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Verfahren und Anordnung zum Abkleiden von Bergeversatz beim Abbau
flözartiger . Lagerstätten Gegenstand der Hauptpatentanmeldung St 12304 VI / 5 c
ist ein Abbauverfahren für flüchtige Lagerstätten, das grundsätzlich dadurch gekennzeichnet
ist, daß ein durch eine Kopf- und eine Sohlstrecke aufge@chlossenes Flöz in einem
sich von einem Sprung oder der Markscheide gebildeten Baugrenze bis zu einer andcren
ebensolchen Baugrenze erstreckenden Bereich gleichzeitig in einer entsprechenden
Zahl von von der Kopfstrecke aus angesetzten, unmittelbar nebeneinander angeordneten
Streben, die mit gleicher Verhiebsgeschwindigkeit bis zur Sohlstrecke zu Felde gehen,
maschinell verhauen wird.
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Die Breite der einzelnen Streben ist hierbei so bemessen, daß ihre
Überwachung bzw. Steuerung der Betriebsvorgänge sowohl der Gewinnung und Abförderung
des Gutes wie des Rückens des hydraulischen Ausbaus von den Begleitaufhauen aus
erfolgen kann, so daß sich im Streb normalerweise Bergleute nicht aufzuhalten brauchen.
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Bei dem Verfahren nach der Hauptpatentanmeldung wird grundsätzlich
ohne Versatz gearbeitet. Das wird durch das gleichzeitige Zufeldegehen der sämtlichen
nebeneinanderliegenden Streben mit hoher Verhiebsgeschwindigkeit und das sich dadurch
ergebende gleichmäßige Absenken des Hangenden ermöglicht. Zum Schutz vor Steinfall
sind bereits nach der Hauptpatentanmelung mit dem hydraulischen Ausbau verbundene
Drahtgewebe vorgesehen.
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Es sind nun Fälle denkbar, in denen aus betrieblichen oder bergpolizeilichen
Gründen ein Abbau mit Versatz erwünscht oder erforderlich ist.
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Es ist bereits ein Verfahren bekannt, bei dem der Versatz in den Raum
zwischen in gleichen schwebenden Abständen aufeinanderfolgende und durch den Streb
gespannte Drahtnetze eingeblasen wird. Jeweils das letzte Netz ist dabei an vom
Strebausbau getragenen Kragarmen aufgehängt und muß von Hand gespannt werden.
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Die Erfindung schafft demgegenüber ein Verfahren zum Abkleiden des
Versatzes bei einem weitgehend selbsttätig ablaufenden Abbauverfahren, insbesondere
nach der Hauptpatentanmeldung, welches es, dem Grundgedanken eines solchen Abbauverfahrens
entsprechend, ermöglicht, auch den Versatz fortlaufend, der Gewinnung folgend, einzubringen,
ohne daß zur Durchführung der hierfür erforderlichen Arbeiten Bergleute den Streb
betreten müssen.
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Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung, das sowohl in steiler wie in
halbsteiler oder auch flacher Lagerung anwendbar ist, werden in üblicher Weise,
dem Fortschritt des Verhiebs folgend, in gleichen schwebenden Abständen in streichender
Richtung zwischen den Begleitaufhauen den Raum zwischen Hangendern und Liegendem
abdeckende Drahtnetze gespannt, worauf der Zwischenraum zwischen dem vorhergehenden
und dem neu gespannten Netz von den Begleitaufhauen aus mit Blasversatz gefüllt
wird. Die Erfindung besteht nun darin, daß ein Drahtnetz nach dem anderen selbsttätig
von einem von dem wandernden hydraulischen Ausbau in fallender Richtung durch den
Streb transportierten, sich von einem Aufhauen bis zum nächsten erstreckenden Vorratsstapel
von solchen Netzen entnommen und gespannt wird.
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Zu diesem Zweck wird die durch den schwebenden Abstand der zu spannenden
Netze voneinander und durch den Abstand der Kopfstrecke von der Sohlstrecke gegebene
Anzahl von solchen Drahtnetzen von der der Flözmächtigkeit entsprechenden Höhe,
die zweckmäßig aus einzelnen Abschnitten zusammengesetzt werden, z. B. fünfundzwanzig
solcher Netze im Falle eines schwebenden Abstandes der Netze voneinander von 4 m
und einem Streckenabstand von 100 m, auf an den versatzseitigen Stempeln der hydraulischen
Ausbaurahmen die Netze durchdringenden Kragarmen aufgehängt und von diesen, dem
Fortschritt des Ausbaus entsprechend, einzeln abgezogen.
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Die einzelnen Netze sind miteinander durch eine Mehrzahl in geeigneten
Abständen an ihrer oberen und ihrer unteren Kante angreifender dünner Drahtseile
von den Abständen der eingebauten Netze in
schwebender Richtung
entsprechender Länge verbunden. Mit dem Fortschreiten des Ausbaus und damit fortschreitender
Entfernung von dem letzteingebauten Netz erfolgt bei Erreichen dieses Abstandes
ein Spannen der Seile zwischen dem letzten eingebauten und dem nächsten noch gestapelten
Netz, wodurch das gestapelte Netz von dem Stapel abgezogen wird. Zweckmäßig wird
jedes Einzelnetz des an den Kragarmen aufgehängten Pakets von an den Kragarmen durch
Bohrungen der Kragarme durchdringenden Haltedrähten, die in geeignetem Zeitpunkt
von Hand entfernt werden, gesichert, um ein vorzeitiges Lösen des Netzes zu verhindern.
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In seitlicher Richtung, gegen die Aufhauen, wird der eingebrachte
Versatz durch Netzrahmen von der entsprechenden Größe - im Falle des Beispiels einen
Querschnitt von 4 m mal Flözmächtigkeit -, die von den Begleitaufhauen aus von Hand
eingebracht werden, abgeschlossen.
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Die am Ausbau befestigten Netze, welche den Abschluß des Versatzkörpers
gegen die Kopf- und nach beendigtem Abbau des Strebs gegen die Sohlstrecke bilden,
ebenso wie die seitlichen, den Abschluß gegen die Aufhauen bildenden Netzrahmen
werden zweckentsprechend durch durch die Netzmaschen hindurchgezogene Streifen aus
Kunststoff oder anderem geeignetem Material verstärkt bzw. verdichtet, um Verunreinigungen
des Kohlenstoßes und der Strecke zu vermeiden.
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Das Verblasen der Zwischenräume zwischen den Netzen erfolgt von den
beiden Begleitaufhauen aus. Bei der in der Hauptpatentanmeldung als Beispiel vorgeschlagenen
streichenden Länge eines Strebes von 100 m, die durch ein mittleres Aufhauen unterteilt
ist, ist also von jedem Aufhauen aus ein Bereich von etwa 25 m zu verblasen, was
mit normalen Hochdruck-Blasversatzmaschinen ohne weiteres möglich ist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des neuen Verfahrens
beispielsweise veranschaulicht. Abb. 1 und 2 zeigen perspektivisch eine Aufsicht
und eine Seitenansicht des Strebes und Abb. 3 in größerem Maßstab die Anbringung
des Drahtnetzstapels, an den sich von den rückwärtigen Stempeln der Ausbaurahmen
erstreckenden Kragarmen.
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Mit a ist der Kohlenstoß, mit b der Versatz des seitlich
durch Aufhauen c, von denen in der Abbildung nur eins dargestellt ist, begrenzten
Strebs beschrieben. Die Gewinnung der Kohle erfolgt z. B. mittels der in der Abbildung
lediglich angedeuteten Kratzerkette d. Der Ausbau besteht aus hydraulischen Ausbaurahmen
e von an sich üblicher Ausbildung.
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Die versatzseitigen Stempel e' dieser Rahmen tragen sich nach rückwärts
erstreckende Paare von Kragarmen f', f", auf welche der aus der erforderlichen Zahl
von Drahtnetzen g bestehende Stapel s von solchen aufgeschoben ist. Die Einzelnetze
werden durch längs des Strebs gezogene Haltedrähte r, die Bohrungen der Kragarme
durchdringen, gesichert.
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Diese aufeinanderfolgenden Netze sind in geeigneten seitlichen Abständen
durch an ihren oberen und unteren Kanten angreifende Seile h', h" in schwebenden
Abständen von nach dem gewählten Ausführungsbeispiel 4 m miteinander verbunden,
durch welche sie nach Entfernen der Haltedrähte r mit dem Fortschritt des Ausbaus
von dem Stapel s abgezogen werden. Die Abb. 1 und 2 lassen erkennen, daß derart
in gleichbleibenden schwebenden Abständen durch die Drahtnetze g', g" . . . Räume
gebildet werden, die fortschreitend.durch die in den Aufhauen absatzweise abwärts
bewegten Hochdruck-Blasversatzmaschinen k mit Versatz ausgefüllt werden.
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In der in Abb. 1 dargestellten Phase ist ein Netz gi' selbsttätig
ausgezogen und in den Abstand von z. B. 4 m von dem letzten Netz gi" verbracht worden,
und der dazwischen befindliche Raum wird mit Blasversatz gefüllt.
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Die Seile h zwischen dem Netz gi' und dem nächstfolgenden Netz
des Stapels s sind, wie Abb. 1 erkennen läßt, noch schlaff und werden mit dem Fortschreiten
des Ausbaus gespannt, um dann ihrerseits das nächste der Netze von dem Stapel s
abzuziehen.
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Das erste Netz wird an dem Streckenausbau befestigt, so daß gewissermaßen
ein Netzkäfig entsteht, der die Versatzberge aufnimmt, die auf die Verbindungsseile
h auf der Sohle drücken, so daß der Versatz auch bei steiler Lagerung nicht abrutschen
kann. Das unterste Drahtnetz gm und auch das oberste Drahtnetz ist in geeigneter
Weise verstärkt bzw. die Netzöffnungen durch Gewebe od. dgl. verdichtet.
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Der seitliche Abschluß des Versatzkörpers erfolgt durch die von Hand
eingebrachten Netzplatten 1.
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Wie Abb. 2 erkennen läßt, können diese seitlichen Abschlußnetzrahmen
durch die Anker, die gleichzeitig den Ausbau der Aufhauen bilden, am Gebirge gesichert
werden. Auch die Kopf- und Sohlstrecke, die, wie aus Abb.l, rechts oben ersichtlich
ist, entsprechend dem Vorschlage nach der Hauptpatentanmeldung im Flözliegenden
aufgefahren sind, stehen in Ankerausbau.