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DE1120066B - Verfahren zum Beizen tierischer Hautbloessen - Google Patents

Verfahren zum Beizen tierischer Hautbloessen

Info

Publication number
DE1120066B
DE1120066B DER16272A DER0016272A DE1120066B DE 1120066 B DE1120066 B DE 1120066B DE R16272 A DER16272 A DE R16272A DE R0016272 A DER0016272 A DE R0016272A DE 1120066 B DE1120066 B DE 1120066B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
pickling
pelts
animal
emulsifiers
water
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DER16272A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Otto Grimm
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Roehm GmbH Darmstadt
Original Assignee
Roehm and Haas GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Roehm and Haas GmbH filed Critical Roehm and Haas GmbH
Priority to DER16272A priority Critical patent/DE1120066B/de
Publication of DE1120066B publication Critical patent/DE1120066B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/08Deliming; Bating; Pickling; Degreasing

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Detergent Compositions (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zum Beizen tierischer Hautblößen Präparate zum Beizen tierischer Hautblößen können bekanntlich durch Verarbeitung vollständiger Pankreasdrüsen gewonnen werden. Solche enzymatischen Beizmittel führen bei starker Beizwirkung zu einer guten Lösung des Grundes (Gneistes) aus dem Narben der Blößen, haben aber den Nachteil, daß oft Leder mit ungenügender Narbenfestigkeit erhalten werden. Um diesem Nachteil zu begegnen, kann man die Menge des Beizpräparates herabsetzen oder dieses teilweise oder ganz durch Enzympräparate aus Mikroorganismen ersetzen. Auf diese Weise kann man wohl Leder mit festeren Narben erzielen, muß aber eine schlechtere Lösung des nicht homogen, sondern punktförmig über den ganzen Narben verteilten Grundes in Kauf nehmen. Man erhält dann also nicht narbenreine Leder, was am fertigen Leder vor allem sichtbar wird, wenn man es naturfarben oder nur mit Anilinfarben zurichtet.
  • Es wurde nun gefunden, daß auch mit zwecks Aufrechterhaltung der Narbenfestigkeit verringerten Mengen eines aus der vollständigen Pankreasdrüse gewonnenen Beizmittels narbenreine Blößen erhalten werden können, wenn man vor oder bei der Enzymbeize oder im Anschluß daran eine Behandlung der Blößen mit tierischem, pflanzlichem, mineralischem oder synthetischem Öl durchführt. Bedenkt man, daß beim Beizprozeß die in den Poren der Haut sitzenden Fettstoffe, Pigmente und Epidermisreste gelockert und - zum Teil bei der nachfolgenden mechanischen Bearbeitung - entfernt werden sollen, so muß es als unerwartet bezeichnet werden, daß ein solcher auf die Entfernung von Fettstoffen abzielender Prozeß gerade durch einen Zusatz von Ölen verbessert werden kann.
  • Die sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren abspielenden Vorgänge können vermutlich so gedeutet werden, daß die zugesetzten Öle nicht nur als Film auf der Hautoberfläche adsorbiert werden, sondern auch in die Poren der Haut eindringen und - unabhängig vom enzymatischen Geschehen -den Poreninhalt schlüpfrig und leicht gleitend machen. Es ist dann leicht möglich, den Grund mechanisch aus den Poren herauszudrücken. Es wird daraus ersichtlich, daß die die Grundlösung fördernden Öle vor dem mechanischen Entfernen des Grundes angewandt werden müssen.
  • Unter den im Sinne der vorliegenden Erfindung mit Ölen bezeichneten Stoffen sollen solche Produkte pflanzlichen, tierischen, mineralischen oder synthetischen Ursprungs verstanden werden, die auf Grund ihres physikalischen Verhaltens als Gleitmittel für den in den Poren sitzenden Grund wirken. Solche Öle sind naturgemäß in Wasser schwer-, meist aber unlöslich und bei der für die enzymetische Behandlung der Blößen in Betracht kommenden Temperatur der Flotte flüssig. Die Wirkung der Öle ist nicht den mehr oder weniger großen Mengen Körperfett, welche aus der vollständigen Pankreasdrüse gewonnene Beizpräparate enthalten können, eigen. Solche Körperfette sind zwar in geschmolzenem Zustand ebenfalls Öle, aber sie sind nicht in dem für den Beizvorgang in Frage kommenden Temperaturbereich geschmolzen. Sie können daher nicht als Gleitmittel für den Grund wirken.
  • Man kann die Öle in emulgierter Form auf die Blößen auftreffen lassen. Dabei können die Öle als Emulsion der Beizflotte zugesetzt werden, sie können aber auch in der Beizflotte fein dispers verteilt werden, wenn die Beizflotte in an sich bekannter Weise mit einem Emulgator zubereitet wurde. Die zeitliche Reihenfolge der Behandlung der Blößen mit Beizpräparat, Emulgator und Öl ist beliebig. Als Emulgatoren können die für die Verwendung in Beizflotten bekannten nichtionischen Emulgatoren, wie vornehmlichÄthylenoxydkondensationsprodukte oder kationische Emulgatoren eingesetzt werden, welche sich von organischen Basen, wie quaternären Ammoniumverbindungen, ableiten. Auf jeden Fall aber müssen die Emulgatoren mit den Enzymen verträglich sein, solange sie vor Beendigung der Beize zugegeben werden. Sobald die Beize jedoch beendet ist, ist auch die Anwendung anionaktiver Emulgatoren, z. B. von Fettalkoholsulfonaten, möglich oder diejenige der bei teilweiser Sulfonierung des Öles erhältlichen Emulsion. In letzterem Falle ist immer noch das durch den Sulfonatanteil in wäßrige Emulsion übergeführte neutrale Öl die wirksame Komponente des erfindungsgemäßen Verfahrens. Maßgebend für das Zustandekommen des erfindungsgemäßen Effektes, nämlich der verbesserten Lösung des Grundes, ist das unverändert der Geizflotte zugesetzte Öl. Außerdem vorhandene oder zugesetzte Emulgatoren können eine feinere Verteilung des Öles begünstigen, was aber für den erfindungsgemäßen Effekt nicht maßgebend ist. Es sind auch schon Beizverfahren bekannt, welche unter Zusatz von Netz- und Emulgiermitteln durchgeführt werden und eine verbesserte Grundlösung bewirken sollen. Die Wirkung solcher Emulgatoren, z. B. der Fettalkoholpolyglykoläther oder bestimmter kationischer Emulgatoren, reicht jedoch nicht an die der erfindungsgemäß zu verwendenden Öle heran. Weiterhin können solche Emulgatoren die Narbenoberfläche nicht so geschmeidig machen, wie es die erfindungsgemäß zu verwendenden Öle vermögen.
  • Beispiel 1 Ein Ziegenfell wird nach bekannter Methode geweicht und geäschert. Die linke Hälfte wird dann gebeizt mit
    300 % Wasser von 30° C,
    0,5 1/o Pankreastryptase-Präparat
    (Enzymwert 2500),
    0,5 % Ammoniumsulfat
    bei pA 8 bis 8,5.
  • Die rechte Hälfte wird gebeizt mit
    300 % Wasser von 30° C,
    0,2% Pankreastryptase-Präparat,
    0,5% Ammoniumsulfat,
    0,25% Spindelölraffinat,
    0,25% Äthylenoxydkondensationsprodukt.
    Nach gleicher Beizdauer ist die Grundlösung bei der rechten Hälfte sogar noch besser als bei der linken Hälfte, obwohl eine wesentlich geringere Enzymmenge zur Anwendung kam. Ohne diese Zusätze ist die Grundlösung schlecht, also wesentlich geringer als bei der linken Hälfte. Beispiel 2 Ein Ziegenfell wird nach bekannter Methode geweicht und geäschert. Die linke Hälfte wird gebeizt mit
    300 % Wasser von 30° C,
    0,5 % Pankreastryptase-Präparat,
    0,5 % Ammonsulfat
    bei pa 8 bis 8,5.
  • Die rechte Hälfte wird gebeizt mit
    300 % Wasser von 30° C,
    0,2% Pankreastryptase-Präparat,
    0,5 % Ammonsulfat,
    5 % Spindelölraffinat.
    Nach gleicher Beizdauer ist die Grundlösung bei der rechten Hälfte trotz angewandter geringerer Enzymmenge besser als bei der linken Hälfte. Ohne diese Zusätze ist die Grundlösung schlecht, also wesentlich geringer als bei der linken Hälfte.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Beizen tierischer Blößen mit Enzympräparaten aus der vollständigen Pankreasdrüse, gegebenenfalls in Gegenwart von solchen Präparaten anhaftenden, wasserunlöslichen, im geschmolzenen Zustand ölförmigen Körperfetten, im Bedarfsfall unter Mitverwendung von Emulgatoren, dadurch gekennzeichnet, daß die Blößen vor, während oder unmittelbar nach der Enzymbehandlung mit wasserunlöslichen, pflanzlichen, tierischen, mineralischen oder synthetischen Ölen behandelt werden, die in dem für die Beize in Betracht kommenden Temperaturbereich flüssig sind. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 636 471, 849 987; französische Patentschrift Nr. 901251; H e r f e 1 d : Grundlagen der Lederherstellung (1950), S. 140, 141. In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 974 813.
DER16272A 1955-03-23 1955-03-23 Verfahren zum Beizen tierischer Hautbloessen Pending DE1120066B (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3312840A1 (de) * 1983-04-09 1984-10-11 Röhm GmbH, 6100 Darmstadt Verfahren zur nassentfettung von hautmaterial
US5102422A (en) * 1987-02-13 1992-04-07 Rohm Gmbh Methods for leather processing including liquid enzyme formulation

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE636471C (de) * 1934-09-09 1936-10-08 Kalle & Co Akt Ges Verfahren zum Beizen von tierischen Haeuten
FR901251A (fr) * 1942-12-23 1945-07-23 Ig Farbenindustrie Ag Procédé pour augmenter l'activité des protéases
DE849987C (de) * 1951-04-15 1952-09-18 Elektrochemische Fabrik Kempen Verfahren zur Behandlung tierischer und pflanzlicher Werkstoffe mit Enzympraeparaten und Netzmitteln
DE974813C (de) * 1954-12-24 1961-05-04 Roehm & Haas G M B H Verfahren zum Beizen tierischer Hautbloessen

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