet ist. Alternativ
oder zusätzlich ist
die Spannung in der Beschichtung (102) eine Zugspannung und
die Spannung in dem Riemenkörper
(10) ist eine Druckspannung, wenn die beschichtete Seite
des Riemenkörpers
die Seite der Innenfläche
einer Riemenschleife ist, die aus diesem Riemen ausgebildet ist.
Die vorliegende Erfindung schafft des Weiteren ein Verfahren zum
Herstellen eines derartigen Riemens, wobei in dem Verfahren der
Riemenkörper
(10) mit einem Radius und/oder in einer Richtung gebogen
wird, die sich von dem Biegen des Riemens (100) unterscheidet, wenn
der Riemen in Form der Schleife in der Papierherstellmaschine oder
der Kartonherstellmaschine in Verwendung ist, und die Beschichtung
(101, 102) an zumindest einer Oberfläche des
Riemenkörpers
ausgebildet wird, wenn der Riemenkörper (10) in dem gebogenen
Zustand ist.