-
Hintergrund der Erfindung
-
1. Erfindungsfeld
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein Zahnfleisch-Retraktionsfäden. Insbesondere
betrifft die vorliegende Erfindung chemisch imprägnierte Retraktionsfäden, die
einen zusätzlichen
Einzelfaden oder eine zusätzliche
Faser umfassen, um den Faden zu verstärken und zu verbessern.
-
2. Stand der
Technik
-
Bei
der Durchführung
von verschiedenen zahnmedizinischen Prozeduren ist es häufig wünschenswert,
das Zahnfleischgewebe zurückzuziehen,
um die Zähne
des Patienten für
die Prozedur vorzubereiten. Beispiele für Prozeduren, die durch ein
zurückgezogenes
Zahnfleischgewebe unterstützt werden,
sind Zahnabdrücke,
das Einsetzen von Kronen, das Einsetzen von Brücken oder andere Zahnersatzarbeiten.
Ein weit verbreitetes Verfahren zum Zurückziehen des Zahnfleischgewebes
umfasst die Verwendung von Retraktionsfäden, die gewöhnlich geflochten
oder gestrickt sind, um eine höhere
Stärke,
Flexibilität
und Elastizität
vorzusehen. Beispiele für
geflochtene oder gestrickte Zahnfleisch-Retraktionsfäden sind
in den US-Patenten
Nr. 4,321,038 (Porteous), Nr. 4,522,933 (Fischer), Nr. 4,617,950 (Porteous
et al.) und Nr. 4,982,482 (Lococo) beschrieben.
-
Retraktionsfäden werden
vor allem dazu verwendet, das Zahnfleisch von dem Zahn weg zu ziehen,
um einen genauen und zuverlässigen
Abdruck zu nehmen. Es ist wichtig, einen genauen Abdruck des Zahns
zu nehmen, wenn Kronen hergestellt werden, um sicherzustellen, dass
die Kronen über
eine längere
Zeitdauer korrekt an dem Zahn gehalten werden. Dabei ist es insbesondere
wichtig, einen genauen Abdruck des Zahns in dem Bereich an oder
unter dem Zahnfleischrand zu nehmen. Wenn kein genauer Abdruck genommen
werden kann, kann dies zu einer schlecht geformten oder mangelhaften
Prothese führen,
insbesondere an dem Zahnfleischrand. Ein vorzeitiger Ausfall einer
Krone ist häufig
auf schlechte Randdetails in einem für die Herstellung der Krone verwendeten
Abdruck zurückzuführen.
-
Das
Zahnfleisch eines Patienten verhindert nicht nur einen genauen Abdruck
der tatsächlichen Form
des Zahns unter dem Zahnfleisch, sondern kann auch bluten, wenn
es durch Hochgeschwindigkeitsbohrer beim Entfernen von Zahnmaterial
vor dem Einsetzen einer Krone verletzt wird. Das Bluten kann das
Abnehmen eines guten Abdrucks behindern, weil das ausgetretene Blut
ein entsprechendes Reinigen und Trocknen des Randbereichs des Zahnes
vor dem Nehmen des Abdrucks verhindert und dazu neigt, das Abdruckmaterial
vor dem Aushärten zu
verschieben. Die beiden Probleme der Kontraktion des Zahnfleischrands
und das Bluten des Gewebes machen also das einfache Nehmen eines
Abdrucks nach dem Formen des Zahns mit einem Hochgeschwindigkeitsbohrer
ohne ein Zurückziehen des
Zahnfleisches unmöglich.
-
Um
die Neigung des Zahnfleisches zu einem Bluten zu kontrollieren oder
zu verhindern, wenn dieses durch den Retraktionsfaden zurückgezogen
wird und/oder versehentlich durch den Hochgeschwindigkeitsbohrer
verletzt wird, werden Retraktionsfäden häufig mit einem Blut stillenden
Mittel behandelt. Ein Typ von Blut stillendem Mittel umfasst Adstringenten, die
freiliegende Blutgefäße verschließen, um
das Bluten zu beenden. Die oben genannten US-Patente Nr. 4,321,038,
4,522,933, 4,617,950 und 4,892,482 erläutern die Verwendung von Adstringenten
wie etwa Alaun oder Aluminiumkaliumsulfat.
-
Viele
Chemikalien, die zum Imprägnieren
eines Retraktionsfadens verwendet werden, haben nachteilige Auswirkungen
auf die Stärke
der in dem Retraktionsfaden verwendeten Fasern. Viele Retraktionsfäden sind
aus gestrickten oder geflochtenen Baumwollfasern hergestellt. Das
Blut stillende Mittel oder das Adstringent in dem Retraktionsfaden
können
den Faden über
die Zeit degradieren, sodass er während der Verwendung ausfallen
kann. Wenn Fasern in dem gestrickten oder geflochtenen Faden während der
Verwendung ausfallen, kann das zum Einsetzen des Retraktionsfadens
in den Sulcus verwendete Instrument auf den Fasern rutschen und möglicherweise
das darunter liegende Gewebe verletzen. Außerdem können Bruchteile des Retraktionsfadens
zwischen den Zähnen
und dem Zahnfleisch zurückbleiben.
Weiterhin vermindert sich die Dehnbarkeit und Elastizität des Retraktionsfadens, wenn
sich die Integrität
des gestrickten oder gewebten Fadens verschlechtert.
-
Deshalb
besteht ein Bedarf für
einen Zahnfleisch-Retraktionsfaden,
der das Zahnfleisch korrekt zurückziehen
kann und ein Blut stillendes Mittel verwendet, wobei gleichzeitig
eine Degradation aufgrund des Blut stillenden Mittels verhindert
wird.
-
Kurze Zusammenfassung
der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung beseitigt die oben genannten Probleme, indem
sie einen Zahnfleisch-Retraktionsfaden angibt, der einer Degradation
widersteht, wenn er mit einem aktiven Mittel wie etwa einem Blut
stillenden Mittel imprägniert
ist. Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegende Erfindung wird ein Retraktionsfaden ausgebildet,
indem zwei oder mehr Einzelfäden
verschränkt
werden, um einen gestrickten, geflochtenen, gewebten oder verdrillten
Retraktionsfaden zu bilden. Wenigstens einer der Einzelfäden ist
aus einem absorbierenden Material wie etwa Baumwolle hergestellt.
Der absorbierende Einzelfaden ist mit einem aktiven Mittel wie etwa einem
Blut stillenden Mittel imprägniert.
-
Wenigstens
ein anderer Einzelfaden in dem gestrickten, geflochtenen oder gewebten
Muster ist aus einer gegenüber
einer Degradation beständigen Faser
(Kunstfaser) wie zum Beispiel einem Polymer-, Keramik- oder Kohlenstoff-basierten
Material hergestellt. Der gegenüber
einer Degradation beständige Einzelfaden
versieht den Retraktionsfaden mit einer zusätzlichen strukturellen Integrität, indem
er einer Degradation widersteht, die durch ein oder mehrere aktive
Mittel verursacht werden. In einer Ausführungsform ist der gegenüber einer
Degradation beständige
Einzelfaden ein dünner Metallfaden
aus etwa Silber mit einer Dicke von weniger als 0,2 mm.
-
In
einer alternativen Ausführungsform
wird der Retraktionsfaden der vorliegenden Erfindung durch einen
oder mehrere Einzelfäden
gebildet, die aus verschiedenen Fasern hergestellt sind. Eine oder mehrere
absorbierende Fasern können
mit einem oder mehreren Typen von gegenüber einer Degradation beständigen Fasern
verdrillt werden, um einen oder mehrere verstärkte und gemischte Einzelfäden zu bilden.
Die gemischten Einzelfäden
werden dann gestrickt, geflochten, gewebt oder verdrillt, um den Retraktionsfaden
der vorliegenden Erfindung zu bilden. In dieser besonderen Ausführungsform
kann jeder gestrickte, geflochtene oder verdrillte Einzelfaden vorzugsweise
einen oder mehrere Typen von gegenüber einer Degradation beständigen Fasern
umfassen, sodass der gesamte Retraktionsfaden einer Degradation
widersteht.
-
Der
Retraktionsfaden der vorliegenden Erfindung kann mit einem aktiven
Mittel wie etwa Aluminiumkaliumsulfat, Aluminiumammoniumsulfat,
Aluminiumsulfat, Aluminiumchlorhydrat, Aluminiumacetat, Eisensulfat,
Eisensubsulfat, Eisenchlorid und Mischungen aus denselben imprägniert sein.
Der absorbierende Einzelfaden dient als Träger für eine Lösung des aktiven Mittels. Wenn
der Retraktionsfaden in den Sulcus zwischen dem Zahnfleisch und
einem Zahn gepackt wird, wird das aktive Mittel in das Gewebe abgegeben,
wo es ein Bluten beendet oder das Zahnfleischgewebe versteift.
-
Der
gegenüber
einer Degradation beständige
Einzelfaden verleiht dem Retraktionsfaden eine Dauerhaftigkeit bei
Anwesenheit eines Blut stillenden Mittels oder eines anderen korrosiven
Materials. Wenn das Blut stillende Mittel andere Einzelfäden oder
Fasern auflöst,
widersteht der gegenüber
einer Degradation beständige
Einzelfaden einer derartigen Degradation und hält die strukturelle Integrität des Fadens
aufrecht.
-
Die
zum Ausbilden des Retraktionsfadens der vorliegenden Erfindung verwendeten
verschiedenen Einzelfäden
und/oder Fasern werden derart miteinander verbunden, dass jede Faser
bzw. jeder Einzelfaden dem gestrickten, geflochtenen oder gewebten
Muster folgt. Auf diese Weise beeinträchtigt die Mischung nicht die
vorteilhaften Eigenschaften des gestrickten, geflochtenen oder gewebten
Musters. Es können
also absorbierende und gegenüber
einer Degradation beständige
Einzelfäden
oder Fasern jeweils vorteilhafte Eigenschaften für den Retraktionsfaden vorsehen,
ohne dass dadurch die Vorteile des gestrickten, geflochtenen oder
gewebten Musters geschmälert
werden.
-
Eine
vorteilhafte Eigenschaft von wenigstens einem gestrickten Muster
besteht darin, dass der Retraktionsfaden vorteilhaft elastisch in
der Längs-
und Querrichtung ist. Weil sich der Retraktionsfaden in der Längsrichtung
dehnen kann, kann der Faden einfacher in den Sulcus zwischen dem
Zahnfleischgewebe und dem Zahn gepackt werden. Bereiche in dem Sulcus,
die mehr Faden erfordern, können
gefüllt
werden, indem der Faden in der Längsrichtung komprimiert
wird. Außerdem
wird der bereits in den Sulcus gepackte Teil des Fadens weniger gestört, wenn
der Faden in der Längsrichtung
gedrückt
oder gezogen wird.
-
Ein
weiterer Vorteil eines gestrickten Musters in der vorliegenden Erfindung
besteht darin, dass dieses in der Radialrichtung elastisch ist.
Die Einzelfäden
und Fasern in dem Gestrick erhalten einen bestimmten Gedächtnisgrad
aufrecht, wenn sie komprimiert werden. Weil die Fasern dazu neigen,
zu ihrer Ausgangsposition zurückzukehren,
wird das Zahnfleisch radial nach außen gedrückt.
-
Die
in dem Retraktionsfaden der vorliegenden Erfindung verwendete Mischung
von Fasermaterialien erhält
die Vorteile eines gestrickten Musters, indem die verschiedenen
Fasern in das gestrickte Muster einbezogen werden. Mischungen aus
absorbierenden, synthetischen und metallischen Einzelfäden oder
Fasern können
vorteilhafte Eigenschaften für
den Retraktionsfaden vorsehen, ohne die durch ein gestricktes Muster
erhaltenen Vorteile zu schmälern.
-
Diese
und andere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden durch die
folgende Beschreibung und die beigefügten Ansprüche verdeutlicht oder können bei
der Realisierung der nachfolgend beschriebenen Erfindung festgestellt
werden.
-
Kurzbeschreibung
der Zeichnungen
-
Um
die oben genannten und andere Vorteile und Merkmale der vorliegenden
Erfindung zu verdeutlichen, werden im Folgenden spezifische Ausführungsformen
derselben beschrieben, die in den beigefügten Zeichnungen dargestellt
sind. Es ist zu beachten, dass die Zeichnungen nur typische Ausführungsformen
der Erfindung zeigen und den Erfindungsumfang nicht beschränken. Die
Erfindung wird durch die Zeichnungen mit zusätzlichen Details verdeutlicht.
-
1 zeigt
eine offene Maschenkonfiguration, die beim Stricken verwendet wird.
-
2 zeigt
eine geschlossene Maschenkonfiguration, die beim Stricken verwendet
wird.
-
3 zeigt
schematisch, wie ein einziger Einzelfaden eines Garns unter Verwendung
der offenen Maschenkonfiguration von 1 gestrickt
werden kann, um einen gestrickten Retraktionsfaden aus einem einzigen
Einzelfaden zu bilden.
-
4 zeigt
schematisch, wie eine Vielzahl von Einzelfäden verschränkt und unter Verwendung der
geschlossenen Maschenkonfiguration von 2 gestrickt
werden kann, um einen gestrickten Retraktionsfaden aus mehreren
Einzelfäden
zu bilden.
-
5 zeigt
die eine Länge
eines gestrickten Retraktionsfadens aus vier Einzelfäden gemäß einer beispielhaften
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, wobei ein Einzelfaden aus einem synthetischen
Material hergestellt ist.
-
6 ist
eine Querschnittansicht des gestrickten Retraktionsfadens von 5 entlang
der Linie 6-6.
-
7 zeigt
eine alternative Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, in der ein einziger Einzelfaden des
Gestricks aus einer Mischung verschiedner Fasern hergestellt ist.
-
8 zeigt
schematisch einen Querschnitt eines Zahns, des mit dem Zahn assoziierten
Zahnfleischrands und eines gestrickten Retraktionsfadens, der in
den Sulcus zwischen dem Zahn und dem Zahnfleischrand gepackt ist.
-
9 zeigt
einen beispielhaften Retraktionsfaden, der unter Verwendung von
mehreren Einzelfäden
in einem geflochtenen Muster ausgebildet ist.
-
Ausführliche Beschreibung von beispielhaften
Ausführungsformen
-
I. Retraktionsfäden
-
Unter „Stricken" und „gestrickt" ist hier ein Prozess
zu verstehen, der einen oder mehrere separate Einzelfäden zu einer
Reihe von verschränkten Maschen
verarbeitet. Ein „Einzelfaden" kann eine oder mehrere
Fasern umfassen, die verdrillt oder auf andere Weise miteinander
verbunden sind.
-
A. Einzelfadenmuster
-
Die
Retraktionsfäden
gemäß der vorliegenden
Erfindung können
unter Verwendung von verschiedenen Techniken wie etwa dem Stricken,
Flechten, Weben oder Verdrillen ausgebildet werden.
-
Wie
in 1 und 2 gezeigt, sehen zwei gewöhnliche
Stricktechniken, die zum Ausbilden der Retraktionsfäden der
vorliegenden Erfindung verwendet werden können, Gestricke mit „offenen" Maschen oder mit „geschlossenen" Maschen vor. Die „offene" Masche von 1 wird
unter Verwendung einer ersten Masche 10a ausgebildet, die
mit einer zweiten Masche 12a derart verschränkt wird,
dass die Enden 14a und 16a der Masche 10a einander nicht
kreuzen.
-
Dagegen
zeigt 2 was allgemein als Stricken mit einer „geschlossenen" Masche bezeichnet wird.
Das Ende 16b der ersten Masche 10b biegt sich zurück und kreuzt
derart, dass es die Masche 10b schließt.
-
3 zeigt
zwei Reihen (allgemein durch die Bezugszeichen 18a und 20a angegeben)
von verschränkten
Maschen, die unter Verwendung der offenen Maschenkonfiguration von 1 hergestellt werden.
Wie in 3 gezeigt, umfasst die Reihe 18a eine
Vielzahl von Maschen 10a, die mit Maschen 12a der
benachbarten Reihe 20a verschränkt sind. 3 zeigt
ein „Schuss"-Stricken, das von
einer Masche zu der nächsten
im derselben Reihe von Maschen vorgenommen wird und unter Verwendung
eines ersten Einzelfadens 21a für die Reihe 18a und
eines zweiten Einzelfadens 21b für die Reihe 20a durchgeführt werden
kann. Alternativ hierzu kann das Schuss-Stricken auch unter Verwendung
eines einzigen Einzelfadens oder unter Verwendung von mehr als zwei Einzelfäden durchgeführt werden.
-
Wie
weiter unten ausführlicher
erläutert,
sind die Einzelfäden 21a und 21b jeweils
eine Mischung oder können
eine Mischung von verschiedenen Materialien umfassen, um vorteilhafte
Eigenschaften wie etwa eine Beständigkeit
gegenüber
den degradierenden Effekten eines Blut stillenden Mittels oder eines
anderen korrosiven Materials für
den Retraktionsfaden vorzusehen.
-
4 zeigt
alternativ hierzu drei Reihen (allgemein durch die Bezugszeichen 18b, 20b und 22b angegeben)
von verschränkten
Maschen, die unter Verwendung der geschlossenen Maschenkonfiguration
von 2 hergestellt werden. Wie in 4 gezeigt,
umfasst die Reihe 18b Maschen 10b, die mit den
Maschen 12b der benachbarten Reihe 20b verschränkt sind.
Die Maschen 12b der Reihe 20b sind wiederum mit
den Maschen 24b der benachbarten Reihe 22b verschränkt, usw.
-
4 zeigt
ein „Ketten"-Stricken, bei dem mehrere
Einzelfäden 26, 28, 30 und 32 derart
miteinander verbunden werden, dass die verschränkten Maschen jedes Einzelfadens
von einer Reihe zu der nächsten
verbunden sind. Wie weiter unten ausführlicher erläutert, können die
verstrickten Einzelfäden aus
einem oder mehreren verschiedenen Materialien hergestellt sein,
um vorteilhafte Eigenschaften für den
Retraktionsfaden vorzusehen.
-
5 zeigt
einen Zahnfleisch-Retraktionsfaden 34, der aus vier Einzelfäden 36, 38, 40 und 42 unter
Verwendung der in 2 und 4 gezeigten geschlossenen
Maschenkonfiguration gestrickt ist. Die Anzahl und das Muster der
Einzelfäden 36, 38, 40 und 42 wird
durch den Querschnitt des Retraktionsfadens 34 von 6 verdeutlicht.
-
Es
sollte deutlich sein, dass der gestrickte Retraktionsfaden der vorliegenden
Erfindung wie in 1–5 gezeigt
unter Verwendung eines offenen oder geschlossenen Maschenmusters
oder Systems ausgebildet werden kann. Der Retraktionsfaden 34 kann
auch unter Verwendung von anderen Strickmustern ausgebildet werden,
solange das Strickmuster eine ausreichende Elastizität vorsieht.
Weiterhin sollte dem Fachmann deutlich sein, dass das Strickmuster
eine beliebige Anzahl von Einzelfäden umfassen kann, wobei jeder
Einzelfaden aus einer beliebigen Anzahl von Fasern hergestellt sein
kann.
-
In
einer anderen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung sind zwei oder mehr Einzelfäden miteinander
verschränkt,
um einen geflochtenen, gewebten oder verdrillten Retraktionsfaden
zu bilden.
-
9 zeigt
einen beispielhaften geflochtenen Faden 60. Der geflochtene
Faden 60 weist vier Paare von Einzelfäden 62, 64, 66 und 68 auf,
die jeweils einen „a"-Einzelfaden und
einen „b"-Einzelfaden umfassen.
Das Geflecht wird gebildet, indem das ganz links angeordnete Einzelfadenpaar
genommen wird und dann unter und über die nach rechts folgenden
Einzelfäden
geführt
wird. Das Geflecht würde
in 9 fortgesetzt werden, indem das Einzelfadenpaar 62 (d.h.
die Einzelfäden 62a und 62b)
genommen würde
und unter das Einzelfadenpaar 64, über das Einzelfadenpaar 66 und
unter das Einzelfadenpaar 68 geführt würde. Auf diese Reihe von verschränkten Einzelfäden folgend
wäre das
Einzelfadenpaar 64 das am weitesten links befindliche Einzelfadenpaar.
Wenn das Geflecht noch weiter fortgesetzt wird, würde das
Einzelfadenpaar 64 unter das Einzelfadenpaar 66, über das
Einzelfadenpaar 68 und unter das Einzelfadenpaar 62 geführt werden, um
das Geflecht mit verschränkten
Einzelfäden
zu bilden.
-
Die
geflochtenen Fäden
der vorliegenden Erfindung können
eine beliebige Anzahl von Einzelfäden umfassen, die miteinander
verschränkt
werden, um den Faden zu bilden. Weiterhin können die zu dem Faden verschränkten Einzelfäden wie
in 9 gezeigt jeweils Paare von Einzelfäden sein, wobei
es sich aber auch um einen einzigen Einzelfaden oder um mehr als
zwei Einzelfäden
handeln kann.
-
Die
vorliegende Erfindung kann unter Verwendung von anderen Konfigurationen
von Einzelfäden
realisiert werden. Zum Beispiel können zwei oder mehr Einzelfäden nebeneinander
platziert und dann verdrillt werden, um die Einzelfäden zu einem
verdrillten Faden zu verschränken.
In einer anderen Ausführungsform
können
zwei oder mehr Einzelfäden
zu einem Gewebe verschränkt
werden. Der Fachmann sollte mit verschiedenen Typen von Geflechten
und Geweben vertraut sein, die zum Ausbilden eines Retraktionsfadens
verwendet werden können.
-
B. Einzelfaden- und/oder
Fasermischungen
-
Im
Folgenden wird weiterhin auf 5 und 6 Bezug
genommen, wobei die Einzelfäden 36, 38, 40 und 42 jeweils
eine Mischung aus verschiedenen Einzelfadenmaterialien sind. In
einer beispielhaften Ausführungsform
sind die Einzelfäden 36, 38 und 40 jeweils
aus Baumwolle und ist der Einzelfaden 42 aus einem synthetischen
Polymer wie etwa Nylon oder Polyester. Alternativ hierzu kann der
Einzelfaden 42 ein Einzelfaden aus Keramik, auf einer Kohlenstoffbasis
oder einem Metall sein und eine Dicke von weniger als ungefähr 2 mm
aufweisen. Die gemischten Einzelfäden werden dann verstrickt,
um einen Retraktionsfaden 34 mit einem 3:1-Verhälntis zwischen
den absorbierenden und den gegenüber
einer Degradation beständigen
Einzelfäden
auszubilden. Die Mischung kann nach Wunsch angepasst werden, indem
mehr oder weniger absorbierende und/oder gegenüber einer Degradation beständige Einzelfäden verwendet
werden.
-
Es
ist insbesondere nützlich,
wenn metallische Einzelfäden
eine Dicke von weniger als 0,2 mm aufweisen, wobei andere gegenüber einer
Degradation beständige
Einzelfäden
jedoch auch eine Dicke von weniger als 0,2 mm aufweisen können, damit
der metallische Faden eine hohe Flexibilität aufrechterhält, um den
Komfort zu erhöhen
und die Platzierung des Retraktionsfadens zu vereinfachen. Metallische Drähte mit
einer Dicke von 0,2 mm oder mehr neigen dazu, zu steif zu sein.
Um sicherzustellen, dass metallische oder andere Fäden einen
hohen Grad an Flexibilität
aufweisen, weisen derartige Fäden
vorzugsweise eine Dicke von weniger als ungefähr 0,15 mm, besser von weniger
als ungefähr
0,1 mm und am besten von weniger als ungefähr 0,075 mm auf.
-
In
einer anderen Ausführungsform
wird ein gemischtes Fadenmaterial vorgesehen, in dem zwei oder mehr
Fasern zu einem Einzelfaden gemischt werden. Ein oder mehrere Einzelfäden mit
gemischten Fasern werden dann verstrickt, um einen Retraktionsfaden
auszubilden. 7 zeigt einen beispielhaften
Einzelfaden 44, der aus einer Mischung aus Baumwollfasern 46a–46c und
einer Kunststofffasern 48 ausgebildet wird. Die Fasern 46a–46c und
die Faser 48 sind miteinander verdrillt, um eine Einzelfaser 44 mit
einem Verhältnis
von 3:1 zwischen den absorbierenden und den gegenüber einer
Degradation beständigen
Fasern auszubilden.
-
Es
ist zu beachten, dass Einzelfäden
aus mehr oder weniger absorbierenden Fasern und/oder gegenüber einer
Degradation beständigen
Fasern gebildet werden können,
sodass die Retraktionsfäden
der vorliegenden Erfindung beinahe ein beliebiges Mischverhältnis aufweisen
können.
Außerdem können die
gemischten Einzelfäden
wiederum mit anderen gemischten oder nicht gemischten Einzelfäden gemischt
werden, um einen Retraktionsfaden mit einer gewünschten Absorption, Beständigkeit
gegenüber
einer Degradation oder Elastizität
zu erhalten.
-
Die
zum Erzeugen der Mischungen der vorliegenden Erfindung verwendeten
Materialien können
natürliche
und synthetische Polymere, beschichtete Polymere, Metallfäden oder
andere fadenbildende Materialien umfassen, die eine gewünschte Eigenschaft
für den
Retraktionsfaden vorsehen. Zum Beispiel kann Baumwolle verwendet
werden, die eine Absorptionsfähigkeit
vorsieht und zudem kostengünstig
und biokompatibel ist. In einer Ausführungsform kann eine Polymerfaser
oder eine Metallfaser gewählt
werden, um eine gewünschte
Elastizität
oder Verformbarkeit für
den Retraktionsfaden vorzusehen. Ein Metallfaden aus etwa Silber
kann auch verwendet werden, um den Retraktionsfaden röntgendicht zu
machen. Andere geeignete Materialien sind Kohlenstofffasern und
Keramikfasern (z.B. Fiberglas).
-
In
einer beispielhaften Ausführungsform
ist ein synthetisches Polymer wie etwa Nylon oder Polyester in dem
Gestrick des Retraktionsfadens enthalten, um einer Degradation durch
ein aktives Mittel zu widerstehen. Wie weiter unten erläutert, können aktive
Mittel wie etwa Blut stillende Mittel in dem Retraktionsfaden der
vorliegenden Erfindung enthalten sein, um das Bluten des Zahnfleisches
während
einer Prozedur zu kontrollieren. Korrosive aktive Mittel können die
absorbierenden Fasern wie etwa Baumwolle zerstören. In Übereinstimmung mit einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist ein synthetisches Polymer wie etwa
Nylon oder Polyester in dem Gestrick enthalten, um einer Degradation
und damit einem Ausfall des Retraktionsfadens zu widerstehen. Indem
ein Ausfall des Gestricks verhindert wird, wird sichergestellt,
dass der Retraktionsfaden das Zahnfleischgewebe korrekt zurückzieht,
und wird die Gefahr reduziert, dass ein Packinstrument das Gestrick
des Fadens durchschneidet und das darunter liegende Gewebe verletzt.
-
Wie
weiter oben genannt, kann eine nicht degradierende Faser bzw. ein
nicht degradierender Faden entweder in der Form eines Einzelfadens
oder in der Form von einzelnen Fasern in das Gestrick gemischt werden.
Dabei ist es vorteilhaft, wenn das nicht degradierende Material
als eine Faser in jedem Einzelfaden des Gestricks zugemischt wird.
Auf diese Weise wird jeder Einzelfaden strukturell verstärkt und
durch die Fasermischung verbessert.
-
Ähnlich wie
bei gestrickten Retraktionsfäden können auch
geflochtene, gewebte oder andere Einzelfadenmuster eine beliebige
Kombination von Einzelfäden
in dem Einzelfadenmuster aufweisen. Außerdem kann das Geflecht, Gewebe
oder Gedrille einzelne Einzelfäden
mit Kombinationen aus verschiedenen Fasern ähnlich wie bei den in 7 gezeigten
Kombinationen aufweisen.
-
Wie
wiederum in 9 gezeigt, umfassen in einer
Ausführungsform
eines oder mehrere der Einzelfadenpaare 62, 64, 66 und 68 einen
absorbierenden Einzelfaden und einen gegenüber einer Degradation beständigen Einzelfaden.
Zum Beispiel kann der Einzelfaden 62a ein gegenüber einer
Degradation beständiger
Einzelfaden sein und kann der Einzelfaden 62b ein absorbierender
Einzelfaden aus etwa Baumwolle sein.
-
In
einer alternativen Ausführungsform
weisen einer oder mehrere der einzelnen Einzelfäden der Einzelfadenpaare 62, 64, 66 und 68 Fasern
auf, die absorbierende Faser und/oder gegenüber einer Degradation beständige Fasern
sind.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
sind der gegenüber
einer Degradation beständige
Einzelfaden und der absorbierende Einzelfaden jeweils in unterschiedlichen
Paaren von verschränkten
Einzelfäden
vorgesehen. Zum Beispiel können
beide Einzelfäden 64a und 64b aus
einem absorbierenden Material wie etwa Baumwolle ausgebildet sein,
und können
die Einzelfäden 66a und 66b aus
einem gegenüber
einer Degradation beständigen
Material wie etwa einem Polymer ausgebildet sein.
-
Die
Retraktionsfäden
der vorliegende Erfindung sind derart beschaffen, das sie den Vorteil
der verschiedenen unterschiedlichen Materialien innerhalb des Fadens
nutzen, ohne die Vorteile eines besonderen Einzelfadenmusters aufzugeben.
Gestrickte, geflochtene, gewebte und verdrillte Fäden weisen jeweils
eine bestimmte Flexibilität,
Elastizität
und andere Packeigenschaften auf. Im Gegensatz zu dem Stand der
Technik verhindern die Mischungen der vorliegenden Erfindung nicht
die natürlichen
Bewegungen des Fadens, weil die gegenüber einer Degradation beständigen Einzelfäden und die
absorbierenden Einzelfäden
einen Teil eines Gestricks, Gewebes oder Geflechts bilden und flexibel
sind.
-
C. Elastizität
-
Der
gestrickte Retraktionsfaden 34 von 5 und 6 ist
sehr elastisch in der Längs-
und in der Querrichtung. Jeder der Einzelfäden 36, 38, 40 und 42 für den gemischten
Faden wird für
das Gestrick des Retraktionsfadens 34 verwendet, sodass die
Vorteile eines gestrickten Musters nicht verloren gehen.
-
Der
Faden 34 kann einfach entlang der Länge gedehnt werden und weiterhin
radial gedrückt
und komprimiert werden, weil er die Eigenschaften eines gestrickten
Musters aufweist. Bei einem gestrickten Faden sind der einzelne
oder die mehreren Einzelfäden
derart ausgerichtet, dass ein Teil jedes Einzelfadens quer oder
mit annähernd
rechtem Winkel zu der Längsachse
des Fadens verläuft,
sodass der Faden stärker
komprimiert und außerdem
besser entlang der Länge
gedehnt werden kann. Im Gegensatz dazu weist ein verdrillter oder
geflochtener Faden eine geringere Elastizität entlang der Längs- oder
Querrichtung auf.
-
Was
verdrillte oder geflochtene Fäden
betrifft, hat sich allgemein die Verwendung von geflochtenen Retraktionsfäden als
vorteilhaft gegenüber
der Verwendung von verdrillten Retraktionsfäden erwiesen, weil die geflochtenen
Retraktionsfäden
ihre strukturelle Integrität
unter der Krafteinwirkung durch ein zahnmedizinisches Packinstrument
und unter der Druckeinwirkung von dem umgebenden Zahnfleischgewebe
nach dem Packen in dem Sulcus aufrechterhält.
-
Überraschenderweise
hat sich auch die Verwendung eines elastischen, gestrickten Retraktionsfadens
als vorteilhafter beim Zurückziehen
des Zahnfleischgewebes erweisen, obwohl der mit geflochtenen oder
verdrillten Retraktionsfäden
vertraute Fachmann hätte
denken können,
dass die inhärente
Elastizität
von gestrickten Retraktionsfäden
nachteilig ist.
-
Die
Elastizität
in der Längsrichtung
oder die Dehnfähigkeit
des Retraktionsfadens in der Längsrichtung
ist vorteilhaft, weil dabei der gepackte Faden nicht entfernt wird,
wenn ein zusätzlicher
Faden in den Sulcus zwischen dem Zahn und dem Zahnfleischrand gedrückt wird.
Wenn der Retraktionsfaden gepackt wird, gestattet die „Dehnung" in dem gestrickten
Faden, dass eine Belastung auf den Faden ausgeübt wird, ohne dass die bereits
gepackten Teile des Fadens aus dem Sulcus gezogen werden.
-
Der
Retraktionsfaden 34 der vorliegenden Erfindung bietet den
Vorteil, dass verschiedene unterschiedliche Materialien in dem Faden
verwendet werden, ohne dass deshalb die Vorteile des gestrickten
Musters verloren gehen. Im Gegensatz zu dem Stand der Technik verhindern
die Mischungen der vorliegenden Erfindung keine Bewegung des Fadens in
de Quer- und/oder Radialrichtung, weil in der vorliegenden Erfindung
jeder Einzelfaden Teil des gestrickten Musters ist.
-
II. Aktive Mittel
-
In
einer beispielhaften Ausführungsform
umfasst der Retraktionsfaden der vorliegenden Erfindung ein aktives
Mittel wie etwa ein Blut stillendes Mittel. Blut stillende Mittel
einschließlich
von Adstringenten oder anderen Vasokonstriktoren können in den
Retraktionsfaden imprägniert
werden, um das Bluten zu kontrollieren und das Zahnfleischgewebe zu
versteifen.
-
Nützlich aktive
Mittel, die das Stillen des Blutes unterstützen, sind zum Beispiel Aluminiumverbindungen
wie etwa Aluminiumkaliumsulfat, Aluminiumammoniumsulfat, Aluminiumsulfat,
Aluminiumchlorhydrat, Aluminiumacetat, andere wasserlösliche adstringierende
Aluminiumsalze und Mischungen aus denselben. Eine weitere Klasse
von Adstringenten umfasst eisenbasierte Zusammensetzungen wie etwa
Eisensalze einschließlich
von Eisensulfat, Eisensubsulfat, Eisenchlorid und Mischungen aus
denselben. Andere Adstringenten sind Permanganate, Tannine und Zinkchlorid.
In einer Ausführungsform
ist das aktive Mittel ein Vasokonstriktor wie etwa Epinephrin und/oder
Propylhexedrin.
-
Das
aktive Mittel wird gewöhnlich
in einer Lösung
wie etwa einer wässrigen
Lösung
zu dem Zahnfleischgewebe geführt.
Wie oben in der beispielhaften Ausführungsform erläutert, umfasst
der Retraktionsfaden 34 ein absorbierendes Material. Das
absorbierende Material absorbiert die Lösung und imprägniert dadurch
den Retraktionsfaden 34 mit einem aktiven Mittel. Während das
aktive Mittel unter Verwendung eines Mechanismus als einer Lösung imprägniert werden
kann, ist eine Lösung vorteilhaft,
weil sie einfach in den Sulcus ausgedrückt werden kann.
-
Das
gestrickte Muster des Retraktionsfadens 34 hilft dabei,
das aktive Mittel zu absorbieren und zuzuführen. Die verschränkten Maschen
des Strickmusters erhöhen
das Zwischenraumvolumen des Fadens 34, sodass der Retraktionsfaden
größere Mengen
des aktiven Mittels tragen kann. Weil das gestrickte Muster ein
zusätzliches
aktives Mittel tragen kann, können
nicht absorbierende Einzelfäden
in das Strickmuster gemischt werden, ohne dass dadurch die Blut
stillenden Fähigkeiten
des Retraktionsfadens beeinträchtigt
werden.
-
Außerdem wird
die Fähigkeit
von gestrickten Retraktionsfäden
zum effektiven Zuführen
der aktiven Mittel zu dem Zahnfleischgewebe dadurch verstärkt, dass
die gestrickten Retraktionsfäden
komprimiert werden, wenn sie in den Sulcus gepackt werden. Die gestrickten
Fäden können also
die Blut stillenden oder anderen aktiven Mittel in die kleinen Kapillaren
des Zahnfleischgewebes ausdrücken,
wenn sie komprimiert werden, sodass die aktiven Mittel in die blutenden
Poren gedrückt
werden, um das Bluten zu stoppen.
-
III. Verwendungsweise
-
In 8 ist
ein zahnmedizinisches Instrument 50 gezeigt, das den Zahnfleisch-Retraktionsfaden 34 in
dem Sulcus 52 zwischen dem Zahnfleischrand 54 und
dem Zahn 56 drückt.
Die Elastizität und
Flexibilität
in der Querrichtung gestattet, dass sich der gestrickte Retraktionsfaden 34 Unregelmäßigkeiten
wie etwa dem Rand 58 des Zahns 56 anpasst.
-
Auch
wenn die Maschen des gestrickten Retraktionsfadens ziemlich locker
gelassen werden, rutscht das zahnmedizinische Packinstrument wegen des
komplex verschränkten
Netzes nicht auf dem Retraktionsfaden. Die Komprimierbarkeit des
gestrickten Fadens 34 sorgt dafür, dass sich der Faden 34 um
die Kanten des zahnmedizinischen Packinstruments 50 biegt.
-
Wegen
der Komprimierbarkeit und der Biegsamkeit der gestrickten Retraktionsfäden neigen
die Fäden
weniger dazu, das darunter liegende Zahnfleischgewebe zu beschädigen, wenn
während
des Packens eine Kraft ausgeübt
wird. Der Grund hierfür ist,
dass die Kraft des Packinstruments durch die verschränkten Maschen
des gestrickten Fadens über eine
größere Fläche verteilt
wird. Weiterhin gestattet die Elastizität in der Querrichtung des gestrickten
Fadens, dass sich dieser den Unregelmäßigkeiten in dem Sulcus anpasst.
Der gestrickte Faden kann also ein horizontales und ein vertikales
Zurückziehen
unter Verwendung eines einzelnen Fadens vorsehen.
-
Ein
weiterer Vorteil von gestrickten Retraktionsfäden besteht in deren Tendenz,
aufgrund der Elastizität
zu einer nicht komprimierten Ausgangsform zurückzukehren. Wenn ein gestrickter
Retraktionsfaden in den Sulcus gepackt wird, wird er komprimiert,
wobei das „Gedächtnis" des Retraktionsfadens dafür sorgt,
dass der Faden sanft nach außen
gegen das Zahnfleischgewebe 54 drückt. Durch das nach außen gerichtete
Drücken
wird die Fähigkeit
des gestrickten Fadens 34 zum Zurückziehen des Zahnfleisches
gegenüber
herkömmlichen
Retraktionsfäden verbessert.
-
Ein
weiterer Vorteil, der durch die Komprimierbarkeit von gestrickten
Retraktionsfäden
gegeben ist, wird deutlich, wenn das Zahnfleischgewebe an den Schneidezähnen zurückgezogen
wird. Das labiale Zahnfleischgewebe ist im Vergleich zu dem lingualen
Zahnfleischgewebe besonders dünn
und membranös.
Unter Verwendung der gestrickten Retraktionsfäden der vorliegenden Erfindung
kann das linguale Zahnfleischgewebe entsprechend zurückgezogen
werden, wobei der gestrickte Retraktionsfaden nur geringfügig komprimiert
wird. Wegen der Komprimierbarkeit und der Dehnungsfähigkeit
kann der gestrickte Retraktionsfaden dünner werden, sodass derselbe
Faden in den Sulcus an der labialen Seite eines Schneidezahnes gepackt
werden kann, ohne das Zahnfleischgewebe zu überdehnen. Der Faden über eine
stetige nach außen
gerichtete Kraft auf das Gewebe auf, was wünschenswert ist.
-
Ein
weiteres Merkmal des Retraktionsfadens der vorliegenden Erfindung
besteht darin, dass er chemisch mit einem aktiven Mittel über eine
längere Zeitdauer
imprägniert
werden kann, ohne dass das Strickmuster und die Vorteile eines gestrickten
Fadens verloren gehen. Die gegenüber
einer Degradation beständigen
Fasern oder Einzelfäden,
die in das Gestrick des Retraktionsfadens gemischt sind, gestatten
eine chemische Imprägnierung,
und verleihen dem Retratkionsfaden trotzdem eine Stabilität, falls das
aktive Mittel die anderen Fasern in dem Faden degradieren sollte.
-
Die
Verwendung eines gestrickten Fadens bietet viele Vorteile, wobei
in einigen Fällen
dennoch geflochtene, gewebte Retraktionsfäden zu bevorzugen sind. Der
Grund hierfür
können
die Kosten zum Herstellen eines bestimmten Fadens oder die Vertrautheit
eines Zahnmediziners mit einem bestimmten Typ von Retraktionsfaden
sein. In jedem Fall werden die geflochtenen, gewebten oder verdrillten
Fäden verbessert,
indem eine Kombination aus einem absorbierenden Einzelfaden und
einem gegenüber einer
Degradation beständigen
Einzelfaden gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet wird.
-
Die
geflochtenen, gewebten oder verdrillten Retraktionsfäden der
vorliegenden Erfindung weisen den Vorteil auf, dass gegenüber einer
Degradation beständige
Einzelfäden
oder Fasern in dem geflochtenen, gewebten oder verdrillten Muster
verwendet werden. Die geflochtenen, gewebten oder verdrillten Retraktionsfäden biegen
sich und lassen sich in einer für
den jeweiligen Mustertyp der Einzelfäden typischen Weise packen.
Die Biege- und Packeigenschaften des Retraktionsfadens werden also
durch den Zusatz von gegenüber
einer Degradation beständigen
Einzelfäden
nicht wesentlich beeinflusst. Weiterhin können die geflochtenen, gewebten
oder verdrillten Retraktionsfäden
mit einem aktiven Mittel imprägniert
werden und einer Degradation durch das aktive Mittel widerstehen.
-
Die
vorliegende Erfindung kann durch andere Ausführungsformen realisiert werden,
ohne dass deshalb der Erfindungsumfang verlassen wird. Die beschriebenen
Ausführungsformen
sind in jeder Hinsicht als beispielhaft und nicht einschränkend zu
betrachten. Der Umfang der Erfindung wird durch die beigefügten Ansprüche und
nicht durch die vorstehende Beschreibung definiert. Es sind beliebige Änderungen
innerhalb des durch die beigefügten
Ansprüche
definierten Erfindungsumfangs möglich.
-
Zusammenfassung
-
Zahnfleisch-Retraktionsfäden (34)
werden aus zwei oder mehr Einzelfäden (26, 28, 40, 42)
gebildet, die verschränkt
werden, um einen gestrickten, geflochtenen, gewebten oder verdrillten
Retraktionsfaden zu bilden. Einer oder mehrere Einzelfäden (36, 38, 40)
sind aus einem absorbierenden Material hergestellt, und ein weiterer
Einzelfaden (42) ist aus einem gegenüber einer Degradation beständigen Material
wie etwa Nylon, Polyester, Fiberglas oder Metall hergestellt. Die
absorbierenden Einzelfäden
(36, 38, 40) sind mit einem aktiven Mittel
imprägniert.
Der gegenüber
einer Degradation beständige
Einzelfaden (42) widersteht einer Degradation durch das
aktive Mittel. Weil der gegenüber
einer Degradation beständige
Einzelfaden (42) Teil des Fadenmusters ist, kann der Retraktionsfaden
(34) steifer ausgebildet werden, ohne dass dadurch die
inhärenten
Verformungseigenschaften des Fadens beeinträchtigt werden.