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Siebvorrichtung Die Erfindung bezieht sich auf eine Siebvorrichtung,
mit der ein kömiges Gut nach seiner Korngröße klassiert und in mehrere Fraktionen
aufgeteilt wird, deren Zahl von der Zahl der Siebböden grundsätzlich unabhängig
ist.
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Es sind bereits Vorrichtungen der genannten Art bekannt, bei denen
die Klassierung unter Ausnutzung der Tatsache erreicht wird, daß ein herabfallendes
Teilchen mit um so größerer Wahrscheinlichkeit auf ein Hindernis trifft,
je größer sein Komdurchmesser ist. Das körnige Gut wird auf einen Siebboden
aufgebracht, dessen Maschen- bzw. Spaltweite größer als die maximale Korngröße des
Aufgabegutes ist, während durch Neigung und/oder entsprechende Vibration des Siebbodens
für eine Förderung des Aufgabegutes gesorgt. ist. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit,
daß ein Teilchen vom Siebgeflecht behindert bzw. auf den Draht des Siebgewebes auftrifft
und dabei in Neigungs- bzw. Fließrichtung geschleudert wird um so geringer,
je kleiner das Teilchen ist. Die größeren Teilchen werden also nach der Wahrscheinlichkeit
in stärkerem Maße vom Aufgabeende weggefördert, bevor sie, eventuell nach mehrmaligem
Auftreffen auf einen Draht des Siebgewebes, durch den Siebboden fallen, während
die kleineren Teilchen in stärkerem Maße senkrecht, d. h. nahe der Aufgabestelle,
durch den Siebboden fallen. Bei den nach diesem Prinzip arbeitenden bekannten Vorrichtungen
sind mehrere solcher Siebböden untereinander angeordnet, wodurch eine bessere Klassierung
erzielt wird.
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Eine solche Vorrichtung mit mehreren untereinander angeordneten, vom
Aufgabeende der Vorrichtung ausgehend schräg nach unten geneigten Siebböden mit
einer Maschenweite, die größer als die maximale Korngröße des dem jeweiligen Siebboden
aufgegebenen Gutes ist, ist aus der USA.-Patentschrift 2 572 177 bekannt.
Während diese Vorrichtung mit gleich stark geneigten Siebböden ausgerüstet ist,
ist in der USA.-Patentschrift 2 853 191
eine entsprechende Vorrichtung beschrieben,
bei der die Siebböden von oben nach unten zunehmend geneigt sind.
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Es hat sich herausgestellt, daß die mit den bisher bekannten Vorrichtungen
erreichte Kornverteilung nicht vollends den Erwartungen entspricht, weil in der
Feinkornfraktion stets einzelne größere oder gar größte Teilchen enthalten sind.
Die Begründung für diesen Fehlkornanteil im Feingut wird darin gesehen, daß einige
Teilchen, insbesondere größere Teilchen, so ungünstig auf den Siebdraht auftreffen
oder mit einem anderen Teilchen zusammenprallen, daß sie mit einer entgegen der'agenieinen
Fließrichtung nach rückwüts gerichteten Bewegungskempo# nente weggeschleudert werden.
Zwar wird das Teilchen voraussichtlich nach .. einem erneuten' 'Zusammenprall mit
einem Draht des Siebbodens wieder in Fließric.htung bewegt, doch bietet sich gerade
dein rückwärts geworfenen Teilchen infolge der Siebneigung eine,große Durc.hgangsöffnung,
so daß zu der unerwünschten Bewegung des>Tefichens die ge.# ringere Wahrscheinlichkeit
eines erneuten Zusammen-
pralles mit einem Siebdraht tritt. Insbesondere dort"
wo die Siebböden dicht Übereinander angeordnet sind, wie es im rückwärtigen Teil
der bekannten Vorrichtung mit von oben nach unten zunehmend geneigten Siebböden
der Fall ist, und die Teilchen einen nur kurzen Fallweg bis zum nächsten
Sieb haben, kann ein rückwärts geschleudertes Teilchen mehrere Siebböden passieren,
bevor es auf Grund der Schwerkraft wieder etwa senkrecht fällt und dann wieder eher
auf einen Siebdraht auftrifft.
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Aufgabe der Erfindung ist die Vermeidung dieses in der Verunreinigung
des Feinkomanteils in Erscheinung tretenden Nachteils der bekannten Vorrichtungen.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß unterhalb des oberen Bereiches mindestens
eines Siebbodens eine gleich stark oder stärker geneigte Fläche angeordnet wird.
Die
auf diese geneigte Fläche auftreffenden Teilchen werden entweder durch den Aufprall
in Fließrichtung geschleudert - was als besonders günstig angesehen wird
- oder rutschen auf der Fläche abwärts, wobei ihnen gleichfalls eine vorwärts
bzw. in Fließrichtung gerichtete Bewegung erteilt wird. Da durch die Anbringung
der Fläche gemäß der Erfindung die Verunreinigung des Feinkomanteils durch größere
Teilchen vermieden werden soll, ist es nicht erforderlich, eine auch für die feinen
Teilchen undurchlässige Fläche vorzusehen.
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Zur möglichst vollständigen Vermeidung von Verunreinigungen des Feinkornanteils
ist es besonders vorteilhaft, unterhalb des oberen Bereiches aller Siebböden eine
geneigte Fläche gemäß der Erfindung vorzusehen.
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Ferner hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die Flächen so groß auszuführen,
daß der über der Fläche liegende obere Bereich des Siebbodens etwa 1/io bis 1/s
der Sieblänge entspricht. Im einzelnen ist die günstigste Länge dieser Flächen von
der Maschenweite und der Neigung der Siebböden sowie von den Betriebsverhältnissen
abhängig.
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Die Siebböden können von oben nach unten in Fließrichtung gegeneinander
versetzt sein, da durch jede Fläche der Aufgabebereich des darunter befindliehen
Siebbodens weiter in Fließrichtung vcrschoben wird.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand einer schematischen Zeichnung
an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
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Die Zeichnung gibt eine perspektivische Darstellung einer SiebvorTichtung
nach der Erfindung, die die Vorrichtung im wesentlichen von der Seite zeigt und
bei der ein Teil der Seitenwand und der Rückwand weggenommen ist.
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Die Vorrichtung umfaßt eine Rahmenkonstruktion, die sich aus zwei
gleichen seitlich angeordneten Rahmenteilen und aus Querverbindungen zusammensetzt.
Die Rahmenteile sind jeweils aus einer abgewinkelten Stange 1, einer vorderen
Stange 2, einer oberen Stange 3, einer Verbindungsstange 4 sowie den Streben
5, 6 und 7 zusammengeschweißt. Beide Rahmenteile sind durch eine Seitenwand
11 abgeschlossen und an ihren Ecken durch Querstangen, von denen nur die
Querstangen 14, 15 und 16 zu sehen bzw. bezeichnet sind, miteinander
verschweißt.
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Auf die Rahmenkonstruktion sind zwei vordere Augen 25 und zwei
hintere Augen 26 aufgeschweißt, an denendieKonstruktion überFedern39 aufgehängt
ist, die jeweils mit einem Haken 38 in die Augen eingreifen. Die Vorrichtung
ist mit einem Vibrator 41 ausgerüstet, der sie in Schwingungen zu versetzen vermag.
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Innerhalb der Rahmenkonstruktion sind fünf Siebböden 35
a, 35 b, 35 c, . . . über- bzw. untereinander angeordnet.
Die Siebböden 35 besitzen die gleiche Länge und sind vom in der Zeichnung
rechts befindliehen Aufgabeende aus schräg nach unten geneigt, wobei jeweils der
nächst untere Siebboden stärker geneigt ist. Die vorderen Enden der Siebböden sind
etwa senkrecht untereinander angeordnet, so daß ihre hinteren Enden etwas gegeneinander
versetzt sind. Jeder Siebboden 35 ist durch eine vordere Schiene
31 und zwei mittlere Schienen 32 unterstützt, die zwischen die Seitenwände
11 eingeschweißt sind. Das vordere Ende jedes Siebbodens ist durch eine Rippe
36 der vorderen Schiene 31 gehalten, während das hintere Ende des
Siebbodens eine Spannschiene 33 umgreift, die durch mit der Spannschiene
33 verbundene Schrauben 34 nach hinten vorgespannt ist, die mit Hilfe von
Muttern gegen ortsfeste Spannstücke 24 gezogen sind.
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Unterhalb des oberen Bereiches der Siebböden 35
sind undurchlässige
Flächen in Form von Platten 22 a, 22 b, 22 c, 22 d, 22 e angeordnet,
die mit den Seitenwänden 11 der Vorrichtung verbunden sind. Diese Platten
22 besitzen etwa die gleiche Neigung wie die Siebböden 35 unter denen sie
angeordnet sind. Sie erstrecken sich mindestens so weit in Richtung auf die Vorderseite
der Vorrichtung, daß das von den geneigten Platten 22 herabfallende Gut auf das
obere Ende des darunter befindlichen Siebbodens fällt. Oberhalb des obersten Siebes
ist ein Zuführungsblech 21 zwischen den Seitenwänden 11
eingeschweißt, das
das zu klassierende Gut dem Aufgabeende des obersten Siebbodens 35a zuführt.