DE1184025B - Siedewasser-Kernreaktor - Google Patents
Siedewasser-KernreaktorInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: G 21
Deutsche KL: 21g-21/31
Nummer: 1184025
Aktenzeichen: V 21645 VIII c/21 g
Anmeldetag: 24. November 1961
Auslegetag: 23. Dezember 1964
Die Erfindung betrifft einen Siedewasser-Kernreaktor
mit einem Reaktorkern, einem Moderator, der entweder aus leichtem Wasser oder schwerem Wasser
oder einem Gemisch dieser Flüssigkeit besteht, einem Dampfraum, in dem sich der aus dem siedenden Moderator
entstehende Dampf sammelt, einem Hauptkreislauf, in den der der Nutzung zuzuführende
Dampf strömt, sowie einem der Regelung dienenden Nebenkreislauf, der parallel zu dem Hauptkreislauf
geschaltet ist und durch den Reaktorkern führt.
Bei solchen Reaktoren beeinflußten Änderungen der Dampfmenge innerhalb des Reaktors die Moderierung,
die zum Zwecke der Thermalisierung von Neutronen mit Hilfe des leichten Wassers, des schweren
Wassers oder des Gemisches bewirkt wird. Wenn man dem Reaktor z. B. eine größere Dampfmenge
entnimmt, geht der Betriebsdruck des Strömungsmittels in dem Reaktor zurück, und infolgedessen wird
Dampf aus dem im Reaktorkern befindlichen Wasser frei. Hierdurch wird die Moderierung beeinflußt, und
der Neutronenfluß wird verringert, so daß sich die Leistung des Reaktors gerade in demjenigen Zeitpunkt
vermindert, in welchem der Reaktor eine erhöhte Leistung abgeben soll, um den erhöhten
Dampfbedarf zu decken. Wenn man die dem Reaktor entnommene Dampfmenge verkleinert, spielen sich
die Vorgänge im entgegengesetzten Sinne ab.
Es ist bereits bekannt, Siedewasser-Kernreaktoren dadurch zu regeln, daß das Dampfblasen-Wasser-Verhältnis
entsprechend eingestellt wird. Bei den bekannten Reaktoren dieser Art ist jedoch die Ausbildung
derart, daß Dampf aus dem Reaktorkessel einer Turbine und aus der Turbine einem Kondensator zugeführt
wird, worauf das Kondensat dann in den Reaktorkessel zurückgepumpt wird. Außerdem wird
Wasser aus dem Reaktorkessel entnommen und einer zweiten Dampferzeugungsvorrichtung zugeführt. Der
dort erzeugte Dampf wird ebenfalls der Turbine zugeführt, während das Kondensat aus dem zweiten
Dampferzeuger in den Reaktorkessel zusammen mit dem Kondensat aus dem der Turbine zugeordneten
Kondensator eingeleitet wird. Hierbei ist das in den Reaktorkessel zurückgeführte Wasser unterkühltes
Wasser.
Demgegenüber soll durch die vorliegende Erfindung der Siedewasser-Kernreaktor nicht durch Rückführung
von unterkühltem Wasser in den Reaktorkessel, sondern durch' Rückführung von Dampf
geregelt werden.
Demgemäß besteht die Erfindung in erster Linie darin, daß durch den Sebenkreislauf und damit durch
den Reaktorkern ein veränderlicher Teil des aus dem Siedewasser-Kernreaktor
Anmelder:
Vickers-Armstrongs (Engineers) Limited,
London
London
Vertreter:
Dipl.-Ing. W. Paap, Dipl.-Ing. H. Mitscherlich
und Dipl.-Ing. K. Gunschmann,
Patentanwälte,
München 22, Mariannenplatz 4
Als Erfinder benannt:
George Howard Forsyth, London
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 25. November 1960
(40 698)
(40 698)
Dampfraum austretenden Dampfes strömt, um so die Reaktivität des Kerns innerhalb des normalen Lastbereiches
des Reaktors zu regem.
Bei einem in dieser Weise betriebenen Siedewasser-Kernreaktor wird infolge der Rückführung des Dampfes
eine erheblich einfachere Regelung erreicht, bei der außerdem ein zweiter Dampferzeuger entbehrlich
ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels an Hand der Zeichnung.
Die Zeichnung zeigt schematisch die Leitungsverbindungen eines mit Dampfrückumwälzung arbeitenden
Siedewasser-Kernreaktors nach der Erfindung.
Der Reaktor α enthält einen bier nicht gezeigten Kern, der nahe dem unteren Ende angeordnet ist,
sowie einen Dampf raum am oberen Ende des Reaktors. Bei diesem Reaktor verwendet man als Moderator
entweder leichtes oder schweres Wasser oder ein Gemisch aus diesen Flüssigkeiten. Ferner sind
hier nicht gezeigte Regelstäbe vorgesehen, die vom oberen Ende, des -Reaktors aus betätigt werden können.
Die durch den Reaktorkern erzeugte Wärme
409 759/294
bringt die Moderatorflüssigkeit zum Sieden, und der dabei entstehende Dampf wird aus dem Dampfraum
mittels einer Pumpe b zum Einlaß eines Zweiwege-Umschaltventils
c gefördert. Das Ventil c besitzt einen ersten Auslaß, der mit einer Leitung e verbunden ist,
welche zu einer hier nicht gezeigten Dampfkraftmaschine oder zu einer ebenfalls nicht gezeigten
Dampfabgabeleitung führt. Ein zweiter Auslaß des Ventils c ist über eine Leitung d an das untere Ende
des Reaktors α angeschlossen. Zwischen dem Einlaß des Ventils c und der Leitung d erstreckt sich eine
Umgehungsleitung, in die ein das Ventil c überbrückendes Ventil k eingeschaltet ist. Der Dampfraum
am oberen Ende des Reaktors ist außerdem über ein Sicherheitsventil/ an eine Abgabeleitungg
angeschlossen. Während des Betriebs des Reaktors a läßt das Ventil c einen Teil des durch den Reaktor
erzeugten Dampfes zu der Leitung e strömen, während der verbleibende Teil des erzeugten Dampfes
über die Leitung d dem unteren Ende des Reaktors a°
zugeführt wird, um den Reaktorkern erneut zu durchströmen. Das Ventil c wird so gesteuert, daß sieh die
Aufteilung des Dampfstroms auf die Leitungen e und d nach der Belastung der Leitung e richtet. Beim
Betrieb mit Vollast ist die dem Reaktorkern über die Leitung d erneut zugeführte Dampfmenge klein, und
der größte Teil des in dem Kern vorhandenen Dampfes wird durch diejenige Dampfmenge gebildet,
welche zur Deckung des Leistungsbedarfs bei Vollast erzeugt wird. Wenn der Dampfbedarf zurückgeht,
vergrößert man durch entsprechende Betätigung des Ventils c die Menge des über die Leitung d erneut
umgewälzten Dampfes. Auf diese Weise wird die Dampfmenge im Reaktorkern annähernd konstant
gehalten. Wenn der Dampfbedarf der Kraftmaschine gleich Null ist, d. h. wenn kein Dampf über die Leitung
e entnommen wird, führt die Leitung d dem Reaktorkern eine Dampfmenge zu, die annähernd
gleich der beim Vollastbetrieb erzeugten Dampf menge ist, so daß die Grobregelung des Reaktors zur Anpassung
an Belastungsschwankungen oder den Teillastbetrieb somit durch das Variieren der über die Leitung
d zugeführten Dampfmenge erfolgt.
Der dem unteren Ende des Reaktors erneut zugeführte Dampf wird in stärkerem Maße der Mitte des
Reaktorkerns zugeleitet als dem Umfang des Kems, wodurch in erwünschter Weise eine Abflachung des
Flusses erzielt wird.
Ferner sind hier nicht gezeigte mechanische Einrichtungen vorgesehen, mittels deren man die Regelstäbe
während der Lebensdauer des Reaktorkerns fortschreitend zurückziehen kann, um die Verbrennung
auszugleichen, wobei das untere Ende des Kerns während des ersten Teils der Lebensdauer des Kerns
den aktiven Teil bildet. Der Mechanismus zum Verstellen der Regelstäbe ist so ausgebildet, daß er dann,
wenn das die Pumpe b, das Ventil c und die Leitung d umfassende Rückwälzsystem versagt, gewährleistet,
daß der Reaktor im Zustand des Vollastbetriebs gehalten wird und diesen Zustand nicht überschreitet;
hierbei wird dem Reaktor die dem Vollastbetrieb entsprechende Dampfmenge entnommen und in Abhängigkeit
vom Leistungsbedarf auf die Leitung e und die durch das Sicherheitsventil / gesteuerte Abgabeleitung
g aufgeteilt.
Das Umgehungsventil k dient zum Regeln des Betriebsdruckes des Reaktors. Wenn sich z. B. der
Dampfbedarf der Kraftmaschine auf einen bestimmten Wert eingestellt hat und der Druck im Reaktor
dazu neigt, über den normalen Betriebsdruck hinaus anzusteigen, wird das Ventil k weiter geöffnet, so daß
dem unteren Ende des Reaktorkerns eine größere Dampfmenge zugeführt wird, um den Neutronenfluß
zu verkleinern, wodurch eine Senkung des Drucks im Reaktor bewirkt wird. Diese Vorgänge spielen sich
natürlich im umgekehrten Sinne ab, wenn der Betriebsdruck im Reaktor dazu neigt, bis unterhalb des
normalen Betriebsdrucks zurückzugehen. Das Ventil k ermöglicht somit die Feinregelung der Leistungsabgabe
des Reaktors.
Claims (8)
1. Siedewasser-Kernreaktor mit einem Reaktorkern, einem Moderator, der entweder aus leichtem Wasser oder schwerem Wasser oder einem
Gemisch dieser Flüssigkeiten besteht, einem Dampfraum, in dem sich der aus dem siedenden
Moderator entstehende Dampf sammelt, einem Hauptkreislauf, in dem der der Nutzung zuzuführende
Dampf aus dem Dampfraum strömt, sowie einem der Regelung dienenden Nebenkreislauf,
der parallel zu dem Hauptkreislauf geschaltet ist und durch den Reaktorkern führt,
dadurch gekennzeichnet, daß durch den Nebenkreislauf und damit durch den Reaktorkern
(Jb, c, d) ein veränderbarer Teil des aus dem Dampfraum austretenden Dampfes strömt, um
so die Reaktivität des Kerns innerhalb des normalen Lastbereichs des Reaktors (α) zu
regeln.
2. Kernreaktor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Ventilmittel (c) vorgesehen
sind, die die dem Dampfraum entnommene Dampf menge auf eine zu einer Last führende
Leitung (e) des Hauptkreislaufes und eine Leitung (d) des Nebenkreislauies (b, c, d) aufteilen.
3. Kernreaktor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine^ Umgehungsleitung mit
einem Ventil (k) vorgesehen ist, um den Betriebsdruck des Reaktors (α) zu regem, welche parallel
zum Nebenkreislauf angeordnet ist und das der Dampfaufteilung dienende Ventilmittel (c) überbrückt.
4. Kernreaktor nach-einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
mechanische Einrichtungen vorgesehen sind, mittels deren die Regelstäbe während der
Lebensdauer des Keras fortschreitend zurückgezogen werden können, um den Abbrand auszugleichen.
5. Kernreaktor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Regelstäbe nach oben
aus dem Kern herausziehen kann.
6. Kernreaktor nach· Anspruch 4 oder.;5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Regelstäbe die Reaktivität des Reaktors-auf einem dem Betrieb
mit Vollast entsprechendes Wert halten, wenn der Nebenkreislauf (b, c, d) versagt.
7. Kernreaktor nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine durch ein Sicherheitsventil (/) gesteuerte Sicherheitsleitung (g) vorgesehen
ist, durch die der Dampf bei Versagen des Nebenkreislaufes (b, c, d) aus dem Dampfraum
abgelassen werden kann.
8. Kernreaktor nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
Vorkehrungen getroffen sind, um den dem Kern erneut zugeführten Dampf in stärkerem Maße
dem mittleren Teil des unteren Endes des Kerns als dessen Umfang zuzuführen.
In Betracht gezogene Druckschriften:
D. I. Hughes et. al., »Problems in Nuclear Engineering«, 1957, Vol. I, New York, S. 285 bis 291;
A. W. Kramer, »Boiling Water Reactors«, 1958,
Reeding, V. S. Α., S. 24 bis 29.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409 759/29112.64 © Bundesdruckerei Berlin
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