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Zeitmesser mit springender Sekunde Die Erfindung bezieht sich auf
einen Zeitmesser, wie eine Uhr od. dgl., mit springender Sekunde, mit einem mit
der Sekundenwelle fest verbundenen, das treibende Element des Mechanismus bildenden
Rad, einem springenden, das getriebene Element des Mechanismus bildenden Sekundenrad,
das auf dem Gestell des Zeitmessers nicht koaxial zum treibenden Rad lose montiert
ist und einen Sekundenzeiger trägt, und einer federbelasteten Wippe, welche an ihrem
freien Ende eine Klaue zur L7bertragung der Bewegung des treibenden Rades auf das
getriebene Rad aufweist.
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Es sind schon Z°itmesser mit springender Sekunde bekannt, d. h. solche,
in welchen der Sekundenzeiger, anstatt z. B. vier oder fünf Sprünge in d,:r Sekunde
zu machen, nur einen brüsken Sprung ausführt. So ist eine Uhr bekannt, bei welcher
ein Hebel einen Zahn und eine Klinke trägt und unter der Wirkung einer Spiralfeder
steht. Wenn ein Zahn des treibenden Rades den Zahn des Hebels fallen läßt, so wirrt
der Hebel durch die Spiralfeder verschwenkt, und seine Klinke bewegt das getriebene
Rad um einen Zahn, so daß der von diesem Rad gatragen" SAundenzeiger einen Sprung
ausführt. Eine Sperre oder Halteklinke verhindert, daß das getriebene Rad sich bei
jeder Schwingung des Hebels um mehr als einen Zahn dreht. Man sieht sofort, daß
dieser bekannte Mechanismus eine sehr empfindliche Arbeitsweise hat. Wenn nämlich
die Uhr einem Stoß ausg; setzt ist, so kann der Sekundenzeiger unerwünscht um mehrere
Sekunden-Teilstriche springen. Um diesen Nachteil zu beheben, muß eine zienfich
starke Halteklinke vorgesehen werden, die .auf die Verzahnung des getriebenen Rades
wirkt und somit viel Energie verschwendet.
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Außerdem haben die bekannten Mechanismen einen hohen Gestehungspreis.
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Zweck vorliegender Erfindung ist die Beseitigung obengenannter Nachteile.
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Der erfindungsgemäße Zeitmesser ist dadurch gekennzeichnet, daß die
Wippe an ihrem freien Ende zusätzlich ein Ritzet trägt, welches gleichzeitig und
dauernd mit dem treibenden Rad und mit dem getriebenen Rad derart im Eingriff steht,
daß es sich, durch das treibende Rad angetrieben, auf dem während dieser Zeit durch
die Klaue blockierten getriebenen Rad so weit abwälzt und dabei die Wippe
gegen die Wirkung ihrer Feder um ihren Drehpunkt so weit verschwenkt,
bis die Klaue außer Eingriff mit der Verzahnung des getriebenen Rades kommt, daß
dann die Feder wirksam wird und die Wippe in ihre Ausgangslage zurückschwenkt, daß
die Klaue dabei erneut in die nächste Zahnlücke des getriebenen Rades eingreift
und sich das Ritzet nun auf dem vorübergehend unbeweglichen treibenden Rad abwälzt.
Da erfindungsgemäß das Ritzet mit dem treibenden Rad und dem getriebenen Rad in
dauerndem Eingriff steht, ist es unmöglich, daß der springende Sekundenzeiger gegenüber
dem treibenden Sekundenrad um mehr als eine Sekunde versetzt wird. Andererseits
ist keine Halteklinke erforderlich, da das Ritzet gleichzeitig als Antriebsorgan
und als Verriegelungsorgan für das getriebene Rad zwischen zwei Sprüngen des Sekundenzeigers
dient.
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Die Zeichnung zeigt eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes.
Darin ist F i g. 1 ein Grundriß, von der Seite der Brücke her gesehen, und F i g.
2 ein Schnitt nach der Linie 11-II der F i g. 1 mit einem Teil des Räderwerkes des
Zeitmessers. Das dargestellte Uhrwerk hat ein normales Räderwerk, welches aus dem
Minutenrad 1 und -trieb 2, dem Kleinbodenrad 3 und -trieb 4 und dem Sekundenrad
5 und -trieb 6 besteht, wobei der Teil 5, 6 außerhalb des Zentrums des Uhrwerks
liegt. Das
Federhaus, die Hemmung und die Unruh sind nicht dargestellt.
Die obengenannten drehbaren Teile sind wie gewohnt in der Werkplatte 7 und in der
Räderwerkbrücke 8 gelagert.
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Zwischen der Werkplatte 7 und einem an der Räderwerkbrücke
8 befestigten Kloben 9 ist eine mit einer Wippe 11 fest verbundene
Welle 10 drehbar gelagert. Eine Drahtfeder 12, welche sich gegen die
Wandung einer Ausnehmung 13 der Räderwerkbrücke 8 .abstützt und auf
dieser Brücke 8 mittels einer Schraube 14 gehalten wird, wirkt auf
die Wippe 11 und trachtet, diese im Uhrzeigersinn der F i g. 1 zu verschwenken.
Nahe ihrem freien Ende trägt die Wippe 11 ein Ritze] 15 und eine vorzugsweise
aus Edelstein, wie z. B. Rubin bestehende Klaue 16. Das Ritael
15 ist auf einem in die Wippe 11 eingetriebenen Stift 17 lose
drehbar montiert und wird in axialer Richtung durch eine Rolle 18 gehalten.
Das Ritze] 15 steht im Eingriff einerseits mit einem auf einer Verlängerung der
Welle des Sekundenrades 5 jenseits der Räderwerkbrücke 8 festgemachten Rad
19 und anderseits mit einem Zentrumsekundenrad 20. Die Räder 19 und
20 bilden das treibende bzw. das getriebene Rad des Schaltmechanismus. Das
Rad 20 ist mit einer Welle 21 fest verbunden, die durch die Hohlwelle des
Minutenradtriebes 2 hindurchgeht und an ihrem freien Ende einen nicht dargestellten
Sekundenzeiger trägt. Die Welle 21 dreht sich einerseits in einem an einer
Verlängerung 23 der Räderwerkbrücke 8 befestigten Kloben 22 und andererseits
innerhalb der Hohlwelle des Ritzels 2, wobei ihre Halterung in axialer Richtung
durch einen Bund 24 gewährleistet wird.
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Auf der Welle des Ritzels 2 wird das Minutenrohr 25 in üblicher
Weise mit Reibung montiert, wobei ein nicht dargestelltes Wechsel-Rad und -Ritze]
das Minutenrohr 25 mit dem Stundenrad 26 verbindet.
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Die Klaue 16 hat die gleiche Form wie eine übliche Ankerklaue
und greift, wie weiter unten erklärt, vorübergehend in die Verzahnung des Rades
20 ein.
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Der dargestellte und beschriebene Mechanismus arbeitet wie folgt:
Befindet sich die Uhr od. dgl. in Gang, so dreht sich das Sekundenrad
5 und somit das Rad 19 regelmäßig, z. B. jede fünftel Sekunde,
um einen Schritt, welche Bewegung von der übrigen Hemmung gesteuert wird. Am Anfang
des Zyklus einer Sekunde hat die Wippe 11 eine Lage, in welcher die Klaue 16 in
die Verzahnung ,des Rades 20 eingreift und daher dies Rad unbeweglich macht.
Infolge der Drehung des Rades 19 im Gegenuhrzeigersinn der F i g. 1 wird
das Ritze] 15 im Uhrzeigersinn gedreht. Da aber das Rad 20 blockiert
wird, so muß sich das Ritze] 15 auf dem Rad 20 abwälzen, wobei sich sein
Stift 17 in F i g. 1 nach links bewegt und die Wippe 11 gegen die Wirkung der Feder
12 mit sich nimmt. Jede fünftel Sekunde bewegt sich die Wippe 11 um
einen Schritt im Gegenuhrzeigersinn, so daß die Klaue 16 aus der Verzahnung des
Rades 20 :allmählich austritt. Die Klaue 16 ist von solcher Größe
und Form, daß sich bei dem fünften Sprung des Rades 19 die Klaue
16 von der Verzahnung des Rades 20 löst und die Feder 12 wirken
läßt, um die Wippe 11 in ihre Ausgangslage zurückzubringen. Während dieser
brüsken Bewegung im Uhrzeigersinn der Wippe 11 bleibt das Rad 19 unbeweglich,
und das Ritze] 15 kann sich daher auf dem Rad 19 abwälzen, wobei sich das
Ritze] 15 im Uhrzeigersinn der F i g. 1 dreht und das mit dem Sekundenzeiger
fest verbundene Zentrumsekundenrad 20 antreibt. Sobald die Wippe 11 ihre Rückbewegung
im Uhrzeigersinn angefangen hat, kommt die Klaue 16 mit der Verzahnung des Rades
20 wieder in Eingriff, so daß das Rad 20 während des Anfangs des nächsten
Zyklus wieder unbeweglich gemacht wird.
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Da das Ritze] 15 mit den beiden Rädern 19 und 20 stets im Eingriff
steht, ist es unmöglich, daß der springende Sekundenzeiger gegenüber dem Sekundenrad
19 bzw. 5 um mehr als eine Sekunde versetzt wird.
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Der erfindungsgemäße Mechanismus gewährleistet eine zuverlässig; Arbeitsweise,
und sein Gestehungspreis ist äußerst niedrig. Er besteht aus einer kleinen Anzahl
von Stücken und kann ohne Schwierigkeit auf einem bestehenden Uhrwerk montiert werden.
Die verbrauchte Energie ist klein, weil es sehr wenig Reibung gibt und keine Sperre
erforderlich ist.