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Schachtausbau Es sind Schachtauskleidungen bekannt, die aus einem
Stahlmantel mit angesetzten Versteifungsringen und aus Zwischenbeton bestehen. F
i g. 1 der Zeichnung zeigt einen Teil einer solchen Schachtwandung in einem durch
die Schachtachse gelegten Schnitt. Die Versteifungsringe bestehen hierbei aus Stegblechen
1, die in waagerechter Anordnung an die Innenseite des Stahlmantels 2 angeschweißt
sind, und aus lotrechten Flanschen 3, die zusammen mit den Blechen 1 T-Profil bilden.
Der Schubverbund zwischen dem Stahlmantel und dem Beton wird bei einer bekannten
Schachtauskleidung dieser Art durch Dübel oder Vertikalflansche (Tübbingausbau)
bewirkt, die an die Innenseite des Stahlmantels angesetzt sind. F i g. 2 zeigt einen
Teil einer solchen Schachtauskleidung in einem durch die Schachtachse gelegten Schnitt.
F i g. 3 ist der Querschnitt nach der Linie 111-I11 in F i g. 2. Diese Figuren zeigen
einen an die Innenseite des Stahlmantels 2 angeschweißten Dübel 5. Die auf
diesen wirkende Schubkraft ist in F i g. 3 durch einen Pfeil 6 veranschaulicht.
Hierbei werden durch die Dübelkräfte im Stahl und im Beton Nebenspannungen erzeugt,
die ein Mehrfaches der Hauptspannungen betragen können. Da nämlich die Dübel 5 naturgemäß
außermittig zu dem Querschnitt des Stahlmantels 2 angeordnet sind, rufen die Dübelkräfte
6 Biegemomente hervor, die den Stahlmantel 2 in Querrichtung örtlich beanspruchen.
Diese Beanspruchungen kann das Blech des Mantels wegen. seiner geringen Steifigkeit
kaum aufnehmleh,'"sö"'dä'ß es ausweicht. Das hat ein starkes Dübelkippen zur Folge,
wie es in F i g. 3 veranschaulicht ist. Sonach ist der Schubverbund sehr weich,
und es treten an den Stirnflächen der Dübel hohe Kantenpressungen auf.
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Die Verhältnisse bei den bekannten Verbundschachtröhren nach F i g.
3 liegen sonach anders als die Verhältnisse bei Verbundträgern, wie sie im Hoch-
und Brückenbau angewendet werden. Um dies zu verdeutlichen, zeigt F i g. 4 einen
Längsschnitt durch einen solchen Verbundträger (nach der Linie IV-IV in F i g. 5),
während F i g. 5 der Schnitt nach der Linie V-V in F i g. 4 ist. Danach ist auf
der Oberseite des Trägers ein in den Beton der Deckplatte eingreifender Dübel 7
befestigt. Die auf diesen Dübel wirkende Schubkraft 8 wirkt zwar auch außermittig,
aber in der Mittelebene des Trägersteges 9, so daß der Träger nicht quer zur Wirkungsrichtung
der Schubkraft ausweichen kann.
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Der geschilderte Nachteil der erwähnten bekannten Schachtauskleidungen
wird durch die Erfindung vermieden. Diese bezieht sich auf einen Schachtausbau,
bestehend aus wenigstens einem Stahlblechmantel mit waagerecht angesetzten Blechen,
insbesondere Stegblechen von Versteifungsringen, und mit schubfest verbundenem Beton;
und die Erfindung besteht in erster Linie darin, daß der in tangentialer Richtung
wirkende schubfeste Verbund durch an den waagerecht angesetzten Blechen sitzende
Körper, z. B. Dübel oder Bewehrungen, bewirkt wird. Vorzugsweise ragen die den schubfesten
Verbund bewirkenden Körper von den waagerecht angesetzten Blechen aus teils nach
oben und teils nach unten hin in den Beton hinein. Hierbef-entfällt- jedes Dübelkippen,
da die waagerecht an den Stahlblechmantel angesetzten Bleche .,dqfch den Beton an
einem Ausweichen nach "oben öder unten gehindert sind. Außerdem heben sich die Dübelkippmomente
auf, wenn die Dübel od. dgl. beiderseits der waagerecht angesetzten Bleche, vorzugsweise
spiegelbildlich in bezug auf die Mittelebenen dieser Bleche, angeordnet sind. Dabei
können die Dübel beliebig hoch gewählt werden, um die Betonpressungen niedrig zu
halten. In jedem Fall werden durch die mit Dübeln od. dgl. versehenen, waagerecht
an den Stahlmantel angesetzten Bleche die Schubkräfte von dem Beton auf den Stahlmantel
ohne nennenswerte Nebenspannungen übertragen.
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In F i g. 6 bis 13 sind drei verschiedene Ausführungsbeispiele des
Erfindungsgegenstandes dargestellt, und zwar zeigen F i g. 6, 9 und 12 Schnitte,
die durch Teile der betreffenden Schachtwandungen in die Schachtachsen enthaltenen
Ebenen gelegt sind, F i g. 7 und 10 die Schnitte nach den Linien VII-VII bzw. X-X
und F i g. 8, 11, 13 die Schnitte nach den Linien VIII-VIII, XI-XI und XIH-XÜI.
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Bei allen diesen Ausführungsbeispielen sind die Stahlblechmäntel wieder
mit 2, die an diese waagerecht
angesetzten Stegbleche der
Versteifungsringe mit 1 und die mit dem Betonmante14 bündig abschließenden
Flansche der Versteifungsringe mit 3 bezeichnet.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 6 bis 8 sind auf der Oberseite
und auf der Unterseite jedes Stegbleches 1 Dübel 10 angeschweißt,
die auf der Ober- und Unterseite in je zwei Kränzen angeordnet sind. Dabei sind
je zwei auf der Oberseite und der Unterseite des Stegbleches 1 befindliche
Dübel 10,
welche die gleiche Höhe haben, spiegelbildlich in bezug auf die
Mittelebene des Blechringes 1 angeordnet. Unter Umständen genügt es, wenn
nur ein Dübelkranz angewendet wird.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 9 bis 11 sind die Stegbleche
1 der Versteifungsringe mit kreisförmigen Durchbrechungen 11 versehen,
die in zwei Kränzen angeordnet sind. Durch diese Löcher sind Bewehrungen
12 gesteckt, die zu der Mittelebene des betreffenden Bleches 1 spiegelbildliche
Figuren bilden. Hierbei werden die Durchbrechungen 11 von Beton ausgefüllt,
der an sich schon als Dübel wirkt. Dies würde aber nur ausreichen, wenn die Scherspannungen
sehr gering sind. Die erforderliche Scherfestigkeit wird daher für höhere Anforderungen
an den Schubverbund durch die Bewehrungen 12 erzielt.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 12 und 13 sind die Stegbleche
1 der Versteifungsringe ebenfalls mit zwei Kränzen von kreisrunden Löchern
versehen. In diese Löcher sind rohrförmige Manschetten 13 in der Weise eingesetzt,
daß sie gleich weit nach oben und nach unten hin gegenüber den Stegblechen
1 vorstehen. Sie sind mit diesen Blechen 1 verschweißt. Hierbei bildet
der im Inneren der Manschetten 13
befindliche Beton Dübel, wobei die Lochleibungsspannung
wegen der verhältnismäßig großen Innenfläche der Manschetten 13 mäßig ist.
Außerdem wirken die Manschetten 13 als Stahldübel, so daß ziemlich große
Schubspannungen zwischen dem Beton und den Stegblechen 1 übertragen werden
können.
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Die Erfindung ist naturgemäß auch anwendbar, wenn bei einem doppelwandigen
Schachtausbau der äußere und der innere Stahlblechmantel durch waagerecht angesetzte
Ringbleche miteinander verbunden sind. Auch liegt es im Rahmen der Erfindung, wenn
bei einem einwandigen Schachtausbau ,solche Stegbleche, die vom Stahlmantel aus
nicht bis zur Innenseite des Betonmantels reichen, mit Dübeln od. dgl. versehen
werden.