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Verfahren zur Anordnung von Bild-und Textdarstellungen, z. B. für
Werbezwecke Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Anordnung von Bild-
und Textdarstellungen. Hierbei dienen als Untergrund Gegenstände beliebiger Art
und Gestaltung. Das Verfahren eignet sich besonders zur Anordnung von Werbebildern
und -texten.
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Die Darstellungen werden derart verzerrt auf den Untergrund aufgetragen,
daß sie dem Betrachter entzerrt sichtbar sind. Dies erreicht man erfindungsgemäß
dadurch, daß - die Darstellungen derart in Abschnitten des jeweiligen Bildes und/oder
Textes auf verschiedenen Ebenen verzerrt aufgetragen werden, daß sie vom Betrachter
an einem Blickpunkt senkrecht zur Blickrichtung entzerrt wahrgenommen werden.
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Die verschiedenen Ebenen können aneinanderstoßen, aber auch so verlaufen,
daß sie keine Berührung miteinander haben. Entscheidend ist, daß bei dem jeweiligen
Verhältnis der Ebenen zueinander die Teildarstellungen in einer solchen Verzerrung
angeordnet werden, daß sie sich zu dem gewünschten Gesamtbild ergänzen.
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Für die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es gleichgültig,
ob es sich um einfache oder verwickelte Texte oder Bilder handelt. Es spielt auch
keine Rolle, ob die Darstellungen einfarbig oder in mehreren verschiedenen Farben
gehalten sind. Es ist sogar möglich, Bildnisse und Kunstgemälde in der beanspruchten
Weise darzustellen.
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Es ist bereits bekannt, zur Darstellung gelangende Aufschriften auf
einen Untergrund derart verzerrt aufzutragen, daß sie dem Betrachter an einem Punkt
entzerrt sichtbar werden. Nach dem bekannten Vorschlag wird aber die verzerrte Darstellung
auf einer einzigen Ebene aufgetragen, also nicht gleichzeitig auf mehreren Ebenen
und den entsprechenden Verzerrungen, wie es die Erfindung beansprucht. Wo nach dem
bekannten Verfahren die Verzerrungen in verschiedenen, voneinander unabhängigen
Ebenen angeordnet sind, handelt es sich um verschiedene Verzerrungen, die sich nicht
zu einem einzigen Gesamtbild ergänzen können. Demgegenüber wird gemäß der Erfindung
ein einziges Bild auf beispielsweise drei in bestimmten Winkeln zueinander stehenden
Ebenen in zweckmäßiger Verzerrung aufgeteilt, so daß man unter der Wirkung des schrägen
Gesichtswinkels schließlich wieder ein einziges normales, in einer Ebene liegendes
Bild zu sehen bekommt.
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Die dreidimensionale Anordnung des jeweiligen Bildes oder Textes ermöglicht
eine optisch besonders günstige Placierung; wenn es sich z. B. in der oberen Ecke
eines Raumes befindet, so ist die Darstellung fast überall sehr gut sichtbar bzw.
erkennbar. Bei der zweidimensionalen Darstellung hingegen sind die Bedingungen bei
weitem nicht so günstig. Wie bereits dargelegt wurde, erreicht der Betrachter in
einem Raum einen Standort, von wo er das Bild vollkommen unverzerrt sieht. Bewegt
sich der Betrachter von diesem idealen Punkt weg oder zu ihm hin, so entsteht auch
im Bild gewissermaßen eine Bewegung, d. h., die Umrisse der Darstellung verändern
sich in derart überraschender Weise, daß sie die Aufmerksamkeit des Betrachters
für eine gewisse Zeit ungewöhnlich stark zu fesseln vermag. Dies ist ein Umstand,
der besonders einen Zweck der Erfindung, nämlich der Werbung zu dienen, fördert.
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Die Darstellungen können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in allen
Arten von Räumen, auf den verschiedensten Ebenen, innen oder außen verwendet werden
und rufen ohne kostspielige Mittel oder Geräte stets erstaunliche Effekte hervor.
Die Anwendungsmöglichkeiten von Werbungsmitteln dieser Art vervielfachen sich noch
dadurch, daß die in Frage stehenden Darstellungen auch in verhältnismäßig kleinen
Räumen angebracht werden können, ohne diese zu verunstalten oder selbst erdrückend
zu wirken. Außerdem bringt die Placierung auf bisher unausgenutzten Flächen - nämlich
vorzugsweise in
oberen Zimmerecken - bedeutende werbetechnische
Vorteile mit sich.
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Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen im einzelnen erläutert.
Es zeigen Fig. 1 und 2 in schematischer, sehr vereinfachter Darstellung die Anwendung
des Verfahrens auf eine Ziffer, die gleichzeitig auf drei aneinanderstoßenden ebenen
Flächen angeordnet ist, Fig.3, 4 und 5 den mit Hilfe der darstellenden Geometrie
aufgesetzten Entwurf der bzw. auf drei aneinanderstoßende Ebenen entfallenden, verzerrten
Teildarstellungen.
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Im Interesse der leichten Verständlichkeit soll die Erfindung in einem
verhältnismäßig einfachen Fall, wie in den Zeichnungen dargestellt ist, betrachtet
werden. Im 'vorliegenden Fall ist eine Ziffer, und zwar eine 3 dargestellt. Sie
wird zu gleicher Zeit auf drei aneinanderstoßende Ebenen a, b, c projiziert.
Die Ebenen a und b stehen senkrecht, während die Ebene c waagerecht
verläuft und die beiden Ebenen a und b durchschneidet.
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Einem in o, dem Projektionsmittelpunkt, stehenden Betrachter erscheint
die zu gleicher Zeit teilweise in den Ebenen a, b, c angeordnete Ziffer 3
in einer bestimmten Größe, doch in der beabsichtigten Form, gerade als wäre sie
aus dem erwähnten Ursprung o auf eine lotrecht zur Blocklinie stehende Projektionswand
projiziert. Folglich kann man die auf die einzelnen Ebenen a, b, c anzuordnenden
Linienzüge bzw. a', b', c, die zusammen die Ziffer 3 erscheinen lassen sollen,
einfach mittels Projektion aus o auf diese Ebenen vermitteln.
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Gemäß einer besonderen Anwendung, unter vielen anderen, kann man,
so wie in Fig. 2 angedeutet, die verschiedenen Teile a', b', c' der Darstellung,
in diesem Fall der Ziffer 3, mit Leuchtfarbe anmalen, wodurch bei Bestrahlung mit
einer Projektionslampe die erwähnte Ziffer 3 in dem von den drei Ebenen
a, b, c bestimmten Winkel in überraschender Weise aufleuchtet.
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Indem man die drei Ebenen a, b, c in eine lotrecht zur durchschnittlichen
Blicklinie stehende Ebene hineinklappt, kann man die Teildarstellungen
a', b', c'
leicht in ihrer verzerrten Form erhalten, in welcher sie auf die
einzelnen Ebenen angeordnet werden müssen, damit die obenerwähnte optische Wirkung
erzielt wird.
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Die verzerrten Linienzüge, welche dabei aus den Teildarstellungen
a', b', c' erhalten werden, sind in den Zeichnungen mit a", b", c'
angedeutet.
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Man kann die verzerrten Bilder und/oder Texte, die auf den in verschiedenen
Richtungen verlaufenden Ebenen angeordnet sind, entweder unmittelbar durch Projektion
ermitteln oder indem man Projektionszeichnungen im Zeichenbüro herstellt oder unter
Anwendung von Schablonen, die für eine bestimmte Darstellung je nach der gegenseitigen
Lage wie auch der Lage in bezug auf die durchschnittliche Blickrichtung des Betrachters
der unterschiedlichen Bildflächen im voraus angefertigt werden.