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DE1115174B - Schlickergiessverfahren zur Herstellung keramischer Waren - Google Patents

Schlickergiessverfahren zur Herstellung keramischer Waren

Info

Publication number
DE1115174B
DE1115174B DES46617A DES0046617A DE1115174B DE 1115174 B DE1115174 B DE 1115174B DE S46617 A DES46617 A DE S46617A DE S0046617 A DES0046617 A DE S0046617A DE 1115174 B DE1115174 B DE 1115174B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
pressure
slip
mold
water
line
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DES46617A
Other languages
English (en)
Inventor
David E Tomkins
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Shenango China Inc
Original Assignee
Shenango China Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from US477634A external-priority patent/US2964822A/en
Application filed by Shenango China Inc filed Critical Shenango China Inc
Publication of DE1115174B publication Critical patent/DE1115174B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B28WORKING CEMENT, CLAY, OR STONE
    • B28BSHAPING CLAY OR OTHER CERAMIC COMPOSITIONS; SHAPING SLAG; SHAPING MIXTURES CONTAINING CEMENTITIOUS MATERIAL, e.g. PLASTER
    • B28B1/00Producing shaped prefabricated articles from the material
    • B28B1/26Producing shaped prefabricated articles from the material by slip-casting, i.e. by casting a suspension or dispersion of the material in a liquid-absorbent or porous mould, the liquid being allowed to soak into or pass through the walls of the mould; Moulds therefor ; specially for manufacturing articles starting from a ceramic slip; Moulds therefor
    • B28B1/265Producing shaped prefabricated articles from the material by slip-casting, i.e. by casting a suspension or dispersion of the material in a liquid-absorbent or porous mould, the liquid being allowed to soak into or pass through the walls of the mould; Moulds therefor ; specially for manufacturing articles starting from a ceramic slip; Moulds therefor pressure being applied on the slip in the filled mould or on the moulded article in the mould, e.g. pneumatically, by compressing slip in a closed mould

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Moulds, Cores, Or Mandrels (AREA)

Description

  • Schlickergießverfahren zur Herstellung keramischer Waren Bei den bisherigen Schlickergießverfahren wird das Suspensionswasser aus dem in die Form eingeleiteten Schlicker durch die porösen Formwände abfiltriert. Dabei bildet sich eine keramische Schicht, aus der das Suspensionswässer entfernt worden ist, an den Innenwänden der Form, so daß das Suspensionswasser des jeweils neu hinzukommenden Schlikkers durch diese Schicht hindurchgeführt und durch sie hindurch angesaugt werden muß, um die übliche Entwässerung fortzusetzen. Die plastische Anhäufung der keramischen Teilchen baut sich innerhalb der Form rückwärts nach der Schlickereinführung hin auf, bis schließlich der Hohlraum der Form vollständig ausgefüllt worden ist. Dieser Vorgang erfordert einige Minuten beim Vergießen unter Druck (Druckguß) und erheblich mehr Zeit beim Sturzguß (Gießen im freien Fall). Die plastische Masse besitzt offensichtlich eine stetige Wasserphase, die jedes, Teilchen der Masse mit einem Wasserfilm umgibt und durch die hindurch stufenweise Suspensionswasser von neu zugeführtem Schlicker weiterhin fließen kann.
  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf keramische Schlicker verarbeitende Verfahren und beruht auf der Erkenntnis, daß die Bodenmechanik der Schlicker gestattet, die Oberflächenspannung oder die Grenzschichtenwirkungen des Porenwassers zu überwinden, so daß das die Schrumpfung der Frischware bewirkende sogenannte Schrumpfwasser zwischen den Ton- oder sonstigen kleinen Teilchen unmittelbar herausgepreßt werden kann innerhalb einer porösen Form, selbst wenn dabei als druckübertragendes Medium eine Flüssigkeit oder Suspension verwendet wird, die am einfachsten in Form von zusätzlichem Schlicker bestehen kann, die der Schlickermenge zugeleitet wird, die durch eine Speiseleitung in die Hohlräume der Mulde eingeleitet wurde. Dieser erfindungsgemäß mit etwa 43 bis 70 Atmosphären angewendete Druck auf den Schlicker innerhalb der porösen Form übersteigt wesentlich die bisher nach dem Stande der Technik (Montgomery, USA.-Patent 1864 365, verwendet 14 atm) bei Schlickerverfahren angewendeten Drücke. Obwohl für plastische Massen die Anwendung solcher hohen Drücke bekannt ist, lag die Anwendung auf flüssige Schlicker schon deshalb nicht nahe, weil das Herauslösen der fertig gepreßten Ware bei stärkerer Entwässerung (unter etwa 11% Wassergehalt) erhebliche Schwierigkeiten durch Ankleben des entwässerten Schlickere an den Formwandungen macht und das Herausdrücken durch Druckwasser oder Luft eine Rückführung von Wasser in die Frischware bewirkt. Überraschenderweise tritt dieser reversible Vorgang der Wasseraufnahme bei dem Verfahren der Erfindung nicht auf. Die Beseitigung des Schrumpfwassers, d. h. des bisher nur durch Trocknen entfernbaren Wassers, gemäß der Erfindung geschieht zusätzlich zu der Beseitigung des Suspensionswassers. Obgleich nach der Erfindung im wesentlichen Wasser das druckübertragende Mittel ist, werden; die Schlickerteilchen innerhalb des konstant gehaltenen Hohlraumes der Form sogleich zum Zusammenstoß gebracht infolge des hohen und verhältnismäßig zeitlich schnell aufgepreßtenDruckes. Bei der Druckentspannung nach erfolgter Formung des Gegenstandes und vor bzw. bei seiner Ablösung aus der Form durch das bekannte Zurückblasen tritt überraschenderweise keine wesentliche Umkehr im Entwässerungsvorgang ein, obwohl der entwässerte und geschrumpfte Gegenstand in unmittelbarer Berührung mit der Flüssigkeit steht, die den Druck überträgt. Die Entfernung des Schrumpfwassers als Folge der überwindung der Oberflächenspannung und der Grenzschichtenkräfte des Porenwassers zusätzlich zur Entfernung des Supensionswassers kann also als nicht umkehrbar oder genauer als nicht umkehrbar bei der praktischen. Durchführung der Erfindung angesehen werden. Diese erwähnte Nichtumkehrbarkeit umfaßt auch nach einer weiteren Erkenntnis der Erfindung die Möglichkeit, wesentlich die gesamte Oberfläche des im Großteil von Schrumpfwasser befreiten Gegenstandes wieder unmittelbar mit Wasser für die Zwecke des Ablösens aus der Form in Berührung zu bringen.
  • Es wurde des weiteren gefunden, daß die Entwässerung unter einem durch Flüssigkeit ausgeübten Druck bei erhöhten Drücken fortgesetzt werden kann trotz der ständig dichter werdenden Lagerung der Ton- oder tonähnlichen Teilchen. Es ist nicht sicher, ob das Herauspressen des Schrumpfwassers so lange hinausgeschoben wird, bis die Form fast ganz mit einer Masse gefüllt ist, aus der das Suspensionswasser bereits entfernt worden ist. Zu diesem Zeitpunkt tritt dieses Herausdrücken des Wassers mehr oder weniger gleichzeitig durch die ganze Masse ein. Es kann aber auch sein, daß sich die Entwässerung durch die Zwischenräume, die zwischen den dicht gelagerten Teilchen der äußeren dünnen Schichten verbleiben, fortsetzt, wenn alles oder nahezu alles Schrumpfwasser aus diesen Schichten entfernt ist. Wie dem auch sei, die in der Form verbleibende Masse bildet einen wesentlich vorgeschrumpften Gegenstand, der alle Nachteile der bisher bekannten charakteristischen Schrumpfung eines neugeformten frischen keramischen Gegenstandes vermeidet, wobei gleichzeitig eine enge Kontrolle in der Stärke erreicht wird. Die nach der Erfindung vorgeschrumpften Gegenstände enthalten sehr wenig - wenn überhaupt noch -Schrumpfwasser, weil das Verfahren der Erfindung das meiste des Wasserfilms, der jedes Teilchen umgibt, beseitigt, so daß das übrigbleibende Wasser die Hohlräume zwischen den sich berührenden Teilchen ausfüllt. So ist nicht nur die Schrumpfung beim Trocknen nunmehr beseitigt, sondern auch die Trocknungszeit wird im großen Umfang abgekürzt. Dementsprechend werden durch die Erfindung alle mit der Ungleichmäßigkeit der Herstellung oder dem Werfen, dem ungleichmäßigen Trocknen, dem ungleichmäßigen Schrumpfen dicker und dünner Querschnitte und unregelmäßigen Formen verbundenen Probleme beseitigt.
  • Bei der Herstellung von keramischer Ware in porösen Formen lassen Luftblasen ihre Spuren in Form von flachen Schalen oder Fehlern innerhalb der plastischen Masse zurück. Bei der vorliegenden Erfindung erfolgt die Entwässerung wesentlich gleichförmig über den Querschnitt verschiedener Dicke, weil während des Entwässerungsvorganges keine bedeutende Druckveränderung innerhalb dicker und dünner Teile des Querschnittes eintritt; desgleichen beseitigt die stetige Versorgung des. unter Druck hinzukommenden Schlickers alle Spuren von. Luftblasen im geformten Gegenstand. Es findet eine Entlüftung zusätzlich zur Entwässerung statt. Gegenüber den verschiedenen plastischen Verformungsverfahren nach dem Stand der Technik bringt das Verfahren der Erfindung in höherem Maße eine vorzugsweise Orientierung der Tonteilchen mit sich, was sich in größerer Festigkeit und Gleichmäßigkeit beim Brennschwund auswirkt. Auch im zeitlichen Ablauf unterscheidet sich das Verfahren der Erfindung von den bekannten Druckvorgängen bei plastischen Verfahren. So enthebt die Erfindung die Notwendigkeit des Knetens (Kollerns mit Wasser) bei der Herstellung der plastischen Masse. Die keramische Ware nach der Erfindung kann innerhalb weniger Sekunden nach dem Unterdrucksetzen des Schlickers geformt werden (M o n t g o m e r y braucht dazu einige Minuten).
  • Das Verfahren nach der Erfindung kann für die Erzeugung von solchen Gegenständen angewendet werden, die gewöhnlich durch Schütteln und in ungeteilter Form hergestellt werden. Es beseitigt die Notwendigkeit der Anwendung von Filterpressen, Kollergängen und ausgedehnten Tonbehandlungsausrüstungen sowie eine große Lagerhaltung in Formen beim Verformen solcher Gegenstände. Das Verfahren beseitigt ferner auch die Notwendgkeit, gelerntes Personal für das Ausschlagen und Schütteln der Formen anzustellen. Die Trockeneinrichtung kann ebenfalls vereinfacht werden. Kleine Produktionsauflagen verschiedener Größen und Gestalten können wirtschaftlich gestaltet werden. Die Rückführung von Abfall ist im wesentlichen beseitigt. Wenn in der vorliegenden Beschreibung und in den Ansprüchen das Wort »Wasser« gebraucht wird, so soll darunter jedes gleichwertige, fördernde Fluid oder Suspensionsmittel verstanden werden.
  • An Hand der Zeichnung sei der Gegenstand der Erfindung mit einem Ausführungsbeispiel des Näheren erläutert, ohne damit den Schutzumfang des allgemeinen Erfindungsgedankens beschränken zu wollen. In Fig. 1 ist schematisch die Gesamtanordnung einer Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens der Erfindung und in Fig. 2 und 3 eine andere Bauweise der Preßform in zwei verschiedenen Arbeitsstellungen in schematisch gehaltener Darstellung gezeigt.
  • In Fig. 1 ist mit 10 eine poröse Preßform in zweiteiliger Ausführung längs der Trennlinie 11 bezeichnet. Die Form 10 kann eine Gipsform in üblicher Bauweise mit einer Metallverkleidung und Faserglasröhren 18 sein, die nach außen führen. Die durchlässigen Wände der Faserglasröhren lassen das von der Form 10 angesaugte Wasser in bekannter Weise nach außen ablaufen. Eine nicht gezeichnete Preßluftanlage kann ebenfalls mit den Rohren 18 in Verbindung stehen. Eine vorzugsweise aus Metall bestehende Leitung 12 führt in den Hohlraum der Preßform bzw. durch die Preßformhälfte hindurch in in diesen Hohlraum, der beispielsweise als Teller punktiert im Querschnitt dargestellt ist. Ein Schlickerventil 13 mit der Schlickerzuführungsleitung 14 versorgt die Leitung 12 bzw. den Hohlraum in der Preßform mit dem zu diesem Zweck genügend unter Druck stehenden Schlicker. Ebenfalls an das Ventil 13 ist eine weitere Schlickerzuführungsleitung 17 mit dem Behälter 15, der in der Mitte eine biegsame Trennwand oder Membran 16 besitzt, angeschlossen. Der untere Teil dieses Behälters 15 füllt sich über die Leitung 14 bei geöffnetem Ventil 13 mit Schlicker an, wogegen oberhalb der Membran 16 Drucköl über die Leitung 23 mit dem die Ölzufuhr regelnden Drosselventil 22 geführt wird. Ein Manometer 27 dient zur Ablesung des jeweiligen Öldruckes im oberen Teil des Behälters 15. Der Öldruck in den Leitungen 23 und 25 und im Behälter 15 wird durch eine (nicht gezeichnete) Ölpumpe mit einem überdruckventil in der jeweils gewünschten Höhe eingestellt. Sowohl das die Zu- und Ableitung des Drucköles regelnde Ventil 24 als auch das die Zu- und Ableitung des Schlickers regelnde Ventil 13 wird gemeinsam über eine elektrische Leitung mittels der Solenoide 19 und 28 und des Druckschalters 37 bedient.
  • Dieser Druckschalter 37 ist mit einer Leitung 32 einerseits und einem hydraulischen Zylinder 20 und andererseits an ein von Hand bedientes Druckregelventil 31 mit der Leitung 36 angeschlossen. Der hydraulische Zylinder 20 bzw. der darin befindliche Kolben dient zum Öffnen und Schließen der oberen Formhälfte, weshalb die weitere Druckleitung 33 mit der Leitung 35 an das Ventil 31 angeschlossen ist. Die Leitung 35 führt zu einer (nicht gezeichneten) hydraulischen, druckerzeugenden Anlage und die Leitung 36 zu einem hydraulischen Flüssigkeitsbehälter. Das in den Behälter 15 und in den Zylinder 20 zugeführte Drucköl kann das gleiche sein. Es können aber auch voneinander unabhängige Preßflüssigkeitsanlagen vorgesehen sein.
  • Steigt der Druck in der Leitung 32 auf eine vorherbestimmte Größe, so schließt sich der Druckschalter 37, wogegen er im umgekehrten Fall, wenn der Druck unter den vorbestimmten Wert fällt, sich öffnet. Die Solenoide 19 und 28 sind mit diesem Druckschalter hintereinandergeschaltet.
  • Die Betriebsweise mit der Einrichtung nach der Erfindung gestaltet sich nun folgendermaßen: Bei der in Fig. 1 dargestellten Stellung des von Hand bedienten Druckregelventils 31 fließt Drucköl in den Zylinder 20 durch die Leitung 32, wodurch die obere Formhälfte der Form 10 in die in Fig. 1 gezeichnete Schließstellung gesenkt wird. Wenn der Kolben im Zylinder 20 mit der oberen Formhälfte die Schließstellung erreicht hat, steigt der Druck in der Leitung 32 an, und der Druckschalter 37 schaltet den Stromkreis für die Solenoide 19 und 28 ein. Dadurch werden die von diesen Solenoiden bedienten Ventile 13 und 24 in die in Fig. 1 gezeichnete Arbeitsstellung gebracht. Es fließt also Öl beispielsweise mit einem Preßdruck von etwa 42 Atmosphären und darüber in die obere Hälfte des Behälters 15, wobei die Durchflußgeschwindigkeit durch das Drosselventil 22 überwacht wird. Der im unteren Teil des Behälters 15 befindliche Schlicker fließt bei abgesperrter Zufuhrleitung 14 nunmehr aus dem Behälter 15 über die Leitung 12 in die Form 10 unter dem gleichen Druck. Dadurch fließt das Wasser aus dem Schlicker durch die porösen Formwände und die Rohre 18 nach außen ab, und der Schlicker innerhalb der Form 10 wird zu einer vorgeschrumpften lederharten Masse, aus der das meiste oder alles Schrumpfwasser entfernt worden ist, wobei sich die Ton- oder tonähnlichen Teilchen dieser Masse im allgemeinen parallel zu den inneren Formwänden anlagern, d. h. senkrecht zur Druckrichtung auf diese Formwände. Durch diese Druckorientierung der Teilchen wird das Porenvolumen zwischen den Teilchen auf ein Minimum und damit auch das Volumen des Restwassers in diesen Poren nach der Entfernung des Schrumpfwassers herabgedrückt. Die Herabsetzung dieses Porenvolumens setzt auch die restliche Feuchtigkeit des geformten Gegenstandes und damit die Trocknungszeit herab.
  • Nach einer verhältnismäßig kurzen Zeit, die gewöhnlich nur wenige Sekunden beträgt, kann Preßluft in die Leitung 18 der Form 10 eingeführt werden, um die Feuchtigkeit auf die. Formflächen zurückzudrücken und dadurch das schnelle Ablösen der geformten Ware zu ermöglichen. Gleichzeitig wird dabei das Ventil 31 umgelegt, so daß die obere Formhälfte hochgehoben wird. Infolge des dabei auftretenden Druckabfalls in der Leitung 32 werden die Solenoide 28 und 19 durch den Druckschalter 37 wieder abgeschaltet und dadurch die Ventile 24 und 13 umgestellt, so daß eine neue Menge Schlicker aus der Leitung 14 in den Behälter 15 fließen kann. Nach Entfernung der geformten Ware aus der geöffneten Form 10 und Schließen der Form kann eine neue Füllung beginnen.
  • Die schematischen Darstellungen der Fig. 2 und 3 sollen den größeren Anwendungsbereich der Erfindung veranschaulichen. In Fig. 2 wird die mit 100 bezeichnete Form durch Klammern 101 zusammengehalten. Tonschlicker wird mit etwa 52,5 Atmosphären Druck durch die Leitung 102 eingepreßt und das Suspensions- und Schrumpfwasser aus dem eingepreßten Material entfernt, wobei die Druckorientierung der Teilchen - wie oben ausgeführt - des weiteren die restliche Feuchtigkeit verringern. Danach werden die Klammern losgelöst, die Form geöffnet und nach Darstellung der Fig. 3 das geformte Stück 105 aus der Form genommen.
  • Ausführungsbeispiel Mit Schlickerzusammensetzungen, deren feste Bestandteile durch ein Maschensieb von 2500 Maschen je Quadratzentimeter hindurchgehen und die beispielsweise aus
    Gewichtsprozent
    Pennsylvanischem Flint (Feuerstein) 28,5
    Kalifeldspat ..................... 13,9
    Marmor ......................... 1,5
    Bindeton ........................ 7,5
    Kaolin .......................... 8,2
    Porzellanscherben ................ 15,4
    Wasser .......................... 25,0
    100,0
    bestehen, können beispielsweise nur 15 Sekunden andauernde Verformungsdrücke von 42 Atmosphären und darüber angewendet werden, wobei unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten (Herstellungs- und Betriebskosten) praktisch eine Obergrenze in der Nähe von etwa 70 Atmosphären gegeben ist. Dieser Schlicker wurde in üblicher Weise vorbereitet und durch die Leitung 14 mit einem Druck von 4,9 Atmosphären eingespeist. Während des Formvorganges wurde im öl-Schlickerbehälter 15 ein Öldruck von 52,5 at aufrechterhalten. Der Schhcker wurde in der Form 15 Sekunden lang unter diesem Druck gehalten und danach Preßluft mit 5,6 at in die Faserglasröhren gedrückt, die Form geöffnet und ein Formstück lederharter Beschaffenheit aus der Form entfernt. Nach dem Brennen (60 Stunden lang bei 1227° C) zeigte sich kein Werfen. Die Oberflächen der gebrannten Stücke wiesen eine äußerst klare Wiedergabe kleiner Risse oder Furchen auf der inneren Oberfläche der Versuchsform auf. Der Membranbehälter 15 gemäß Fig. 1 wurde vorgesehen, um die äußerst schwierige Aufgabe des Verschleißes von Lageroberflächen unter der Einwirkung von Tonschlicker zu überwinden, insbesondere in Anbetracht der hohen Drücke. Andere Drucksysteme, sofern sie zur Behandlung solcher schmirgelnder Flüssigkeiten oder flüssigkeitsartiger Massen geeignet sind, können verwendet werden.
  • Vom Standpunkt der Verzierung der keramischen Ware bringt die Erfindung ebenfalls wesentliche Vorteile mit sich. So können die inneren Flächen der geöffneten porösen Form mit einem farbigen Schlicker vor dem Verschließen gespritzt werden, um im Endprodukt einen Spritzeffekt zu erzielen. Die gleiche Wirkung kann durch Einspritzen von gefärbtem Schlicker in die geschlossene Form vor der Einführung des Hauptteiles des Schlickers erreicht werden. Dabei kann der gefärbte Schlicker entweder unter sehr hohem Druck oder mit Hilfe von Preßluft eingeführt werden. Marmorierte Muster können durch abwechselnde Einführung von Schlicker verschiedener Färbung erzielt werden.
  • Das Anwendungsgebiet der Erfindung erstreckt sich auf die Herstellung aller Arten keramischer Waren, wie Kacheln, sanitäre Gegenstände und Töpferware.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Schlickergießverfahren zur Herstellung keramischer Waren, bei dem der Schlicker unter hohem Druck in die durch Schließen zweier Hälften gebildete, wasserdurchlässige Gießform gepreßt und dort so lange unter Druck gehalten wird, bis die Masse entwässert ist, worauf die Frischware durch Zurückblasen aus der Gießform gelöst wird, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Schlicker in der Zufuhrleitung zur Gießform ein Druck von etwa 43 bis 70 Atmosphären kurzzeitig ausgeübt und bis zur nachfolgenden Druckentspannung zum Öffnen der Form der unter Druck stehende Schlicker in der Zufuhrleitung mit der verformten Masse in Berührung bleibt. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 415 091; britische Patentschrift Nr. 291525; USA.-Patentschriften Nr. 1864 365, 1993 047, 2 638 654, 2 669 762.
DES46617A 1954-12-27 1955-12-06 Schlickergiessverfahren zur Herstellung keramischer Waren Pending DE1115174B (de)

Applications Claiming Priority (2)

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US1115174XA 1954-12-27 1954-12-27
US477634A US2964822A (en) 1954-12-27 1954-12-27 Process for the manufacture of ceramic objects

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DE1115174B true DE1115174B (de) 1961-10-12

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