DE1119006B - Rotationsviskosimeter - Google Patents
RotationsviskosimeterInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
M25852IXb/42I
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UNDAUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 7. DEZEMBER 1961
Die Erfindung betrifft ein mit koaxialen Zylindern ausgestattetes Rotationsviskosimeter, mit welchem
die absoluten Werte der Scherkraft und des Geschwindigkeitsgradienten
bestimmt und die Scherkraft innerhalb eines sehr großen Bereiches des Geschwindigkeitsgradienten
direkt abgelesen werden können.
Bekanntlich ist die als Verhältnis von Scherkraft und Geschwindigkeitsgradient ausgedrückte Viskosität,
also η — Jc, bei Newtonschen Flüssigkeiten konstant.
Bei nicht Newtonschen Flüssigkeiten ist es dagegen üblich und häufig sogar notwendig, die rheologischen
Eigenschaften graphisch darzustellen, wobei r gegen D aufgetragen wird. Da eine solche graphisehe
Darstellung nicht eine gerade Linie darstellt, die durch den Nullpunkt geht, wie das bei einer Newtonschen
Flüssigkeit der Fall ist, werden bei den nicht Newtonschen Flüssigkeiten gewöhnlich zwei
weitere Viskositätsdefinitionen benutzt, nämlich Scheinviskosität (ηα), bei welcher das gesamte Verhältnis
von τ: D bei einem bestimmten Wert von τ
oder D gemessen wird, und die differentielle Viskosität (r/d), bei welcher der Momentanwert von -jj- (d. h.
die Steigung der obenerwähnten Kurve) für einen bestimmten Wert von τ oder D bestimmt wird.
Bei thixotropen Flüssigkeiten tritt eine weitere Abweichung auf, da das Verhältnis von τ: D nicht
nur von einer Änderung von τ oder D abhängt, sondem
auch eine Funktion des zeitlichen Verlaufes der Scherkraft der Flüssigkeit sein kann. Bei der graphischen
Darstellung wird oft τ gegen die Zeit bei konstantem D aufgetragen; trägt man r gegen D auf,
wenn der Geschwindigkeitsgradient zunächst von Null bis zu einem maximalen Wert anwächst und
dann auf Null abfällt, so erhält man eine Schleifenfigur.
Da die bekannten Kapillar- und Kugelfallviskosimeter für nicht Newtonsche Flüssigkeiten nicht geeignet
sind, wurden zur Viskositätsbestimmung von thixotropen oder nicht Newtonschen Flüssigkeiten
Rotationsviskosimeter benutzt. Die bekannten von Couette oder Stormer vorgeschlagenen Geräte
bestehen aus einem zylindrischen Kern, welcher in ein zylindrisches Gefäß eintaucht, während sich das
zu untersuchende Material in dem Zwischenraum zwischen Gefäßrand und Kern befindet. Man läßt
entweder den Kern oder das Gefäß rotieren und errechnet den Viskositätskoeffizienten und das Fließverhalten
der Flüssigkeit aus den entsprechenden Werten der Rotation und der auftretenden Dreh-Rotationsviskosimeter
Anmelder:
Edward Wilson Merrill,
Cambridge, Mass. (V. St. A.)
Cambridge, Mass. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. rer. nat. J. Detlef Frhr. v. Uexküll, Patentanwalt, Hamburg-Hochkamp, Königgrätzstr. 8
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 25. Januar 1954 (Nr. 406 029)
V. St. v. Amerika vom 25. Januar 1954 (Nr. 406 029)
Edward Wilson Merrill, Cambridge, Mass.
(V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
momente am mitgenommenen Element. Diese Viskosimeter sind jedoch insbesondere zur Untersuchung
von gelartigen Flüssigkeiten, z. B. bei gealterten Lösungen von Hochpolymeren, praktisch nicht anwendbar,
da die Bestimmung von D wegen der Breite des zylindrischen Ringraumes fehlerhaft ist. So darf der
Höchstwert von D nicht 600 see"1 und gewöhnlich nicht lOO"1 überschreiten, da in dem relativ breiten
Ringraum schon bei diesen verhältnismäßig niedrigen Rotationsgeschwindigkeiten Strömungswirbel auftreten.
Weiterhin ist es schwierig, den Zylinderkern zentriert in dem Gefäß zu lagern, da z. B. ein Bodenzapfen
das Drehmoment unregelmäßig beeinflußt. Bei dem verhältnismäßig großen Flüssigkeitsvolumen
läßt sich kaum eine Temperaturkonstanz erreichen, und durch die entstehenden Randeffekte ergeben sich
veränderliche Fehler.
Die weiterhin bekannten koaxialen Rotationsviskosimeter mit konischen oder geriffelten Scherflächen
sind für den vorliegenden Zweck völlig ungeeignet, da entweder eine Turbulenz erzeugt wird oder die
Scherflächen oder deren Radien nicht bestimmt werden können. Es ist zwar beispielsweise in der britischen
Patentschrift 513 876 ein Rotationsviskosimeter mit einem glattwandigen, unten und oben
offenen Ringraum beschrieben worden, bei welchem ein Scherelement mit dem Antrieb verbunden ist, Bei
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diesen Geräten läßt sich jedoch der Unterschied zwischen den Radien der Scherflächen, also die
Größe des Ringraumes, nicht konstant halten, weil die sich drehende Fläche auf einer Welle nur in sehr
großer Entfernung gelagert ist; es tritt also ein Schwingen und Vibrieren der Lagerwelle auf, was
eine genaue Messung unmöglicht macht. Außerdem wird bei diesem Gerät das eine Scherelement nicht
mit konstanter Geschwindigkeit angetrieben, und weiterhin wird auch nicht die auf den äußeren Zylinder
übertragene Kraft, sondern vielmehr eine bestimmte Umdrehungszeit gemessen, so daß diese Geräte
für die Bestimmung des Fließverhaltens von nicht Newtonschen Flüssigkeiten nicht geeignet sind.
Es wurde weiterhin (z. B. gemäß britischer Patentschrift 482950) vorgeschlagen, das eine Scherelement
auf dem anderen abzustützen und die Rückstellkraft des anderen Scherelementes zu messen, die
auf Grund der Rotation des ersten mit dem Antrieb verbundenen Scherelementes entsteht. Bei diesem
Gerät hat man jedoch weder eine definierte Scherfläche noch eine bestimmbare Rotationsgeschwindigkeit
an irgendeiner der Scherflächen, so daß sich nur Relativwerte, aber nicht das Fließverhalten von nicht
Newtonschen Flüssigkeiten bestimmen lassen.
Die vorliegende Erfindung geht also von einem Rotationsviskosimeter mit einem glattwandigen,
unten und oben offenen, zylindrischen, engen Ringraum aus, bei welchem das eine Scherelement fest
mit dem Antrieb verbunden ist.
Das Viskosimeter ist dadurch gekennzeichnet, daß zur an sich bekannten Lagerabstützung des einen
Scherelementes auf dem anderen Scherelement sowohl die innere Scherfläche als auch die äußere Lagerfläche
mit einem mit einstellbarer Rotationsgeschwindigkeit umlaufenden Stützelement fest verbunden
sind, während die äußere Scherflache und die innere Lagerfläche durch die Außen- bzw. Innenfläche
eines Bauteiles mit im wesentlichen kreisringförmigem Querschnitt gebildet werden, welcher in
der kreisförmigen Aussparung zwischen innerer Scherfläche und äußerer Lagerfläche um die gemeinsame
Rotationsachse drehbar angeordnet ist. Vorzugsweise ist der Bauteil mit im wesentlichen kreisringförmigem
Querschnitt, welcher den Außenzylinder bildet, etwa in der Mitte der Höhe des Ringraumes
gelagert. Das Stützelement ist als ein unten geschlossener Zylinder ausgebildet, dessen oberer
Wandteil die äußere Lagerfläche hält, während ein Nabenfortsatz an der Bodenfläche dieses Zylinders
mit dem Innenzylinder und weiterhin alle Teile mit einer Welle verbunden sind. Zweckmäßigerweise ist
der Innenzylinder unten ebenfalls geschlossen und an seinem unteren Ende über eine Bodenfläche mit der
Welle verbunden und bildet einen weiten Ringraum zur Aufnahme von Kühlflüssigkeit. Es hat sich
weiterhin als vorteilhaft gezeigt, wenn der Außenzylinder an seinem unteren und oberen Ende messerkantenartig
auf den zwischen den Scherflächen gebildeten Ringraum zuläuft und an der oberen Stirnfläche
des Außenzylinders eine Rinne bildet, die über Leitungen mit der äußeren Scherfläche und dem
Ringraum zur Zufuhr der Meßflüssigkeit in Verbindung steht.
Bei Geräten zur Messung sehr großer Scherkräfte ist der Innenzylinder und/oder der Außenzylinder mit
Durchflußkanälen für Kühl- oder Heizflüssigkeit versehen. Außerdem kann das Stützelement auf einem
Drehtisch befestigt und der Innenzylinder auf dem Nabenfortsatz der Bodenfläche des Stützelementes
aufgeschoben sein.
Durch diese Anordnung wird ein Viskosimeter geschaffen, welches vollständig den bisher angestrebten
theoretischen Anforderungen entspricht, wobei im einzelnen die folgenden Vorteile erhalten werden:
1. Es können die verschiedenartigsten Newtonschen und nicht Newtonschen Flüssigkeiten, unter
anderem auch Gele und pigmenthaltige Flüssigkeiten, untersucht werden;
2. die bei den üblichen Rotationsviskosimetern auftretenden Randeffekte sind auf ein Minimum
herabgemindert;
3. es werden im wesentlichen Momentanwerte des Geschwindigkeitsgradienten in der gesamten
untersuchten Flüssigkeit während des Versuchs-
ao ablaufes ermitteis, da der Ringraum nur schmal ist;
4. der Geschwindigkeitsgradient kann über einen weiten Bereich bis zu hohen Werten verändert
werden;
5. die Temperatur der zu untersuchenden Flüssigkeit kann genau eingehalten werden;
6. es können alle Flüssigkeiten, auch Gele oder hochviskose Flüssigkeiten, einfach zugeführt
werden;
7. der Lösungsmittelverlust bei Lösungen vor und während der Untersuchung ist äußerst gering.
Im folgenden soll die Erfindung an Hand von Zeichnungen näher erläutert werden; es zeigt
Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Viskosimeter,
Fig. 2 einen senkrechten Schnitt durch ein weiteres erfindungsgemäßes Viskosimeter,
Fig. 3 einen waagerechten Schnitt durch das in Fig. 2 gezeigte Gerät.
Während der Messung befindet sich die zu untersuchende Flüssigkeit zwischen der äußeren Scherflächeil
und der inneren Scherfläche 12, welche beide zylindrisch und gleich hoch ausgebildet sind.
Ein Bauteil 13 von im wesentlichen kreisringförmigen Querschnitt, welcher als Außenzylinder, d. h. als
Trägerkörper für die äußere Scherfläche 11, dient, ist
an einem inneren Lager- oder Führungsring 14 befestigt. Dieser Lagerring bildet mit den Kugeln 15
und dem äußeren Lager- oder Führungsring 16 ein Kugellager. Der äußere Führungsring 16 ist an einem
Stützelement 17 befestigt, welches mit der senkrechten Welle 18 fest verbunden ist. Der Innenzylinder
19, d. h. der Trägerkörper für die innere Scherfläche 12, liegt satt und gleitbar an der Welle 18 an. Der
Innenzylinder 19 wird durch einen im Stützelement 17 senkrecht angeordneten Dorn 21, der in eine Bohrung
22 am Boden des Innenzylinders 19 eingreift, bei Drehbewegung in seiner Lage gehalten. Alle
Elemente haben einen kreisförmigen Querschnitt und sind konzentrisch zur Welle 18 angebracht. Das
obere Ende der Welle 18 ist beispielsweise mit einem Spannfutter an einer zum Rotationsantrieb geeigneten
Vorrichtung befestigt, während das untere Ende auf geeignete Weise, z. B. durch einen Zapfen 23, gehalten
wird.
Das mit der Welle 18 fest verbundene Stützelement Kreis beträgt in jeder Ebene ±0,0005 cm. Diese
17 und der Innenzylinder 19 rotieren, während an Größen sind jedoch nicht wesentlich und können
dem Außenzylinder 13 ein Kraftmesser (nicht gezeigt) entsprechend der zu untersuchenden Flüssigkeit und
so befestigt ist, daß eine wesentliche Drehbewegung je nach Genauigkeit geändert werden. Mit diesem
des Außenzylinders vermieden wird. Man kann z. B. 5 Viskosimeter sind Geschwindigkeitsgradienten von
von einem Haken 24 an der Außenfläche des Außen- 0 bis 6700 see"1 und Viskositäten im Bereich von
Zylinders 13 eine Schnur über eine reibungsfreie Rolle 50 bis 9000 cP gemessen worden. Diese Grenzen
leiten, wobei die Schnur horizontal und tangential zu waren jedoch nicht durch die Vorrichtung selbst,
der Außenfläche des Außenzylinders 13 angeordnet sondern durch den betreffenden Antriebsmechanisist,
worauf die Schnur dann senkrecht zu einer üb- io mus und das Instrument zur Kraftmessung bedingt,
liehen Laboratoriumswaage geführt wird. Die untere Grenze der noch meßbaren Viskosität
Die Flüssigkeit wird in den Ringraum zwischen hängt von der Abflußgeschwindigkeit der zu unterder
äußeren Scherfläche 11 und der inneren Scher- suchenden Flüssigkeit aus dem Ringraum zwischen
fläche 12 mit einer Spritze 25, die aus einem Kolben den Zylindern ab. Bei einem Ringraum mit den oben
26 und einem Behälter 27 besteht, durch eine Düse 15 angegebenen Abmessungen kann die Abftußgeschwin-28
in eine Bohrung 29 im Außenzylinder 13 einge- digkeit für Newtonschen Flüssigkeiten mit einer Visführt.
Das untere Ende der Düse 28 und die Ober- kosität von mehr als 50 cP vernachlässigt werden;
kante der Bohrung 29 sind eng, aber lösbar mitein- diese Grenze kann aber durch Verkleinerung des
ander verbunden. Durch mehrere kleine horizontale Spalts zwischen den Zylindern noch herabgesetzt
öffnungen 31, die von der Bohrung 29 durch die 20 werden.
äußere Scherfläche 11 hindurchgehen, kann die Flüs- Vor Benutzung wird das Lager 15 geölt und das
sigkeit in den Ringraum gelangen. Viskosimeter kurzzeitig mit hoher Umdrehungszahl
Der Außenzylinder 13 ist an seiner oberen Stirn- betrieben, um das Öl zu verteilen. Bei guten Lagern
fläche zu einer Rille 32 ausgekehlt, die die aus dem und insbesondere bei Luftlagern ist der auftretende
Ringraum zwischen den beiden zylindrischen Scher- 25 Reibungswiderstand bei jeder Rotationsgeschwindig'-flächen
austretende überschüssige Flüssigkeit auffan- keit konstant und wird mit dem Kraftmeßinstrument
gen kann. Die Innenkante der Rille ist möglichst gemessen. Nachdem die zu untersuchende Flüssigdicht am Oberrand der äußeren Scherfläche 11 ange- keit in die Spritze 25 gefüllt und die Düse 28 der
ordnet und bildet eine Schneide, damit eine über- Spritze in der Bohrung 29 des Außenzylinders 13 bemäßige
Substanzansammlung an diesem Punkt ver- 30 festigt worden ist, kann die Flüssigkeit entweder bei
mieden wird. Die Außenkante der Rille 32 ist höher ruhendem oder rotierendem Viskosimeter in den
als ihre Innenkante, damit nicht übertretende Flüs- Ringraum gebracht werden. Man mißt dann bei der
sigkeit auf das Kugellager fließt. Eine ähnliche gewünschten Rotationsgeschwindigkeit die Gesamtschneidenartige
Kante ist an der unteren Stirnfläche kraft, die an den Außenzylinder angelegt werden
des Zylinders 13 vorgesehen. 35 muß, um ihn in Ruhestellung zu halten. Man kann
Der Innenzylinder 19 besitzt eine oben offene zy- auch ein Federdynamometer zur Kraftmessung belindrische
Kammer 33, die kontinuierlich mit einem nutzen, wobei dann der Außenzylinder infolge der
Wasserstrom von einem Thermostaten versorgt wer- relativen Federbewegung in einem schmalen Winkeiden
kann und die zu untersuchende Flüssigkeit auf bereich verdreht wird. In jedem Falle ist es ratsam,
konstanter Temperatur hält. In dem Stützelement 17 40 die Kraft zu jeder Zeit tangential zum Außenzylinder
ist unterhalb des Ringraumes ein Reservoir 34 vor- zu messen. Mit dem neuen Gerät kann man schon
gesehen, das die gesamte während des Versuchs aus 3 Sekunden nach Rotationsbeginn konstante Abdem
Spalt herauslaufende Flüssigkeit aufnehmen lesungen bei gegebener Geschwindigkeit erhalten, sokann,
ohne daß der steigende Flüssigkeitsspiegel fern die zu untersuchende Flüssigkeit nicht thixobeide
Zylinder berührt. In der Wand des Stütz- 45 trop ist.
elementes 17 sind Öffnungen 35 vorgesehen, durch Zum Reinigen der Apparatur wird der Innenzylin-
die Flüssigkeit aus dem Reservoir 34 abgelassen der 19 von der Welle 18 abgezogen und alle Teile mit
werden kann. einer geeigneten Flüssigkeit gewaschen. Wenn nach-
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen einander ähnliche Flüssigkeiten untersucht werden,
Viskosimeters hatte etwa folgende Abmessungen: 50 so braucht man nur bei rotierender Vorrichtung den
Ringraum mit neuer Flüssigkeit aufzufüllen, wodurch Durchmesser der inneren zylin- die vorhergehende Flüssigkeit aus dem Ringraum
drischen Scherfläche 12 6,325 cm ausgespült wird. Im allgemeinen reicht die Tempe-
Durchmesser der äußeren zylin- raturkonstanz des Gerätes auch bei hohen Scher-
drischen Scherfläche 11 6,355 cm 55 kräften aus, da die Gesamtheit der Scherelemente als
TT-T- j ο t. ja» 1. -.-. ι*-. * r-Λ Wärmespeicher dient, weil diese Teile im Verhältnis
Hohe der Scherflachen 11 und 12 2,54 cm ^ piüssigkeitsmenge (etwa 300 : 0,75 g) sehr groß
Spielraum zwischen den Scher- und die jfüssigkeits & schicht so dünn istj daß die in
nacnen 11 und IZ «'"" , der Flüssigkeit auftretende Erwärmung schnell ab-
± 0,00076 cm 6o gdeitet werden kann
Wird jedoch eine genauere Temperaturkontrolle;
Außerdem ist die innere Scherfläche mit einer Ge- gewünscht, kann die Vorrichtung, wie in Fig. 2 und 3
nauigkeit von ± 0,00025 cm parallel zu der Achse gezeigt, abgewandelt werden, wobei ebenfalls eine;
angeordnet, und ihre Abweichung von einem wahren äußere und eine innere zylindrische Scherfläche 41,42
Kreis beträgt in jeder Ebene weniger als 65 konzentrisch angeordnet sind und etwa die gleiche
± 0,00025 cm. Die äußere Scherfläche ist mit einer Höhe haben. Der Außenzylinder 43 ist am inneren
Genauigkeit von ± 0,0005 cm parallel zur Achse an- Lager- oder Führungsring 44 eines Kugellagers 45
geordnet, und ihre Abweichung von einem wahren befestigt, dessen äußerer Führungsring 46 am Stütz-
element 47 befestigt ist. Der Innenzylinder 49 mit der inneren Scherfläche 42 liegt jedoch in diesem
Fall satt und in axialer Richtung gleitbar auf einem zylindrischen Mittelteil 52 des Stützelementes 47 auf,
welches auf einem kreisförmigen Auflagetisch 51 befestigt ist; dieser Tisch ist seinerseits mit dem Ende
der Welle 48 verbunden, die von einem geeigneten Rotationsantrieb gedreht wird. Die Stirnfläche des
zylindrischen Mittelteiles 52 ist durch einen Splint 53, der in eine Aussparung 54 des Innenzylinders 49 eingreift,
mit diesem verbunden.
Die zu untersuchende Flüssigkeit wird durch eine bis an die äußere Scherfläche 41 reichende Bohrung
55 im Außenzylinder 43 z. B. mit einer Spritze in den Ringraum eingeführt. Die Welle 48, der Auflagetisch
51, das Stützelement 47, der zylindrische Mittelteil 52 und der Innenzylinder 49 werden als eine Einheit
zusammen gedreht, wobei eine relative Rotationsbewegung dieser Teile verhindert wird. Die Rückstellkraft
wird wie üblich entweder direkt abgelesen oder elektrisch registriert. Wie bei dem in Fig. 1 beschriebenen
Viskosimeter ist ein Reservoir 56 unterhalb des Ringraumes mit einer Abflußöffnung 57 und
einer Rinne 59 auf dem Außenzylinder vorgesehen. Eine V-förmige Auskehlung 58 bildet an der unteren
Stirnfläche eine schneidenartige Kante und verhindert einen Flüssigkeitsfluß quer über die Unterfläche des
Außenzylinders.
Der Außenzylinder 43 hat mehrere Leitungen 61 für Wasser oder andere Flüssigkeiten, die je nach Bedarf
sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen verwendet werden können. Die Leitungen 61 liegen möglichst
nahe an der äußeren Scherfläche 41 und eng beieinander, um eine gleichmäßige Wärmeübertragung
bei ausreichender Festigkeit und Querstabilität dieser Oberfläche zu gestatten. Wie Fig. 3 zeigt,
setzen sich die Leitungen 61 konzentrisch um den Außenzylinder 43 unter Bildung eines nicht ganz vollständigen
Kreises fort und enden auf der einen Seite in einem gewöhnlichen vertikalen Einlaßrohr 62 und
auf der anderen Seite in einem gewöhnlichen Auslaßrohr 63. Die beiden Rohre sind möglichst dicht
neben der Bohrung 55 angeordnet und sind über flexible Schläuche mit einem geeigneten Thermostaten
verbunden.
Der Innenzylinder 49 ist in ähnlicher Weise mit Kühlwasserleitungen 64 ausgestattet, die in einem
Einlaß 65 und einem Auslaß 66 enden. Diese Durchgänge sind ebenfalls möglichst nah beieinander angeordnet.
Da der Innenzylinder 49 rotiert, münden Einlaß 65 und Auslaß 66 an getrennten Stellen in
einem vertikalen Fortsatz 67 des Innenzylinders 49, der von einem Zweikammerring 71 umgeben ist. Die
Einlaßkammer 68 dieses Zweikammerringes steht mit dem Einlaß 65 und die Auslaßkammer 69 mit dem
Auslaß 66 in Verbindung. Beide Kammern sind gegeneinander und gegenüber dem Fortsatz 67 mittels
Dichtungsringen 72 abgeschlossen und werden über ein Einlaßrohr 73 bzw. ein Auslaßrohr 74 mit Kühlflüssigkeit
versorgt. Die obere Stirnfläche des Innenzylinders 49 besitzt eine Aussparung 75, um eventuell
austretendes Kühlwasser abzufangen und gegebenenfalls durch eine Leitung 76 im Innenzylinder zu dem
Reservoir 56 abzuleiten.
Der wesentliche Vorteil des neuen Viskosimeters besteht darin, daß die Parameter der Viskosität, d. h.
Scherkraft und Geschwindigkeitsgradient, direkt und ohne irgendwelche Korrekturfaktoren, abgesehen von
einer schnell zu bestimmenden Gerätekonstante, gemessen werden können.
Zur Berechnung des Momentanwertes des Geschwindigkeitsgradienten D in einer Flüssigkeitsschicht im Abstand r —--p~ (ω=Winkelgeschwindigkeit)
wird davon ausgegangen, daß die gesamte Flüssigkeit im Ringraum einen konstanten Radius hat.
Da der Abstand zwischen innerer und äußerer Scherfläche nur einen geringen Bruchteil der Radien beider
Scherflächen ausmacht, wird durch die Differentialgleichung nur ein zu vernachlässigender Fehler
eingeführt. Demzufolge ist
D
worin
Ar
D =
T0-r,)
γ.
—:
• /71J
COn =
der Radius der äußeren Scherfläche, der Radius der inneren Scherfläche,
Winkelgeschwindigkeit des Außenzylinders (für dieses Viskosimeter gleich
NuU),
Winkelgeschwindigkeit des Innenzylinders oder 2 π N ist und N die Umdrehungen
pro Sekunde der Welle 18 oder 48 bedeutet.
D ist daher direkt proportional zu der Umfangsgeschwindigkeit
der Welle.
D hat einen negativen Wert, wenn ω0 = 0 ist; das
Vorzeichen dieser absoluten Größe zeigt nur die Richtung der Scherkraft an und kann daher vernachlässigt
werden. Bei dem oben beschriebenen Instrument mit r0 = 3,177 cm, rt = 3,162 cm und ra — r,-
= 0,0524 cm ± 0,00076 om betrug D in see-1
= (1,307 ±g)iV.
Je größer also rav und je kleiner die Ringraumbreite
{rQ—r{) ist, desto größer ist die Scherkraft bei
gegebener Geschwindigkeit und um so eher kann man r = rav setzen. Wird andererseits der Ringraum
kleiner gemacht, so müssen die Abmessungen und die Ausbildung der Kreisform der Scherflächen eine
größere Genauigkeit haben und die Toleranzen für das Lager verkleinert werden.
Die Scherkraft ist definiert als Kraft F dividiert durch die Scherfläche A. Da der Abstand zwischen
der inneren und der äußeren Scherfläche nur einen geringen Bruchteil der Zylinderradien ausmacht,
kann wiederum mit einem zu vernachlässigenden Fehler vorausgesetzt werden, daß der Schub an einer
Zylinderebene mit dem Radius rav stattfindet. Wenn
h die Höhe des Ringraumes ist, dann ist A=2nravh.
Bei dem beschriebenen Gerät mit rav = 3,170 cm und
h = 2,54 cm betrug A = 50,5 cm2. Die Kraft F ist die mittlere Tangentialkraft, die längs der Scherebene
entsteht. Da jedoch die Kraft nicht an der Scherebene, sondern an einem Punkt mit größerem Abstand von
der Achse gemessen wird, muß die gemessene Kraft korrigiert werden. Da das Drehmoment für jede gegebene
Messung konstant ist, ist F = Fn (rm/rav), wobei
Fn die gemessene Kraft und rm der Radius ist, an
welchem die Tangentialkraft gemessen wurde. Da die gesamte, d. h. gemessene Kraft Fg gleich der Summe
der Scherkraft der Flüssigkeit Fn und der Widerstandskraft
der Lager Fb ist, ist
F = (Fg-Fb) (rm/rav) = (Fg-F„) rm\rav,
wobei das Verhältnis von rmlrav eine von den Abmessungen
des Viskosimeters abhängige Konstante ist.
Somit kann die Viskosität η bestimmt werden, wenn N und Fg und F6 bei diesem Wert von N bekannt
sind, wobei das Fließverhalten mit einer x-y-Registrierapparatur aufgezeichnet wird, indem die
Rotationsgeschwindigkeit N auf der einen Achse und die Differenz zwischen Fg und F0 auf der anderen
Achse aufgetragen wird. Dieses ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Rotationsgeschwindigkeit mit
der Antriebseinrichtung um einen bestimmten derart kleinen Wert geändert werden kann, daß die Flüssigkeit
während der ganzen Zeit im Gleichgewicht bleibt. Direktbestimmungen des Fließverhaltens können mit
einer Antriebsvorrichtung gemessen werden, welche verschiedene Drehmomentwerte bei der Drehung
Null und bei verschiedenen gemessenen Rotationsgeschwindigkeiten liefert.
Wenn A in Quadratzentimeter und Fg als Kraft gemessen
wird, errechnet sich η in Centipoise nach der Gleichung η = 98 000 τ/D. Diese Formel setzt den
Idealfall des radialen Gleitens vollkommener, konzentrischer zylindrischer Flüssigkeitsschichten aneinander
voraus, eine Bedingung, die bislang mit keinem Viskosimeter vollständig erreicht werden konnte.
Überschüssige Flüssigkeit, die sich oberhalb des Ringraumes ansammelt, stört nicht, ebenso ist eine
Flüssigkeitsansammlung auf dem Boden des Ringraumes ohne Bedeutung, da während der Rotation
des Viskosimeters die Flüssigkeit durch die Zentrifugalkraft gegen die scharfe Kante der unteren
Scherfläche getrieben wird und ungehindert abläuft. Die eventuell durch das Absinken der Flüssigkeit
unter Einfluß der Schwerkraft entstehenden Strömungen ergeben wegen des sehr engen Spaltes ebenfalls
keine Fehler; z. B. wird bei ruhendem Viskosimeter eine Flüssigkeit mit einer Dichte von 1,0 in dem
Ringraum allein durch die Oberflächenspannung zurückgehalten, die bei den meisten organischen Flüssigkeiten
sogar noch günstiger ist. Ohne Oberflächenspannungseffekte verhält sich die zwischen
den Zylindern vorhandene Flüssigkeit im Grenzfall wie eine Flüssigkeit, die sich zwischen parallelen
Wänden von unbegrenzter Ausdehnung befindet.
Im allgemeinen soll der Abstand zwischen den Scherflächen nicht größer als 1% des Radius dieser
zylindrischen Scherflächen sein. Sollte beispielsweise der Radius des Viskosimeters vermindert werden, so
wird auch vorzugsweise die Breite des Ringraumes bei einer gegebenen Viskosität vermindert werden.
Desgleichen sollte die Breite des Ringraumes bei einem gegebenen Radius vermindert werden, wenn
die minimale Viskosität der zu untersuchenden Flüssigkeit herabgesetzt wird. Beispielsweise wurde festgestellt,
daß ein Viskosimeter mit einer Ringraumbreite von 0,0153 cm für Flüssigkeiten mit niedriger
Viskosität von etwa 50 cP ausreichend ist. Für Flüssigkeiten mit geringerer Viskosität muß die Breite
des Ringraumes vermindert werden, während ein breiterer Ringraum für höherviskose Flüssigkeiten
erwünscht ist. Der Radius der Scherfläche soll im allgemeinen nicht kleiner als 1,27 cm und nicht größer
als 6,35 cm sein. Die Höhe des Ringraumes wird
lediglich durch die Kraft der Antriebseinrichtung, die im Verhältnis zu der Viskosität der zu untersuchenden
Flüssigkeit noch bequem meßbare Kraft und von dem Verhältnis des Lagerwiderstandes zur Gesamtkraft
begrenzt.
Claims (7)
1. Rotationsviskosimeter, insbesondere für nicht Newtonsche Flüssigkeiten, mit einem glattwandigen,
oben und unten offenen, zylindrischen, engen Ringraum, bei welchem das eine Scherelement
fest mit dem Antrieb verbunden ist, da durch gekennzeichnet, daß zur an sich bekannten
Lagerabstützung des einen Scherelementes auf dem anderen Scherelement sowohl die innere
Scherfläche (12) als auch die äußere Lagerfläche (16) mit einem mit einstellbarer Rotationsgeschwindigkeit umlaufenden Stützelement (17)
fest verbunden sind, während die äußere Scherfläche (11) und die innere Lagerfläche (14) durch
die Außen- bzw. Innenfläche eines Bauteiles mit im wesentlichen kreisringförmigem Querschnitt
gebildet werden, welches in der kreisringförmigen Aussparung zwischen innerer Scherfläche
(12) und äußerer Lagerfläche (16) um die gemeinsame Rotationsachse drehbar angeordnet
ist.
2. Rotationsviskosimeter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bauteil mit im
wesentlichen kreisringförmigem Querschnitt, welcher den Außenzylinder (13) bildet, etwa in der
Mitte der Höhe des Ringraumes gelagert ist.
3. Rotationsviskosimeter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützelement
(17) als ein unten geschlossener Zylinder ausgebildet ist, dessen oberer Wandteil die äußere
Lagerfläche (16) hält, während ein Nabenfortsatz an der Bodenfläche dieses Zylinders mit dem
Innenzylinder (19) und weiterhin alle Teile mit einer Wrelle (18) verbunden sind.
4. Rotationsviskosimeter nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenzylinder
(19) unten ebenfalls geschlossen und an seinem unteren Ende über eine Bodenfläche mit
der Welle verbunden ist und einen weiten Ringraum (33) zur Aufnahme von Kühlflüssigkeit
bildet.
5. Rotationsviskosimeter nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenzylinder
(13), an welchem die Kraftmeßvorrichtung (24) angreift, an seinem unteren und oberen Ende
messerkantenartig auf den zwischen den Scherflächen (11, 12) gebildeten Ringraum zuläuft und
an der oberen Stirnfläche des Außenzylinders eine Rinne (32) bildet, die über Leitungen (31)
mit der äußeren Scherfläche und dem Ringraum zur Zufuhr der Meßflüssigkeit in Verbindung
steht.
6. Rotationsviskosimeter nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenzylinder
(49) und/oder der Außenzylinder (43) mit Durchflußkanälen für Kühl- oder Heizflüssigkeit
versehen ist.
7. Rotationsviskosimeter nach Anspruch 1 und 2 und 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
das Stützelement (47) auf einem Drehtisch (51)
109 748/235
befestigt ist und daß der Innenzylinder (49) auf den Nabenfortsatz (52) der Bodenfläche des
Stützelementes (47) aufgeschoben ist.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 894327, 937 673;
britische Patentschriften Nr. 513 876, 482 950;
USA.-Patentschriften Nr. 2410 385, 2096 222,
1817739;
Umstätter, »Viskosimetrie«, 1952, S. 108, Abb. 78;
Journ. Colloid. Sei., Bd. 6,1951, S. 35;
Industr. and Engineering Chemistry, Bd. 14, 1942, S. 579.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| US406029A US2812656A (en) | 1954-01-25 | 1954-01-25 | Viscometer |
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|---|---|---|---|
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