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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Lager Lager für Klaviermechaniken
für Klavierinechaniken.
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Bei einer Klaviermechanik sind die Hämmer, die die Saiten anschlagen,
wie auch andere Bauelemente mit Hilfe von Stiften oder Bolzen in mit Filz aus-"ekleideten
Bohi -ungen drehbar gelagert. So kann beispielsweise ein Stift oder Bolzen in einem
den unteren Teil des Hammers bildenden Kloben angeordnet sein, während die Bohrungen
in einem gabelförmigen Lagerbock angebracht sind.
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Ein Nachteil dieser Bauweise ist es, daß die Lager für ein Klavier
nicht mehr ausreichend leichtgängig sind, wenn das Klavier Feuchtigkeit aufnimmt.
Die Verschlechterung der Wirkungsweise verschwindet normalerweise nicht wieder,
so daß die Mechanik auch nach der Wiederaustrocknung des Klaviers nur mangelhaft
arbeitet.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die Leichtgängigkeit des Latzers auch
bei Aufnahme von Feuchtigkeit zu sichern.
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Erfindungsgemäß wird ein Lager für eine Klavierniechanik vorgeschlagen,
welches gekennzeichnet ist durch ein äußeres verhältnismäßig steifes Gehäuse und
eine darin angeordnete elastische oder deformierbare Büchse, welffie zum genauen
Sitz auf den darin drehbaren Lagerbolzen bringbar ist.
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Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend an Hand
der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 eine perspektivische Ansicht
eines Teils einer Klaviermechanik, bei der das erfindungsgemäße Lager eingebaut
ist, F i g. 2 einen Schnitt durch die in F i g. 1 eingebauten Lager,
F i g. 3 ein zur Vorbereitung der Lager dienendes, Werkzeug in der Ansicht
und F i g. 4 einen Schnitt durch ein abgewandeltes Ausführungsbeispiel gemäß
der Erfindung.
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Die F i g. 2, 3 und 4 sind in vergrößertem- Maßstab
abgebildet.
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Die Erfindung wird mit großem Vorteil bei Klaviermechaniken verwendet,
die bekanntlich aus einer großen Anzahl von drehbar oder schwenkbar gelagerten Teilen
bestehen. In F i g. 1 ist ein Hammer gezeigt, wie er bei Klaviermechaniken
verwendet wird. Der Hammerkloben 10 (butt) ist mit Hilfe eines Bolzens
11 schwenkbar gelagert. Der Bolzen 11 liegt in dem gabelfönnigen oberen
Teil 12 des Lagerbocks 13. Das untere Ende des Hammerstiels 14 ist im Kloben
10 befestigt, während am oberen Ende des Schaftes 14 der Hanunerkopf
15
angeordnet ist, der in üblicher Weise mit Filz 16
belegt ist. Das
gabelförmige obere Ende des Lagerbocks 13 ist auf einer Seite zur Sichtbarmachung
des betreffenden Lagers ausgeschnitten. Das Lager selbst ist in F i g. 2
in weiteren Einzelheiten dargestellt.
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Die Lager bestehen jeweils- aus einem äußeren Gehäuse 17, in
welchem eine Büchse 18 liegt. Der mittlere Teil des Gehäuses und der Büchse
haben einen gleichen größten Innen- bzw. Außendurchmesser, wobei der im Durchmesser
größte Teil in Axialrichtung etwa ein Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Der Durchmesser
dieses mittleren Teils beträgt mindestens das Doppelte der Länge des im Durchmesser
größten mittleren Teils, jedoch vor-#ugs w-eig#7das Dreifache der genannten Länge.
Das Gehäuse hat eine gleichbleibende Wandstärke, so daß die Innenfläche der Außenfläche
entspricht. Das Gehäuse besteht in der Regel aus Metall und ist daher ausreichend
steif. Die Büchse ist dagegen elastisch oder deformierbar und besteht aus Plastikwerkstoff,
der flüssigkeitsundurchlässig und -unempfindlich ist. Der Plastikwerkstoff Polytetrafluoräthylen
(P.T.F.E.) hat sich, bei den praktisch ausgeführten Vorrichtungen sehr gut bewährt.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf, die Verwendung des genannten Materials beschränkt.
Der Stift oder Bolzen 11 besteht normalerweise aus Metall, beispielsweise
dem gleichen Metall wie das Gehäuse 17,
um das Auftreten elektrolytischer
Erscheinungen zu verhindern.
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Beim Einbau eines Lagers ist es wichtig, daß die Büchse
18 genau in das Gehäuse 17 paßt. Die Enden
der Büchse
und die Enden des Gehäuses fallen etwa zusammen. Der Unterschied zwischen dem Innendurchmesser
des Gehäuses an seinen Enden und der Bohrung in der Büchse ergibt ein geringes Spiel
zwischen dem Gehäuse und dem Bolzen, welches bei 20 in der Zeichnung erscheint.
Das Gehäuse kann getempert oder kalt bearbeitet sein oder ein Teil von ihm kann
getempert und ein anderer kalt bearbeitet worden sein. Die Bohrung in der Büchse
hat zunächst geringfügig Untergröße, so daß die Büchse fest auf dem Bolzen sitzen
würde. Es wird daher ein Werkzeug verwendet, wie es in F i g. 3 gezeigt ist,
das aus einem leicht konisch geformten vorderen Ende 21 und einem im Querschnitt
gleichbleibenden Abschnitt 22 besteht. Das Werkzeug ist poliert und wird in die
Büchse hineingeschoben, so daß das Gehäuse 17 auf Grund des volumetrischen
oder hydrostatischen Drucks über seine Elastizitätsgrenzen hinaus ausgedehnt wird,
wobei der Durchmesser des Teils 22 am Werkzeug so gewählt ist, daß nach dem Herausziehen
des Werkzeugs der eigentliche Lagerbolzen 11 in der deformierten Büchse mit
dem gewünschten Sitz aufgenommen wird. Das Gehäuse nimmt auf diese Weise eine bleibende
Form (set) an, d. h., es geht nach seiner Verforrnung nicht wieder in seine
ursprüngliche Form zurück, so daß die Passung beim Gebrauch bestehenbleibt und nicht
durch Ausdehnung oder Zusammenziehung des Lagerbocks 13, der normalerweise
aus Holz besteht, beeinträchtigt wird. Beim Einbau des Lagers findet unvermeidlich
eine relative Deformation zwischen dem äußeren Gehäuse 17 des Lagers und
der Bohrung in dem Bauteil, in welchen das Lager eingesetzt wird, statt. Wenn die
Bohrung in Holz oder in anderem verhältnismäßig weichem Material angeordnet ist,
wird sie durch das Gehäuse etwas aufgeweitet, während dann, wenn die Bohrung in
Stahl oder anderem hartem Material angeordnet ist und das Gehäuse aus Aluminium
oder anderem weichem Material besteht, das Gehäuse 17 verformt wird. Bei
beiden Möglichkeiten ist jedoch bei dem erfindungsgemäßen Lager Gewähr für die Selbstausrichtung
gegeben.
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Es ist wesentlich, daß die Lagerbolzen gleichbleibenden Durchmesser
aufweisen. Dies kann je-
doch mit Hilfe der bekannten Drahtziehverfahren mit
ausreichend engen Toleranzen ohne weiteres erzielt werden. Nach F i g. 2
sind das Gehäuse 17 und die Büchse 18 in ihren Mittelteilen zylindrisch
und an ihren Endteilen konisch ausgebildet. Diese Formgebung ist jedoch nicht von
wesentlicher Bedeutung. So zeigt F i g. 4 eine andere geeignete Ausbildung,
bei der die Umrisse von Büchse und Gehäuse leicht abgerundet sind.