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QUERVERWEIS ZU EINER VERWANDTEN ANMELDUNG
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Die vorliegende Anmeldung beansprucht den Nutzen der vorläufigen US-Patentanmeldung Nr.
60/869,659 , eingereicht am 12. Dezember 2006, die hiermit durch Bezugnahme in den vorliegenden Text aufgenommen wird.
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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung betrifft Gesenkwerkzeuge zum Formen von Metallpulverschmiedestücken und betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Metallpulverschmiedeteils.
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ALLGEMEINER STAND DER TECHNIK
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Bei der Herstellung von Metallpulverschmiedestücken, wie zum Beispiel eines inneren Laufrings eines Gleichlaufgelenks (CVJ), ist es mitunter wünschenswert, ein durchgehärtetes Teil direkt aus der Schmiedepresse zu erhalten. Dies erfordert, dass das Teil direkt abgeschreckt wird, nachdem das Teil aus dem Schmiedewerkzeug ausgeworfen wurde. Beim Schmieden eines solchen Teils bewegt sich das obere Gesenk in einer Abwärtsrichtung zu dem unteren Gesenk, um den Rohling zu verformen, der das Teil bildet. Das führt zur Bildung von Graten an den Seiten des Teils, wo sich das obere und das untere Gesenk treffen, was in einem Bereich von Lagerlaufflächen für einen inneren Laufring eines Gleichlaufgelenks stattfindet. Wenn das Teil direkt abgeschreckt wird, so befindet sich der Werkzeuggrat in einem gehärteten Zustand. Obgleich ein mühevolles Entgraten möglich ist, das heißt ein Verfahren des Abscherens des Grates von dem Teil, ist es ungeeignet, weil der Grat die Härte des verwendeten Entgratwerkzeugs übersteigen kann, wodurch eine gefährliche Situation für die Maschinenarbeiter entsteht und außerdem die Qualität des Produkts leiden kann. Das heißt, das Teil kann während des Entgratens zerbrechen oder aus der Haltevorrichtung des Werkzeugs herausgeschleudert werden. Außerdem sind die Lagerlaufflächen Präzisionsflächen und recht filigran, so dass sie sich allgemein nicht sonderlich für Schervorgänge eignen.
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Es ist ein Verfahren zum Schmieden eines inneren Laufrings eines Gleichlaufgelenks bekannt, bei dem ein segmentiertes Gesenk (6 Gesenksegmente) verwendet wird, um den inneren Laufring des Gleichlaufgelenks mittels einer herkömmlichen Kaltschmiedetechnik zu formen. Jedoch erfordert diese Technik ein maschinelles Räumen und einen relativ langen Einsatzhärtprozess. Des Weiteren gibt es sechs vertikale Bearbeitungslinien an dem Teil, die den sechs Gesenksegmenten entsprechen. Weitere Nachteile dieses Verfahrens sind, dass es eine relativ komplexe und teure Werkzeuganordnung erfordert, die eine relativ kurze Standzeit besitzt.
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Des Weiteren sind Gleichlaufgelenke bekannt, die sich abwechselnde oder Gegenkugelrillen aufweisen, wo flache Enden und tiefe Enden der Rillen ihre Position, d. h. an welchem Ende sie sich befinden, von einer Rille zur anderen abwechseln. Siehe zum Beispiel
US-Patent Nr. 5,221,233 . Solche Bauformen können bei einem Gleichlauf-Starrgelenk für große Knickwinkel und eine hohe Drehmomentkapazität verwendet werden. Ein Verfahren zur Herstellung solcher Vorrichtungen besteht in der Verwendung segmentierter Gesenke, wie oben beschrieben, die nach dem Schmiedeprozess getrennt werden. Das verkompliziert den Prozess, verlangsamt die Taktzeiten und verschmutzt die Dichtungsflächen in einer Warmschmiedeumgebung infolge der Schmierstoffe. Des Weiteren wird dieser Prozess bei Kaltschmiedeprozessen zur Herstellung von Gleichlaufgelenken eingesetzt.
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Bei einem inneren Laufring eines Gleichlaufgelenks mit sich abwechselnden Kugelrillen wechseln sich das flache Ende und das tiefe Ende der Kugelrillen von einer Rille zur nächsten ab, weshalb der geformte innere Laufring einen lateralen Materialfluss beim Schmiedeprozess aufweist. Der oben beschriebene Prozess, bei dem sich das obere Gesenk in einer Abwärtsrichtung zu dem unteren Gesenk bewegt, um den Knüppel zu verformen, lässt nicht nur einen Grat an den Seiten des Teils, wo sich das obere und das untere Gesenk treffen, entstehen, sondern er verhindert auch ein Trennen des Gesenkwerkzeugs, nachdem das Teil geformt wurde, aufgrund des lateralen Materialflusses während des Schmiedens. Es ist möglich, das Gleichlaufgelenk mit den abwechselnden Kugelrillen aus Stabmaterial oder aus einem Metallpulverteil herauszuspanen, das keine Gegenkugelrillen aufweist, obgleich dies teuer und materialineffizient ist.
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Aus der
DE 24 09 668 A sind ein Verfahren zum Verdichten eines Metallpulverpresslings sowie eine Vorrichtung und ein Pressling zum Ausführen des Verfahrens bekannt. In der
JP 2005 -
199 338 A sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Schmieden eines Innenrings bekannt. Die JP H06- 142 815 A beschreibt ein Schmiedegesenk für wellenförmige Gegenstände.
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Was auf diesem technischen Gebiet benötigt wird, sind eine Bauform und ein Prozess, die ein Gleichlaufgelenk mit sich abwechselnden Kugellaufbahnen nahezu in der fertigen Endform oder andere Metallpulverteile hervorbringen, bei denen es während des Schmiedeprozesses zu einem lateralen Fluss kommt, ohne Kompromisse bei der Taktzeit eingehen zu müssen, und wobei eine relative Einfachheit des Gesenkwerkzeugs gewahrt bleibt.
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KURZDARSTELLUNG DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung wird durch den Gegenstand der unabhängigen Ansprüche definiert.
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Die vorliegende Erfindung stellt eine Bauform und einen Prozess bereit, die ein Gleichlaufgelenk mit sich abwechselnden Kugellaufbahnen nahezu in der fertigen Endform oder andere Metallpulverteile hervorbringen, bei denen es während des Schmiedeprozesses zu einem lateralen Fluss kommt, ohne Kompromisse bei der Taktzeit eingehen zu müssen, und wobei eine relative Einfachheit des Gesenkwerkzeugs gewahrt bleibt.
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Des Weiteren stellt die vorliegende Erfindung ein Metallpulverschmiedeteil und ein Herstellungsverfahren und eine Herstellungsvorrichtung, die ein geschlossenes Gesenkwerkzeug enthält, und auch den Metallpulvervorformling bereit, wobei der Vorformling in dem geschlossenen Gesenkwerkzeug geschmiedet wird, um ein Metallpulverschmiedeteil mit nur minimalem Grat oder ohne Grat oder mit einem Präzisionsgrat herzustellen.
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Die Erfindung umfasst gemäß einer Ausführungsform ein Gesenkwerkzeug zum Formen eines Metallpulverschmiedeteils, das ein erstes Gesenk umfasst, das mit einem zweiten Gesenk in einer Längsrichtung zusammenpasst. Das Gesenkwerkzeug weist mindestens ein lateral variierendes internes Längsstrukturelement auf, das sich in der Längsrichtung von dem ersten Gesenk zu dem zweiten Gesenk erstreckt. Sowohl das erste Gesenk als auch das zweite Gesenk enthält eine verzahnte teilende Grenzfläche, die jedes lateral variierende interne Längsstrukturelement in ein erstes Element in dem ersten Gesenk und ein zweites Element in dem zweiten Gesenk zergliedert.
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Die Erfindung umfasst gemäß einer weiteren Ausführungsform ein Gesenkwerkzeug zum Formen eines Metallpulverschmiedeteils, das ein erstes Gesenk enthält, das zu einem zweiten Gesenk in einer Längsrichtung komplementär ist. Das Gesenkwerkzeug weist mindestens ein internes Längsstrukturelement auf, das sich in der Längsrichtung von dem ersten Gesenk zu dem zweiten Gesenk erstreckt. Mindestens ein internes Längsstrukturelement weist eine laterale Komponente auf, die entlang der Längsrichtung variiert.
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Die Erfindung umfasst gemäß einer weiteren Ausführungsform ein verzahntes Gesenkwerkzeug, das ein erstes Gesenk mit einer Längsrichtung und einer ersten Gesenkpasskontur mit einer ersten Mehrzahl von Gesenkpassflächen quer zu der Längsrichtung enthält. Die erste Mehrzahl von Gesenkpassflächen enthält mindestens eine erste Fläche und eine zweite Fläche. Die erste Fläche befindet sich in einer ersten Position in der Längsrichtung, und die zweite Fläche befindet sich in einer zweiten Position in der Längsrichtung. Die erste Position ist relativ zur zweiten Position in der Längsrichtung versetzt. Ein zweites Gesenk weist eine zweite Gesenkpasskontur mit einer zweiten Mehrzahl von Gesenkpassflächen quer zu der Längsrichtung auf. Die zweite Mehrzahl von Gesenkpassflächen enthält mindestens eine dritte Fläche und eine vierte Fläche, wobei sich die dritte Fläche in einer dritte Position befindet, die komplementär zu der erstes Position ist, und die vierte Fläche befindet sich in einer vierten Position, die komplementär zu der zweiten Position ist.
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Die Erfindung umfasst gemäß einer weiteren Ausführungsform ein Verfahren zum Herstellen eines Metallpulverschmiedeteils, das die folgenden Schritte umfasst: Bereitstellen eines verzahnten Gesenkwerkzeugs mit einem ersten Gesenk, das mit einem zweiten Gesenk in einer Längsrichtung zusammenpasst, wobei das Gesenkwerkzeug mindestens ein lateral variierendes internes Längsstrukturelement aufweist, das sich in der Längsrichtung von dem ersten Gesenk zu dem zweiten Gesenk erstreckt, wobei sowohl das erste Gesenk als auch das zweite Gesenk eine verzahnte teilende Grenzfläche aufweist, die jedes lateral variierende interne Längsstrukturelement in ein erstes Element in dem ersten Gesenk und ein zweites Element in dem zweiten Gesenk zergliedert; Einsetzen eines Vorformlings in das erste Gesenk; Schließen des Gesenkwerkzeugs durch Anlegen des ersten Gesenks an das zweite Gesenk; und Pressen eines Stempels gegen den Vorformling, wobei der Pressschritt auf den Schließschritt folgt, und Umwandeln des Vorformlings in das Metallpulverschmiedeteil,
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Vorzugsweise ist ein Metallpulverschmiedeteil vorgesehen, das ein erstes Ende, ein zweites Ende gegenüber dem ersten Ende und eine äußere Kontur, die das erste Ende und das zweite Ende miteinander verbindet, umfasst. Die äußere Kontur weist mindestens ein externes Längsstrukturelement auf. Die äußere Kontur enthält ebenfalls eine verzahnte Trennlinie, die mindestens ein externes Längsstrukturelement in eine erste Komponente, die sich von der verzahnten Trennlinie in Richtung des ersten Endes erstreckt, und eine zweite Komponente, die sich von der verzahnten Trennlinie in Richtung des zweiten Endes erstreckt, zergliedert.
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Weiter vorzugsweise ist ein Metallpulverschmiedeteil bereitgestellt, das ein erstes Ende, ein zweites Ende gegenüber dem ersten Ende und eine äußere Kontur, die das erste Ende und das zweite Ende miteinander verbindet, umfasst. Die äußere Kontur umfasst mehrere Längsvorsprünge und mehrere Längsvertiefungen. Jeder der mehreren Längsvorsprünge ist von einem anderen der mehreren Längsvorsprünge durch eine entsprechende der mehreren Längsvertiefungen getrennt. Die äußere Kontur umfasst eine verzahnte Trennlinie, die die mehreren Längsvorsprünge und die mehreren Längsvertiefungen zergliedert.
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Die Erfindung stellt eine Bauform und einen Prozess bereit, die ein Gleichlaufgelenk mit sich abwechselnden Kugellaufbahnen nahezu in der fertigen Endform oder andere Metallpulverteile hervorbringen, bei denen es während des Schmiedeprozesses zu einem lateralen Fluss kommt, ohne Kompromisse bei der Taktzeit eingehen zu müssen, und wobei eine relative Einfachheit des Gesenkwerkzeugs gewahrt bleibt. Die Erfindung ermöglicht es, die Fertigungstaktzeit zu verkürzen, die Gesamtkosten des gefertigten Teils zu senken und die Komplexität des für die Formung des Teils benötigten Werkzeugs zu verringern. Sie kann in einem Pulverschmiedeprozess eingesetzt werden, dessen Taktzeit kürzer ist als in einem Kaltschmiedeprozesses, und erfordert nur minimalen Materialabtrag. Die Erfindung hilft, die Zeit zu verkürzen, die das Teil in Kontakt mit dem Werkzeug ist, wodurch auch die Werkzeugkosten gesenkt werden.
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Die Erfindung kann auch dafür verwendet werden, in dem geschmiedeten Teil gewünschtenfalls ein internes Keilprofil zu schmieden. Darüber hinaus kann der Vorformling so geformt werden, dass es allenfalls zu einem geringfügigen Verziehen des Vorformlings beim Schmiedevorgang kommt, insbesondere mit Längskeilprofilen an einem Innendurchmesser des Vorformlings.
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Die Erfindung kann ebenfalls dafür verwendet werden, ein Metallpulverschmiedeteil mit einem lediglich minimalen Grat oder ohne Grat oder mit einem Präzisionsgrat herzustellen. Die Erfindung kann ebenfalls dafür verwendet werden, dass während des Schmiedevorgangs allenfalls nur wenig Material überlappt oder gefaltet wird, und kann bei einem Vorformling von relativ hoher Dichte verwendet werden. Ein mittels der Erfindung hergestelltes Schmiedestück kann direkt, beispielsweise durch Eintauchen in Öl, unmittelbar nach dem Schmiedeprozess abgeschreckt werden.
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Die Erfindung kann dafür verwendet werden, eine kosteneffektive Art der Herstellung eines inneren Laufrings eines Gleichlaufgelenks mit sich abwechselnden Laufbahnen bereitzustellen. Die Erfindung könnte - unter Ausnutzung einiger oder aller Vorteile der Erfindung - ebenfalls auf die Herstellung anderer komplexer Teile angewendet werden.
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Die oben beschriebenen und weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus der folgenden detaillierten Beschreibung und den Zeichnungen hervor. In der Beschreibung wird auf die begleitenden Zeichnungen Bezug genommen, die eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung veranschaulichten.
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Figurenliste
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- Die 1A-1F sind eine Reihe schematischer Querschnittsansichten, die eine Ausführungsform des Verfahrens und der Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung veranschaulichen;
- 2 ist eine perspektivische Querschnittsansicht des Gesenkwerkzeugs nach den 1A-1F;
- 3 ist eine perspektivische Querschnittsansicht des Gesenkwerkzeugs nach 2 mit eingesetztem Metallpulvervorformling;
- 4 ist eine fragmentarische perspektivische Querschnittsansicht des verzahnten oberen Gesenks nach 1;
- 5 ist eine fragmentarische perspektivische Querschnittsansicht des verzahnten unteren Gesenks nach 1;
- 6 ist eine perspektivische Ansicht eines inneren Laufrings eines Gleichlaufgelenks mit sich abwechselnden Laufbahnen gemäß der vorliegenden Erfindung; und
- 7 ist eine weitere perspektivische Ansicht des inneren Laufrings eines Gleichlaufgelenks nach 6.
- 8 ist eine perspektivische Querschnittsansicht des inneren Laufrings eines Gleichlaufgelenks nach 6.
- 9 ist eine Querschnittsansicht des inneren Laufrings eines Gleichlaufgelenks nach 6.
- 10 ist eine perspektivische Ansicht des Metallpulvervorformlings nach den 1 und 3; und
- 11 ist eine weitere perspektivische Ansicht eines Metallpulvervorformlings nach den 1 und 3.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
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AUSFÜHRUNGSFORM
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Wenden wir uns nun den Zeichnungen zu, und insbesondere den 1A-6, wo ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Formen eines Metallpulverschmiedeteils B gezeigt ist, wobei in 1A ein Vorformling B in den Gesenkhohlraum geladen ist, wobei der Kernstab E hineingeschoben ist, und wobei der Vorformling und der Kernstab E Keilprofile oder eine andere Form definieren können, die für eine Antriebsverbindung zwischen zwei Wellen oder einer Welle und einer Nabe verwendet werden. In 1B bewegt sich das obere Gesenk A abwärts in Kontakt mit dem unteren Gesenk D. Die Gesenke A und D bilden ein Gesenkwerkzeug. Die Kraft an den Zylindern C reicht aus, um das obere und das untere Gesenk A bzw. D während des gesamten Schmiedeprozesses miteinander in Kontakt zu halten. An diesem Punkt (1A-1B) innerhalb des Presszyklus' wird kein Schmiedevorgang ausgeführt. In 1C senkt sich das obere Gesenk A weiter herab, wodurch das untere Gesenk D nach unten auf die Stirnfläche des unteren Stempels F gedrängt und die Zylinder C zusammengedrückt werden, wodurch das Teil B in seine endgültige geschmiedete Größe und Form gebracht wird. Während dieses Schrittes wird der untere Teil des Vorformlings durch den unteren Stempel F nach oben in den oberen Teil geschoben, wodurch praktisch der Vorformling in der Längsrichtung verkürzt wird und der Gesenkhohlraum in der Längsrichtung und lateral gefüllt wird, um die endgültige geschmiedete Größe und Form herzustellen.
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In 1D bewegt sich das obere Gesenk A in seine oberste Position, und das untere Gesenk D bewegt sich, angetrieben durch die Zylinder C, in seine oberste Position, und das Teil wird, wie veranschaulicht, durch den unteren Stempel F teilweise von dem Kernstab E heruntergenommen und angehoben. Der Auswurfzeitpunkt kann so eingestellt werden, dass der Spalt zwischen der Unterseite des geschmiedeten Teils B und der Oberseite des unteren Stempels F beseitigt wird. In 1E bewegt sich der untere Stempel F nach oben, um das Auswerfen des geschmiedeten Teils B aus dem unteren Gesenk D und das Herunterheben vom Kernstab E zu vollenden. Das geschmiedete Teil B kann auf eine beliebige Weise, in der Regel automatisch (nicht gezeigt), aus der Presse herausgenommen werden. In 1F bewegt sich der untere Stempel D abwärts in die Pressposition, und der erste vollständige Presszyklus ist vollendet.
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Wenden wir uns speziell den 4-7 zu, wo ein verzahntes Gesenkwerkzeug A, D zum Formen eines Metallpulverschmiedeteils B (geschmiedet) ein erstes Gesenk A umfasst, das mit dem zweiten Gesenk D in einer Längsrichtung ZC zusammengepasst werden kann. Das Gesenkwerkzeug weist mindestens ein lateral variierendes internes Längsstrukturelement 10 auf, das sich in Längsrichtung ZC von dem ersten Gesenk A zu dem zweiten Gesenk D erstreckt. Das erste Gesenk A und das zweite Gesenk D umfassen verzahnte teilende Grenzflächen 12 bzw. 13, die jedes lateral variierende interne Längsstrukturelement 10 in ein erstes Element 14 in dem ersten Gesenk A und ein zweites Element 16 in dem zweiten Gesenk D zergliedern. Die verzahnte teilende Grenzfläche 12 kann ungefähr die Form einer Rechteckwelle aufweisen, wie in den 4 und 5 gezeigt, oder kann alternativ auch andere Formen aufweisen, wie zum Beispiel sinusförmig oder eine stärker zufällig geformte Verzahnung, was von der Konfiguration der Strukturelemente 10 abhängt.
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Das interne Längsstrukturelement 10 weist eine Erstreckung 18 quer zur Längsrichtung ZC auf, die sich entlang der Längsrichtung ZC erstreckt. Mindestens eine Erstreckung 18 expandiert und/oder kontrahiert in der Längsrichtung ZC. Diese Gesenkstruktur erzeugt die sich abwechselnden Laufbahnen, die speziell in den 6 und 7 gezeigt sind, wo ein flaches Ende und ein tiefes Ende ihre Position von einer Rille zur nächsten abwechseln. Oder anders ausgedrückt: Alle Laufbahnen variieren in ihrer lateralen Erstreckung, und benachbarte Laufbahnen variieren entgegengesetzt in der lateralen Erstreckung: in einer Längsrichtung wird einer lateral breiter, und der benachbarte wird lateral schmaler. In dieser Situation könnten sich zwei Gesenke, die in einer einzigen horizontalen Ebene getrennt sind, nach dem Schmieden des Teils nicht öffnen, da die Gesenke in dem Teil verkeilt wären. Im Gegensatz dazu kann das neuartige verzahnte Gesenkwerkzeug der vorliegenden Erfindung dafür verwendet werden, einen inneren Metallpulverlaufring eines Gleichlaufgelenks oder ein anderes Teil zu schmieden, das sich abwechselnde Laufbahnen oder Laufringe mit auf sonstige Weise entgegengesetzt variierenden lateralen Komponenten, wie gezeigt, oder sonstige Strukturelemente mit Abmessungen, die Längskomponenten und lateral variierende Komponenten haben, aufweist, oder um sonstige Metallpulverteile zu schmieden, die einen lateralen Fluss in Räume hinein aufweisen, die sich in entgegengesetzten Richtungen verjüngen; d. h. in einer Längsrichtung werden einige der Räume während des Schmiedeprozesses lateral kleiner, und andere der Räume werden lateral größer.
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Die erste Gesenkpasskontur 12 umfasst eine erste Mehrzahl von Gesenkpassflächen 20, 22 quer zu der Längsrichtung, wobei die erste Mehrzahl von Gesenkpassflächen mindestens eine erste Fläche 20 und eine zweite Fläche 22 umfassen. Die erste Fläche 20 befindet sich in einer ersten Position in der Längsrichtung ZC, und die zweite Fläche 22 befindet sich in einer zweiten Position in der Längsrichtung ZC, wobei die erste Position relativ zu der zweiten Position in der Längsrichtung versetzt ist.
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Gleichermaßen weist das zweite Gesenk D eine zweite Gesenkpasskontur 13 mit einer zweiten Mehrzahl von Gesenkpassflächen 24, 26 quer zu der Längsrichtung auf. Die dritte Fläche 24 befindet sich in einer dritten Position, die zu der ersten Position der Fläche 20 komplementär ist, und die vierte Fläche 26 befindet sich in einer vierten Position, die zu der zweiten Position der Fläche 22 komplementär ist.
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Die Flächen 20, 22 und 24, 26 können sich periodisch abwechseln, wie gezeigt, wodurch die verzahnten teilenden Grenzflächen 12, 13 entstehen. Die Flächen 20, 22 und 24, 26 können ungefähr senkrecht zu der Längsrichtung verlaufen, obgleich das nicht notwendig ist. Die gesenkteilenden Flächen zergliedern die lateral variierenden internen Längsstrukturelemente 10 des Gesenks an einem solchen Punkt, dass die Strukturelemente 10 in der Richtung von den teilenden Grenzflächen 12, 13 zu den Längsenden eines jeweiligen Gesenks nicht lateral kleiner werden. Oder anders ausgedrückt: Sie bleiben in dieser Richtung entweder konstant oder werden lateral größer, wodurch verhindert wird, dass sich die Gesenke A, D an dem geschmiedeten Teil verkeilen, wenn das Teil ausgeworfen wird.
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Wenden wir uns den 6-9 zu, und insbesondere 6, wo das Metallpulverschmiedeteil B ein erstes Ende 28, ein zweites Ende 30, das dem ersten Ende 28 gegenüber liegt, und eine äußere Kontur 32, die das erste Ende 28 und das zweite Ende 30 miteinander verbindet, umfasst. Die äußere Kontur 32 hat mindestens ein externes Längsstrukturelement 34 und eine verzahnte Trennlinie 36, die jedes Strukturelement 34 in eine erste Komponente 38, die sich von der verzahnten Trennlinie 36 in Richtung des ersten Endes 28 erstreckt, und eine zweite Komponente 40, die sich von der verzahnten Trennlinie 36 in Richtung des zweiten Endes 30 erstreckt, zergliedert.
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Jede erste Komponente 38 umfasst eine erste laterale Erstreckung 42, die von der verzahnten Trennlinie 36 zu dem ersten Ende 28 nicht kleiner wird. Die zweite Komponente 40 umfasst eine zweite laterale Erstreckung 44, die von der verzahnten Trennlinie 36 zu dem zweiten Ende 30 nicht kleiner wird. Mit „lateraler Richtung“ ist jede Richtung gemeint, die nicht parallel zu der Längsrichtung verläuft, wobei die Längsrichtung die Richtung ist, die entlang der Achse verläuft, die durch das Loch in dem Teil hindurch führt, was in diesem Fall auch die Richtung des Öffnens und Schließens ist. Die verzahnte teilende Grenzfläche 36 kann ungefähr die Form einer Rechteckwelle haben, wie gezeigt; es sind jedoch auch viele andere Formen möglich, was von der Konfiguration der Längsstrukturelemente und der Gesenke A, D abhängt. Das Metallpulverschmiedeteil B kann ein innerer Laufring eines Gleichlaufgelenks, wie gezeigt, mit einem nur minimalen Grat entlang der verzahnten Trennlinie 36 sein, da die Gesenke A, D geschlossen werden, bevor das Schmieden beginnt. Ein Grat entlang der Linie 36, wobei die Linie 36 in den 6 und 7 gezeigt ist, kann durch Nachbearbeitung nach dem Schmieden beseitigt werden, so dass bei dem fertigen Teil B keine Linie 36 mehr sichtbar wäre. Das Metallpulverschmiedeteil B kann interne Keilprofile 46 umfassen, wobei in diesem Fall der Kernstab E mit einem Keilprofil versehen sein würde.
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Wenden wir uns nun speziell den 10 und 11 zu, wo der Vorformling B eine Metallpulverzusammensetzung hat, die kompaktiert und dann gesintert wurde. Zum Beispiel kann die Zusammensetzung des Metallpulvers ungefähr zwischen 0,40 % und 2,00 % Ni, ungefähr zwischen 0,50 % und 0,65 % Mo, ungefähr zwischen 0,10 % und 0,35 % Mn und ungefähr zwischen 0,0 % und 1,20 % C und als Rest Eisen umfassen (Angaben in Gewichtsprozenten). Der Vorformling B ist ein nichtzylindrischer Vorformling, der ein erstes Ende 48, ein zweites Ende 50, das dem ersten Ende 48 gegenüber liegt, und eine äußere Kontur 52, die das erste Ende 48 und das zweite Ende 50 miteinander verbindet, umfasst. Die äußere Kontur 52 umfasst mehrere Längsvorsprünge 52 und mehrere Längsvertiefungen 54. Jeder der Längsvorsprünge 52 ist von einem anderen Vorsprung 52 durch eine entsprechende Längsvertiefung 54 getrennt. Eine innere Kontur 56 verbindet das erste Ende 48 und das zweite Ende 50, wobei die innere Kontur 56 mehrere Längskeilprofile 58 aufweist. Die Keilprofile 58 verleihen dem Vorformling B Festigkeit, insbesondere während des Schmiedeprozesses, wodurch ein Verziehen des Vorformlings während des Schmiedens verhindert wird. Es kann vorteilhaft sein, wenn der Vorformling eine relativ hohe Dichte aufweist, weil das zu besseren Eigenschaften in dem geschmiedeten Teil führt, obgleich allgemein eine Erhöhung der Dichte des Material mit einer Verschlechterung der Fließfähigkeit einher geht. Dank dieser zusätzlichen Festigkeit, die durch die Längskeilprofile 58 verliehen wird, kann der Vorformling B bevorzugt eine Dichte ungefähr im Bereich von 6,0 g/cm3 bis 8,0 g/cm3 und besonders bevorzugt eine Dichte im Bereich von ungefähr 6,85 g/cm3 bis 7,55 g/cm3 aufweisen. Die innere Kontur kann außerdem eine (nicht gezeigte) Passnut umfassen, die bei der Ausrichtung des Vorformlings während des Einsetzens in die Gesenke helfen können.
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Es ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sehr detailliert beschrieben worden. Für den Durchschnittsfachmann sind viele Modifikationen und Variationen an der beschriebenen bevorzugten Ausführungsform offensichtlich. Darum sollte die Erfindung nicht auf die beschriebene Ausführungsform beschränkt werden.