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Verfahren zum Bohren von Fels unter Wasser und Einrichtungen zum Durchführen
des Verfahrens Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bohren von Fels unter Wasser
mittels eines Bohrschiffes, bei dem eine schwimmende Arbeitsbühne vorgesehen ist
und das durch absenkbare Stelzen im Grund fest aufgesetzt werden kann, wobei in
einem Arbeitsgang mehrere Reihen von Bohrlöchern ohne Verholen des vor dem Bohren
fest aufgesetzten Schiffes gebohrt werden.
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Die Erfindung besteht dabei darin, daß zuerst von einer Arbeitsgruppe
Schutzrohre in die Bodenüberlagerung eingeschlagen werden, worauf eine zweite Arbeitsgruppe
im Nachdicken die Sprenglöcher bohrt und die erste Arbeitsgruppe, hinter der zweiten
mit Abstand nachrückend, die Bohrlöcher mit Sprengladungen versieht und die Schutzrohre
entfernt.
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Eine Einrichtung zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens
sieht vor, daß auf den auf der Arbeitsbühne vorgesehenen Portalen - z. B. aus Tärgern
auf Rohrfachwerk - senkrecht zur Schiffslängsachse Doppelträger mit Schienen angeordnet
sind, auf denen je zwei Lafettenwagen mit eingehängten Bohrlafetten auf der gleichen
Spur laufen und zu beiden Seiten jedes Lafettenwagens auf der gleichen Spur je ein
Rohrziehwagen vorgesehen ist, wobei die Rohrziehwagen Rammhammer, Ziehhammer, Preßluftgeber,
Spüllanze u. dgl. tragen.
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Eine erfindungsgemäße Bauform besteht nun darin, daß der Lafettenwagen
mit vier Laufrollen versehen ist und von der Bühne aus mittels einer Kettenhaspel
durch eine Handzugkette antreibbar ist, wobei ein auf der angetriebenen Laufradachse
aufgekeiltes Kastenrad, in das eine von der Arbeitsbühne zu betätigende Klinke einrastet,
als Bremse und Feststellvorrichtung dient.
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Gemäß der Erfindung ist an dem Gestell des Lafettenwagens ein Rahmen
vorgesehen, in dem ein verstellbarer Schlitten mit einem Schwenkarm gleiten kann,
an dem eine Bohrlafette kardanisch aufgehängt ist und ein auf der Vorderseite der
Bohrlafette einen Bohrhammer tragender Schlitten in Führungsklauen gleiten kann,
wobei der Bohrhammer auf einer Hilfsplatte befestigt ist, die oben mit einer Öse
und unten mit einem Langloch, der Lafettenschlitten demgemäß oben mit einer Gabelöse
und unten mit einem Bundbolzen versehen ist, derart, daß in der tiefsten Stellung
des den Bundbolzen umgebenden Langloches die Bohrungen der Ösen fluchten und durch
einen Steckbolzen verbindbar sind.
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Eine andere erfindungsgemäße Ausführungsform besteht darin, daß als
Rohrziehwagen ein mit zwei Laufrollen versehener Träger vorgesehen ist, wobei die
Laufrollen auf der gleichen Schienenspur wie der Lafettenwagen laufen und neben
den Laufrollen die Laufschienen bzw. deren Träger seitlich übergreifende Winkel
- gegebenenfalls mit daran angebrachten Abstützrollen - angeordnet sind. Erfindungsgemäß
können dabei auf dem Profil des Rohrziehwagens, quer zu seiner Fahrtrichtung, verschiebbare
Laufkatzen angeordnet sein, an denen Hämmer, Preßluftgeber, Spüllanze u. dgl. hängen,
wobei insbesondere an einer Laufkatze gesondert ein an seinem oberen Ende eine Umlenkrolle
besitzendes Lafettenrohr angebracht ist, über das ein Seil geführt ist, das an einem
am Lafettenrohr verschiebbar aufgehängten Lanzenrohr angreift, welches oben mit
einem Schlauch für Wasser-bzw. Luftzufuhr verbunden ist.
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Eine Bauform gemäß der Erfindung sieht vor, daß die für die verschiedenen
Geräte gebrauchte Druckluft von einer Kompressorenanlage entnehmbar ist, die auf
einem gesonderten, mit dem Bohrschiff fest verbundenen, stromaufwärts davon liegenden
Kompressorenschiff aufgestellt ist.
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Für die in die Bodenüberlagerung einzuschlagenden Schutzrohre sind
nach einem weiteren erfindungsgemäßen Vorschlag Rohrhalterungen vorgesehen, die
an auf der Arbeitsbühne angeordneten Längsträgern sowohl der Länge nach als auch
quer zum Längsträger verschiebbar und festklemmbar angeordnet sind.
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Eine Ausführungsform dieser Rohrhalterungen gemäß der Erfindung besteht
darin, daß sie aus einem an
seinem Ende mindestens eine aufklappbare
Rohrklemme tragenden Gleitarm besteht, dessen zweites Ende mittels eines Klemmbügels,
in dem eine Schraubspindel mit Handrad angeordnet ist, auf dem Längsträger festklemmbar
ist, während bei gelöster Schraub-Spindel der Klemmbügel auch senkrecht zum Längsträger
verschiebbar ist.
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Es sind Bohrschiffe bekannt, bei denen eine Anzahl Bohrlöcher in einer
Reihe auf einmal abgebohrt werden konnte. Nach Abbohren einer solchen Reihe muß
das Schift zum Sprengen aus der Gefahrenzone gebracht werden, um dann wieder neben
das abgeschossene Feld neu eingeholt zu werden. Es muß also für jede Reihe die Verholzeit
in Rechnung gesetzt werden, eine Zeit, in der das Arbeitspersonal für die Bohrarbeiten
selbst nicht beschäftigt werden kann. Dazu kommt aber, daß auch die Bohrer selbst
während der Verholzeit nicht in Tätigkeit sind, so daß die gewiß nicht billige Einrichtung
unrentabel arbeitet. Schließlich muß man. um ein sauberes Sprengen zu erreichen,
die Bohrlöcher möglichst gleichmäßig anordnen, was dazu führt, daß das Schiff nach
jeder Reihe neu eingemessen werden muß. Aus diesen Gründen hat man auch schon versucht,
die Leerlaufzeit dadurch zu verkürzen. daß das Schiff beim Schießen des ersten Feldes
an einer entfernten Zone weiterbohrt, doch hat sich dies besonders wegen des Baggerns
und des Materialtransportes an verschiedenen Stellen als nachteilig erwiesen. Dazu
kommt aber auch, daß meistens die Flußtiefe bei derartigen Arbeiten so gering ist,
daß man gezwungen ist, von einer Stelle aus sich vorzuarbeiten und ein abwechselndes
Bohren an verschiedenen Stellen gar nicht möglich erscheint.
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Ein weiterer Nachteil der bekannten Einrichtungen ist auch darin zu
sehen, daß die Lafetten starr sind und keine Ausweichmöglichkeiten haben, so daß
ein steckengebliebener Bohrer meist die ganze Mannschaft in der Arbeit aufhält.
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Schließlich ist auch noch zu beachten, daß, wenn Reihe nach Reihe
abgeschossen wird, die Möglichkeit, mit der nachfolgenden Reihe in zerklüftetes
Gestein zu geraten, wodurch Bohrer steckenbleiben können, viel größer ist, als wenn
mehrere Reihen auf einmal abgeschossen werden können. Da bei diesen bekannten Einrichtungen
also für jedes Bohrloch eine Lafette gebraucht wird, ist eine große Anzahl derartiger
Geräte notwendig, was zu einer weiteren Verteuerung führt. Nicht umbeachtlich ist
auch, daß eine große Kubikmeterleistung der Kompressoren in allen diesen Fällen
gebraucht wird, so daß auch dadurch die Einrichtung sich im Anschaffungspreis sehr
verteuert.
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Demgegenüber wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen
Einrichtung erreicht. daß in der Zeiteinheit große Felsmassen unter Wasser wirtschaftlich
angebohrt werden können, da die Aufwendungen an Geräten, Zeit und Personal beachtlich
herabsetzbar sind. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden in einem Arbeitsgang
vier Reihen gleichzeitig abgebohrt, wodurch die Verholzeit wesentlich heruntergesetzt
wird. da eben das Bohrschiff erst nach vier Reihen verholt werden muß. Nimmt man
z. B. an. daß jeweils Felder von vierzig Löchern gebohrt werden sollen, so genügen
hierzu acht Lafetten. Es werden also weniger Geräte gebraucht und natürlich auch
weniger und dafür besser ausgelastetes Personal. Durch die geringere Zahl der gleichzeitig
zu versorgenden Bohrer wird auch eine geringere Kubikmeterleistung der Kompressoren.
gebraucht.
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Zu beachten ist auch, daß, ohne daß das Bohrschiff verholt werden
muß, sich das Bohrschema leicht ändern läßt, weil jede Lafette unabhängig von den
übrigen ist und man daher auch unabhängig von den Bohrzeiten des einzelnen Bohrers
bleibt. Selbst wenn also ein Bohrer steckenbleibt, läßt sich ohne weitere: sofort
daneben ein anderes Loch bohren.
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Nach erfolgter Sprengung kann beim Bohren des nachfolgenden Feldes
höchstens die dem vorhergehenden Feld nächstliegende Bohrreihe in angebrochenen
Fels geraten, was eventuell zum Steckenbleiben des einen oder anderen Bohrers führen
kann, was jedoch den Arbeitsfortgang nur unwesentlich beeinflußt.
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Es ist ferner zu beachten, daß bei allen bekannten Verfahren die Arbeit
des Verrohrens von der sogenannten Bohrgruppe ausgeführt wird. Demgegenüber wird
nach dem Vorschlag der Erfindung das Bohren vom Verrohren bzw. dem Rohrziehen grundsätzlich
getrennt, da das Bohren den größten Arbeitsanteil ausmacht. Der Bohrgruppe arbeitet
eine kleinere Arbeitsgruppe voraus, die das Verrohren durchführt und nach dem Bohren
die Rohre wieder zieht. Diese Art der Aneinanderreihung der Arbeitsschritte ist
dadurch möglich, daß gemäß der Erfindung Rohrziehwagen mit dem Lafettenwagen laufen,
an denen die Raum- und Ziehhämmer hängen. Ferner kann man dadurch nach einem bestimmten
Schema zuerst verrohren und dann bohren, weil auf der Bohrplattform der Länge nach
über dem Bohrfeld entsprechende Träger angebracht sind, an denen die Bohrlehren
angeklemmt werden. Diese als Bohrlehren dienenden Rohre sind in Rohrhalterungen
gehalten, die verschiebbar, schwenkbar und mit einer einzigen Schraubenspindel feststellbar
sind, also mit einem einzigen Handgriff bedient werden können, nachdem das Einstellen
auf einen beliebigen, gerade gebrauchten Punkt vorgenommen wurde. Da schließlich
auf jeder Laufbahn zwei Bohrwagen vorgesehen sind, die jeweils gemeinsam eine Reihe
von Bohrlöchern abbohren, ist eine weitere beachtliche Senkung der absoluten Bohrzeit
erreichbar.
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Es sind schon Bohrschiffe bekannt, bei denen mittels eines Dreh- und
Wippkranes mehrere Löcher in verschiedenen Abständen vom Schiff, also außerhalb
davon, gebohrt werden können. Der Bedienungsmann muß dabei in einem Korb am Ausleger
sitzen und muß von dort aus das Versetzen der Bohrlöcher steuern. was also jedesmal
Dreh- und Wippbewegungen des Auslegekrans erfordert. Eine solche Bedienung ist nicht
sehr einfach, und die Bohrlöcher befinden sich nicht unterhalb der Arbeitsbühne
des Schiffes, so daß für das Laden der Bohrlöcher das Schift verholt werden muß,
oder es muß das Laden von einem zweiten Schiff aus erfolgen. Es ist ferner auch
bekannt, ein fahrbares Gestell auf Pontons vorzusehen, welches mit einer Plattform
ausgerüstet ist, um den Raum zwischen den beiden Pontons zu überbrücken. Es muß
also stets das ganze Gestell mit der schweren Plattform und sämtlichen Hebevorrichtungen,
Motoren, Bohrwerkzeugen usw. verfahren werden, wozu entsprechend große und starke
Antriebsmaschinen gebraucht werden. Die ganze Einrichtung wird dadurch schwerfällig
und arbeitet langsam, so daß auch mit dieser Einrichtung nicht annähernd die gleiche
Leistung und die gleiche Präzision erzielt werden können wie bei dem Verfahren und
der Einrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung.
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Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den Zeichnungen und den Ansprüchen. Es zeigt
in schematischen Darstellungen
Fig. 1 ein Bohrschiff zum Durchführen
des erfindungsgemäßen Verfahrens in Draufsicht, Fig. 2 eine Seitenansicht im Aufriß,
Fig. 3 einen Kreuzriß zu Fig. 2, Fig.4 ein Detail betreffend die Lafettenwagen in
Draufsicht, Fig.5 bis 8 die Bohrhammeraufhängevorrichtung sowie den zugehörigen
Schlitten vor und nach dem Einhängen, Fig. 9 die Bohrlafette mit zwei zugeordneten
Rohrziehwagen in Ansicht, Fig. 10 einen Seitenriß zu Fig. 9, Fig. 11 eine Draufsicht
von Fig. 10, Fig. 12 einen Rohrziehwagen mit daran hängender Spüllanze in Ansicht,
Fig. 13 bis 16 der Rohrhalterung in Auf-, Grund-und Seitenriß sowie die Ausbildung
der Rohrschellen in Ansicht.
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Das als Beispiel gewählte Bohrschiff besteht aus Arbeitsbühne 1, die
von zwei Bugpontons 2, 3 und zwei Heckpontons 4, 5 getragen wird. Die Pontons 2
und 4 bzw. 3 und 5 sind durch Längsträger 6 miteinander verbunden. Durch Owerverbände
7 bis 13 und Diagonalverbände 14 bis 17 sind die Schiffe zu einem Doppelschiff vereinigt.
Das Schiff beiderseits überkragend, ist die Arbeitsbühne 1 ausgebildet, die nach
dem Heck zu in einen Laufsteg 18 übergeht. An den Laufsteg anschließend sind seitlich
noch zwei Plattformen 19 vorgesehen, die die Kabeltrommeln 20 für einen später beim
Sprengen gebrauchten Preßluftschlauch aufnehmen. Man kann die Arbeitsbühne 1, den
Laufsteg 18 und die Plattformen 19 in bekannter Weise mit Holzdielen auslegen, die
abnehmbar sind, wobei man die Dielen in solchen Größen anordnet, daß sie, entsprechend
der Anordnung der Bohrlöcher, in einzelnen Teilen herausnehmbar sind. Das Bohrschiff
ist mit dem üblichen Schiffszubehör ausgerüstet, also mit vier Seitenwinden 21 und
zwei Vorauswinden 22.
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Damit das Bohrschiff während der Bohrarbeit völlig starr und steif
auf dem Grund aufsitzt, sind wie üblich vier Stelzen 23 vorgesehen, die z. B. aus
einem I-Profil bestehen können, das in einer Führung 24 aus zwei U-Profilen gleitet.
Die Stelzen mit ihren Führungen sind an der Außenseite des Schiffes angebracht,
im vorliegenden Beispiel an dem Längsträger 6 angeschraubt. Das Heben und Senken
der Stelzen kann z. B. mittels einer Gallschen Kette, die unten und oben an der
Stelze 23 befestigt ist, erfolgen, wobei man auch noch eine Spannvorrichtung, ähnlich
den Fahrradkettenspannern, verwenden kann. Diese Kette wird über ein Untersetzungsgetriebe
25 von einem auf dem Schiffsdeck aufgestellten Preßluftrnotor 26 betrieben, der
auf beide Drehrichtungen umschaltbar ist. Es ist vorteilhaft, den Motor mit einer
Sperre auszurüsten, die sich erst unter dem Luftdruck löst. Mittels einer zusätzlichen
Backenbremse 27, die am Kopf der Stelzenführung eingebaut ist und durch eine Handspindel
angezogen werden kann, ist eine weitere Sicherung für die Stelze gegeben. Schließlich
kann man noch, um die hochgezogene Stelze gegen Rutschen zu sichern, was z. B. bei
der Montage gebraucht wird, Absteckbolzen vorsehen.
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Auf der Arbeitsbühne sind in dem skizzierten Beispiel zwei Außenportale
28 und ein Mittelportal 29 aufgebaut, die aus Trägern auf Rohrfachwerk hergestellt
sind. Darüber sind fünf Doppelträger 30 für die Laufkatzen gelegt, wobei man für
die Laufräder Flachschienen auf den Doppelträgern aufgeschweißt hat. Auf den fünf
Trägern 30 laufen insgesamt acht Laufkatzen 31, wobei je zwei auf einer Spur angeordnet
sind. In den Laufkatzen sind Bohrlafetten 32 eingehängt, deren Ausbildung im einzelnen
später beschrieben wird. Auf der gleichen Spur, jeweils vor und hinter dem Lafettenwagen,
laufen Rohrziehwagen 33, die als Hilfsgerät zur Aufnahme von Hämmern, Spüllanzen
u. dgl. m. dienen.
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Der Lafettenwagen und die Rohrziehwagen laufen auf den gleichen Schienen
und sind insbesondere: in den Fig. 2 bis 4, 5 bis 8 und 9 bis 12 dargestellt. Der
Lafettenwagen 31 ist aus einem Profileisen als leichtes Gestell zusammengebaut und
mit vier Laufrollen 34 fahrbar gemacht. Auf einer der Laufrollenachsen 35 sind die
Laufrollen 34 aufgekeilt, wobei ferner eine Kettenhaspel 36 auf der Achse 35 angebracht
ist, die mittels einer Handzugkette 37 von der Arbeitsbühne aus angetrieben werden
kann, wodurch der Wagen verfahrbar ist. Als Bremse kann man auf dieser Achse ein
Rastenrad 38 aufkeilen, in welches eine von der Bühne aus zu betätigende Klinke
einrastet. Auf dem Gestell des Lafettenwagens 31 ist ein etwa senkrechter Rahmen
39 angebracht, in dem der Schlitten 40 gleiten kann, der mit einem Schwenkarm 41
versehen ist. Der Schwenkarm trägt die Bohrlafette 32, auch »Mäkler« genannt, wobei
die Lafette an dem Schwenkarm kardanisch aufgehängt ist. Der Schlitten 40 kann mittels
einer Schraubenspindel 42, gegebenenfalls auch in einfacher Art und Weise von Hand
aus, verstellt «-erden. Bei einer Verstellung von Hand aus empfiehlt sich ein Festklemmen
mittels Schrauben in den jeweils gewünschten Arbeitsstellungen. Der Schwenkarm 41
kann ebenso wie die Laufrollenbremse durch eine Raste mit Sperrklinke arretiert
werden. In der Lafette 32 sind mehrere Abstecklöcher 43 vorgesehen, damit auch eine
grobe Höhenverstellung möglich ist. Die Lafette 32 selbst kann z. B. aus zwei U-Profilen,
die durch Bindebleche verbunden sind, hergestellt sein. Der auf der Vorderseite
der Lafette 32 gleitende Lafettenschlitten 44 ist in entsprechenden Führungsklauen
geführt. Der Schlitten 44 wird an der Lafette 32 mittels einer endlosen Gallschen
Kette auf und ab gezogen, wobei diese Kette über ein Untersetzungsgetriebe 46 von
einem Preßluftmotor 45 aus angetrieben wird. Der Preßluftmotor ist wieder für beide
Drehrichtungen umschaltbar. Ebenso wird die Gallsche Kette durch eine Spannvorrichtung,
ähnlich dem Fahrradkettenspanner, in der erforderlichen Spannung gehalten. Der Lafettenschlitten
44 dient zur Aufnahme des Bohrhammers und des übrigen Zubehörs und besteht vor allen
Dingen aus einer Platte mit seitlichen Führungsklauen und einer Kettenbefestigung
am oberen Ende auf der Rückseite. Der Bohrhammer 47 selbst, in dem das Bohrgestänge
48 eingesetzt wird, ist auf einer zusätzlichen schmalen Hilfsplatte 49 in üblicher
Weise festgeklemmt. Die Hilfsplatte 49 wird dann in dem Lafettenschlitten eingehängt,
wozu auf dem Lafettenschlitten unten ein Bundbolzen 50 und oben eine Gabelöse 51
vorgesehen sind. Demgemäß sind an der Hilfsplatte 49 unten ein Langloch 52 und oben
eine entsprechende Öse 53 vorgesehen. Dadurch kann die Hilfsplatte, mit dem daran
befestigten Bohrhammer, rasch mit dem Lafettenschlitten verbunden werden, da nach
dem Einhängen lediglich durch die Ösen 51, 53 ein Bolzen zu stecken ist. Damit ist
auch das Auswechseln verschiedener Hämmer ohne Zeitverlust möglich, da diese Hämmer
auf Hilfsplatten vorher festgeklemmt werden und man nur diese Platten in den Schlitten
einzuhängen braucht.
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Die Rohrziehwagen 33, von denen jeweils einer vor und hinter den Lafettenwagen
31 auf der gleichen Spur angeordnet sind, sind ein ausgesprochenes Hilfsgerät,
um
Rammhämmer, Ziehhämmer, Preßluftgeber, Spüllanzen u. dgl. m. aufzunehmen. Diese
Rohrziehwagen (s. Fig. 9 und 12) sind meist aus einem einfachen \ormalprofil hergestellt
und mit Laufrollen 54, die auf der gleichen Spur wie die Rollen 34 der Lafettenwagen
laufen, versehen. Um ein Entgleisen der Rohrziehwagen zu verhindern, sind Geradführungen
55, die die Profile 30 teilweise umgreifen, angebracht. Auf dem Träger 56, der im
wesentlichen den Lafettenwagen 33 bildet, sind zwei einachsige Laufkatzen 57 vorgesehen,
die zum Einhängen der verschiedenen Hilfsgeräte dienen. In dem dargestellten Beispiel
ist eine auf einer solchen Laufkatze angehängte Spüllanze 58 skizziert, die mittels
einer Führung 59 an einem Führungsrohr 60 auf und ab gleiten kann. Dieses Führungsrohr
60, auch Lafettenrohr genannt, ist an der Laufkatze 57 angehängt und trägt an seinem
oberen Ende eine Umlenkrolle 61, über die ein Seil 62 geführt ist, dessen eines
Ende mit der Spüllanze 58 verbunden ist. Mit Hilfe cies Seiles 62, welches bis zur
Arbeitsbühne hinunterreicht, kann die Spüllanze gehoben und gesenkt werden. Über
einen Schlauch 63, der an die Spüllanze 58 angeschlossen ist, kann die gebrauchte
Luft bzw. Wasser unter entsprechendem Druck zugeführt werden. Der Anschluß an den
Schlauch 63 erfolgt über einen Dreiwegehahn 64. Die Spüllanze 58 hat an ihrem unteren
Ende eine Spritzdüse 65, die gerade, wie in Fig. 17 angedeutet, über einem Schutzrohr
66 steht. Das für die Spülung gebrauchte Druckwasser von mehreren atü Druck liefert
eine auf dem Bohrschiff angebrachte Kreiselpumpe mit einem entsprechenden Druckkessel.
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Um für den Bohrer eine Führung vorzusehen, werden vor Beginn der Bohrarbeiten
stets zuerst Schutzrohre 66 eingerammt, die im allgemeinen einen lichten Durchmesser
von 50 mm haben. Diese Schutzrohre werden in die Bodenüberlagerung etwa 30, cm tief
eingeschlagen, wobei dieses Einrammen mittels eines schweren Preßlufthammers erfolgt.
der am Rohrziehwagen unter Zwischenschaltung eines Preßlufthebers aufgehängt wird.
Da das Schutzrohr 66 beim Einrammen gehalten werden muß, ist hierfür eine Rohrlialterung
vorgesehen, die auf Längsträgern 67 auf der Arbeitsbiihne verschiebbar angeordnet
ist. Auch diese Rohrhalterungen sind entsprechend der gewünschten Anzahl von Bohrlochreihen
vorzusehen. Das Rohr 66 wird in zwei aufklappbaren Rohrklemmen 68 gehalten, die
ihrerseits an einem Gleitarm 69 befestigt sind. Mittels eines Klemmbügels 70, der
sowohl den Län s-9
t r; äger 67 als auch den Gleitarm 69 umfaßt, und einer
dort vorgesehenen Spindelschraube 71 mit Handrad 72 kann der Gleitbügel 69 mit dem
Längsträger 67 biegunglaeif und rutschfest verklemmt "werden. Man kann ntm den Gleitarm
69 senkrecht zum Längsträger 67 beliebig verschieben, ebenso wie man den ganzen
Gleitarie 69 mit der Rohrschelle 68 entlang dem Längste äger 67 über dessen ganze
Länge hin- und herschieben kann. Dadurch ist das gesamte Bohrfeld zwischen z-,vci
Längsträgern 67 bestreichbar.