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Umlaufräderwechselgetriebe Die Erfindung betrifft ein Umlaufräderwechselgetriebe
mit einem in dem Gehäuse drehbar gelagerten Hohlradkranz, Planetenrädern, welche
mit dem Hohlradkranz und dem Sonnenrad kämmen, und einer Kupplung, die den Hohlradkranz
mit dem Planetenradträger verbinden kann und axial fluchtend mit einer Bremse angeordnet
ist, die den Hohlradkranz mit dem Gehäuse verbinden kann.
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Bei einem bekannten Getriebe dieser Art sind sowohl die Bremse als
auch die Kupplung konisch ausgeführt, wobei zwischen der Kupplung und der Bremse
ein konischer Reaktionsring zum In- bzw. Außereingriffbringen der Kupplung und der
Bremse axial nach links bzw. rechts verschiebbar ist. In einer Mittelstellung sind
sowohl die Kupplung als auch die Bremse außer Eingriff. Die Druckfläche und die
Reaktionsfläche des Reaktionsringes weisen axial in entgegengesetzter Richtung und
liegen radial übereinander. Daraus ergibt sich derNachteilvergrößerter Schaltwege
mit zunehmendem Verschleiß, da die radial weiter außen liegenden Flächen wegen der
größeren Umfangsgeschwindigkeit stärkeren Verschleiß erfahren.
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Es ist ferner bei Umlaufräderwechselgetrieben der eingangs beschriebenen
Art bekannt, die Kupplung oder Bremse als Scheiben- oder Lamellenkupplung und -bremse
auszuführen.
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Bei einer bekannten Ausführung dieser Art, bei der die Kupplung als
Mehrscheibenkupplung und die Bremse konisch ausgebildet ist, addieren sich die durch
die Abnutzung entstehenden zusätzlichen Schaltwege an der Kupplung und Bremse.
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Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines Umlaufräderwechselgetriebes
mit einer besonders zweckmäßigen baulichen Ausgestaltung der gleichachsig angeordnetenKupplung
undBremse, so daß derVerschleiß vollständig kompensiert wird und dadurch keine Veränderung
der normalen Schaltwege eintritt.
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Gemäß der Erfindung wird dieses Ziel dadurch erreicht, daß auf dem
Hohlradkranz ein Reaktionsring mit zwei in die gleiche Richtung weisenden radialen
Druckflächen gegen die gleichachsig angeordnete Kupplung und' Bremse axial verschiebbar
ist und außer demHohlradkranz die in einer axial verschiebbaren Hülse geführten
Kupplungsscheiben sowie zwischen dem Hohlradkranz und dem Reaktionsring angeordnete
axiale Druckfedem umgibt, so daß die Druckfedem die Druckfläche und die Kupplungsscheiben
gegen eine radiale Druckfläche des Hohlradkranzes drücken und den Hohlradkranz mit
dem Planetenradträger zum gemeinsamen Umlauf im Direktgang miteinander kuppeln,
und daß zwischen dem Gehäuse und der Bremse eine axial wirkende Druckvorrichtung,
die axial in entgegengesetzter Richtuno, wie die Druckfläche des Rekationsringes
weist, die Bremse in Eingriff bringen und den Reaktionsring bei fortgesetzter Betätigung
allmählich verschieben kann, sodaß dieDruckfedemzusammengedrückt werden und die
Kupplung außer Eingriff gebracht wird und dadurch der Antrieb über das Sonnenrad
und die Planetenräder in einem übersetzten Gang übertragen wird.
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Durch dieErfindungwird eineruckartigeLeistungsübertragung vermieden,
die eintreten würde, wenn die Kupplung plötzlich außer Eingriff und die Bremse ebenso
plötzlich in Eingriff gebracht würde. Vielmehr ergibt sich ein allmählicher Übergang
von dem einen Gbersetzungsverhältnis zu dem anderen bei sanfter Arbeitsweise, so
daß auch unerwünschte Beanspruchungen vermieden werden. Die Druckfedern kompensieren
automatisch während des Betriebes den durch Verschleiß vergrößerten Weg, so daß
der Schaltweg konstant bleibt, ohne die Reibscheiben periodisch zu erneuern. Ein
weiterer Vorteil der erfindungsgemäßenKonstruktion besteht darin, daß die in der
Kupplung und in der Bremse verwendeten Lamellen
oder Scheiben untereinander
austauschbar sind.
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Dieser Vorteil ergibt sich einerseits daraus, daß Kupplung und Bremse
auf dem gleichen Radius angeordnet sind, und zum anderen aus dem weiteren
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Merkmal der Erfindung, daß Kupplung und Bremse jeweils als Mehrscheiben-
oder Lamellenkupplung ausgebildet sind, wobei eine Reihe ringförmiger, radial angeordneter
Lamellen axial verschiebbar durch Nut- und Keilverbindung auf dem Planetenradträger
bzw. auf dem Hohlradkranz angeordnet sind und zwischen die Lamellenreihen in versetzter
Anordnung eine weitere Reihe ringfönniger, radial angeordneter Lamellen eingesetzt
sind, welche mit den e#-,steren Lamellen unter Druck in Reibschluß treten können
und axial verschiebbar durch Nut- und Kellverbindung an dem Hohlradkranz bzw. an
dem Gehäuse befestigt sind.
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Zweckmäßigerweise sind die Lamellen der Kupplung zwischen dem Hohlradkranz
und der radialen Druckfläche des Reaktionsringes, eingebettet, die von den Druckfedern
gegen den Hohlradkranz gedrückt im
wird. Vorzugsweise sind dann die Lamellen
der Bremse zwischen der radialenReaktionsfläche desReaktionsringes und der Druckvorrichtung
eingebettet, so daß sie bei der Betätigung der Druckvorrichtung dazwischen zusammengedrückt
werden und dadurch die Bremse in Eingriff tritt.
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Die Erflndung ist im folgenden beispielsweise an Hand der Zeichnung
beschrieben.
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Fig. 1 ist ein Längsschnitt durch das Umlaufräderwechselgetriebe
gemäß der Erfindung; Fig. 2 ist ein Querschnitt durch das Getriebe in der durch
die Linie 11-11 in Fig. 1 markierten Ebene und Fig. 3 ein abgebrochener
Längsschnitt durch das Oberteil des in Fig. 1 gezeigten Getriebes.
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Nach der Zeichnung enthält ein Gehäuse 11 einen Planetengetriebesatz.
Das Gehäuse 11 ist aus drei gesonderten Teilen aufgebaut: einem Lagertragflansch
12, einem zylindrischen Körper 13 und einem ringförmigen Seitenteil 14, die
konzentrisch um eine Antriebswelle 16 und eine Abtriebswelle 17 angeordnet
sind. Die Antriebswelle 16 ist mit einer Nabe 18 in dem Tragflansch
12 verkeilt. Der Tragflansch 12 ist durch eineMehrzahl vonKopfschrauben fest mit
dem zylindrischen Körper 13 verbunden. Der ringförmige Seitenteil 14 ist
ebenfalls durch eine Mehrzahl von Kopfschrauben an dem zylindrischen Körper befestigt
und konzentrisch um die Abtriebswelle 17
herum angeordnet. Mit der Abtriebswelle
17 ist ein Kupplungsflansch 19 verkeilt und gegen axiale Verschiebung
durch eine Feststellmutter 21 gesichert.
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Der Planetengetriebesatz enthält ein Sonnenrad 22, einen Hohlradkranz
23 und einen Planetenradträger 24. Das Sonnenrad 22 ist auf der Antriebswelle
16
verkeilt und gegen axiale Verschiebung durch eine Halteplatte
26 gesichert die durch Festsetzschrauben 27 an der Welle
16 befestigt ist. Der Planetenradträger 24 weist einen Läuferkörper
28 auf, der drei Planetenräder 29 trägt. Die Planetenräder
29 sind drehbar auf Wellenstümpfen 31 gelagert, welche auf einer Seite
in dem Läuferkörper 28 und auf der anderen Seite in einem sich in axialer
Richtuna erstreckenden Teil 32 sitzen, der drehbar von C, dem Tragflansch
12 getragen wird und eine genutete Mantelfläche 33 aufweist. Der Hohlradkranz
23 weist innen eine Verzahnung 35 auf, wie deutlicher aus Fig. 2 hervorg
geht, die mit den Planetenrädern 29 kämmt. Er ist drehbar auf dem ringförmigen Seitenteil
14 des Gehäuses 11 mit einem Kugellager 36 gelagert, das auf einem
an dem ringförinigen Seitenteil 14 ausgebildeten Sitz mittels Federringen73 gesichert
ist. Die Mantelfläche des Hohlradkranzes 23 ist mit zwei genuteten Flächenabschnitten
37 und 38 versehen, die in axialer Richtung im Abstand voneinander
liegen. Weiterhin ist der äußere Umfang des Hohlradkranzes 23 mit einer sich
in radialer Richtung erstreckenden ringförmigen Druckfläche 41 versehen, deren Zweck
im folgenden noch näher beschrieben wird.
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Eine als Ganzes mit 68 bezeichnete Kupplung enthält eine Reihe
ringförmigr, darial angeordneter Reibscheiben42, die an ihrem inneren Umfang durch
Nut- und Keilverbindung axial verschieblich mit dem genuteten Teil 33 des
Planetenradträgers 24 im Eingriff stehen. In versetzter Anordnung sind zwischen
die ringförmigenReibscheiben42weitere ringförinige, radial angeordnete Reibscheiben
44 eingesetzt, die an ihrem äußeren Umfang durch Nut- und Keilverbindung mit einer
in einer schwimmenden Hülse 46 ausgebildeten genuteten Innenfläche 45 im Eingriff
stehen, die den Hohlradkranz 23 umgibt. Die genutete Fläche 45 der Hülse
46 steht ebenfalls mit dem genuteten Abschnitt 37 auf der Mantelffäche des
Hohlradkranzes 23 so im Eingriff, daß in axialer Richtung eine Verschiebebewegung
der Hülse 46 gegenüber dem Zahnradkranz 23 möglich ist.
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Ein Druckplattenring 47 mit einer radialen Druckfläche 48, die von
einem radialen Flanschteil 74 des Ringes 47 getragen wird, hält normalerweise die
ineinandergreifenden Reihen der ringförmigen Reibscheiben 42 und 44 in Reibschluß,
und zwar unter der Wirkung eines Druckes, welcher aus einer Quelle herrührt, die
im folgenden noch zu beschreiben ist. Die Reibscheiben 42 und 44 sind zwischen der
radialen Druckfläche 48 und der radialen Druckringfläche 41 des Hohlradkranzes
23 eingebettet, so daß der Planetenradträger 24 mit dem Hohlradkranz
23
zum Direktgang verriegelt wird. In diesem Zustand ist der gesamte Planetengetriebesatz
mit Sonnenrad 22, Planetenradträger24 und Hohlradkranz23 in sich verriegelt, so
daß er als eine Einheit umläuft. Infolgedessen ist die Antriebswelle 16 direkt
mit der Abtriebswelle 17 gekuppelt, so daß beide mit Drehzahlen im übersetzungsverhältnis
1 : 1 umlaufen.
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Der Druckplattenring 47 ist mit einem radialen Flansch 76 eines
Reaktionsringes 49 durch einen Federring 51 fest verbunden, so daß er sich
relativ dazu nicht bewegen kann. Der Druckplattenring 47 kann infolgedessen als
mit dem Reaktionsring aus einem Teil bestehend angesehen werden. Beide Teile sind
lediglich aus Herstellungs- und Montageggründen getrennt ausgeführt. Der Radialflansch
76 des Reaktionsringes 49 und der Druckplattenring 47 mit seinem Radialflansch
74 sind, wie in Fig. 1 und 3 gezeigt, so angeordnet, daß sie ein Gehäuse
bilden, welches die schwimmendeHülse46 umgibt und deren Axialverschiebung gegenüber
der genuteten Mantelfläche 37 des Hohlradkranzes 23 begrenzt sowie
weiterhin verhindert, daß die ringförmigen Reibscheiben 44 aus der genuteten Innenfläche
45 der Hülse 46 herausgleiten.
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Das die schwimmende Hülse 46 umgebende Gehäuse dient weiterhin dazu,
diese in axialer Richtung in bezug auf die Reihen der Reibscheiben 42 und 44
nachzustellen,
wenn diese Scheiben im Laufe ihrer normalen Benutzung verschleißen.
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Der Reaktionsring 49 ist so ausgebildet, daß er in Umfangsrichtung
im Abstand voneinander liegende Käfige 52 bietet, die mit den Reibscheiben
42 und 44, d. h. den Lamellen der Kupplung 68, in axialer Richtuna
fluchten. Wie aus Fig. 1 und 3 hervorgeht, ist in jeden einzelnen
Käfig 52 eine zylindrische Schraubenfeder 53 eingesetzt. Die Käfige
52 arbeiten mit zu ihnen fluchtenden Ausnehmungen 54 in dem Hohlradkranz
23 zusammen. Die Federn 53 werden zwischen den Ausnehmungen 54 und
den radialen Anlagetlächen 56 unter Spannung gehalten, welche die Endwandung
der Käfige 52 bilden. Die Federn 53
werden bei Montage der übertragungsvoArichtung
unter Spannung eingesetzt. Der von den Federn 53
ausgeübte Druck preßt normalerweise
den Hauptkörper des Reaktionsringes 49, der die Käfige enthält, von dem Hohlradkranz
23 weg, so daß die radiale Druckfläche 48 des Druckplattenringes 47 in der
Zeichnung nach rechts gegen die Reihen der ringförmigen Reibscheiben 42 und 44 der
Kupplungsvorrichtung 68 gedrückt wird. Der Druck ist so bemessen, daß diese
Kupplungsscheiben in Reibschluß irtiteinander gehalten werden und eine Relativdrehung
zwischen ihnen mit Sicherheit verhindert wird.
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Wie aus Fig. 1 und 3 hervorgeht, weist das rechte Ende
des Reaktionsringes 49 eine radiale Reaktionsfläche 57 auf, deren Zweck im
folgenden noch näher beschrieben wird. Weiterhin weist der Ring 49 eine aenutete
Innentläche 58 auf, die verschieblich mit dem genuteten Abschnitt
38 der Mantelfläche des Hohlradkranzes 23 im Eingriff steht.
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Eine als Ganzes mit 69 bezeichnete Bremsvorrichtung ist im
Abstand von der Kupplungsvorrichtung 68 und in axialer Richtung dazu fluchtend
ausgerichtet angeordnet. Sie enthält eine Reihe ringföriniger, radial angeordneter
Reibscheiben 59, die an ihrem inneren Umfang durch Nut- und Keilverbindung
verschieblich mit dem genuteten Abschnitt 38 der Mantelfläche des Hohlradkranzes
23 im Eingriff stehen. In versetzter Anordnung sind zwischen die Reibscheiben
59 weitere ringförrnige, radial angeordnete Reibscheiben 61 eingesetzt,
die an ihrem äußeren Umfang verschieblich mit einer genuteten Innenfläche
62 des ringförmigen Seitenteils 14 des Gehäuses 11 im Eingriff stehen.
Die Reibscheiben 59 und 61 sind in axialer Richtung zu den Reibscheiben
42 und 44 der Kupplungsvorrichtung 68 fiuchtend angeordnet und zwischen der
radialen Reaktionsfläche 57 des Reaktionsringes 49 und einer ringförmigen
Radialfläche 64 einer Druckvorrichtung eingebettet, die im folgenden noch zu beschreiben
ist, so daß sie dazwischen bei Betätigung der Druckvorrichtung zusammengepreßt werden
und den Hohradkranz 23 mit dem Gehäuse ll'verriegeln, so daß der Planetenradträger24
mit seinen Planetenrädern29 frei um das Sonnenrad22 rotieren kann.
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Die erwähnte Druckvorrichtung weist einen Ringkolben 63 auf,
der durch ein Druckmedium in einem Rin inder 65 verschoben werden kann, der
in dem , 9zyl ringförmigen Seitenteil 14 des Gehäuses 11 ausgebildet
ist. Der Kolben 63 trägt in axialer Richtung, mit den ineinandergreifenden
Reihen der Reibscheiben 59 und 61 fluchtend, die ringförmige Radialfläche
64. In der Zeichnung wird dem Ringzylinder 65 durch beliebige geeignete Mittel
ein Druckmedium so zuge-'führt (nicht dargestellt), daß der Kolben 63 nach
links verschoben wird. Mittels federbelasteter Stößel 66, von denen nur einer
in der Zeichnung dargestellt ist, wird der Kolben so belastet, daß er in seine Ausgangsstellung
zurückkehrt. Die mit einer konzentrisch aufgesetzten zylindrischen Schraubenfeder
67 versehenen einzelnen, durch die Federkraft betätigten Stößel
66 werden von zylindrischen Kammern, aufgenommen, die in dem ringförmigen
Seitenteil 14 des Gehäuses ausgebildet sind. Sie sind durch einen Gewindeteil
70 fest mit dem Kolben 63 verbunden, so daß sie sich gemeinsam mit
ihm bewegen.
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Wenn man dem Ringzylinder 65, wie beschrieben, ein Druckmedium
zuleitet, -wird der Kolben 63 in axialer Richtung nach links verschoben und
drückt die ineinandergreifenden Reibscheiben 59 und 61 der Bremsvorrichtung
69 allmählich in Reibschluß zueinander und gegen die radiale Reaktionsfläche
57
an den Reaktionsrin- 49, so daß der Hohlradkranz 23 mit dem Gehäuse
11 verriegelt wird. Unter der #"jirkung des Kolbens 63 werden die gegen die
radiale Reaktionsfläche 57 anliegenden Reibscheiben 59 und
61 gleichzeitig den Reaktionsring 49 veranlassen, sich axial nach links in
der Zeichnung zu bewegen, und zwar gegen den Widerstand, der von den Druckfedern
53 geleistet wird, so daß sich auch die radiale Druckfläche 48 axial nach
links bewegt und allmählich der Druck von den ineinandergreifenden Reibscheiben
42 und 44 der Kupplung 68 abgenommen wird. Dadurch treten die Reibscheiben
42 und 44 außer Reibschluß zueinander und ermöglichen eine Relativbewegung zwischen
dem Planetenradträger 24 und dem Hohlradkranz 23, so daß der Antrieb über
das Sonnenrad 22 und die Planetenräder 29 in einem indirekten Gang übertragen
wird.
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In diesem Zustand kann sich der Planetenradträger 24 frei um das Sonnenrad
22 drehen, so daß Leistung von der Antriebswelle 16 zu der Abtriebswelle
1.7 in einem vorherbestimmten Drehzahlübersetzungsverhältnis übertragen werden
kann.
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Es wird besonders darauf hingewiesen, daß in dem gleichen Maße, wie
die Reibscheiben 59 und 61 der Bremsvorrichtung 69 allmählich
in Eingriff miteinander gebracht werden, die Reibscheiben 42 und 44 der Kupplungsvorrichtung
68 gleichzeitig und allmählich außer Eingriff gebracht werden.
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Eine Verschiebung des Ringkolbens 63 in seinem Zylinder
65 nach links bewirkt, daß die einzelnen Federn 67 der durch Federkraft
getätigten Stößel 66
durch den Kopf der Stößel bei seiner Bewegung nach links
zusammengedrückt werden. Wenn das Druckmedium aus dem Zylinder 65 entweicht,
bewirken die Federn 67 der einzelnen Stößel 66, das sich der Ringkolben
63 allmählich nach rechts verschiebt und dadurch die Reibscheiben
59 und 61 außer Reibschluß bringt. Gleichzeitig wird dadurch bewirkt,
daß die Druckfedern 53 den Reaktionsring nach rechts drücken und die Reibscheiben
42 und 44 der Kupplungsvorrichtung 68 allmählich in Eingriff gebracht werden,
so daß die Verhältnisse des Direktganges zwischen Antriebswelle 16 und Abtriebswelle
17 wiederhergestellt werden.
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Besonders beachtenswert ist, daß die gleiche Druckkraft, die auf die
Reibscheiben 59 und 61 der Brernsvorrichtung 69 ausgeübt wird,
gleichfalls dazu ausgenutzt wird, den Druck auf den Reibscheiben 42 und 44 der Kupplungsvorrichtung
68 aufzuheben, der diese Kupplungsscheiben in Reibschluß miteinander hält.
Diese gleichzeitige Druckanwendung auf die
Bremsvorrichtung
69 und Druckauffiebung in der Kupplungsvorrichtung 68 führt zu einem
kaum wahrnehmbaren übergang vom Direktgang zu einem vorbestimmt untersetzten Gang.
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In Fig. 2 sind drei Planetenräder 29 gezeigt, die mit dem Sonnenrad
22 und dem Hohlradkranz 23 kämmen. In Abhängigkeit von dem bei einem speziellen
Anwendungsfall geforderten Drehmoment kann auch ein Planetengetriebesatz mit mehr
als drei Planetenrädern 29 eingesetzt werden. Wenn auch das beschriebene
Getriebe in erster Linie einer Drehzahluntersetzung und Drehmomentsteigerung dient,
so kann es doch auch ganz offenbar durch Vertauschung von An- und Abtriebswelle
16 und 17 zur übersetzung ins Schnelle verwendet werden.
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In Anbetracht der Tatsache, daß das Kugellager 36, welches
den Hohlradkranz 23 in dem Gehäuse 11
lagert, fest mit dem ringförmigen
Seitenteil 14 des Gehäuses durch die Federringe 73 verbunden ist, wie zuvor
beschrieben, kann jede Druckkraft, die von den Druckfedern 53 ausgeübt wird,
den Reaktionsring 49 in dem Maße nach rechts drücken, in dem ein Verschleiß auf
den Reibscheiben 42 und 44 der Kupplung und auf den Reibscheiben 59 und
61 der Bremsvorrichtung eintritt. In dem Maße, in dem dieser Verschleiß eintritt
-, wird die radiale Reaktionsffäche57 an dem Reaktionsring49 allmählich nach rechts
verschoben, wobei die Stärke der ineinandergreifenden Reibscheiben die axiale Lage
der radialen Reaktionsfläche 57 in bezug auf den genuteten Flächenabschnitt
38 an dem Hohlradkranz 23 bestimmt. Die Länge des genuteten Abschnitts
38 läßt diese Axialverschiebung des Reaktionsringes 49 zu. Die Weglänge,
die der Ringkolben 63 zurücklegen muß, um die Reibscheiben 59 und
61 außer Eingriff zu bringen, wird daher sogar nach sehr langen Betriebszeiten
annähernd konstant bleiben. Dieses Merkmal schaltet die unerwünschte Verzögerung
im Ansprechen aus, die sonst eintreten würde, wenn der Kolbenweg sich mit zunehmendem
Verschleiß der Teile verlängern würde.
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Hierzu ist in Fig. 3 die Stellung des Druckplattenringes 47
und des Reaktionsringes 49 dargestellt, wenn die Reibscheiben 42 und 44 der Kupplung
sowie die Reibscheiben 59 und 61 der Bremsvorrichtung verschlissen
sind. Die ursprüngliche Stellung des Druckplattenringes 47, bei der noch kein Verschleiß
der jeweiligen Reihen von Reibscheiben eingetreten ist, ist in strichpunktierten
Linien auf der linken Seite des Druckplattenringes 47 eingezeichnet. Da die Reibflächen
der Reibscheiben 42 und 44 der Kupplung und der Reibscheiben 59 und
61 der Bremsvorrichtung annähernd gleich sind, gleicht das gleichzeitige
Ineingriff- und Außereingriffbringen der jeweiligen Reibscheiben während des Betriebs
der übertragungsvorrichtung den Verschleiß der Reibscheiben aus.
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Da, wie bereits im vorstehenden erwähnt, der genutete Abschnitt
38 auf der Mantelfläche des Hohlradkranzes 23 eine axiale Verschiebung
des Reaktionsringes entsprechend dem auftretenden Verschleiß an den Reibscheiben
von Kupplung und Bremse ermöglicht, kann die Leistungsübertragungsvorriehtung über
eine beträchtliche Zeitdauer in Betrieb sein, ohne daß die Vorrichtung zum Ersetzen
der verschlissenen Reibscheiben auseinandergebaut werden muß.
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Es ist besonders darauf hinzuweisen, daß in den im einzelnen angegebenen
Stellungen die folgenden Teile alle axial fluchtend zueinander ausgerichtet sind:
die radiale Druckfläche 48 an dem Druckplattenring 47, die Reibscheiben 42 und 44
der Kupplung 68,
die Mantelflächenabschnitte des Hohlradkranzes
23
mit der ringförmigen radialen Druckfläche 41, die Reaktionsring-Druckfedern
53, die Reaktionsfläche 57 an dem Reaktionsring 49, die Reibscheiben
59
und 61 der Bremse 69 und die ringförmige Radialfläche 64
an dem Kolben 63.
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Die Anordnung dieser Teile in dieser Weise ermöglicht, daß die wirksa
rn Kraft der Druckfedern 53 und die von dem Kolben 63 ausgeübte Kraft
die gleiche in Längsrichtung verlaufende Wirkungslinie haben, so daß unerwünschte
Biegebeanspruchungen oder andere Beanspruchungen dieser Teile während des Betriebes
der Leistungsübertragungsvorrichtung ausgeschaltet sind.
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Die übertragungsvorrichtung, welche den Gegenstand der Erfindung bildet,
kann entweder für sich allein oder in ein größeres übertragungssystem eingesetzt
angewendet werden. In Fig. 1 ist dargestellt, daß die Antriebswelle
16 durch eine Nabe 18 hindurchgreift, mit der sie zum gemeinsamen
Umlauf verkeilt ist. Die Nabe 18 weist eine äußere genutete Fläche auf (nicht
dargestellt), welche mit einer entsprechenden genuteten Fläche eines umgekehrten
Getriebes (nicht dargestellt) verschieblich im Eingriff steht (nicht dargestellt).
Selbstverständlich kann eine ganze Reihe solcher übertragungsvorrichtungen, von
denen eine im einzelnen beschrieben ist, in einer Reihe längs einer Welle zusammengesteckt
werden, wenn dieses gewünscht wird, um weitere Drehzahlübersetzungen zu erhalten.
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Bei normalem Betrieb der übertragungsvorrichtung ist die Zufuhr von
Druckmedium zu dem Zylinder 65
abgeschnitten. Der Kolben 63 befindet
sich infolgedessen in seiner extremen rechten Stellung auf seiner Bewegungsstrecke
in dem Zylinder 65. Der Planetenradträger 24 und der Hohlradkranz
23 sind zwangläufig miteinander gegen Relativdrehung verriegelt, wie im vorstehenden
beschrieben, so daß der gesamte Planetengetriebesatz mit der Antriebswelle
16 in der Drehzahl des Direktganges umläuft. Da die Reibscheiben 42 und 44
der Kupplung normalerweise durch die Wirkung der Druckfedem 53 im Eingriff
gehalten werden, ist es nichtnotwendig, irgendwelche zusätzlichen druckausübenden
Mittel während des Starts der Vorrichtung anzuwenden, da die Antriebswelle
16 mit der Abtriebswelle 17 direkt gekuppelt ist.
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Wenn es gewünscht wird, das Drehzahlübersetzungsverhältnis von einem
Direktgang auf einen Indirektgang zu wechseln, wird dem Zylinder 65 ein Druckmedium
zugeführt und dadurch der Ringkolben 63 veranlaßt, sich nach links zu bewegen
und eine Axialkraft auf die Reibscheiben 59 und 61 der Bremse auszuüben,
so daß diese Scheiben allmählich in Reibschluß miteinander und gegen die radiale
Reaktionsfläche 57 an dem Reaktionsring 49 gedrückt werden. Der von dem Kolben
63 ausgeübten Kraft wird von den Druckfedern 53 wirksam Widerstand
geleistet. In dem Maße, wie sich der Reaktionsring 49 unter der von dem Kolben
63 ausgeübten Axialkraft nach links bewegt, verschiebt sich auch der Druckplattenring
47 nach links und bewirkt, daß die an ihm befindliche Radialdruckfläche 48 die Reibscheiben
42 und 44 der Kupplung allmählich außer Eingriff bringt. Wenn die Reibscheiben der
Kupplung vollständig außer Eingriff stehen, kann sich der Planetenradträger relativ
zu dem Hohlradkranz 23 frei drehen. Der Hohlradkranz
23
wird durch die Reibscheiben 59 und 61 der Bremse an einer Drehung
gehindert. Infolgedessen erzeugt die Vorrichtung, wie im vorstehenden beschrieben,
einen indirekten Gang.' Die Reibscheiben der Kupplung 68 bleiben so lange
außer Eingriff und die Reibscheiben der Kupplung 69 so lange im Eingriff,
wie die Einwirkung des Druckmediums in dem Zylinder 65 auf den Kolben
63 aufrechterhalten wird.-Wenn man auf den Direktgang zurückschalten will,
wird das Druckmedium aus dem Zylinder 65 durch nicht dargestellte Mittel
abgelassen. Dann üben die zusammengedrückten Federn 67 der einzelnen federgetätigten
Stößel 66 eine solche Kraft aus, daß der Kolben 63 in seine Ausgangslage
zurückkehrt, wie in Fig. 1 und 3 gezeigt. Gleichzeitig drücken die
Druckfedern 53 den Reaktionsring 49 nach rechts, so daß die radiale Druckfläche
48 des Druckplattenringes 47 die Reibscheiben 42 und 44 der Kupplung in Eingriff
bringt. Dadurch wird der Hohlradkranz 23 wieder, wie zuvor beschrieben, mit
dem Planetenradträger 24 verriegelt und die Antriebswelle 16 wieder direkt
mit der Antriebswelle 17 gekuppelt.