DE1120066B - Verfahren zum Beizen tierischer Hautbloessen - Google Patents
Verfahren zum Beizen tierischer HautbloessenInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
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Description
- Verfahren zum Beizen tierischer Hautblößen Präparate zum Beizen tierischer Hautblößen können bekanntlich durch Verarbeitung vollständiger Pankreasdrüsen gewonnen werden. Solche enzymatischen Beizmittel führen bei starker Beizwirkung zu einer guten Lösung des Grundes (Gneistes) aus dem Narben der Blößen, haben aber den Nachteil, daß oft Leder mit ungenügender Narbenfestigkeit erhalten werden. Um diesem Nachteil zu begegnen, kann man die Menge des Beizpräparates herabsetzen oder dieses teilweise oder ganz durch Enzympräparate aus Mikroorganismen ersetzen. Auf diese Weise kann man wohl Leder mit festeren Narben erzielen, muß aber eine schlechtere Lösung des nicht homogen, sondern punktförmig über den ganzen Narben verteilten Grundes in Kauf nehmen. Man erhält dann also nicht narbenreine Leder, was am fertigen Leder vor allem sichtbar wird, wenn man es naturfarben oder nur mit Anilinfarben zurichtet.
- Es wurde nun gefunden, daß auch mit zwecks Aufrechterhaltung der Narbenfestigkeit verringerten Mengen eines aus der vollständigen Pankreasdrüse gewonnenen Beizmittels narbenreine Blößen erhalten werden können, wenn man vor oder bei der Enzymbeize oder im Anschluß daran eine Behandlung der Blößen mit tierischem, pflanzlichem, mineralischem oder synthetischem Öl durchführt. Bedenkt man, daß beim Beizprozeß die in den Poren der Haut sitzenden Fettstoffe, Pigmente und Epidermisreste gelockert und - zum Teil bei der nachfolgenden mechanischen Bearbeitung - entfernt werden sollen, so muß es als unerwartet bezeichnet werden, daß ein solcher auf die Entfernung von Fettstoffen abzielender Prozeß gerade durch einen Zusatz von Ölen verbessert werden kann.
- Die sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren abspielenden Vorgänge können vermutlich so gedeutet werden, daß die zugesetzten Öle nicht nur als Film auf der Hautoberfläche adsorbiert werden, sondern auch in die Poren der Haut eindringen und - unabhängig vom enzymatischen Geschehen -den Poreninhalt schlüpfrig und leicht gleitend machen. Es ist dann leicht möglich, den Grund mechanisch aus den Poren herauszudrücken. Es wird daraus ersichtlich, daß die die Grundlösung fördernden Öle vor dem mechanischen Entfernen des Grundes angewandt werden müssen.
- Unter den im Sinne der vorliegenden Erfindung mit Ölen bezeichneten Stoffen sollen solche Produkte pflanzlichen, tierischen, mineralischen oder synthetischen Ursprungs verstanden werden, die auf Grund ihres physikalischen Verhaltens als Gleitmittel für den in den Poren sitzenden Grund wirken. Solche Öle sind naturgemäß in Wasser schwer-, meist aber unlöslich und bei der für die enzymetische Behandlung der Blößen in Betracht kommenden Temperatur der Flotte flüssig. Die Wirkung der Öle ist nicht den mehr oder weniger großen Mengen Körperfett, welche aus der vollständigen Pankreasdrüse gewonnene Beizpräparate enthalten können, eigen. Solche Körperfette sind zwar in geschmolzenem Zustand ebenfalls Öle, aber sie sind nicht in dem für den Beizvorgang in Frage kommenden Temperaturbereich geschmolzen. Sie können daher nicht als Gleitmittel für den Grund wirken.
- Man kann die Öle in emulgierter Form auf die Blößen auftreffen lassen. Dabei können die Öle als Emulsion der Beizflotte zugesetzt werden, sie können aber auch in der Beizflotte fein dispers verteilt werden, wenn die Beizflotte in an sich bekannter Weise mit einem Emulgator zubereitet wurde. Die zeitliche Reihenfolge der Behandlung der Blößen mit Beizpräparat, Emulgator und Öl ist beliebig. Als Emulgatoren können die für die Verwendung in Beizflotten bekannten nichtionischen Emulgatoren, wie vornehmlichÄthylenoxydkondensationsprodukte oder kationische Emulgatoren eingesetzt werden, welche sich von organischen Basen, wie quaternären Ammoniumverbindungen, ableiten. Auf jeden Fall aber müssen die Emulgatoren mit den Enzymen verträglich sein, solange sie vor Beendigung der Beize zugegeben werden. Sobald die Beize jedoch beendet ist, ist auch die Anwendung anionaktiver Emulgatoren, z. B. von Fettalkoholsulfonaten, möglich oder diejenige der bei teilweiser Sulfonierung des Öles erhältlichen Emulsion. In letzterem Falle ist immer noch das durch den Sulfonatanteil in wäßrige Emulsion übergeführte neutrale Öl die wirksame Komponente des erfindungsgemäßen Verfahrens. Maßgebend für das Zustandekommen des erfindungsgemäßen Effektes, nämlich der verbesserten Lösung des Grundes, ist das unverändert der Geizflotte zugesetzte Öl. Außerdem vorhandene oder zugesetzte Emulgatoren können eine feinere Verteilung des Öles begünstigen, was aber für den erfindungsgemäßen Effekt nicht maßgebend ist. Es sind auch schon Beizverfahren bekannt, welche unter Zusatz von Netz- und Emulgiermitteln durchgeführt werden und eine verbesserte Grundlösung bewirken sollen. Die Wirkung solcher Emulgatoren, z. B. der Fettalkoholpolyglykoläther oder bestimmter kationischer Emulgatoren, reicht jedoch nicht an die der erfindungsgemäß zu verwendenden Öle heran. Weiterhin können solche Emulgatoren die Narbenoberfläche nicht so geschmeidig machen, wie es die erfindungsgemäß zu verwendenden Öle vermögen.
- Beispiel 1 Ein Ziegenfell wird nach bekannter Methode geweicht und geäschert. Die linke Hälfte wird dann gebeizt mit
bei pA 8 bis 8,5.300 % Wasser von 30° C, 0,5 1/o Pankreastryptase-Präparat (Enzymwert 2500), 0,5 % Ammoniumsulfat - Die rechte Hälfte wird gebeizt mit
Nach gleicher Beizdauer ist die Grundlösung bei der rechten Hälfte sogar noch besser als bei der linken Hälfte, obwohl eine wesentlich geringere Enzymmenge zur Anwendung kam. Ohne diese Zusätze ist die Grundlösung schlecht, also wesentlich geringer als bei der linken Hälfte. Beispiel 2 Ein Ziegenfell wird nach bekannter Methode geweicht und geäschert. Die linke Hälfte wird gebeizt mit300 % Wasser von 30° C, 0,2% Pankreastryptase-Präparat, 0,5% Ammoniumsulfat, 0,25% Spindelölraffinat, 0,25% Äthylenoxydkondensationsprodukt. bei pa 8 bis 8,5.300 % Wasser von 30° C, 0,5 % Pankreastryptase-Präparat, 0,5 % Ammonsulfat - Die rechte Hälfte wird gebeizt mit
Nach gleicher Beizdauer ist die Grundlösung bei der rechten Hälfte trotz angewandter geringerer Enzymmenge besser als bei der linken Hälfte. Ohne diese Zusätze ist die Grundlösung schlecht, also wesentlich geringer als bei der linken Hälfte.300 % Wasser von 30° C, 0,2% Pankreastryptase-Präparat, 0,5 % Ammonsulfat, 5 % Spindelölraffinat.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Beizen tierischer Blößen mit Enzympräparaten aus der vollständigen Pankreasdrüse, gegebenenfalls in Gegenwart von solchen Präparaten anhaftenden, wasserunlöslichen, im geschmolzenen Zustand ölförmigen Körperfetten, im Bedarfsfall unter Mitverwendung von Emulgatoren, dadurch gekennzeichnet, daß die Blößen vor, während oder unmittelbar nach der Enzymbehandlung mit wasserunlöslichen, pflanzlichen, tierischen, mineralischen oder synthetischen Ölen behandelt werden, die in dem für die Beize in Betracht kommenden Temperaturbereich flüssig sind. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 636 471, 849 987; französische Patentschrift Nr. 901251; H e r f e 1 d : Grundlagen der Lederherstellung (1950), S. 140, 141. In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 974 813.
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3312840A1 (de) * | 1983-04-09 | 1984-10-11 | Röhm GmbH, 6100 Darmstadt | Verfahren zur nassentfettung von hautmaterial |
| US5102422A (en) * | 1987-02-13 | 1992-04-07 | Rohm Gmbh | Methods for leather processing including liquid enzyme formulation |
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| DE636471C (de) * | 1934-09-09 | 1936-10-08 | Kalle & Co Akt Ges | Verfahren zum Beizen von tierischen Haeuten |
| FR901251A (fr) * | 1942-12-23 | 1945-07-23 | Ig Farbenindustrie Ag | Procédé pour augmenter l'activité des protéases |
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-
1955
- 1955-03-23 DE DER16272A patent/DE1120066B/de active Pending
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