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Steuerbare elektrische Antriebsvorrichtung für Filmkameras Die Erfindung
bezieht sich auf eine steuerbare elektrische Antriebsvorrichtung für Filmkameras,
insbesondere für Schmalfilmkameras. Im Hinblick auf die Konstanz der Bildfrequenz
während einer Szene, die ohne weiteres bildsynchrone Tonaufnahmen zuläßt, sind mit
derartigen Elektroantrieben ausgerüstete Filmkameras sehr geeignet, als Reporterkamera
bei der Wochenschau und beim Fernsehen Verwendung zu finden. Andererseits erweist
es sich als nicht ganz einfach, die Drehzahl dieses Elektroantriebs über einen weiten
Bereich zu verändern, ohne dabei die Betriebsspannung mit zu ändern. Die Nachteile
der elektroangetriebenen Filmkameras liegen weiterhin darin, daß bei komplizierteren
Aufnahmentechniken, wie z. B. Zeitlupen-, Zeitraffer-und Einzelbildaufnahmen, sehr
teure Zusatzgeräte benötigt werden, die im übrigen erst aufgebaut bzw. an die Kamera
angesetzt werden müssen.
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Ein Kameraantrieb durch einen besonders geschalteten Synchronmotor
ist praktisch bisher nur im Atelierbetrieb bei großen Kameras benutzt worden. Dieser
Antrieb arbeitet immer nur mit einer Bildfrequenz, die zwar bei größerem Aufwand
sehr konstant eingehalten wird, aber dadurch die aufnahmetechnischen Möglichkeiten
nur auf die normale Szenenaufnahme beschränkt.
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Die Erfindung schlägt daher eine steuerbare elektrische Antriebsvorrichtung
für Filmkameras, insbesondere für Schmalfilmkameras, vor, die dadurch gekennzeichnet
ist, daß ein mit dem Filmtransportmechanismus gekuppeltes, mittels Transistorschaltern
steuerbares und arretierbares Synchrontriebwerk vorgesehen ist, das mittels Gleichspannung
schaltender Schaltertransistoren in Abhängigkeit von einer frequenzeinstellbaren
Oszillatorschwingspannung nach Umwandlung in eine Mehrphasenspannung betrieben wird.
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Diese elektrische Antriebsvorrichtung vereinigt in sich eine Reihe
von Vorteilen, nämlich: 1. Höchste Konstanz der über einen weiten Bereich einstellbaren
Bildfrequenz, unabhängig von der Betriebsspannung und sonstigen Einflüssen.
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Das Hochbeschleunigen auf Nenndrehzahl erfolgt im Bruchteil einer
Umdrehung des Triebwerks.
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2. Höchster Bedienungskomfort.
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3. Ein Maximum an aufnahmetechnischen Möglichkeiten.
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Die transistorgesteuerte elektrische Antriebsvorrichtung ermöglicht
es z. B., nach Drucktastenvorwahl ohne Schwierigkeiten Filmaufnahmen mit folgenden
Betriebsarten durchzuführen: 1. Kurzlauf. 2. Dauerlauf.
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3. Einzelbildschaltung.
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4. Einzelbild-Zeitaufnahme.
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5. Zeitraffer, wobei ein fortwährendes selbsttätiges Aufnehmen von
Einzelbildern mit einstellbaren Pausenzeiten (Zeitrafferintervall) möglich ist.
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Die hier genannten Betriebsarten sind außerdem bei Vor- und Rücklauf
des Antriebs ausführbar.
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Ein weiterer Vorzug liegt darin, daß sich von der erfindungsgemäßen
elektrischen Antriebsvorrichtung mit einfachsten Mitteln folgende Hilfssignale ableiten
lassen: Pilotton für bildsynchrone Tonaufzeichnung mit Magnettongeräten, mehrphasige
Synchronsignale für die Synchronisation weiterer Kameras und Tonaufnahmegeräte über
Servoverstärker und Synchronimpulse für Elektronenblitz Kinematografie. Hinzu kommt,
daß leicht ein Fernauslöseranschluß für die Kamera vorgesehen werden kann.
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Die Zeichnung stellt Ausführungsbeispiele und Einzelheiten des Erfindungsgegenstandes
dar. Es zeigt Fig. 1 eine Filmkamera mit Bedienungsgerät, Fig. 2 ein Schema einer
Antriebsvorrichtung, Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel des Synchrontriebwerks, Fig.
4 ein schematisches Beispiel für den Gleichstrom-Drehstrom-Umformer, Fig. 5 ein
schematisches Beispiel einer Steuerschaltung, Fig.6 ein Beispiel einer für Einzelbild-Zeitaufnahme
erweiterten Steuerschaltung nach Fig. 5,
Fig. 7 ein anderes Beispiel
einer Antriebsvorrichtung, Fig. 8 ein schematisches Beispiel einer Steuereinrichtung
für die Antriebsvorrichtung nach Fig. 7.
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Die Kamera 1 ist mit einem mehrphasigen elektrischen, später noch
näher beschriebenen Synchrontriebwerk 2 ausgerüstet. Sie besitzt ferner neben den
vor dem Blendenmechanismus sitzenden Optiken 3 einen Anschluß für ein Anschlußkabel
4 für ein Steuerkästchen 5 und einen Auslöseknopf 6.
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Das Steuerkästchen, das auch mit der Kamera unmittelbar verbunden
sein bzw. eine bauliche Einheit mit ihr bilden kann, hat einen Drucktastenbetriebsartenschalter
7, mit dessen Drucktasten a bis e die einzelnen Betriebsmöglichkeiten der Kamera
ausgewählt werden können, die nach dem Betätigen des Auslöseknopfes 6 an der Kamera
ablaufen sollen. Folgende Betriebsarten sind z. B. möglich: 1. Kurzlauf (Taste 7a),
bei dem nach Drücken des Auslöseknopfes die Kamera läuft, während sie nach Loslassen
des Auslöseknopfes in Blende-Zu-Stellung stoppt.
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2. Dauerlauf durch Eindrücken der Taste 7 b. Ein erstes Drücken des
Auslöseknopfes 6 veranlaßt die Kamera zum Laufen. Das Loslassen des Auslöseknopfes
6 ergibt keine Veränderung, während beim zweiten Drücken des Auslöseknopfes 6 die
Kamera in Blende-Zu-Stellung stoppt. Das Loslassen des Knopfes 6 bedingt kein Ereignis
mehr.
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3. Einzelbildschaltung mit Taste 7c. Jedes Drükken des Auslöseknopfes
6 ergibt eine Einzelbildaufnahme, während das Loslassen des Auslöseknopfes 6 kein
Ereignis bedingt.
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4. Einzelbild-Zeitaufnahme mit Taste 7d. Beim Drücken des Auslöseknopfes
läuft der Filmtransportmechanismus von Blende-Zu-Stellung bis Blende-Auf-Stellung.
Sobald der Auslöseknopf 6 losgelassen wird, läuft der Mechanismus weiter bis zur
Blende-Zu-Stellung (Heimlauf).
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5. Zeitraffer durch Drücken der Taste 7e, wobei ein fortwährendes
selbsttätiges Aufnehmen von Einzelbildern mit einstellbaren Pausenzeiten (Zeitraffferintervall)
erfolgt und das Zeitraflerintervall an dem Bedienungsknopf 9 einstellbar ist.
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An dem Steuerkästchen 5 sind ferner noch ein Einstellknopf 8 für die
Bildfrequenz bzw. Belichtungszeit sowie ein Umschalter 10 für Vorwärts- und Rückwärtslauf
vorgesehen. 11 bezeichnet den Bereitschaftsschalter, durch den die Betriebsspannung,
die von einer im Steuerkästchen enthaltenen Batterie, z. B. einem kleinen Akkumulator,
geliefert wird, an einen Mutteroszillator und die später noch näher beschriebene
Steuerschaltung angelegt wird.
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Weiterhin können ein Ausgang 12 für den Pilotton, ein Ausgang 13 für
die Abnahme von Impulsen zur Servosynchronisation, ein Ausgang 14 zur Abnahme von
Steuerimpulsen für Elektronenblitzgeräte oder Stroboskope vorgesehen sein. Die Buchse
15 kann zum Anschluß eines Fernauslöseschalters dienen.
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Nach Fig. 2 ist für die Speisung des mit der Blendenwelle drehzahlgleich
gekuppelten Antriebsmotors ein in der Frequenz regelbarer drei- oder mehrphasiger
Gleichstrom-Drehstrom-Umformer vorgesehen. Hinzu kommt eine durch den Betriebsartenschalter
7 (Fig. 1) voreinstellbare Start-Stop-Steuerung 20, die das Umschalten des
Kameraantriebs zwischen den Zuständen »Lauf«-, »Blende-Zu-Arretierung« und »Blende-Auf-Arretierung«
steuert. Der Gleichstrom-Drehstrom-Umformer besteht aus einem durch seine Frequenz
die Drehzahl bestimmenden Sinus-Mutteroszillator 21, einem Mehrphasengeber und einer
mit Leistungstransistoren aufgebauten Endstufe 23. Der Mutteroszillator 21 muß wegen
der Einschwingträgheit schon vor der Aufnahme in Betrieb sein. Die Start-Stop-Steuerung
20 hat nun unter anderem dafür zu sorgen, daß das Ein- und Ausschalten des Synchrontriebwerks
2 (Fig. 1) immer in solchen Augenblicken geschieht, in denen die elektrische Phasenlage
der Blende-Zu-Stellung oder seltener der Blende-Auf-Stellung des Motorankers entspricht.
Mit 2' sind die Phasenwicklungen des Synchrontriebswerks 2 angedeutet.
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Bekanntlich beginnt und endet jede Antriebsbewegung bei einer Filmkamera
in Blende-Zu-Stellung. Die Start-Stop-Steuerung bewerkstelligt, je nach Betriebsarteneinstellung,
eine verschiedenartig logische Auswertung folgender Gegebenheiten: Betätigung des
Auslöseknopfes 6 (Fig. 1), augenblicklicher Betriebszustand (Lauf- Blende-Auf- oder
Blende-Zu-Arretierung), elektrische Phasenlage und mechanische Winkelstellung des
Motorankers. Die von der Start-Stop-Steuerung 20 ausgehenden Betriebszustandsbefehle
wirken auf Transistorschalter 24 und 25, die jeweils die Drehstromspeisung des Motors
oder die Stromspeisung der Arretierwicklungen 26 einschalten.
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Die Arretierungsvorrichtungen, bestehend aus Arretierwicklung 26 und
Arretier-Transistorschalter 24, sind im allgemeinen für Blende-Auf- und Blende-Zu-Arretierung
gesondert vorhanden (nicht eingezeichnet).
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Um das bei allen Snychronmotoren vorhandene Pulsieren des Drehmomentes
auf ein angemessenes Maß zu beschränken, muß das Synchrontriebwerk so gebaut sein,
daß pro Ankerumdrehung eine große Zahl von Läufer- und Ständerpolbegegnungen stattfindet,
die jedenfalls größer als 6 ist. Hierfür sind zwei verschiedene Lösungsvorschläge
angegeben worden. Beide Lösungen erfordern etwas andersartige Start-Stop-Steuerungen,
wie im einzelnen noch ausgeführt wird. Die eine Lösung sieht ein Drehstromsystem
mit mehr als drei Phasen vor; im folgenden wird als Beispiel nach Fig. 7 ein 5-Phasen-System
angenommen. Der Motoranker ist 2polig, vorzugsweise ein Dauermagnetanker. Der Ständer
ist 5polig. Einer Wechselstromperiode bzw. einem Umlauf des 5-Phasen-Drehstromsystems
entspricht eine Ankerumdrehung oder auch eine Blendenwellenumdrehung. Es besteht
somit ein Zusammenhang zwischen der elektrischen Phasenlage und der mechanischen
Winkelstellung des Motorankers.
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Die andere Lösung arbeitet mit einem 3phasigen Drehstromsystem. Die
Zahl der Ständerpole beträgt jedoch ein Vielfaches, von 3, die Zahl der Läufer-Dauermagnetpole
das Doppelte dieses Vielfachen. Als Beispiel nach Fig. 3 wird im folgenden angenommen,
daß viermal drei Ständerpole 16 und acht Läuferpole 17 vorhanden sind. Die Antriebswicklungen
sind nur für die Phase I gezeichnet, während sie für die anderen Phasen 1I und III
entsprechend angeordnet sind. Die Arretieranordnung besteht in diesem Falle aus
hintereinandergeschalteten Wicklungen 19, die
mit geeignetem Wicklungssinn
und Windungszahl für sämtliche Ständerpole vorhanden sind. Dieses Triebwerk besitzt
die Laufruhe eines vielphasigen Synchronmotors, andererseits besteht vorerst kein
eindeutiger Zusammenhang mehr zwischen der elektrischen Phasenlage und der Winkelstellung
des Motorankers 18, denn auf eine Ankerumdrehung kommen vier Drehstromperioden.
Aus diesem Grund müssen vom Triebwerk oder vom Filmtransportmechanismus Rückmeldesignale
zur Start-Stop-Steuerung 20 geführt werden, die dieser anzeigen, wann der
mit der Blendenwelle der Filmkamera gekuppelte Motoranker die Blende-Auf- und Blende-Zu-Stellung
erreicht hat, z. B. mittels einer Kontaktvorrichtung 18'. Der optisch-mechanische
Aufbau der Filmkamera ist für die Anwendung der neuen elektrischen Antriebsvorrichtung
gleichgültig. Es können sowohl Kameras mit Ein- oder Zweiflügelblenden als auch
Kameras mit Schiebeblenden damit ausgerüstet werden.
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Es ist hier noch zu erwähnen, daß bei allen behandelten Antrieben
außer beim Mutteroszillator alle Transistoren im Schalterbetrieb arbeiten, bei dem
Transistoren einen sehr hohen Wirkungsgrad besitzen. Das hat außerdem zur Folge,
daß die mehrphasigen Drehstrom-Wechselspannungen zur Speisung des Triebwerks nicht
sinusförmig, sondern rechteekförmig sind.
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Der 3phasige Kameraantrieb besitzt einen Gleichstrom-Drehstrom-Umformer,
der vorzugsweise so aasgeführt sein kann, wie Fig. 4 es zeigt. Der Muttergenerator
21 ist ein frequenzregelbarer 3-Phasen-Sinus-Transistoroszillator mit Rückkopplung
über drei Stufen nach dem Phasenschieberprinzip, dessen Schaltung als bekannt vorausgesetzt
werden darf. Die an die drei Ausgänge des Generators angeschlossenen Endstufen bestehen
aus je zwei Transistor-Phasenschaltern 27, 28 bzw. 29, 30 bzw. 31, 32, von denen
immer je zwei in Reihe geschaltet sind und durch eine Phase des Muttergenerators
21 im Gegentaktbetrieb ein- und ausgeschaltet werden. Gegebenenfalls kann noch die
Zwischenschaltung einer Verstärkerstufe zwischen Mutteroszillator und Endstufe vorgesehen
werden. Der Anschluß der Motorphasenwicklungen 33 erfolgt an den Verbindungspunkten
der reihengeschalteten Transistor-Phasenschalter 27, 28 bzw. 29, 30 und 31, 32.
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Wenn die Zahl der Ständerpole ein geradzahliges Vielfaches von 3 beträgt,
dann können Blenden-Auf-und Blenden-Zu-Arretierung, wie gesagt, mit der gleichen
Arretierwicklung und mit dem gleichen Arretier-Transistorschalter 24 erfolgen. Wie
schon erwähnt, wird ein Triebwerk mit viermal drei Ständerpolen vorausgesetzt. Die
Voraussetzung für das Anlaufen des Triebwerks aus Blende-Auf- oder Blende-Zu-Stellung
ist bezüglich der Drehstromphasenlage in aufeinanderfolgenden Zeitabständen erfüllt,
die ein Viertel der Umlaufzeit des Motorankers betragen, denn eine Umdrehung entspricht
hier bekanntlich vier Drehstromperioden. Darum wird für die Steuerung aus dem Mutteroszillator
21 ein kurzzeitiger Spannungsimpuls gewonnen, der mit der Frequenz der Drehstromperioden
wiederkehrt und zeitlich den günstigsten Augenblick für das Einschalten des in Arretierstellung
befindlichen Triebwerks markiert und zur Steuerung des Anlaufens benötigt wird.
Dieser Impuls wird im folgenden als Startbereitschaft oder SB-Impuls bezeichnet.
Da der Zusammenhang zwisehen der elektrischen Phasenlage und der mechanischen Winkelstellung
des Motorankers mehrdeutig ist, muß das präzise Anhalten des Triebwerks in Blende-Auf-
oder Blende-Zu-Stellung durch Rückmeldesignale kontrolliert werden, die unmittelbar
durch die betreffenden Winkelstellungen des Motorankers oder vom entsprechenden
Phasenzustand des Filmtransportmechanismus ausgelöst werden. Der Rückmeldegeber
kann beispielsweise aus galvanischen Kontakten bestehen, die durch den Motoranker
betätigt werden (18', Fig. 3). Daneben sind auch kontaktlose Rückmeldegeber möglich,
beispielsweise derart, daß ein mit dem Motoranker verbundenes Wirbelstromblech in
ein magnetisches Wechselfeld eintaucht und dabei Veränderungen hervorruft, die zur
Bildung eines Rückmeldesignals ausgewertet werden. Außerdem wären auch noch fotoelektrische
Rückmeldegeber möglich.
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Das entstehende Rückmeldesignal löst einen kurzzeitigen Spannungsimpuls
aus, der sich erst dann wiederholt, wenn der Motoranker das nächste Mal die betreffende
Rückmeldestellung passiert. Diese Spannungsimpulse werden, ihrer Verwendung entsprechend,
im folgenden als BZ- und BA-Impulse bezeichnet.
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Der die Drehstromspeisung unterbrechende Transistorschalter 25 kann
von Anordnungen nach Fig. 5 bzw. Fig. 6 betätigt werden. Diese bestehen aus einer
dreifachstabilen Start-Stop-Kippstufe 36, die über ein Anlauf-Und-Tor 34 und ein
Abschalt-Und-Tor 35 angesteuert werden. Als Und-Tore können beispielsweise an sich
bekannte,, mit Dioden aufgebaute logische Schaltungen benutzt werden, die nur bei
gleichzeitigem Vorhandensein bestimmter Bedingungen ein Ausgangssignal abgeben.
Ferner ist eine Transistor-Speicherkippstufe 38 vorgesehen, die vom Auslöseknopf
6 der Filmkamera betätigt wird. Mit dem vom Und-Tor 35 abgegebenen Abschaltimpuls
wird gleichzeitig die Speicherkippstufe 38 in ihre Anfangsstellung rückgeschaltet.
Die von der dreifachstabilen Start-Stop-Kippstufe 36 auf die Und-Tore geführten
Schaltzustand-Signale müssen gegenüber der wirklichen Kippstufenstellung um eine
Zeit verzögert werden, die mindestens der Dauer des Impulses entspricht, da sonst
Regelschwingungen entstehen würden. Hierzu dient die Verzögerungseinheit 39. Das
Anlaufen des Triebwerks wird durch den SB-Impuls ausgelöst. Für die Steuerung des
Anlauf-Und-Tors 34 und des Abschalt-Und-Tors 35 ist es erforderlich,, daß ein Unterschied
zwischen bestehender BZ- oder BA-Arretierung gemacht wird,. weshalb die dreifachstabile
Kippstufe 36 benötigt wird. Die zum für beide Arretierungsarten gemeinsamen Arretier-Transistorschalter
25 führenden Ausgänge der Kippstufe 36 werden für BA- und BZ-Arretierung durch ein
Oder-Tor 37 zusammengefaßt.
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Die Anordnung nach Abb. 5 dient zur Steuerung für die Einzelbildschaltung,
auf deren Funktion sich die anderen Betriebsarten am besten aufbauen lassen. Beim
Drücken des Auslösers 6 wird mit Hilfe einer an sich bekannten Differenzierschaltung
ein kurzzeitiger Spannungsimpuls erzeugt, der eine Speicherkippstufe 38 umschaltet.
Kriterium für das Anlaufen ist: Speicherkippstufe 38 ist umgeschaltet, BZ-Arretierung
besteht, und SB-Impuls kommt. Nach einer Umdrehung des Motorankers wird durch den
Rückmeldegeber; wie beschrieben, der BZ-Impuls ausgelöst, der zusammen mit der bestehenden
Laufsignalspannungen
die Bedingungen für das Funktionieren des
Abschalt-Und-Tors 35 erfüllt, daß die Start-Stop-Kippstufe von Lauf auf BZ-Arretierung
umschaltet und gleichzeitig die Speicherstufe zurückschaltet.
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Bei Kurzlauf wird die Steuerung für Einzelbildschaltung lediglich
dahin gehend abgeändert, daß das Abschalt-Und-Tor 35 durch naheliegende Schaltungsmaßnahmen
so lange am Funktionieren gehindert wird, wie der Auslöseknopf 6 gedrückt ist, d.
h., für das Abschalt-Und-Tor 35 kommt die dritte Funktionsbedingung (Auslöseknopf
losgelassen) hinzu. Bei Dauerlauf ist die Start-Stop-Steuerung wie beim Kurzlauf
eingestellt. Die Manövrierung erfolgt jedoch nicht durch den Auslöseknopf 6 unmittelbar,
sondern durch eine künstliche Auslöseknopfstellung, die durch den jeweiligen Schaltzustand
einer bistabilen Kippstufe gegeben werden kann, welche ihrerseits beim Drücken des
eigentlichen Auslöseknopfes hin- und hergeschaltet wird.
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Bei der Betriebsart »Zeitraffer« steht die Start-Stop-Steuerung auf
Einzelbildschaltung. Die auslösenden Einzelbildimpulse werden jedoch nicht von Hand
mit dem Auslöseknopf 6 gegeben, sondern besser von einem Transistor-Sperrschwinger,
der in einstellbaren Zeitabständen kurzzeitige Spannungsimpulse abgibt.
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Die Fig. 6 zeigt eine Anordnung für die Einzelbildzeitaufnahme, bei
der noch ein Zwischenschalt-Und-Tor 40 und ein Heimlauf-Und-Tor 41 sowie ein zwischen
Anlauf-Und-Tor 34 und Heimlauf-Und-Tor geschaltetes Anlauf-Oder-Tor 42 benötigt
werden.
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Anlaufbedingung ist wieder: Speicherkippstufe 38 ist umgeschaltet,
BZ-Arretierung besteht, und SB-Impuls kommt. In Blende-Auf-Stellung löst der erwähnte
Rückmelder den BA-Impuls aus, der bei vorhandener Laufsignalspannung über das Zwischenschalt-Und-Tor
40 die dreifachstabile Kippstufe 36 auf BA-Arretierung umschaltet.
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Nach dem Loslassen des Auslöseknopfes 6 schaltet bei bestehender BA-Arretierung
der nächste SB-Impuls über das Heimlauf-Und-Tor 41 die Kippstufe 36 wieder auf »Lauf«
um. Der nächste BZ-Impuls erregt bei bestehendem Laufzustand das Abschalt-Und-Tor
35, womit der Aufnahmevorgang beendet wird. Bei geeigneter Schaltung des BA- und
BZ-Impulsgebers können sogar die von der Verzögerungseinrichtung 39 ausgehenden
Signale, die den bestehenden Laufzustand kennzeichnen, eingespart werden, wobei
dann die entsprechenden Funktionsbedingungen der Und-Tore wegfallen.
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Der Rücklauf des Kameraantriebs kann beispielsweise durch eine Umschaltung
des Dreiphasen-Mutteroszillators erreicht werden.
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Bei der im folgenden beschriebenen Abwandlung wird ein 5phasiges Drehstromsystem
mit Rechteck-Wechselspannungen benutzt, bei dem auf eine Periode insgesamt zehn
Umschaltvorgänge bzw. zehn unterschiedliche Polungszustände der Motorwicklung entfallen.
Der 5phasige Gleichstrom-Drehstrom-Umformer besteht unter anderem nach Fig. 7 aus
dem taktgebenden frequenzregelbaren Sinus-Transistoroszillator 21, der mit der zehnfachen
Motordrehzahl schwingt. Die Verwendung eines Sinusoszillators geschieht wegen der
gegenüber anderen elektronischen Taktgebern besonders guten Frequenzkonstanz. Auf
den Mutteroszillator 21 folgt ein mit Transistoren aufgebautes elektronisches Zehnfach-Schrittschaltwerk
nach Art eines Dekaden-Ringzählers 46. Dieses Schrittschaltwerk steuert beispielsweise
über Kopplungstransformatoren 10-Phasen-Schalter-Leistungstransistoren 43
... 43", die die Batteriespannung 44 nacheinander auf die verschiedenen Motorphasenwicklungen
45 schalten.
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Vom Schrittschaltwerk 46 werden zwei Hilfssignale abgenommen, die
für die Start-Stop-Steuerung benötigt werden, die ihrerseits den Transistorschalter
25 schaltet. Der nullte oder zehnte Schritt des Schrittschaltwerks 46 entspricht
der Blende-Zu-Stellung des Motorankers und ergibt den BZ-Impuls. Der fünfte Schritt
entspricht der Blende-Auf-Stellung des Motorankers und gibt den BA-Impuls, der auch
zur Elektronenblitzsynchronisation dienen kann. Die entsprechenden Schaltwerkschritte
werden durch an sich bekannte Schaltungsmaßnahmen so ausgewertet, daß die BZ- und
BA-Impulse als kurzzeitige Spannungspipse erhalten werden. Das Funktionieren der
Start-Stop-Steuerung läßt sich ebenfalls am besten aus der Steuerung für die Einzelbildschaltung
heraus entwickeln, die durch Fig. 8 veranschaulicht wird.
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Der jeweilige Schaltzustand der Transistorschalter für Lauf-, BZ-
und BA-Arretierung ergibt sich wiederum aus dem Schaltzustand einer durch kurzzeitige
Spannungsimpulse ansteuerbaren dreifachstabilen Kippstufe 36 nach Art eines Flip-Flops.
Außer bei der Einzelbild-Zeitaufnahme werden nur die zwei stabilen Stellungen der
Kippstufe 36 für Lauf- und BZ-Arretierung benötigt. Die Steuerimpulse für die Kippstufe
36 entstehen über die elektronischen Und-Tore 34 und 35.
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Die Start-Stop-Steuerung für den 5phasigen Kameraantrieb unterscheidet
sich von der bereits beschriebenen im wesentlichen dadurch, daß das Anlaufen des
Triebwerks nicht durch den SB-Impuls, sondern durch den BZ-Impuls ausgelöst wird.
Wegen der eindeutigen Beziehung zwischen elektrischer Phasenlage und Winkelstellung
des Motors kann hier auf den Rückmeldegeber verzichtet werden, wobei BZ- und BA-Impuls
aus dem Schrittschaltwert gewonnen werden.
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Bei Einzelbildschaltung wird der Einzelbildbefehl so lange von der
Kippstufe 38 gespeichert, bis die Phasenlage des ständig durchlaufenden 10-Schritt-Schaltwerks
der Ruhestellung des Motorankers entspricht. Dieser Augenblick wird durch das Anlauf-Und-Tor
34 ermittelt. Kriterium für die Durchgabe des Anlaufbefehls ist: Speicherkippstufe
38 ist umgeschaltet. Start-Stop-Kippstufe 36 steht auf BZ-Arretierung, und der BZ-Impuls
kommt. Nach einer Umdrehung des Motorankers liegen die Bedingungen für das Funktionieren
des Abschalt-Und-Tors 35 vor, nämlich: Start-Stop-Kippstufe 36 steht auf »Lauf«,
und BZ-Impuls kommt. Damit wird die Start-Stop-Kippstufe wieder von »Lauf« auf BZ-Arretierung
umgeschaltet. Der Abschaltimpuls wird auch hier gleichzeitig dazu benutzt, die Speicherkippstufe
wieder in ihre ursprüngliche Stellung zurückzuschalten. Die von der Start-Stop-Kippstufe
auf die Und-Tore geführten Schaltzustandssignale, die den jeweils bestehenden Zustand
der BZ-Arretierung oder des Laufes kennzeichnen, müssen auch hier wieder gegenüber
der wirklichen Stellung der Start-Stop-Kippstufe um eine Zeit verzögert werden,
die mindestens der Dauer des BZ-Impulses entspricht, da sonst die Gefahr der Erregung
von Regelschwingungen besteht. Hierzu dient die Verzögerungsvorrichtung 39.
Die
Abwandlung der Start-Stop-Stufe für die Betriebsarten Kurzlauf, Dauerlauf und Zeitraffer
erfolgt in gleicher Weise wie bei den früher beschriebenen Beispielen.
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Bei der Steuerung für Einzelbild-Zeitaufnahme werden wiederum zwei
weitere Und-Tore 40 und 41 benötigt, nämlich für das Anhalten in Blende-Auf-Stellung
und für Weiterlaufen aus dieser Stellung (Heimlauf). Fig. 8 zeigt ein Ausführungsbeispiel
für diese Steuerung. Die Bedingungen für das Funktionieren des Anlauf- und des Abschalt-Und-Tors
34 bzw. 35 sind die gleichen wie bei der Einzelbildschaltung Darüber hinaus wird
jedoch das Synchrontriebwerk schon nach einer halben Umdrehung angehalten (Blende-Auf-Stellung),
nämlich wenn am Eingang des Zwischenschalt-Und-Tors 40 die Bedingungen vorliegen:
Start-Stop-Kippstufe 36 steht auf »Lauf«, und BA-Impuls kommt. Wird der Auslöseknopf
6 wieder losgelassen, besteht BA-Arretierung, und der nächste BA-Impuls kommt, so
wird die Start-Stop-Kippstufe 36 durch das Heimlauf-Und-Tor 41 wieder auf Lauf umgeschaltet,
bis bei Erreichen der Blende-Zu-Stellung wieder das Abschalt-Und-Tor 35 in bekannter
Weise in Tätigkeit tritt und den Aufnahmevorgang beendet. Der Eingang der Kippstufe
36 für Anlauf ist derselbe wie der für den Heimlauf. Darum werden die Ausgänge des
Anlauf- und des Heimlauf-Und-Tors 34 bzw. 41 durch ein Oder-Tor 42 zusammengefaßt,
das eine gegenseitige Beeinflussung der Und-Tore verhindert.
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Wenn der Kameraantrieb rückwärts laufen soll, so werden beim Zehnfachschrittschaltwerk
einige Kondensatoren bezüglich ihrer Anschlußpunkte umgeschaltet, wodurch sich die
Umlaufrichtung des Schrittschaltwerks umkehrt. Außerdem müssen BZ- und BA-Impuls
vertauscht werden.