-
Lichtdurchlässiger, im übrigen diffus reflektierender Schirm für fotografische
Geräte Die Erfindung betrifft einen lichtdurchlässigen, im übrigen diffus reflektierenden
Schirm für fotografische Geräte, bei denen das vom Einstellschirm reflektierte und
hindurchgelassene Licht zur Bildbetrachtung und Lichtmessung ausgenutzt wird, wobei
dieser Einstellschirm insbesondere als Papierauflagefläche für optische Kopiergeräte
mit einer die Belichtung selbsttätig regelnden Vorrichtung dienen kann, deren fotoelektrische
Zelle von dem durch das Kopierpapier hindurchgehenden Licht beeinflußt wird.
-
Außer der Eigenschaft der Lichtdurchlässigkeit muß der Einstellschirm
eines derartigen Kopiergerätes ein nicht unbeträchtliches Reflexionsvermögen aufweisen,
da das zu kopierende Bild vor Beginn des Kopiervorganges auf dem Einstellschirm
betrachtet und hinsichtlich des Bildinhaltes, des Bildkontrastes und - falls das
verwendete optische Kopiergerät nicht über eine Vorrichtung zur automatischen Scharfeinstellung
oder über einen. besonderen Schärfenindikator verfügt - auch hinsichtlich der Bildschärfe
geprüft werden muß. Im Interesse einer einwandfreien Bildbetrachtung soll die Reflexion
der abbildenden Lichtstrahlen am Einstellschirm möglichst diffus erfolgen.
-
Bei optischen Kopiergeräten wurden als Einstellschirme bereits Trübglasscheiben,
beispielsweise Opalglasscheiben, verwendet. Diese sind jedoch mit dem Nachteil verbunden,
daß sie verhältnismäßig dick sein müssen, damit das auf sie projizierte Bild bei
Aufsichtbetrachtung genügend hell erscheint. Aus diesem Grund ist jedoch in der-Trübglasscheibe
die Einstellebene für das projizierte Bild nicht genau definiert; so daß eine sichere
Beurteilung des. Kontrastes und der Schärfe des auf den Schirm projizierten Bildes
bei der Bildbetrachtung von der Lichteinfallseite her nicht möglich ist: Zur Überwindung
dieser Nachteile wurde daher schon vorgeschlagen, für den Einstellschirm ein: feines
Raster mit hoher Albedo zu verwenden, beispielsweise ein weißes Blatt Papier, das
zwischen zwei transparenten Scheiben angeordnet ist.
-
Die Erfindung .hat einen Einstellschirm der eingangs genannten Art
zum Gegenstand, der aus einer lichtstreuenden Schicht (Mattscheibenschicht) und
einer teilweise lichtdurchlässigen, reflektierenden Schicht aufgebaut ist.
-
Es sind zwar bereits Projektionsschirme, insbesondere zur Kinoprojektion,
bekanntgeworden, die aus einer Mattscheibe mit Spiegelbelag bestehen. Diese Schirme
sind jedoch lichtundurchlässig und können zur Lösung der der Erfindung zugrunde
liegenden Aufgabe nicht benutzt werden. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist die lichtstreuende Schicht als leicht angerauhte Fläche einer
Platte ausgebildet, wobei die reflektierende Schicht auf der angerauhten Fläche
dieser Platte angeordnet sein kann. Hierbei kann die reflektierende Schicht annähernd
die gleiche Oberflächenstruktur aufweisen wie die angerauhte Platte. Die reflektierende
Schicht kann sowohl auf der Lichteinfallsseite der Platte als auch im Lichtweg hinter
der lichtstreuenden Schicht angeordnet sein., beispielsweise auf einer im Lichtweg
hinter der lichtstreuenden Schicht angeordneten zusätzlichen Platte. Die reflektierende
Schicht besteht vorzugsweise aus einem teilweise lichtdurchlässigen metallischen
Belag oder aus. an sich bekannten, übereinander angeordneten und abwechselnd hoch-
und niedrigbrechenden Belägen.
-
Der erfindungsgemäße Einstellschirm weist den Vorteil auf, daß er
trotz seiner Lichtdurchlässigkeit im Vergleich zu- den bekannten Schirmen eine noch
bessere Brillanz des auf den Einstellschirm projizierten Bildes ergibt. Dies ist
darauf zurückzuführen, daß als lichtstreuende Elemente Mattscheiben, die für sich
allein für dieAufsicht-Bildbetrachtung nicht verwendbar sind, oder aus lichtstreuenden
Stoffen bestehende Streuschichten von außergewöhnlich geringerSchichtdicke Anwendung
finden können. Darüber hinaus sind insbesondere die Einstellschirme mit hoch- und
niedrigbrechenden Belägen als reflektierender Schicht mit dem erheblichen Vorteil
verbunden, daß sie praktisch absorptionsfrei sind, so daß sowohl der vom
Schirm
hindurchgelassene als auch der reflektierte Anteil des auf den Schirm auftreffenden
Lichtes größer ist als bei den bisher verwendeten Schirmen. Dadurch wird eine Vergrößerung
der Helligkeit des auf den Einstellschirm projizierten und in der Aufsicht betrachteten
Bildes erzielt.
-
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsformen des vorgeschlagenen Einstellschirmes
sowie ein Anwendungsbeispiel für einen derartigen Schirm dargestellt, und zwar zeigt
Fig.1 eine schematische Darstellung des Vergrößerungsrahmens eines Vergrößerungsgerätes
mit automatischer Belichtungsregelvorrichtung im Längsschnitt, Fig.2 einen Schnitt
durch den beim Gegenstand der Fig.1 verwendeten Einstellschirm in schematischer
und stark vergrößerter Darstellung, Fig.3 eine weitere Ausführungsart eines Einstellschirmes,
ebenfalls im Schnitt.
-
In Fig.1 der Zeichnung stellt 1 die Grundplatte des Vergrößerungsgerätes
dar, auf der die Tragsäule 2 für den nicht dargestellten Vergrößerungskopf des Gerätes
und der Vergrößerungsrahmen 3 angeordnet sind. Der Vergrößerungsrahmen 3 enthält
die Fotozelle4 einer an sich bekannten und daher nicht dargestellten Vorrichtung
zur automatischen Belichtungsregelung. In die obere Wandung des gehäuseartigen Vergrößerungsrahmens
3 ist Tier Einstellschirm eingelassen, von dem in Fig. 1 nur die Glasplatte 5 dargestellt
ist. Der Einstellschirm dient gleichzeitig als Auflage für das nicht dargestellte
Kopierpapier. Unter- dem Einstellschirm ist ein mattierter Reflektor 6 angeordnet,
welcher die durch das Kopierpapier und den Einstellschirm hindurchdringenden Kopierlichtstrahlen
zur Fotozelle 4 umlenkt. Zum Ausgleich der Unterschiede im Abstand zwischen den
einzelnen Bereichen des Schirmes und der Fotozelle 4 ist unter dem Schirm eine Filterplatte
7 angeordnet, deren Lichtdurchlässigkeit mit abnehmendem Abstand von der Fotozelle
4 abnimmt.
-
Wie aus Fig.2 ersichtlich ist, ist die Glasplatte$ des Einstellschirmes
an ihrer Oberfläche 8 leicht angeraubt, wobei die Oberflächenstruktur aus Gründen
der übersichtlichkeit stärk vergrößert dargestellt ist. Zum Beispiel kann als Platte
5 eine Mattscheibe mit feiner Mattierung Verwendung finden. Auf die mattierte Oberfläche
8 ist die reflektierende, vorzugsweise metallische oder aus hoch- und niedrigbrechenden
Belägen bestehende Schicht 9 aufgedampft, die in Fig. 2 - ebenfalls aus Gründen
der übersichtlichkeit - in geringem Abstand von der Oberfläche 8 dargestellt ist.
-
Soll von einem Negativ eine Vergrößerung angefertigt werden, so wird
zunächst Aussuchlicht eingeschaltet und das auf die Schicht 9 projizierte Bild des
Negativs betrachtet. Da die reflektierende Schicht 9 annähernd parallel zu den jeweiligen
mikroskopisch kleinen Oberflächenelementen der Fläche 8 orientiert ist, und da diese
unregelmäßig verteilten Oberflächenelemente ganz verschiedene Winkel mit der Lichteinfallsrichtung
einschließen, erfolgt die Reflexion des Lichtes an der Schicht 9 stark diffus, so
daß eine einwandfreie Bildbetrachtung möglich ist.
-
Nach Scharfeinstellung des Bildes, Festlegung des Bildausschnittes
und Auswahl der Kopierpapiersorte entsprechend den Dichteabstufungen im Negativ
wird nach Abschalten des Aussuchlichtes das Kopierpapier auf den Einstellschirm
aufgelegt und die nicht dargestellte Kopierlichtquelle eingeschaltet, die durch
die Belichtungsregelvorrichtung selbsttätig abgeschaltet wird, sobald eine vorbestimmte
Kopierlichtmenge auf das Kopierpapier aufgetroffen ist.
-
In. Fig.3 ist eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Einstellschirmes dargestellt. Dieser weist eine Mattscheibe 5a auf, die mit
ihrer feinmattierten Fläche 8a auf eine im Lichtweg hinter der Mattscheibe
5a angeordneten transparente Platte 10
aufgelegt ist. Die obere Fläche
11 der Platte 10 ist mit der teilweise lichtdurchlässigen und teilweise reflektierenden
Schicht 9 a versehen, die beispielsweise als Metallspiegel ausgebildet ist oder
wiederum aus abwechselnd hoch und niedrigbrechenden Schichten besteht. Der Übersichtlichkeit
halber sind auch in Fig. 3 die Mattscheibe S a, die Schicht 9 a und die Platte
10 anstatt in gegenseitiger Berührung in geringem Abstand voneinander dargestellt.
-
Bei Einfall der Lichtstrahlen der Kopierlichtquelle auf den Einstellschirm.
dringen diese zunächst in die Glasplatte 5 a ein und werden von der mattierten Fläche
8 a zum großen Teil hindurchgelassen, jedoch gestreut. Der an der Schicht 9a reflektierte
Anteil der Lichtstrahlen tritt nach nochmaligem Durchdringen der Mattscheibe 5a,
wobei eine nochmalige Streuung stattfindet, an der oberen Fläche des Einstellschirmes
wieder aus und ermöglicht auf diese Weise die Betrachtung des auf die mattierte
Fläche 8a projizierten Bildes von der Lichteinfallsseite her.
-
Bei der Anordnung des lichtstreuenden Elements nach Fig.3 kann als
solches anstatt der Mattscheibe 5ä auch eine Streuschicht verwendet werden,
die aus einem Stoff mit lichtstreuender Substanz besteht. Insbesondere kann das
lichtstreuende Element als eine Wachsschicht oder als eine Schicht mit leichter,
auf fotografischem Wege erzeugter Schwärzung ausgebildet sein.
-
Die Streuschicht kann: auch auf die reflektierende Schicht 9 a der
Platte 10 aufgetragen sein.
-
Der Einstellschirm .gemäß der Erfindung kann anstatt beim Gegenstand
der Fig.1 auch bei anderen optischen Geräten Verwendung finden, beispielsweise bei
Vergrößerungsgeräten mit einfachem Belichtungsmesser, dessen Fotozelle unter dem
Einstellschirm anzeordnet ist.