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Selbsttätige Rückübertragungseinrichtung Die Erfindung betrifft eine
Vierspezies-Rechenmaschine mit Druckwerk, Zehnertastatur, mehreren Zählwerken, Wiederholwerk,
verschiebbarem Einstellwerk und gemeinsamen übertragungsgsgliedem zwischen Einstellwerk,
Niederholwerk, Druckwerk und Zählwerken sowie mit einer Einrichtung zur Rückübertragung
von Werten aus dem Wiederholwerk und den Zählwerken in das Einstellwerk.
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Bei den bekannten Maschinen dieser Art, welche teilweise auch den
Rückübertragungsvorgang automatisch ausführen, müssen bei der Rückübertragung von
Werten von einem Zähl- bzw. Wiederholwerk in das Einstellwerk die erforderlichen
Verschiebungen dieser Werke gegeneinander von Hand vorgenommen werden, wobei auch
eventuell im Einstellwerk noch vorhandene Werte zu löschen sind.
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Die Erfindung bezweckt, den Rechner von diesen Arbeiten zu entlasten.
Hierdurch wird auch der Rechnungsvorgang beschleunigt und außerdem eine Fehlerquelle
ausgeschaltet. Ferner wird es hierdurch auch möglich, bei Mehrfachmultiplikationen
ein Zwischenprodukt automatisch rasch in das Einstellwerk zurückzuübertragen und
ohne weiteres die Multiplikation dieses Wertes mit dem nächsten Multiplikanden durchzuführen.
Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst dadurch, daß die bei der Rückübertragung erforderliche
Verschiebung des Einstellwerkes in die nächst höhere Dekadenstelle mittels eines
zweistufigen, über eine unwirksame in eine mit den Rechenzahnstangen wirksame Lage
führenden Schaltschrittes bewirkt wird, wobei Steuerglieder in der unwirksamen Lage
einen eventuell im Einstellwerk enthaltenen Wert löschen.
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Der Erfindungsgegenstand wird an Hand der Zeichnung erläutert. Es
zeigt Fig.l einen teilweisen Längsschnitt durch die Rechenmaschine, Fig. 2 einen
teilweisen Grundriß derselben, Fig, 3 Elemente der Rückübertragungseinrichtung im
Aufriß, Fig.4 das Schaltschloß für die Verschiebung des Einstellwerkes in perspektivischer
Ansicht, Fig. 5 ein Zahlenbeispiel mit Schaltschritt in die nächst höhere Dekade.
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Das Einstellwerk, das in an sich bekannter Weise durch Tasten betätigt
wird, weist einen U-förmigen Bügel 29 (Fig. 1, 2) auf, der verschiebbar auf
einer im Querschnitt rechteckigen Schwenkschiene 30 geführt ist. Diese letztere
ist mit an ihren Enden vorgesehenen Zapfen 31 (Fig. 1) in der Wand 5 bzw. in einem
an der Wand 4 befestigten Winkel 32 schwenkbar gelagert. Eine Verschwenkung der
Schiene 30 um die Zapfen 31 hat demgemäß auch eine entsprechende Verschwenkung des
Bügels 29 und der von letzterem gehaltenen Teile zur Folge. Diese Verschwenkung
erfolgt durch einen auf der Schwenkschiene sitzenden Arm 33, der über eine Verbindungsstange
34 mit dem Hebel 35 in Verbindung steht, der auf einer Achse 36 lose drehbar
gelagert ist. Der Hebel 35
weist zwei parallel zueinander nach oben gerichtete
Arme 35' auf, die je eine Klinke 37 bzw. 38 tragen. Diese Klinken sitzen schwenkbar
in den Armen 35'. Eine Feder 39 ist bestrebt, sie im Gegenuhrzeigerdrehsinne zu
verdrehen. Eine Feder 40 ist einerseits am maschinenfesten Steg
10 und andererseits an einem der Arme 35' befestigt und sucht den Hebel 35
im Gegenuhrzeigerdrehsinn um die Achse 36 zu verschwenken. Dadurch kommen die oberen
Enden der Arme 35' zur Anlage an den Quersteg 10.
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Auf der Achse 36 sind Rollenhebel 41 und 42 lose drehbar gelagert.
Dieselben tragen an ihren unteren Enden Rollen 43, 44, welche an Kurvenscheiben
13, 14 anliegen. An ihren oberen Enden sind die Hebel 41, 42 mit seitlich abgebogenen
Lappen 41' und 42' versehen, welche den unteren, hakenartig ausgebildeten Enden
der Klinken 37 und 38 gegenüberliegen. Von noch zu beschreibenden Schiebern können
die Klinken 37, 38 einzeln oder gemeinsam nach links verschwenkt und mit den Lappen
41' und 42' in Eingriff gebracht werden. Erfolgt eine Verschwenkung der Rollenhebel
41, 42 durch die Kurvenscheiben 13, 14, so wird auch eine Verschwenkung der Arme
35' und des Hebels 35 im Uhrzeigersinn entgegen der Wirkung der Feder
40 bewirkt. Dadurch wird über die Verbindungsstange 34 und Arm 33 die Schwenkschiene
30
mit dem Bügel 29 und den von letzterem gehaltenen Teilen im Uhrzeigersinn verschwenkt.
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Der Einstellbügel 29 trägt auf einer Achse 45 und einer Welle 46 das
-Einstellwerk, zwei zehnzähnige Radsätze 47 und 48, die _mit den Rechenzahnstangen
26 zusammenwirken.
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Die Welle 46 ist dabei als Nullstellwelle ausgebildet und dient als
Antriebsmittel für das Nullstellen. Durch ein Kupplungsstück 55 wird die einseitig
wirkende Stirnverzahnung 55' federnd gegen das mit einer zusätzlichen Stirnverzahnung
versehene Zahnrad 54 gedrückt. Letzteres steht über die Umfangsverzahnung mit der
Zahnstange 24 im Eingriff. Bewegt sich diese von vorn nach hinten, so wird die Welle
46 verdreht. Bei der entgegengesetzt gerichteten Bewegung wird sie dagegen nicht
mitgenommen, da die Stirnverzahnung des Zahnrades 54 über diejenige des axial federnden
Ritzels 55' hinweggleitet.
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Die Rechenzahnstangen 26 (Fig. 1), die auf ihrer oberen und unteren
Längsseite mit einer Verzahnung versehen sind, sind vorn und hinten mit Längsschlitzen
27 versehen, mit welchen sie einerseits auf der Sammelstange 23 und anderseits auf
der Lagerstange 25 verschiebbar geführt sind. Zur seitlichen Führung der Zahnstangen
26 sind zwei in der Zeichnung nicht gezeigte Schlitzkämme vorgesehen. In der Ruhestellung
hält die Sammelstange 23 die Rechenzahnstangen 26 in Anlage an eine Anschlagschiene
28.
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Mit den Klinken 37 und 38 wirken zwei Schieber 49 und 51 (Fig.1, 2)
zusammen. Der Schieber 49 wird von einer Feder 50 nach links (Fig. 1) gezogen und
drückt dadurch die Klinke 37 dauernd gegen den Lappen 41', wobei die Spannung der
Feder 39 durch diejenige der Feder 50 überwunden wird.
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Der zweite Schieber 51 wird von einer Feder 52 nach rechts (Fig. 1)
gezogen und liegt der Klinke 38 gegenüber, ohne in der Ruhelage auf dieselbe einzuwirken.
Im Gegensatz zur Klinke 37 steht also die Klinke 38 in der Ruhelage mit ihrem zugeordneten
Lappen 42' nicht im Eingriff. Der Schieber 51 kann von der nicht dargestellten Multiplikationstaste
aus durch nicht gezeigte Mittel nach links verschoben werden.
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Das Einstellwerk 47, 48 ist auf der Schwenkschiene 30 seitlich verschiebbar.
Die seitliche Verschiebung erfolgt durch eine Feder 57 (Fig. 4), die einerseits
am Maschinengestell und anderseits an einer in ihrer Längsrichtung verschiebbaren
Stange 58 angreift. Mit dieser ist eine Schlachtschloßzahnstange 59 fest verbunden,
die in bekannter Weise mit Schaltschloßhebeln 60, 61 und 62 zusammenwirkt und den
Dekadensprung des Einstellwerkes bei der Einstellung durch die Zahlentasten sowie
bei Multiplikation und Division regelt. Ein Verbindungswinkel 63 stellt die Verbindung
zwischen der Stange 58 und dem Büge129 her.
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Die Rückübertragungstaste 64 (Fig. 1 und 3) wirkt mit einem fest an
ihr vorgesehenen Bolzen 65 auf einen Schieber 66 ein und verschiebt denselben beim
Niederdrücken der Taste nach links, wobei eine Nase 66' den Schieber 51 beeinfiußt,
denselben nach links (Fig. 1) verschiebt und dadurch die Klinke 38 mit dem Lappen
42' in Eingriff bringt.
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Am Schieber 66 (Fig. 3) ist eine Klinke 67 angelenkt, welche unter
der Einwirkung einer Feder 68 steht, die bestrebt ist, sie um einen Lagerbolzen
68' im Uhrzeigersinn zu verdrehen. Das vordere Ende der Klinke 67 stützt sich auf
ein Führungsblech 69 (Fig. 1 und 3) ab. Diese Klinke verdreht bei einer Verschiebung
des Schiebers 66 nach links (Fig. 3) den Schaltschloßhebe160 im Uhrzeigersinn und
bringt ihn dadurch außer Eingriff mit der Verzahnung der Schaltschloßzahnstange
59 (Fig. 4). Gleichzeitig wird über Hebel 61 der Schaltschloßhebe162 in die
Verzahnung eingelegt, so daß in bekannter Weise die Schaltschloßzahnstange 58 um
eine halbe Zahnteilung nach links springen kann. Die Bewegung erfolgt deshalb um
eine halbe Teilung, weil der Hebel 61 um eine halbe Zahnteilung versetzt
angeordnet ist. Es ist durch dieses Mittel möglich, das Einstellwerk -um eine halbe
Teilung zu verschieben, so daß die Zahnräder 48 während der ersten 180°-Drehung
der Hauptantriebswelle 1 zwischen den Zahnstangen 26 zu liegen kommen.
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Mit dem vorderen Ende der Klinke 67 (Fig. 3) wirkt auch ein schwenkbar
auf der Achse 36 gelagerter Hebel 71 zusammen, der durch einen auf der Kurvenscheibe
14 angebrachten Bolzen 70 verstellbar ist. Trifft der Bolzen 70 auf das untere Ende
des abgewinkelten Hebels 71, so drückt ein in denselben eingenieteter Stift 72 (Fig.
3 und 4) die Klinke 67 nach unten. Dadurch wird der Schaltschloßhebel 60 freigegeben.
Eine Feder 73 (Fig. 4) kann daher bei durch die Taste 64 vorgeschobenem Schieber
66 den Hebel 62 wieder außer Eingriff mit der Schaltschloßzahnstange 59 bringen.
Dadurch wird das Einstellwerk nochmals um eine halbe Dekadenstelle nach links verschoben
und liegt nun wieder über den Zahnstangen 26.
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Mit dem hinteren Ende des Schiebers 66 wirkt eine durch nicht dargestellte
Mittel von der Hauptantriebswelle 1 betätigte Klappe 79 (Fig. 3) zusammen. Der Schieber
66 weist hierzu eine Nase 66" auf, mit welcher der durch die Taste 64 verschobene
Schieber 66 in der verschobenen Stellung festgehalten wird, solange der Umlauf der
Welle 1 stattfindet. Hierdurch ist die Rückübertragung nicht von der Dauer des Fingerdruckes
auf die Taste 64 abhängig.
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In der Zeichnung bezeichnen 74 und 75 an sich bekannte Zählwerke,
77 ein ebenfalls bekanntes, auf eine Walze 78 . wirkendes Druckwerk und 76 ein Wiederholwerk.
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Die Rückübertragung von Werten aus Zählwerken und Wiederholwerke in
das Einstellwerk erfolgt in folgender Weise: Im Zählwerk 74 (Fig. 1) sei Zahlenwert
vorhanden, der in die Räder 47, 48 des Einstellwerkes übernommen werden soll. Dazu
wird durch Betätigung der nicht gezeichneten Löschtaste das Zählwerk 74 gelöscht.
Gleichzeitig wird mit dem Niederdrücken dieser Taste die Rückübertragungstaste 64
niedergedrückt. Dies bewirkt das Auslösen der Kupplung 2 (Fig. 2), wodurch die Hauptantriebswelle
1 zu einer Umdrehung veranlaßt wird. Dabei wird während der ersten 180° der Drehung
von 1 das Zählwerk 74 mit der unteren Verzahnung der Rechenzahnstangen 26 gekuppelt
und auf Null gestellt. Hierdurch werden die Rechenzahnstangen entsprechend diesem
Zahlenwert nach links (Fig. 1) verschoben; das Druckwerk 77 bringt den Wert zum
Abdruck.
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Die Rückübertragungstaste 64 hat mittels des Stiftes 65 den Schieber
66 nach links (Fig. 1, 3) verschoben und dabei auch den Schieber 51 nach
links bewegt. Der Hebel 60 wird im Uhrzeigersinn (Fig. 1, 3) verdreht. Die Schaltschloßzahnstange
59
(Fig. 4) wird freigegeben, so daß sie dem Zug der Feder 57 folgen
kann. Gleichzeitig ist aber, betätigt vom Hebel 61, der Schaltschloßhebel61
in Eingriff mit der Schaltschloßzahnstange 59 gebracht worden, wodurch diese
in ihrer Bewegung nach links begrenzt wird, so daß sie nur einen halben Schritt
ausführt. Dadurch stehen die Räder 48 (Fig. 2) nunmehr seitlich von den Rechenzahnstangen
26. Das Einstellwerk 47, 48 ist aber durch Klinke 37, Hebel 41 und Kurvenscheibe
13 (Fig. 1) eingelegt worden. Von der Zahnstange 24 (Fig. 2) wird über das Zahnrad
54 die Nullstellwelle 46 verdreht, so daß die Einstellwerkräder
47, 48, insofern darin ein Wert eingestellt war, auf Null gestellt werden,
ohne daß die Rechenzahnstangen 26 verschoben werden.
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Während des Druckvorganges trifft der Bolzen 70
(Fig. 3) auf
den Hebel 71, und der Stift 72 drückt die Klinke 67 entgegen der Wirkung der Feder
68 nach unten, so daß der Hebel 60 (Fig. 4) freigegeben wird. Er kehrt infolge
der Feder 73 in seine Ausgangslage zurückkehrt, wobei der Schaltschloßhebel
62 aus der Zahnstange 59 austritt, während der Schaltschloßhebel60
sich vor den nächsten Zahn legt. Dadurch ist, vom Bewegungsanfang betrachtet, das
Einstellwerk um eine volle Dekade nach links gesprungen. Jetzt stehen die Räder
48 über der oberen Verzahnung der entsprechenden Rechenzahnstangen
26. Da der Schieber 51 die Klinke 38 in Eingriff mit dem Lappen
42' gebracht hat, wird nunmehr von der Kurvenscheibe 14 aus über Rolle
44 und Hebel 42
das Einstellwerk eingelegt, also 48 mit
26 in Eingriff gebracht, so daß die von der zurückgehenden Sammelstange 23
in ihre Ausgangslage zurückgeführten Rechenzahnstangen 26 die Einstellräder
47, 48 entsprechend drehen. Kurz vor Ende der Drehung der Hauptantriebswelle
1 kuppelt die Kurvenscheibe 14
das Einstellwerk 47, 48 aus den
Rechenzahnstangen aus. Somit ist ein ursprünglich im Zählwerk 74 befindlich
gewesener Wert vom Einstellwerk 47, 48
übernommen worden. Es hat dabei vor
der übernahme einen Schaltschritt in die nächsthöhere Dekade ausgeführt. Dies ist
nötig, um Mehrfachmultiplikationen, beispielsweise a - b - c auszuführen,
ohne die Stellung des Einstellwerkes beachten zu müssen.
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An dem in Fig. 5 dargestellten Beispiel 12 - 85 = 1020 werden die
verschiedenen Stellungen des Einstellwerkes erläutert, in welchem der Faktor 85
eingestellt wird. Das Einstellwerk 48 ist beispielsweise mit acht Stellen dargestellt.
Die senkrechte Linie A gibt das rechte Ende des Einstellwerkes 48 an. Das
Resultat 1020 ist in Zeile 4 dargestellt, während das Einstellwerk
48 nach der Multiplikation die Stellung entsprechend Zeile 5 hat und noch
den Faktor 85 aufweist. Durch den Rückübertragungsvorgang soll der Faktor 85 automatisch
aus dem Einstellwerk 48 gelöscht werden. Anschließend soll das Produkt 1020 aufgenommen
werden. Da durch eine Zehnerübertragung die » 1 « in einer höheren Dekade steht,
muß das Einstellwerk zur Übernahme des Produktwertes einen Dekadensprung nach links
ausführen. Zunächst macht es einen Halbsprung (Zeile 6) und wird, ohne die Rechenzahnstangen
zu beeinflussen, auf »Null« gestellt (Zeile 7). Darauf folgt nochmals ein Halbsprung
(Zeile 8) und anschließend die Übernahme des Produktes 1020 aus dem Resultatzählwerk
74.