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DE1117565B - Verfahren zur Herstellung von Salzen von in Nachbarstellung durch zwei Sauerstoffsaeuregruppen des Schwefels substituierten organischen Verbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Salzen von in Nachbarstellung durch zwei Sauerstoffsaeuregruppen des Schwefels substituierten organischen Verbindungen

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Publication number
DE1117565B
DE1117565B DEH35742A DEH0035742A DE1117565B DE 1117565 B DE1117565 B DE 1117565B DE H35742 A DEH35742 A DE H35742A DE H0035742 A DEH0035742 A DE H0035742A DE 1117565 B DE1117565 B DE 1117565B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
solution
water
salt
acid
parts
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEH35742A
Other languages
English (en)
Inventor
Johann Heinrich Helberger
Horst Baumann
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Boehme Fettchemie GmbH
Original Assignee
Boehme Fettchemie GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Boehme Fettchemie GmbH filed Critical Boehme Fettchemie GmbH
Priority to DEH35742A priority Critical patent/DE1117565B/de
Priority to GB6765/60A priority patent/GB940671A/en
Publication of DE1117565B publication Critical patent/DE1117565B/de
Priority to US421155A priority patent/US3291822A/en
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C313/00Sulfinic acids; Sulfenic acids; Halides, esters or anhydrides thereof; Amides of sulfinic or sulfenic acids, i.e. compounds having singly-bound oxygen atoms of sulfinic or sulfenic groups replaced by nitrogen atoms, not being part of nitro or nitroso groups
    • C07C313/02Sulfinic acids; Derivatives thereof
    • C07C313/04Sulfinic acids; Esters thereof
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C303/00Preparation of esters or amides of sulfuric acids; Preparation of sulfonic acids or of their esters, halides, anhydrides or amides
    • C07C303/02Preparation of esters or amides of sulfuric acids; Preparation of sulfonic acids or of their esters, halides, anhydrides or amides of sulfonic acids or halides thereof
    • C07C303/20Preparation of esters or amides of sulfuric acids; Preparation of sulfonic acids or of their esters, halides, anhydrides or amides of sulfonic acids or halides thereof by addition of sulfurous acid or salts thereof to compounds having carbon-to-carbon multiple bonds

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Salzen von in Nachbarstellung durch zwei Sauerstoffsäuregruppen des Schwefels substituierten organischen Verbindungen Es ist bekannt, daß wasserlösliche saure Sulfite, z. B. Natriumhydrogensulfit, sich meist in sehr glatter Reaktion an organische Verbindungen mit aktivierter Doppelbindung unter Bildung von Salzen organischer Monosulfonsäuren anlagern. Solche organischen Verbindungen mit aktivierter Doppelbindung sind z. B. solche, bei denen sich die Doppelbindung in oc,ß-Stellung zu einer Carbonylgruppe befindet, wie dies bei Acrolein oder Maleinsäureestern der Fall ist. Es ist weiterhin bekannt, daß auch ungesättigte organische Verbindungen mit nicht aktivierter Doppelbindung saure Sulfite addieren, wobei ebenfalls die Salze organischer Monosulfonsäuren erhalten werden; doch erfolgt in diesem Fall die Addition nur, wenn, wie zuerst von M. S. Kharasch und seinen Mitarbeitern festgestellt wurde (vergleiche z. B. Journal of Organic Chemistry, Bd. 3 [1939], S. 175), während der Reaktion der olenischen Verbindung mit dem sauren Sulfit Sauerstoff oder auch ein anderes geeignetes Oxydationsmittel anwesend ist; d.h., die Addition erfolgt nur unter oxydierenden Bedingungen.
  • Überraschenderweise wurde festgestellt, daß es möglich ist, auch 2 Mol eines sauren Sulfits pro nicht aktivierte Doppelbindung anzulagern, wenn man unter oxydierenden Bedingungen auf 1 Mol eines Olefins mindestens 2 Mol eines sauren Sulfits einwirken läßt.
  • Als Olefine kommen beispielsweise Äthylen, Propylen und höhere Homologe sowie ungesättigte Alkohole, wie Allylalkohol, Crotylalkohol, sowie deren Äther in Frage. Als saure Sulfite dienen vor allem diejenigen der Alkalien und des Ammoniaks, aber auch solche organischer Basen, die den Vorteil haben, auch in organischen Lösungsmitteln, wie Alkohol, gut löslich zu sein und daher nicht nur das Arbeiten in wäßriger, sondern auch in organischer Lösung ermöglichen. Als Oxydationsmittel dient am einfachsten Sauerstoff, vor allem in Form atmosphärischer Luft. Die Arbeitsweise besteht ganz allgemein darin, die organische ungesättigte Verbindung mit einer konzentrierten Lösung des sauren Sulfits mit Sauerstoff, vorzugsweise in Form atmosphärischer Luft, durch Schütteln oder Rühren in innige Berührung zu bringen. Da die Reaktion exotherm verläuft, ist ihr Eintreten an der sofort eintretenden Temperaturerhöhung zu erkennen.
  • Bezüglich der anzuwendenden Temperatur gilt, daß die Reaktion bereits bei relativ niedriger Temperatur glatt erfolgt; man kann sie in einem breiten Temperaturbereich, der von etwa - 10 bis etwa 100"C sich erstreckt, durchführen; zweckmäßigerweise arbeitet man bei Temperaturen von etwa 10 bis 50"C. Äußere Wärmezufuhr ist wegen des exothermen Charakters der Reaktion nicht erforderlich, dagegen kann es zweckmäßig sein, durch Kühlung die entstehende Wärme abzuführen. Die Zeitdauer, innerhalb welcher die Reaktion vollständig abläuft, richtet sich vor allem danach, wie intensiv die Durchmischung der Reaktionsteilnehmer durchgeführt wird, und beträgt in dem Fall, daß das verwendete Olefin in der flüssigen Phase gut löslich ist, eine bis wenige Stunden. In jedem Fall kann die Reaktion bis zur völligen Umsetzung des Olefins durchgeführt werden, vorausgesetzt, daß außer den für die Anlagerung notwendigen 2 Mol saures Sulfit pro olefinische Doppelbindung noch die Menge an saurem Sulfit zugesetzt wurde, die in der mit der Anlagerungsreaktion gleichzeitig verlaufenden Oxydationsreaktion in Sulfat übergeht; in dem Fall, daß Luft als Oxydationsmittel verwendet wird, beträgt dieser Überschuß etwa 100/o und liegt erfahrungsgemäß bei reinem Sauerstoff höher. Man kann die Reaktion auch in Gegenwart von Katalysatoren durchführen.
  • Nach beendeter Reaktion lassen sich aus der erhaltenen Lösung nach Abscheidung des stets entstandenen Sulfats in bekannter Weise die organischen Salze durch Einengen und gegebenenfalls durch Zugabe eines geeigneten organischen Lösungsmittels, wie Alkohol, in meist amorpher Form zur Abscheidung bringen. In einigen Fällen gelingt es, die so erhaltenen amorphen syrupösen Abscheidungen zur Kristallisation zu bringen. Auf Grund der Analyse handelt es sich bei den neuen Verbindungen um Salze zweibasischer schwefelhaltiger Säuren, die von Disulfonsäuren wesentlich verschieden sind. Sie zeichnen sich vor diesen durch starke Reduktionswirkung aus, entfärben z. B. Permanganatlösung augenblicklich in der Kälte und können durch Oxydationsmittel, besonders glatt durch Wasserstoffsuperoxyd in neutraler Lösung, aber auch durch Autoxydation in die Salze der entsprechenden Disulfonsäuren übergeführt werden. Auf Grund dieses Verhaltens ist anzunehmen, daß nach dem allgemeinen Reaktionsschema (Me = einwertiges Ion) die Salze von organischen zweibasischen Säuren entstehen, die an zwei benachbarten Kohlenstoffatomen durch je eine Sulfonsäure- und eine Sulfinsäuregruppe substituiert sind. Verbindungen dieses Typs sind in der Literatur bisher noch nicht beschrieben. Neben diesen neuen, als Sulfo-sulfinate bezeichneten Salzen wird das Entstehen der entsprechenden Disulfonate in meist jedoch nur geringen Mengen beobachtet; diese dürften ihre Entstehung einer unter den Reaktionsbedingungen durchaus möglichen Autoxydation der primär entstandenen Sulfo-sulfinate verdanken.
  • Andererseits ist es möglich, durch Verschärfung der Autoxydationsbedingungen, z. B. durch Verwendung von Katalysatoren, wie Kupfersalz, die Menge an Disulfonaten zu erhöhen sowie durch Nachbehandlung der Sulfo-sulfinate mit geeigneten Oxydationsmitteln, wie Wasserstoffsuperoxyd, diese praktisch quantitativ in die entsprechenden Disulfonate überzuführen.
  • Um eine möglichst hohe Ausbeute an den neuen Sulfo-sulfinaten zu erhalten, ist es erforderlich, daß das angewendete saure Sulfit kein neutrales Sulfit enthält, daß also in der zur Verwendung kommenden Lösung sich Schwefeldioxyd zu der verwendeten Base mindestens im stöchiometrischen Verhältnis eines sauren Sulfits befindet. Ein geringer Überschuß an Schwefeldioxyd über dieses Verhältnis hinaus schadet nicht und ist dann ohnehin vorhanden, wenn man von vornherein diejenige Menge an saurem Sulfit, die während der Reaktion zu Sulfat oxydiert wird, zusätzlich zu den für die Addition an eine Doppelbindung erforderlichen 2 Mol hinzufügt. Wie schon erwähnt, liegt dieser Überschuß erfahrungsgemäß bei etwa l0O/o, wenn atmosphärische Luft als Oxydationsmittel verwendet wird. Enthält die verwendete Lösung des sauren Sulfits noch neutrales Sulfit, so entstehen neben den neuen Sulfo-sulfinaten die bereits bekannten Monosulfonate in mehr oder minder großen Mengen; wird dagegen in einer von neutralen Sulfiten freien Lösung gearbeitet, so kann die Bildung der Monosulfonate fast völlig unterdrückt werden.
  • Es wurde weiter gefunden, daß nicht nur organische Verbindungen mit nicht aktivierter Doppelbindung, sondern auch Acetylen und seine Derivate in ganz analoger Weise, also unter oxydierenden Bedingungen, 2 Mol sauren Sulfits an die dreifache Kohlenstoff- Kohlenstoff-Bindung anlagern, wobei gemäß dem allgemeinen Schema (Me = einwertiges Ion) ungesättigte Sulfo-sulfinate der angegebenen allgemeinen Formulierung in guten Ausbeuten entstehen.
  • Es ist zwar bekannt, an die acetylenische Dreifachbindung 2 Mol eines sauren Sulfits anzulagern, wobei als Produkte dieser Reaktion Salze gesättigter organischer Disulfonsäuren entstehen. Diese Reaktion verläuft vornehmlich in der Hitze, d. h. bei Temperaturen um 100"C, und, wie Versuche ergeben haben, auch unter völligem Ausschluß von Sauerstoff. Im Gegensatz hierzu verläuft die zur Bildung der neuen ungesättigten Sulfo-sulfinate führende Reaktion bereits glatt bei wesentlich tieferen Temperaturen, aber nur in Gegenwart eines geeigneten Oxydationsmittels, wie Sauerstoff, vor allem in Form atmosphärischer Luft.
  • Wie die gesättigten, so lassen sich auch die ungesättigten Sulfo-sulfinate zu den entsprechenden ungesättigten Disulfonaten oxydieren, besonders glatt mit Hilfe von Wasserstoffsuperoxyd. Die neuen ungesättigten Disulfonate unterscheiden sich von den bekannten gesättigten Disulfonaten in charakteristischer Weise; sie entfärben z. B. wäßrige Permanganatlösung sofort in der Kälte, während die gesättigten Disulfonate in der Kälte gegen Permanganat so gut wie beständig sind.
  • Die Alkalisalze der neuen gesättigten und ungesättigten Sulfo-sulfinsäuren sind in Wasser außerordentlich leicht löslich, so gut wie unlöslich dagegen in organischen Lösungsmitteln. Sie lassen sich aus mäßig bis stark konzentrierter wäßriger Lösung mit Alkohol in meist sirupöser Form zur Abscheidung bringen. Die Isolierung ist jedoch vielfach nicht erforderlich, die Sulfo-sulfinate können vielmehr direkt in der ursprünglichen Lösung zu weiteren Umsetzungen verwendet werden, z. B. zur Oxydation zu den entsprechenden Disulfonaten, die sich vielfach durch hervorragendes Kristallisationsvermögen auszeichnen und in der Regel in Wasser schwerer löslich sind als die Sulfo-sulfinate, aus denen sie entstanden sind.
  • Die nach dem neuen Verfahren leicht zugänglichen Sulfo-sulfinate und Disulfonate sind vielfacher praktischer Anwendung fähig, insbesondere sollen sie als Zwischenprodukte für weitere Umsetzungen dienen.
  • Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung.
  • Beispiel 1 125 Gewichtsteile Kaliumpyrosulfit, entsprechend 1 Mol Kaliumbisulfit, + etwa 1001o Überschuß werden in 500 Gewichtsteilen Wasser unter gelindemErwärmen gelöst; nach Abkühlen der so erhaltenen Lösung auf 20 bis 30"C gibt man 35 Raumteile Allylalkohol, entsprechend 1/,Mol, auf einmal zu und rührt die so erhaltene Lösung mechanisch so stark, daß darin dauernd Luftblasen verteilt sind. Gegebenenfalls leitet man unter Rühren einen mäßigen Luftstrom durch die Lösung. Die Temperatur steigt hierbei sofort an und erreicht je nach Intensität der Rührung 35 bis 40"C, um bald darauf wieder langsam abzusinken. Gegebenenfalls ist ein zu starkes Ansteigen der Temperatur durch Mäßigung der Rührung und der Luftzufuhr oder auch durch Kühlung zu vermeiden.
  • Wenn der Allylalkohol völlig verbraucht ist, was nach etwa 2 Stunden der Fall ist, rührt man noch 1 Stunde nach und arbeitet dann die erhaltene farblose Lösung auf. Man kann das darin enthaltene, zu etwa 900/o der Theorie entstandene l-hydroxypropan-2-sulfinsäure-3-sulfonsaure Kalium der wahrscheinlichen Formel HO CR2CH(SO2K) CH2 SO3K in folgender Weise in fester kristallisierter Form isolieren: Die erhaltene Lösung wird zunächst mit 30°/Oiger Schwefelsäure angesäuert, so daß die gesamte noch vorhandene schweflige Säure in Freiheit gesetzt wird.
  • Durch Destillation unter vermindertem Druck wird die geringe Menge schweflige Säure vertrieben; dies ist nach kurzer Zeit der Fall. Die zurückbleibende Lösung muß noch deutlich sauer reagieren und wird nunmehr mit 2 n-Kalilauge genau neutralisiert (pa-Wert von 7) und sodann unter vermindertem Druck erneut stark eingeengt, bis sich der größte Teil des während der Umsetzung gebildeten Kaliumsulfats abgeschieden hat; man unterbricht nun und vervollständigt die Kristallisation des Kaliumsulfats durch Zugabe von 50 bis 100 Raumteilen Alkohol. Dabei darf eine Trennung in zwei Phasen noch nicht erfolgen, andernfalls muß sie durch vorsichtige Zugabe von Wasser wieder rückgängig gemacht werden. Nach kurzem Stehen saugt man das jetzt praktisch quantitativ auskristallisierte Kaliumsulfat scharf ab und wäscht es mit etwa 500/,dem Alkohol nach. An trocknem Kaliumsulfat werden 15 bis 20 Gewichtsteile erhalten.
  • Die vereinten Filtrate werden dann unter vermindertem Druck stark konzentriert, bis die Lösung noch etwa 120 bis 150 Raumteile einnimmt. Man gibt jetzt 200 bis 300 Raumteile Alkohol zu der konzentrierten sirupösen Salzlösung, wobei sofort Trennung in zwei Phasen erfolgt. Durch starkes Rühren werden die beiden Phasen möglichst innig gemischt. Nach einiger Zeit, schnell nach Animpfen, erfolgt unter Verfestigung der wäßrigen Phase Kristallisation des Kalium-sulfosulfinats. Durch energisches Durcharbeiten der gesamten Masse sorgt man dafür, daß die wäßrige Phase schließlich völlig verschwindet und das Salz in flockiger, gut filtrierbarer Form vorliegt. Man saugt scharf ab, wäscht ein- oder zweimal mit unverdünntem Alkohol aus und trocknet bei 70 bis 80"C. Die Ausbeute an trocknem, bereits sehr reinem Rohsalz beträgt 125 bis 130 Gewichtsteile, entsprechend 90 bis 94010 der Theorie.
  • Das so erhaltene Kaliumsalz der l-Hydroxypropan-2-sulfinsäure-3-sulfonsäure stellt eine reinweiße feste Masse dar, die in Wasser außerordentlich leicht löslich ist. Aus einer konzentrierten (etwa 60- bis 700/0gen) wäßrigen Lösung läßt sich das Salz nach Zugabe von Alkohol bis zur Phasentrennung umkristallisieren und dabei in Form feiner, dentritisch angeordneter, stark verwachsener Aggregate erhalten. Das trockne Salz ist praktisch kaum hygroskopisch. Die verdünnte wäßrige Lösung entfärbt Permanganatlösung augenblicklich. Auch mit anderen Oxydationsmitteln erfolgt Reaktion, so mit Silbernitrat oder Sublimat sowie mit Hypochlorit und Wasserstoffsuperoxyd.
  • Während der Reaktion des Allylalkohols mit 2 Mol Kaliumhydrogensulfit unter den beschriebenen Be- dingungen entsteht in einer Menge von einigen Prozenten das Kalium salz der l-Hydroxypropan-2,3-disulfonsäure als Nebenprodukt und kann aus dem rohen Sulfo-sulfinat folgendermaßen abgetrennt werden: Man versetzt zu diesem Zweck die nicht zu konzentrierte, etwa 500/0ige wäßrige Lösung des rohen Kalium-sulfosulfinats mit Alkohol bis zur Phasentrennung und läßt nunmehr in der Kälte, zweckmäßig bei 0 0C, mehrere Tage bis Wochen stehen. DasKaliumsalz der l-Hydroxypropan-2,3-disulfonsäure scheidet sich hierbei allmählich in Form einer Kristallkruste an den Gefäßwandungen ab und kann in üblicher Weise isoliert werden. Man erhält etwa 3 bis 6 0/o der Theorie. Diese Menge kann erhöht werden, wenn man bei der Anlagerungsreaktion geringe Mengen an Kupfersulfat als Katalysator zusetzt; in den angegebenen Mengenverhältnissen genügen etwa 0,05 bis 0,1 Gewichtsteile Kupfersulfat. Die Ausbeute an dem Kaliumdisulfonat beträgt dann etwa 25 bis 350/o der Theorie.
  • Analyse: Kaliumsalz der l-Hydroxypropan-2- sulfinsäure-3-sulfonsäure; C3H6 0 6S2 K2. Molgewicht: 280,30.
  • Berechnet ... C 12,86°/o, H 2,140/o, S 22,820/o; gefunden ... C 12,58 0/o, H 2,73 0/o, 5 22,80 0/o.
  • Analyse: Kaliumsalz der 1 -Hydroxypropan-2, 3-disulfonsäure; C3H6O7S2K2. Molgewicht: 296,30.
  • Berechnet C 12,120/,, H 2,020/,, 5 2l,620/o, K 26,420/o; gefunden C 12,150/o, H 2,64 0/,, S 2l,880/o, K25,89%.
  • Beispiel 2 Man bereitet, wie im Beispiel 1 angegeben, eine wäßrige Lösung des Kaliumsalzes der 1-HydroxypropSh-2-sulfinsäure-3-sulfonsäure durch Umsetzung von 125 Gewichtsteilen Kaliumpyrosulfit mit 35 Raumteilen Allylalkohol in 500 Raumteilen Wasser. Die Lösung, die keinen freien Allylalkohol mehr enthalten darf, wird mit 2n-Kalilauge genau neutralisiert.
  • Sodann läßt man in die neutrale Lösung unter mechanischem Rühren 30 0/0ges Wasserstoffsuperoxyd langsam zufließen, so daß die schnell ansteigende Temperatur sich zwischen 45 und 48"C hält; gegebenenfalls sorgt man durch äußere Kühlung dafür, daß diese Temperatur nicht wesentlich überschritten wird. Der Endpunkt der Oxydation ist daran zu erkennen, daß die Temperatur abzusinken beginnt; dies ist dann der Fall, wenn etwa 50 bis 55 Raumteile 30 °/Oiges Wasserstoffperoxyd verbraucht sind; ein geringer Überschuß daran schadet nicht und kann leicht, nach etwa lstündigem Nachrühren, katalytisch, z. B. mit platiniertem Asbest oder Braunstein, in bekannter Weise zersetzt und somit entfernt werden. Während des Zufließens des Peroxyds ist der pi:-Wert der Reaktionsflüssigkeit durch Zugabe geringer Mengen an 2n-Kalilauge stets neutral zu halten.
  • Die gegebenenfalls filtrierte Lösung wird nunmehr unter vermindertem Druck so stark eingeengt, bis der größte Teil des darin enthaltenen Kaliumsulfats auskristallisiert ist; die Abscheidung wird durch Zugabe von etwa 50 Raumteilen Alkohol unter gelindem Erwärmen vervollständigt und der entstandene Niederschlag aus der noch warmen Lösung durch Absaugen abgetrennt. Man wäscht mit wenig 500/,dem Alkohol nach und engt die erhaltenen Filtrate unter vermindertem Druck weiter ein, bis Kristallisation des l-Oxypropan-2,3-disulfonats erfolgt. Durch Zugabe von 50 bis 80 Raumteilen Alkohol in kleinen Portionen und dauerndes Rühren wird die Kristallisation des Kaliumsalzes vervollständigt. Nach mehrstündigem Stehen in der Kälte wird abgesaugt und zuerst mit 50°/Oigem, dann mit unverdünntem Alkohol gewaschen und getrocknet. Die Ausbeute beträgt 110 Gewichtsteile, durch Aufarbeitung der Mutterlaugen und der Waschflüssigkeit lassen sich leicht noch weitere 10 Gewichtsteile ebenfalls sehr reinesDisulfonat erhalten; die Gesamtausbeute beträgt somit 120 Gewichtsteile und selbst darüber, was, auf die verwendete Menge Allylalkohol bezogen, etwa 800/0 der Theorie entspricht.
  • Dem Salz kommt sehr wahrscheinlich die folgende Konstitution zu: HO CH2CH(SO3K) CH2 SO3K Es ist in Wasser ebenfalls sehr leicht, unter starker Abkühlung löslich, wenn auch deutlich schwerer als das im Beispiel 1 beschriebene kristallisierte Kaliumsalz der l-Oxypropan-2-sulfinsäure-3-sulfonsäure. Aus einer in der Wärme bereiteten 50- bis 600/0eigen Lösung in Wasser kristallisiert das Salz beim Abkühlen teilweise wieder in Form derber Prismen wieder aus, und durch Zugabe von Alkohol, worin das Salz so gut wie unlöslich ist, kann die Kristallisation praktisch vervollständigt werden. Das trockne Salz ist nicht hygroskopisch. Seine wäßrige Lösung ist in der Kälte gegen Permanganat beständig.
  • Ersetzt man das Kaliumpyrosulfit durch eine äquimolekulare Menge an Natriumpyrosulfit und die Kalilauge durch Natronlauge, so erhält man, wenn man im übrigen in der angegebenen Weise arbeitet, das Natriumsalz der l-Hydroxypropan-2,3-disulfonsäure mit der gleichen Ausbeute wie das Kaliumsalz. Auch das Natriumsalz ist in Wasser sehr leicht lösli*; es kristallisiert aus einer in der Hitze gesättigten wäßrigen Lösung aus, und wie beim Kaliumsalz kann die Kristallisation durch Zugabe von Alkohol zu der wäßrigen Lösung vervollständigt werden.
  • Analyse: Natrium salz der l-Hydroxypropan-2,3-disulfon säure (mit 2 Mol Kristallwasser); C3Hl0OgS2Na2.
  • Molgewicht: 300,21.
  • Berechnet C 11,990/0, H 3,3601o, S 21,370/0, Na 15,30°/o; gefunden C 12,070/,, H 2,900/0, 521,150/0, Na 14,71 0/o.
  • Beispiel 3 Wie im Beispiel 1 angegeben, setzt man eine wäßrige Lösung von 125 Gewichtsteilen Kaliumpyrosulfit in 500 Raumteilen Wasser mit 51 Gewichtsteilen des Monoglykoläthers des Allylalkohols unter Rühren und Durchleiten von Luft um. Bei einer Anfangstemperatur von 26"C beobachtet man innerhalb von 30 Minuten eine Temperatursteigerung von 15 auf 41 C; gegebenenfalls durch Kühlung von außen sorgt man dafür, daß diese Temperatur nicht überschritten wird. Nach 3 bis 4 Stunden ist die Reaktion beendet.
  • Bei der gemäß Beispiel 1 durchgeführten Aufarbeitung der Reaktionslösung erhält man das Dikaliumsalz des Monoglykoläthers der 1 -Hydroxypropan-2-sulfinsäure-3-sulfonsäure in einer über 900/0 der Theorie betra- genden Ausbeute. In wasserfreiem Zustand stellt dieses eine außerordentlich leicht in Wasser lösliche farblose glasige Masse dar. Es besitzt wahrscheinlich folgende Konstitution: HOCH2CH2O CH(SO2K). CH2SO2K Die wäßrige Lösung des Salzes entfärbtPermanganatlösung augenblicklich in der Kälte. Mit 300/,dem Wasserstoffsuperoxyd kann das Sulfo-sulfinat, wie im Beispiel 2 beschrieben, in das Dikaliumsalz der Disulfonsäure der wahrscheinlichen Formel HOCH2CH2O CH(SO3K) CH2SO3K glatt übergeführt werden. Man benötigt hierfür etwa 50 bis 55 Raumteile 300/0ges Wasserstoffsuperoxyd, wenn man die oben angegebenen Mengenverhältnisse zugrunde legt. Das Kaliumsalz des Monoglykoläthers der l-Hydroxypropan-2,3-disulfonsäure wird in einer Ausbeute von über 800wo der Theorie, bezogen auf die verwendete Menge Allylalkoholmonoglykoäther, erhalten und stellt in wasserfreiem Zustand eine außerordentlich leicht wasserlösliche farblose glasige Masse dar. Die wäßrige Lösung des Salzes ist in der Kälte gegen Permanganat beständig.
  • Beispiel 4 Wie im Beispiel 1 angegeben, setzt man eine wäßrige Lösung von 125 Gewichtsteilen Kaliumpyrosulfit in 500 Raumteilen Wasser mit 44 Gewichtsteilen Buten-(2)-diol-(1,4) unter Rühren und gegebenenfalls unter zusätzlichem Durchleiten von Luft um. DieTemperatur steigt während der Reaktion allmählich an; z. B. erreicht sie, wenn bei etwa 25"C begonnen wurde, innerhalb einer Stunde 30"C. Nach etwa Sstündiger Reaktionsdauer ist das Butendiol vollständig umgesetzt und in das Sulfo-sulfinat der wahrscheinlichen Konstitution HOCH2CH(SO2K) CH(SO3K) CH2OH in einer Ausbeute etwa 700/o der Theorie übergegangen.
  • Es kann, wie im Beispiel 1 beschrieben, isoliert oder auch direkt, wie im Beispiel 2 beschrieben, durch Oxydation mit 300/,dem Wasserstoffsuperoxyd in das Kaliumsalz der 1,4-Dioxybutan-2,3-disulfonsäure umgewandelt werden. Dieses Dikaliumsalz der wahrscheinlichen Formel HOCH2CH(SO3K) CH(SO3K) CR2OH kann in einer Reinausbeute von 95 bis 100 Gewichtsteilen, entsprechend einer Ausbeute von über 6Q°/o der Theorie, als aus konzentriert wäßriger Lösung gut kristallisierende Verbindung erhalten werden. Das Salz ist in Wasser sehr gut löslich, praktisch unlöslich in Alkohol. Die Lösung in Wasser entfärbt Permanganat in der Kälte nicht.
  • Analyse: Dikaliumsalz der 1 ,4-Dihydroxybutan-2,3-disulfonsäure; C4H8 0 8S2K2. Molgewicht: 326,44.
  • Berechnet C 14,73 0/o, H 2,45 0/o, S 19,68 0/o, K 23,92 01o; gefunden C 14,84 0/o, H 2,69 0/o, S 19,89 0/o, K 23,83 °/o.
  • Beispiel 5 Man löst 60 Gewichtsteile Kaliumpyrosulfit in 250 Raumteilen Wasser und setzt dann 25 Raumteile Alkohol zu. In die Lösung leitet man unter starkem Rühren bei 20 bis 30"C Äthylen und gleichzeitig Luft im Verhältnis von etwa 10:1 so schnell ein, daß das Äthylen praktisch vollständig umgesetzt wird. Nachdem das saure Sulfit im wesentlichen umgesetzt ist, arbeitet man die erhaltene Lösung, wie im Beispiel 1 schrieben, auf. Das in guter Ausbeute entstandene Kaliumsalz der Äthan-l-sulfinsäure-2-sulfonsäure läßt sich, wie im Beispiel 2 beschrieben, durch Oxydation mit 300/,dem Wasserstoffsuperoxyd in neutraler wäßriger Lösung mit nahezu quantitativer Ausbeute in das Kaliumsalz der bekannten Äthan-1,2-disulfonsäure überführen. Dieses läßt sich mit Phosphorpentachlorid in das bekannte Äthan-1,2-disulfochlorid vom Schmelzpunkt 92" C umwandeln.
  • Beispiel 6 Ersetzt man das im Beispiel 5 zur Anwendung kommende Äthylen durch Propylen, während man im übrigen Kaliumpyrosulfit, Wasser und Alkohol in den gleichen dort angegebenen Mengenverhältnissen anwendet, so erhält man in ebenfalls sehr guten Ausbeuten das Dikaliumsalz der Propan-sulfonsäuresulfinsäure der wahrscheinlichen Formel CH3CH(SO2K)CH2(SO3K) Durch Oxydation in neutraler wäßriger Lösung mit 300/,dem Wasserstoffsuperoxyd nach der im Beispiel 2 angegebenen Arbeitsweise erhält man daraus in guten Ausbeuten das Dikaliumsalz der bereits bekannten Propan-1,2-disulfonsäure. Das daraus mit Phosphorpentachlorid in bekannter Weise erhältliche Propan-1 ,2-disulfochlorid besitzt den Schmelzpunkt von 47 bis 49"C.
  • Beispiel 7 Man löst 25,3 Gewichtsteile Triäthylamin in einer Mischung von 100 Raumteilen Alkohol und 10 Raumteilen Wasser und wandelt es durch Einleiten von 16 Gewichtsteilen Schwefeldioxyd unter äußerer Kühlung in Triäthylammoniumhydrogensulfit um. Zu dieser Lösung gibt man 50 Gewichtsteile Diisobutylen und rührt unter gleichzeitigem Durchleiten von Luft so lange, bis die zunächst ansteigende Temperatur wieder auf den ursprünglichen Stand zurückgegangen ist. Bei einer vorzugsweise angewendeten Temperatur von 20 bis 40"C benötigt man etwa 4 bis 6 Stunden.
  • Man kann die Lösung des nach dieser Zeit erhaltenen Diisobutan-sulfo-sulfinats in folgender Weise aufarbeiten: Man säuert zunächst so stark an, daß die gesamte noch vorhandene schweflige Säure in Freiheit gesetzt wird, und treibt diese sodann zusammen mit dem Alkohol und nicht umgesetztem Diisobutylen unter vermindertem Druck ab. Der zurückbleibende Sirup, bestehend im wesentlichen aus dem Triäthylaminsalz der Diisobutan-sulfo-sulfinsäure, wird mit Wasser verdünnt und mit so viel 2n-Kalilauge versetzt, daß das gesamte Triäthylamin in Freiheit gesetzt wird und sodann mit Wasserdampf abgeblasen werden kann. Nachdem dies geschehen, neutralisiert man die zurückbleibende, noch schwach alkalische Lösung genau mit verdünnter Schwefelsäure und engt sie unter vermindertem Druck bis zur möglichst völligen Ab- scheidung des darin enthaltenen Kaliumsulfats ein.
  • Durch Versetzen mit etwas Alkohol kann die Kristallisation des Sulfats vervollständigt werden. Man filtriert, wäscht mit mäßig mit Wasser verdünntem Alkohol nach und engt das Filtrat unter vermindertem Druck bis zur Trockne ein. Das Dikaliumsalz der Diisobutan-sulfo-sulfinsäure noch unbekannter Konstitution wird so in Form eines sehr dickflüssigen wasserhellen Sirups erhalten. In Wasser ist das Salz, das in einer Menge von 40 bis 50 Gewichtsteilen erhalten wird (unter Berücksichtigung des zurückgewonnenen Diisobutylens, einer Ausbeute von über 80°/o der Theorie entsprechend), sehr leicht löslich; die Lösung schäumt stark; sie entfärbt Permanganat in der Kälte sofort.
  • Durch Oxydation mit 300/0im Wasserstoffsuperoxyd kann das Sulfo-sulfinat in neutraler wäßriger Lösung, die im Beispiel 2 beschrieben, in das Kaliumsalz der Diisobutan-disulfonsäure übergeführt werden.
  • Auch die Lösung des Diisobutan-disulfonats schäumt stark, ist aber gegen Permanganat in der Kälte so gut wie beständig.
  • Beispiel 8 Man trägt in eine Lösung von 60 Gewichtsteilen Kaliumpyrosulfit in 250 Raumteilen Wasser 15 Gewichtsteile Propargylalkohol auf einmal ein und rührt unter dauerndem Einleiten von Luft 3 bis 4 Stunden.
  • Dabei steigt die Temperatur von etwa 25"C zu Beginn desRührens auf etwa 35" C an, um dann langsam wieder abzusinken. Nach völligem Verbrauch des Propargylalkohols arbeitet man, wie im Beispiel 1 beschrieben, auf. Man erhält das Dikaliumsalz der l-Hydroxypropen-2-sulfinsäure-3-sulfonsäure in amorpher, sehr leicht wasserlöslicher Form in einer etwa 600/, der Theorie entsprechenden Ausbeute.
  • Das ungesättigte Sulfo-sulfinat kann auch ohne vorherige Isolierung nach der imBeispiel 2 angegebenen Arbeitsweise durch Oxydation mit Wasserstoffsuperoxyd in neutraler Lösung mit sehr guter Ausbeute in das Dikaliumsalz der 1 -Hydroxypropen-2,3-disulfonsäure der wahrscheinlichen Konstitution HOCH2C(SO3K) = CH SO3K übergeführt werden. Das Salz kristallisiert aus konzentriert wäßriger Lösung, die mit wenig Alkohol versetzt wurde, in derben Nadeln. Sie sind in Wasser leicht löslich, im Gegensatz zu dem gesättigten Dikaliumsalz des Beispiels 2 entfärbt die Lösung Kaliumpergament in der Kälte sofort.
  • Analyse: Dikaliumsalz der l-Hydroxypropen-2-disulfonsäure-(2,3); C3H4O7S2K2. Molgewicht 294,30.
  • Berechnet C 12,230/o, H 1,360/o, S21,790/o, K 26,57 0/,; gefunden C 12,39 0/o, H 1,61 0/o, 5 22,000/o, K 26,740/o.
  • In ganz analoger Weise kann durch Ersatz des Propargylalkohols durch die äquimolekulare Menge an 1,4-Butindiol im obigen Ansatz das Dikaliumsalz der 1,4-Dihydroxybuten - 2 - sulfinsäure - 3 - sulfonsäure und daraus durch Oxydation mit Wasserstoffsuperoxyd in neutraler wäßriger Lösung den im Beispiel 2 gemachten Angaben in das gut kristallisierte Dikaliumsalz der 1,4-Dihydroxybuten-2,3 -disulfonsäure übergeführt werden.
  • Analyse: Dikaliumsalz der 1 ,4Dihydroxybuten-2-disullorsäure-(2,3); C4HO8S2K2. Molgewicht 324,44.
  • Berechnet ... C 14,790/o, H 1,850/0 S 19,770/o; gefunden ... C 14,88 O/o, H 2,00 O/o, S 19,53 0/o.
  • Beispiel 9 Durch Einleiten von 16 Gewichtsteilen Schwefeldioxyd in eine Mischung, bestehend aus 25,3 Gewichtsteilen Triäthylamin, 100 Raumteilen Äthanol und 10 Raumteilen Wasser, gewinnt man -eine wäßrigalkoholische Lösung von Triäthylammoniumhydrogensulfit mit einem p-Wert von 4 bis 5. In diese Lösung leitet man unter energischem Rühren ein Gasgemisch aus 70°/0 Acetylen und 30°/0 Luft so schnell ein, daß das Acetylen möglichst vollständig absorbiert wird.
  • Die Temperatur wird auf etwa 20"C geregelt. Der pH-Wert des Reaktionsgemisches wird durch öftere Zugabe geringer Mengen an Triäthylamin stets auf einen Wert von 4 bis 5 geregelt. Von dem Acetylen-Luft-Gemisch leitet man so viel ein, bis das saure Sulfit nahezu vollständig verschwunden ist.
  • Nach Beendigung der Reaktion säuert man mit verdünnter Schwefelsäure an und vertreibt den Alkohol und geringe Mengen Schwefeldioxyd durch Destillation unter vermindertem Druck. Hierauf macht man die Lösung durch Zugabe von 5 n-Kalilauge alkalisch, so daß das Träthylamin völlig in Freiheit gesetzt wird; durch erneute Destillation unter vermindertem Druck wird die Base abgetrieben und die Lösung so lange weiterkonzentriert, bis sich der größte Teil des entstandenen Kaliumsulfats abgeschieden hat. Die erhaltene Suspension wird mit verdünnter Schwefelsäure genau neutralisiert und die Abscheidung des Kaliumsulfats durch Zugabe von Alkohol vervollständigt.
  • Nach dem Absaugen des entstandenen Niederschlages erhält man ein wasserhelles Filtrat, in welchem das Kaliumsalz der Äthen-l-sulfonsäure-2-sulfinsäure enthalten ist; durch möglichst vollständige Entwässerung unter vermindertem Druck kann das Salz in Form eines nichtkristallisierenden Sirups erhalten werden.
  • Zwecks Überführung des Sulfo-sulfinats in das Kaliumsalz der Äthen-1,2-disulfonsäure löst man den erhaltenen Sirup in Wasser zu einer etwa 100/0eigen Lösung, die nach der im Beispiel 2 angegebenen Arbeitsweise mit Wasserstoffsuperoxyd oxydiert wird.
  • Durch starkes Einengen der Lösung unter vermindertem Druck erhält man das ungesättigte Disulfat in kristalliner Form mit guten Ausbeuten. Aus Wasser läßt sich das Salz umkristallisieren und in Form derber Quader erhalten.
  • Beispiel 10 Man löst 25,3 Gewichtsteile Triäthylamin in einer Mischung von 100 Raumteilen Alkohol und 10 Raumteilen Wasser und wandelt es durch Einleiten von 16 Gewichtsteilen Schwefeldioxyd unter äußerer Kühlung in Triäthylammoniumhydrogensulfit um. In diese Lösung leitet man unter starkem Rühren bei 20 bis 30"C Äthylen und gleichzeitig Luft im Verhältnis von etwa 10:1 so schnell ein, daß das Äthylen praktisch vollständig umgesetzt wird. Nachdem das saure Sulfit im wesentlichen umgesetzt ist, arbeitet man die erhaltene Lösung des Äthan-sulfo-sulfinats in folgender Weise auf: Man säuert zunächst mit verdünnter Schwefelsäure so stark an, daß die gesamte noch vorhandene schweflige Säure (vorliegend als unumge- setztes saures Sulfit) in Freiheit gesetzt wird, und treibt diese sodann zusammen mit dem Alkohol unter vermindertem Druck ab. Der zurückbleibende Sirup, bestehend im wesentlichen aus dem Triäthylammoniumsalz der Äthan-sulfo-sulfinsäure, wird mit Wasser verdünnt und mit so viel 2 n-Kalilauge versetzt, daß das gesamte Triäthylamin in Freiheit gesetzt wird und sodann mit Wasserdampf abdestilliert werden kann.
  • Nachdem dies geschehen ist, neutralisiert man die zurückbleibende, noch schwach alkalische Lösung genau mit verdünnter Schwefelsäure und engt sie unter vermindertem Druck bis zur möglichst völligen Abscheidung des darin enthaltenen Kaliumsulfats ein.
  • Nach Versetzen mit etwas Alkohol kann die Kristallisation vervollständigt werden. Man filtriert, wäscht mit 600/0im wäßrigem Alkohol nach und engt das Filtrat unter vermindertem Druck ein, wobei das in guter Ausbeute entstandene Kaliumsalz der Äthanl-sulfonsäure-2-sulfinsäure als dickflüssiger wasserheller Sirup verbleibt.
  • Dieses Sulfo-sulfinat läßt sich, wie im Beispiel 2 beschrieben, durch Oxydation mit 300/igem Wasserstoffsuperoxyd in neutraler wäßriger Lösung mit nahezu quantitativer Ausbeute in das Kaliumsalz der bekannten Äthan-1,2-disulfonsäure überführen.
  • Beispiel 11 Ersetzt man das im Beispiel 9 zur Anwendung kommende Äthylen durch Propylen, während man im übrigen Triäthylammoniumhydrogensulfit, Alkohol und Wasser in den gleichen dort angegebenen Mengenverhältnissen anwendet, so erhält man in ebenfalls guten Ausbeuten auf dem Wege über das Triäthylammoniumsalz das Dikaliumsalz der Propan-sullonsäure-sulünsäure der wahrscheinlichen Formel CH3CH(SO2K)CH2(SO3K) Durch Oxydation in neutraler wäßriger Lösung mit 300/,dem Wasserstoffsuperoxyd nach der im Beispiel 2 angegebenen Arbeitsweise erhält man daraus in nahezu quantitativen Ausbeuten das Dikaliumsalz der bekannten Propan-1,2disulfonsäure.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von Salzen von in Nachbarstellung durch zwei Sauerstoffsäuregruppen des Schwefels substituierten organischen Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens 2 Mol eines in Wasser löslichen anorganischen oder organischen sauren Sulfits mit ungesättigten organischen Verbindungen mit einer nicht aktivierten olefinischen Doppelbindung oder einer nicht aktivierten acetylenischen Dreifachbindung unter oxydierenden Bedingungen, vorzugsweise unter Verwendung atmosphärischer Luft als Oxydationsmittel, gegebenenfalls in Gegenwart von Katalysatoren, umsetzt und gegebenenfalls eine Nachoxydation vornimmt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ungesättigte organische Verbindungen mit einer nicht aktivierten olefinischen Doppelbindung oder einer nicht aktivierten acetylenischen Dreifachbindung mit mindestens 2 Mol eines in Wasser löslichen anorganischen oder organischen sauren Sulfits unter oxydierenden Bedingungen, vorzugsweise unter Verwendung atmosphärischer Luft als Oxydationsmittel, gege benenfalls in Gegenwart von Katalysatoren, zu Salzen organischer Sulfo-sulfinsäuren umsetzt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ungesättigte organische Verbindungen mit einer nicht aktivierten olefinischen Doppelbindung oder einer nicht aktivierten acetylenischen Dreifachbindung mit mindestens 2 Mol eines in Wasser löslichen anorganischen oder organischen sauren Sulfits unter oxydierenden Bedingungen, vorzugsweise unter Verwendung atmosphärischer Luft als Oxydationsmittel, gegebenenfalls in Gegenwart von Katalysatoren unter nachträglicher Oxydation, vorzugsweise mitWasserstoffsuperoxyd, zu Salzen organischer Disulfonsäuren umsetzt.
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