DE1103779B - Druckmittelbremsanlage, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge - Google Patents
Druckmittelbremsanlage, insbesondere fuer KraftfahrzeugeInfo
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- B60T13/26—Compressed-air systems
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf eine Druckmittelbremsanlage, insbesondere für Kraftfahrzeuge, bei der
ein Bedienungshebel über je ein Bremsventil zwei die Bremsen nacheinander betätigende Bremskreise steuert,
wobei der eine, für den Zugwagen bestimmte Bremskreis eine Beschickungsbremse, deren Bremszylinder
erst beim vollen Durchtreten des Bedienungshebels über das zugeordnete Bremsventil mit der Druckquelle
verbunden wird, und der andere, für den Anhänger bestimmte Bremskreis eine Entlüftungsbremse betätigt.
Die der Bremsung des Zug- oder Triebwagens vorauslaufende Bremsung des Anhängers sorgt dafür, daß
der Lastzug beim Bremsen immer gestreckt bleibt.
Bei Druckmittelbremsanlagen dieser Gattung hängt der Zeitpunkt des Einsetzens der Triebwagenbremsung
von der Stellung des Bedienungshebels ab. Wenn der Bedienungshebel die Triebwagenbremsen noch
nicht betätigt hat, wird allein der Anhänger gebremst.
Es ist zwar eine Vorrichtung bekannt, bei der der die Anhängerbremse betätigende Druck auf ein Ventil
wirkt, das eine zeitlich verzögerte Betätigung auch der Triebwagenbremse vermittelt. Diese Vorrichtung ist
aber nur für Druckmittelbremsanlagen, bei denen die beiden Bremskreise Beschickungskreise sind, ohne
weiteres verwendbar. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Druckmittelbremsanlagen, bei denen der
Bremskreis der Anhängerbremse ein Entlüftungskreis und der der Zugwagenbremse" ein Beschickungskreis
ist, eine zuverlässige Bremsung des Triebwagens auch bei nicht voll durchgetretenem Bedienungshebel zu erreichen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß ein Umschaltventil im Leitungssystem
der Beschickungsbremse mit dem Leitungssystem der Entlüftungsbremse über eine Drossel
od. dgl. derart verbunden ist, daß es beim Betätigen dieser Entlüftungsbremse und beim Druckabfall in
deren Leitungssystem verzögert verstellt wird und da- , durch nach einer bestimmten Zeit die Beschickungsbremse unter Umgehung ihres Bremsventils auch bei
nicht voll durchgetretenem Bedienungsglied mit der Druckquelle verbindet. Eine unerwünschte und unter
Umständen gefährliche .Überlastung der Entlüftungsbremse wird dadurch vermieden.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Druckmittelbremsanlage schematisch dargestellt.
Der Bedienungshebel 10 ist bei 11 in an sich bekannter Weise auf einem durch die Druckregelfeder
12 belasteten, verschiebbaren Glied 13 gelagert.
In der Zeichnung sind lediglich zwei Bremsen gezeichnet, und zwar eine Bremse 14 für den Anhänger
und eine Bremse 15 für den Triebwagen eines Lastwagenzuges. Das Betätigen der Anhängerbremse erfolgt
durch ein als Steuerkolben ausgebildetes Bremsventil 16, das Betätigen der Bremse 15 des Trieb-Druckmittelbrems
anlage, insbesondere für Kraftfahrzeuge
Anmelder:
Daimler-Benz Aktiengesellschaft, Stuttgart-Untertürkheim, Mercedesstr. 136
Dipl.-Ing. Dr.-Ing. e. h. Friedrich Nallinger, Stuttgart,
ist als Erfinder genannt worden
wagens durch ein als Differentialkolben ausgebildetes Bremsventil 17.
Die Bremsen werden durch Druckluft betätigt. Die Druckluft wird durch einen Kompressor 18 erzeugt,
der sie in einen Speicher oder Druckluftbehälter 19 fördert, der in an sich bekannter Weise mit einem
Überdruckventil versehen sein kann. Von dem Behälter 19 zweigt eine Leitung 20 zum Steuerraum 21 des
Bremsventils 16 der Anhängerbremse ab. Vom Steuerraum 21 führt eine Leitung 22 zum Bremszylinder 23,
in dem der Kolben 24 gegen die Wirkung einer Feder
25 zum Lösen der Bremse 14 verschoben werden kann. Der Steuerraum 21 des Bremsventils 16 ist ferner bei
26 an die Außenluft angeschlossen. Vom Druckluftbehälter
19 zweigt des weiteren eine Leitung 27 zum Zylinder 28 des Bremsventils 17 ab, derart, daß in der
gezeichneten Lage die Leitung 27 durch den kleineren Kolbenteil 29 des unter Federwirkung 30 stehenden
Bremsventils 17 abgesperrt ist. Bei 31 ist der Zylinder 28 des Bremsventils 17 an die Außenluft angeschlossen.
Eine Leitung 32 führt vom Zylinder 28 zu dem Steuerzylinder 33, in dem ein Umschaltventil 34 gegen
die Wirkung einer Feder 35 verschiebbar gelagert ist. Vom Zylinder 33 zweigt eine Leitung 36 zum Bremszylinder
37 ab, in dem ein Kolben 38 verschiebbar geführt ist, der gegen die Wirkung einer Feder 39 die
Bremse 15 betätigt. Vom Druckluftbehälter 19 führt des weiteren eine Leitung 40 zum Raum 41 auf der
linken Seite des Umschaltventils 34. Ferner ist der Raum 42 auf der rechten Seite des Umschaltventils 34
durch eine Leitung 43, 44 mit der zum Bremszylinder des Anhängerwagens führenden Leitung 22 verbunden.
Zwischen den Leitungsabschnitten 43 und 44 ist eine z. B. auswechselbare oder regelbare Drossel 45
geschaltet, die über eine Umgehungsleitung 46 mit
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einem Rückschlagventil 47 umgangen werden kann. Eine Leitung 48 verbindet ferner den Druckluftbehälter
19 mit dem Steuerzylinder 33.
Die WirkungSΛveise der beschriebenen Anlage ist
folgende:
In der dargestellten Lage sind die Bremsen sowohl des Triebwagens als auch des Anhängerwagens gelöst.
Der Bremszylinder 23 des Anhängers steht zu diesem Zweck unter Druckluft, da die Leitungen 20
und 22 über den Steuerraum 21 des Bremsventils 16 miteinander verbunden sind. Die Bremse 15 des Triebwagens
wird durch die Feder 39 gelöst, während der Raum 37 des Bremszylinders über Z6, 33, 32 und 28
bei 31 mit der Außenluft verbunden ist.
Soll gebremst werden, so wird der Bedienungshebel 10 niedergetreten, wobei er sich um das Gelenk 11
dreht. Das Bremsventil 16 verschiebt sich dadurch in bekannter Weise nach links, das Bremsventil 17 nach
rechts, und zwar ist die Anordnung derart getroffen, daß zunächst das Bremsventil 16 die Leitung 20 absperrt
und die Leitung 22 über 26 mit der Außenluft verbindet. Am Bremsventil 17 tritt jedoch noch keine
Änderung der Steuerverhältnisse ein. Läßt man den Bedienungshebel in dieser Stellung, so würde die
Triebwagenbremse bei den bekannten Bremsanlagen dieser Art unbetätigt bleiben. Über die Drossel 45
wird aber das Bremsventil 34 durch die Anhängerbremse beeinflußt. Da mit der Leitung 22 auch die
Leitung 43 drucklos geworden ist, kann die Druckluft aus dem Raum 42 langsam über die Drossel 45 abströmen,
wobei dieses Abströmen je nach der Stärke der Drosselung eine mehr oder weniger lange Zeit erfordert.
Dadurch bewegt sich das Umschaltventil 34 unter dem Druck im Raum 41 gegen die Wirkung der
Feder 42 langsam nach rechts, so daß es nach einer bestimmten Zeit die Leitung 32 durch das Umschaltventil
34 abzusperren und gleichzeitig die Leitung 48 zu eröffnen beginnt, d. h., es wird Druckluft vom
Druckluftbehälter 19 über 33 und 36 in den Raum 37 des Bremszylinders der Triebwagenbremse geleitet,
wodurch diese angezogen wird.
Gegebenenfalls kann auch das Umschaltventil 34 ähnlich wie das Bremsventil 17 ausgebildet und an
den Bedienungshebel 10 angeschlossen sein, so daß dem Fahrer ein Gefühl für die Stärke der Bremsung
übermittelt wird. Dies kann gegebenenfalls auch über das Bremssystem des Anhängers geschehen.
Als Zeitregelvorrichtung kann statt einer Drossel 45 auch ein mit Flüssigkeit oder Luft wirkender Zeitkatarakt,
ein Windflügel mit Zahnradübertragung, eine Zeituhr od. dgl. vorgesehen werden.
Claims (3)
1. Druckmittelbremsanlage, insbesondere für Kraftfahrzeuge, bei der ein Bedienungshebel über
je ein Bremsventil zwei die Bremsen nacheinander betätigende Bremskreise steuert, wobei der eine,
für den Zugwagen bestimmte Bremskreis eine Beschickungsbremse, deren Bremszylinder erst beim
vollen Durchtreten des Bedienungshebels über das zugeordnete Bremsventil mit der Druckquelle verbunden
wird, und der andere, für. den Anhänger bestimmte Bremskreis eine Entlüftungsbremse betätigt,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Umschaltventil (34) im Leitungssystem der Beschickungsbremse (15) mit dem Leitungssystem (22, 23) der
Entlüftungsbremse (14) über eine Drossel (45) od. dgl. derart verbunden ist, daß es beim Betätigen
der Entlüftungsbremse und beim Druckabfall in deren Leitungssystem (34) verzögert verstellt
wird und dadurch nach einer bestimmten Zeit die Beschickungsbremse (15) unter Umgehung ihres
Bremsventils (17) auch bei nicht voll durchgetretenem Bedienungsglied mit der Druckquelle verbindet.
2. Druckmittelbremsanlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein die Drossel (45) od. dgl.
umgehendes Rückschlagventil (47) od. dgl., das sich beim Lösen der Entlüftungsbremse, also bei
einem Druckanstieg in deren Bremssystem öffnet und die Beschickungsbremse (15) durch Verstellen
des Umschaltventils (34) sofort löst.
3. Druckmittelbremsanlage nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Bedienungshebel
(10) gegen eine Feder (12) bewegbar gelagert ist und das durch ihn verstellbare, vorzugsweise
als Differentialkolben ausgebildete Bremsventil (17) durch das von ihm gesteuerte
Druckmittel entsprechend dessen Freigabe in einem den Bedienungshebel gegen eine weitere Feder (30)
bewegenden Sinne belastet wird, so daß die Stärke der durch das Umschaltventil (34) gesteuerten
Bremswirkung rückwirkend auf den Bedienungshebel (10) fühlbar ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 675 715, 724 155,
247;
247;
deutsche Patentanmeldung B 1487911/63 c (bekanntgemacht
am 3. 7.1952);
schweizerische Patentschrift Nr. 282 917;
französische Patentschrift Nr. 536 013.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 103 538/364 3.61
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED13248A DE1103779B (de) | 1952-10-03 | 1952-10-03 | Druckmittelbremsanlage, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge |
| GB2728353A GB736937A (en) | 1952-10-03 | 1953-10-05 | Improvements in and relating to a fluid pressure brake system comprising a series of brakes brought into action successively |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED13248A DE1103779B (de) | 1952-10-03 | 1952-10-03 | Druckmittelbremsanlage, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1103779B true DE1103779B (de) | 1961-03-30 |
Family
ID=7034345
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED13248A Pending DE1103779B (de) | 1952-10-03 | 1952-10-03 | Druckmittelbremsanlage, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1103779B (de) |
| GB (1) | GB736937A (de) |
Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3488096A (en) * | 1967-10-30 | 1970-01-06 | William R Hoopes | Involuntary hydraulic safety braking system |
| GB8727123D0 (en) * | 1987-11-19 | 1987-12-23 | Marshall H R P | Pneumatic system |
Citations (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| FR536013A (fr) * | 1921-05-26 | 1922-04-25 | Handel Mij H Albert De Bary & | Procédé et dispositif de freinage sans choc, des trains d'une certaine longueur |
| DE675715C (de) * | 1936-05-29 | 1939-05-15 | Bosch Gmbh Robert | Vorrichtung zum Veraendern des Einsetzens von Bremsengruppen bei Druckmittelbremsen |
| DE724155C (de) * | 1937-10-21 | 1942-08-19 | Teves Kg Alfred | Steuerventileinrichtung fuer Druckluftbremsen fuer Triebwagen mit Anhaenger |
| DE832247C (de) * | 1949-03-28 | 1952-02-21 | Dewandre Co Ltd C | Steuerventileinrichtung fuer Druckluftbremsanlagen von Zugmaschinen und Anhaengern |
| CH282917A (de) * | 1950-06-19 | 1952-05-15 | Beka St Aubin Ag | Verfahren zur Bewirkung einer Voreilung der Anhängerbremsung gegenüber der Zugwagenbremsung und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. |
-
1952
- 1952-10-03 DE DED13248A patent/DE1103779B/de active Pending
-
1953
- 1953-10-05 GB GB2728353A patent/GB736937A/en not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB736937A (en) | 1955-09-14 |
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