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Technisches Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Laserbearbeitung eines Werkstücks und
insbesondere die Kombination der Ausgangsleistungen von zwei oder mehreren
Lasern, um eine Impulswiederholungsfrequenz bei einem gegebenen
Leistungspegel zu erreichen, die größer ist als die Wiederholungsfrequenz eines
Lasers, der bei dem gegebenen Leistungspegel unabhängig arbeitet.
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Hintergrund der Erfindung
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Die
Laserbearbeitung kann an zahlreichen verschiedenen Werkstücken unter
Verwendung von verschiedenen Lasern, die eine Vielfalt von Prozessen
bewirken, durchgeführt
werden. Die speziellen Arten einer interessierenden Laserbearbeitung
in Bezug auf die vorliegende Erfindung sind die Laserbearbeitung
eines ein- oder mehrlagigen Werkstücks, um eine Loch- und/oder Blindkontaktlochausbildung zu
bewirken, und die Laserbearbeitung eines Halbleiterwafers, um eine
Waferzertrennung oder ein Waferbohren zu bewirken. Die hierin beschriebenen
Laserbearbeitungsverfahren könnten
auch auf irgendeine Art von Lasermikrobearbeitung, einschließlich, jedoch
nicht begrenzt auf die Entfernung von Halbleiterverbindungen (Sicherungen)
und thermisches Ausheilen oder Abgleichen von passiven Dick- oder Dünnschichtkomponenten,
angewendet werden.
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Hinsichtlich
der Laserbearbeitung von Kontaktlöchern und/oder Löchern in
einem mehrlagigen Werkstück
beschreiben das
US-Patent Nrn.
5 593 606 und
5 841
099 , Owen et al., Verfahren zum Betreiben eines Ultraviolett-(UV)
Lasersystems zum Erzeugen von Laserausgangsimpulsen, die durch Impulsparameter
gekennzeichnet sind, die zum Ausbilden eines Durchgangslochs oder
von Blindkontaktlöchern
in zwei oder mehr Schichten von verschiedenen Materialarten in einem
mehrlagigen Bauelement festgelegt sind. Das Lasersystem umfasst
einen Nicht-Excimer-Laser, der mit Impulswiederholungsraten von
mehr als 200 Hz, Laserausgangsimpulsen mit zeitlichen Impulsbreiten
von weniger als 100 ns, Fleckflächen
mit Durchmessern von weniger als 100 μm und mittleren Intensitäten oder
einer Strahlungsdichte von mehr als 100 mW über die Fleckfläche emittiert.
Der bevorzugte identifizierte Nicht-Excimer-UV-Laser ist ein diodengepumpter
Festkörper-(DPSS)
Laser.
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Die
veröffentlichte
US-Patentanmeldung Nr.
US/2002/0185474 von
Dunsky et al. beschreibt ein Verfahren zum Betreiben eines gepulsten
CO
2-Lasersystems, um Laserausgangsimpulse
zu erzeugen, die Blindkontaktlöcher
in einer dielektrischen Schicht eines mehrlagigen Bauelements bilden.
Das Lasersystem emittiert mit Impulswiederholungsraten von mehr
als 200 Hz, Laserausgangsimpulse mit zeitlichen Impulsbreiten von
weniger als 200 ns und Fleckflächen
mit Durchmessern zwischen 50 μm
und 300 μm.
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Die
Laserabschmelzung eines Zielmaterials, insbesondere wenn ein UV-DPSS-Laser verwendet wird,
beruht auf dem Richten einer Laserausgangsleistung mit einer Fluenz
oder Energiedichte, die größer ist
als die Abschmelzschwelle des Zielmaterials, auf das Zielmaterial.
Ein UV-Laser emittiert eine Laserausgangsleistung, die so fokussiert
werden kann, dass sie eine Fleckgröße zwischen etwa 10 μm und etwa
30 μm beim
Durchmesser von 1/e2 aufweist. In bestimmten
Fällen
ist diese Fleckgröße kleiner
als der gewünschte
Kontaktlochdurchmesser, wie z. B. wenn der gewünschte Kontaktlochdurchmesser
zwischen etwa 50 μm
und 300 μm
liegt. Der Durchmesser der Fleckgröße kann so vergrößert werden,
dass er denselben Durchmesser wie den gewünschten Durchmesser des Kontaktlochs
aufweist, aber eine solche Vergrößerung würde die
Laserausgangsenergiedichte in dem Ausmaß verringern, dass sie geringer
ist als die Zielmaterial-Abschmelzschwelle, und keine Zielmaterialentfernung
bewirken kann. Folglich wird die fokussierte Fleckgröße von 10 μm bis 30 μm verwendet
und die fokussierte Laserausgangsleistung wird typischerweise in
einem spiralförmigen, konzentrischen
kreisförmigen
oder "Hohlbohr"-Muster bewegt, um
ein Kontaktloch mit dem gewünschten Durchmesser
auszubilden. Die Spiral-, Hohlbohr- oder konzentrische Kreisbearbeitung
sind Arten von so genannten nicht-stanzenden Kontaktlochausbildungsprozessen.
Für Kontaktlochdurchmesser
von etwa 70 μm
oder kleiner liefert das direkte Stanzen einen höheren Kontaktlochausbildungsdurchsatz.
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Im
Gegensatz dazu ist die Ausgangsleistung eines gepulsten CO2-Lasers typischerweise größer als
50 μm und
ist in der Lage, eine Energiedichte aufrechtzuerhalten, die ausreicht,
um die Ausbildung von Kontaktlöchern
mit Durchmessern von 50 μm oder
größer an herkömmlichen
Zielmaterialien zu bewirken. Folglich wird typischerweise ein Stanzprozess
verwendet, wenn ein CO2-Laser verwendet wird,
um die Kontaktlochausbildung zu bewirken. Ein Kontaktloch mit einem
Fleckflächendurchmesser
von weniger als 50 μm
kann jedoch unter Verwendung eines CO2-Lasers
nicht ausgebildet werden.
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Der
hohe Grad an Reflexionsvermögen
von Kupfer bei den CO2-Wellenlängen macht
die Ausbildung eines Durchgangskontaktlochs unter Verwendung eines
CO2-Lasers in einer Kupferschicht mit einer
Dicke von mehr als etwa 5 Mikrometer sehr schwierig. Folglich können CO2-Laser typischerweise verwendet werden,
um Durchgangskontaktlöcher
nur in Kupferschichten auszubilden, die Dicken zwischen etwa 3 Mikrometer
und etwa 5 Mikrometer aufweisen oder die oberflächenbehandelt wurden, um die
Absorption der CO2-Laserenergie zu verbessern.
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Die üblichsten
Materialien, die bei der Herstellung von mehrlagigen Strukturen
für eine
Leiterplatte (PCB) und elektronische Packungsvorrichtungen verwendet
werden, in denen Kontaktlöcher
ausgebildet werden, umfassen typischerweise Metalle (z.B. Kupfer)
und dielektrische Materialien (z.B. Polymerpolyimid, Harz oder FR-4).
Die Laserenergie bei den UV-Wellenlängen weist einen guten Kopplungswirkungsgrad
mit Metallen und dielektrischen Materialien auf, so dass der UV-Laser
leicht eine Kontaktlochausbildung an sowohl Kupferschichten als
auch dielektrischen Materialien bewirken kann. Die UV-Laserbearbeitung
von Polymermaterialien wird auch weitgehend als kombinierter photochemischer
und photothermischer Prozess betrachtet, in dem die UV-Laserausgangsleistung
das Polymermaterial teilweise durch Dissoziieren seiner molekularen
Bindungen durch eine durch Photonen angeregte chemische Reaktion
abschmilzt, wodurch eine überlegene Prozessqualität im Vergleich
zum photothermischen Prozess erzeugt wird, der stattfindet, wenn
die dielektrischen Materialien längeren
Laserwellenlängen ausgesetzt
werden. Aus diesen Gründen
sind Festkörper-UV-Laser bevorzugte
Laserquellen zum Bearbeiten dieser Materialien.
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Die
CO2-Laserbearbeitung von dielektrischen
und Metallmaterialien und die UV-Laserbearbeitung
von Metallen sind hauptsächlich
photothermische Prozesse, in denen das dielektrische Material oder
Metallmaterial die Laserenergie absorbiert, was bewirkt, dass das
Material in der Temperatur steigt, erweicht oder geschmolzen wird
und schließlich
abschmilzt, verdampft oder wegbläst.
Die Abschmelzrate und der Kontaktlochausbildungsdurchsatz sind für eine gegebene
Art von Material eine Funktion der Laserenergiedichte (Laserenergie
(J), dividiert durch Fleckgröße (cm2)), der Leistungsdichte (Laserenergiedichte,
dividiert durch Impulsbreite (Sekunden)), der Impulsbreite, der
Laserwellenlänge
und der Impulswiederholungsrate.
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Folglich
ist der Laserbearbeitungsdurchsatz, wie beispielsweise die Kontaktlochausbildung
an einer PCB oder anderen elektronischen Packungsvorrichtungen,
oder das Lochbohren an Metallen oder anderen Materialien, durch
die verfügbare
Laserleistungsdichte und die Impulswiederholungsrate sowie die Geschwindigkeit,
mit der die Strahlpositionierungseinrichtung die Laserausgangsleistung
in einem Spiral-, konzentrischen Kreis- oder Hohlbohrmuster und
zwischen Kontaktlochpositionen bewegen kann, begrenzt. Ein Beispiel
eines UV-DPSS-Lasers ist ein Modell LWE Q302 (355 nm), das von Lightwave
Electronics, Mountain View, Kalifornien, vertrieben wird. Dieser
Laser wird in einem Lasersystem des Modells 5330 oder anderen Systemen
in seiner Reihe, die von Electro-Scientific Industries, Inc., Portland,
Oregon, dem Anmelder der vorliegenden Patentanmeldung, hergestellt
werden, verwendet. Der Laser ist in der Lage, 8 W UV-Leistung mit
einer Impulswiederholungsrate von 30 kHz zu liefern. Der typische
Kontaktlochausbildungsdurchsatz dieses Lasers und Systems ist etwa
600 Kontaktlöcher
jede Sekunde an blankem Harz. Ein Beispiel eines gepulsten CO2- Lasers
ist ein Modell Q3000 (9,3 μm), das
von Coherent DEOS, Bloomfield, Connecticut, vertrieben wird. Dieser
Laser wird in einem Lasersystem Modell 5385 oder anderen Systemen
in seiner Reihe, die von Electro-Scientific Industries, Inc., hergestellt
werden, verwendet. Der Laser ist in der Lage, 18 W Laserleistung
mit einer Impulswiederholungsrate von 60 kHz zu liefern. Der typische
Kontaktlochausbildungsdurchsatz dieses Lasers und Systems ist etwa
1000 Kontaktlöcher
jede Sekunde an blankem Harz und 250–300 Kontaktlöcher jede
Sekunde an FR-4.
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Der
erhöhte
Kontaktlochausbildungsdurchsatz kann durch Erhöhen der Impulswiederholungsrate
bei einer Impulsenergie, die ausreicht, um eine Abschmelzung zu
bewirken, wie vorstehend beschrieben, bewerkstelligt werden. Für den UV-DPSS-Laser
und den gepulsten CO2-Laser nimmt jedoch,
wenn die Impulswiederholungsraten zunehmen, die Impulsenergie in
einer nicht-linearen Weise ab, d.h. zweimal die Impulswiederholungsrate führt zu weniger
als einer Hälfte
der Impulsenergie für jeden
Impuls. Für
einen gegebenen Laser besteht folglich eine maximale Impulswiederholungsrate
und daher eine maximale Rate der Kontaktlochausbildung, die durch
die minimale Impulsenergie gesteuert wird, die zum Bewirken einer
Abschmelzung erforderlich ist.
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Hinsichtlich
des Zeitrennens eines Halbleiterwafers gibt es zwei übliche Verfahren
zum Bewirken des Zeitrennens: mechanisches Sägen und Laserzertrennen. Mechanisches
Sägen hat
typischerweise die Verwendung einer Diamantsäge zur Folge, um Wafer mit
einer Dicke von mehr als etwa 150 Mikrometer zu zertrennen, um Bahnen
mit Breiten von mehr als etwa 100 Mikrometer zu bilden. Das mechanische
Sägen von
Wafern mit einer Dicke, die geringer ist als etwa 100 Mikrometer,
führt zum
Brechen des Wafers.
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Das
Laserzertrennen hat typischerweise das Zertrennen des Halbleiterwafers
unter Verwendung eines gepulsten IR-, grünen oder UV-Lasers zur Folge.
Das Laserzertrennen bietet verschiedene Vorteile gegenüber dem
mechanischen Sägen
eines Halbleiterwafers, wie z.B. die Fähigkeit, die Breite der Bahn auf
etwa 50 Mikrometer zu verringern, wenn ein UV-Laser verwendet wird,
die Fähigkeit, einen
Wafer entlang einer gekrümmten
Bahn zu zertrennen, und die Fähigkeit,
Siliziumwafer, die dünner
sind als jene, die unter Verwendung von mechanischem Sägen zertrennt
werden können,
wirksam zu zertrennen. Ein Siliziumwafer mit einer Dicke von etwa
75 Mikrometer kann beispielsweise mit einem DPSS-UV-Laser, der mit einer
Leistung von etwa 8 W und einer Wiederholungsrate von etwa 30 kHz
mit einer Zertrenngeschwindigkeit von 120 mm/s zum Ausbilden eines
Schnitts mit einer Breite von etwa 35 Mikrometer betrieben wird,
zertrennt werden. Ein Nachteil des Laserzertrennens von Halbleiterwafern
ist jedoch die Bildung von Trümmern
und Schlacke, die beide am Wafer haften könnten und schwierig zu entfernen sind.
Ein weiterer Nachteil des Laserzertrennens von Halbleiterwafern
besteht darin, dass die Werkstückdurchsatzrate
durch die Leistungsfähigkeiten
des Lasers begrenzt ist.
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Was
daher erforderlich ist, ist ein Verfahren und Lasersystem zum Bewirken
einer Hochgeschwindigkeits-Laserbearbeitung eines Werkstücks mit
einer hohen Durchsatzrate, um die Ausbildung von Kontaktlöchern und/oder
Löchern
unter Verwendung von UV-, grünen,
IR- und CO2-Lasern zu bewirken und effizient
und genau Halbleiterwafer unter Verwendung von UV-, grünen und
IR-Lasern zu zertrennen.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, ein Verfahren
und ein Lasersystem zum Verbessern der Geschwindigkeit und/oder des
Wirkungsgrades (1) der Laserbearbeitung von Kontaktlöchern und/oder
Löchern
in ein- und mehrlagigen Werkstücken
und (2) des Zeitrennens von Halbleiterwafern derart, dass die Raten
der Materialentfernung und des Werkstückdurchsatzes erhöht werden
und die Prozessqualität
verbessert wird, bereitzustellen.
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Das
Verfahren der vorliegenden Erfindung bewirkt eine schnelle Entfernung
von Material von einem Werkstück
durch Maximieren der Impulswiederholungsrate bei einem gegebenen
Leistungspegel in einem Doppellasersystem. Das Verfahren hat das Auslösen von
zwei Lasern zur Folge, so dass die einzelnen Impulse zu verschiedenen
Zeitpunkten an den Ausgängen
der Laser erscheinen. Diese zwei Strahlen werden dann zu einem einzelnen
Strahl kombiniert, in dem die Impulse der zwei Strahlen überlappt
sind. Der einzelne Strahl besitzt eine Impulswiederholungsfrequenz
(PRF), die gleich der kombinierten Impulsrate jedes Strahls ist,
und jeder Impuls im kombinierten Strahl weist dieselben Impulseigenschaften
auf, wie er vor der Kombination hatte. Der kombinierte Strahl kann
anschließend
in zwei Strahlen aufgeteilt werden, die dieselbe PRF aufweisen.
In den aufgeteilten Strahlen bleiben einige der Impulseigenschaften,
wie z.B. die Impulsdauer und gesamte Impulsform, im Wesentlichen ähnlich jenen des
ungeteilten Strahls. Einige der Impulseigenschaften, wie z.B. Impulsspitzenleistung
und Impulsenergie, werden jedoch zwischen den zwei Strahlen aufgeteilt,
so dass die lineare Summe der Impulseigenschaften ungefähr gleich
jenen des ungeteilten Strahls ist.
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Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel
des Verfahrens hat die Synchronisation von zwei Lasern zur Folge,
um ein abwechselndes Pulsieren mit der gewünschten PRF zu erzielen. Die
zwei gepulsten Laserstrahlen, die an den Laserausgängen erzeugt werden,
werden dann kollimiert und zum Einfall auf einen Strahlkombinator
gerichtet, der sie zu einem einzelnen Strahl kombiniert. Der kombinierte
Strahl kann in seinem innewohnenden Gaußprofil belassen werden oder
wahlweise geformt und/oder abgebildet werden, um ein gewünschtes
Nicht-Gauß-Profil
zu erzeugen. Der kombinierte Strahl wird dann in zwei Strahlen aufgeteilt,
die zum Einfall auf verschiedene Stellen des Werkstücks gerichtet
werden können,
um eine Mikrobearbeitung durchzuführen. Aufgrund der nicht-linearen Art der
Beziehung zwischen der PRF und Leistung führt das Kombinieren und Trennen
der zwei Strahlen zu einer größeren Leistungsdichte
an zwei Stellen am Werkstück
als jener, die erreichbar wäre,
wenn jeder Laser separat gepulst und auf das Werkstück an jeder
von zwei Stellen mit der äquivalenten
PRF gerichtet werden würde.
Die Konsequenz des Erreichens einer größeren Leistungsdichte in dieser
Weise ist eine Erhöhung
des Durchsatzes des Mikrobearbeitungssystems.
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Die
von dieser Erfindung gebotenen Vorteile sind nicht auf zwei Laser
begrenzt. Unter Verwendung von ähnlichen
Verfahren könnten
drei oder mehr Laser kombiniert und in drei oder mehr Strahlen aufgeteilt
werden; gerade Zahlen von Lasern sind jedoch leichter zu kombinieren
und in ähnliche
Ausgangsstrahlen aufzuteilen.
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Zusätzliche
Aufgaben und Vorteile dieser Erfindung sind aus der folgenden ausführlichen
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen derselben
ersichtlich, die mit Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen vor sich
geht.
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Kurzbeschreibung der Zeichnungen
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1 ist
eine bruchstückhafte
Ansicht eines beispielhaften mehrlagigen Werkstücks der durch einen gemäß dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung gebildeten Laserstrahl zu bearbeitenden
Art.
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2 ist
ein vereinfachtes schematisches Diagramm eines bevorzugten Systems,
das zwei Laserstrahlen kombiniert und später sie gemäß dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung in Zusammenwirkung mit einer optionalen Strahlformungs- und Abbildungsoptik
aufteilt. 2 zeigt auch in Durchsichtlinien
optische Komponenten, die die kombinierten Laserstrahlen weiter
in wahlweise dritte und vierte Laserstrahlen aufteilen.
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3 ist
ein Graph, der die Beziehung zwischen der Impulsenergie und der
PRF für
einen beispielhaften Laser des Standes der Technik zeigt.
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4 ist
ein Graph, der die Beziehung zwischen der Impulsenergie und der
PRF für
eine Strahlausgangsleistung eines Systems mit zwei Lasern, die gemäß der vorliegenden
Erfindung gebildet wird, zeigt.
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5A ist
ein Graph, der die Impulsfolge-PRF und Spitzenenergie zeigt, die
durch ein Doppellaser-System des Standes der Technik erzeugt werden,
in dem jeder Laser unabhängig
arbeitet.
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5B ist
ein Graph, der die Impulsfolge-PRF und Spitzenenergie eines kombinierten
Laserstrahls zeigt, der gemäß der vorliegenden
Erfindung erzeugt wird.
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5C ist
ein Graph, der die Impulsfolge-PRF und Spitzenenergie für einen
getrennten Laserstrahl zeigt, der gemäß der vorliegenden Erfindung
erzeugt wird.
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Ausführliche Beschreibung von bevorzugten
Ausführungsbeispielen
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In
einer ersten Implementierung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
dieser Erfindung bilden Laserimpulse, die durch die hierin offenbarte
Erfindung erzeugt werden, Kontaktlöcher in einlagigen oder mehrlagigen
Werkstücken
durch Zielen eines Lasers auf mindestens zwei spezielle Bereiche
des Werkstücks
mit ausreichend Energie, um eine Abschmelzung zu bewirken. Es wird
angenommen, dass ein einzelner Impuls unzureichend ist, um das ganze
gewünschte
Material von einer speziellen Stelle am Werkstück zu entfernen. Mehrere Impulse
werden daher auf das Werkstück
gerichtet, um eine Entfernung des gewünschten Materials an jeder
festgelegten Stelle zu bewirken. Die Bearbeitungszeit und daher
der Systemdurchsatz hängt
von der Anzahl von Impulsen ab, die für jede Einheitszeit mit Energien
oberhalb der Abschmelzschwelle des Werkstücks zum Werkstück geliefert
werden.
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Bevorzugte
einlagige Werkstücke
umfassen dünne
Kupferbleche, Polyimidplatten zur Verwendung in elektrischen Anwendungen
und andere Metallstücke
wie z.B. Aluminium, Stahl und Thermoplaste für allgemeine Industrie- und
medizinische Anwendungen. Bevorzugte mehrlagige Werkstücke umfassen
ein Mehrchipmodul (MCM), eine Leiterplatte oder einen Halbleiter-Mikroschaltungsbaustein. 1 zeigt
ein beispielhaftes mehrlagiges Werkstück 20 willkürlicher
Art, das Schichten 34, 36, 38 und 40 umfasst.
Die Schichten 34 und 38 sind vorzugsweise Metallschichten,
die jeweils ein Metall, wie z.B., jedoch nicht begrenzt auf Aluminium,
Kupfer, Gold, Molybdän,
Nickel, Palladium, Platin, Silber, Titan, Wolfram, ein Metallnitrid
oder eine Kombination davon, umfassen. Die Metallschichten 34 und 38 weisen
vorzugsweise Dicken auf, die zwischen etwa 9 μm und etwa 36 μm liegen,
sie können
jedoch dünner
als 9 μm
oder so dick wie 72 μm
sein.
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Jede
Schicht 36 umfasst vorzugsweise ein organisches dielektrisches
Standardmaterial, wie z.B. Benzocyclobutan (BCB), Bismaleimidtriazin (BT),
Pappe, einen Cyanatester, ein Epoxid, ein Phenol, ein Polyimid,
Polytetrafluorethylen (PTFE), eine Polymerlegierung oder eine Kombination
davon. Jede organische dielektrische Schicht 36 ist typischerweise
dicker als die Metallschichten 34 und 38. Die
bevorzugte Dicke der organischen dielektrischen Schicht 36 liegt
zwischen etwa 20 μm
und etwa 400 μm,
aber die organische dielektrische Schicht 36 kann in einem
Stapel mit einer Dicke von nicht kleiner als 1,6 mm angeordnet sein.
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Die
organische dielektrische Schicht 36 kann eine dünne Verstärkungskomponentenschicht 40 umfassen.
Die Verstärkungskomponentenschicht 40 kann
eine Fasermatte oder dispergierte Teilchen aus beispielsweise Aramidfasern,
Keramik oder Glas umfassen, die in die organische dielektrische
Schicht 36 gewebt oder dispergiert wurden. Die Verstärkungskomponentenschicht 40 ist
typischerweise viel dünner
als die organische dielektrische Schicht 36 und kann eine
Dicke aufweisen, die zwischen etwa 1 μm und etwa 10 μm liegt.
Fachleute werden erkennen, dass Verstärkungsmaterial auch als Pulver
in die organische dielektrische Schicht 36 eingeführt werden kann.
Die Verstärkungskomponentenschicht 40 mit diesem
pulverförmigen
Verstärkungsmaterial
kann nicht-zusammenhängend
und ungleichmäßig sein.
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Fachleute
werden erkennen, dass die Schichten 34, 36, 38 und 40 intern
nicht-zusammenhängend, ungleichmäßig und
uneben sein können. Stapel
mit mehreren Schichten aus Metall-, organischen dielektrischen und
Verstärkungskomponentenmaterialien
können
eine Gesamtdicke aufweisen, die größer ist als 2 mm. Obwohl das
willkürliche Werkstück 20,
das als Beispiel in 1 gezeigt ist, fünf Schichten
aufweist, kann die vorliegende Erfindung an einem Werkstück mit einer
beliebigen gewünschten
Anzahl von Schichten ausgeführt
werden, einschließlich
eines einlagigen Substrats.
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2 ist
ein vereinfachtes schematisches Diagramm eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der
vorliegenden Erfindung, das aus zwei Bearbeitungslasern 50 und 52 besteht,
die durch eine Synchronisationsquelle 54 angesteuert werden.
Die Quelle 54 könnte
die Laser 50 und 52 durch ein beliebiges einer
Anzahl von Verfahren synchronisieren, einschließlich Synchronisation der Auslösesignale, die
zu Beleuchtungsquellen gesandt werden, die Energie in die Laser
pumpen, oder möglicherweise
Synchronisation von Güteschaltern,
die innerhalb der Laser 50 und 52 angeordnet sind,
um zu ermöglichen, dass
sie in einer abwechselnden Weise pulsieren. Die Laser 50 und 52 liefern
an ihren Ausgängen
jeweilige Bearbeitungsstrahlen 56 und 58, die
jeweils aus einer Laserimpulsfolge bestehen. Die Laser 50 und 52 sind
so angeordnet, dass die intrinsischen linearen Polarisationsebenen
ihrer jeweiligen Ausgangsbearbeitungsstrahlen 56 und 58 im
Wesentlichen parallel sind. Die Laserstrahlen 56 und 58 treten durch
jeweilige Kollimatoren 60 und 62 hindurch, die jeweils
den Durchmesser ihres einfallenden Laserstrahls verringern, während sie
ihren Brennpunkt auf unendlich halten.
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Die
Bearbeitungslaser 50 und 52 können ein UV-Laser, ein IR-Laser,
ein grüner
Laser oder ein CO2-Laser sein. Eine bevorzugte
Bearbeitungslaser-Ausgangsleistung
weist eine Impulsenergie auf, die zwischen etwa 0,01 μJ und etwa
1,0 J liegt. Ein bevorzugter UV-Bearbeitungslaser ist ein gütegeschalteter
UV-DPSS-Laser mit einem laseraktiven Festkörpermaterial, wie z.B. Nd:YAG,
Nd:YLF, Nd:YAP oder Nd:YVO4 oder ein YAG-Kristall, der mit Ytterbium,
Holmium oder Erbium dotiert ist. Der UV-Laser liefert vorzugsweise
eine harmonisch erzeugte UV-Laserausgangsleistung mit einer Wellenlänge wie
z.B. 355 nm (frequenzverdreifacht Nd:YAG), 266 nm (frequenzvervierfacht
Nd:YAG) oder 213 nm (frequenzverfünffacht Nd:YAG).
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Ein
bevorzugter CO2-Bearbeitungslaser ist ein
gepulster CO2-Laser, der mit einer Wellenlänge zwischen
etwa 9 μm
und etwa 11 μm
arbeitet. Ein beispielhafter kommerziell erhältlicher gepulster CO2-Laser ist der gütegeschaltete Laser Modell Q3000
(9,3 μm),
der von Coherent-DEOS in Bloomfield, Connecticut, hergestellt wird.
Da CO2-Laser außerstande sind, Kontaktlöcher effektiv
durch Metallschichten 34 und 38 zu bohren, fehlen
mehrlagigen Werkstücken 20,
die mit CO2-Bearbeitungslasern gebohrt werden,
entweder die Metallschichten 34 und 38 oder sie
werden derart vorbereitet, dass eine Zielstelle mit einem UV-Laser
vorgebohrt oder unter Verwendung eines anderen Prozesses, wie beispielsweise
chemischem Ätzen,
vorgeätzt
wurde, um die dielektrische Schicht 36 freizulegen.
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Fachleute
werden erkennen, dass andere laseraktive Festkörpermaterialien oder CO2-Laser, die mit verschiedenen Wellenlängen arbeiten,
im Lasersystem der vorliegenden Erfindung verwendet werden können. Verschiedene
Arten einer Laserresonatoranordnung, Oberwellenerzeugung des Festkörperlasers,
Güteschalterbetrieb
für sowohl
den Festkörperlaser
als auch den CO2-Laser, Pumpschemen und
Impulserzeugungsverfahren für
den CO2-Laser sind Fachleuten gut bekannt.
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Der
Laser 50 emittiert einen Bearbeitungsstrahl 56,
der an einem Spiegel/Kombinator 64 reflektiert, der im
Fall von zwei: Lasern als Spiegel implementiert wird, und anschließend auf
eine erste ½-Wellenplatte 66 auftrifft.
Die erste ½-Wellenplatte 66 ist
so festgelegt, dass sie die Polarisationsebene des einfallenden
Laserstrahls 56 um 90° dreht.
Die optischen Wege der Laserstrahlen 56 und 58 sind
so angeordnet, dass sie sich an einem Strahlkombinator 68 treffen,
der so konstruiert ist, dass er im Wesentlichen den ganzen Laserstrahl 58,
der in einem ersten Winkel polarisiert ist, durchlässt und
im Wesentlichen den ganzen Laserstrahl 56, der in einem
zweiten Winkel polarisiert ist, der um 90° relativ zum ersten Winkel gedreht
ist, reflektiert. Die optischen Komponenten sind so angeordnet,
dass der durchgelassene Strahl 58 und der reflektierte
Strahl 56 sich kombinieren, um einen kombinierten koaxialen
Strahl 70 mit ungefähr
einer Hälfte
seiner Energie, die in einem ersten Winkel polarisiert ist, und
dem Rest seiner Energie, die in einem zweiten Winkel polarisiert
ist, der um 90° relativ
zum ersten Winkel gedreht ist, zu bilden. Der kombinierte Strahl 70,
der sich vom Strahlkombinator 68 ausbreitet, tritt durch
eine wahlweise Strahlformungsoptik 72 hindurch, die das
im Wesentlichen gaußartige
Strahlprofil in ein erwünschteres Strahlprofil
transformiert. Ein Beispiel eines gewünschten Strahlprofils ist das "Hut"-Profil, das eine im
Wesentlichen gleichmäßige Beleuchtung
bereitstellt. Die wahlweise Strahlformungsoptik 72 dient auch
als Abbildungsoptik, die ermöglicht,
dass der Strahl die geeigneten Eigenschaften wie z.B. Fleckgröße und -form
erreicht, wenn er auf das Werkstück projiziert
wird. Fachleute werden auch erkennen, dass ähnliche Verfahren verwendet
werden könnten, um
mehr als zwei Laser zu kombinieren, um einen kombinierten Strahl 70 mit
entsprechend mehr Leistung zu erzeugen.
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Der
kombinierte Strahl 70 wird dann zum Einfall auf eine zweite ½-Wellenplatte 74 gerichtet, die
infolge dessen, dass sie um 22,5° gedreht
ist, die Polarisationsebenen des kombinierten Strahls 70 um 45
Grad dreht, was einen Strahl mit im Wesentlichen gleichen p (vertikalen)
und s (horizontalen) Polarisationskomponenten bereitstellt. Der
kombinierte und gedrehte Strahl 71 wird auf einen Brewster-Polarisatorstrahlteiler 78 gerichtet,
wobei seine Polarisationsachsen auf 45° relativ zu einer der Polarisationsebenen
des kombinierten und gedrehten Strahls 71 eingestellt sind.
Bei Abwesenheit der zweiten ½-Wellenplatte 74 würde der
Strahlteiler 78 im Wesentlichen den ganzen Anteil des kombinierten
und gedrehten Strahls 71, der parallel zur Strahlteiler-Polarisationsachse
polarisiert wurde, durchlassen, und im Wesentlichen den ganzen Anteil
des kombinierten und gedrehten Strahls 71, der senkrecht
zur Strahlteiler-Polarisationsachse polarisiert wurde, reflektieren. Dies
würde den
kombinierten und gedrehten Strahl 71 im Wesentlichen in
seine Bestandteile auftrennen, wobei Laserstrahlen 56 und 58 erneut
erzeugt werden. Da jedoch die Polarisation des kombinierten und gedrehten
Strahls 71 um 45° gedreht
wurde, wird jede der orthogonal polarisierten Komponenten des kombinierten
und gedrehten Strahls 71 durch den Strahlteiler 78 teilweise
durchgelassen und teilweise reflektiert. Dies hat den Effekt des
Mischens der zwei polarisierten Komponenten des kombinierten und
gedrehten Strahls 71, wobei etwa eine Hälfte der Leistung durchgelassen
wird und etwa eine Hälfte
der Leistung in den getrennten Laserstrahlen 80 und 82 reflektiert
wird. Jeder dieser getrennten Strahlen 80 und 82 besteht
aus Impulsen von beiden Laserstrahlen 56 und 58 und hat
daher eine Impulsrate gleich der Summe der Impulsraten der zwei
Strahlen. Das Verhältnis
der Leistung in den zwei getrennten Strahlen 80 und 82 kann
durch Verändern
des Winkels der ½-Wellenplatte 74 vom
nominalen Winkel von 22,5° eingestellt
werden.
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Der
kombinierte und gedrehte Strahl 71 kann wahlweise in vier
Laserstrahlen 80, 82, 88 und 90 aufgeteilt
werden, von denen jeder gleich etwa einem Viertel der kombinierten
Leistung der Laser 50 und 52 ist und eine Impulsrate
gleich der Summe der Impulsraten der Strahlen 56 und 58 aufweist,
die von den Lasern 50 bzw. 52 emittiert werden.
Diese Aufteilung wird durch die in einer Umhüllung einer gestrichelten Linie
gezeigten und durch Durchsichtlinien in 2 dargestellten
Komponenten durchgeführt.
Der kombinierte und gedrehte Strahl 71, der das wahlweise
Ausführungsbeispiel
ist, breitet sich anfänglich von
einer ½-Wellenplatte 92 aus,
wird in zwei ungefähr
gleiche Strahlen durch den wahlweisen Teiler 94 geteilt,
um wahlweise Strahlen 96 und 98 zu erzeugen. Jeder
der Strahlen 96 und 98 kann durch gut bekannte
Verfahren durch den wahlweisen Spiegel 100, die wahlweise ½-Wellenplatte 102,
den wahlweisen Teiler 104 und den wahlweisen Spiegel 106 auf
gewünschte
Stellen auf dem Werkstück
gerichtet werden, um insgesamt vier Ausgangsstrahlen 80, 82, 88 und 90 zu
erzeugen. Das Verhältnis
der für
jeden Strahl verfügbaren
Leistung kann durch Einstellen der ½-Wellenplatten 74, 92 und 102 festgelegt
werden, wie vorstehend beschrieben. Fachleute werden erkennen, dass
dieses Verfahren erweitert werden kann, um zusätzliche Paare von Laserstrahlen
zu erzeugen, wie erwünscht.
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Der
Graph 110 in 3 stellt die nicht-lineare Beziehung
zwischen der PRF in kHz und der Impulsenergie in μJ für einen
einzelnen Laser dar. Die gekrümmte
Linie 112 stellt die verfügbare Spitzenimpulsenergie
als Funktion der PRF für
einen gegebenen Laser dar. Fachleute werden erkennen, dass diese
Beziehung für
einen breiten Bereich von Lasertypen, die für Mikrobearbeitungsanwendungen
verwendet werden, typisch ist. Die gerade Linie 114 stellt die
minimale Spitzenimpulsenergie, etwa 80 μJ, dar, die für die Abschmelzung
eines speziellen Werkstücks
erforderlich ist. Die Linien 112 und 114 schneiden
sich in einem Punkt 116, der die maximale PRF darstellt,
die verwendbar ist, um das ausgewählte Werkstück abzuschmelzen, was in diesem
Fall etwa 62 kHz ist. Wenn ein System mit zwei Lasern, die unabhängig arbeiten,
konstruiert werden würde,
wäre der
maximale Durchsatz des Systems auf zwei Flecken begrenzt, die jeweils
mit 62 kHz abgeschmolzen werden.
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Der
Graph 120 in 4 stellt die Leistung eines
Doppellasersystems dar, das gemäß den hierin beschriebenen
Prinzipien konstruiert ist. Zwei Laser mit PRF/Impulsenergie-Charakteristiken,
die zu den in 2 gezeigten identisch sind,
werden kombiniert, wie in 2 gezeigt.
Die gekrümmte
Linie 122 im Graphen 120 zeigt die PRF/Impulsenergie-Beziehung
des kombinierten Strahls 70, der aus abwechselnden Impulsen
von den Lasern 50 und 52 besteht. Die gerade Linie 124 im
Graphen 120 zeigt die minimale Spitzenimpulsenergie, die
erforderlich ist, um das ausgewählte
Werkstück
abzuschmelzen. Da der kombinierte Strahl 70 im Wesentlichen
gleich zwischen zwei Strahlen aufgeteilt werden soll, ist die erforderliche
Spitzenimpulsenergie etwa zweimal die durch die gerade Linie 104 in 3 gezeigte
Spitzenimpulsenergie oder etwa 160 μJ. Die Linien 122 und 124 schneiden
sich in einem Punkt 126, der die maximale kombinierte PRF,
etwa 87 kHz, darstellt, die verwendbar ist, um das ausgewählte Werkstück abzuschmelzen.
Aufgrund der nicht-linearen Beziehung zwischen der PRF und der Impulsenergie
ist diese PRF größer als
die in 3 gezeigte PRF von 62 kHz, um dasselbe Material
abzuschmelzen. Folglich hätte
ein System mit zwei Lasern, das gemäß den hierin offenbarten Verfahren
implementiert wird, einen maximalen Systemdurchsatz gleich zwei
Flecken, die mit einer PRF von 87 kHz abgeschmolzen werden. Da die
maximale Abschmelzrate und daher der Systemdurchsatz eine Funktion
der PRF ist, hätte ein
gemäß den hierin
offenbarten Prinzipien konstruiertes System mit zwei Lasern einen
Durchsatz von bis zu 140 % von jenem eines Systems, das so konstruiert
ist, dass jeder Laser unabhängig
arbeitet.
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In
einer zweiten Implementierung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
werden die von der hierin offenbarten Erfindung erzeugten Laserimpulse verwendet,
um eine Vereinzelung oder Zertrennung eines Wafers oder Substrats
in mehrere unabhängige
Teile zu bewirken. In der Elektronikfertigung ist es üblich, mehrere Kopien
einer gegebenen Schaltung oder eines gegebenen Schaltungselements
auf einem einzelnen Substrat zu konstruieren. Bevorzugte Werkstücke für das Halbleiterzertrennen
umfassen Siliziumwafer, andere Materialien auf Siliziumbasis, einschließlich Siliziumcarbid
und Siliziumnitrid, und Verbindungen in den Gruppen III-V und II-VI,
wie z.B. Galliumarsenid, auf dem integrierte Schaltungen unter Verwendung
von Photolithographieverfahren konstruiert werden. Ein zweites Beispiel
ist eine Dickschichtschaltung, wobei Schaltungselemente oder elektronische
Bauelemente auf ein Substrat, das typischerweise aus einem gesinterten
Keramikmaterial besteht, siebgedruckt werden. Ein drittes Beispiel
ist eine Dünnschichtschaltung,
wobei Leiter und passive Schaltungselemente auf ein Substrat, das
beispielsweise aus einem Halbleitermaterial, Keramik oder anderen
Materialien besteht, durch Sputtern oder Verdampfung aufgebracht
werden. Ein viertes Beispiel wäre
die Anzeigetechnologie, in der die zur Herstellung von LCD- oder
Plasmaanzeigen verwendeten Kunststoffschichten unter Verwendung
dieser Technologie vereinzelt werden können. Was diese Anwendungen
alle gemeinsam haben, ist der Wunsch, ein Substrat, das mehrere
Schaltungen, Schaltungselemente enthält, oder einfach Bereiche des
Substrats in separate Teile effizient aufzuteilen.
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Die
Vorteile der Anwendung der hierin offenbarten Erfindung auf die
Vereinzelung sind ähnlich
zu den vorstehend für
das Kontaktlochbohren beschriebenen Vorteilen. Die Anwendung von
zwei oder mehr Lasern auf den Prozess kann den Durchsatz eines Systems
erhöhen,
da mehrere parallele lineare Schnitte typischerweise erforderlich
sind, um die meisten Substrate zu vereinzeln. Die Verwendung der
hierin beschriebenen Erfindung erhöht den Durchsatz des Systems,
da die Rate der Vereinzelung wie des Kontaktlochbohrens eine Funktion
der Anzahl von Impulsen mit Energien ist, die größer sind als die Abschmelzschwelle,
die für
jede Einheitszeit geliefert werden.
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5A, 5B und 5C stellen
diesen Prozess durch Vergleichen der Anzahl von Impulsen, die für jede Einheitszeit
durch ein Doppellasersystem geliefert werden, das mit unabhängigen Lasern
konstruiert ist, und eines Doppellasersystems, das gemäß der hierin
offenbarten Erfindung konstruiert ist, dar.
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Der
Graph 130 in 5A zeigt die Beziehung zwischen
der Impulsenergie und der PRF für
einen von zwei ähnlichen
beispielhaften Lasern in einem System des Standes der Technik, das
zwei unabhängige
Laser verwendet, um zwei Stellen auf einem Werkstück gleichzeitig
zu bearbeiten. Der Graph 130 zeigt eine Impulsfolge 132,
wobei jeder Impuls 134 eine Impulsenergie 80 aufweist,
die eine Zeit t0 zur Vollendung der Bearbeitung
an einer speziellen Stelle auf einem Werkstück erfordert. Das Intervall 138 zeigt
die Zeit zwischen benachbarten Impulsen 134, die der Kehrwert
der PRF ist. Da er ein System mit zwei Lasern darstellt, kann dieses
System zwei Stellen auf einem Werkstück in der Zeit t0 bearbeiten.
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Der
Graph 140 in 5B zeigt den kombinierten Strahl 70,
der aus einer Impulsfolge 142 besteht. Die Impulsfolge 142 besteht
aus Impulsen 144 in durchgezogener Linie vom Laser 50 und
Impulsen 146 in gestrichelter Linie vom Laser 52,
nachdem sie durch den Strahlkombinator 68 kombiniert wurden. Die
Spitzenenergie e1 jedes Impulses 144, 146 ist gleich
mehr als zweimal die Spitzenenergie e0 von
jedem Impuls 134 eines durch einen ähnlichen Laser mit der in 5A dargestellten
PRF gelieferten Strahls, während
die Intervalle 148 zwischen benachbarten Impulsen 144 vom
Laser 50 und zwischen benachbarten Impulsen 146 vom
Laser 52 jeweils geringer als zweimal das Intervall 138 sind. Dies
ist eine Konsequenz der nicht-linearen Beziehung zwischen der Impulsenergie
und der in 3 und 4 dargestellten
PRF.
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Der
Graph 150 in 5C zeigt das Ergebnis der Aufteilung
der Impulsfolge 142 mit dem Strahlteiler 78, um
zwei Impulsfolgen zu bilden, von denen eine als Impulsfolge 152 gezeigt
ist, die aus Impulsen 154 in durchgezogener Linie vom Laser 50 und
Impulsen 156 in gestrichelter Linie vom Laser 52 besteht.
Die Spitzenenergie e2 des aufgeteilten Strahls 152 ist
gleich der Spitzenenergie e0 eines einzelnen Lasers,
wie in 5A gezeigt, aber das Intervall 158 zwischen
Impulsen ist geringer als das Intervall 138 zwischen Impulsen.
Die aus zwei Laserstrahlen synthetisierte PRF ist daher größer als
die PRF von einem von zwei Lasern, die unabhängig arbeiten. Folglich wird
die erforderliche Anzahl von Impulsen zum Werkstück in der Zeit t2 geliefert,
die geringer ist als die Zeit t0. Da zwei
Impulsfolgen 152 durch die aufgeteilten Laserstrahlen 56 und 58 zum
Werkstück
geliefert werden, kann die hierin beschriebene Erfindung zwei Stellen
in weniger Zeit als jener, die erforderlich wäre, wenn die Laser unabhängig arbeiten
würden, bearbeiten.
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Fachleute
werden erkennen, dass für
verschiedene ein- oder mehrlagige Werkstücke, die aus verschiedenen
Materialien bestehen, veränderliche Laserparameter,
wie z.B. Impulswiederholungsrate, Energie pro Impuls und Strahlfleckgröße, während verschiedener
Bearbeitungsstufen programmiert werden können, um einen optimalen Lasermikrobearbeitungsdurchsatz
und eine optimale Qualität
zu bewirken. Siehe z.B.
US-Patent
Nr. 5 841 099 von Owen et al. und
US-Patent Nr. 6 407 363 von Dunsky et
al., die beide auf den Anmelder der vorliegenden Patentanmeldung übertragen
sind. Fachleute werden auch erkennen, dass die Betriebsparameter
der Heizquelle, wie z.B. ihre Leistung, Energieverteilung, Profil
und Fleckgröße, während verschiedener
Stufen der Laserbearbeitung konstant gehalten oder verändert werden
können.
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Für Fachleute
ist es offensichtlich, dass viele Änderungen an den Details der
vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
dieser Erfindung vorgenommen werden können, ohne von deren zugrunde liegenden
Prinzipien abzuweichen. Der Schutzbereich der vorliegenden Erfindung
sollte daher nur durch die folgenden Ansprüche bestimmt werden.
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Zusammenfassung
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Ein
Verfahren und ein System zum Erhöhen des
Durchsatzes von Lasermikrobearbeitungssystemen verwenden mehr als
einen Laser. Zwei oder mehr gepulste Laserstrahlen (56, 58)
werden kombiniert und dann in mehrere Laserstrahlen (80, 82)
aufgetrennt, die ermöglichen,
dass das System gleichzeitig an mehreren Stellen am Werkstück (20)
mit Impulsraten arbeitet, die größer sind
als jene, die mit unabhängig
arbeitenden Lasern erreichbar sind, während die Impulsenergie gleich
oder größer als
die Impulsenergie von jedem der ursprünglichen unabhängigen Laserstrahlen
gehalten wird. Die meisten Lasermikrobearbeitungsanwendungen erfordern mehrere
sequentielle Impulse, um ein Werkstück zu bearbeiten. Das Erhöhen der
Impulsrate, während die
Impulsenergie aufrechterhalten wird, bewirkt eine schnellere Materialentfernung
und erhöht
dadurch den Durchsatz für
ein Lasermikrobearbeitungssystem.