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Streckenvortriebsmaschine für Abbaustrecken Die Hauptpatentanmeldung
betrifft eine Streckenvortriebsmaschine für Abbaustrecken, welche das Haufwerk teilweise
maschinell löst und ladet, und kennzeichnet sich durch die Vereinigung folgender
Merkmale: a) Ein Ladeförderer mit endlosem unilaufendem Fördermittel besitzt einen
langgestreckten parallel zur Streckensohle und nahe derselben angeordneten Aufgabe-Ausleger,
b) das vordere Ende des Aufgabe-Auslegers ist mit in Verlängerung seines Querschnittes
angeordneten, maschinell angetriebenen Werkzeugen zur Herstellung eines das Auslegerende
aufnehmenden Führungskanals von gegenüber dem Streckenquerschnitt wesentlich kleinerem
Querschnitt ausgerüstet.
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Während bei vorbekannten Streckenbohr- und Abbaumaschinen stets der
gesamte Querschnitt der Strecke bzw. des Abbauhohlraumes durch die Schneid- oder
Bohrwerkzeuge hereingewonnen wird oder bei anderen Verfahren durch zum Teil selbst
aufnehmende Ladegerät das zuvor beim Schießen angesammelte Haufwerk ausgeräumt wird,
wird bei der Maschine nach der Hauptpatentanmeldung durch die am vorderen Ende des
Aufgabe-Auslegers vorgesehenen Werkzeuge in der Streckenstirnwand ein Führungskanal
hergestellt, dessen Querschnitt nicht wesentlich größer als der Querschnitt des
Aufgabe-Auslegers, jedoch wesentlich geringer als der Querschnitt der Abbaustrecke
bemessen ist. Infolge dieser geringen Querschnittsabmessungen des den Aufgabe-Ausleger
aufnehmenden Führungskanals sind der zu seiner Herstellung erforderliche Energieaufwand
und Andruck verhältnismäßig gering, wobei ferner auch bei verhältnismäßig geringer
Mächtigkeit der Lagerstätte der Führungskanal ausschließlich in dem gegenüber dem
Nebengestein weicheren Mineral, insbesondere der Kohle, hergestellt werden kann.
Der auf diese Weise in der Streckenstirnwand hergestellte Führungskanal dient zunächst
bei der Hereingewinnung des restlichen Streckenquerschnittes als Einbruch, welcher
insbesondere bei Anwendunng von Schießarbeit die Hereingewinnung des Haufwerks wesentlich
erleichtert. Gleichzeitig wird durch den in dem Führungskanal befindlichen Teil
des Aufgabe-Auslegers das hereinzugewinnende Haufwerk unterfahren, so daß das aus
dem übrigen Streckenquerschnitt nachbrechende bzw. hereingewonnene Gut ohne großen
Kraft- und Arbeitsaufwand auf den im Führungskanal befindlichen Teil des Ladeförderers
aufgegeben werden kann. Da weiterhin das vordere Ende der Maschine als langgestreckter
Aufgabe-Ausleger ausgebildet ist, kann der Führungskanal ohne weiteres so weit vorgebohrt
werden, daß die sich am außeren Ende des Führungskanals befindenden Arbeitswerkzeuge
auch bei der Hereingewinnung des übrigen Streckenquerschnittes durch Schießarbeit
nicht beschädigt werden. Diese Maschine steht unmittelbar nach der Hereingewinnung
des restlichen Streckenquerschnittes für die Abbeförderung des hereingebrochenen
Haufwerks zur Verfügung, während unmittelbar nach dem Wegladen dieses Haufwerks
mit dem Weiterbohren des Führungskanals fortgefahren werden kann.
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Bei der Bauart nach der Hauptpatentanmeldung ist ferner eine einspurige
Unterstützung des Ladeförderers vorgesehen, wobei diese Unterstützung in dem von
den Bohrwerkzeugen hergestellten Führungskanal geführt ist. Diese Führung stellt
im wesentlichen eine Unterstützung des außerhalb des Bohrloches liegenden Maschinenteils
dar.
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Die Streckenvortriebsmaschine nach der Hauptpatentanmeldung wird nunmehr
dadurch weiterhin verbessert, daß der vordere im Bohrloch geführte, parallel zur
Streckensohle und axial zur Streckenachse gerichtete, mit den Bohrwerkzeugen ausgerüstete
Aufgabe-Ausleger auf ganzer Länge als verstärkter, biegungssteifer und knickfester
Träger ausgebildet ist, dessen Widerstandsmoment mindestens doppelt so groß wie
das Widerstandsmoment des außerhalb des Bohrloches liegenden aufwärts führenden
Fördererteiles bemessen ist. Das Widerstandsmoment des auslegerartigen Fördererabschnittes
wird vorzugsweise drei- bis fünffach so groß wie das Widerstandsmoment des rückseitigen
aufwärts führenden Fördererabschnittes bemessen. Dieser in besonderer Weise verstärkte
vordere Teil des Förderers
unterstützt die genaue Führung der Bohrwerkzeuge
und bildet gleichzeitig während des Bohrbetriebs eine einwandfreie Führung im Bohrloch.
Durch die beim Schießen der oberhalb des Bohrloches befindlichen Kohle bzw. des
Gesteins auftretenden Sprengkräfte werden infolge der besonders starken Ausbildung
keine Zerstörungen angerichtet, so daß die Betriebsweise des Förderers gesichert
ist.
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Eine weitere vorteilhafte Ausbildung des vorderen Fördererabschnittes
des Auslegers besteht darin, daß dieser an der Unterseite durch einen brückenartigen
Unterzug auf der Bohrlochwandung abgestützt ist. Dieser Unterzug wird mit dem Förderer
fest verbunden. Der Förderer, welcher bereits durch entsprechend starke Bemessung
seiner Seitenteile an der Wandung des Bohrloches abgestützt sein kann, erhält auf
diese Weise durch den brückenartigen Unterzug eine weitere Abstützung, so daß die
beim Sprengen auf den Förderer ausgeübten Kräfte unmittelbar auf die Bohrlochwand
übertragen werden und jegliche Veränderung bezüglich der Lage des Förderers und
der Bohrwerkzeuge dadurch ausgeschlossen wird. Durch den Unterzug wird auch das
Widerstandsmoment des vorderen Fördererabschnittes in ganz beträchtlicher Weise,
und zwar mit einfachen Mitteln, erhöht.
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Von bedeutendem Vorteil ist eine weitere Ausgestaltung der Maschine
in der Weise, daß der an dem als Ausleger ausgebildeten Fördererabschnitt vorgesehene
brückenartige Unterzug mit Längs- und Querrippen versehen wird und daß die der Bohrlochwandung
zugekehrten Enden bzw. Kanten der Rippen durch entsprechend der Bohrlochwandung
gebogene Bogenstücke verbunden sind. Es wird durch diese Bogenstücke nicht allein
die Steifigkeit des Fördererabschnittes erhöht, sondern vor allen Dingen auch eine
sehr gute Abstützung des Fördererabschnittes auf der Bohrlochwandung während der
Sprengarbeit erzielt und außerdem auch die Führung dieses Fördererabschnittes verbessert.
Die Führung wirkt sich besonders günstig auf die Arbeitsweise der Bohrwerkzeuge
aus.
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In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht.
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Fig. 1 zeigt die in Längsrichtung der Strecke bewegliche Maschine
in Ansicht; Fig. 2 ist ein Querschnitt durch den vorderen, im Bohrloch befindlichen
Fördererabschnitt nach Linie 11-1I der Fig. 1; Fig. 3 ist ein Querschnitt durch
den außerhalb des Bohrloches liegenden aufwärts gerichteten Teil des Förderers gemäß
Linie 111-11I der Fig. 1.
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Der im vorliegenden Fall auf Kufen verschiebliche Ladewagen 1 ist
mit einem endlosen Kratzerförderer ausgerüstet, bei dem die das Gut mitnehmenden
Mitnehmer 2 zwischen den beiden seitlichen Ketten 3 befestigt sind. Die Trume sind
übereinander angeordnet.
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Der Förderer besitzt einen vorderen, waagerechten, in Längsrichtung
der Strecke verlaufenden Längenabschnitt 4 und einen aufwärts geführten Abschnitt
5, welcher den Entladeansatz 6 besitzt, von welchem das geförderte Gut dem in der
Strecke nachgeführten Wagen 7 zugeführt wird. Der waagerechte Längenabschnitt
4 des Förderers besitzt an seinem vorderen Ende einen Schneidkopf 8, der
mit Bohrwerkzeugen ausgerüstet ist. Der Antrieb der Bohrwerkzeuge wird abgeleitet
von der umlaufenden Kratzerkette 3. Die Kraftübertragung von der durch die Kratzerkette
gedrehten Umkehrrolle 9 auf die Bohrwerkzeuge ist in der Zeichnung nicht dargestellt.
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Mit. Hilfe des Schneidkopfes 8 wird beim Vorschieben des Ladewagens
1 das Bohrloch 10 hergestellt. Die größte Länge dieses Bohrloches 10 entspricht
der Länge des dem Schneidkopf nachfolgenden waagerechten Längenabschnittes 4 des
Förderers. Das von den Bohrwerkzeugen gelöste Gut wird gleich durch den Förderer
nach rückwärts zum Wagen 7 transportiert. Während der Fördererabschnitt 4 im Bohrloch
verbleibt, werden die Sprengbohrlöcher 11 hergestellt. Das beim Schießen nunmehr
nach dem Bohrloch 10 hin abgedrückte Material wird von dem Längenabschnitt 4 des
Förderers aufgenommen und nach rückwärts befördert. Nachdem die Strecke im Bereich
der Länge der Sprenglöcher auf die normale Querschnittsform gebracht ist, wird der
Vorschub des Ladewagens fortgesetzt, so daß ohne jegliche Verzögerung der Fördererabschnitt
4 dem Schneidkopf 8 nachfolgend in die nächstfolgende Betriebsstellung (in bezug
auf das Hereinschießen von Kohle und Gestein) gebracht werden kann.
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Der waagerechte Längenabschnitt 4 des Förderers ist mit einem starken
Boden 12 und gleichfalls starken Seitenteilen 13 ausgerüstet. Den erheblichen Unterschied
gegenüber dem außerhalb des Bohrloches befindlichen Fördererabschnitt erkennt man
aus dem in Fig. 3 dargestellten Querschnitt. Der waagerechte Längenabschnitt 4 des
Förderers ist außerdem mit einem brückenartigen Unterzug 14 ausgerüstet. Dieser
brückenartige Unterzug 14 besitzt Längs- und Querrippen, wobei die Längsrippen 15
mit Seitenabstand voneinander angeordnet sind, und zwar etwa unterhalb der seitlichen
Ketten des Förderers. Der brückenartige Unterzug 14 ist mit der Rinne des
Förderers fest verbunden. Der Unterzug besitzt an seinen Seiten die kräftig ausgebildeten,
im Querschnitt winkelförmigen Seitenteile 16, welche die seitlichen Ketten des Förderers
im Obertrum übergreifen. Der Förderer ist dadurch nach unten und nach den Seiten
hin zusätzlich abgeschirmt und sowohl gegen Beschädigungen geschützt als auch derart
versteift, daß ein Verbiegen oder Ausknicken selbst unter der Wirkung der Sprengschüsse
nicht möglich ist.
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Die Quer- und Längsrippen des brückenartigen Unterzuges können mit
den äußeren Enden unmittelbar an der Wandung des Bohrloches anliegen bzw. sich dort
abstützen. Wie die Fig. 2 zeigt, werden aber zwischen den Enden der Rippen Bogenstücke
17 und 18 befestigt (beispielsweise durch Verschweißen). Die Form der Bogenstücke
entspricht dem Verlauf der Bohrlochwandung. Der waagerechte Fördererabschnitt 4
mitsamt seinem Unterzug 14 hat damit eine ganz besonders gute Führung im Bohrloch
und auch eine sichere Stützfläche. Die beim Sprengen auftretenden Explosionsdrücke
werden dadurch direkt, und zwar auf großer Fläche, auf die untere Hälfte der Bohrlochwandung
übertragen.
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Bei der besonders starken Ausbildung des waagerechten Teils 4 des
Förderers, und zwar unter gleichzeitiger Verwendung des brückenartigen Unterzugs
14, wird erreicht, daß die neutrale Faser des waagerechten Fördererschnittes um
ein Beträchtliches tiefer liegt, als dies bei einem normal ausgebildeten Binnenprofil
der Fall ist (vgl. den schräg aufwärts gerichteten Abschnitt 5 des Förderers entsprechend
Fig. 3). Es
wird auf diese Weise mit verhältnismäßig einfachen und
leichten Mitteln das Widerstandsmoment des vorderen Fördererabschnittes gegenüber
dem rückwärtigen Fördererabschnitt erheblich vergrößert, und es wird gleichzeitig
die Führung der Bohrwerkzeuge verbessert und eine die Sprengkräfte in den unteren
Teil der Bohrlochwandung ableitende sichere Abstützung des Förderers erzielt.